Einzelbild herunterladen
 

einen Personenzug. Dem Unglücklichen wurden Arme und Beine abgefahren. Er starb kurz nach der Ein­lieferung ins Krankenhaus.

Turnen und Spork.

Kegelsport.

Der innerhalb des Kegler-Verbandes ousgetragene 5 00 Kugelkampf zur Ermittlung des Berb ands- Einzelmeisters und der Zehner - Mann­schaft auf der Asphalt- und Scherenbahn hat am Sonn­tag, 29. März d. I., seinen Abschluß gefunden. Bedin­gung waren 3 Serien je 100 Kugeln und 1 je 200 Kugeln in die Vollen zu werfen. In den einzelnen Starts wur­den ganz hervorragende Resultate erzielt und stets wech­selte die Führung in der Spitzengruppe. Erst mit dem letzten Start wurde der Meister ermittelt. Die Leistun­gen sind gegen das Vorjahr bedeutend verbessert worden. Auf der Asphaltbahn konnte der vorjährige Meister Ke­gelbruder Franz Fickler, Kegelklub 1902, seinen Titel erfolgreich verteidigen und mit 2602 Holz erneut Einzel- meister werden.

Auf der Scherenbahn mußte sich der vorjährige Mei­ster, Kegelbruder Will,-Kegelklub Union 02, nach zähem Kampf seinem Klubkameraden Georg Rammelt beu­gen, der mit 3036 Holz die Meisterwürde errang.

Die Verbandsmannschaft, die unsere Hei­matfarben bei den Gaukämpfen zu vertreten hat, setzt sich aus folgenden Kegelbrüdern zusammen:

Asphaltbahn: Fickler, Döbel, Hofmann I., Scholl, Hofmann Sy, Falles, Heck, Rammelt, Schultheis, Stroph. Ersatz: Hofmann K. und Wohlgemuth.

Scherenbahn: Rammelt, Stroph, Wohlgemuth, Will, Fröhlich, Möller, Fickler, Schultheis, Schäfer, Sei­fert. Ersatz: Neider! und Döbel. K. Sch.

Futzba«.

Die Osterspiele des Sportvereins Neuhof.

Teutonia Haufen (Liga)—N e u h o f (Liga) 5:2. Viktoria Rumpenheim (L.)—N euhof (L.) 2:2.

Am 1. Osterfeiertag weilte die Ligamannschaft des Sportvereins Neuhof bei dem süddeutschen Kreisligisten Teutonia Hausen und mußte sich mit ersatzgeschwächter Mannschaft eine 5:2 Niederlage gefallen lassen, während

Schriftleiter: Dr. phil Johannes Kramer. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. P a r z e l l e r.

am 2. Feiertag in Rumpenheim ein Un»M^. '

erzielt werden konnte. 6 Weben

Die 2. M. spielte gegen die 1. M. des r

Bronnzell und verlor mit 2:1. P°rtoer

Verbondsspieltermine Spielgemeinschafk vordem

Von der Spielgemeinschast Dorderrhön I

33.) wird uns mitgeteilt: 3R. *

Der Spielausschuß hat in seiner Sitzung folgende Spiele erneut festgesetzt: ® °n' 3.

Das auf den 12. April festgesetzte Sviel

bach—Oberweid wird auf den 19. 4. verlegt Unnerbtek ’ Hausen—Großentaft wird verlegt auf den 3 "?°"derz, Spiel wird in Tann ausgetragen. ' 5- Ig,

19. 4. 1 Uhr: Tann—Unterbreizbach

Oberweid); 2 Uhr Sünna—Pferdsdorf 2,'

26. 4., 3 Uhr: Bremen 2. — Wenigentaft <> ner, Wiesenfeld). (Jtelb |

(lann)5" Wendershausen-Großentaft j

10. 5., 1 Uhr: Unterbreizbach—Bremen 1 Pferdsdors). '

17. 5., 3 Uhr: Bremen 2. — Mansbach 2 n>I (Klug, Wiesenseld). m

25. 5., 3 Uhr: Mansbach 1. — Oberweid 1 ster, Grüsselbach); 2 Uhr: Unterbreizbach — xOr‘ (Voll, Sünna). -PTerbsöorf

