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Anzeiger für die Stabt Fulda unb denOandkreis Julba. Amtliches Kreisblatt.

Areitag, 10. April 1931

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Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Pjg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt Postscheck Franks, a. M 4051.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

daß sie Kanzler und Außenminister einer zwar moralisch starken, aber doch sehr abhängigen und leicht zu gefährdenden deutschen Regierung, die sich im Grunde nur auf wohlverstandene Demokra­tie stützen kann, über politische Probleme Euro­pas, wie sie sie sehen, aufklären wollen. Brüning und Curtius werden ihnen mancherlei erzählen können, was nie in den Zeitungen streng und wor­über auch in Genf nicht gesprochen zu werden pflegt. Es wird also nicht nur um die Abrüstung zur See gehen. Uns liegt noch näher das Ver­langen, daß unsere Nachbarn endlich die Folge­rungen aus eigenen vertraglichen Verpflichtungen ziehen und damit auch Deutschland dis Sicherheit geben, die gerade ihm fehlt, während anders dar­über in einem für uns bedrohlichen Maße ver­fügen. Auch an diesem Punkt der Unterhaltung würde die Anwesenheit Briands außerordentlich erwünscht sein.

Man darf zu Brüning und Curtius das Ver­trauen haben, daß sie in London dis Interessen Deutschlands auf klügste und würdigste vertreten werden. Das ist auch die Meinung der deutschen Blätter, soweit sie deutsche Ansprüche vertreten, statt sich lediglich auf parteipolitische Motive zu­rückzuziehen. Es kommt ja alles darauf an. wie namentlich Brüning, der sich in einjähriger Regie­rungszeit einen großen Ruf in der ganzen Welt errang, seine politischen Gedanken den englischen Kollegen gegenüber vertreten wird. Aber nach dieser Richtung hin haben wir wenig Sorge. Er wird als kluger Deutscher sprechen.

* Erholungsurlaub des Reichsfinanzministers Dr. Dietrich. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich ist im Sanatorium Schloß Hornegg in Baden zu einem Kuraufenthalt eingetroffen.

* Deutsche Note an die litauische Regierung. Die litauische Regierung hat in letzter Zeit fünf Reichsdeutsche aus dem litauischen Staatsgebiet ausgewiesen. Diese Ausweisungen waren nach Auf­fassung der deutschen Regierung gemäß Schluß- Protokoll zu Artikel 1 des deutsch-litauischen Han­dels- und Schiffahrtsvertrages unzulässig. Nachdem die litauische Regierung es abgelehnr hat, die Ausweisung zurückzunehmen, hat der deutsche Geschäftsträger in Kowno der litauischen Regie­rung eine Note überreicht, in welcher der litau­ischen Regierung mirgeteilt wird, daß die deutsche Regierung die Ausweisungsfälle dem in Artikel 33wes deutsck-litauischen Handels- und Schisfahrts­vertrages vorgesehenen Schiedsgericht unterbreiten werde.

Polen an die SowZek-Anron.

wtb. Warschau, 9. April. (Eig. Meldg.). Wie die offiziöse Gazetta-Polska erfährt, hat die pol­nische Regierung vor den Osterfeiertagen im sow­jetrussischen Volkskommissariat für Aeußerrs durch ihre Moskauer Gesandtschaft eine Note übergeben, worin gegen die jüngsten volenfeindlichsn Demon­strationen in der Sowjet-Ukraine protestiert wird.

Die Regierungskrise in Rumänien.

Titulesku in Bukarest emgetroffen.

wtb. Bukarest, 9. April. (Eig. Meld.) Der rumänische Gesandte in London, Titulesku, ist heute früh in Bukarest eingetroffen. Er wurde am Bahn­hofe von den Mitgliedern der Regierung empfan­gen. Zeitungsberichterstattern gegenüber erklärte Titulesku, er habe vom König noch feinen aus­drücklichen Auftrag zur Kabinettsbil­dung erhalten, sollte er ihn aber erhalten, so werde er ihn annehmen, jedoch könne er die mit der Kabinettsbildung verbundene schwere Verant­wortlichkeit nicht allein übernehmen, und deshalb wünsche er die Unterstützung aller politischen Parteien. Titulesku wird noch im Laufe des heu­tigen Tages persönlich zur Audienz erscheinen und dann sofort die Verhandlungen mit den Partei­führern aufnehmen.

