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Zahrg. 58

Sonntag, 12. April 1931

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lehnendem Sinne Stellung. So verwahren sich

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Die neuen Führer der Reichshauplstadk.

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Aus den Missionen.

Tod des ältesten Missionsbischofs.

Im hohen Norden Kanadas starb Erzbischof Msgr. Emil Orouorb D. M. I., der Dekan der Missionsbischöfe. Sein Leben brachte er in der Eismission von Athabaska-Mackenzie im hohen Norden Kanadas zu. Zuletzt war er Bischof des Vikariates Grouard, io genannt nach der Haupt- ftadt, die von der Regierung selbst den Namen des Bischofs erhalten hatte. Der Verstorbene er» reichte ein Alter von 92 Jahren. Seine Missions­tätigkeit, über die schon literarische Dokumente vorliegen, gibt ein Bild senes Heroismus, der '<v den Eismissionen des hohen Nordens eine selbst­verständliche Forderung, aber auch ein glorreiche» Zeugnis für den katholischen Apostolatsgeist ist.

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lische Botschafter in Paris, Lord Tyrrell ist ge­stern nach London gereist. Man nimmt an, daß Lord Tyrrell das Foreign Office darüber unter­richten will, welche Vorschläge die französischen Delegierten bei Wiederaufnahme der Flotten­pakt-Verhandlungen über die noch strit. tigen Punkte unterbreiten werden.

fetzen lasten, die unter dem Vorwand des dens um jeden Preis ganz sicher Kriege führt?"

weiterhin diese Hegemonialpolitik von Frankreich betrieben wird.

Briand muß seine Politik umstellen. Er sieht ja heute schon, wie sich selbst, im ehemaligen En­tentelager Mächte von Frankreichs Politik tren­nen, weil sie sie für gefährlich halten, weil sie keine Lust haben, sich von Frankreich ins Schlepptau nehmen zu lassen. Auch Briand ist jederzeit will­kommen zu Aussprachekonferenzen, wenn er den ernstlichen Willen bekundet, daß er als ehrlicher Partner bereit ist, mitzuarbeiten an der Sicherung des europäischen Friedens, an der Verständigung der europäischen Völker.

Es dürfte wirklich gut sein, wenn die deutsch- englische Begegnung Anlaß gäbe zur umfassenden Erörterung der alle europäischen Staaten in glei­chem Maße beschäftigenden Probleme. Wir als Deutsche stellen in den Vordergrund der Vor- und Hauptdiskussion die Frage der Reparatio­nen. Sie sind Schicksalsfragen für uns. Von ihrer Lösung hängt einzig und allein auch unsere politische Orientierung ab. Wir erfüllen untere Verträge pflichtgemäß. Aber was über unsere Leistungskraft hinausgeht, was sogar denen zum Schaden gereicht, die von uns gewaltige Zahlun­gen erhalten, das lehnen wir jetzt ab. Hier suchen wir nach neuen Zahlungsabkommen, weil uns Re­visionen allein nicht genügen. Wir brauchen eine neue Basis, neue Wege, die aus den Krisen her­ausführen, die nicht schon bei ihrer Planierung die nächsten Gefahren am Horizonte austteigen lassen.

Der französische Staatspräsident Doumergue, der in einigen Wochen aus seinem Amt scheiden wird, hielt in Nizza eine aufsehenerregende Rede, in der er sich scharf gegen die deutsch-österreichische Zollunion aussprach und das Recht Frankreichs auf Sicherung seiner Grenzen betonte.

(Nach einer franz. Karikatur.)

wtb. Paris, 11. April. (Eig. Meld.) Verschie­dene französische Blätter nehmen zur Rede des Präsidenten Doumergue in Nizza in a b-

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild' undBuchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

spräche müßte man sich nach einem bestimmten Programm richten, besonders jene Probleme er« örtern, die zur Zeit die östentliche Diskussions­basis beherrschen. Nein. Europa hat so große Sorgen, wirtschaftlicher und selbst politischer Na- tuir,' daß diese nicht in Spezialfragen, für ein­zelne Länder aufzuteilen sind. Heute ringt ganz Europa um seine Schicksalsgestaltung. Der ganze europäische Wirtschaftskörper ist erschüttert. Äufbauen heißt es und darum zusammenhalten und sich verständigen.

