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Welche Sachen sind unpfändbar?

Bon F. W. K u p k e.

Wenn man das Wort Zwangsvollstreckung hört, darf man nicht immer gleich in Gedanken den Gerichtsvollzieher sehen, wie er zur größten Sorge eines Schuldners vielleicht dessen letztes oder wenigstens notwendigstes Möbel- oder Kleidungs­stück mit dem allbekannten „Kuckuck" behaftet. Zur Beruhigung solch furchtsamer Seelen sei nämlich gesagt, daß ein Schuldner nie kahl gepfändet wer­den darf, sondern ihm die zum Leben unentbehr­lichen Sachen belassen werden müssen. Dieiern hu­manen Gedanken hat das Gesetz dadurch Rechnung getragen, dc?ß es genau diejenigen «achen auf- zählt, die dem Zugriff des Gerichtsvoltziehers nicht unterworfen sind. ,

In erster Linie sind die Kleidungsstücke, Betten, die Wäsche, das Haus- und Küchengerät, insbeson­dere die Heiz- und Kochöfen, soweit diese Gegen­stände für den Bedarf des Schuldners oder zur Er- Haltung eines angemessenen Hausstandes unent­behrlich sind, unpfändbar. Aber auch für den sonsti­gen Lebensunterhalt des Schuldners und feiner Familie ist gesorgt worden, denn die für den Schuldner, seine Familie und sein Gesinde auf vier Wochen erforderlichen Nahrungs-, Feuerungs- und Beleuchtungsmittel oder, soweit solche Vorräte auf zwei Wochen nicht vorhanden sind und ihre Be­schaffung für diesen Zeitraum auf anderem Wege nicht gesichert ist, der zu ihrer Beschaffung erforder­liche Geldbetrag, sind ebenfalls der allmächtigen Hand des Gerichtsvollziehers entzogen.

Für den Landwirt oder den kleinen Bauer ist nun von Wichtigkeit, daß eine Milchkuh oder nach Wahl des Schuldners statt einer solchen zwei Ziegen oder zwei Schafe nebst den zum Unterhalt und zur Streu für dieselben auf vier Wochen erforderlichen Futter- und Streuvorräten der Pfändung nicht unterwor­fen sind. Das gleiche gilt, soweit solche Vorräte auf zwei Wochen nicht vorhanden sind, für den zu deren Beschaffung erforderlichen Geldbetrag, wenn die bezeichneten Tiere für die Ernährung des Schuldners, seiner Familie seines Gesindes unent­behrlich sind. Selbstverständlich darf der Gerichts­vollzieher auch bei Personen, die Landwirtschaft betreiben, das zum Wirtschaftsbetriebe erforderliche Gerät und Vieh nebst dem nötigen Dünger sowie der. landwirtschaftlichen Erzeugnisse, soweit sie zur Fortführung der Wirtschaft bis zu der Zeit erfor­derlich sind, zu welcher gleiche oder ähnliche Er­zeugnisse gewonnen werden, nicht pfänden.

Unpfändbar ist auch bei Künstlern, Handwer­kern, gewerblichen Arbeitern und anderen mit Handarbeit beschäftigten Personen das unentbehr­liche Arbeitszeug-, dasselbe auch bei den Witwen und minderjährigen Erben dieser Personen, wenn das Erwerbsgeschäft für ihre Rechnung durch einen Stellvertreter fortgeführt wird.

Zu den im Gesetz erschöpfend aufgezählten un­pfändbaren Sachen gehören fernerhin die unent­behrlichen Gegenstände zum Betriebe einer Apo­theke, die Schul- und Religionsbücher für den Ge­brauch des Schuldners und seiner Familie sowie in Gebrauch genommene Haushaltungs- und Ge­schäftsbücher, Familienpapiere, Trauringe, Orden und Ehrenzeichen.

