Beilage zur Fuldaer Zeitung
M 90
NILS
19. April
Der gute Hirt und -er Mietling.
Leirachlung zum Sonnkagseoangelium.
Wir kennen alle das Bild vom Heiland als guten flirten, wie er ein Schaf auf der Schulter trägt, oder wie . er sich um ein Lamm müht, das sich in einem Dornbusch verfangen hat. Bielleicht hängt das Bild in deiner Stube, und weil der heutige Sonntag das Gleichnis vom guten flirten im Evangelium bringt, wollen wir einmal Nachdenken, was uns das Bild in deiner Stube und die Erzählung vom guten flirten zu sagen haben.
Auch wenn du keine Schafe zu hüten hast, bist du doch ein flirt in dem Sinne, wie es der Heiland meint. Denn es sind dir Menschen anver» traut, und denen sollst du das sein, was der Heiland „guter Hirt" nennt.
„Ja, wenn ich ein Pfarrer wäre oder ein Bischof, möchte ich das schon glauben. So aber bin ich nur ein gewöhnlicher Mensch, ein Arbeiter, und
ich möchte doch wissen, was ich mit dem guten flirten zu tun habe."
Ach, du denkst, es seien nur die flirten, die eine große flerde zu betreuen haben. Ja, es wäre einfach zu denken: die Geschichte vom guten flirten geht mich nichts an, da sollen sich die Geistlichen drum kümmern, denn die hat der Heiland in seinem Gleichnis gemeint.
Wenn dich die Geschichte aber doch anginge? Du hast doch Familie, hast Frau und Kinder. Bist du denen das, was der Heiland einen guten Hirten nennt? So daß du für die sorgst, eher als für dich? So daß,sie dich mit Freude Gatte oder Datex nennen können? Oder aber sind sie dir eine Last, die du trägst mit Seufzen und Schimpfen? Sind sie dir Dinge, welche dir bloß Unannehmlichkeiten und Kosten machen und dich in deiner Bequemlichkeit stören. Wenn du dir klar darüber bist, dann weißt du, ob du deiner Familie ein guter flirte bist oder ein Mietling.
Vielleicht hast du ein öffentliches Amt. Auch da kannst du guter flirt oder Mietling fein. Du kannst dein Amt betrachten als etwas, das dir Geld einbringt, das dir Gelegenheit bietet, etwas zu werden, vor den Menschen zu glänzen, eine Rolle zu spielen. Du kannst es auch auffassen als eine heilige Verpflichtung, im Sinne Gottes zu walten als Diener der Gesamtheit, stets das Rechte zu tun und nicht das, was den Menschen gefällt, ohne Rückfxht auf Lob oder Tadel, oben und unten.
Du kannst gegen Knecht und Magd guter flirt oder Mietling sein. Ueberlege dir, was das sagen will.
Guter flirt fein heißt treu fein, und der treue Mensch ist immer ein guter flirt, er stehe, ny> er wolle. Denn die Menschen suchen nichts so sehr als die Treue, vielleicht, weil sie so selten ist. Ich erinnere dich an deine Arbeits kamerad en, besonders an die jüngeren, überhaupt alle Menschen in deinem Lebenskreise, welche irgendwie gefährdet sind ober Hilfe besonders nötig haben.
Der gute flirt sieht seinen Mitmenschen zu allererst unter der Frage: „Wie kann ich dir dienen."
Der Mietling aber fragt zuerst: „Was kann ich an dir verdienen." Es lohnt sich wohl, einmal darüber nachzudenken, wie du dazu stehst.
anerkannt bleiben, daß er den Ideen der Vorboten und Vorkämpfer der organifierten Karitas zum Durchbruch verhalf, die Karitasorganisation durchführte, die Karitasbewegung schuf.
Mit einem Ausspruch, der des Verstorbenen dankbare Bescheidenheit, aber auch die Größe und Erhabenheit christlicher Karitas anbeutet, seien die Ausführungen beendet: „Ich habe viel über die christliche Karitas geschrieben", hat Werthmann aus seinem letzten Krankenlager zu der barmherzigen Schwester gesagt, „aber was Karitas ist, weiß ich erst, seitdem ich krank bin und sie selber in Anspruch nehmen muß" . . .
Heue Gemeinden des Katholizismus.
Um die kirchliche Neuordnung in unseren Stabten.