31. 5., 1.30 Uhr: Unterbreizbach — _

(Geisa); 4.30 Uhr: Bremen — Großentaft, (Klua senfeld); 1 Uhr: Pferdsdorf 1. — Geisa 2. (Äo^a Mansbach); 2.30 Uhr: Pferdsdorf 2. — Seifn (Voll, Sihma). a

7. 6., 1 Uhr: Oberweid 1. — Grüsselbach 1 }n (Tann). ‘ j

7. 6., 2.30 Uhr: Mansbach 1. — Bremen 1 Wiesenfeld).

Für die neuen Mannschaften:

12. 4., 3 Uhr: Wehrshausen 1. — Mansbach , (Sondergeld, Großentaft); 1.30 Uhr: Wendersbanl», S ■ — Pferdsdorf 2. (Tann). 1 " * I

19. 4., 3 Uhr: Bremen 2. — Wenigentaft 2 ner, Wiesenfeld): 2 Uhr: Geisa Igd. — Wendershaut-» 1., (Klug P., Wiesenfeld); 3 Uhr: Sünna Igd : Wehrshaufen. (Männecke, Pferdsdorf); 3 Uhr: Man» bach 2. — Großentaft 2., (Förster, Grüsselbach). TJ

— Geisa. Rasch tritt der Tod den Menschen an! Nach dreitägigem Krankenlager verstarb der Schuhmachermei­ster Leo Heller von hier im 6 7. Lebensjahre. Herr Heller war wegen seines lauteren und rechtschaffenen Charakters und seines unermüdlichen Fleißes eine sehr geschätzte Persönlichkeit. Er war einer von den seltenen Menschen, die vollständig in ihren Berufspflichten auf­gehen, denen die Arbeit so zur zweiten Natur geworden ist, daß sie für sie gleichzeitig Erholung und Ausspan­nung bedeutet. Das finden wir aber nur bei denen, die so pünktlich, ordentlich und gewissenhaft zu arbeiten und zu schaffen gewohnt sind, daß durch peinlichste Pflicht­erfüllung Herz und Gemüt immer in eine gewisse Hoch­stimmung versetzt werden, so daß es von ihrem Leben heißt, wenn es köstlich war, so war es Mühe und Arbeit. Dieser Satz paßt gar wohl auf den Entschlafenen. „Von morgens Wacht, bis in die Nacht!" wirkte und strebte er, sei es, daß er seinem Handwerk oblag, ober seine Land­wirtschaft bestellte. Leo Heller war immer der erste, der seinen Acker bestellt, sein Futter gemäht, seine Ernte geborgen hatte. Auch als Handwerksmeister war er we­gen feiner soliden Arbeit sehr geschätzt. Er war noch aus der alten Schule hervorgegangen und seine Leistun­gen waren das Produkt einer heftigen und soliden Hand­arbeit, so wie wir sie in der Rhön mit Recht zu schätzen wissen. Bei seinen Zunftgenossen war Herr Heller hoch angesehen und seine Meinung hatte besonderen Wert. So wurde er auch zum stellvertretenden Obermeister der Schuhmacherinnung bestellt und in den Prüfungsaus­

schuß für das Schuhmacherhandwerk berufen. In allen Fährnissen konnte man sich immer auf die sichere Hiffe unter Unterstützung des Entschlafenen verlassen. M, vielen half er in schweren Nöten, wenn rasche Hilfe not, tat, sei es bei Krankheiten des Viehs oder plötzlichen Un­glücksfällen. In jüngeren Jahren war er ein selbstloser, mutiger und unerschrockener Feuerwehrmann. Wir er, innern uns aus unserer Jugend, daß bei Feuersnöten alles beruhigt aufatmete, wenn man die Reckengestalt des eisernen Leo Heller erblickte.

