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bei um eigenes und fremdes Kapital handelt. Und das fremde Kapital (die Schulden) beträgt in Fulda mit 21 Millionen Mk. einen großen Teil des Gesamtkapitals. Schuldzinsen sind jedoch bei der Einkommensteuerveranlagung abzugsfähig, so daß wir besser gegenüberstellen das Eigenkapital und das Reineinkommen. Dann sind im Fuldaer Gewerbe im Gesamtdurchschnitt etwa 18 Prozent des Eigenkapitals verdient worden. Diese Berech. nungen geben uns ein ungefähres Bild vom Wirt­schaftsablauf in den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Stadt Fulda. Selbst wenn die angegebenen Umfaß- und Einkommenziffern aus den oben er­wähnten methodischen Gründen wesentliche Abwei­chungen enthielten, so lcjßt sich zum mindesten mit Sicherheit erkennen, daß sich das Fuldaer Ge­werbe mit einem verhältnismäßig geringen Rußen begnügt. Selbstverständlich sind die er­rechneten Durchschnittszahlen auch als solche zu werten, und es ist klar, daß Abweichungen nach beiden Seiten im Cinzelfall überaus häufiger vor­kommen werden.

Wie bereits erwähnt wurde, fließen aus sämt­lichen Fuldaer Gewerbebetrieben rund 5 Millionen Mark Einkommen, die sich auf 1165 Einkommens­bezieher verteilen. Ferner wurden noch veran­lagt 300 000 Mk. Einkommen in Form von Ain- fen und Dividenden sowie 320 000 in Form von Miet- und Pachteinkommen. Dazu kommen noch die Einkommen der freien Berufe, die mit 682 000 Mk. angegeben werden und sich auf 133 Personen verteilen. Schließlich wurden noch 103 Ange- st e l l t e und Beamte veranlagt, deren E i n- kommen 8 000 Mark überschritt. Zu­sammen hatten diese 1 280 000 Mk. Einkommen. Bon dem gesamten veranlagten Einkommen in Höhe von 7 083 000 Mk. entfallen 70 Prozent auf das Gewerbe, 18 Prozent auf die Gehaltsempfän­ger mit über 8000 Mk. Jahreseinkommen und über 9 Prozent auf die freien Berufe. Dr.-r

Rund um einen Aufruf.

Wer den feit 60 Jahren in der Zentrumspartei politisch geeinten deutschen Katholiken offen oder versteckt vorwirft, sie hätten das Antichristen- tum gefördert, sie hätten den Klassenhaß ge­schürt und sie hätten an die Stelle nationaler Ge­wissenhaftigkeit christlicher Prägung einen unchrist- isichen Internationalismus gesetzt, der kränkt die Ehre der deutschen Katholiken. Wer dem Zen­trum, das die politische Vertretung der überwie­genden Mehrheit der deutschen Katholiken ist, nach­sagt, es habe katholische Grundsätze verletzt, als es aus politischem Zwang heraus mit den Sozial­demokraten in einer Koalition zusammenarbeitete, aber gleichzeitig verlangt, daß dieses Zentrum mit den Rechtsradikalen zusammengeht, deren Gedankengänge und Ziele von den Autoritäten der katholischen Kirche, den Bischöfen, ebenso eindeutig verurteilt sind wie die sozialistischen Irrlehren, der treibt ein unehrliches Spiel und spekuliert auf mangelnde Denkfähigkeit. Wer sich, ohne für die katholische Sache etwas geleistet zu haben, anmaßt, den katholischen Glaubensgenossen gute Ratschläge zu erteilen, und zwar Ratschläge, die auf das Gegenteil von dem hinauslaufen, was die bewährten Führer des katholischen Vol­kes empfehlen, der macht sich einer schon an Lächerlichkeit grenzenden Anmaßung schuldig.

*

Diese Kennzeichnungen treffen alle zu auf einen Aufruf mit der Ueberschrift: „An alle deutschen Katholiken!", der von etwa 50 int katholischen öffentlichen Leben Deutschlands restlos unbe­kannten, meist adligen und hochadligen Herren und Damen unterschrieben ist und den preußischen Katholiken sagen will, was sie zu tun haben. Sie sollen das Gegenteil von dem tun, was die Zen­trumspartei, und zwar alle ihre führenden Per­sönlichkeiten in nachdrücklichster Form angeraten haben. Die 50 sind zusammengebracht nicht etwa in Preußen, sondern es sind darunter auch B a y e rn und bemerkenswert viele Sachsen. Mehrere da­von stammen aus Kötzschenbroda.

