Beilage zur Fuldaer Aeikuug
Und die Lehre für uns?
national-
sozialistischen Bewegung enthalte'
Das neue Jugendhaus in Limburg
rmanischen Adel chen Grundlagen.
manen zum Christentum notwendig sei, daß Wiedereinführung eben des Wotanskultes dem
Alach mit!
Die Welt ist lauter Vogelsang, Ist lauter junges Wipfelgrün, Die Welt ist lauter Knospendrang, Ist lauter weißes, frohes Blühn Ist nur goldschäumender Sonnenschein Ist ungetrübtes Himmelsblau. Und Luft und Hoffnung ganz allein Begegnen wir auf jedem Schritt; Mensch, tu die Augen auf und schau! £jer3, Herz, nun mach den Frühling mit!
Thrasolt.
wandernde Jugend eine anheimelnde Herberge braiM Unser Bild zeigte die neue Jugendherberge in ßinrt bürg, die kürzlich eingeweiht wurde. Das Gebäude, M auch Räume für die Limburger Jugend enthält, ist »H Ehrenmal für die Gefallenen des Welk k r i e g e s errichtet worden.
er. „WO I,r jemals behauptet worden, daß das dritte Reich den „deutschen Gott" bringen soll?". Weiterhin fragt er: „Wer hat jemals in verantwortlich nationalsozialistischen Kreisen den Wotanskukt propagiert»" (Die alte Leier.) '
Wir sagen heute nur dieses: Herr Dr. Goebbels, Sie verlangen von uns Beweise. Sie sollen sie haben und daraus sehen, daß katholische Jugend es ernst nimmt, menn sie mit Ihrer Bewegung so scharf ins Gericht geht.
geben Ihnen heute aus der Fülle von Beispielen nur eine Stelle an. Sie wollen doch Leute angeführt haben, die in verantwortlich nationalsozialistischen Krei- stn stehen. Da schreibt z. B. ein Herr Darre in feinem
L“ Dunste ihres Rasseevangeliums, sie mißbrauchen die Jugendbewegung und ihre Sehnsucht nach Führung und Ganzheit, sie mißbrauchen die von Ottmar Spann wiedergewonnene universalistische Denk, weise, sie mißbrauchen den W e h r w i l l e n, die berechtigte Demokratie- und Kapitalismus, kri t l k, sie mißbrauchen die Einheitssehnsucht der gläubigen christlich-deutschen Welt durch ihr primitives Ideal der „Verschmelzung der bei. den christlichen Kirchen in Deutschland", sie mißbrauche« vor allem den Tatwillen der jungen Gene- ration, die vom Weltkrieg keine erlebnismäßige $or> ftdlung mehr hat und „Sturmbrücke zur neuen Reif sein möchte.
antwortlichen nationalsozialistischen Kreisen den Wni^ kult propagiert?" Auch von Ihnen darf man mehr Logik erwarten, Herr Doktor!
Und wir erinnern Sie weiter, Herr Dr. Goebbels «4. der „Nationalsozialist" (Nr. 37), das in Weimar » scheinende Organ der Nationalsozialisten, die befand Kundgebung der Bischöfe der oberrheinischen Kirchens vlnz zunächst als geistlos bezeichnet und dann mörtli*u glossiert:
Daß die betreffenden Pfaffenaufrufe jh. „Gefühl einer Menschenrasse" anerkennen, ist ihr nes Pech. Entweder tun Sie es nicht, weil ihnen iS römische Kirche ihre Denk- und Gefühlsfreiheit acmiM hat oder weil sie jüdisches Blut — wie Io Iesmtengenerale der Weltgeschichte — in ihren jihZ taten und als Bastarde kein R a s s e g e s ü h l £ itjen können." 9
Dies überbietet doch alles bisher Dagewesene!! Herausgeber des „Nationalsozialisten" zeichnete der Tdu. nngische Landtagsabgeordnete Fritz S a u ck e l. Sauckel ist auch einer von den verantwortlichen nationalsorja. listischen Führern wie Herr Darre, ober ist er es nickt. j)err Dr. Goebbels? Ja, ja, in den Schriften der Ra, tionalsozialisten kann man schon bei näherem Zuschaue«
Was sollen diese Sätze für einen Sinn haben nur den, daß die SBiebereinfübruna her
^Die Orgel des Himmels".