— Wenigentaft. Der hiesige Gesangverein, der am zweiten Ostertage eine Familienfeier im Henning'schen Saale veranstaltete, brachte ein abwechslungsreiches Programm vor zahlreichen Zuschauern, die sich zu einem gemütlichen Beisammensein eingefunden hatten, zur Abwicklung. Musikstücke und Lieder, die in reicher Folge einander abwechselten, vermittelten den Eindruck, daß der noch junge Verein bereits zu recht guten Lei­stungen fähig ist. Die Pausen wurden durch Humorist!- fche Vorträge ausgefüllt. Zwei kleine, aber gut ge­spielte Theaterstücke brachten weitere Abwechslung. Die Zuschauer dankten für die Darbietungen mit reichem Beifall. __________________

Kleine Nachrichten.

Ein Erfurter Motorradfahrer verunMckte ht einer Kurve bei Vollst ädt dadurch, daß « gegen ein Brückengeländer fuhr und kopfüber in einen Wassergraben geschleudert wurde. Er erhielt mehrere Kopfwunden.

Auf der Fahrt von Rudolstadt nach Remda stürzte ein Remdaer Motorradfahrer infolge des schlüpfrigen Bodens und war auf der Stelle tot.

Auf einer Schwarzfahrt mit dem Motorrad seines Freundes rannte ein Schlossergeselle aus Schmrra bei Erfurt am Eingang von Ichters­hausen gegen einen Mast und erlitt einen Schädel« bruch, der seinen Tod zur Folge hatte.

Im Walde bei D o s d o r f verunglückte M Landwirt mit feinem Kuhgefährt, das auf ab­schüssiger Straße ins Rollen kam. Der Fuhrmowl stürzte vom Wageck, dessen Räder ihm über dÄ Brust gingen. Er starb an den erlittenen innen1** Verletzungen.

In Sangershausen wurde ein Denkm Gabelsbergers nachts von unbekannten Tätern m gestürzt und zertrümmert.

Ein Gelegenheitsarbeiter aus Schönste! versuchte, seine 17jährige Tochter in der Uitfti zu ertränken. Das Mädchen konnte sich jrd> retten. Der unmenschliche Vater wurde ji genommen.

Aus der Thüringischen Rhön.

Aus Geisa und Umgebung.

Die Verhandlungen über die Regierungsumbildung.

Die Verhandlungen zwischen dem Landtagspräsi­denten und den Regierungsparteien über die Er­gänzung des Kabinetts sind bereits am Mittwoch in Weimar ausgenommen worden. Bei diesen Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien handelt es sich lediglich um eine erste Fühlung­nahme. Als Vermittler wurde der Landtagspräsi­dent v. Thümmel vom Landtagspräsidium beauf­tragt. Bemerkenswert ist, daß sich hierbei zwei Gruppen als Verhandlungspartner gegenüber« stehen, und zwar auf der einen Seite Wirt­schaftspartei und Landvolkpartei, die bekanntlich gegen den sozialdemokratischen Miß­trauensantrag und den Sturz des Ministers Frick stimmten, und die V o l k s p a r t e i auf der an­deren Seite. Es verlautet, daß zunächst der Ver­such gemacht werden soll, die Deutschnatio­nalen, für deren Austritt aus der Regierung kein sachlicher Grund Vorgelegen habe, wieder an den Verhandlungstisch zu brin­gen, um so wenigstens eine gewisse Verbreiterung der Koalitionsbasis zu erreichen.

Fuldaer Land und Rachbargebiek

■■ f)oras b. Fulda. Mittwoch abend sollte in einer hiesigen Metzgerei ein Kälbchen geschlachtet werden. Das arme Iter ahme aber offenbar die böse Absicht der Men­schen. rit sich los — die Todesangst verlieh ihm Riesen­kräfte — rannte den Metzgerlehrling, der es halten sollte, über den Haufen und suchte fein Heil in der Flucht. Auch die Fulda hemmte nicht den eilenden Lauf. In kühnem Sprung landete das junge Kalb mitten im Wasser, durch­schwamm den Fluß und rannte auf der anderen Ufer- fette weiter. Erst in Maberzell konnte es festgehalten werden. Das Schicksal wird also doch feinen Laus neh­men.

primizseiern in der Pfarrei Marbach.