Um eine solche Verständigung herbeizuführen, brauchen mir Aussprachen der verantwortlichen Staatsmänner unter sich. Sie müssen sich aus­sprechen über die so bedeutenden Fragen der A b- r ü st u n g, ohne die eine wirtschaftliche Gesun­dung ebenfalls nicht erreicht werden kann. Sie müssen vom rein wirtschaftlichen Standpunkte aus ganz besonders das Reparations Problem im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit erörtern. Das sind absolut nickt mehr politische Fragen. Es sind weitaus mehr wirtschaftliche Existenzfragen für jedes ein­zelne europäische Land.

Weil wir es wünschen, daß diese Probleme losgelöst werden aus dem Zwangsrahmen der Politik, darum begrüßen wir das neuerliche Der- ständigungsbemühen der englischen Regierung. Un­sere Delegation wird nicht zu großer Konferenz abreisen. Denn bei solchen Aussprachen ist «in großes Gremium nur schädlich.

Diese Verständigung, die wir mit England wol­len, sie suchen wir auch mit Frankreich zu errei­chen. Es ist wirklich nicht unsere Schuld, wenn sich heute Briand verärgert und verstimmt zeigt. Wir lassen uns auch von Briand niemals ein po­litisches oder wirtschaftliches Ziel und ebensowenig einen Kurs vorschreiben. Im Gegenteil. Wir werden dem französischen Außenminister, der so­fort mit Friedensreden zur Stelle ist, wenn es sich um fein persönliches Prestige handelt, der aber wenig Friedenstaten schafft, zeigen, daß nur auf dem Wege, den unsere Reichsregierung geht, em dauernder Friede und eine wirtschaftliche Gesun­dung zu erreichen sind. Sicher kämpfen wir ba* bei um unsere nationalen Interessen in erster Ll- nie. Aber wir bleiben, nicht in den Lanbesgren- zen stocken. Wir reichen die Hände hinüber zur gemeinsamen Aufbauarbeit. Aber dabei wollen wir frei fein, g le ichberechtigt. Und dar­um lehnen wir die französischen Thesen auch eines - Briand ab, werden uns niemals zu seinen pan- europäischen Gedanken bekennen können, wenn

,Ere Novelle" undVolants" nach grundsätzlicher daß

keit zu werden. Sollen wir diese Politik fort« Frie-

kommunistische AgikallonslAigkeil

Notwendige Aeberlegungen.

Was die Woche brachte.

Die deutsch-englische Begegnung in Chequers. Gemeinsame Sorgen Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Reparationen.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.

uld aerZ ertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatk. ____

£je kommunistische Agitation wird in weiten Lyfert unseres Volkes allzuwenig beachtet. Jede kmmunistische Zeitung ist täglich voll von leiben« L Gastlich geschriebenen Aufrufen und Artikeln, voll iM Verhetzung und feindlicher Einstellung gegen k L bürgerlichen Staat, die Religion und die christ- icken Kirchen, voll Haß gegen alles, was nicht En Kommunismus dient. Dabei ist nicht zu ver- Wen, daß die kommunistische Propaganda zur Lit gewisse Erfolge aufzuweifen hat.