Es hat freilich lange gedauert, bis in diesem Jahre der Frühling kam. Aber nun ist er da und hat wieder den so gefurfben Trieb nach großen Wäldern und grünen Wiesen und frohen Dörfern in uns erweckt. In solcher Zeit greift man gerne, wenn man schon einmal im Ernst ans Lesen denken mag, nach Büchern der Landschaft, die den sentimentalen Tratsch zartbesaiteter Dichterlinge bewußt nicht mitmachen. Natürlich ragen sie himmelhoch über unsere deutsche Makulatur hinaus und werden von der großen Lesermasse übergangen und nur von wenigen geachtet.
Das Buch von Friedrich Schnack: „Die Orgel des Himmels", bei Hegener in Hellerau erschienen und in blaues Jndanthrenleinen gebunden, kostet freilich 7 Mk., jft aber ein Roman deutscher Landschaft, wie ihn die Bnfcfer uns nicht jedes Jahr schenken. Vielleicht kennen ■le6 schon den Dichter aus anderen Büchern. Er stammt W hem Frankenland, dem reizvollen Fleckchen Erde ■Cat?1 Rhön und Main. Seine Heimat ist nicht viele |^Snier von der Lev Weismantels entfernt. Aber SÄ jäteten sind diese beiden Menschen! Friedrich |SÄ-g st ein Sonnenkind, ganz wie das Land, das
Ohne Sorge wie die Dörfer des reichen Lan- SB|| n fette Wiesen und wogende Aehren eingebettet e Menschen dieser Dörfer sind wohlgemut, zu- Sg^fc,nb haben Frieden. Sie kämpfen weder mit äSSÄ' i*ti dem Teufel, haben keine Aengste und keine
Jeder, der fein Volk liebt, muß diese Bewegung be.
nnfon hi. bie Lebensnot des deutsche« . „der gröblichsten Weise miß.
braucht. Treffend charakterisieren „Die Stimmen be- Fugend" die nationalsozialistischen Führer: Sie mifjbraiü
Die Helden des Dritten Reiches hatten nicht erwartet, daß in ganz Deutschland die katholische Jugend sich ihrem unehrlichen und leichtfertigen Beginnen mutig entgegenstellen würde. Die Führer haben in lächerlicher Selbstüberhebung tatsächlich geglaubt, durch ihre Drohungen mit der großen „Abrechnung" diejenigen einschüchtern zu können, die nicht schon durch die g e w is s e n l o s e Agi- tation ihren Wünschen gefügig geworden waren. Die famosen „Politiker" haben sich aber gründlich verrechnet. Zwar ist es ihnen gelungen, einen Teil des deutschen Volkes so zu fanatifieren, — daß er für Leute wie Hitler und Göbbels durch das Feuer zu gehen bereit ist. Aber schon beginnt bei manchen die Erkenntnis durchzudringen, daß sie hinter das Licht geführt werden. Die „Meuterei" des Hauptmanns Stennes ist ein Symptom. (Es ist, das fei nebenbei bemerkt, abstoßend, w i e sich die ehemaligen Freunde und Kampfesgenoffen jetzt bekämpfen. Eine wirklich schmutzige Wäsche wird in der Öffentlichkeit gewaschen.) Was er der Parteileitung vorwirft, kann von dieser nicht einfach durch den Hinweis, daß er ein „Meuterer" ist, aus der Welt geschafft werden. In der neuen Zeitung, die er ähnlich wie der andere Meuterer Straßer jetzt herausgibt, weist er schonungslos den Gegensatz zwischen Worten und Taten bei den nationalsozialistischen Partei- I gewaltigen nach. Er bestätigt damit, was schon immer festgestellt worden ist. Stennes hat recht, wenn er z.B. auf den Widerspruch hinweist, der darin besteht, daß die nationalsozialistischen Führer in großen Versammlungen die Stimmung bis zur Siedehitze treiben — „Kopfe" sollen „rollen" und „Blutopfer" gebracht werden — und in der Masse der blind gläubigen Leute die Bereitschaft zum Barrikadenkampf für die „deutsche Revolution" schassen, um anschließend zu erklären, daß jeder Verstoß gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten mit dem Ausschluß aus der Partei bestraft wird.