*

Man stelle sich einmal vor, zu Frontsoldaten, die jahrelang im vordersten Graben am Feind, unter Granat- und Minenwerfer-Feuer, unter Gasbeschluß und ähnlichem gelegen hatten, wäre aus tiefstem Hinterland eine Botschaft gekommen, nur da hinten bei den Heimkriegern in ihren sicheren Wohnstätten wisse man, was ein richtiger Kämpfer für vaterländische Güter zu tun und zu lassen habe. Wer sich nicht vorstellen Bar.t, was da für eine Erwideren t >t w re, möge einen alten Soldaten um Auskunft bit­ten. So mutet es an, wenn Leute, die dem opfer­vollen Geisteskampf bisher fern waren, der nament­lich um die Seele des katholischen Arbeiters willen feit Jahrzehnten ge­führt wird und von dessen Ausgang das Schicksal des christlichen Deutschlands abhängt, den Kämpfern in vorderster Linie, den Männern und Frauen des Zentrums, der politischen Aktion, die aus katholischem Gedankengut geboren ist, i n den Rücken fallen und Verwirrung schaffen möchten. Sie können es freilich nicht. Die ./Frontsoldaten" unserer Bewegung haben das gleiche Gefühl für Ehre, das die Grabenkämpfer des Weltkrieges gehabt haben. Sie wissen wür­dig zum Ausdruck zu bringen, was sie in solchen KM*n empfinden. Ohne viele Worte!

, *

Der fragliche Aufruf erscheint auch in einem hiesigen Blatt, das man wohl nicht ohne zuläng­lichen Grund als Organ gläubig-evangelischer Kreise ansehen darf. 'Wenn zu uns als einem katholischen Blatt eine Gruppe evangelischer Christen käme mit der Bitte, einen Aufruf an die evangelischen Glaubensgenossen zu veröffent­lichen, in dem sie eine von der Mehrheit der Evan­gelischen hochgeschätzte. Einrichtung angriffen, so würden wir ihnen zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. So gäben wir unserer Emp­findung über Leute Ausdruck, die das eigene Nest sagen wir einmal — unzweckmäßig behandeln möchten.

Die Katholiken werden gut tun, sich bei dem Entscheidungskampf zwischen Christentum und Antichristentum auf ihr eigenes gesundes Ur­teil zu verlassen. Sie wissen aanz genau, wo die Grenze ist für eine politische Zusammenarbeit mit den sogenannten Marxisten. Sie haben aber auch genügend Anhaltspunkte für eine richtige Beurtei­lung der ebenso wichtigen Frage, wo die Grenze liegt für eine Zusammenarbeit katholischer Men­schen mit den auf der äußersten Rechten stehenden Weltanschauung. In Theorie und Praxis. Was i B. den Führer der Rechten, den deutschnationa­len Parteivorsitzenden Hugenberg anbetrifft, so ist ihnen gegenwärtig, was z. B. eine katholische ad­lige Same von etlichem Ansehen, die lange in der

Bestem rechtzeitig die Zeitung.

deutschnationalen Partei tätig war, abschließend offen erklärt hat. Frau Baronin von Brockel, langjähriges Mitglied des deutschnationalen Kaiho- likenausschusses schrieb vor einiger Zeit:

Glaubt Geheimrat fiugenberg in Wahrheit jetzt, nach­dem auch der langjährige Vorsitzende des Reichskatholi- ken-Ausschusses. Freiherr von Landsberg und Exzellenz Wallraf feine Fahne verlassen haben, einen neuen Reichskatholiken-Ausschuß aufziehen zu können? Ein­zelne Katholiken mögen ja noch in mißverstandener Treue zu ihm und feiner Partei stehen. Aber das Gros der bisherigen katholischen Wähler der Deutschna- tionalen Volkspartei hat doch eingesehen, daß die Deutschnationale Volkspartei seit der Führung von Ge­heimrat Hugenberg immer mehr von dem einst gege­benen Versprechen, die katholischen Interessen gebührend zu achten und zu wahren, abgewichen ist. Immer deut­licher traten seit der neuen Führung die antikatholi- schen Bestrebungen innerhalb der Partei zutage. Bis dann der Tag kam, der dieser katholikenfeindlichen Ten­denz durch die Konkordatsablehnung und den Zwang, daß sieh auch die katholischen Abgeordneten unter das Fraktionsdiktat zu fügen hätten, die Krone aussetzte. Ein einziger Schrei des Entsetzens ging durch die Rei­hen der Katholiken, gleichviel, wo sie sonst politisch standen, als die deutschnationale Landtagsfraktion auch noch die Stirn hatte, den katholischen Abgeordne­ten, der erklärte, seine katholische Ueberzeugung verböte ihm, diesem Zwange zu folgen, aus ihren Reihen aus- zustoßen. Glaubt die Deutfchnationale Volkspartei und ihr Vorsitzender wirklich, unsere Zeit sei so schnellebig, daß die deutschen Katholiken in einem Jahr vergessen könnten, wie ihre Interessen mit Füßen getreten wor­den sind? Hinzu kommt, daß die Partei als Spitzen­kandidat im Westen, in Koblenz-Trier, Prof. Spahn und in Köln-Aachen den Landtagsabgeordneten Schwecht aufftellte, ausgerechnet die beiden katholischen Partei­vertreter, die sich im Widerspruch zum Reichskatholiken- Ausschuß im Landtag gegen das Konkordat erklärt haben.