---- Marbach (Krs. Fulda). Die Ostertage waren in diesem Jahre für die Pfarrei Marbach ganz besondere Freudentage. Am Palmsonntag hatten nämlich 2 Söhne der Pfarrei durch die Hand unseres Hochwürdigsten Herrn Bischofs im Oblatenklo ft er zu Hünfeld die hl. Priesterweihe empfangen und an den beiden Oftertagen brachten sie in ihrer Heimatkirche zum ersten Mal das hl. Meßopfer dar. Noch nie hatten die Be­wohner von Bernhards das Glück gehabt, einen Sohn des Dorfes am Altäre zu sehen. Deshalb kann man es begreifen, daß ihre Freude überaus groß war. Herrlich hatten sie ihr vom verstorbenen Pfr. Weber erbautes Kirchlein geschmückt. Der ganze Ort prangte im Festesschmuck. In feierlicher Prozession gaben die Bewohner und die Geistlichkeit dem jungen Priester, Au­gust Schäfer, das Geleit zur Kirche. Das Erstlings­opfer, das durch zweistimmige Lieder verherrlicht wurde, wird allen unvergeßlich bleiben. — Für den 2. Offerteg hatte die Filiale Rückers sich gerüstet, ihrem Sohne Karl Bleuel feine Primizfeier würdig und schön zu gestalten. Der Weg vom Elternhaus zur Kirche war geschmückt mit grünen Girlanden. Auch das Kirchlein hatte für diesen Tag durch die Herrn Malermeister An­ton Ruppel und Franz Roßbach von Fulda ein erheben­des Festgewand erhalten das alle Besucher freudig über­raschte und den zwei Meistern alle Ehre macht.' So konnte denn nach fast 18 Jahren wieder einer der llnsri- gen frohen und dankbaren Herzens im würdigen Got­teshaus fein Primizamt halten. Wie am Tage zuvor so hielt auch heute der Herr Pfarrer R. Trageser die Fest­predigt. Seinen ernsten und freimütigen Ausführungen legte er die Worte des hl. Chryfvstomus zu Grunde: „Das Priesteramt wird zwar auf Erden verwaltet, hat aber den Rang himmlischer Einrichtungen". Gabriels-, Michaels u. Raphaelsdienste soll der Priester am gläu­bigen Volke leisten. Möchten diese beiden Tage dazu beitragen, daß auch in Zukunft wieder der eine oder andere den Weg zum Priestertum findet.

— Neuhof-Neustadl. Bei der am 1. April 1931 vor der Handwerkskammer zu Kassel stattgefundenen M e i- fterprüfung für das Bauhandwerk bestand Herr Franz Auth zu Neuhof-Neustadt seine Prüfung.

— Schlüchtern. In der hiesigen evangelischen Kirche wurde anschließend an einen Abendgottesdienst die Kol­lekte aus dem Klingelbeutel gestohlen. Offenbar hat sich der Einbrecher durch ein Fenster Zutritt verschafft, oder "ach dem Gottesdienst einschließen lassen.

— Salmünster. Wie bereits vor einigen Tagen an anderer Stelle mitgeteilt wurde, wird am 13. Juni d. I. eine Kreistierschau in Schlüchtern abgehalten wer­den. Diejenigen Landwirte, die beabsichtigen, Tiere zur Ausstellung zu bringen, können sich über die näheren Bedingungen und Vorschriften an der Geschäftsstelle Salmünster des Kurhesi. Bauernvereins erkundigen. Ebenfalls können an dieser Stelle die fraglichen Tiere angemeldet werden. In jedem Falle muß die Anmel­dung recht frühzeitig erfolgen.

— Hanau. Die in der Nacht zum 12. Februar ver­übte Bluttat, bei der der Tagelöhner H e r r c e r - stochen wurde, kommt m der am 27. d. Mts. begin­nenden Tagung des Schwurgerichts zur Aburteilung. Angeklagt sind der Fahrbursche Ferdinand Bonn, der Metzgergeselle August Groll und der Gemüsehändler Adolf Kurz, sämtlich aus Hanau, wegen gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang.

Btanb In einem poffamf.