Diese Unehrlichkeit der nationalsozialistischen Führer, die für sich das Recht in Anspruch nehmen, jedes Mittel gebrauchen zu dürfen, das die Volksmassen auf ihre Seite bringt, kann man noch an vielen anderen Beispielen zei- I gen. Sie Hetzen und wühlen; wenn jemand aber aus ihren Lehren und Reden die logische Folgerung zieht, sei es im Kampfe f ü r oder g e- 3 en den Nationalsozialismus, dann stellen sich die Helden des Dritten Reiches als die weißen Unschuldslämmer hin, die von „schwarzen Volksbetrügern" und „Vaterlandsoerrätern" verfolgt werden. Ein praktisches Beispiel. In der Beilage „Religion und Leben der Gegenwart" der „Fuldaer Zeitung" hatte unser Mitabeiter Schwan k-Telf an vor einiger Zeit in einem längeren Aufsatz „©ottesferne" geschrieben:
Die Skuhlverstopfung.
Von Dr. me6. ftanellis, Berlin.
Bei Stuhlverstopfung und Hartleibigkeit wird der Leib durch Anhäufung unverdauter Nahrungsreste im DE gespannt und aufgebläht. Man fühlt sich unbehaglich uf>° leidet unter dem Gefühl der Volle und an AppeWofigk^ Blutandrang, Eingenommenfein des Kopfes und !ei4® Schwindelgefühle machen sich bemerkbar. Hier schafft am zweckmäßigsten dadurch Abhilfe, daß man gleich den ersten Stuhlbefchwerden ein pflanzliches Abfühnnll^ anwendet, wie es die mild und zuverlässig abführend» z Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen sind, die ni» in allen Apotheken erhält. Am besten nimmt man Pillen abends vor dem Schlafengehen ein. Die WirkuA erfolgt dann am nächsten Morgen, ohne daß die NachirU*^
Seukschlands Entsittlichung durch das Ehristenknm?
Nakionalsozialisken und katholische Jugend.
kennt, erinnert sich vielleicht noch, wie man die Zauberschleier spüren kann, wenn am Abend in der Wallfahrtskirche zu Vierzehnheiligen das Gold der Altäre ni den Weihrauchwolken schwebt, wenn an den beiden Ufern des Maines die Wallfahrer singend und betend gegen Würzburg und Vierzehnheiligen ziehen. Dann leben die alten Barockmadonnen auf den uralten Brücken der Stadt Würzburg. Und wenn bann in folcher Zeit die Glocken der Stadt und des weiten Landes anfangen zu läuten, dann scheint sich der Himmel aufzutun. Daraus klingt die große Himmelsorgel, und Land und Tier und Mensch stimmen ein. Walter © elhard.
. Rur auf einem Boden, auf dem man den christ- l'chen Gedanken ausrodete, sind Erscheinungen wie der gegenwärtige Irrsinn der n a t i o n a l f o- zialistifch en Bewegung möglich, nur ein solcher Boden ist aufnahmefähig für die Utopien eines landfremden Kommunismus und Boffchewis-
So steht es wortwörtlich in diesem Werk, sogar in Sperrdruck! Und Sie Dr. Goebbels, daß Herr Darre nicht en § btger ist. In der nationalsozialistischen $em.„ ?be Herr Darre doch der verantwortliche Leiter sation Abteilung II für Landwirtschaft der s eht bet Darre zu lesen, daß die Einführung ftenturas dem deutschen Adel die sittlichen entzogen habe. Daß die Einführung des SbrS?< auch dem gemeinen Volke die sittlichen Grundlos "
Stellung der Nationalsozialisten zur Kirche sind weiter z. B. folgende Stellen aus dem Aufsatz:
„Der unglaubliche Terror der römi. 'ehen Kirche führte schon Tausende und Abertausende braver Menschenkinder ins Unglück. Man denke nur an die Schwierigkeiten bei Schließung einer Ehe fischen Protestanten und Katholiken. In zahllosen Fallen sind schon die jungen Menschen in den Tod getrieben worden, weil die schwarzen Mucker vor lauter christlicher Liebe ihre Genehmigung zu einer solchen Ehe versagten. Man denke auch an den ungläubigen Terror, der jetzt von verschiedenen Bischo- fen gegen die Nationalsozialisten ausgeübt wird."
