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Geschichte vom Storch und Regenwurm
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den
Von Albert
Ein Storch hatte sein Nest auf dem Dach eines bau» fälligen, unbewohnten Gutshauses, das inmitten eines verwilderten Gartens lag. Da es im nahen Graben und «irf den umliegenden Wiesen viele Frösche gab, beeilte kr sich, in jedem Frühjahr sein altes Nest wieder zu beziehen.
Eines schönen Tages, nachdem er feiner Frau und kn Jungen genügend Frösche ins Nest getragen und selbst eine reichliche Mahlzeit gehalten hatte, bemerkte er auf dem Gartenweg einen großen Regenwurm, der sich auf der Erde wand und krümmte.
»Du hast wohl Angst vor mir?" fragte der Storch.
„Gnade, Gnade, wer Sie auch sein mögen!" flehte vir Wurm.
„Du stehst ja, wer ich bin," erwiderte der Storch.
„Leider nicht, ich bin blind. Aber ich hörte Sie kam» tnen und konnte vor Schreck mein Loch nicht wieder» finden."
kreuz und quer." Gelangweilt unterbrach du eigentlich uns nütze?"
„Erstens können mich speisen."
„Das weiß ich." sagte innere mich nicht so oft weiter?"
Jung gewohnt ist alt getan! So heißt's im Sprichwort und so bin ich auch mit Ihrer Chlorodont-Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß mich kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben. Tube 54 Pf. und 90 Pf., Zahnbürsten l Mark, für Kinder 60 Pf.
♦ Dieder dn Einbruch in eine Pfarrkirche. In die Pfarrkirche zu ff röt) an der Mosel wurde in der Nacht ein Einbruch verübt, wobei den Tä- tem ein vergoldeter Kelch und zwei goldene Meßgeräte in die Hände fielen. Die Einbrecher stiegen durch das Oberlichtfenster der Sakristei ein. nachdem sie vergeblich versucht hatten, am Kirchtor eine Türfüllung herausmnehmen. Die Untersuchung ergab, daß die Einbrecher zweifello- von auswärts stammen Anscheinend hatten sie es auf die wertvolle alte goldene Monstranz abgesehen, die an den Osterfeiertagen zum Gottesdienst verwendet wurde. Glücklicherewise war diese am Abend vorher aus der Pfarrkirche in Sicherheit gebracht worden.
* Somnmnislen-verhaflungen in Berlin. Im Zusammenhang mit den Spreng st off-Fun- den, die in den letzten Wochen in verschiedenen Teilen des Reiches gemacht wurden, fanden auf Veranlassung des Oberreichsanwalts Haussuchungen bei Berliner kommunistischen Funktionären und in mehreren Privatquartieren kommunistischer Vertrauensleute statt. 3m Verlaufe der Po-
Das Flugzeug der neuen Fluglinie Berlin-Rom ist auf dem Rückfluge nach Berlin Donnerstagmittag gegen 2 Uhr nach Zuständiger Fahrt bei scharfem Gegenwind in München gelandet.
„Wer sollte den vornehmsten Vogel im Lande nicht kennen? Die Frösche zittern vor Ew. Gnaden, und nicht winder meine Brüder, von denen Sie schon viele oer- ipkist haben."
, „Stimmt! Und bei Gelegenheit werde ich dich auch verschonen. Im Augenblick bin ich satt. Du hast Glück!"
, "Tausend Dank!" entgegnete der Wurm. „Viel habe schon von Ew. Herrlichkeit gehört. Wegen der klei» "kn Kinder stehen Sie bei den Menschen hoch in Gunst." f-tr"®QS W zv>ar übertrieben," sagte der Storch nach- chstg, „aber ich habe gegen diese Auffassung nichts ein» zuwenden, denn sie vermehrt mein Ansehen "
inzwischen war der Wurm etwas abseits gekrochen. „Wo willst du hin?" fragte der Storch und hackte 1 !°inem langen Schnabel nach ihm.
„Zweitens bearbeitete ich die Erde nach besten Kräften, damit Gras, Blumen und Bäume wachsen können. Ich bereite feuchte, schwarze Gartenerde."