WMDie Ergebnisse der Betriebsrätewahlen in den WLwa Industriegebieten Deutschlands wie in Ein- Ärieben zeigen, wie die Not der Zeit für den Mninunismus arbeitet. Nicht nur die sozialdemo­kratischen, sondern selbst auch die christlichen Ee- merkschaften haben mancherorts Verluste aufzu- «eiien, die nicht allein nur durch den Rückgang j, der Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte zu »rfläien sind.

xiese Betriebsrätewahlen haben aber auch ge- «fat über wie wenig eigentliche Arbeiterstimmen hie nationalsozialistische Bewegung verfügt. Die letztere war so gut wie nirgends imstande, der kommunistischen Bewegung Abbruch zu tun; da- EN haben da und dort die freien und auch die chnstlichen Gewerkschaften durch sie kleine Ein­bußen erlitten. Im großen ganzen aber haben sich besonders die christlichen Gewerkschaften und kon­fessionellen Arbeitervereine, das darf mit beson­derer Genugtuung festgestellt werden, gegenüber dem radikalen Ansturm noch gut gehalten. Ohne ' daß die Nationalsozialisten wesentliche Erfolge zei­tigen konnten, haben die für sie aus dem bürger­lichen Arbeiterlager kommenden Stimmen ausge­reicht, um da und dort den christlichen und sozial­demokratischen Gewerkschaften ein Mandat abzujagen und die linksradikale Front zu stärken. So wirkte mich hier die Hitlerpartei sich als Partei der Zer­setzung und der Schädigung der fachlich eingestellten Arbeiter- und Angestelltenvertretung aus.

Als Ganzes gesehen muß festgestellt werden, daß die nationalsozialistische Partei nicht nur kein Hemmnis für das Fortschreiten der gefährlichen ommunistischen Agitation darstellt, sondern sie eher fördert. Bürgerliche Kreise, besonders manche Arbeitgeber, dürfen ihre Hoffnungen in dem Sinne begraben, als wenn durch die nationalsozia­listische Agitation die Stoßkraft der kommunisti­schen Bewegung aufgefangen oder aufgehalten »erden könnte. Das Gegenteil ist richtig; die ex- ttemen Richtungen fördern sich wenn auch un­gewollt gegenseitig. Für die Arbeiterbewegung Deutschlands lauert dieselbe Gefahr im Hinter­grund, der wir in politischer Beziehung nach den Septemberwahlen letzten Jahres gegenüberstanden, daß nämlich diejenigen Faktoren zuletzt so stark

geschwächt, auf die es in der praktischen Arbeit, in den Betriebsvertretungen, bei Lohnbewegungen und ähnlichen Anlässen mehr, ankommt.

Während Hugenberg den wildesten Kampf ge­gen die rein bürgerliche und tatkräftige Reichs­regierung führt und täglich den Marxismus der Sozialdemokratie als den alleinigen Sündenbock für die heutige Notzeit in den Abgrund werfen will, schickt sich der Kommunismus an, Deutschland für seine Ziele zu erobern, Sowjetrußland ein Sowjetdeutschland an die Seite zu setzen. Hugen­berg spaltet in einer Zeit das Bürgertum, in dem das letztere alle Veranlassung hätte, mit dem ver­nünftig und verantwortlich denkenden und han­delnden Teil der Arbeiterschaft auch der sozial­demokratischen sachlich zusammenzuarbeiten.

Wir waren noch nie Freunde der Sozialdemo­kratie; trotz notwendiger politischer Zusammenar­beit besteht der Trennungsstrich gegenüber der so­zialdemokratischen Geistesrichtung und Weltan­schauung weiter. Trotzdem müssen wir anerken­nen, daß die Sozialdemokratie mehr politisches Verantwortungsgefühl gegenüber Staat und Volk aufgebracht hat, wie Herr Hugenberg und Hitler zusämmengenommen, einschließlich des deutschna­tionalen Katholikenausschusses, der zur Zeit wie­der gegen Brüning und die Reichsregierung sowie gegen die Zentrumspartei Sturm läuft und gar nicht merkt, daß es zur Zeit und in der Zukunft um die Existenz des bürgerlichen Staates überhaupt geht. Es kann sogar noch einmal eine Zeit kom­men, in der gewisse Kreise in Deutschland selbst noch am Bestehen der sozialdemokratischen Bewe­gung, wenn und solange diese den Mut zur lieber- nähme unangenehmer Verantwortung hat, froh sein dürsten. Die Hugenbergmannen werden den bürgerlichen Staat gegenüber der kommunistischen Massenpropaganda nicht retten. Aber Herr Hit­ler! Ach du lieber Gott! Der hat mit der Dämp­fung und Niederringung der Revolution im eige­nen Lager jetzt und auch in der Zukunft genug zu tun. Herr Hitler hat durch feine Bewegung den politischen Radikalismus rechts und links großge­zogen; er hat dem Kommunismus selbst ehemalige Reichswehroffiziere" geliefert und er wird mit seiner Anhängerschaft dem Linksradikalismus auf die Dauer nicht standhalten.