Zum Schluß fei noch darauf hingewiesen, daß Gegenstände, die zum gewöhnlichen Hausrat ge­hören und im Haüshalt des Schuldners gebraucht werden, nicht gepfändet werden sollen, wenn ohne weiteres ersichtlich ist, daß durch deren Verwer­tung nur ein Erlös erzielt werden würde, der zu dem Werte in gar keinem Verhältnis steht. Die Entscheidung hierüber liegt im Ermessen des Ge- ichtsvollziehers.

SlenuesErbsen und Hiller-Treue.

Bei den Auseinandersetzungen im Lager der -lazis fehlt nicht der Humor. Vom unfreiwilligen Humor profitieren auch die Dritten, und da ist ?twas Köstliches zu melden über den Zustand des Feldlagers in der Berliner-Hedemannstraße am Tage der Besetzung des „Angriff" durch Stennes.

Im „Angriff" vom 8. April ist zu lesen: „Sten­nes hatte für seine Mannen, etwa 200 an der Zahl, in der SA.-Küche Essen bestellt. Der Erbsensuppe war es gleichgültig, in wessen Mägen sie landete. So übernahm die gegen 10 Uhr einrückende SA. die 200 Portionen. Lag es an den Erbsen, die aus Antipathie gegen Herrn Stennes sich nicht hatten weich kochen lassen wollen, lag es an dem sie kochen­den Küchenbullen, die Erbsen waren fürchterlich. Man hätte Murmeln damit spielen oder sie zum Werfen gebrauchen können. Sie zu essen, erforderte einige Kräfte der Kinnbacken, aber dennoch wur­den sie reftlos verputzt."

Die Schwäche der Nazistürmer für Erbsensuppe ist nicht abnorm und nicht sensationell. Neulich noch war zu berichten von einem Mahl, bei dem das lanzenkundige Volk der Nasozi die Kessel ge­leert und blankaescheuert hatte. Man kann den Appetit auf Erbsen durchaus mit dem Appetit a u s P o l i t i k vereinigen und es dabei verständ­lich finden, daß Stennes bestürzt war, das feinen

So ködert man hie rasch rinnende Zeit...

Die Schau der lausend Uhren.

Von Karl Lütge.

Die „Schau der 1000 Uhren" in Furtwangen im Hochschwarzwald spricht beredt von dem jahrhunderte­alten Bemühen des Menschen, der Zeit Fesseln anzulegen, mittels der Uhr ihren Ablauf zu gliedern, aber auch von dem spielerischen Versuch, das rasche Versickern der Stun­den durch allerlei Kling-klang und Bim-bam, durch Kuckucksruf, Liedlein, hopsende Figuren u. a. möglichst eindrucksvoll zu gestalten. So ist nun einmal der Mensch. Ernst und kindliches Spiel sind bei ihm wunderlich ge­mischt.

Von der Frühzeit der Uhrenherstellung zeigt die „Hi­storische Uhrensammlung zu Furtwangen" wenig, und trotz oder gerade wegen des von ihr beanspruchten Super­lativs „größte Uhrensammlung der Welt" müßte sie da­her zunächst noch als lückenhaft gelten. Ursprünglich war die Sammlung ja auch zu ganz anderem Zweck, und zwar von dem bekannten Ingenieur Robert Gerwig (dem Erbauer der kühnen Schwarzwaldbahn, nach deren Mu­ster dann die Gotthardbahn gebaut wurde!), ins Leben gerufen worden: sie wollte lediglich gute Vorbilder bereit­stellen, um der Geschmacksverflachung bei den Schwarz­wälder Uhren entgegenzuwirken.

Wie sehr die Sammlung nötig gewesen ist, das zeigen die zahllosen Pimpeleien und Geschmackswidrigkeiten, die viele der 10^9 Uhren darstellen. Da gibt es UhL-n, an denen statt des schwingenden Pendels irgendein Getier die Augen schielend hin- und herschiebt: da hängt ein OelgemäDe, Hero und Leander am Aphodritentempel, mit — o Wunder — einer richtiggehenden Uhr im gemal­ten Turm! Eine fanzösische Singoogeluhr zeigt hüpfende und singende Vögel, plätscherndes Wasser, trinkende Vö­gel — das Ganze unter großem Glassturz, auf schwarzem Sockel mit vier ruckartig um einen „Felsen" hopsenden vier Frauen aus Papier.