Tödlicher Ski-Anfall.
Wie aus Scheidegg (Berner Oberland) ge. meldet wird, stieß bei einem Skiausflug, den eine Gesellschaft von Hotelgästen nach den Lauberhorn- hängen unternahm, die 25 Jahre alte Engländerin Miß Stack, die einzige Tochter des vor einigen Jahren in Aegypten ermordeten Generalgouverneurs des Sudans, Sir Lee Oliver Stack, in voller Fahrt mit dem englischen Flieger Lyonel Balfour zusammen. Miß Stack erlitt einen tödlichen Schädelbruch. Balfour trug erhebliche Kopfverletzungen davon.
aus aller Welk.
lizeiaktion, die fast den ganzen Tag andauerte, wurden mehrere von der Lberreichsanwaltschcut seit längerer Zeit gesuchte Personen verhaftet und der Abteilung IA des Polizeipräsidiums zugeführt. Die festgenommenen Personen, gegen die ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet worden ist, werden in den nächsten Tagen nach Leipzig gebracht werden. Unter den Verhafteten befindet sich auch ein russischer Staatsangehöriger, der mit mehreren Mitgliedern der sowjetrussischen Handelsdelegation in einer Pension am Kurfürstendamm wohnte.
„Ach du lieber Himmel!" rief der Regenwurm setzt.
Ä „Du kennst mich also?" Der Storch warf stolz kk°pf zurück.
R e i n i ck e.
„Oh, oh, Vergebung!" stöhnte der Wurm. „Ich wollte nur in mein Loch. Ich habe keine Zeit, müßig zu sein, außerdem möchte id) Ew. Herrlichkeit nicht länger stören."
„Solange ich Zeit habe, hast du sie auch, merk dir das!" sagte der Storch. „Ich verspreche dir dich nicht zu fressen. Mein Wort gilt ober nur, solange ich nicht hungrig bin."
„Wie gütig!" Der Wurm krümmte sich ehrerbietig.
„Eigentlich schickt es sich nicht für mich, mich mit dir zu unterhalten, denn dir fehlt das, womit eine anständige Kreatur geboren wird. Du hast keinen Rang!"
„Rang!" fragte der Wurm verwundert. „Ich bin ein fleißiger Erdarbeiter. Ist das kein Rang?"
Der Storch schüttelte sich vor Lachen.
„Ich hoffe, nichts Unpassendes gesagt zu haben", stammelte der Wurm verlegen. „Uebrigens bin ich der älteste Regenwurm hier am Platz."
„So! Dann kann ich mich immerhin herablassen, ein wenig mit dir zu plaudern. Ich habe nach der Mahlzeit Langeweile, und es kann ja nicht schaden, auch einmal das Leben der niedrigen Schichten kennen zu lernen.“
„Was könnte ich wohl erzählen, was für einen so hohen Herrn von Interesse wäre? Ich arbeite ohne Unterlaß, pflüge die Erde, grabe Gräben . . "
„So! Das läßt sich hören. Wohl die Gräben, in denen die Frösche hausen?"
„Nein, eine so große Tat könnte ich nicht vollbringen. Ich grabe tief in der Erde winzige Gänge,
Der Storch fühlte sich geschmeichelt, stellte sich auf ein «ein und sagte mit wichtiger Miene: „Ich bin Storch!"
ihn der Storch: „Was bist
Ew. Gnaden jederzeit ver-
der Storch ärgerlich. „Gr* daran, sonst .... Was
Bunte Zeitung.