3ft noch ein Beleg erforderlich? Nun gut. In der non einer nationalsozialistischen Mehrheit geleiteten Greifswalder Unioerfitätsjeitung heißt es (April 1930): | »Rach Kardinal Faulhaber ist der Nationalsozialismus I die Häresie des 20. Jahrhunderts. Einer wider- standsgewillten Jugend muß es daher in- I nerer Zwang fein, diesem Ketzertum an- zugehören." (Also Aufforderung zum Austritt aus der Kirche!)
Wem das nicht genügt, der möge sich melden. Wir können ihm mit weiteren Beispielen bienen.
Lubenborsf, der Prophet des „Deutschen Gottes", wird als Reformator gefeiert! Wenn die katholische Jugend den Nationalsozialisten daraus einen berechtigten Vorwurf macht, bann schreien sie: „Unverschämte Lüge". Em Beispiel. Aus Kreisen der kath. Jugenb in Berlin wirb bem „Blatt ber Jugenb" geschrieben:
genannte Reichspropagandachef ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Dr. G o e b- bels, fdjrieb in seinem Leiborgan „De Angriff" einen Artikel mit ber Ueberfdjrift „Unverschämte r^ntShAeretr Ä Lesern Artikel gab er zunächst im Wortlaut bas Flugblatt wieder, das die
kakholische Jugend von Berlin
herausgebracht hat gegenüber den Phantasten und Demagogen, die sich im deutschen Vaterland breit machen: „Das dritte Reich bringt dir den „deutschen Gott". Wotan fall herrschen! Katholisches Jungvolk, das willst °u nicht, starke die Front politisch entschiedener katholischer Jugend. Denn es ist Notzeit."
Herr Dr .Goebbels behauptet von diesem Flugblatt,
| m u s. Wie sehr diese beiden Parteirichtungen insbesondere zum Austritt aus den christlichen Kirchen auffordern, ist zur Genüge bekannt. Das Wutgeschrei der Nationalsozialsten über die Verfügungen des mutigen Mainzer Bischofs ist recht verständlich, denn sie sehen sich von diesem Kirchenfürsten in ihren geheimsten Absichten, ber fortfdjreitenben Entchristli - chungDeutschlanbs, erkannt.
Was tut nun bas Hauptblatt ber Nationalsozialisten, der „Völkische Beobachter"? Anstatt sich mit I den in bem Aufsatz angebeuteten Fragen einmal grunb« sätzlich auseinanberzusetzen — bas ist bei ber Geistesverfassung ber nationalsozialistischen Großen allerbings etwas viel verlangt — macht ber „Völkische Beobachter" aus bem einen Abschnitt nach bewährtem Rezept eine „neueste Zent umslüge", inbem er feststellt baß die nationalsozialistische Partei nie zum Kirchenaustritt I aufgeforbert habe. Das ist sehr einfach, aber ebenso u n» ehrlich wie bie vorher behanbelte „Legalität" ber Nazi- Führer. Gewiß, im nationalsozialistischen Programm steht keine Sortierung an bie Parteimitglieber, aus der Kirche auszutreten. Auch hüten sich bie Nazi-Führer aus guten ©rünben, ben Satz auszusprechen: „Tretet aus ber Kirche aus!" aber bie maßlosen Angriffe, bie immer roieber von Führern ber nationalsozialistischen i Partei gegen bie Bischöfe und bie katholische Kirche gewacht werben, lassen boch erkennen, wie sehr es biesen | Führern barauf ankommt, das Ansehen ber Kirche unb ihrer Vertreter herabzuwürdigen, ganz abgesehen davon, daß die ©rundanschauungen ber Nationalsozialisten weltanschaulich in schärfstem Gegensatz zur katholischen Lehre stehen. Ein Nationalsozialist, ber gewillt ist, Konsequenzen zu ziehen, muß boch schließlich einmal mit ber katho- I tischen Kirche brechen, bie bie Grunbsätze seiner Partei verurteilt; er wirb sich auch äußerlich schneller von ihr I trennen, wenn biefe Kirche von nationalsozialistischen I Führern feit langem als eine „Gefahr für bas Deutsch- I tum" usw. hingestellt worben ist. Die Nationalsozialisten I erreichen also ihr Ziel viel leichter, wenn sie nicht ebenso zum Austritt aus ber Kirche formell aufforbern wie bie Kommunisten. Praktisch ist ihr gehässiger Kampf gegen bie katholische Kirche eine Aufforderung, dieser „inter- I nationalen Macht" die Gefolgschaft zu kündigen.
