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12. April

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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Ser Wandel der AulorM in der Gegenwart

der echten Autorität und ihre übernatürliche Be- aründunq. Berufene Fachleute setzen sich mit der Lage der Autorität in Kirche und Staat ausein­ander. Führer und Führerinnen aller Schularten behandeln die tatsächliche Stellung der Schüler zur Autorität und zeigen der Lehrerschaft praktische Wege zur Begründung einer neuen Autoritäts­form. Auch das Familienleben und die Jugend­bewegung werden unter diesem Gesichtspunkt be­leuchtet. Es ist ein Buch, das in völlig einzig­artiger Weise eine der zentralsten Fragen der Ge­genwartspädagogik zeitgemäß klärt.

Cs gibt kaum einen Fragenkreis in dem kul­turellen Leben der Gegenwart, der den Wandel der Zeit so tief greifend beleuchtet wie eine Aus­einandersetzung mit der Eigenart des heutigen Au- tvritätslebens. Der Begriff Autorität ist für viele leer geworden. Galt noch vor dem Kriege die Freiheit als das, worum man rang, im Gegensatz zu der gesichert erscheinenden Autorität, so ist beute Freiheit auf allen Gebieten das selbstver­ständlich Gesetzte, die Autorität dagegen ist. pro­blematisch geworden. So steh: es im Verhältnis des Volkes zum Staat, der Gläubigen zur Kirche, der Kinder zu den Eltern, der Schüler zur Schule, und Mar in allen Schulgattungen. Erziehung aber steht unb fällt mit der Autori- tat. Daher ist für den verantwortungsbewußten Erzieher der Gegenwart in Staat, Kirche, Fami­lie und Schule die Klärung des Verhält­nisses von Autorität und Freiheit «ne brennende Frage geworden.

Don fundamentaler Bedeutung ist dabei zu­nächst eine philosophisch - weltanschauliche Begrün­dung der Autorität überhaupt. Widerspricht es

zu allertiefst der Würde des Menschen, ist fr. nicht gar unsittlich, daß man seine eigene Frei- bkit aufgibt, um sich der Macht eines anderen vor­behaltlos unterzuordnen? Was gibt den Vertre- tern der Kirche das Recht, Anerkennung und Un­terwerfung zu fordern: wie kann ein Staat Trä-

Gleichnis vom Sämann spricht er von ihnen:Die Körner, die auf steinigen Grund fallen, das sind diejenigen, die das Wort mit Freuden aufnehmen, wenn sie es hören, aber fbe haben keine Wurzeln, sie glauben eine Zeitlang und zur Zeit der Ver­suchung fallen sie ab." In Thomas sehen wir einen solchen wurzellosen Menschen. Die Versuchung wirft ihn so nieder, daß er selbst dem Wort seiner Brüder nicht glaubt, die ihm die Auf­erstehung des Meisters verkünden.

Ob der Heiland in der Schar der Thomas- naturen auch uns mitgesehen hat? Schau ein­mal nach in dir. Heute gehen die Kinder zur er­sten hl. Kommunion. Auch wir gingen einmal so zum Tisch des Herrn. Manche Sorge ist inzwi­schen an uns herangetreten. Ist aus der kindlich­zarten Vereinigung ein st a r k e r B u n d des Er­wachsenen mit dem Heiland geworden? Ein Bund, der Gottes- und Nächstenliebe in den A l l- t a g hineinträgt, ein Bund, der vom Tabernakel durch dich zu den Menschen deiner Umgebung hin. drängt? Oder gehörst du zu denen, die gleich über den Haufen fallen, wenn eine Versuchung kommt?