__ (Eine Entdeckungsreise durch Arabien auf dem Kamel. König Georg von England ließ Bertram Thomas, dem künen Reisenden, der auf einem Kamel 1450 Kilometer durch Rubal Khali, die größte arabische Wüste, zurückgelegt hat, seine Glückwünsche entbieten. Thoma, ist der erste Mensch, der dies fertiggebracht hat. Er gebrauchte 53 Tage, um das unbekannte Gebiet zu durchqueren. Seine Reiseschilderungen werden für die Geo- graphen von großem Interesse sein. Er zog von Dhufar nach Dohan am Persischen Golf, fand uralte Karawanen- spuren und entdeckte einen großen Salzsee, von dessen Vorhandensein selbst die Araber nichts wußten. Das Gebiet, das er durchzogen hat, ist so groß wie Frankreich, Belgien und Holland zusammen. Das Unternehmen war privat, und Thomas trug selbst die Kosten. Obschon er mit Gefahren rechnen mußte, hat er doch niemals seine Nationalität und seine Religion verleugnet. Bertram Thomas beherrscht allerdings auch alle arabischen Sprachen und trug auch arabische Kleidung.
Aphorismen.
Von R. Rose.
Die Menschen verlieren über der Jagd nach dem Gelbe so leicht ihre Seele; und wenn sie endlich ihr Ziel erreicht haben, sind sie innerlich bettelarm geworden.
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Diele Menschen verwenden den größten Teil ihres Lebens bewußt und unbewußt darauf, sich zu geben, wie sie nicht find, bis sie vergessen haben, wie sie sind.
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Die so oft angeführte Nervosität unserer Zeit ist häufig nichts anderes als ein Deckmantel für das Sich- Gehenlassen.
Frage dich bei jeder Guttat, aus welchen Beweggründen sie geschieht, und du wirst nur noch wenige als solche preisen.
Eine Dummheit begehen und sie nicht als solche er« kennen, heißt eine zweite zu der ersten fügen.
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Wer sich dazu durchgerungen hat, nichts isiehr für sich selbst zu begehren, der hat mehr, als er je begehrt hat.
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Erstaunlich ist keines Menschen Wissen; das Erstaun« liche beginnt immer erst, wo menschliches Wissen endet.
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Man sucht seine Stärke ost in etwas, wofür man ein« Schwäche zu haben behauptet. __________________ _
W Begebenheiten | Kindereien.
l < Berlin, 10. April, (ffig. Meld.) Mit der t^nen Abendpost traf in der Reichskanzlei ein = der an den Reichskanzler persön-
richtet war. In Abwesenheit des Kanzlers i kiA bk Sekretärin den Brief und stellte fest, ‘ Inhalt ähnlich den anderen an politische
^•ntidjEeiten in der letzten Zeit gerichteten i Perso eine Scherf-Bombe enthielt. Der Brief i der politischen Polizei und auch Schieß-
! ^verständigen zur Verfügung gestellt, die fest- ' ' KSten daß es sich um einfache Streichholzkuppen ' u'nverbrennbaren Schwefelkies handelt und E ine Gefahr für den Empfänger des Briefes 6®JL hestand, was schon daraus hervorgeht, daß der Oefsnung des Briefes keine Entzündung entstand.
„Das ist wohl der Morast, in dem man sich nasse Füße holt?"
„Ew. Gnaden dürfen nicht von Moarst sprechen. Es ist gute, fruchtbare Erde, in der die Pflanzen vorzüglich gedeihen. Von den Pflanzen leben die Insekten, von denen die Frösche, und von den Fröschen geruhen Ew. Herrlichkeit mit hochdero Familie sich zu nähren."
„Das weiß ich natürlich alles'" log der Storch und starrte vornehm in die Luft. „Ich wollte nur einmal deine Kenntnisse prüfen. Wie beschaffst du denn diese . . . äh, wie sagtest du doch?"
„Feuchte, schwarze Gartenerde," erklärte eifrig der Wurm. „Ich bringe die Erde von unten an die Luft, an die Sonne und in den Bereich des Regens. Die obere Erde wühle ich nach unten. So mische und tausche ich in einem fort."
„Na ja," sagte der Storch, „etwas muß man Ja tun.
Was noch?"
