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Morgen war der weiße
gen kränzten die Wege ein.
Hieroglyphen und moderne Zeil
Von Dr. Karl
Weitzer Sonnlag
Skizze von Therese Gockeln.
stabenschrift gegenüber von
in drei Wochen
bekommt", ent«
Seemannsheim
aufgehoben", antwortete Dirk.
.Wer Weib und
größer
und
kühner —
wurden
auch Das
andren Bescheid; Witz; aber seine Wege. Das tat aus der Heimat.
was vor! war schon
bevor ich kenborchs
M e u- Volkes
Hinnerk tat dem einen und dem er lachte auch mal über einen guten Gedanken gingen eigene, ungewohnte der kommende Urlaub und der Brief
Einen Raum.
Die Sonne stand leuchtend । strich mit segnender Hand über
Steuerleute, die aus dem Heizraum und vom Deck Drei Wochen sollte der Kahn trocken liegen und die Besatzung auch. Das war für die ruhelosen Seeleute fast zu lange. Und an Land erst ging es manchem durch den Sinn, wie einsam er war auf der großen Welt.
Er stellte ja der Ariadne!
wohl staunen würden! Erster Steuermann auf was!
Und die Gedanken und siegten.
Hinnerk fuhr in die
Heimat.
*
idi bringe Ihnen Glüdf!
Bestellen Sie = sofort =
am Himmelsdom und ■ die erwachende Flur,
„Wenn uns Seebären das nur gut iegnete Hinnerk lächelnd.
„Nun, ich denke, wir beide find im
Preuftisdi-Siidd. Staats-Lotterie
lehnag 1. Klasse: 20, a. 21. April bei einem Staad. Lotterie-Einnehmer oder bei der Preußisch- Süddeutschen Lotteriebank, Berlin W 8, Friedrichstraße 186 Vs Los S RM, V* IO RM */, 20 RM, >/i 40 RM
Constantin Meunier.
seinem 100. Geburtstag am 12. April.
„Aber weshalb kommen Sie nicht ins Haus hinauf . . . Und wie find Sie hergekommen?"
Maurice Wallion zündete lächelnd eine Zigarette an.
„Erstens wollte ich Sie unter vier Augen sprechen, bevor jemand anders von meiner Ankunft wußte. Ich hatte die Absicht, mich in der Nacht an Ihrem Fenster zu erkennen zu geben. Zweitens halte ich die Kajüte für die interessanteste Stelle auf Jägaro. Die Stunde hier war denn auch nicht langweilig, obwohl ich vergeblich auf okkulte Sensationen wartete. Drittens liegt mein Motorboot am Strande hinterm Granittor."
Erik erzählte, was Tobias berichtet hatte.
„Ach, wirklich?" lachte Wallion. „Er mutz wie ein Indianer geschlichen sein, der Alte, denn ich habe nichts gehört. Ich hatte die brennende Taschenlampe auf den Fußboden gelegt, um mich hier drinnen umzusehen. Das ist ein alter Kniff von mir, um zu verhindern, daß der Schein durch die Fenster glänzt. Daraus sehen Sie, wie einfach geheimnisvolle Phänomene sind, wenn sie erklärt werden.
,„Ja", sagte Erik, „aber merkwürdigerweise hatte Tobias erwartet, den Schein nicht in der Kajüte, sondern im Wasser zu sehen."
Wallion, der ihn die ganze Zeit unverwand ansah, zog die Augenbrauen zusammen. „Sie haben die letzte Nacht nicht gut geschlafen", versetzte er. „Was ist geschehen, seit wir uns gestern sahen?"
Es wurde Erik schwer, die Ereignisse der letzten Nacht so ruhig und sachlich zu schildern, wie er es wollte. Sie wühlten seine innere Beunruhigung wieder auf, und er schloß in bitterem, verzweifeltem Ton: „Ich weiß nicht was es ist, aber der bloße Gedanke, daß es in mir einen andern — einen brutalen Willen gibt, ist mir unheimlich. Diese Nacht war ich in vollkommen hoffnungsloser Stimmung, als ich sah, daß ich wieder genachtwandelt war ... In mir wohnen zwei Naturen, und die zweite reißt mich ins Verderben . . ."