Sonnenschein hat einmal, als er unserer Zeit bie Diagnose stellte, besonders darauf abgehoben, daß sie „auf der Stirn das Zeichen des Fluches der Verlassenheit trägt. All diese Menschen ohne Familie! Die jungen Menschen vor allem! Was man „Sünde" nennt, kommt zur Hälfte auf das Konto dieser Verlassenheit. Das wäre schon eine große Sache: die physische Gegenwart des Seelsorgers. Die Erreichbarkeit der Menschen. Am Werktag stehen sie in ihre Arbeit gespannt, kehren sie hundmüde in Dachgeschoß und Etagenwohnung, Sonntags aber wandern, entfliehen sie. Es muß vor allem wieder Gemeinde werben! Kirchliche ® emeinbe!"
Cs liegt im Zug der Zeit, die Pfarrei als Notgemeinschaft, und in der Konsequenz vertiefter liturgischer Sicht, sie als Kirchenzelle verstärkt zu bejahen. Um eine entsprechende Erweckung der Pfarrgemeinde und die neue Anregung der Pfarrseelsorge bemühte sich vor einiger Zeit die Jahrestagung der Freien Vereinigung für Seelsorgehilfe (Sitz Freiburg i. Br.), über welche soeben der ausffihrliche Bericht erschienen ist. Trotz der Spannungen, welche der Ausgleich zwischen Individuum und Gemeinschaft bedingt, ist die Pfarrei auch heute als geschichtlich gewordene kirchenrechtlich fundierte und wesensgemäße Form der kath. Seelsorge in wahrer Gemeinschaft des Glaubens, der Liebe und des Lebens zu bejahen und zu verwirklichen. Neben der geistigen Einheit ist aber auch die organisatorische Zusammenfassung der Kräfte zu betonen, wobei besonders die außerordentliche (Schichten-, Ordens-, Missionsund Einkehr-) Seelsorge in Sinn und Begrenztheit schärfer zu sehen sein dürfte, ohne aber die zahlreichen überpfarrlichen Einrichtungen religiöser Fürsorge (Pfarrzentrale, Karitas, Standesvereine, Literatur und Technik im Dienste der Seelsorge) damit abzulehnen. Die innere Wiedererweckung der Pfarrseelsorge wird auch eine stärkere Heranziehung der innerpsarrlichen Hilfsmittel und Hilfskräfte, besonders des Haupt- und ehrenamtlichen Laienapostolates mit sich bringen müssen. Deren Bedeutung und Aufgaben wurden auf Grund der letzten päpstlichen Kundgebungen neu umschrieben und ihre Hemmungen im Hinblick auf den Charakter der Seelsorgehilfe als Organisation, auf ihre Zielsetzung und Methode sowie auf die Schwierigkeiten der praktischen Durchführung eingehend behandelt. Die Antwort ist aber nur dann gültig, wenn der Seelsorger seinem Laienapostolat Vater, Lehrer, Führer und Vorbild ist.
Die hier nur angedeuteten Ausführungen der Referenten, die seinerzeit auch im „Osservatore Romano" sehr eingehend und zustimmend besprochen wurden, sfnd geeignet, die kirchliche Neuordnung in unseren Städten kräftig anzuregen. „Der Katholizismus", schrieb Sonnenschein mit Recht, „wird Ereignis nur durch seine Gemeinden. Wächst er hier, dann durchdringt wieder die Häusermas- sen christliche Kultur. Jede horhontale Seelsorge erreicht das nicht: organisch wachsen die Dinge nur aus dem vertikal zugeschnittenen Boden der Marr- gemeinde!" RS.
Der VottUBttSvereltt im 3afire 1930.
Das Krifenjahr 1930 hat die Einnahmen des Bonifatiusvereins scheinbar noch unberührt gelassen. Die Gesamteinnahme des Vereins (General- rorstand, Diözesankomitees und Zweigvereine^ belief sich auf 3,8 Millionen. Das sind sogar 92 000 Mark mehr als im Vorjahr. Freilich war der Sprung von 1928 auf 1929 dreimal so groß. Don den Zweigvereinen hat der Schutzengel- verein, der mit Hilfe der Kinder die privaten katholischen Volksschulen in der Diaspora unter- stützt und 526 590,43 Mark einbrachte, doch um 76 000 Mark abgenommen. Dagegen stieg das H i l fs w e r k des d e u t s ch e n K l e r u s ffir feine minderbechldeten Mitbrüder in der Diaspora auf 832 706.78 Mark. Die Mittel der Vriesterhilfe reichten jedoch nicht hin, den zurzeit 446 in Frage kommenden Dio.sporapriestern ein einigermaßen auskömmliches Gestalt zu gewährleisten. Der Bo- nifatiusoerein mußte von feinen Sammelgeldern noch rund 100 000 Mark Zulagen. Die Zweigstelle New Bork brachte einschließlich der Meßstipendien einen Reingewinn von 106 000 Mark. Die Einnahmen der Diözesankomitees erreichten fast ihren Stand von 1913 (1.8 Millionen).