Der Regenwurm fuhr fort: „Haben Sie je bemerkt, daß die welken Blätter zuweilen wie eine Tüte zufam- mengerollt mit der Spitze in die Erde gesteckt sind? Das ist mein Werk. 3d) tue es nachts, wenn es dunkel und still ist und wich keiner stört. 3n der nächsten Nacht ziehe und zerre ich weiter, bis das Blatt ganz in der Erde verschwunden ist. Dorf verarbeite ich es zu fruchtbarer Gartenerde. Aber es ist hart, trotz aller Pfl'cht- erfüdung und Friedensliebe, verkannt, verachtet und verfolat zu werden. Man nennt uns häßlich. Aber was sollten wir wohl mit feinen Kleidern in der feuchten, schwarzen Erde anfangen? Damit können wir doch nicht arbeiten. Man tritt auf uns herum, als ob wir gefühllos wären. Man spießt uns sogar lebendigen Leibes auf die Angelhaken. Könnten Ew Herrlichkeit nicht ein gutes Wort für uns bei den Menschen em» legen?" ..
„Bei den Menschen werde ich kaum etwas für dich tun können, Beziehungen zu dir würden mich in ihren Augen herabsetzen. Aber ich will es mir überlegen."
„Herzlichen Dank!" sagte der Regenwurm erfreut. „Ich werde Ihnen dafür auch einen großen Dienst er- roetr®u mir einen Dienst erweisen?" lachte der Storch.
"Ich weiß ja", entgegnete der Wurm, „ich bin nur eine geringe Kreatur. Aber ich wollte Sie vor einer drohenden Gefahr warnen."
„Unbesorgt, mir droht keine Gefahr!"
Am das „Blaue Band".
Tteue englische Kiefenbampfer.
Nach einer aus London vorliegenden Meldung hat der neue 42 500 Bruttoregistertonnen Riesenluxusdampfer der Canadian Pacific Steamships Ltd., die „E m p r e ß o f Britain", am Montag ihre Probefahrt angetreten, der am 27. Mai die erste Ausreise nach Kanada folgen soll. Falls die Probefahrt befriedigend ausfällt, soll der Versuch gemacht werden, auf der Jungfernfahrt einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen und den Norddeutschen Lloyd-Dampfern „Bremen" und „Europa" das „Blaue Band" des Ozeans wieder zu entreißen.
Gleichzeitig wird gemeldet, daß die Cunard Line einen zweiten Riesendampfer von etwa 72000 T o. bei der Glasgower Werft von John Brown in Auftrag gegeben hat. Man hofft, daß die beiden neuen Dampfer der Cunard Linie, deren Baukosten etwa 250 Mill. Goldmark betragen dürften, noch schneller als die „.Empreß of Britain" fein werden. Sie sollen bereits im nächsten Frühjahr in Konkurrenz zur „Bremen" und „Europa" in den Riesendampser-Turn eingestellt werden.
Gefahren sitzender Lebensweise
Von Dr. Adalbert Schücking.
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Für Kinder nur Chlorodont
im Magen, Blähungen usw. Bewegung schafft hier immer Erleichterung.
Bee diesen kleinen Uebeln bleibt es aber selten. In den meisten Fällen zieht die Störung des Gleichgewichts der Körperfunktionen eine lieber» ernährung nach sich. Angesichts des gering rn Kräfteverbrauchs setzt der Körper, selbst wenn die Nahrung keineswegs als üppig bezeichnet werden kann, reichlich Fett an. Er wird schwerfällig und empfindet jede körperliche Bewegung, obwohl sie ihm nützen würde, als lästig, weshalb er sie möglichst unterläßt, wodurch sich das liebel nur verschärft.
Eine anderen Menschen sofort ins Auge fallende Wirkung der Ueberernährung kann die Fettleibigkeit fein. Sie braucht freilich noch längst nicht jeden zu sitzender Lebensweise Gezwungenen zu befallen, da bei vielen die Folgen der Ueberernährung durch gesteigerte Nervosität ausgeglichen werden. Die Fettleibigkeit hat verschiedene Folgeerscheinungen. Vor allem wird das Herz zu vermehrter Arbeits- leistung gezwungen. Gleichzeitig aber setzt sich Fett an den Herzmuskeln an und erschwert deren Arbeit. Auch die Tätigkeit der Lungen hat unter fettiger Entartung zu leiden. Jedes innere Organ wird tn gesteigertem Maße überlastet, und ein rascherer Verbrauch der Kräfte, ein vorzeitiger Tod, ist die Folge.