Aber natürlich beruht der Wert der Sammlung in den ernsthaften Schaustücken und den ältesten Werken: das älteste stammt aus dem Jahre 1640, eine buntbe­malte gravitätische Wanduhr. Das Prunkstück der Samm­

Arbeilszell-verkürzimg durch Gesetz?

Von Reg.-Rat Dr. Münz-Berlin, in. Teil.

Alle diese Schwierigkeiten deuten, abgesehen von der schon dargestellten Notwendigkeit, erst die Auswirkung der Lohn- und Preispolitik abzu­warten, darauf hin, daß der Standpunkt des Reichsarbeitsministers, vorläufig noch kein Ar- beitszeitoerkürzungsgefetz einzubringen, der rich­tige ist. Eine befriedigende Lösung dieser Frage wird daher nur möglich sein, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich zusammenfinden und sich über das Ausmaß der Arbeitszeitverkürzung güt­lich verständigen. Ein Gesetz, das nur ganz wenig positive Bestimmungen enthalten kann, dagegen aber das Vielfache von Ausnahmebestim­mungen enthalten muß. kann nie große praktische Bedeutung erlangen. Wenn auf alle die Bedenken kurz hingewiefen wurde, so sollte das in erster Linie den Zweck haben, zu betonen, daß die frei­willige Vereinbarung kommen muß. Denn bisher ist zur Behebung der Arbeitslosigkeit noch kein besseres Mittel als die Arbeitszeitverkürzung vor­geschlagen worden. Ich bin auch der Ueberzeugung, daß die Arbeitszeitverkürzung für absehbare Zeit das einzig wirksame Mittel bleiben wird. Es liegt nun einmal int Wesen unserer Zeit der Technik und der Rationalisierung, daß das Produktions­volumen immer größer wird, während die Ab­satzmöglichkeiten und der Konsum nicht immer gleichen Schritt halten können.

Nichts beleuchtet besser die gegenwärtige Si­tuation als der Bericht, den der stellvertretende Direktor des Internationalen Arbeitsamtes über feine Studienreise nach Kanada und den Vereinig­ten Staaten veröffentlicht, und das Ergebnis der Untersuchung der Leiterin der landwirtschaftlichen Abteilung des internationalen Arbeitsamtes über die Mechanisierung in der Landwirtschaft. Danach haben sich die Farmer in - Ueberfee durchweg die modernsten Maschinen angeschafft, um ihre Selbst­kosten infolge der Agrarkrise zu senken. Wie un­geheuer arbeitssparend diele Maschinen sind, geht daraus hervor, daß 35—50 Arbeitsstunden zum Ernten und Ausdreschen einer Ernte von 15 Bushel je acre notwendig sind, wenn mit der Sichel und dem Flegel gearbeitet wird. Verwendet man die Senke, so spart man etwa 10 Stunden. Der neue Mähdrescher braucht für die gleiche Arbeitslei­stung nur noch % Stunden. Diese Maschine hat eine durchschnittliche Arbeitsleistung von 40 Mor­gen. Heute leisten auf einem Betriebe Kanadas 18 Mann in der Erntezeit soviel wie früher 90. Auf einer modernen Großfarm leistet einer soviel wie früher vier. Die beste Ernte, die Kanada je ge­sehen hat, war die im Jahre 1928. Damals waren 4 000 Mähdrescher in Betrieb. Deshalb wurden 16 500 Arbeiter weniger benötigt. Die schlechtere Ernte von 1929 wurde mit 7 500 Mähdreschern eingebracht und kein einziger Erntearbeiter wurde mehr benötigt.