Aehnlich lauteten die Austrittserklärungen zahl­reicher anderer Katholiken. Trotz alledem kommen die bekannten „Nationalkatholiken" heute wieder mit einem Aufruf, um die Katholiken mit demagogischen Phrasen für ihre zur Genüge bekannten Ziele ein­zufangen. Die Katholiken werden wissen, was da­von zu halten ist.

Haftpflichtoersicherungszwang für Kraftfahrzeuge.

Im preußischen Staatsrat hatten die Arbeits­gemeinschaft, die Staatsparter und die Sozial­demokraten in einer Anfrage darauf hingewiesen, daß die Haftpflicht des öffentlichen, privaten und Postautoverkehrs dringend einer einheit­lichen Regelung bedürfe. In seiner Antwort teilt der preußische Handelsminister jetzt mit, daß entsprechende Gesetzesvorschläge den Ländern dem­nächst vom Reichsverkehrsminister unterbiet,tet würden.

Wissenschaft und Forschung.

Inlernistenkongreß in Wiesbaden.

Am Montag wurde in Wiesbaden der große Kongreß der deutschen Gesellschaft für innere Medizin eröffnet. Auf der Tagesordnung sieht das Thema: Ner­venregulation, das von Prof. Dr. Goldstein, dem Leiter der Nervenstation am Krankenhaus Moabit (Ber­lin) und von Pro. von Weiszäcker (Heidelberg) behandelt wird.

Wie wird das Wetter?

Während ein flacher Tlefausläufer bis zur deutschen Nordseeküste Regenfälle hervorrief, steht die Witterung des übrigen Deutschlands unter dem Einfluß eines mit­teleuropäischen Hochdruckgebiets. Von Westen her steigt der Luftdruck erneut an, sodaß vorübergehend mit dem Eindringen ozeanischer Luftmassen bis nach Deutschland gerechnet werden kann, die auch bei uns leichte Unbe­ständigkeit der Witterung Hervorrufen werden. Nen­nenswerte Störungen der im ganzen trockenen Witterung sind jedoch kaum wahrscheinlich.

Witterungsaussichten für Dienstag: Wieder Zunahme des Hochdruckeinflusses, vielfach aufheiternd, trocken, tagsüber etwas wärmer.

Temperatur- und Varomekerstand in Fulda.

Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerborn.

Barometerstand

(auf Meeres höhe reduziert)

Thermo- meterftan

11. 4. 6 Uhr abends

12. 4. 8 Uhr morgens

12. 4. 12 Uhr mittags

12. 4. 6 Uhr abends

13. 4. 8 Uhr morgens

13 4.12 Uhr mittags

765,0 mm

762,0 mm

761,0 mm

759,0 mm

755,5 mm

758,0 mm

+ 9,0" C + 6,0° C +17,0" C

+12,0» C + 8,0" C

+ 8,5" C

Höchste Temperatur im Schatten am 11. 4. -f- 9,8° C

Höchste Temperatur in der Sonne am 11 4. 4-15,0' C

Niedrigste Temperatur seit 11. 4. -j- 0,5° C

Höchste Temperatur Im Schatten am 12. 4. +13,0" C

Höchste Temperatur in der Sonne am 12. 4. 4-25,5' C

Niedrigste Temperatur seit 12. 4. 4- 1,5 C

Niederschlag v. 11.4.8U. morg. — 13. 4.8 U. morg. 0,0 mm Relative Feuchtigkeit der Lust am 13.4. mitt. 12 Uhr 72,0%

Geschäftliches.

