Erschein» sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernkufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Sonntag, 5. April 1931
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Die Arbeiken der vrauns-Kommisfion
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müssen zu dieser echten Schlichtheit deutschen Wesens, in der mehr Kraft' sich offenbart als in den verkrampften Schreien nach einem Dritten Reich oder nach Moskaus Dik- t a t u r.
Bekämpft die Dummheit! Wehrt Euch dagegen, daß irgend eine bejahrte Kaffeeschwester, die politisch nicht auf drei zählen kann, sich als Kritiker der deutschen Reichsregierung aufspielen darf und
Schwer ringt die Welt, schwer ringt (Europa, am schwersten jedoch ringt Deutschland im Kampfe gegen die vielseitige Hot unserer Zeit. Eine Mn- ruhe hat die Menschheit — und wiederum am stärksten Deutschland — erfaßt, weil sie sich irgendwie bewußt ist, daß diese Hot nicht aus vorübergehenden Schwierigkeiten entstanden ist, sondern daß sie der Ausdruck einer Umwandlung der bestehenden Verhältnisse ist, die zu neuen Denkweisen auf dem Gebiete des Politischen, des Wirtschaftlichen, des Sozialen und selbst des Geistigen zwingt. (Eine große Sehnsucht hat das deutsche Volk und vor allem die deutsche Jugend erfaßt, aus der Wirrnis der heutigen Zeit herauszukommen und neuen Zielen znzüstreben. Das deutsche Volk weiß, daß es den Kampf um die Gestaltung einer neuen hoffnungsvolleren Zukunft nur in Gemeinsamkeit mit den andere» Völkern führen kann und daß schon die nächste Zeit den Auftakt bringt zu den wichtigen Entscheidungen der kommenden Jahre.
Aber diesen gemeinsamen Kampf um die Heugestaltung einer besseren Zukunft will Deutschland nicht nur als freies, sondern als vollkommen
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Wenn man sich den Wirrwarr vergegenwärtigt, der augenblicklich im Hitlerlager vor sich geht, dann drängt sich unwillkürlich die Frage auf die Lippen: was wäre wohl geworden, wenn damals, nach dem überraschenden Wahlergebnis des 14. September 1930, Brüning und fein Kabinett von ihrem Posten gewichen wären?
Es wird noch einmal die Stunde kommen .— und diese Erkenntnis gewinnt von Tag zu Tag an Raum — in welcher das deutsche Volk dem Führer Brüning und seiner Führung der Geschichte des deutschen Volkes in einer Epoche, die mit ungeheuren Gefahren und Gefahrmöglichkeiten voll- gepropft war. Dank und Anerkennung abstatten muß.
Je ruhiger, klarer und zielsicherer die Führung der Reichspolitik in den leßten Monaten sich gestaltete, um so unruhiger, nervöser und unsicherer wurden die Nationalsozialisten, die schon glaubten, das Dritte Reich etablieren zu können. Je mehr sich die Autorität des Staates durchsetzte, umsomehr würden diejenigen, die mit dem Munde regierten, ohne etwas Positives schaffen und arbeiten zu können, diejenigen insbesondere, die vor der Verantwortung feige die Flucht ergriffen, damit sie sich nicht vor aller Welt zu entlarven brauchten, in den Hintergrund gedrängt und schließlich ganz ausgeschaltet. Eine wahnwitzige Dummheit war dieses Ausscheiden der Nationalsozialisten aus dem Reichstag, denen sich Hugen- berg, der verblendetfte und verbohrteste Politiker der Nachkriegszeit, an die Rocklchöße hing in der Erwartung, nun den „großen Schlag" gegen das Kabinett Brüning tun zu können. Die Reichsregierung aber ging fest und ruhig ihren Weg, und was sie noch vor wenigen Wochen nicht hätte riskieren können, das konnte sie ietzt tun: dem Radikalismus die Autorität des Staates entgegensetzen^
Und nun auf einmal sehen wir den Zusammenbruch! Fade wie Limonade wirkt das, was die nationalsozialistische Presse jetzt schreibt, nachdem das Volk der Phrasen und Versprechungen nachgerade überdrüssig geworden war. Man hatte eine gewaltige Wende erwartet — und man bekam einerseits Versprechungen zu hören, andererseits
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Durch eine Schlagwetter-Explosion auf der Zeche „Shamrock" bei Essen wurde am Donnerstag vormittag ein Bergmann getötet. Eine Gefahr für die Belegschaft und die Grube besteht nicht. _____
Von Einbrechern erschossen.
wtb. Küstrin, 4. April. (Eig. Meld.) Im Dorfe Mantschow im Oberbruch wurde heute in der 5. Morgenstunde der Gemeindevorsteher S ch i e w e von Einbrechern erschossen. Schiewe hatte die Einbrecher bemerkt und es war zu ei» nem Feuergefecht gekommen, bei dem der Ee» meindevorsteher den tödlichen Schuß erhielt. Die Räuber haben am Tatort einen Rucksack mit Ein» bruchswerkzeugen zurückgelassen.