Aber das mehr geerntete Getreide kann vom Markt nicht mehr ausgenommen werden. Trotz Maschinen befinden sich die Lande im Westen Ka­nadas überall in den denkbar schlechtesten Verhält­nissen, teilweise herrscht sogar großes Elend. Der Bericht kommt bann zu dem Urteil: „Während die Getreidespeicher in Kanada das Getreide nicht fas­sen können, ist das Elend vielleicht zu keiner Zeit

seit Beginn der Zivilisation größer gewesen als

Diese nüchternen Zahlen geben den deutlichsten Beweis dafür, daß wir unserer technischen Er­rungenschaft nicht froh werden, und daß unsere Wirtschaftsordnung zu einer großen Unordnung geworden ist. Deshalb muß hier die christliche Kri­tik des Kapitalismus fruchtbar werden und ver­suchen, die Dinge zu meistern. Wir müssen wieder mehr daran denken, daß das Christentum eine Bindung der Wirtschaftskräfte in dem Sinne for­dert, daß der Mensch in den Mittelpunkt des Wirt­schaftsleben gestellt wird. Die eigentliche Wirkfam- keit des Christentums fängt beim individuellen Menschen und bei feinem ganz individuellen Schicksal an. Deshalb hat das Wirtschaftsleben die unermeßlichen Werte der menschlichen Persönlich­keit zu respektieren, und deshalb ist — und das beweist auch unsere heutige wirtschaftliche Lage — ein Iangramer Fortschritt, der die Gebote der Menschlichkeit achtet, besser als eine rasende tech­nische Entwicklung, die sich Über die sittlichen

Werte hinwegietzt.

Alle menschlichen Werte aber sind in Gefahr,

wenn es uns nicht gelingt, die ungeheure Welt­arbeitslosigkeit und ihre Folgen zu beseitigen. Darum ist uns als größte Ordnungsaufgabe heute gestellt, das vorhandene und nachwachfende An­gebot an Arbeitskräften richtig zu verteilen und weiter auch die Berufstätigkeit der beiden Ge­schlechter zu verteilen und so einen organischen Aufbau der Gewerbe herbeizuführen. Nur bann kann die Technik zu einer organischen werden, wenn sie den volkswirtschaftlichen Leistungsnot- menbigfeiten und ben sittlichen Forberungen un- tergeorbnet wirb.

Deshalb ist auch von ben Besitzenden zu for­dern, daß sie sich nicht als ununrfd)räntte Inhaber des Privateigentums anfeben, sondern als verant­wortungsvolle Verwalter desselben im Dienste und zum Wohle der Allgemeinheit. Es ist daher nicht einzusehen, warum nicht, wenn die Zahl der Ar­beitslosen nur durch einen beschränkteren Gebrauch der Maschinen erheblich herabgesetzt werden kann, die Beschränkung der Produktion bzw. der Nicht­oder Mindergebrauch der Maschinen vorgeschrie- ben werden kann.

Solche Vorschriften sind auch dem heutigen Ka­pitalismus nicht unbekannt. Es fei nur auf die Kartell- und Syndikatspolitik einzelner Jndu- ftrieen, sowie auf die Schärfe, mit der heute Kon­tingentierungsmethoden gehandhabt werden, hin­gewiefen. Allerdings hat man hier eine Art Plan­wirtschaft nur deshalb getrieben, um höhere pri­vate Gewinne zu erzielen. Warum sollte eine solche Planwirtschaft nicht auch im Hinblick auf eine Mehrheitsbeschäftigung von Menschen betrie­ben werden können?

Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkte die Frage der Arbeitszeitverkürzung, so erscheint sie auch grundsätzlich gerechtfertigt und notwendig. Gewiß müssen wir alle für eine Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft auf das höchstmögliche Maß sor­gen. Aber was nützt schließlich aller wirtschaftliche Wiederaufstieg, wenn wesentliche Interessen der Menschheit dabei zu kurz kommen und der schein­bare Aufstieg auf eine weitere Sicht gesehen in Wahrheit ein Abstieg zur Verelendung ist?

eigenen Leuten zugedachte Mahl rühmlos bei den Hitlerleuten enden zu sehen. Und man verkennt die nationalsozialistische Bewegung durchaus nicht, wenn man findet, daß die Frage der Löhnung und Verpflegung der SA.-Leute eine große Rolle spielt. Der Kampf um den Suppentopf ist so alt wie die Menschen selbst.