Natürlich werden die Nationalsozialisten es wieder I eine „gemeine Verleumdung" nennen, wenn man diese Feststellung macht. Das sind wir von diesen Kämpfern für „Deutschlands Erneuerung" gewohnt. Trotzdem sei I noch ein Beleg gebracht. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Mutschmann in Sachsen feiert in Nr. 54 feines Blattes vom 5. März 1931 „Der Freiheitskampf" den
General Cubenborff,
dessen Kamps gegen alles, was katholisch ist, genügend bekannt ist, als ben fommenben re 1 igiofen Re- I formator Deutfchlanbs unb schreibt wörtlich:
"Kein Nationalsozialist wirb sich ihm ba- I b e i i n b e n W e g st e l l e n". Bezeichnenb für bie Ein-
schlimmen Gesichte, finb voll Sonne wie ber Barock, berT dieses Laub so sehr liebt. Ihr Glaube ist ererbt und hat nicht die Glaubensnot der Neugetauften an sich. Ich bringe mit Absicht diese Ausschließung, um die Verschiedenheit der beiden Dichter Weisrnaniel und Schnack zu zeigen.
Wer Friedrich Schnack von feinem großen Buch über die Schmetterlinge her kennt, weiß, daß er es fertig bringt, mit säuberlichster Akribie diese Tierlein, ihren Flug, ihre Kleider zu beobachten, ihren Haushalt zu erlauschen unb bann märchenhaft darüber zu schreiben. Das ist nämlich das Merkwürdige bei diesem Dichter: er ist ein großer und zuweilen gefährlicher Zauberer, dem man allerdings nie böse fein kann. Seine Sprache, die eigentlich Musik ist, wiegt ein. Wenn man feine Bücher lieft, dann ist man eigentlich gar nicht mehr bei sich selber, sondern weit von sich fort in einem wundervollen und einfältigen Märchenland. In keinem seiner Bücher empfindet man Schwulst und Bombast, Romantik und Wehleidigkeit. Das machen andere, die krank sind. Schnack aber hat die lebensprühenden und dann wieder verträumten Augen der Kinder und die Gottesgabe feiner und froher Poesie. Es ist nicht überflüssig, daß das offen unb ernst gesagt werbe. Unser H e i m a t b e g r i f f ist durch zuckersüße unb schwächliche Extrakte so verschüt- t«t, baß Fr. Gunbolf aus bem Kreise um Stefan George schreiben konnte, wir hätten ihn einfachhin verloren.
„Die Orgel bes Himmels" ist mit bem Lessingpreis ausgezeichnet worben. Wenn man zu lesen beginnt, I
Fast alle haben gemerkt, daß unsere Meldung im letzten „Blatt der Jugend", daß man in Fulda den Bau einer neuen Jugendherberge in Angriff nehmen wolle em Aprilscherz war. (Nur einige schimpften: „Dafür haben sie Geld!") Wir werden uns in Fulda wohl noch lange Jahre bescheiden müssen, obwohl die Fuldaer Ju- gend dringend Räume für ihre Veranstaltungen und die fängt bie Orgel an zu spielen. Ein Dorf ist ba mitten in ben fetten Wiesen Frankens voll lieber wohlhabenber Menschen. Im Dorfe wohnt eine alte Frau. Ihre Sohne sind im Krieg geblieben, ihre Tochter wohnt in Würzburg. Ueber ber Straße wohnt ein alter Mann, ber m feinem Hause eine richtige Zoologie untergebracht hat. Der Alltag bieser Menschen ist wie Musik. Alles ist Sonne: bas ganze Dorf, ber Abenb im Dorf, bie Ameisen, bie nach einem Gewitter über bie Straße in langen Kolonnen laufen unb ihre Lasten tragen, ber Igel unb ber Rabe in ber Stube bes Alten, bie Ahnenbiiber an ber Wanb unb vor allem bie Schwalben, bie zwischen ben Häusern fliegen. Sie kommen aus bem Süden unb fliegen im Winter roieber borthin zurück. In ihre Zau- berftabt. Die Bewohner bes Dorfes schauen ihnen nach, TrniirrtAV» SI-. ...n .4.1 c. „ 7
Jugend voran!