— Sennerfolge auf Dunlopreifen. Die Eilenriede- Meisterschaft errang Rüttchen auf Dunlop, die ersten und zweiten Sieger der Klassen bis 1000, 500 und 350 ecm fuhren sämtlich Dunlop, ebenso die Gewinner des Prei­ses der Stadt Hannover in den Klassen bis 1000 und 350 ecm, und Bullus, der die schnellste Zeit des Tages erreichte.' Diesen Siegen reihen sich neue Dunlop-Erfolge im Rennen um den „Großen Motorradpreis von Un­garn" an. Wiederum stellte Bullus auf feiner dunlop- bereiften Maschine einen neuen Strecken-Rekord auf und wurde erster in der 500 ecm Klasse, während fein Stall­gefährte Baker den dritten Platz belegte, ebenfalls dun- (opbereift. i

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Geismar belegene, im Grundftückskaiaster von Geismar Kto.-Nr. 342, Band IV, Blatt Nr. 1323, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Zimmermanns Franziskus Sauermilch in Geisa eingetragene Grundstück

Flurk.-Nr. 1375 — 56 ar 53 qm, Hoftette, Garten und Artland am Obertor,

geschätzt auf 6000.— Rm., gegen Brand versichert mit 8100.— Rm.,

am 5. Juni 1931, vormittags 10 Ahr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 1 — versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 29. Juli 1930 in das Hypothekcnbuch eingetragen.

Geisa, den 9. April 1931.

Thüringisches Amtsgericht.

Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kram er.

Verantwortlich für allgemeine und kommunale Po­litik Dr. phil. Johannes Kramer, für Heimat, Ju­gendblatt und religiöse Beilage Dr. oec. publ. 3 o- seph Sauer, für den übrigen Text Dr. rer. pol. Karl 21 u ft ermann, alle in Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendluckerei I. P a r z e l l e r.

Handel und Wirtschaft

Frankfurter Börse,

116,85

6,5

6,70

*4,5

100,5 100,5

141,75

78,1

118,1

58,1

133,7»

94,1

97,0

97,0

100,76 101,6

101,60 101,6

84.76 —

69,76 59,3

189,0 136,0

88,87

118,75

79,5

175,6

83,87

100,0 100,0

100,0 100,0

98,75 »4,5

101,6 101,0

Frankfurter Viehmartt.

ND. Frankfurt a. IN., 13. April. (Gig. Drahtb.) Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollfl. ausgem. höchst. Schlachtwertesj jüngere 45—49, ältere 40—44, sonstige fleischige: jüngere 36—39. Bullen: jüngere vollfl. höchst. Schlachttv. 41 bis 45, sonstige vollfl. ober ausgem. 36—40. Kühe: jüngere vollfl. höchst. Schlacht«. 37—40, sonstige vollfl. obet* ausgem. 32—36, fleischige 27—31, gering genährte 23 bis 26. Färsen: vollfl. ausgem. höchst.. Schlachttv. 45 bis 49, vollfleischige 40—44, fleischige 36—39. Kälber- Beste Mast- unb Saugkälber 63—67, mit«. Mast- und Saugkälber 59—62, geringe Kälber 50—58. Schweine- vollfl. Schweine von 240—300 Psd. 40—43, vollfleischig? Schweine von 200—240 Pfd. 41—44, vollfl. Schwein«, von 160—200 Pfd. 40—43, vollfl. Schweine von 120 bis 160 Pfb. 40—42. Auftrieb: Rinder 1366, Ochse» 346, Bullen, 113, Kühe 507, Färsen 382, Kälber 524, Schafe 39, Schweine 5500. Marktverlauf: Rinder ruhig» Schweine schlecht, geringer Ueberftanb. Kälber und Schafe ruhig unb geräumt.

190,» 136,8»

97,0 »7,0

181,0

157,76

119,0 «0,0

56,0

101^75

84,0

185,0

71,6

Itt,«

1364.

101

66 ,K 84,0

58,44 168,68

80,41 18,44 80,98 46,60 23,00

112,47 118,4» 118,64

12 44

W.*

Geld

4,19 68,38 168,29 20,88 16,40 80,88 46,50 81,96 112,25 113,26 112,32 13,42 58,98

122,5 128,6

150,5 150,0

116,5 115,85

94,5 94,5 116,5 115,25 115,25 115,81

»4,5 94,5 16o,75 160,75 170,75 171,75 273.0

83,0 83,0

StMtspaplere e»o Reicneanleihe Anl. Abi. Schuld do. oh. Auel «p/o Oestr. Goldr. 4V-, Ungarn Goldr

Sold. Pfdhr. u. AnL

8°/ri Pt. Ldptbr. An»t.

GM. Pfbr. R. 19 7»/, Pr Ldptbr. Anst

GM Pfbr. R. 21 8»/o Pr. Ldptbr. Anst

GM.Kom.-Obl.R-20 8°- t-rkl. Hyp--t>.