Aus aller Welk.

* Die Opfer der politischen Verhetzung. Im Verlauf eines Wortwechsels wurde in der Bis­marckstraße in Chemnitz ein Mitglied der kom­munistischen Antifa (Antifaschistische Jugend) na­mens Radtke von dem Stahlhelmangehörigen Otto erschossen. Das Stahlhelmmitglied soll in Not­wehr gehandelt haben. Nach den bisherigen Er­mittlungen steht die Bluttat im Zusammenhang mit einem Zwischenfall, der sich kurz vorher vor dem Parteibüro der Nationalsozialisten am Thea­ter-Platz ereignete: Hier entstand zwischen Ratio- nalsozialisten und Mitgliedern der Antifa eine Schlägerei, wobei ein Nationalsozialist eine schwere Beinverletzung erlitt. — In den ersten Morgen­stunden des Sonntags (Nachtleben gehört zum be­trieb!) kam es in Witten zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Mitgliedern des

kommunistischen Iugendoerbandes. Zwei Natio­nalsozialisten und ein Kommunist wurden erheb­lich verletzt. Die beiden Nationalsozialisten wurden dem Krankenhaus zugeführt. Bei einem besteht Lebensgefahr. Von den Beteiligten wur­den acht Personen festgenommen.

* Trau, schau wem.... Ein angeblicher Dr. Johannes Franke bemühte sich um die Hand der Tochter einer Leipziger Familie. Der zukünf­tige Schwiegervater war üher diesen drohenden Familienzuwachs nicht besonders erfreut, auch waren ferne Augen nicht durch Liebe getrübt wie die feiner Tochter, und so fielen ihm neben den schiefen Absätzen des zukünftigen Schwiegersohnes auch einige geistige und gesellschaftliche Unzuläng­lichkeiten auf, die sich mit Der Würde eines Doktors schlechterdings nicht vereinbaren ließen. Da gutes Zureden bei der Tochter nicht half, weil sie eben der großen Liebe verfallen war, ging der Papa zur Kriminalpolizei, und siehe da: Herr Dr. Franke ging zu Unrecht auf Freiersfüßen, denn er lebte in Leipzig mit feiner rechtmäßigen Gattin. Er führte aber dieses Leben unter Ausschluß der Öffentlichkeit, die zu scheuen er wohl Ursache hatte, denn allein von den Behörden in Hannover, Frankfurt, Erfurt und Fulda wird er steck­brieflich gesucht; er ist auch kein Doktor, sondern nur ein einfacher Joseph Franke, feines

lung aber ist die Astronomische Globenuhr, ein Pracht­werk mit obeliskartigem Mittelstück und zwei durch das Uhrwerk getriebenen Erd- und Sterngloben. Noch be­wundernswerter ist das Planetarium, ebenfalls etwa 1770 bis 1775 von Philipp Matthäus Hahn angefertigt, das in primitiver Weise und natürlich ohne die mittlerweile entdeckten Planeten den Umlauf der Planeten zeigt und vollkommen zeitengetreu arbeitet.