„In jedem Menschen wohnen zwei Naturen", sagte Wallion. „Sie können Ihr Geheimnis nicht durch Ge- fühle lösen, sondern müssen dgs Dunkel mit kühler Vernunft durchdringen. Dann werden Sie eine ursprüngliche Ursache finden und nie mehr im Schlaf umgehen."
Der berühmte belgische Bildhauer Constantin i?t ist als kühner Darsteller des arbeitenden -'die allgemeine Kunstgeschichte eingegangen.
als Hinnerk in seinem Dorfe ankam. Hier war er einst als Kind froh und glücklich gewesen! Dort war die Bredeneiche, drei Meter Umfang hatte fie . . . Links in der Ecke lag Diepens Kamp. Acht Kühe zählte er. Das war oiel. Dann sah er das Gotteshaus. Vom Turme wehten die Fahnen. Grüne Guirlanden und Ehrenba-
„Der weiße Schein unter Wasser, den Ihr Vater sah, gehört, wenn ich nicht sehr irre, zu den wichtigsten der bisherigen Aussagen", fuhr der Journalist fort. „Stellen Sie doch bitte die Lampe ab, damit wir feststellen können, ob er auch heute abend sichtbar ist."
Sie standen, jeder an einem Fenster, und blickten auf den Sund hinaus. Er lag fast ganz ruhig da, und nur jenseits blinkte überm Walde ein bleicher Stern. Aber in dem blanken, schwarzen Wasser war nichts zu sehen.
„Ist jener Schein noch von jemand anders als Ihrem Vater gesehen worden?"
„Nein, denn wir hätten sonst bestimmt davon gehört!"
„Ja, wahrscheinlich! Aber es ist sehr sonderbar", murmelte Wallion. „Na ja, der Lindstromsche Junge würde ihn vermutlich gesehen haben, wenn er nicht statt dessen den Meermann selbst erblickt hätte."
„Wie?! Sie glauben an den Meermann?"
Wallion lachte im Dunkeln.
„Das tun Sie auch, wenn Sie's auch nicht zugeben. Mit einem Wort: wir glauben beide, daß irgend etwas vorliegt. Es kann natürlich auch viel Lärm um nichts sein, aber es handelt sich hier um eine Reihe von Phänomen, die zu offenbar sind, um abgeleugnet werden zu können. Zum Beispiel eins: als Ste nach der ersten
einem Arzt gehen, den ich Ihnen nennen werde. Der wird Ihnen das, was ich gesagt habe, bestätigen, und dann werden Sie Ihr Unbehagen ein für allemal los sein."
Erik atmete auf. „Sie glauben, daß nicht ich meinen Vater niedergeschlagen habe?" fragte er. „Ich vermag es ja selbst nicht zu glauben, aber . . .
Wallion stand auf, trat an das dem Meer zugewandte Fenster heran und wandte sich dann um.
„Ich beantworte Ihre Frage mit ja, Herr Reynold. Aber damit erhebt sich sogleich dieselbe Frage in einer andern Gestalt und lautet: wie ist es zugegangen? Und
denlast bewußte Menschen, die hart gegen sich selbst erscheinen, in sich geruhig und mit ihrem Los versöhnt. Die religiöse Einstellung zur Arbeit verleugnet sich nicht in diesen Werken des Constantin Meunier. der auch ein „Ecce homo" geschaffen hat, das gleichsam das „Ecce homo" des arbeitenden Mannes werden könnte.