Gold.-Pfdb. R. XID 8*' n Krkf. Pfdb.-B.

Gold.-Pfdb. E. XV 8"/oL.K.Kass.G.K.Obl 90/0 L. Kr. Kass.

Gold-Pfdb. 26 R. 1 yo/o L. Kr. Kass.

Gold-Pfdbr. 26 R. 2 70/0 L. Kr. Kass.

Gold-Pfdbr. 27 R 4 e>/n Mein. Hyp.-B. Gold-Pfdbr EJCVUJ

Bankaktien

Commerzbank Danatbank Deutsche Bank D. Eft. n. W. Bk Diskonto-Ges. Dresdner Bank frankfurter Bank Krankt. Hyp.-Bank Meininger Hyp.-Bk. Reichsbank Westbank t rankt

Aktien titsch, fransp.- Anstalten

Lass. Strassen bann Hapag Nordd. Lloyn

— Teilweise Belebung am Baumwollgewebemark, Die schon im Februar etngetretene Belebung an, $ roebemartt hat nach dem Bericht des Gesamtverttand-- Deutscher Baumwollwebereien teilweise während de« März weiter angehalten. Der Auftragseingang war kh, verschieden und in der Rohweberet zweifellos besser ak? in der Buntweberei. Die zustanbeaekommenen Abschlüsse finb fast kurzfristig gewesen, so baß Dispositionen in den meisten Fällen nur bis Ende Mai getroffen werden konn­ten. Obwohl die ßagerbeftänbe des Handels stark zusam. mengeschrumpft sind, besteht nur Neigung zu kurzfrjsti- gen Käufen, bei denen weitgehende Preiskonzessionen ver­langt werden. Das Exportgeschäft Hegt ungünstig: bie Auslanbskonkurrenz auf bem deutschen Markt blieb in den letzten Monaten gleich stark.

— Starke Geschäftsbelebung bei Opel. Wie die Per- roaltung der Adam Opel A. G., Rüsselsheim, mitteilt muh die Produktionsmenge an Kleinwagen von Tag zu Tag gesteigert werden, insbesondere auch in» folge energischer Förderung des Exportes. In der letz­ten Woche seien im Durchschnitt 263 Wagen pro Tag bei einer Höchstablieserungsmenge ab Werk von 319 Wa­gen verkauft worden. Zur Zeit seien kn Rüsselsheim mehr als 8000 Beschäftigte tätig, daneben bei etwa 1000 Opek-Automobilgroßhändlern und Händlern ca. 1500 Ar­beiter unb Angestellte. Der Absatz von Opelfahrrädern geschehe durch weitere ca. 8000 Händler.

— Ost-Oberschlesien erhält neue Russen-Aufiräge. Di« Beschäftigungslage im ostoberschlesischen Jnbustrierevier, bie, wie bie Massenentlassungen ber letzten Wochen be­weisen, sich erheblich verschlechtert hatte,. hat durch das Eingehen neuer großer russischer Aufträge wieder eine Besserung erfahren. Bei der Kattowitzer A.-G. und ber Vereinigten Königs- unb Laur ahütte sind, wie der „Voss. Ztg." aus Breslau gedrahtet wird, insgesamt 240 000 To. Stabeisen, Formeiseu, Grob- und Feinbleche bestellt worden, die einen Wert von rund 35 Mill. Mk. barstellen. Daburch ist für bie Walzwerke der bei. ben Konzerne Beschäftigung bis Ende besIahres gesichert. Die F r i e b e n sh ü 11 e erhielt einen Russenauftrag übex runb 16000 To. ___________

Deutschlands Ganse-Einfuhr.

Die Einfuhr von lebenben Gänsen aus dem Ausland betrug (in Millionen Stück): 1927 — 2.07; 1928 => 217; 1929 — 2.55; 1930 = 2.49; bezw. wertmäßig, 12.5 , 12.0, 15.9, 13.0 Millionen RM. Demnach ist bis 1929 die Einfuhr lebenber Gänse sowohl der Stück­zahl wie bem Wert nach gestiegen. Im Jahre 19 30 weist bie Einfuhr ber Stückzahl nach einen geringfügig gen Rückgang auf. Der wertmäßige Rückgang bee Einfuhr ist infolge bes Sinkens ber Preise viel stärker. Von ben insgesamt eingeführten lebenben Gänsen stamm­ten im Jahre 1930: 1,8 Mill. Stück (1929: 1.79) aus Polen, 0.41 (0.53) aus Litauen unb 0.21 (0.16) au» ber Tschechoslowakei. Die Lieferungen aus Italien und Jugoslawien waren viel geringer.