Die Schwarzwälder Uhren beanspruchen hier oben, im Herzen des Schwarzwaldes, das Hauptinteresse. Hier ist es, wo die 'hrenverfertigung zur höchsten Bedeutung gelangte. Die erste Schwarzwälder Kuckucksuhr wurde 1730 von Michael Dilger aus Neukirch hergestellt. Eine Kopie zeigt man in der „Schau der 1000 Uhren" und neben ihr andere, ausschließlich echte Stücke von 1750 an, sämtlich mit Holzrädern, z. T. mit Steingewichten, Ge­wichten aus Glds usw. aus der Zeit der Hausindustrie. Wie sehr der Geschmack dann verflachte, als nach dem Hausbetrieb der Fabrikationsbetrieb einsetzte, das zeigen die Nachläufer und Nebenläufer dieser Kuckucksuhren, wo statt eines Kuckucks oder einer Wachtel (für Viertelstun­denruf) allerlei törichtes Spielzeug sich bewegt, z. B. zwei Böcke, die mit den Hörnern und dem Klang der Glöckchen aneinanderstoßen, ein Soldat in Pickelhaube, der auf und ab marschiert, ein Seiltänzer,» der übers Seil läuft und sich überschlägt usw.

Die neben der Kuckucksuhr im Schwarzwald besonders hochentwickelten Haus- und Standuhren sind in außer­ordentlich vielen und wertvollen Exemplaren vertreten, oft als astronom. Uhren, Spieluhren, Zitheruhren usw. Von den Spieluhren spielen die meisten sechs Liedchen beim vollen Stundenschlag, eine von ihnen auf der Zither. Die modernen Standuhren zu sehen, war mir in jener großen Uhrenfabrik möglich, die ihren Namen und ihre Vorfahren ebenso vom Ort und Namen Furtwangen ab­leitet wie ein großer deutscher Musikdirigent: dort sah ich Standuhren feinsten Geschmacks, die in die ganze Welt gehen, z. T. in Waggonladungen, und ich hörte von die­sen Uhren den Westminsterglockenschlag, das Glockengetön von Lourdes, das Glockenspiel von Innsbruck usw.

Die „Schau der 1000 Uhren" vervollständigt eine komplette Schwarzwälder Uhrmacherwerkstatt aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, Auch birgt die Schau

einige hundert Gegenstände, die in der Schnitzerschule von Furtwangen hergestellt worden sind und die Be­ziehung zur Uhrenherstellung haben. Die vorbildlich ein­gerichtete und tüchtig geleitete Uhrmacherschule stellt so­dann Erzeugnisse ihrer Schüler aus. Ein Besuch dieser Schule, wo auf sieben Schüler ein Lehrer kommt, ist kaum minder lehrreich als der Besuch der Uhrensamm­lung.

Uebrigens: Auch in Furtwangen schlägt dem wahr­haft Glücklichen — trotz der vielen Uhren seiner welt­bekannten allen Uhrenfabrikation und der einzigartigen Schau — keine Stunde. Und die öffentlichen Uhren nah­men sich durchaus die Freiheit — falsch zu gehen, wie so oft die Uhren in anderen, minder „zeitverbundenen" Städten!

Aus dem Reich der Natur.

Schuh den Fröschen!

Der drohenden Ausrottung der Frösche hat die ba­dische Staatsregierung dadurch entgegengearbeitet, daß sie die Gewinnung und den Verkauf von Froschschenkeln im Freistaat Baden untersagt hat. Damit sind nun­mehr in Baden sämtliche Lurche unter Schutz gestellt, und es ist zu hoffen, daß auch die Regierungen an­derer Länder baldigst dieses begrüßenswerte Beispiel nachahmen und sich zu gleichen Maßnahmen entschließen werden. Kos.

Wie schnell fliegen Wildenten?

Ein Lokomotivführer, der den Schnellzug Basel-Win- terthur-St. Gallen zu führen hatte, beobachtete in ge­rader Linie mit dem Zuge über dem Wasser des Rheins hinter der Station Rümikon im Aaargau einen Schwarm Wildenten, die stromaufwärts flogen, also in gleicher Richtung mit dem Zuge. Dort führt die Bahnlinie hart am Rhein hin und macht auch überall annähernd die gleichen Krümmungen wie dieser. Die Station Rümikon wurde mit 50 Kilometer Stundengeschwindigkeit durch­fahren, diese aber dann innerhalb einer Minute auf 65 Kilometer gesteigert. Die Enten waren in der Querrich­tung etwa 300 Meter von unserem Gewährsmann ent­fernt, aber in etwa 1V4 Minuten hatten sie den Zug

Farbwechsel bewirken.