Banküberfall am Karfreitag.
wtb. Quickborn (Krs. Pinneberg), 4. April. ((Eig. Meld.) Am Karfreitag drangen maskierte Räuber in die Geschäftsräume der hiesigen Filiale der westholsteinischen Dank ein und zwangen mit vorgehaltenem Revolver den Bankleiter, den Geld- schrank zu öffnen. Sie erbeuteten 2000 Mark, fesselten dann den Bankleiter und entkamen unerkannt.
In Newyorker privaten Büros wurden ein bks zwei Tonnen Rauschgifte im Gesamtwert von rund 11-4 Millionen Dollar beschlagnahmt. Eine Person wurde festgenommen.
geschlagen wird. In der Frage der DoppeIverbt e n e r werden keine gesetzlichen Maßnahmen vorgesehen, vielmehr wird empfohlen, auf dem Verwaltungswege vorzugehen. Das bedeutet, daß diese Maßnahme auf die Beamten und Angestellten der Behörden beschränkt wird, während die übrigen Doppelverdiener von den Vorschlägen der Gutachter-Kommission unberührt bleiben.. Es ist aber wohl durchzusetzen, daß sich auch die privaten Arbeitgeber gegen die Doppelverdiener wenden und sie ausmerzen werden.
sah man einen Kampf um die Futterkrippe in Formen, wie man sie bei allem, was sonst vorgekommen sein mochte, vordem nie erlebt hatte Die Machtkämpfe innerhalb des Hstlerlagers, die man noch glaubte mit der Götzenanbetung überwinden zu können — nie ist etwas lleberhedlicheres und Anmaßenderes an Personenkult und in der Selbstvergötterung erlebt worden, als im nationalsozia- llstischen Lager — sind in einen offenen Bruderkampf ausgeartet, bei dem Handgreiflichkeiten gar nichts Seltenes mehr find.
Das sind die „Reiniger" und „Retter" der Kultur! Die große Dämmerung hat begonnen....
Wir wollen keine Druckerschwärze daran verschwenden, die einzigartigen „Aufrufe" abzndruk- ken, mit denen sich die Freunde von gestern, die Feinde von heute, Hitler und Stennes, „der nie etwas getan hat, o' -n"
zurzeit bombardieren. Stennes ist mit feinen engeren Freunden aus der nationalsozialistischen Partei ausgeschlossen worden. Hitler will letzt „mit dem Gewicht einer Halb-Millio- n.?IT, v11'*6’" gegen den Offiziersmeutererklüngel rücksichtslos vorgehen".
Da Hitler die Parteikasse in der Hand hat, wird er dabei zweifellos stärker sein als die Meuterer. Wie „C. N. B." aus Kreisen der politischen Leitung der Berliner N. S. D. A. P. erfährt, befinden sich das Berliner Parteiorgan „Der Angriff und die Gaugeschäfts st ekle wieder tn.oen Händen der Reichs- und Gauleitung. Im Verlag und Redaktion des Blattes sind einige personelle Veränderungen vorge- ÄOmmen morden. Aus der Verlagsleitung find Dr. Weissauer und Ernst Werner Techow, aus dem Redaktionsverband die Redakteurin Wiedemann und Redakteur Kiefer ausgeschieden. Es wird betont, daß die gesamte Berliner S. A. mit Ausnahme von zwei Sturmführern hinter der Reichsleitung stehe und daß sich im Reich mit Ausnahme einiger hoher S. A.-Führer niemand für Hauptmann Stennes erklärt habe.
Der Vorfall selbst wird natürlich seine folgenschweren Wirkungen noch erweisen.
Die Reichsregierung wird noch im Laufe des Rpril zu den Gutachten Stellung nehmen. Dem Gutachten ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Beides wird als Sonderveröffentlichunq zum Reichsarbeitsblatt mit der nächsten Nummer des Reichsarbeitsblattes veröffentlicht werden.
Aus dem Wege zur Ernüchterung
Aach der Palast-Revolution im Hitler-Lager.
Der tönende Koloß.
Hitler und Dr. Goebbels gebrauchen nach ihrer Niederlage in Weimar wieder starke Worte.
Bergmanns -Tragik.