'Außer btefen lebenben Gänsen bezog Deutschland im Jahre 1930 für runb eine halbe Million Mark Gänse- brüste (einschl. -keulen unb -lebern), vornehmlich aus Ungarn, Oesterreich unb der Tschechoslowakei. Die Ein­fuhr geschlachteter Gänse ist nicht festzustellen, da diese statistisch nicht gesondert ausgewiesen, sondern mit dem üb­rigen Federvieh zusammengesaßt ist. An solchem ge­schlachtetem Federvieh (Gänse, Hühner, Enten Tauben) wurden im Jahre 1930 für 34.7 Millionen RM. (1929: 29.7 Mill. RM.) eingesührt. Davon stammten aHeinfut 13.8 Mill. RM. aus Sowjetrußland und für 8.6 Mill. RM. aus Ungarn.

157$

Berliner Montags Börse.

Rußig unb bei uneinheitlicher Kursgestattung eher etwas nachgebend.

wtb. Berlin, 13. April. (Eig. Meld.) Zum Wochen­beginn war bie Tenbenz bei sehr ruhigem Vormittags- verkehr an ber Dvrbörse wieder freundlicher. Doch brachte im Vergleich zur Vorbörse ber offizielle Beginn eine ge­wisse Enttäuschung. Abgesehen von einigen Spezialwer­ten, in benen bei lebhafterem Geschäft Kursgewinne bis ju 2 Proz. aufzuweisen waren, rotes ein großer Teil ber Notierungen Abschwächungen von vereinzelt 1—2 Proz. auf. Die Provinzkundschaft unb bie Spekulation schrit­ten in ben Werten, die in den letzten Tagen stärker fa­vorisiert waren, zu Realisationen. Der Umsatzrückgang bei den vereinigten Stahlwerken im 2. Geschäftsquartal, bie unbefriebigenbe Lage ber Eisen- unb Stahlwaren so­wie bie unregelmäßige Tendenz ber Newporter Sams­tags-Börse waren natürlich bazu angetan, eher etwas zu verstimmen. Lebhaft würbe der Ausgang ber Kommunal­wahlen in Spanien besprochen. Chade-Aktien gingen um 6 Mk. zurück. Jrn Vorbergrunbe bes Interesses stan­den heute Deutsch-Linoleum, die bei + + Notiz unb einem Umsatz von ca. 120 Mille 6% Proz. anzogen. Die Börse sprach von einer Dividende von 5 Proz. und Ab­schreibungen von ca. 12 Mill. Schweizer Franken. Auch Karstabt, in benen schon an ber Samstag-Nachbörse eine größere Bewegung zu verzeichnen war, blieben gefragt. Akkumulatoren, Bergmann, Cisenbahnverkehrsmittel, Felbmühle u. von Montanen Buderus lagen ziemlich fest. Dagegen waren Polyphon, Schubert u. Salzer, Hacketal, Salzdetfurth, Chemische Heyden und Phönix, letztere auf die 4^prozentige Dividende durchweg schwächer. Im Verlaufe ließ das Geschäft noch erheblich nach und bie Kurse bröckelten infolgedessen weiter bis zu 2% Proz. ab. Deutsch-Linoleum verloren von ihrem Anfangs- geroinn 3lA Proz. Am Kassamarkt scheint heute eher etwas Angebot vorzuliegen. Deutsche Anleihen tagen etwas fester, von Ausländern neigten Türken unb Un­garn eher zur Schwäche, wührenb Mexikaner fester ten- bierten. Reichsschuldbuchforderungen veränderten sich nur gering, ber Pfanbbriefmarkt lag sehr ruhig unb nicht wesentlich verändert. Am Devisenmarkt ging Devise Spanien sehr stark zurück. Amsterbam und Mailand wa­ren etwas fester, Buenos etwas leichter. Am Geldmarkt war in anbetracht des bevorstehenden Medios Tagesgelb mit 4% bis 6% Prozent steifer, Monatsgelb 5—7 Proz., Warenwechsel ca. 5 Prozent. Gegen 1 Uhr konnte sich bas Kursniveau leicht heben.

Industrie-

Adt Gebr.

Aller. Ulektr. Ges.

Bad Salzschlirf Cem. Heidelberg Contin. Ges.

Daimler D. Erdöl Berl.

D. Scheideanstalt Dürkoppwerke Eisenw. Kaisers!. Elektr. Lief.

Elektr. Lieht n. Kratt Farbenindustrie Filzfabrik Fulda Frankfurter Gas Frankfurter Hof i'okorny & Witt Goldschmidt Hammersen Holzmann Ph.

Kammg. Kaisern.

Konsv. Braun Labmeyer 4 Go.