Während die bischöflich verordneten Kirchen, kollekten weiter zurückgingen, stiegen die Mitgliedsbeiträge. Es bestehen im Reiche zurzeit 5 606 Pfarrgruppen des Bonifatiusvereins, d. h. örtliche Vereine, in denen von Haus zu Haus vermittels des Bonifatiusblattes die Mitgliedsbeiträge (1,20 Mark im Jahr) eingezogen werden. Das Donifatiusblatt zählt in Deutschland 500 341 Bezieher. Die Ausfälle an den Kirchenkollekten und freien Gaben wurden überdeckt durch die Erträge der 801 Bonifatinstage, die 231 000 Mark ab warfen. Ein großer Stab von Diasporapriestern
Auer, in Freiburg i. Br.
Gründung der Zeitschrift „Karitas". Weitere Verbreitung erhielt die Idee der Organisation in der Folgezeit durch die Karitasversämmlungen und die Karitastage in den verschiedenen Gegenden Deutschlands. Auf dem zweiten Karitastag 1897 in Köln wurde der Karitasverb and für das katholische Deutschland gegründet. Werthmann wurde der Vorsitzende des Verbandes. Für den nun bestehenden „Dach"verband mußten als „tragende Säulen" die Diözefan-Kari- tasverdände kräftige Stützen werden. Straßburg und Freiburg erhielten 1903 die ersten lebensfähigen Diözesanverbände, denen fast jedes Jahr eine ober mehrere Neugründungen folgten. Wir zählen jetzt neben vielen Hundert örtlichen Karitasverbänden 27 Diözesan - Karitasverbände. 1916 wurde der Gesamtverband von der Fuldaer Bischofskonferenz als die legitime Zusammenfassung der gesamten organisierten Liebestätigkeit der Katholiken Deutschlands anerkannt. Die Befugnisse des Vorsitzenden wurden zugunsten eines neuen Organs eingeschränkt: des Zentralrates, in dem alle Diözesen vertreten sind.
Aus Werthmanns praktischer Karitasarbeit fei nur einiges hervorgehoben. Ihm ist in erster Linie die nifammcnfaffenbe Organisation des Männer - Vinzenzvereins Deutschlands (1911) zu danken. Für die Elisabetharbeit schuf er ein Generalsekretariat zum Ausbau dieses Frauenvereins für Armenpflege und Familienfürsorge. Sehr am Herzen lag ihm auch der Mädchenschutz. Er kämpfte mit in der Mäßigkeitsbewegung, er schuf „Die christliche Frau", das Organ des Katholischen deutschen Frauenbundes. Eine Hauptsorge war ihm die Auswgnderer- fürforge, das katholische Auslanddeutschtum. In verschiedenen ausländischen Städten wurde unter seiner Führung eine Reihe von Anstalten geschaffen. Werthmann erkannte klar, daß fachmännische Schulung in der Saritasarbeit unentbehrlich ist Zu diesem Zweck hielt er selbst viele Kurse ab, in denen er als geübter Redner nachhaltigen Cinffuß ausübte. Er erlebte noch die Gründung der „Karitasschule" an der Verbands- zentrale in Freiburg.
Selbstloser Arbeitseifer hat diese von tiefer Innerlichkeit und kindlicher Religiosität beseelte Karitaspersönlichkeit ausgezeichnet. Furchtlosigkeit, manchmal zur Heftigkeit neigend, Prinzipienfestigkeit und achtunggebietende Haltung: das waren hervorstechende Wesensmerkmale Werthmanns. Die Sache der Karitas ging ihm über alles. „Meine führende Tugend fei die Nächstenliebe!", so schrieb er schon 1883. „Die Sorge für arme gefährdete Mädchen, für das Werk vom guten Hirten soll mir Herzenssache sein, dann überhaupt die Sorge für Arme, Kranke, Gefangene" heißt es in seinem Tagebuch aus den ersten Priesterjahren. Seine Auffassung von der Karitas war ganz religiös bestimmt, sie bildete für ihn das Herzensstück des Christentums.