Zwei tödliche Grubenunfälle im Ruhrgebiet.
Auf der Zeche „Sachsen" bei Hamm i. W. hat sich am Gründonnerstag morgen kurz nach 5 Uhr ein Gebirgsschlag in Flöz 15 ereignet. Zwei Bergleute wurden verschüttet,' 11 Mann wurden leicht verletzt. Nach langwierigen Rettungsarbeiten konnten die beiden Verschütteten im Laufe des Vormittags nur noch als Leichen geborgen werden.
C.N.D. Berlin, 4. April. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, hat die unter dem Vorsitz des früheren Reichsarbeitsministers Dr. Brauns eingesetzte Kommission, die dem Reichsarbeitsminister Vorschläge über dieBehebüngderArbeits- l o s l g k e i t machen soll, das jetzt eingereichte Gutachten auf 2 Fragen erstreckt, nämlich das Problem der Arbeitszeit und das des D o pp el- verdienstes. Für die Verkürzung der Arbeitszeit wird eine gesetzliche Regelung vorgeschlagen und zwar so, daß die Regierung die Ermächtigung erhält, die Arbeitszeit in gewissen Industrien festzusetzen. Rach unseren Informationen legt der Reichsarbeitsminister Wert darauf, daß die Wirtschaftsmaßnahmen dieser Art möglichst f r e i w i l l i g ist. Es ist deshalb anzunehmen, daß er gleich nach Ostern Verhandlungen mit den verschiedenen Industriezweigen einleitet. Man denft offenbar an die Einsetzung von Fachausschüssen für die einzelnen Industrien, in denen auch die Wirtschaft selbst vertreten ist. Es ist anzunehmen, daß gewisse große Industriezweige, wie der Braunkohlenbergbau, in der nächsten Zeit von sich aus an dieses Problem Herangehen werden. In den übrigen Fällen ist nach den Ankündigungen des Reichsarbeitsministers mit dem gesetzlichen Zwang zu rechnen, der in dem Gutachtenvor-
uldaerZertung
Anzeiger für die Stadl Fulda und denOandkreis Fulda. Amtliches kreisblakk.
Als Antwort auf die vom Landtage beschlof- sene Annahme der Mißtrauensanträge veranstalteten die Nationalsozialisten am Mittwochabend eine stark besuchte Versammlung.
Der Führer der Reichspartei Adolf Hitler führte aus: Die Nationalsozialisten rüsten zum neuen Angriffskrieg. Er werde jetzt erst recht ' für sorgen, daß die Partei eins werde im W
In der Frage der verheirateten Beam- trunen will die Mehrheit der Kommission durch Abftndungssummen zu freiwilligem Ausscheiden anreizen, die Minderheit fordert Kündigung und Gewährung einer Abfindung, sche nk k*6 wirtschaftliche Versorgung gesichert et*
gleichberechtigtes und gleiches Recht wie alle genießendes Volk führen. Daher seine leidenschaftliche Forderung auf Anerkennung des gleichen Rechts, die allein auch die Basis des Vertrauens schaffen kann, das auf allen Seiten notwendig ist, um Ersprießliches zu leisten.
hierauf aber erwachsen für die Deutsche Regierung und das gesamte deutsche Volk neue große Aufgaben, die an jeden einzelnen von uns höchste Anforderungen an Verantwortunassinn, Pflichttreue und Hingabe stellen. Der Weg. der hierbei zurückgelegt werden muß, mag nicht immer leich- fein, er mag vielleicht ein Kalvarienberg sein. 2tber vergessen wir nie, daß nach Golgatha die Auferstehung kam.
„ So iff mein Wunsch zu Ostern für das deutsche Uolf, daß es im Gedanken an die Auferstehung und im vertrauen auf Gott den Wut zu den Opfern finde, die jeder einzelne bringen muß, wenn, am Ende dieser schweren leidensvollen Zeit ein Ostern erstehen soft, ba» für unser geliebtes Vaterland den Anfang einet hoffnungsvollen Zukunft bedeutet.
D r. Brüning.
und im Gehorsam. Alles werde hinaus- befördert, was sich nicht blind der vorgeschrie- I denen Marschroute anschließe. Schwierigkeiten gebe es für ihn nicht, weder äußerlich in Form von Notverordnung, noch innerlich in Form von Parteizwistigkeiten. Die Partei werde sich nicht auf das Glatteis locken lassen und eine unüberlegte Handlung in Form einer Uebertretung der Notverordnung begehen. Keine der bestehenden Parteien sei überhaupt mehr fähig, die deutsche Aufgabe zu lösen. Es werde eine gigantische Propaganda aufgezogen werden, durch die auch die Gegner eines Tages zur Erkenntnis kommen würden. Der erste April, so behauptete Hitler, werde der schwärzeste Tag in der Geschichte der Deutschen Volkspartei, ihr Sterbetag sowohl in Thüringen als auch im Reiche, werden. Der Tag werde die Partei zerschmettern.