— Dohr o. M. In einem Nebengebäude des Post­amtes Lohr entstand ein Brand, der' es fast völlig in Schutt und Asche legte. Ein Uebergreifen des Bran­des auf das Hauptgebäude konnte dank der raschen Ar- beit der Feuerwehr verhindert werden.

Ein ungetreuer Bürgermeister.

— Eschmege. Bürgermeister Oeding von Wald­kappel hatte plötzlich fein Amt niedergelegt. Durch die Regierung wurde dann eine Nachprüfung der Ge­schäftsführung vorgenommen und festgesteltt, daß in den Jahren 1928-29 städtische Gelder in Höhe von zirka 5000 R m. unterschlagen worden waren. Die Untersuchungen sind noch im Gange und das ge­richtliche Verfahren ist eingeleitet.

62 000 2tm. ungedeckter Fehlbetrag in Melsungen.

— Melsungen. Nunmehr liegt den Stadtverordne­ten der Haushaltsplan für das Jahr 1931 vor. Wie überall, sind auch hier erhebliche Einsparun­gen vorgenommen worden, trotzdem verbleibt eine Defi­zit von 62 500 Mark, für das vorläufig keine Deckung möglich ist. Die Stadtverordneten haben der von der Verwaltung beantragten Erhöhung verschiedener Steu­ern zugestimmt, dagegen die Einführung der Gemeinde­biersteuer nebst 100 Prozent Zuschlag und Einführung der Bürgersteuer mit 400 Prozent Zuschlag einstimmig abgelehnt. Nur bei Annahme dieser Steuern wäre es möglich gewesen, das Defizit zu decken. Es bleibt somit keine andere Möglichkeit, als die A u f f i ch t s b e h ö r de anzurufen.

700 Zahre wolfhagen.

— Wolfhagen. Die Kreisstadt Wolfhagen feiert vom 18. bis 20. Juli das Fest ihres 700jährigen Bestehens. Der offizielle Festakt findet am Abend des 18. Juli statt. Am Sonntag, 19. Juli, um 14 Uhr, ist ein Festzug vor­gesehen und nachmittags in einem dazu aufgeschlagenen großen Zelt die Uraufführung des Heimatspiels „Andreas Kayser" von Heinrich Röser.

Dom Eichsseld.

— Leinefelde. Ein aus Worms stammender Mann wurde an der Bahnböschung vor Leineselde gefunden. Er war nicht vernehmungsfähig, jedoch nimmt man an, daß er aus einem auf dieser Strecke verkehrenden Per­sonenzug herausgestürzt ist.

Aeues aus Frankfurt.

— 3000 Aukos werden in den Dienst gestellt. Nicht weniger als 3000 Autobesitzer, die aus steuerlichen und auch aus wirtschaftlichen Gründen während der Win­termonate ihre Wagen in den Ruhestand versetzt hatten, meldeten innerhalb dreier Tage ihre Autos wieder bei der Polizei an. — Insgesamt waren während der Wm- terzeit rund 5000 Wagen außer Dienst gestellt worden.

— Ein Hakelschwindler feffgenommen. In Berlin konnte der Kaufmann Karl Kroll festgenommen wer­den, der im ganzen 500 Hotelschwindeleien auf dem Kerbholz hat und auch in Frankfurt wirkte. Er pflegte unter einer Scheinfirma für eine angebliche Bau­kommission von sechs Herren für einen bestimmten Tag mehrere Zimmer zu bestellen und bann mitzuteilen, daß der Besuch der Herren sich um einige Tage verschoben habe und inzwischen eine evtl, eingehende Nachnahme­sendung der Firma K. Kroll in Berlin eingelöst werden möchte. Diese Nachnahmesendung ging dann prompt ein und Herr Kroll hob das Geld ebenso prompt von dem in Berlin eingerichteten Postscheckkonto ab. Die Baukommission traf nie ein und die Nachnahmesendung enthielt bei näherem Zusehen Papierschnitzel.