Aus dem Dargelegten ergibt sich, daß die Stärkung b er 3 entr um5p a rt e i und der christlich-nationalen Arbeiterbe we- g un g zur Staatsaufgabe in der heu - tigen Z eit geworden ist. Wiederaufbau der Wirtschaft und Kampf gegen den wild um sich schlagenden Kommunismus und Rechtsradikalis­mus sind notwendige Zeitaufgaben. Darnach gilt es zu handeln!

Die Lage in Portugal.

Paris Nouoelles" lassen sich aus Lissabon melden, daß trotz der optimistischen Erklärungen der Regierung die Sage in Portugal mehr als ernst fei. Die Garnisonen Punta-Belgada und Angra do Hervismo auf den Azoren hätten sich der Auf - standsbewegung von Madeira ange» schlofsen. Die Regierung berate in Permanenz in der Kaserne des 3. Artillerieregiments und habe die Verkündung des Kriegsrechtes in Lissabon ins Auge gefaßt. Zahlreiche Personen, darunter die ehemaligen Minister Gamacho und Limoe, seien verhaftet worden. Die Post- und Telegraphen­ämter wurden militärisch besetzt.

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wtb. Lissabon, 11. April. (Eig. Meld.) Zwischen den Aufständischen der Insel Madeira und dem früheren portugiesischen Ministerpräsiden­ten Berardina Machado sind Funksprüche ausgetauscht worden. Auch sollen zahlreiche in der Verbannung lebende portugiesische Politiker ständig in Fühlung mit den Aufständischen von Madeira stehen.

Scharfe Maßnahmen.

wtb. Paris, 11. April. (Eig. Meld.) Havas meldet aus Lissabon: Der Kabinettsiat hat ver­fügt, daß auf den Inseln San Miguel und Ter- ceira im Azoren-Archipel die verfassungs­mäßigen Garantien aufgehoben wer­den. Ferner wurde ein Dekret genehmigt, das dis kürzlich getroffenen Bestimmungen über die Ab­setzung sämtlicher Militärpersonen und Civilbeam- teh, die eine revolutionäre Bewegung gegen die Rcs^ ung unterstützen oder andere Personen zur Unrühestiftung aufförderten, auf das gesamte por­tugiesische Territorium erweitert. General Sousa Dias, Oberst Freirea und verschiedene andere Per­sönlichkeiten sollen schon jetzt entsprechend ge­maßregelt werden. Der Kabinettsrat hat weiter beschlossen, die Garnisonen von Funchal, von Ponta Deldad und von Andra Hereoismo aufzulösen. _____

Französische Vahn-Znkeressen in polen.

Gründung einer Oberschlesien-Daliik-Eisenbahn-

Gesellschast.

wtb. Warschau, 11. April. (Eig. Meld.) Wie aus Paris gemeldet wird, fand gestern die konstituierende Sitzung der Oberschlesien-Baltik-Eisen- bahngesellschaft statt. Zum Präsidenten wurde der frühere französische Gesandte in Bern, Charles Lau­rent, gewählt. Im Verwaltungsrat sitzen vier pol­nische Vertreter, darunter der Direktor der Landeswirt- schaftsbank, General Goretzki, während die französische Gruppe 3 Vertreter entsendet. Das Gesellschaftskapital beträgt 150 Millionen Franc, die.von der polnischen San« deswirtschafts-Bank und dem französischen Konzern, be­stehend aus der Banque des Pays du Nord, Schneider- Creuzot, Lazard-Freres, der Suez-Kanalgesellschaft So- ciete Generale, Banque Neufville und andere subskribiert worden.