Ich will dir mit dieser Frage nicht zu nahe treten, denn ich muß selbst reuig an meine eigene Brust schlagen. Da ist es vielleicht das Beispiel von Mitchristen, das dich stutzig gemacht hat, Menschen, die trotz ihrer Frömmigkeit ihre Fehler haben, Menschen, über die der Heiland traurig sein muß wie über dich und mich. Du nahmst A e r g e r« nis, statt in Liebe für sie zu beten. Vielleicht war es auch eine Krankheit, die dir zum Aergernis wurde. Sie brachte dich und die Deinen in Not. Oder du verlorst einen lieben Menschen und konn­test es nicht fassen. Oder du wurdest an dem Le­ben selbst irr, weil es seine Freuden und Leiden so ungleich verteilt: der eine schwelgt und der an­der darbt und hungert. Und selbst unter Christen findest du bas.

Deine Einwände kann ich nur zu gut verstehen. Aber nimm einmal ein Bild des bornengefrönten Heilandes vor. Schau es dir recht genau an. Ver­senke dich recht lange in seinen Blick. Nimm diese Traurigkeit in dich auf, die aus seinen Au­gen spricht: Da fühlst du die namenlose Not des Heilands um der Sündhaftigkeit seiner Jünger willen. Ja, seine Jünger und Apostel sind es, die in der Stunde der Versuchung von ihm flie­hen dieselben, die wie Petrus einst große Worte gesprochen haben. Spürst du nicht, wie der Hei­land gerade zu dir, der du Not gelitten hast, spricht: sei nicht ungläubig, sondern gläubig und hilf mir das Reich aufbauen, das die Menschen so nötig für ihren Frieden brauchen? Gerade dies ist die Stunde deiner Berufung. Thomas glaubte jetzt dem Heiland, fiel nieder und betete ihn an.

Und was willst du tun? Willst du die Trau­rigkeit des Heilandes vermehren oder willst bu fein Leid tragen helfen?

ger der Autorität fein; mit welcher Befugnis be­fehlen Eltern ihren Kindern, Lehrer ihren Schü­lern? Es gilt sich heute zu besinnen auf bas We­sen aller Autorität und auf den Ouellgrund, aus dem sie fließt. Kein Geschöpf dieser Erde ist im­stande, aus eigenem Sein und Wert die Autorität zu begründen, die es ausübt. Auch der Gesamt­wille einer Gemeinschaft ist nicht imstande, ihrem Führer echte Autorität zu übertragen. Eine Un­terordnung, wie ft die wahre Autorität fordert, ist nur Gott, dem Inbegriff aller Werte, der All­güte und Allmacht gegenüber sittlich zu verant­worten. Und wo auf Erden Autorität auftritt, kann sie nur der Stellvertretung Gottes entsprin­gen. Die Anerkennung Gottes und feiner Autorität rechtfertigt auch die Auto­rität seiner Stellvertreter.

In ihrem Wesen und in ihrem Recht hat sich die Autorität also nicht geändert und wird sich n i ch t ändern. Was sich gewandelt hat, sind die Menschen, die als Träger der Autorität auftreten, nicht weniger als die, welche ihr zu fol­gen haben. Schien auch die Autorität vor dem Kriege nach außen gesickert, so ist uns doch heute klar, daß sie in vielen ihrer Träger zur profanen Autorität erstarrt war. die sich auf Geburt, Macht und Gesetz berief. So war es nicht nur bei der beamteten Autorität im öffentlichen Leben und in der Schule, sondern auch nicht selten

taflet die Kinder zu mir kommen!"'

Eine der lieblichsten Szenen im öffentlichen Le- den Jesu ist jene, da Mütter gläubigen Sinnes ihre Kinder zu ihm bringen, auf daß er sie segn«. Obwohl von anstrengender Lehrtätigkeit sehr er« müdet, will der Heiland diese Mütter mit ihren Kindern doch gern empfangen, ja, er tadelt feine Apostel, daß sie aus Rücksicht für ihn sie nicht zulassen wollen und spricht:Lasset die Kinder ,zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes" ... Und er schloß die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie (Matth. 19, 1315; Mark. 10, 13-16; Luk. 18, 15-17).