So unterscheidet sich auch das Werk Meuniers, das in seiner ganz großen menschlichen Gebärde dem Leid des armen, mühseligen Menschen, den die Last der Arbeit fast erdrückt, zugewandt ist, von all jenen Tendenzen. die die Besserung des menschlichen Schicksals in der Entwürdigung und Entwertung der Arbeit sehen. Das gilt in gleicher Weise für jene, die glauben, über das Recht des Menschen auf Arbeit aus brutalem Egoismus einfach hinweggehen zu können; das betrifft aber auch jene, die glauben, mit der Zerstörung des Arbeitswillens und der Arbeitsfreude irgendeine Besserung der Lage erreichen zu können.
Das Werk eines' Künstlers ist hier ein großartiges Menetekel geworden, so eindringlich vielleicht, weil auch das Leben des Schöpfers dieser ausgezeichneten Werke erfüllt war von Arbeit bis ans Ende. Weil dieser Künstler die Armut kannte, die in einer Brüsseler Vorstadt ihm die Jugend vergälte. Weil er auch die Schmerzen des Daseins in bitterster Weise erfuhr, als ihm seine beiden Söhne dahinstarben.
Meunier hat mit seiner Kunst nichts verschönt, nichts verdeckt und nichts beweihräuchert. Auch nicht in 'einem berühmten Denkmal der Arbeit. Ueber einen schalen Naturalismus aber hebt ihn jenes geistige (Element feiner Kunst, das auf feiner ideellen Einstellung zur Arbeit beruht Was da und dort — rein künstlerisch gesehen — könnte an feinem Werk ausgesetzt werden, ist gänzlich bedeutungslos gegenüber jener Geistigkeit und jenem gläubigen Inhalt seiner Kunst, der gerade bezeugt, daß es schließlich doch der Geist ist. der die Kunst baut, die über die Zeiten dauert.
Dr. Willy Oes er.
Schon von der Schule her wissen die meisten von uns. daß die alten Aegypter sich für die wichtigsten ihrer Aufzeichnungen vom Beginn ihrer Jahrtausende alten Geschichte bis tief in die christliche Aera hinein einer Bilderschrift, der Hieroglyphen, bedienten. Es ist ferner bekannt, daß auch die Chinesen sich heute nach ausschließlich einer Bilderschrift bedienen und daß die Japaner sie mit den Anfängen ihrer Kultur von diesen übernommen haben.
Da nach den neuesten Schätzungen die Erde von rund 2000 Millionen Menschen bewohnt wird von denen etwa 430 Millionen die chinesische und etwa 70 Millionen die japanische Sprache sprechen, so bedient sich also auch in der Gegenwart rund ein Viertel der gesamten Menschheit nicht allein einer Bilderschrift überhaupt, sondern der gleichen Bilderschrift zur schriftlichen Uebertragung ihrer Gedanken, ein Anteil, der vom Englischen, Russischen, Deutschen und Französischen nur wenig überschritten wird.
Allerdings ist die Bilderschrift in Japan nur das Verständigungsmittel der klassisch Gebildeten, während die Masse des Volkes daneben eine Buchstabenschrift benutzt. Die große Masse der Handarbeiter kommt eben, um die einfachen Gedankengänge des täglichen Lebens schriftlich auszudrücken, mit einigen hundert Bildzeichen aus; die Sprache der Gebildeten umfaßt einige tausend Zeichen. Der Gelehrte muß einige zehntausend Wortzeichen im Gedächtnis haben. Damit kann er dann aber auch die tiefsinnigsten religions-philosophi- schen Gedankengänge ausdrücken. — Im Vergleich dazu erscheint eine Buchstabenschrift, bei der die Laute der Worte mit Hilfe einer Reihe von etwa 25 Zeichen dar- gestellt werden, sehr viel einfacher.