Das französische Konsortium hat für den Bahnbau einer Milliarde Frank-Anleihe zugestimmt.

FrankreichsFriedensliebe".

Die französischen JtaHonaliffen sind am Werke.

wtb. Paris, 11. April. (Eig. Meld.) Die republi­kanische Föderation, deren Vorsitzende der Abge­ordnete Louis Marin, eine nationale Rechts­gruppe, läßt in Paris einen Aufruf anfchlagen, der nach scharfen Angriffen auf die persönliche Politik des Außenminl- sters Briand zu einer erstenProtestver- fammlung gegen den Anschluß" am Montag, den 13. 4. im Wagram-Saal einlädt. Die Phrasen, mit denen der Ausruf operiert, lauten u. a.:Deutschland ist stärker denn j e."Der Anschluß, d. h. die Vereinigung Oester­reichs mit Deutschland, ist im Begriff, Wirklich­

Zwei politische Ereignisse blieben der Welt­öffentlichkeit bis zum Tage der offiziellen Bekannt­gabe geheim. Das waren Ueberraschungen. Ein­mal ist der deutsch-österreichische Vorvertrag über kihe Zollunion zu nnenen, zum zweiten die eng­lische Einladung nach Chequers.

Beide Tatsachen sind in das Problem der Neu­orientierung Europas einzugruppieren. Die euro­päische Politik ist beinahe hundertprozentig er« Harrt. Die wirtschaftlichen Krisen, die überall herrschende Arbeitslosigkeit vermögen noch immer llicht die machtpolitischen Quertreibereien, die dip­lomatischen Intriguen, das Ränkespiel, den Re­vanche- oder Haßgeist zu bannen.

Das Bedeutungsvollste an der deutsch-englischen Aegegnung in Chequers ist, daß endlich wieder Gelegenheit gegeben wird zu einer persönlichen smö freundschaftlichen Aussprache zwischen den deutschen und englischen Staatsmännern, in der °"e Fragen, welche beide Länder interessiern, behandelt werden sollen. Die Einladung, der Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenmini- ller Dr Curtius gerne Folge leisten, trägt rein persönlichen Charakter.

u.- r*n Rechen mir immer ein besonderes Ge- tfytf englifcher Staatsmänner, daß sie es per« l-anben haben, besonders in aufgeregten Zeiten, wütigste diplomatische Besprechungen in eine öwanaslofe gesellschaftliche Form zu dringen. Der englische Staatsmann sagt sich mit Recht, daß Der- nalldioung und Annäherung viel leichter zu er« Aschen sind, wenn sich verantwortliche politische üuhrer auch wirklich aussprechen, nicht gebunden durch äußeren Zwang, wie ihn die großen Konse- 'knzen am grünen Tisch mit sich bringen.

Und es sind der Fragen viele zu besprechen, ^ian mag vielleicht die Terminnerschiebung bis den Genfer Konferenzen hier etwas störend ^llpfinden, weil man sich f-aat, daß doch auf der ^ung jjes Enropa-KomitEs wie des Völker- ^undsrats so manches besprochen und beschlossen Werden wird, was vielleicht eine bessere Vorbe- und damit Klärung gefunden haben wenn sich die deutschen und englischen "aatsmänner zuvor in Chequers hätten ausspre- tzi ^ können Das beziehen wir vor allem auf c ,.vrage der deutsch-österreichischen Zollunion, te;» ker Umständen kann es aber auch ganz gut Gül' ° über diese wirtschaftliche Frage erst nach r p ^'prochen wird. Umsoweniger wird Frank- lis^'ch seinen Widerstand gegen die deutsch-eng-

~ Begegnung irgendwie begründen können m°n ®äre auch ganz falsch, wenn man anneh- wurde, bei einer solchen zwanglosen Aus­

Billigung der Rede Doumergues dagegen, die nationalistische Presse unter Benutzung Steuerungen Doumergues gegen die Politik ands Sturm laufen.

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wtb. Paris, 11. April. (Eig. Meld.) Der