= Schäfte im (Safe. In der Nacht zum Donnerstag verletzte ein junger Mann in einem (Safe am Opern­platz eine j u n ge Frau durch zwei Revolver- s ch u s s e. Die ziemlich schwer verletzte Frau wurde nach dem Heiliggeist-Hospital verbracht. Ueber das Motiv

der Tat ist Klarheit noch nicht erzielt worden. Die kri­minalpolizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Ein neuer kiorrupkionsfall in Wiesbaden.

— Wiesbaden. Seit längerer Zeit ist, wie die „W. Z. meldet, bekannt, daß bei den Lieferungen der Betriebsstoffe für die städtischen Verkehrsbetriebe Unregelmäßigkeiten vorgekommen fein sollen. Jetzt ist ein Angestellter einer der Lieferfirmen für Ben­zol und Benzin auf Grund von Verfehlungen gegen­über feiner Gesellschaft fristlos entlassen worden. Da­durch kam, genau wie im Falle der Duisburger Kabel­werke, der Stein ins Rollen. Der Entlassene gibt an, die Fehlbeträge zum Teil benutzt zu haben, um Ange­stellten der städtischen Verkehrsbetriebe Zuwendungen zu machen. Er hat die Betreffenden namhaft gemacht. Ein städtischer Angestellter ist daraufhin bereits von der Stadt entlassen worden, bei den übrigen wird die Beteiligung in Abrede gestellt. Die Angelegenheit ist in Händen der Staatsanwaltschaft. Die Stadt will in keiner Weise geschädigt fern.

Die Wesk-Osi-Siedlung.

— Wiesbaden. Die seit Jahren erstrebte Förderung der West-Ost-Siedlung, d. h. die Umsiedlung nassaui­scher Bauernsöhne nach den östlichen Provinzen, konnte erstmals im Jahre 1930 in größerem Umfange verwirk­licht werden. Von einem Einzelfall abgesehen, war die geschlossene, d. h. die landsmannschaftliche Ansiedlung, maßgebend. Daran soll auch für die Folge festgehalten werden. Durch Vermittlung der Nassauischen Sied- lungsgesellschaft in Frankfurt a. M. wurden insgesamt 2 2 S i e d l er angesetzt, und zwar 13 bei Petschow in Mecklenburg, 8 in Klein-Zastrow in Pommern und ein Siedler auf Gut Herrenstein im Kreise Templin (Pro­vinz Brandenburg). In zahlreichen Fällen handelt es sich um kinderreiche Familien, die angesichts der schwie­rigen Sage der einheimischen Landwirtschaft und der erschwerten sonstigen Erwerbsmöglichkeiten nur in der lleberfieblung nach dem Osten für sich und ihre Familie die Möglichkeit der Schaffung einer neuen Existenz sahen. Um die Umsiedlung zu erleichtern, hat die Be- zirksoerwaltung für die von der Nassauischen Landesbank zur Verfügung gestellten Anzahlungs- und Einrichtungs­darlehen auf 'fünf Jahre ZinsverbilligungKbeihilfen in solcher Höhe übernommen, daß die Belastung für den Siedler nicht mehr als 3 Prozent pro Jahr beträgt. Die Zinsverbilligungsbeihilfen wurden für ein Gefamkkapi- tal von 214 000 Mk. bewilligt. Ferner ist in den Fällen, in denen eine hypothekarische Belastung des väterlichen bezw. des eigenen Besitzes des Siedlers in Nassau nicht möglich war, gegenüber der Nassauischen Landesbank für die Siedlungsdarlehen die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen worden. Die Gefamtbürgschaftsübernahme beläuft sich auf 135 200 Mk. Schließlich wurden an Um­zugskostenbeihilfen 3450 Mk. bewilligt. Weitere 31 nas­sauische Siedler werden demnächst in Mecklenburg zur Ansiedlung kommen.

Freistaat Hessen.

— Gießen. Der 46jährige Arbeiter Nau aus Weickartshain, ber, wie berichtet, vor einigen Tagen i n der Eiisensteingrube bei Atzenhain ver­schüttet wurde, ist jetzt seinen schweren Verletzungen erlegen.

— Offenbach. Ein Einwohner aus Bürgel namens Theodor Möller sprang nachts in selbstmörderischer Ab­sicht von ber Mainbrücke in ben Main. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Welche Gründe ben Mann in den Tod getrieben haben, ist bisher nicht bekannt.