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unentbehrlich für den Sportler!

Das SportblaN der „Fuldaer Leitung"

Heiteres»

Da, ist billig. „Ihre Frau erzählt, daß sie fern Frühling an die Riviera fahren will, W3 rU* denn nichts dagegen?" — „Ach bewahre — erMlenl"

♦ Selbstmord eines Ehepaares in einem Berlin-. - fei (Eia. Meld.) In einem Hotel am Potsdamer wurden Montag früh der 36 Jahre alte Kaufmann sm®,6 ter Zentner aus Magdeburg, Annastratze 43 „‘i seine 40jährige Frau Maragrete in ihren Betten 'hur* Strychnin vergiftet aufgefundcn. Zentner war bereit tot, während seine Frau noch ichwache Lebenszeichen sich gab und vom Rettungsdienst ins Elisabethenkranken Haus eingeliefert worden. Ihr Zustand ist aber hoff! nungslos.

* Schreckenstat eines Vaters. In dem kleinen Dorf« T e u f e n b ach bei Horgen (Schweiz) erschoß der zz, jährige Büroangestellte Barth offenbar in einem An. fall von Geistesgestörtheit mit einem Revolver seine bei. den vier bezw. sechs Jahre alten Buben und «Del Mädchen aus Zürich im Alter von fünf und acht §ak, ren, die bei ihm ihre Ferien verbrachten. Barth Der. übte bann Selbstmord durch einen Kopfschuß aus einem Militärgewehr.

. * Aus der Landstraße Bremen—Bremerhaven geriet am Sonntag abend bei dem Dorfe Hagen infolge des schlüpfrigen Pflasters ein mit 6 Personen besetzter Kraftwagen ins Schleudern und stürzte um. Der Chans, feur war sofort tot. Der bekannte Asienforscher Dr« Irintler erlitt einen Kiefernbruch, eine Beinver« letzung und innere Verletzungen, die jedoch nicht lebens­gefährlicher Natur sind. Von den übrigen Insassen er. litten drei Damen leichtere Verletzungen. Zur Zeit des Unglücks wurde der Kraftwagen von einer Dame ge­fügt.

* Reuet Landfriedensbrnch-Prozeß in Görlitz. (Eig. Meld.) Vor dem erweiterten Schöffengericht in Görlitz begann Montag vormittag der auf zwei Tage berechnete Landfriedensbruchprozeß, den die bekannten Vorgänge auf der Chaussee Sa­gar—Moskau in der Nähe des Tonwerkes The­resia in der Nacht vom 26. zum 27. Januar äiefes Jahres zugrunde liegen. Es sind 32 Personen, die zum größten Teil der K.P.D. angehören, a n g e k l a g t, in der genannten Nacht nach einer Versammlung der Nationalsozialisten in Sagar nationalsozialistische Autos überfallen und die In. ffsen mißbndelt zu haben. 39 Zeugen find gela­den. Von den Angeklagten befindet sich einer in Untersuchungshaft, 2 Angeklagte sstid jugendlich. Der erste Verhandlungstag ist für die Vernehmung der Angeklagten vorgesehen. /J

Die schlauen Hühner.