Sitzende Lebensweise bringt in sehr vielen Fällen auch ^Hämorrhoidalleiden mit sich. Der Volkswitz hat sich sehr zu Unrecht die von diesem liebel Befallenen zur Zielscheibe seines Spottes auserkoren. „Hämorrhoidalräte", „Hämorrhoidarii", „ronds de ernt“ (Lederringe), wie der Franzose manche Beamte ihres durch das liebel bedingten Sitzkissens wegen nennt, und ähnliche Spottnamen lassen die Uneingeweihten vermuten, daß es sich hier um eine höchst lächerliche Sache handle. Wer selbst daran gelitten hat und von Hämorrhoiden zur Verzwetf- hing getrieben wurde, wird das Lachen über dieses Hebet verlernt haben. Und nur der Härnorrhoida- riet selbst kann die Angst vor einer hier etwa nötig werdenden Operation verstehen. Glücklicherweise können die weitaus meisten dieser Armen dem chirurgischen Eingriff entgehen, wenn sie nur den diätetischen und arzneilichen Vorschriften des Arztes folgen. Wie vielen an Hämorrhoiden Leidenden ist schon durch rechtzeitigen und regelmäßigen Ge- brauch von Mitteln, wie etwa Lenirenin-Zäpfchen, die Lebensfreude wieder geschenkt worden! Mittel solcher Art beseitigen nicht nur die quälenden Beschwerden, sondern bewirken eine annähernde oder völlige Wiederherstellung normaler Kreislaufverhältnisse, Stauungen und Blutungen hören auf. Erst durch die so mögliche Rückbildung der Hämor» rhoiden wird in den meisten Fällen das schmerzhafte Leiden beseitigt. Die Blutstockungen, die unmittelbare Ursache der Hämorrhoiden,, führen aber noch andere Leiden mit sich; so die krankhafte Leberanschoppung, die Uebersüllung der Leber mit
Anwetter über Korea.
100 Fischerboote untergegangen. — Mindestens
120 Fischer ertrunken.
Unzählige Menschen sind aus beruflichen Gründen zu sitzender Lebensweise gezwungen. Die meisten werden sich während der ersten Zeit ganz wohl dabei fühlen, besonders wenn sie mit dem Hochgefühl des Geborgenseins aus dem Fenster ihres Arbeitszimmers in unwirtliches Wetter hinaussehen. Doch alles hat seine zwei Seiten, auch dieses Ee- borgensein, das andere vielleicht „Stubenhocken" nennen. Bewegung ist Leben, heute mehr denn je. Leben ist aller Krankheit Feind, und Bewegung demnach auch. Wo letztere fehlt, ist ein Verteidiger weniger vorhanden, der die Angriffe aller möglichen Krankheiten abwehren könnte. So muß der zu sitzender Lebensweise Gezwungene nach den kurzen Jahren fröhlicher Sorglosigkeit bald am eigenen Leibe die Schattenseiten dieses Geborgenseins verspüren, um das er von manchen anderen beneidet wird.
Der menschliche Körper ist die feinste Präzisionsmaschine, die wir kennen. Die Natur hat jedem feiner Organe und Teile eine bestimmte Funktion zu- gewiesen und setzt voraus, daß von allen ein bestimmter Teil Arbeit geleistet wird, um das Gleichgewicht innerhalb dieser feinfühligen Maschinerie aufrecht zu erhalten. Wird nun eine bestimmte, im Arbeitsplan dieser Maschine vorgesehene Funktion unterlassen oder zu wenig auSgeübt, so ist das Gleichgewicht gestört.