Aber die Bilderschrift hat doch auch schwerwiegende Vorzüge vor der Buchstabenschrift. Ein Blick in eine japanische Zeitung, in der der Text in zwei Kolumnen, in Bilderschrift für die Gebildeten und in Buchstabenschrift für die weniger Kenntnisreichen, nebeneinander
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Das Leo XIII im gleichen Jahrhundert fo eindrucks- mII den Menschen ins Gewissen redet, daß ihr göttlicher Benis auf Erden die Arbeit ist, das gelingt dem Künst- ier Meunier, in feinem erzenen und steinernem Material symbolhaft auszudrücken. Seine Arbeiter — feien es nun die der Fabrik, des Bergwerks oder der Scholle — Zad keine mißmutigen, unfreudigen Geschöpfe, deren Zinnen und Trachten bürgerlicher Behaglichkeit zuae- 'rhri ist. Es sind sich ihrer Würde, aber auch ihrer Er-
„Das sagen Sie um mich zu beruhigen. Hab' ich n'cht vergebens über die Ursache gegrübelt?"
„Grübeln ist fast immer ein Kreisgang der Gedanken, der nichts hervorbringt. Was sie brauchen, ist eine psychoanalytische Untersuchung die Sie ein für allemal von Ihren somnambulen Störungen befreit. Uebrigens ahnt mir nach allem, was Sie erzählen, sozusagen ein Richtweg zur ersten Ursache. Haben Sie vielleicht als Kind oft lebhaft von dem Mann im Meer und der Kajüte geträumt?"
„Ja", erwiderte Erik sofort. „Darauf kann ich mich noch genau besinnen. Meine Kinderfrau erzählte mir gruselige Geschichten über den Spuk in der Kajüte und wenn ich unartig war, drohte fie oft, der Meermann würde kommen und mich holen. Das flößte mir solche Angst ein, daß ich oft davon träumte."
„Sie träumten," sagte Wallion, „daß Sie aufstehen und aus dem Hause hinaus durch den Wald nach der Kajüte gehen müßten, wo der Meermann wartete, und dann erwachten Sie mit einem Schrei. Dann aber kam eine Zeit, in der dieser Schreckenstraum sich nicht in einem Schrei auslöste, sondern darin, daß sie schlafend aus dem Bett stiegen und den Traum ausführten."
Erik beugte sich begierig lauschend vor.
„Wie können Sie das wissen? Genau so war es", flüsterte er.
„Einmal holten sie mich auf halbem Wege ein, und ich erinnere mich noch heute jenes Erwachens. Ja, ja, so fing es an . . ."
„Später wurde Ihre Angst geteilt", fuhr Wallion fort. „Die erste Ursache war noch vorhanden, aber außerdem fürchteten Sie den somnambulen Zustand an und für sich. Etwas anderes brauchen Sie nicht in den Tiefen Ihrer Seele zu suchen. Die zweite Natur, die Sie wie ein wildes Tier schildern, ist weiter nichts als die primitiven Instinkte, die Kultur und Erziehung verdrängt haben. Aber diese Instinkte werden ihrerseits durchs Unterbewußtsein gezügelt, und Sie tun sich selbst unrecht, wenn Sie die Intelligenz Ihres Unterbewußtseins verkennen."
„Sie meinen, daß ich gesunden kann?"
„Ich meine, daß Sie nicht mehr krank sind, und möchte sogar behaupten, daß Sie gestern nacht zum letztenmal genachtwandelt sind. Gelegenllich müssen Sie mal zu
Reinting.
verständlich, ohne daß er die Sprache zu verstehen braucht, in der die Gedanken, die es enthält, ursprünglich gedacht sind
Um sich das klar zu machen, denke man nur an Die Bilderbücher für die ganz Kleinen, die eben sprechen gelernt haben. Jedes Kind, welches feine Muttersprache auch sei, kann nun ein derartiges Buch in seiner eigenen Sprache „lesen". Dieses Beispiel macht es auch ohne lange Erklärung verständlich weshalb die ältesten Kulturvölker in ihren Kindheitsstadien zunächst eine Bilderschrift erfanden, aus der sich dann im Laufe langer Zeiten bei fortschreitender Kultur die Buchstabenschriften entwickelt haben. In vielen Fällen sind diese dann von anderen, später entwickelten Nachbarn direkt angenommen, sodaß sie sich damit die eigene Arbeit sparten, wie das eingangs ermähnte Beispiel der Japaner lehrt
Von der internationalen Verständlichkeit des Bilderbuches macht die Berlitz-Methode des Sprachunterrichts für die Anfänger Gebrauch, bei der der Lehrer d>e Sprache des Schülers nicht zu kennen braucht. Das gleiche, zweckmäßig zusammengestellte Bilderbuch dient für alle Sprachen.