Glückselig die Kinder, welche von frommer Mut- tcrhand frühzeitig hingeführt werben zum Her- zen des göttlichen Meisters! Wie bedauernswert aber sind jene armen Kinder, die durch Schuld ihrer Mütter fern bleiben müssen dem Herzen Jesu, weil ihnen kein gläubiges liebevolles Mutterherz lchlägt . , .

Nicht nur im fernen Heidenland, nein, auch in unserer Nähe, zumal in den Diasporagroßstädten, gibt «s gar viele solche bedauernswerter gefährde« ter Kinder, zumeist unehelicher Geburt. Wenn die katholische Karitas sich ihrer nicht annimmt, strecken andere Hände sich ihnen entgegen, sodaß sie unserem katholischen Glauben verloren gehen.

Wirtschaftliche Notlage in der Heimat drängt heutzutage so manches unverdorbene, brave Mäd­chen' vom Lande dazu, die katholische Heimat zu ver­lassen und in der Großstadt Glück zu sucken. An­gelockt durch mancherlei falsche Vorspiegelungen kommen sie dorthin, in der sicheren Erwartung, Broterwerb ober Stellung zu finden. Doch nur zu oft wird diese Hoffnung getäuscht.. Das leicht­gläubige, unerfahrene Mädchen sieht sich gewissen­losen Verführern preisgegeben, die es um seine Unschuld betrügen und dann schonungslos in Elend und Not verlassen. Andere junge Mütter werden durch Wohnungsnot, Erwerbslosigkeit, Eingehen einer Ehe und damit zusammenhängende Konflikts dazu gedrängt, ihr Kind sozusagenverschenken. Wahllos überlassen sie es jedem, der es ihnen ab« nehmen will. ,, ..

Gar manche ähnliche Beispiele ließen sich noch anführen, und viele arme, verstoßene, gefährdete Kinder, zumeist im zartesten Alter, harren noch der Unterbringung. Liebe Glaubensgenossen, er- barmt euch ihrer, aus Liebe zum göttlichen Kin» berfreunb helfet sie alle retten.

Helft edle katholische Adoptiveltern ausfindig machen die solch armes, unschuldiges Kind um Gotteslohn an Kindesstatt aufnehmen wollen. Hel­fet auch durch Spenden die Mittel aufbringen zur Unterbringung armer gefährdeter Kinder in ka­tholischen Kinderheimen. Gewiß, dieSeiten sind unsicher und trübe. Wird aber der göttliche Kin­derfreund solch edles Werk in schwerer Zeit nicht auch besonders reich zu vergelten wissen?Wer eines von diesen Kleinen in meinem Namen auf» nimmt, der nimmt mich auf." ________________

größten Säle Hamburgs reserviert. Man erwartet großen Zustrom. A. D-g.

Ein neues Phänomen in Konnersreuth.

Von Friedrich R. von Lama.

Konnersreuth hat am Karfreitag wieder den Höhe­punkt des Leidens der Stigmatisierten Therese Neumann gesehen, einen Punkt in der Entwicklung, von der wir noch nicht wissen, was wir von ihr erwarten dürfen. In meinem soeben an die Oeffentlichkeit tretendenKonners­reuther Jahrbuch 1930" konnte ich eine höchst überra­schende Tatsache mitteilen, die bisher noch keine Beachtung gefunden hat, das Auftreten der Nägel in den Wundmalen der Stigmatisierten. Zahllose Augen­zeugen aus den Jahren 1926 bis 1928 haben die Wund­male der Therese Neumann eingehend beschrieben und übereinstimmend bezeugen sie alle die kreisrunde Form, so wie sie auch Dr. Gerlich im ersten Band seines Werkes auf Seite 283 abbildet; auch ich hatte sie wiederholt ge­sehen und bewahre die Erinnerung so, wie zahllose andere die Form angeben, kreisrund und von der Größe eines Fünfpfennigstückes auf der Handobersläche, dagegen lin­sengroß und in einer tiefen Grube liegend auf dem Handteller. Im Juli 1928 war zu beobachten, daß auf dem Handrücken eine seltsame Hautspannung auftrat; sie ging einesteils von den beiden äußersten Knöcheln, also dem des Zeigefingers und dem des kleinen Fingers, an- dernteils von den entsprechenden Stellen des Handgelenks aus und verzog die kreisrunde Form der Handstigmen mehr zum abgerundeten Rechteck. Ohne dem besondere Beachtung zu schenken, unterließ ich es bei meinen Be­