Bei den Kopfarbeitern, die den weitaus größten Teil der zu geringer Inanspruchnahme der Muskeln Gezwungenen ausmachen, arbeitet der Magen im gewohnten Maße weiter und nimmt auch ferner die gleiche Nahrungsmenge auf, obwohl der wenig bewegte Körper ein weit geringeres Bedürfnis an Kräfteersatz hat als der schwer arbeitende. So kann allgemein behauptet werden, daß Kopfarbeiter zu viel essen. Gleichzeitig begehen die meisten von ihnen als geistig gehetzte Menschen unserer ruhelosen Zeit den Fehler, ihre Speisen zu rasch ein» zunehmen. Man braucht ja nur den Blick in irgendeine vornehmlich von Geschäftsleuten besuchte Gaststätte zu werfen; achtzig unter hundert Gästen schlingen die Speisen hinunter, und die Hälfte liest noch dazu die Zeitung, anstatt deren Lektüre für einen Augenblick der Ruhe aufzusparen, wo ihr mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Die andern denken beim Essen noch an die Arbeit, oder irgend ein Aerger nimmt ihre geisti- gen Kräfte in Anspruch.
So gelängen die Speisen meistens nicht genügen!) getaut in den Magen, und dessen dann an sich nicht leichte Arbeit wird noch wesentlich dadurch erschwert, daß ein zu gleicher Zeit arbeitendes Hirn ihm einen großen Teil des zu richttger Verdauung erforderlichen B uteS fortnimmt. Die Verdauung erfolgt nur lang am, umsomehr, als sie nicht durch Bewegung gefördert wird, und sie kann nicht voll- ständig sein.
Unangenehme Empfindungen sind die natürlichen Folgen: Beängstigende Völle, lästige Schwere
Zum AegypleU'Flug des Zeppelin.
Das Luftschiff „Gras Zeppelin", das, wie gemeldet, « Donnerstag vormittag um 6 Uhr unter Führung
Dr Eckener zu einer Fahrt nach Aegypten startete, ^-rlloa um 12.30 Uhr französischer Zeit die Reede von «arleille mit Kurs nach Süden. Um 17.20 Uhr wurde ™ Lftfdjiff über Terranova Paufania (Sardinien) ge» Mtet Es flog in südöstlicher Richtung nach der Straße M Messina.
lieber der amerikanischen Nordküste.
wtb. Hamburg, 10. April. (Gig. Meld.) Nach einer fei der Hamburg-Amerika-Linie eingetroffenen Meldung Kfonb sich das Luftschiff „Graf Zeppelin" heute früh «,r Benghasi auf der Strecke Tripolis — Jairo. Das Luftschiff macht sehr schnelle Fahrt und Jtrb heute nachmittag bereits ägyptisches Gebiet errei» ^Sln Bord des Luftschiffes befinden sich 25 Pasfa- «iere, u. a. Graf v. Brandenstein-Zeppelin, Kapitän » Pooth, der Führer des englischen Luftschiffes „R. «IO» der bekannte Journalist v. Wiegand und Oberst Gossöge, Militärattaches der englischen Botschaft in Berlin. ,
Die Steif er oute führt bei entsprechender Wetter» über Rom, Neapel, Kreta und Alexandria. Am Samstag früh gegen 8 Uhr wird das Luftschiff in Kairo eintreffen. Nach Auswechselung der Pasta» giere wird „Graf Zeppelin" sofort zu einer Rund» fahrt über Aegypten und Palästina wieder aussteigen, an der auch einige ägyptische Prinzen teil» nehmen werden. Samstag erfolgt von Kairo aus der Start zur Rückfahrt nach Friedrichshafen, wo das Luftschiff im Laufe des Montag wieder erwartet wird.
Bei Marseille wurde ein Arbeiterzug in einem Tunnel von einer alleinfahrenden Maschine gerammt. Zwei Arbeiter wurden getötet, ein schwer und zehn andere leicht verletzt.
Blut, die sich zur Leberentzündung entwickeln kann. Mit ihr m enger Verbindung steht die Gelbsucht als Folge der Entzündung des Lebergewebes bei fettiger Entartung der Leber und bei Blutstauung.
Im Gefolge von Verdauungsstörungen treten oft Blinddarmentzündungen auf als unmittelbare Auswirkung der Hartleibigkeit, die keinen zu sitzender Lebensweise Gezwungenen verschont; sie tritt bei Kopfarbeitern ungefähr zehnmal häufiger auf als bei Menschen, die sich regelmäßig körperlich betätigen müssen.