„Justiz-Kritik".

In der „Frankfurter Zeitung" ist ftlgendes zu lesen: Man hat im Laufe der letzten Zeit bei der Lek­türe nationalsozialistischer Blätter bereits mehrfach eine eigentümliche und bösartige Form der „Ju­stizkritik" wahrgenommen. Gegenüber politisch mißliebigen Richtern verstieg sich die nationalsozia­listische Presse zu einer ganz unverhüllten „E i n- schüchterungspoliti f". Die Form war beispielsweise so: In Prozeßberichten nationalso­zialistischer Blätter wurde in demagogischster Art ein unbequemes Urteil gescholten und gleichzeitig Namen und Adressen der Richter, ja sogar der Schöffen demonstrativ hervorgehoben. Sogleich oder einige Tage später war dann im selben Blatte zu lesen, daß man im „Dritten Reich" mit Richtern, welche sich der allein seligmachenden Par­teidoktrin so wenig gefügig zeigten, nicht gerade glimpflich umspringen werde, daß sie jedes Anrecht nicht nur auf Weiterführung ihres Amtes, sondern auch auf den Bezug einer Pension verwirkt hätten und ähnliches. Diese gelegentlichen Attacken auf die Unabhängigkeit der deutschen Rechtsprechung sind nun aber hinter den Kulissen offenbar schon zu einem richtigen System der Bespitzelung ausge­baut worden. Ein ^Berliner Montagsblatt ver­öffentlicht nämlich jetzt die Korrespondenz eines Anwaltes, der als Perteidiger nationalsozialistischer Angeklagter auftritt, und hier erteilt der Herr Verteidiger (zugleich mit Kostenberechnungen ge­genüber den Parteistellen) den Richtern und Staatsanwälten, denen er begegnet ist, zur Kennt­nis des Gausturmführers Zensuren. Mit wel­cher Gründlichkeit und welchem Tiesiinn da berich­tet wird, zeigen folgende Zitate: „Vorsitzender: Amtsgerichtsdirektor Dr. P., nach meiner Schät­zung so eine Art Hindburgianer und Stresemann- Westarp-Mann. Staatsanwalt: Der ungemein re­publikanische Staatsanwaltschaftsrat Dr. Z. (fürs Dritte Reich vorzumerken)". Oder: „Nach außen

Die kommende volkerdundskagung.

m Mittelpunkt: Abrüstungsfragen. — Die Sowjet-Propaganda

Vtb. Paris, 9. April. (Eig. Meld.) Der Außen- tjrtfitifer des „Matin" beschäftigt sich mit den bevor- »Xnben Verhandlungen des Völkerbundsrates, bei Ltfn das Abrüstungsproblem im Hinblick die Abrüstungskonferenz des nächsten Jahres »ine besondere Rolle spielen dürste.

Tauerwein schreibt: Das Interesse der europä- gutot Mächte ist offenbar. Man darf nicht Kd) einen Mißerfolg der Sowjetpropa- tgnda eine wirksame Stütze verschaffen. Hider gehen die gleichen Mächte, die durch dieses Einsame Interesse verbunden sind, in anderen ßintiten nicht zusammen. So betrachten Deutsch­land und seine früheren Delegierten es als oppor- M,. die durch die Verträge ihnen aufgezwungene militärische Lage abzuändern. Es ist ein guter Gedanke, mit den Deutschen zu verhandeln, um, wem möglich, einen folgenschweren K on- flitt während der Konferenz selbst zu vermeiden oder wenigstens dessen Gefahr zu begrenzen. Aber wenn zwei große Länder sich über milstärische Fragen zu unterhalten haben, so sind das nicht England und Deutschland, sondern Frankreich und Deutschland. Frankreichs Interesse steht auf dem Spiele. Die Gründe hier­für gehen bei weitem über das Schicksal der eng­lischen Arbeiterpartei bei den Wahlen hinaus. Unser Verhältnis zu Deutschland als militärisches Gebiet ist ein höchst wichtiges Kapitel für unfere Sicherheit. Wäre es nicht besser, wenn die auf der Tagesordnung stehenden Fragen der Rüstungen fi Lande und in der Luft von deutschen und ranzösischen Sachverständigen genauer ge­prüft werden?