Jahrbuch übernommen; er schildert dabei auch ebenso ein­gehend die auf dem Handteller sichtbare umgebogene Nagelspitze.

Wenn wir nun.nicht weiter als bis zum Jahre 1926, da die Stigmatisation stattfand, zurückkehren, so ergibt sich, daß die Stigmen zuerst nur auf einer Seite der Hand auftraten, dann auf beiden Seiten, worauf sich das be­stimmte Gefühl einstellte, daß die ganze Hand durchbohrt ist. In der Folge entstand das Empfinden, es steckeet- roas", ein Fremdkörper, in den Wundmalen und es vollzog sich die Umwandlung der Rundform zum Rechteck, bis sich endlich voriges Jahr der Fremdkörper, der Nagel, selbst zeigte.

Noch im August 1930 beschreibt Se. Erzellenz Erz- bischof Teodorowicz von Lemberg Theresens Stigmen wie folgt:. . . In der Mitte beider Handrücken sieht man ein scharfgezeichnetes Viereck, den Eindruck des Nagels, mit dem die Hand des Erlösers an das Kreuz geheftet war; im Handteller sieht man eine längliche Wunde von der Form eines Ovals, den Abdruck des a n d er e n, spitzen Endes des Nagels".

Angesichts dieser Tatsache wird man wohl auf die Psychogenese und Autosuggestion als Ursache des Erschei­nens der Wundmale verzichten müsien, es sei denn, man verlasse den Boden aller Erfahrungstatsachen so sehr, daß man solchen hypothetischen Kräften sogar die Bildung von Fremdkörpern zuschreibt. Wie weit dieser Boden bisher schon verlassen wurde, hatte ja Dr. Gerlich schon auf dem Erfurter religionspsychologischen Kongresse dargetan. Nachdem der Wortlaut seiner Rede aber der Oeffentlichkeit bisher nicht bekannt wurde, habe ich auch ihn meinem Jahrbuch einoerleibt.

in der Familie. Gegen diese Slutoritäisform hat sich die Menschheit aufgelehnt, gegen f?e wendet sich auch die oft zu Unrecht als autoritätslos ver- fchrieene Jugend. Wer Träger der Autorität ist, muß nicht nur den Rechtsgrund für fein Tun ken­nen, er muß sich heute mehr denn je auf die Pflichten besinnen, die daraus erwachsen, er muß sich bewußt sein, daß Selbsthingabe und Opfer mit Autorität innerlichst verbunden sind. Die große Aufgabe ist heute, dem Volke und der Jugend Autorität wieder einsichtig zu machen. Das Volk und mehr noch die Jugend sehnt sich zu allertiefst nach dieser innerlichen, ihres sakralen Ursprungs bewußten Autorität, die von warmen Persönlich­keiten getragen, mit lebt, versteht und führt, die nicht nur befiehlt, die ehrfürchtig dient und hilft Die heutige Jugend wieder zur echten Autoritäts­haltung zu führen, Autorität und Freiheit im (Er­leben der Gegenwart ins rechte Verhältnis fetzen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben all derer, denen die Erziehung anvertraut ist.

All diese Fragen zu klären, unternimmt ein Buch, das soeben vom Deutschen Institut für wis­senschaftliche Pädagogik in Münster i. W. (Mün­ster-Verlag. Münster 1931) herausgegeben worden ist:DerWandel der Autorität in der Gegenwart". Der wissenschaftliche Leiter des Instituts, Univ.-Prof. Dr. I. P. ®teffes, weist in einer knappen Einleitung klar und bestimmt die pädagogische Bedeutung des gestellten Pro­blems auf. D. v. Hildebrand erörtert das Wesen

Ansgar-Feier in Hamburg.