2?on der Bezirksjugendleitung bes christ- lidjen Metallarbeiterverbandes erhalten wir folgenden Aufruf. -
5m schweren Ringen steht die christliche Metallarbei- terschaft Deutschlands. Allerorten zeigen sich die furchtbaren Auswirkungen einer großen Wirtschaftskrise, die Volk und Staat bedrohen. Wir Jungen fühlen die Not und Knappheit in unserem Elternhause, im Berufe, bei unseren Arbeitskollegen in ben Betrieben. Wer vermag uns zu helfen? Diese Frage liegt auf aller Munde.
Werfen wir einen kurzen Blick in bie Vergangenheit unb wir werben feftftellen können, baß bie Arbeiterschaft zu wieberholten Malen große Kämpfe austragen mußte und immer bann siegte, wenn sie in starken gewerkschaftlichen Organisationen vereinigt war. Nur durch die Selbsthilfe unb die Stärke ihrer Gewerkschaften vermag sich die christliche Arbeiterschaft ben Weg zu neuem Ausstiege frei zu machen.
Wir Jungen müssen ba an bie vorderste Front! In diesem Kampfe darf weder Mißmut noch Verzagtheit
u.uumen jicy ,N Die Zauberstabt ber Schwalben in ber fernen Wüste Afrika hinein, ganz wie „ber Sebastian im Walb" immer noch in feinem Urwald lebt, obwohl er längst wieder im Frankenland wohnt. Es geschieht nichts Großes in den Büchern Schnacks und doch soviel was wir vorher nie ahnen.
Die Kelteren von euch sollen das Buch lesen. Sie können unb müssen immer roieber barin lesen. Wer oon euch das Frankenland nicht kennt, wirb es lieben lernen unb sich fest vornehmen, ganz halb borthin zu fahren unb bas Land zu durchstreifen und bie Augen roeit aufzutun. Das Zauberreich Friebrich Schnacks werbet ihr wohl schwerlich finden. Die Wirklichkeit itt ficher kein Märchenland. Wer aber von euch das Land
Platz gewinnen, sondern durch stolzes Selbstbewußtsein und nie erlahmendes Selbstvertrauen wollen wir Jungen an die Erfüllung unserer Aufgaben schreiten. Unsere Arbeit wird in Werbetätigkeit, Schulung unr Jugendschutz bestehen.
Sie kommenden Wochen müssen im Zeichen einer er- gol)ten Werbetätigkeit für die Gewinnung von jugendlichen Mitgliedern stehen. In den Versammlungen der Ortsgruppen, in ben Betrieben und in ben Fort- btlbungsfdjulen, in ben konfessionellen Jugendvereinen, kurz, wo immer bie Möglichkeit sich bietet, werben für bie Jugendgruppe unserer Gewerkschaft. Alle, jung unb alt, muffen uns bei der Werbetätigkeit unterstützen.
In Versammlungen, Sprechstunden und Kursen wollen wir die jugendlichen Mitglieder in ihre Stanbesfra- gen sowie in alle ©eroerksschastfragen einführen. Unsere Sch u l u n g s a r b e 11 wird in dem Bestreben gipfeln, aus den jungen Mitgliedern vollwertige Arbeiter unb christliche Gewerkschaftler heranzubilben, die mit Ent- I schiebenheit ihre Stanbesintereffen und ihre Standes- ehre zu wahren wissen.
Durch Ausgestaltung bes Jugenbschutzes wollen wir allen hilfesuchenden Arbeitskollegen beistehen unb ihnen dadurch helfen, ihrer gesetzlichen Rechte teilhaftig zu werden. Je großer die Not und ber Kampf um das Dasein desto umfassender müffen unsere Maßnahmen zum Schutze der jugendlichen Arbeitskraft fein.
Tugend voran! Nur mit eigener Kraft und uner- I chrockenem Mute vermagst du die Schwierigkeiten die- I er Zeit zu überwinden und geeinigt in starken Gewerk- djaftsorganifahonen den Aufgaben Deiner Zeit gerecht I zu werden. Wohlan, Kolleginnen und Kollegen, die Zeit I ist ernst, die Lage unseres Standes erkennend, schreiten wir mit jugendlicher Begeisterung ans Werk, an die Stärkung unseres Christlichen Metallarbeiterverbandes! I Jugend Boran, Brich Dir Bahn!
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