wtb. London, 9. April. (Eig. Meld.) Das eng­lische Arbeiterblatt „Daily Herald" schreibt: Die Bemerkungen der französischen Presse über den bevorstehenden Besuch der deutschen Minister in London sind reichlich taktlos gewesen. Die Auffassung, Frankreich sei berechtigt, sich durch einen deutschen Besuch in London beleidigt zu füh- fen, ist wirklich etwas stark. Das Blatt erklärt, derartige Ansprüche brächten Paris nur Schaden Mb riefen in England eine Verstimmung hervor, je die Franzosen in ihrem eigenen Interesse schwerlich erregen wollten.

; . Englandfahrt im Juni.

Die auf englische Initiative eingeleiteten Be­sprechungen zwischen London und Berlin über den Besuch des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichsaußenministers Dr. Curtius bei dem englischen Premierminister sind abgeschlossen wor­den. Die englische Regierung hat die beiden deut­schen Staatsmänner eingeladen, am 5. Juni nach Cheguers zu kommen und bis zum 9. Juni als Gäste der englischen Regierung in Che- fluers und London zu bleiben. Geplant ist eine intime freundschaftliche Aussprache über alle wich­tigen Fragen, welche die beiden Länder berühren. Die ursprünglich für eine der beiden erfien Mai­wochen in Aussicht genommene Zusammenkunft mußte auf die Zeit nach Pfingsten verlegt werden, weil für die ersten Maitage der englische Premier­minister und mehrere seiner Kollegen bereits an­derweitig gebunden waren und weil das zweite Wochenende im Mai zeitlich zu nahe an die Ta­gung des Europaausschusses und die daran an­schließende Ratstagung rückte.

Hendersons Ziele.

Aus London wird gemeldet:

Staatssekretär Henderson hielt in dem Londo- ner Vorort Plumstaed eine Rede über die aus­wärtige Politik. Als er sein Amt übernommen so führte er aus, sei er entschlossen gerne» Kn die ausgezeichnete Arbeit, die Macdonald als Staatssekretär des Aeußeren vollbracht habe, fort- Suietzen und die dem Volke gegebenen sehr be- mmmten Versprechungen zu erfüllen. Wir richte- ün unsere Bemühungen darauf, so sagte der Staatssekretär, einen ständigen Beitrag zur Festi­

gung des Weltfriedens zu leisten und wir taten alles in unseren Kräften Stehende, wirksa­mere Bürgschaften gegen den Krieg zu schaffen, als sie je gewesen waren. Wir befolg­ten die Völkerbundspolitik und sind entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, durch ein Abkommen zwischen den Nationen die Abrüstung herbeizuführen. Heute sind wir dem Erfolge nä­her als je. Die Konferenz, die im Februar näch­sten Jahres eröffnet wird, wird die größte Kon­ferenz der Weltgeschichte sein. Ihr Zweck ist es, die Nationen gegenseitig davon zu überzeugen, daß Krieg die verderblich st e und n utz- los e st e aller menschlichen Torheiten ist und deshalb abgeschafft werden sollte. Dies kann allein durch eine Beschränkung der stehenden Heere oder durch ihre Herab­setzung auf das niedrigste mögliche Maß erreicht werden, das sich mit der nationalen Sicherheit vereinbaren läßt.

Die Einladung.