Am 3. Mai veranstalten die katholischen Gemeinden Hamburgs ein großes Fest zu Ehren des 1100jährigen Gedenktages der Uebernahme des Hamburger Bistums urch den hl. Ansgar. Diese außergewöhnliche Jubiläums- »ler muß die Aufmerksamkeit der gesamten kathol. Welt eutschlands in hohem Maße auf sich lenken schon wegen «r überragenden Persönlichkeit des großen Apostels. Da- /s darf nicht vergessen werden, daß mit der Christiani- verung des Nordens auch der Grund gelegt wurde für die Allere Ausbreitung des Germanentums. Das Jahr 831 y* atf°, religiös und politisch historisch gesehen, eine »Mz außerordentliche Bedeutung.

, Das kath. Hamburg (etwa 60 000 Katholiken wohnen der Millionenstadt) wirb demnach eine imposante Hebung ins Leben rufen, die mit einer leeren De- Di n!!rQt*Dn inmitten der Diaspora nichts gemein hat.

E'iäumsfeier erhält damit ein besonderes Echo, daß ick? «>lr ac deutschen Bischöfe, sondern auch alle deut- ieladen ne^ikti^er^Aebte (Ansgar mar Benediktiner) ein- btn^sn 6en Bischöfen von Osnabrück, Hildesheim, Schwe- |a ' Jor®egen, Dänemark, Holland liegen bereits Zu- Aeb» DOr ut|b ebenso vom Erzabt von Beuron sowie den bttroenJ?°n Maria Laach, Gerleve, Grüssau, Prag, Neu- $arin l"9l?rten und Trier. Auch das Hamburger ien U"rd vertreten sein. Im Stadion des berühm- Ort?°. ur9er Stadtparks, wo der Apostol. Nuntius hier J1' o° QUs Berlin die Pontifikalmesse liest, findet offentii* r.an6e Zum erstenmal ein kath. * Gottesdienst ch "att. Für die Abendversammlungen sind die

diktiert, beschäftigt sxh vor allem mit den wichtig­sten Fragen des Grundrisses, der Raumgestaltung und der Belichtung. Für reiche Ornamentik und eine äußerliche Dekoration ist heut« weder das Geld vorhanden, noch die Kunstgesinnung: die mo­derne Baukunst denkt zu funktionell und ZU tek­tonisch, um für Ornamente, die nicht unmittelbar aus der Anatomie des Baues entstehen, etwas übrig zu haben. Sie gelangt daher zu zweckbe­tonten, sehr sauberen Formen vor großer Klarheit in der Funktion und zu Räumen, die vor allem heiliger Raum" sind und nicht Gerüste für Deko­rationen, die nicht mehr im Willen der Zeit liegen. Auch die Frage der Mehrschisfigkeit, gleich ob Halle ober Basilika, wird jetzt vom neuen Zweckstand­punkt aus gesehen, und es ergeben sich Lösungen von großer Schönheit und größter liturgischer Brauchbarkeit. Natürlich stellt der moderne Ar­chitekt auch alle neuzeitlichen Baumaterialien in den Dienst der Kirche, denkt auch an ganz moderne Heilung. Entlüftung und vor allem daran, daß große Mensckenmassen rasch und reibungslos das Innere der Kirche verlassen können.

Der moderne kathosische Kirchenbau ist wohl neuzeitlich, das bat er in glänzenden Beispielen bewiesen; aber für Experimente ist er nicht zu ha­ben, da er, wie dies Kardinal Faulhaber in sei­ner Silvesterpredigt von 1929 in München so ein­deutig ausführte, den Forderungen der Liturgie unterliegt, die ihrem Wesen nach von flüchtigen, vorüberziehenden Zeitströmungen unabhängig sind.