In der Bilderschrift liegt also für den schriftlichen Verkehr ein internationales Verständigungsmittel vor, wie man es für den mündlichen durch Schaffung einer Weltsprache, des Esperantos, erstrebt- hat. Auch unsere Ziffern, die in Indien erfunden und von den Arabern nach dem Abendlande gebracht sind, ebenso wie die musikalischen Noten, deren heutige Formen sich in der Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Neuzeit in Europa ent- wickelt haben, sind ihrem Wesen nach Bilderschriften, deshalb unabhängig von einer bestimmten Sprache und international verständlich.
Wenn man sich die Unbehilflichkeit der Buchstabenschrift für manche Fälle recht vergegenwärtigen will, fo versuche man einmal, etwa das Exempel 327 mal 546 in Buchstabenschrift auszurechnen. Man wird bann die ungeheure Ueberlegenheit der Bilderschrift für manche Zwecke erkennen
Die Bildzeichen der Zahlen und Noten unterscheiden sich aber von den alten Hieroglyphen dadurch, daß sie
d sein eigen nennt, hats besser; Sammers und Rik- n fahren zu Vater und Mutter. Wohl dem, der noch kme Heimat hat!"
Da war es wieder, das Wort Heimat, als verfolge 63 ihn heute. Sie traten in die Schenke und bestellten mten Grog. Der gab neuen TOut, und spülte die Schwermut des Meeres hinweg. Bei Jim waren fie olle versammelt von der Ariadne, die Matrosen und
...... Und ich bitte Dich, lieber Onkel Hinnerk j meinem Kommuniontage herüberzukommen. Wir r-ürden uns alle sehr darüber freuen. Ich möchte Dich •etn einmal sehen, jetzt kenne ich Dich nur vom Bilde jer. Also bitte, lieber Onkel Hinnerk!
In sroher Erwartung Deine Nichte Anna." hinnerk las den Bries einmal, zweimal und faltete dn bann zusammen „Meinst es ja gut, kleine Sinne, aber hinnerk hat ferne Heimat mehr", sprach er zu sich ■elbft. Dann blickte er gedankenverloren auf bas weite, ruHofe Meer. Hier war feine Heimat! Zwölf Jahre jetten ihn die Wellen getragen über Stürme und Klipsen hinweg, und nach kurzer Rast im heimatlichen Haien ging es wieber seewärts.
hinnerk stand an der Kaimauer und träumte . . . Bitte, lieber Onkel! . . . Einmal, — ein paar Jahre rüber, hatte auch eine aus der Heimat gerufen: „Bitte, ieber Hinnerk, komm." Er war damals in Rio de Janeiro gewesen. Und bei der Landung in Hamburg sand er einen Totenbrief. Die Mutter hatte nicht mehr auf leine Heimkehr warten können. Da war das letzte Band zerrissen, das ihn heimwärts zog.
„hallo, Steuermann", rief Dirk, der Obermatrose, ta plötzlich entgegen, „hast Du in den letzten vier Wochen nicht Wolken und Wellen genug gesehen? Komm
roiebergegeben ist, zeigt, daß die Bilderschrift der Buch- stenographischer Kürze,
demgemäß übersichtlicher und für den, der sie beherrscht, einfacher und einprägsamer ist. Wenn diese Vorzüge nicht sehr bedeutend wären, würden die Japaner schon längst hierauf verzichtet haben.