Daß Füchse schlau sind, darüber ist man sich einig; aber wenn man von Hühnern spricht, dann heißt es doch immer „das dumme Huhn". Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Das beweist die nachfolgende heitere und wahre Geschichte, die sich unweit Aachen an der hollän- bischen Grenze zutrug. Ein Bach bildet hier die Grenze zwischen preußischem und holländischem Hoheitsgebiet. Nun ist der Mais, das beliebte Hühnerfutter in Deutsch- land sehr teuer (pro Doppelzentner rund 30 Mark). 2n Holland kostet er nur 9 bis 10 Mark. Die Einwohner des besagten Dorfes sind nun des großen Preisunter« schiedes wegen dazu übergegangen, ihre Hühner auf hol­ländischem Boden zu füttern. Sind die Hühner gesät­tigt, dann kehren sie auf deutschen Boden zurück, um hier ihre Eier zu deponieren. Um den Hühnern Die Hin- und Rückreise bequemer zu machen, haben tue Besitzer der Tiere Laufstege über den Grenzbach gelegt Die Zollbeamten waren jebod) hiervon wenig erbaut, und mit aller Energie wurde auf Abstellung dieses „unhalt­baren" Zustandes gedrungen. Die Laufstege mußten entfernt werden. Es stellte sich aber auch heraus, daß diese ganz überflüssig waren. Denn sobald die Hühner morgens den Stall verließen, flogen sie über den tun , schmalen Grenzbach, um drüben ihr billiges Frühstück einzunehmen. Was ging sie das Maismonopol an? Diesem neuzeitlichen Schmuggel steht die Zollbehörde machtlos gegenüber. M. N.

Zeichens Schlosser und am 24. Februaria^W Sondershausen geboren. Er konnte ieitL»903 ' werden, ' 1

* 3m Aller von 127 Jahren gestorben jugoslawischen Gemeinde Prokupsj»' b älteste Frau Jugoslawiens, eine Bäuerin ;J'L d von 127 Jahren gestorben. ' lln '2Ut

* Ein großer Schlag der amerikanNck-n » bllion. Prohibitionsbeamte der ameM $-°- Bndesregierung kamen in New Orleans großen Spirituosenvertrieb auf die Spur h me Eilbooten und Flugzeugen arbeitete. Die fation der Alkoholfchmuggler unterhielt einer Vorstadt von New-Orleans eine Funkstation, durch die sie sich fortlaufend übe^> Bewegungen der Küstenwachlchiffe unterrichtet. 1 mit ihren zahlreichen Agenten verkehrte 15 m sonen wurden verhaftet. Weiteren 10Ö snort„ droht Verhaftung. 4>erl°n‘

überholt und waren im Nu dem doch gewiß scharfey Auge des Lokomotivführers entschwunden. Es liegt naw J daß das Keuchen der Maschine und das Geräusch öe” Wagen die geängstigten Enten zu schnellerem Fluge an­trieb, und doch schätzte der Beamte ihre FluggeschwindW g kett auf gut 100 Kilometer in der Stunde. Ein Sperr* erreicht nach demselben Gewährsmann 80 Kilomett» Stundengeschwindigkeit, während die Krähen weit Z Niger leistungsfähig sind. Sie vermochten schon mit 0 gen von 40 Kilometer Stundengeschwindigkeit nicht nWR auf gleicher Höhe zu bleiben.

wie entsteht der Farbwechsel der Fische?

lieber den Farbwechsel der Fische sind kürzlich astl Zoologischen Institut der Universität Kiel interessante tersuchungen angestellt worden. Man .jatte bisher , genommen, daß der Farbwechsel der Fische arisch lich vom Nervensystem aus geregelt würde, doch V® die erwähnten Untersuchungen ergeben, daß Säfte der Drüsen mit innerer Sekretion eine bedeu Rolle für den Farbwechsel der Fische spielen. - man nämlich Blutserum von Schollen oder P" 1 1 die durch ständiges Halten auf dunklem ^nIc.r0riki<. schwarz gefärbt waren, anderen Plattfischen etnr b die an weißen Untergrund angepaßt und babura), ., heller Farbe waren, so entstand an der <Einfprt6u‘ stelle eine deutliche Dunkelfärbung, ebenso wie u < kehrt Blutserum von „Weißtieren" bei „Schwarz > eine, deutliche Aufhebung erzeugte. Es müssen monale, im Blut kreisende Stosse sein, die den 6 wechsel beeinflussen. Von welchen Blutdrusen . Stoffe bei den Fischen erzeugt werden, weiß wo nicht; bei den Kriechtieren sind es die Rebenm , den Lurchen der Himanhang, die durch ihre sap