«eitzerSonntag (Quasi modo).

V;V Eingangslieb (1 Petri 2, 2.)

Quasi modo geniti infantes.

? «tio neugeborene Sinber, alleluja, doch schon «'Einsicht' verlanget ahne Falsch nach der Milch. Ä«ia alleluja, alleluja. ,Ps. 80,2.) Singt Freu- flr<>ber Gott, unferm Helfer, Iubellieder dem fit Jakobs.

Epistel (1 Joh. 5. 410.)

fficfiebteftel Alles, was aus Gott geboren ist. -Jroinbet die Welt; und das ist der Sieg, der S; ©eit Überwindet, unser Glaube. Wer ist es J* hie Welt überwindet, wenn nicht der, welcher 5-m daß Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser

Jesus Christus, der durch Wasser und Blut ^«mnen ist, nicht mit dem Wasser allein, son- Kimit dem Wasser und dem Blut. Auch der 8» bezeugt, daß Christus die Wahrheit K Denn drei sind, die Zeugnis geben m Himmel: der Vater, das Wort und der Miqe Geist, und diese drei sind eins. Wenn wir ber Menschen Zeugnis annehmen, so ist doch Zotter Zeugnis größer. Dies aber ist das Zeug- 2, @otfes, das großer ist, das er für feinen Sohn aboelegt hat Wer an den Sohn Gottes glaubt, brr hat Gottes Zeugnis in sich.

Thomas-Naturen.

Selrachlung zum Sonntagsevangelium.

Zwölf Apostel hatte der Heiland um sich ver­sammelt. Einige davon fallen uns durch ihre be­sonderen Eigenschaften auf: Petrus durch seine temperamentvoll-stürmische Art, Johannes kennen wir als den zartfühlenden Gemütsmenschen und Judas begegnet uns als der finstere Jünger, des­sen hinterhältige Gedanken bis zum Verrat führen.

Auch Thomas hat fein eigenes Wesen. Wir ken­nen ihn als den Z w e i f I e r. Er war aber nicht immer ein solcher. Wir hören von dieser Eigen- schäft erst nach dem Kreuzestod des Heilands. Vor­her war sie wohl nicht vorhanden. Zu Lebzeiten der Heilandes, da er feine Predigten hörte und die vielen Wunder sah, war Thomas gläubig, tiefgläu­big. Er grübelte auch nicht über das Gehörte und Gesehene nach, sondern nahm Wort und Wunder in sich als Wahrheit auf. Aber fein Glaube hält nur so lange an, so lange alles gut yeht. In der Stunde der Bewährung fällt er ab. Die Muckt der Leidensereignisse von Jesu Gefan­gennahme bis zur Kreuzigung erdrückt ihn und fönen Glauben an das göttliche Werk des Heilan­des. Aus dem Gläubigen ift ein Ungläu­biger, aus dem glaubensfrohen Apo­stel ein Zweifler geworden.

Thomas ist nicht als Zweifler allein. Der Hei. land kannte sie, die große Schar der Kleingläubi­gen, die zu allen Zeiten die Erde bevölkert. Im

Probleme des modernen Mchenbanes.

Die modernste Baukunst hat, nach einer kur­zen Zeit tastender Versuche, im Kirchenbau, beson­ders im katholischen, überraschend schöne Erfolge erreicht. Dies ist umsomehr zu begrüßen, da ge­wisse Kreise jeder kirchlichen Kunst das Leben in unterer Zeit abzusprechen glaubten, und nun trotz­dem die Baukunst', die zeitgebundenste Kunstsorm, der sakralen Architektur neue und sehr brauchbare Formen zu verleihen verstand.

Aus vielfachen, zuerst noch historizierenden Ver­suchen erwuchsen bald nach Kriegsschluß dem Kir­chenbau sehr bestimmte, aus dem Geist neuzeit­lichen Kunstschaffens heraus entstandene Formen, die bei klarster und funktionellster Aus­nützung der zur Verfügung stehenden Materialien auch von wahrhaft monumentaler Wirkung sind und vor allem den gottesdienstlichen Gedanken ebenso klar ausdrücken, wie die Raumgestaltung des kirchlichen Zweckes.