• Das in allen Ländern vorhandene Streben nach der Kurzschrift, deren Anfänge sich bis ins Altertum zurückverfolgen lassen, bildet den besten Beweis dafür, daß die Buchstabenschrift im Hinblick auf Käme und Einfachheit viel zu wünschen übrig läßt. Selbst die zu hoher Vollendung gelangte Stenographie kann die Zeichen für ganze Worte und Begriffe nicht entbehren und ha.e sich in den Sigeln ihrer eig. Hieroglyphen schaffen müssen.
Die Kürze ist aber noch der geringste Vorteil der Bilderschrift. Ihr Hauptvorzug besteht darin, daß sie unabhängig von den Worten und Laut en einer einzelnen Sprache ist. Ein Buch in Bilderschrift ist für jeden, der die Bedeutung ihrer Zeichen, gleichviel in welcher Sprache, erlernt hat. ohne weiteres
Rikken und Lammers schwenkten die Mützen zum Gruß. Sie wollten südwärts fahren mit dem ersten Zuge. Zur Heimat! Wie sie strahlten von Freude!
Hinnerk blieb zerstreut und faltete den Brief wie- auseinander: „Und ich bitte Dich, lieber Onkel, zu meinem Kommunionfeste herüberzukommen." Das war der weiße Sonntag! Das war für ihn auch einmal gewesen vor langen Jahren. Aber nichts als die Erinnerung war ihm davon geblieben. Lunken Hanne war schuld daran! Lunken Hanne hatte ihm das Wort gebrochen, und da war es aus mit der Heimat, mit Liebe und Glauben. Hanne lag längst unter der Erde, aber er trug weiter daran. — Aber weg, weg damit! Jim, schenk ein! —
Am anderen Tage hatte Hinnerk aber eingesehen, daß sich die Gedanken nicht immer einriegeln lassen. Durch unsichtbare Fugen und Spalten schlüpften sie hinaus und nickten ihm eigensinnig zu:
Eigentlich könntest Du doch —! Ein halber Tag mit der Eisenbahn ist es nur! Wo das Kind seinen weißen Sonntaa feierte! Freuen würden sich alle, das wußte er. W<w Sensen Vatter und Diepen Gottfried
diese Frage beantworten kann, muß ich Dra- zweiter Sitzung beigewohnt haben."
4.
Augenblick blieb es ganz still in dem kleinen
Sonntag! Da muhte er wohl auch in die Kirche
Und dann kamen Stunden, an die H'nnerk später nur mit Rührung zurückdachte. So viel Liebe uhb Freude hatte er nicht erwartet.
„Und ich wußte, daß Du morgen hier warst" sagte Anne bestimmt, „denn der Herr Pfarrer sagt, die Bitte eines Kommunionkindes werde erfüllt.“
Hinnerk lächelte gutmütig darüber; und ging am andern Morgen mit ins Gotteshaus. Die Glocken klangen feierlich, und ein stilles Erwarten hing in den Lüften. Jugend und Reinheit! Deinem Glanze ist dieser Tag geweiht! Und es stieg empor, gewaltig und brausend, das Treuegelöbnis der Großen und Kleinen, der Schwur der ganzen Gemeinde:
Der Sämann spricht:
«icht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt Glückes schöne Gottespflanze auf.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich
Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
L Glückes Erntetag sich selbst bereiten
-aten in die offnen F' rchen , reu’n..
Heinrich von Kleist.
mit in die Hafenfchenke, Jim wird uns einen steifen ®rog brauen. Und hast Du schon gehört? Jlnfere -Ariadne" soll ausgebessert werden, erst beginnt die nächste Fahrt."
„Fest soll mein Taufbund immer stehn!" Hinnerk war überwältigt . . . Das griff ans Herz . . .