Ein Kind überfahren und getötet.

— Offenbach. Am Dienstag nachmittag wurde auf der Landstraße Bieber-Obertshausen in der Nähe des Gutshofes Waldhof ein sechs Jahre alter Knabe Hein­rich Lukas aus Bieber von einem Frankfurter Perso­nenkraftwagen überfahren und auf der Stelle getötet. Den Führer des Autos soll keine Schuld treffen.

Für 100 000 Mark Ware geschmuggelt.

Worms. In einer der letzten Nächte wurden durch gemeinsames und entschlossenes Handeln von Be­amten ' der Zollsahndungsstelle Mannheim und Beam­ten der Wormser Kriminalpolizei fünf Personen aus Worms, Wiesbaden und Zweibrücken wegen schweren Bandenschmuggels auf frischer Tat fest genommen. Die Täter benutzten ein Auto, in dem sie die Schmuggelware verstaut hatten, die einen Zottwert von über 100 000 Mark repräsentiert. Es handelt sich um rund 14 000 Büchelchen Zigaretten­papier, 16 000 Zigaretten und mehrere hundert Päckchen Zigarettentabak. Der Personenwagen und die Schmugglerware wurden fidjergeftellt und die Täter ver­haftet.

Ein Bauverein in Schwierigkeiten.

— Mainz. Der von dem evangelischen Pfarrer Schreiber vor mehreren Jahren ins Leben gerufene L u- ther-Bauverein ist in Zahlungsschwierigkeiten ge­raten. Die Bauhandwerker warten bereits seit Monaten auf Auszahlung ihrer Rechnungsbeträge. Der Verein war von Anfang an mit recht gering er finanziel- l c r Vorsicht gegründet worden.

Pom Zuge erfaßt und überfahren.

— Montabaur. Ein 20jähriger junger, Mann geriet in der Nähe des Tunnels bei Peterslahr unter

V ■; :■

Deutsche Hochsee-Flottenschi in der Swinemünd Ducht.

Oben links: Linienschiff „Hannovers Unten links: Kreuzer „Köln".

Oben rechts: Kreuzer „Königsberg < Unten rechts: Linienschiff „Hessen.

3m Kreis: Admiral Oldekop, Chef W der deutschen Hochseeflotte.

Vom 16. bis 20. April findet in Jg Bucht von Swinemünde eine Sr - deutfche Flottenschau statt, bei der •>“ Publikum Gelegenheit haben ftj’e vier Linienschiffe, 2 Kreuzer, sowie erste und zweite Torpedobootflolstie tr besichtigen.

In Kreisen der britischen Admiralität war bis­her noch keine Bestätigung der Meldung des „Daily Herald" zu erhalten, daß das zweite britische Kreuzergefchwader in diesem Sommer den K i e- l e r Hafen besuchen werde. Der Marinckoree- spondent des. ,JDqiü) Herold" betont jedoch, daß private diplomatische Besprechungen über den vor­geschlagenen Besuch im Gange seien, und obgleich noch nichts offiziell geregelt worden sei, würden

die Verhandlungen in freundschaftlichstem Geiste geführt. Es fehle sozusagen nur noch die for­melle Einladung und Annahme. Das Blatt hebt her­vor, es werde also voraussichtlich in diefem Som­mer ein britisches Geschwader zum ersten Male seit 1914 einem deutschen Hafen einen Besuch ab­statten. Das zweite britische Kreuzergeschwader besteht aus den Kreuzern „Hawking" (Flaggen­schiff), „Dork", „Dorsetshire" und „Nordfolk, so­

wie dem Minenlegerkreuzer „Adventure. Kreuzer „Hawkins" wurde unmittelbar noch Kriege vollendet, aber alle anderen Schiffe späteren Datums und laut „Daily Herald" K stücke zu den neuen deutschen Kreuzern „Karlsruhe", „Königsberg" und „Köln". ™ dieser deutschen Schiffe werden, wie das - meint, vielleicht in Kiel als Gastgeber fult8