Werthmann ist tot; fein Werk wächst weiter. Es muß als. sein bleibendes Verdienst für immer
reifet Snnnlag nach Ostern.
Gingangslieb (pf. 32, 5-6).
jjisericordia Domini plena est terra.
jjon des Herrn Erbarmen ist übervoll die Erde, ..,,„ja- durch das Wort des Herrn sind die Himmel geschaffen, alleluja, alleluja. (Ps. ebb. 1). ^«freuet Euch ihr Gerechten, im Herrn; Gottes Lob jft des rechten Mannes Pflicht. V. Ehre sei usw. ff Epistel: (1. Petri 2, 21—25).
Geliebteste! Christus hat für uns gelitten unb tuä) ein Beispiel hinterlassen, bamit auch Ihr in feine Fußtapfen trete. Er hat keine Sünde be» Langen, und in seinem Munde fand ich kein Trug. gt schmähte nicht wieder, da er geschmäht wurde, unö drohte nicht, da er litt, sondern überließ, sich „em, der ihn ungerecht verurteilte. Er trug am Jtreüüe unsere Sünden an seinem Leibe, damit vir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leb« fen. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Ihr glichet ja verirrten Schafen; jetzt aber haht ihr tuet) bekehrt zum flirten und Bischof eurer Seelen.
Don tötens Vetlhmmms Leben und Werk * Zur 10. Wiederkehr seines Todestages am 10. April 1931.
unb Rednern stellte sich für diesen friedlichen Er« oberungszug in das katholische Land zur Verfügung. Die Bonifatiustage haben viel Der- ftänbnis und Liebe für die Diaspora geweckt und Neuland für den Bonifatiusverein gewonnen. In vielen Gemeinden ist der Dvnifatiustag zu einer alljährlichen Einrichtung geworden. Mit Unter« stützung der Ordinariate konnten die Diaspora, kollektentage zu einem großen Teil dem Bonifa» tiusoerein eingefügt werden.
Von den 1,9 Millionen Mark Unterstützungen» die der Verein (abgesehen von den Zweigvereinen) bewilligte, entfallen bloß 45,56 Prozent auf Neugründungen (Grundstückserwerbungen und Bauten). Ein starkes Viertel der Unterstützungen galt wieder der Abstoßung der Schulden, in die manche Diasporagemeinden geraten sind. Zum Fonds der Vorzugsobjekte legten Generalvorstand und Komitees 350 440,50 Mark zusammen. Auch die Diasporakomitees steuerten mit brüderlicher Selbstlosigkeit zu diesem Zentralfonds ihren Zehnten bei. Durch den Fonds her Vorzugsobjekte konnte für 20 Gemeinden gründlicher gesorgt wer« den. . '
Zu diesen Unterstützungen kommen die Sachleistungen hinzu. Die Bonifatius-Paramentenver- eine unb die Ordensschulen stellten für 98 500 Mk« Paramente her. Der Wert der vermittelten Kir- chenutenfilien beläuft sich auf etwa 20000 Mark, Die Näh,zirkel der Iungfrauenkongregationen lieferten für die Diasporakinder Kleidungsstücke im Werte von 80 858 Mark Auch die männliche In. gend stellte sich in den Dienst der Diaspora. Die Werkjugendhilfe Steele arbeitete und schenkte die gesamte Inneneinrichtung der beiden Diafparakir» chen Farge (Unterweser) und flalver (Wests.).
Es hat im vergangenen Jahr größerer Opfer seitens unserer Wohltäter und besonderer Anstrengungen seitens des Vereins bedurft, daß wir unfern alten Stand behaupten konnten. Wir hoffen, der allmächtige Gott, der ein Anwalt und Schützer der Armen ist, wird uns auch in diesem Notjahr nicht verlassen, damit wir weiter der armen Diaspora, die doppelt unter dem allgemeinen Druck leidet, beistehen können. Anmeldungen zum Bonifatiusverein nimmt jedes katholische Pfarramt entgegen. Die Mitglieder (Jahresbeitrag 1,20 Mk.) erhalten ohne weitere Kosten das Bonifatiusblatt (sechs flefte im Jahr) in den örtlichen Sammel- gruppen. Wegen besonderer Zuwendungen wende man sich an den Generalvorstand des Bonifatius» Vereins zu Paderborn (P. S. K. Köln 22 610). .
meine Mitteilung.