Wir fangen an, uns an Besonderheiten zu ge­wöhnen. Die Zeitungen verzichten zwar selbst­verständlich nicht auf große Ueberfdjriften, aber es gehen uns heute schon Dinge verhältnismäßig leicht ein, die eigentlich schon fast welthistorisch sind und die noch vor gar nicht langer Zeit mir uns kaum hätten träumen lassen. Zu solchen Er­eignissen gehörte kürzlich das österreichisch- deutsche Zollabkommen, und heute ge­bärt dazu die Einladung an Brüning und Curtius, nach London zu kommen und sich mit dem Premierminister auf seinem Landgut über die aktuellen Fragen der europäischen Politik zu unterhalten.

Das ist immerhin ein Vorgang, und sicher ist er manchem unserer nationalen Neidhämmel nicht angenehm. Denn er zeigt deutsche Staatsmänner in selbstverständlichem Verkehr mit ausländischen Kollegen, und zwar nicht etwa nur in Genf oder bei irgendeiner anderen Gelegenheit, bei der Deutschland wie so oft seit dem Kriege, irgendwie nicht ganz voll erschiene, sondern der Kanzler und der Außenminister werden nach London eingela­den, weil ihre englischen Partner Wert darauf le­gen, gerade mit ihnen gewisse Fragen durchzuspre­chen. Wir treten keinem zu nahe und machen kei­nem unerwünschte Verbeugungen, wenn wir fest­stellen, daß diese Einladung eine Zäsur zwischen zwei verschiedenen Methoden europäischer Deutsch­landpolitik bedeutet.

Schon der Anlaß ist sehr bemerkenswert. Eng­land, Frankreich und Italien hatten neulich ein Flottenabkommen getroffen, über das man in einem Lande, das bis zur Selbstentäußerung ab- gerüftet hat, nicht entzückt fein kann. Deutschland erfuhr von der Angelegenheit eigentlich nur durch die Zeitungen. Mitteilungen, die dem deutschen Botschafter in Rom gemacht wurden, waren sehr unvollständig. Daß man hierüber in der Wilhelm- straße verstimmt war, ist natürlich. Daß man es merken ließ, beweist, daß unsere Schnellfeuerpa-, trioten die Dinge leicht falsch darzustellen pflegen. Daß schließlich der englische Außenminister Hen­derson diese Verstimmung durch eine Einladung nach London wegräumen will, zeigt uns, wie wich­tig dem mächtigsten Reich der Welt die Meinung der deutschen Regierung ist. Denn es soll auf dem Landgut des englischen Premiers aufrichtig und, wie es ausdrücklich heißt, intim über europäische politische Probleme gesprochen werden. Es gibt ihrer genug; die aktuellsten sind für uns die Fra­gen der Abrüstung und neuerdings des deutsch- österreichischen Zollabkommens. Dieser letzte Punkt stand nicht von Anfang auf der Tagesordnung. Es hat sogar einen Augenblick lang so ausgesehen, als ob er den deutschen Besuch in London ver­eiteln könnte. Glücklicherweise ist es nicht dahin gekommen, man darf aber annehmen, daß er mit besprochen werden wird.

Es spricht für eine ehrliche Meinung der füh­renden Männer der englischen Arbeiterregierung,

tat er objektiv, in den entscheidenden Punkten und insbesondere in der Urteilsbegründung ließ er aber genügsam erkennen, wie es um seine Ob­jektivität bestellt war. Ich habe zu dem Herrn gar kein Vertrauen." Kaum vorstellbar, daß sich die republikan ische Presse ober die republikani­schen Anwälte jemals einen solchen Unrat, Unrat im intellektuellen wie im moralischen Sinne, er­laubt hätten. Vielleicht ist es. für die Stellen, welche doch selbst gegenüber objektiver Iustizkritik so au­ßerordentlich empfindlich sind, nicht ganz überflüs­sig, auch gegenüber solchen Exzessen einmal ihre Stimme zu erheben.

Ein Spiegelbild.