Im deutschen Sprachgebiet haben alle katho­lischen Gegenden ihren Anteil am modernen katholischen Kultbau. Führend sind jedoch West­deutschland, besonders das Rheinland, und Bay­ern. Doch treffen sich alle Gegenden in dem deut­lich hervorgehobenen Bestreben, von jeder hi- st arischen Form und von jedem ä u ße-rlichen Ornament abzusehen und den neuzeitlichen Kirchenbau als moderne Raumgestaltung zu errichten, wodurch fast alle Architekten zu kubischen Bauten von gescklos. fener Mauerwirkung gelangten, die in den Prin­zipien ihrer Gestaltung deutschen romanischen Kir­chenbauten verwandt erscheinen. Wenn man eine Reihe von Abbildungen modernster sakraler Bauten ansieht, wie dies z. B. in dem ausgezeich­neten Buch von Dr. Jng. FreckmannKir- ckenbau, Ratschläge und Beispiele" (bei .Herder u. Co., Freiburg i. Br.) möglich ist, so erkennt man nicht nur allein rein optisch, diele äußerliche Aehnlichkeit mit romanischer Architektur, sondern es enthält auch der glänzend durchgearbeitete Tert­teil bauliche Ratschläge, die den Kunstabsichten der Romanik auch innerlich verwandt sind, daher, bei aller kräftiger Modernität, ein deutliches Ver­bundensein mit den Grundsätzen nordisch-germa­nischer Architektur zeigen.

Das Problem des modernen Sakralbaues, au­genblicklich auch im engsten Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage und vielfach von dieser suchen im Jahre 1929, den mir ja bekannten Stigmen Aufmerksamkeit zu schenken. Im Februar 1930 stellte der Italiener Luciano Berra in seinem inzwischen erschie­nenen Buch Teresa Neumann di Konnerreuth. Gl! occhi che Han visto il Signore" die rein rechteckige Form der Wundmale Theresens mit scharfen Rändern fest. Im April schrieb uns ein Besucher (Gendarmerie-Kommis­sär), daß er am 15. März 1930 während der Freitags­passionauf der oberen Seite der linken Hand der The­rese Neumann" ein schwarzes Kreuz wahrnahm. Es war in der Mitte des Wundmals, so wie ein Kreuz auf der Rückseite eines sogenannten Venediktuspfennigs." Beim nächsten Besuch war es jedoch nicht mehr zu sehen.

Die nächste Mitteilung erhielten wir von dem franzö­sischen Arzt Dr. Louis-Versailles, der am Karfreitag und Ostersonntag 1930 in Begleitung Pfarrer Nabers und anderer Freunde bei Therese Neumann Zutritt gesunden hatte. Während.der Auferstehungsvision stellte er in ein­gehender Untersuchungauf dem Rücken der Hand einen regelrechten Nagelkopf fest, etwas länger als breit und in der Richtung des Handrückens. Das Recht­eck ist staunenswert regelmäßig, aber an den Rändern leicht ausgezackt, mit geraden Winkeln, und mißt 15 :10 Millimeter. Die Ränder sind abgeschliffen und fast schnei­dend wie handgeschmiedeteEisennägel. Sie schließen rings­um fest an die Haut an. Der Nagelkopf ist regelmäßig gewölbt und kuppelartig abgerundet. Seine Höhe mag 2 bis 3 Millimeter betragen. Er weift ziemlich zahlreiche, jedoch wenig erkennbare abgeplattete Stellen auf, wie sie ein Schmiedhammer auf einem Stück Schmiedeeisen her­vorbringt ..." Ich habe die Beschreibung, die Dr. Louis gibt, um ihrer Wichtigkeit willen ganz ausführlich in mein