Die englischen Sakholiken gründen einen Siedler- bnnd zur Behebung der Erwerbslosigkeit.
In England haben sich die Katholiken von Midland unter dem Patronat des Erzbischofs von Birmingham zu einem katholischen Siedlerbund zusammengeschlossen. um der Arbeitslosigkeit entgegenzuarbeiten. Das Hauptziel dieses Bundes ist die Gründung von kleinen Landgemeinden, beste- henb aus mehreren Familien die gemeinsam ein Stück eigenes Land bewirtschaften. Der Bund hofft in weitem Umfang bie „landhungrigen" Men. schen zu erfassen und hat die Verwirklichung seiner Pläne bereits in Angriff genommen. Er wicht zunächst für Schenkungen an Land unb Geldspenden.
Von Bibliotheksbirektor Heinrich
(Eine Selbstmahnung Werthmanns aus seinem Tagebuch, bie er als Issuitenschuler im Collegium (Bermcmicum in Rom niederschrieb, ist charakteristisch für feine hohe Auffassung vom geistlichen 'Beruf: .Nicht darf man sich in Landpfarrhäusern einschließen lassen, um rationellen Rübenbau zu treiben, nein, wie eine fliegende Schwadron (muß man) unermüdlich bald hier, bald dort wirken: her eine auf Missionen zur Auffrischung des kirchlichen Lebens in den Gemeinden, der ander« ..." (hier bricht die Notiz ab).
Werthmann hat sich Zeit seines Lebens an diese sich selbst gegebene Weisung aufopferungsvoll gehalten. Er stammt aus einem alten Bauerngeschlecht im Rheingau. 1868 in Geisenheim fleboren, hat er bie Neigung zu seinem späteren Wirken bereits im Elternhaus empfangen. Dem Vater wirb ausgeprägter Greechtigkeitssinn und Liebe ZUM Wohltun nachgerühmt, der geistig bebeuten* Heren Mutter große Lebendigkeit unb Aufgeschlossenheit für alle Fragen ber Zeit.
Seine philosophischen und theologischen Studien machte Werthmann in ber Ewigen Stabt, wo er 1880 zum Dr. phil und 1884 zum Dr. theol. promovierte. Neben ber Theologie befaßte er sich mit fremben Sprachen sowie bamals schm mit her sozialen Frage. *
Nach Deutschland zurückgekehrt, würbe er bald Ws bischöflicher Kavlan nach Limburg berufen. Als her Limburger Bischof Roos im Jahre 1886 Erzbischof von Freiburg mürbe, begleitete ihn Werth- Wonn borthin. Unb Freiburg sollte ber Ort "erden von wo aus Werthmann feine schier un* ermübliche Arbeitskraft entfalten konnte, beton« hers in ber Grünbung ber Karitaszen- 'rale und des
Deutschen Karitasverbandes.
Sei dieser Gründung handelte es sich in erster <tnie um straffe Organisierung und planmäßigen Ausbau eines bereits längst hfftehenden und blühenden Arbeitsfeldes. Die stammt nicht von Werthmann. In Würt- l?wberg bestand bereits die Zentralleitung für Wohltätigkeit, es wirkte ferner die Schöpfung Wi- bie innere Mifffon ber deutschen evangelischen ^"che. Auch wertvolle literarische Vorarbeiten wa- schon geleistet, wobei nur die Namen eines Cl. $rentano Buß, Ratzinger, Max. Brandts, Cl. Rieg, Kardinal Ehrle erwähnt seien. Mehrere dieser Per- pla Lotten tm Volksverein für das katha- ’«>e Deutschland Fühlung miteinander genom« P,en- Auf einem Kurs des Volksvereins in Frei- "ltrg 1894 wurde bie Angelegenheit der Orqanifie- Karitasarbeit vor allem durch Landes- Qt Mar Brandts und den Kapuzinerpater Mjr'-Cn Fröhlich in Fluß gebracht, die neben dem ejmethenen Württemberger Pfr. Rieg in erster ^"ie anregend auf Werthmann eingewirkt haben. ^ Ergebnis dieser ersten Beratungen war zu- Frefs! Gründung eines Karitaskomitees in ,.. Als Bischof Roos starb. nx»r Werthmann frei jr die neue Ausgabe. Sein erstes Werk war die
Neue Bücher.