In ihrem immer wütender werdenden Kampf gegen das Zentrum suchen die Deutschnationalen besonders mit dem Argument zu wirken, das Zen­trum treibe durch feine politische Arbeitsgemein­schaft mit der Sozialdemokratie „Verrat an christ­licher Sitte und Kultur". Das ist bekanntlich nicht wahr, denn das Zentrum hat der Sozialdemokratie auf weltanschaulichem Gebiete in keinem einzigen wesentlichen Punkte auch nur irgendeine Konzes­sion gemacht.

Aber wie sieht es bei den Deutschnationalen selbst aus? Darüber wissen wir Bescheid aus dem eigenen Lager. Die deutschnationalen Abgeordne­ten und Parteiführer, die seit 1929 aus dem deutschnationalen Lager ausgezogen find, halten ihrer früheren Partei den Spiegel vor. Unb was sagen sie?

1. Die Arbeiterführer B a l t r u s ch, Rudolph, Thränert, Blum und Adolph:

Für Christen erscheint es unmöglich, dieser Partei noch länger Gefolgschaft zu leisten.

2. Der Katholik Dr. L e je u n e - Iu n g:

Christlich-konservative Weltanschauung kann sfth unter dem jetzigen Parteivorsitzenden S)ugenberg nicht mehr auswirken.

3. Der evangelische Pfarrer K l i e s ch:

Der jetzige Parteiführer Huaenberg steht christ­lich-sozialen Anschauungen durchaus fremd gegen­über. Grundsätzlich steht die Partei zwar auf dem Boden der religiösen Erziehung und der konfessio­nellen Schule. Die deutschnationale Landtagssrak. tion war aber bisher nicht dazu zu bewegen, den Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen ge. setzlich zu fördern und zu schützen.

4. Der Gewerkschaftler Hülser:

Hugenberg hat sich, seit er die Parteiführung innehat, um die christlich-sozialen Wünsche in kei­ner Weise gekümmert.

5. Der Gewerkschaftler Lambach:

Hugenbergs Tätigkeit als Presse- und Film­unternehmer hat das Amt des deutschnationalen Parteivorsitzenden mit der Kultur und Sitte zer­setzenden Wirksamkeit von Boulevardblättern und' lüsternen Filmen in Zusammenhang gebracht.

6. Der feit Jahrzehnten im politischen Leben bekannte Pfarrer Dr. Mumm:

Durch die Haltung her Nachtausgabe Hugen­bergs sowie durch gewisse Filme der Ufa sind mir schwersten Angriffen ernster christlicher Volkskreife ausgesetzt.

7. Der christlich-soziale Führer Pfarrer Dr. Al­bert Schmidt aus Bochum:

Ich las letzthin eine Sonntagsnummer des „Berliner Lokalanzeigers", des Hugenbergschen Massenorgans. Im Anzeigenteil fand ich mehrere Dutzend Anzeigen, die auf die Anbahnung von wilden Ehen, von Hurerei und Ehebruch hinziel- ten. Wo bleibt da das sittliche Recht zum Kampf? Wir sagen kraft der Vollmacht, die uns als Glie­der der allgemeinen Priesterschaft der Gläubigen gegeben ist, daß es blankester Kulturbolschewismus ist, wenn wir in der Nachtausgabe Anzeigen lesen» wo die Schau nackter Weiber angepriesen und dar­auf aufmerksam gemacht wird, daß ganz vorn an

Bilder vom Tage.

Botschafter Torikichi Sbata (links) mit Baron von Schön vom Auswärtigen Amt.

In Berlin traf der bisherige japanische Bot­schafter in Peking, Torikichi Obata, ein, um feinen neuen Posten, als Botschafter in Deutschland zu übernehmen.

Englands Premier Macdonald mit seiner Tochter Ioan im Garten von Cheguers.

CuttiÜs Englische Premierminister hat den deutschen Reichskanzler Brüning und den Reichsaußenminister <8)eo ben französischen Außenminister Briand eingeladen, im Juni mit ihm einige Tage in

r ® Landgut des englischen Premierministers zuzubringen. Bei dieser Gelegenheit sollen wiq)tigften politischen Fragen in freundschaftlicher Unterhaltung besprochen werden.