Lingel. Schuht Mainkraftw.

Motoren Oberursel N.S.U. (Neckar!*.) Schuhstoff Fulda Siem. 4 Halske Südd. Zucker A.-G V. Fallt Cassel Wayü 4 Frevtag Zeilst. Aschaffenb Zellst. Waldhof

Bergwerks-Aktie i>

Buderus Eisenw Gelsenk. Bergw. Harpener Bergbau Ilse Bergbau Kali Aschersleben Mannesmann Riebeck V. LaurabOtte

11 AprÜßri.f

chen in banger Sorge um die Gestaltung der nnr,Gr^ unb wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands schwebten erwartet in unterrichteten Kreisen, daß die gerab • n roieber aufgenommenen Verhanblungen mit bem y,L|e& um Ablösung kurzfristiger Kredite in langfriftiae ■ überhaupt um Darlehen auf lange Sicht zu anaemefu?'* Bedingungen erfolgreich fortgeführt werden können m bei freilich nicht verschwiegen werden kann, daß die Verstimmung in Frankreich und anderwärts ber deutsch-österreichischen Zollunion zunächst h"1 Stockung hervorgerufen ist, von der man aber glaubt, daß sie zu einer bauernden Störung führt. ™l

Zur gegenwärtigen Vörsenlage.