Die geringere Sauerstoffzufuhr, unter der jeher in Zimmern Arbeitende zu leiden hat, begünstigt die Harnsäurebildung und mit ihr auch die Gicht. Wie oft hier mangelnde Bewegung als Ursache dieses Einzelne können sich in der Wahl irren, aber picht 180000. Deshalb wähle Gebr. Zimmermann-Piano Nur bei Schedel, Pianofabrik und größte Pianohandlung Fuldas.
Leidens angesprochen werden muß, beweist die Tatsache, daß nur wenige gichtische Feldarbeiter anzu- treffen sind. Mit dem Mangel an ftischer Lust hängt auch die Arterienverkalkung oft zusammen.
Es würde zu weit führen, hier noch mehr jener Gefahren aufzuführen, die den freiwilligen oder gezwungenen Stubenhocker bedrohen. Ein paar „Blüten" aus dem leider so reichen Kranze soltten genügen, um den zu sitzender Lebensweise Gezwungen zu veranlassen, seine Mußestunden möglichst zu körperlicher Bewegung zu benutzen. Ein Tag im Freien, eine Stunde Holzhacken oder Gartenarbeit sind ein ausgezeichnetes Hilfsmittel.
„Hören Sie mich an," sprach eindringlich der Wurm. „Wir graben überall unsere unterirdischen Gänge, und da wir viele taufende sind, ist die Erde bereits unter- wÜhlt." ... •!
„Tausende?" Der Strolch klapperte gierig mit dem Schnabel. , .
Dem Wurm wurde unheimlich, eiligst kroch er seinem Loch zu.
„Wohin?" rief der Storch. .....
Der Regenwurm war aber schon entschlüpft. Er steckte den Kopf zum Loch heraus und sagte: „Ich wollte eie nur darauf aufmerksam machen, daß wir das ganze Haus unterwühlt haben, auf welchem Ew. Gnaden nebst Familie wohnen. Es kann stiindlich einstürzen.
Der Storch lachte belustigt.
„Lachen Sie nicht! Ich rede die lautere Wahrheit» Denken Sie an unfere große Zahl! Wir sind oft die Ursache, wenn Mauern sich senken und Häuser sich 'palten, namentlich, wenn sie baufällig sind."
Der Storch lachte noch immer und hieb übermütig mit seinem Schnabel nach dem Wurm, der aber langst verschwunden war. Dann flog er in fein Nest und er- zählte alles seiner Frau.
Man soll sich mit dem Gewürm gar nicht erst ein- lassen," schalt diese. „Das beste ist, wir freffen es möglichst bald aus." . ,
Stolz betrachtete sie ihre Jungen, die im Nest lagen und bald flügge wurden. ■
„Was ist denn das? schrie plötzlich die Störchin. „Mir kommt es vor, als ob... . .
Mit einem gewaltigen Krach stürzte das Haus zusammen Eine Staubwolke stieg auf, und das Storchen- paar flog schreiend in die Hohe. Unten im Schutt lag das Nest, und alle Storchenkinder waren zermalmt und begraben. Die Alten umkreisten stundenlang die Trümmer und schrien nach ihren Jungen, hackten verzweifelt mit den Schnäbeln in dem Schutt umher, aber vergebens.
Traurig und matt hockten sie sich auf einen nahen Baum. . .
„Der Regenwurm!" schrie der Storch und erinnerte sich der Warnung. „Konnte ich ahnen, daß der unscheinbare Wicht ..."
,Man soll auch die Kleinsten nicht gering achten, denn in ihrer Gesamtheit sind sie stark!" hörte er von unten plötzlich ein seines Sümmchen rufen. Es war der Regenwurm.
wtb. Tokio, 10. April. (fftg. Meld.) schweres Unwetter hat in der Nacht die Siidwest- küste von Korea heimgesucht. Mehr als 100 Fischerboote sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Die Zahl der dabei ertrunkenen Fischer wird auf mindestens 120 geschätzt.