Allas hierarchicus.
Streit, Carolus, Atlas hierarchicus, descriptio geographica et statistica sanctae Romanae ecclesiae tum Occidentis tum Orientis juxta statum praesentem; acce- dunt nonnullae notae historicae neenon ethnographicae. Consilio et hortatu S. Sedis Apostolicae. Editio altera prorsus emendata, sumptibus typographiae Bonifacianae Paderborn 1929, Preis 50.— Mk. (Preis auch in Rate» zahlbar). . „ „
Der Atlas hierarchicus ist erschienen anstelle einer Neuaflage des 1913 ebenfalls von Streit herausgegebenen nen Katholischen Missionsatlasfes. flaupisächlich auf Wunsch der römischen Behörden wurde er erweitert zu einem Atlas der gesamten Hierarchie der katholischen Kirche. Er bringt zunächst zu den einzelnen Karten kurze geographische Notizen, Angaben über die Kirchengeschichts und die Hierarchie des Landes und statistische Angaben. Es folgen dann 39 Karten beginnend mit Rom (Vatikanische Stabt und kirchliche Verwaltungsgebäude, der Anhang bringt die nach dem Vertrage mit Italien Exterr,- torialrechte genießenden Patriarchalbafiliken und apoftoh- schen Paläste), dann die Karten der einzelnen europäischen Länder. Bei Deutschland gibt eine Karte zunächst den Stand vor Abschluß des Konkordats, die Neuordnun. gen stellt eine eingeschobene Karte (9a) bar. Kirchenprovinzen sind in einer Farbe gehalten, die einzelnen Diözesen deutlich abgegrenzt. Die Karten der außereuro- päischen Erdteile sind wesentlich gedrängter. Die Tabellen sind in lateinischer Sprache, der Text vier- sprachig: Deutsch, Italienisch, Soanisch und Franzo- zösisch. Für die englisch sprechenden Länder ist eine eigene Ausgabe geschaffen worden. Alles in allem macht der Atlas den Eindruck großer Klarheit und Ueberficht- lichkeit. Die Farben find gut aufeinander abgestimmt, allzuviele Angaben, die beim Gebrauch nur verwirren könnten, sind vermieden. Das Werk stellt eine ganz bedeutende Leistung dar, besonders wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten sich einem solchen Werke entgegen- stellen. Der Fortschritt gegenüber der Ausgabe von 1913 zeigt sich — außer in vielen einzelnen Verbesserungen — besonders auch in der äußeren Aufmachung der Karten. Sie sind plastischer und im Aussehen gefälliger geworden.
Für die Zukunft ist geplant, — wie Stre-t in ber Zeitschrift für Missionswissenschaft und Religionswissenschaft 1930, 3. Heft (S. 280) berichtet — den Atlas durch aus- führliche Spezialkarten zu erweitern. Auch sollen diese Spezialkarten und die bereits im Atlas enthaltenen Karten einzeln herausgegeben werden. Auch Herstellung von Wandkarten und von Karten zur Missionsgeschichte wird erwogen, wenn sich genügend Interesienten dafür finden und wenn die Finanzierung sichergestellt ist, d. h. wenn von Missionsvereinen und -instituten Subventionen dafür zu erwarten sind. H. P.
ESSEN BULLRICH-SALZ-N
EM ESSEN BULLRICH’SAIZ ~Nach
---------;—:—- .. ^.1 " Z/MAfH bSM gSSÖTBUHRICM'-gAL? - NAdti BEM ESSEN BuLLhidH-SÄLZ- näch dem essen buiiRich-sai.z- Uie i1 runjanr skur aer Südländer. /• ' »wwr * ----------------
Wem. der Siideuropäer vom heißen Klima gezwungen /k wird, «ine Verdauung von Zeit zu Zeit mit Rizinus zu Afl regulieren, so ist für den Nordeuropäer eine kleine Hilfe /M für den Magen, auch wenn er nicht krank ist. ebenso unerläßlich. Ein halber Teelöffel oder 2—8 Tabletten lullrich S- 1z nach jeder Mahlzeit genommen, läßt Ver mnnirMtörnngen erat eae nicht entkommen ^FNACH DEM ESSEN BU LLRICH'SALZ - K
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