Die gute Tendenz an ber Börse hält an. Daß bem so ist, obwohl in ben letzten Tagen nicht immer gerabe gün­stige Nachrichten aus ber Wirtschaft bekannt geworben finb, zeigt deutlicher als alles andere, baß doch schon ein sehr ansehnlicher Fonds von Vertrauen aufgespeichert worden ist. Das Jntereffe an ben Anlagemärkten ist sei­tens bes In- wie des Auslanbes überrafchenb groß. Die­ses Interesse ist nicht allein auf ben Quartalswechsel unb auf bie damit regelmäßig verknüpfte Anlage von Zinsen und dergleichen zurückzuführen. Die Käufe an den fest­verzinslichen Märkten sowohl wie aber auch in Dividen­denpapieren lassen Anlagebedürfnis auf längere Sicht erkennen, unb daß bas private Publikum sich mehr unb mehr an diesen Käufen beteiligt, gibt dem ganzen Ge­schäft einen besonderen Charakter. Das Publikum zeigt sich überhaupt jetzt vertrauensvoller als bie berufsmäßige Spekulation, die lange gezögert hat unb sich nun genötigt sieht, zu fteigenben Kursen ihre Leer- unb Baisse-Engage­ments abzubecken. Die Großbanken unb auch bie Banken im ßanbe haben mittlerweile auch aus allen Vorgängen bie Berechtigung schöpfen zu können geglaubt, mit gutem Gewissen dem privaten Publikum die Anlage von freien Geldern nicht nur in gut festverzinslichen, sondern auch in Dividenbenpapieren zu empfehlen/ Tatsächlich liegen ja auch jetzt noch trotz ber zwischenzeitlichen Steigerun­gen, bie zwischen Januar unb heute für gute Papiere, wie beispielsweise Farben mit 50, bei manchen Kalipa­pieren, wie Salzbetfurth, noch mehr ausmachen, bie Kurse wesentlich unter den im Krisenjahr 1930 erreichten Kursen. Es ist erklärlich, daß unter bissen Umstän­den dahin kalkuliert wirb, baß ein allzuweit- gehenbes Risiko selbst in Betrachtung des zwischen­zeitlich gestiegenen Kursniveaus bei guten Papie­ren nicht vorliege. So erklärt es sich, daß auch von großen Unternehmungen, wie auch von Finanz- unb Wirtschafts- Persönlichkeiten, nicht zuletzt natürlich von Großbanken, in ben jüngsten Tagen sehr beträchtliche Käufe in guten Papieren unternommen worben finb. Der ausfallende Kursaufstieg bei Farbenaktien läßt sich dahin erklären, daß gerade diese Papiere sehr stark von ber Spekulation bedrängt worden waren, und das Leerengagement allein in diesem Werte wird noch auf Millionen beziffert. Denn zum größten Teil sind bie Käufe in Farbenaktien in ben letzten Tagen immer noch auf Deckungen zurückzuführen, wenngleich die bevorstehenbe Bilanzsitzung unb bie Ge­rüchte, die sich um das Unternehmen selbst entspannen haben, auch weitere Kreise, nicht zuletzt bas private Publikum zum Kauf bieser Papiere angeregt haben. Auf bie Gerüchte selbst, die sich einerseits mit ber Dividenden­frage, andererseits mit den Möglichkeiten einer Erweite­rung bes Geschäftsbereichs ber I. G. Farben insbefon- bere bas Kunstseidengebiet hinein beziehen, wollen wir in diesem Zusammenhänge nicht eingehen. Tatsächlich ist ja das Wirkungsgebiet ber I. G. Farben schier unbegrenzt unb bas Papier selbst gehört ja mit zu ben seriösesten bes ganzen Marktes. Was allgemein interessiert, ist wohl ber Umftanb, baß bie wissenschaftlichen Versuche innerhalb des I. G. Farbenunternehmens mit ganz groß gesteckten Zielen gerade zur Zeit unternommen werden und daß gegenwärtig ein besonderes Verfahren ber Kohlenverflüs- ■ figung eine starke Rolle in bie,en Untersuchungen spielt. Wie bet bem künstlichen Benzin bürste bie Praktizierung dieser jetzigen Versuche den I. G. Farben-Unternehmun- gen ein sehr weites neues Operationsfeld erschließen. Be­merkenswert ist, daß in den letzten Tagen auch wieder die Erdolaktien gewinnen konnten, die lange Zeit sehr stark gedrückt waren, und zwar zu Unrecht. Auch die Kali­papiere haben wieder^ stark an Interesse gewonnen. Der Kaliabsatz ist, was steilich saisonmäßig bedingt ist, gestie­gen. Dieser Absatz wird in den nächsten Monaten bei Bestellung ber Felber noch weiter steigen unb baburch ist auch die Kaufneigung für bisse Papiere neu erwacht. Ms weitere Sonberbemegung ist bie Kursentwicklung auf bem Markte ber Sprit- unb Bieraktien zu erwähnen. Hier wollen verfchiebene Zusammenschlußgerüchte nicht zur Ruhe kommen. Jnsbesonbere spricht man bavon, daß Schultheiß Patzenhofer nicht nur in Berlin, fonbern auch im ßanbe größere Zusammenschlüsse beabsichtigen. Man rechnet bes weiteren auch bamit, daß bei fortschreitenber Besserung ber Wirtschaftslage ber Absatz an Bier, ber im verflossenen Vierteljahr sehr beträchtlich hinter bem Verbrauch bes entsprechenben Abschnittes bes Vorjahres zurückliegt, weiter zunehme. Ausgehenb von ben Bewe­gungen auf ben Spezialmärkten haben auch anbere Marktgebiete, wie Bauwerte, bann die Maschinen- und Metallaktien, vor allem aber auch die Elektrizitätspapiere, gewinnen können. Auch bei ben Warenhausaktien hat das Geschäft wieder etwas stärker eingesetzt, weil man eine Belebung des Umsatzes erwartet. Die Rentenwerte haben sich einer besonderen Jnteressennahme zu erfreuen, roas wohl gewiß auch mit dem Anlagetermin zusammenhängt. Sehr erfreulich ist der Kursanstieg bei den Stabtanleihen, bie lange sehr vernachlässigt waren. Man kann beobach­ten, baß auch bie .an solchen Anleihen besonders inter­essierten Emissionsbanken sich nun mehr um bie Kurs­pflege kümmern, was im Interesse ber Stärkung bes Kommunalkredits wie überhaupt des Vertrauens zu den Kommunen sehr begrüßt werden kann. Früher waren Kommunalpapiere mit als die besten Anlagepapiere an­gesehen, und es muß auch wieder dahin kommen, wenn die Voraussetzungen für eine geordnete Finanzwirtschaft erfüllt sein werden. Im ganzen zeigt sich aber, daß die politische unb wirtschaftliche Beruhigung, bie vom Reich her ausgeht, einen wohltätigen Einfluß auf bie Länder und Gemeinden bat und damit auch auf die Bewertung ihres Kredits. Und es ist sehr interessant, wahrzuneh- men, wie infolge dieses steigenden Vertrauens auch die Neigung wächst, , die Spargelder in solchen Papieren an­zulegen. Die Jnteressennahme des Auslandes ist eben­falls aus dem Umstand zu' erklären, daß das Reich die Situation gemeistert hat, während man noch vor Wo-

54,1254.180 - 76,0

78,5 77,25

Berliner

10 April

Devisenkurse

Geld

Brief

Newyork

4,19

4,80

Brüssel

68,34

58,46

Holland

168,39

168,73

London

30,39

20,48

Paris

16,40

16,44

Schwei»

80,81

80,97

Spanien

46,.’2

«6,62

Italien

31,96

22,00

Dänemark

112,26

112,29

112,48

Norwegen

118,61

Schweden

112,80

112,57

Prag

12,43

12,45

Wien

68,99

69,11