So hatte auch einmal in heiliger Begeisterung sein Gelöbnis geklungen: „Nie will ich von ihr weichen . . .“
Da wurde längst Verlorenes wachgerüttett. Und bann Hang von der Kanzel her eine alte, vertraute Stimme. Pfarrer Baumann! Er lebte noch! Man sah ihm aber die Jahre an! Ganz weiß war sein Haar! Aber seine Stimme wuchs über die Jahre hinaus. als er zu seinen Kommunionkindern sprach
Hinnerk war erfchüttert von den einfachen, ewigen Wahrheiten. Er kam von den Grenzen der Erde und war wieder daheim. In der Heimat und in der Kirche.
Die Glocken erklangen, die Orgel erbrauste, alle ‘obten und dankten dem fierrn. Hinnerk blieb in der Heimat, bis ihn die Pflicht zurückrief.
Und nur der greife Seelsorger im stillen Pfarrhaus wußte, daß Hinnerk in diesen Tagen mehr wiedergefunden hatte als nur die heimatliche Scholle.
Der Mann vom Meer.
Von Julius Regis.
übertragen aus dem Schwedischen. ®. Müller-Berlag, München.
H] -------
.. Erik sah den Alten voller Bewunderung an. „Vater whmt immer deinen Mut, Tobias," sagte er, „und das mil Recht! Aber jetzt bleibe hier, während ich hinlaufe “nb nachsehe. Und beunruhige dich nicht, wenn ich einige üdt wegbleibe. Falls wirklich jemand dort ist, bleibe ich "-um ihn zu beobachten."
Während er von feuchtem Dunkel umgeben nach je- n.er verrufenen Stelle hinab eilte, wünschte er fast, daß er e,nen Revolver bei sich hätte.
Angestrengt spähte er nach dem Lichtschein aus, den ooias angeblich gesehen hatte. Aber alles war dunkel. Ur in einer Beziehung hatte Tobias recht gehabt. Die xaiutentür stand offen.
Rinnen war es dunkel, und nichts regte sich.
Erik fchlich über den Sand hinüber und blickte hin- ln‘ Sofort ertönte drinnen eine tiefe Stimme.
„Machen Sie die Tür hinter sich zu. Es gibt viel zu iprechen", jagte die Stimme.
3.
fta[^m Tisch gewahrte Erik im Finstern eine dunkle Ge- j»f>$rif ^horchte und hörte einen Stuhl rücken. Dann del,et Hemde, die vorsichtig die kleinen Fensterschei- . verhängten. Nun herrschte vollkommene Finsternis em engen Raum.
»ei-0 eine elektrische Taschenlampe, ein milch- ; sn °.er Lichtstrahl flammte auf, und die Stimme sprach: tteifek^r®'e .Platz! Die zwei Stühle sind ja glücklicher- re*t ^blieben, wenn der Tisch auch von der Seance wacklig geworden ist."
aus etr wallion — Sie kommen also doch?" rief Erik
5oürnnru $$ b’n einer Stunde hier", erwiderte der Miij-p , ' unb bedeckte die Taschenlampe mit seiner Li», ' 0 Iwß sich der Lichtstrahl verteilte, und spukhafte
auf die Gesichter der beiden Männer fielen.
■ Mg uuyvi..-...- — „-o-,—>—-i— ----a-a v---- tft
™ schicksalsvoll, in diesem Augenblick seiner erneut Säten zu können, da auch die bedeutende Arbeiter- IStitn Leos XIII. ihr Jubiläum feiert. Vieles von ST was der geistvolle und weitsichtige Heilige Vater Sinnt und mit aller Klarheit bargelegt hat, klingt im dieses Künstlers wieder. Das gemeinsame dieser «n-einandersetzungen mit der Arbeit und dem dieser dienenden Arbeiter in den an sich so heterogenen Aeuße- ’ en des Papstes und des Künstlers beruhen auf torf was die Grundeinstellung überhaupt zur Arbeit bedeuten muß: die Erkenntnis ihrer Würde und ihres