Als Diskussionsredner sprach bann Dr. Goebbels. Er erklärte, die Blättermeldungen, daß er in Gegensätze parteipolitischer und persönlicher Art zur Parteiführung geraten sei, seien unrichtig. Seine heutige Anwesenheit inmitten der Parteifreunde sei der beste Beweis, daß diese Blätter- meldungen falsch seien. Er werde nach wie vor weiter für die Partei wirken. Aus der Asphalt-, wüste Berlin wolle er, so drückte sich Goebbels aus, wieder ein deutsches Berlin machen. Der Ausheilungsprozeß, der eben begonnen habe, werde aber nicht fo schnell vor sich gehen können.
Zum Schluß sprach der ehemalige Fliegerhaupt- mann Goering. Er erklärte u. a., für die Nationalsozialisten fei ihr Gewissen und ihr Führer ein und dasselbe. Wenn es sich um die Wahrnehmung der nationalen Belange handele, sei Adolf Hitler für die Partei unfehlbar wie der Papst für d i e Katholiken. Zum Schluß der Versammlung nahm Hitler von der aufmarschierenden SA.» Abteilung ein Treuegelöbnis ab.
er ist -er Stärkere?
seltsam, welche Widersprüche in den nebeneinander wohnen können, so ftiedlich, 2 ob einer von der Existenz des anderen nichts ■ Nicht wahr, wir sind uns doch im großen inzen darüber einig, daß den Franzosen ,pen Italienern eine uns recht schauspieler- • gar Posenhaft anmutenbe Leidenschaft der ien Geste eignet? Und wir sind dessen gewiß, diese Eigenart der romanischen Völker sehr deutlich und sehr unvorteilhaft abhebt von schlichteren, allem theatralischen Getue abhol- Wesen der Deutschen. Diese Vorstellung von fuchtelnden Romanen und dem ruhig-bedäch- Deutschen spukt in uns allen, soweit wir nicht Leben durch die Welt getrieben worden sind $ dabei die Augen besser aufzumachen gelernt Es empfiehlt sich aber im allgemeinen und tiefem Falle besonders, überkommene Urteile Agentlich einmal einer Nachprüfung zu ^erziehen. Vielleicht stellt sich dabei heraus, daß l sich bei der leichthin nachgeplapperten Weisheit « nichts anderes handelt als um ein Vor- rte.il-
, Mn braucht in unserem Fall gar keine großen historischen Exempel aufmarschieren zu lassen. Man ftaucht zunächst nicht einmal vergleichend über die
’ HreM zu schauen und nachzusehen, wie sehr in ghjfcfjeibenben Stunden die Romanen die große Feste vergessen und sich auf den sachlichen Kern her Dinge konzentrieren. Es genügt — leider —
“■jr Nick auf den politischen Radikalis - Ms in unserem eigenen Land, um festzustellen, vß wohl kein Volk von der Gefahr verschont M, einmal in einen Taumel der theatralischen I M, der großen Worte hineinzugeraten.
Leit mehr als einem Jahrzehnt müht sich in .. Deutschland eine Reichsregierung nach der andern, Ms deutsche Volk Stufe um Stufe aus den Tiefen ^Miederbmchs heraufzuführen. Und fast Ä es scheinen, daß von Jahr zu Jahr ein größe- e Teil dieses Volkes die Größe dieser Leistung «d e n n t und mißachtet. Fast muß man glau- Mdaß gerade, der Deutsche, der von je die ^ralik des Romanes belächelt hat, heute zwi- twirklicher Kraft, die jede grelle Reklame ntägt, und dem falschen Pathos derer,
I in pompösen Gesten und dröhnenden Wor- chchöpfen, nicht mehr recht zu unterscheiden |u wählen vermag. Und es ergibt sich, daß ■*en Leute, die den Franzosen und Italiener I Leinen unheilbaren Phraseur halten, selbst im Wie von Wortjongleuren stehen.
ihr „vernichtendes Urteil" schließlich noch Schule macht und weitergetragen wftd. Hier gilt das Wort in entsprechender Abwandlung: Schuster, bleib bei deinem Leisten!
In einer Spanbauer Laubenkolonie verbrannte in der Nacht zum Samstag ein Mann, der dort nächtigte. Man fand die ' Leiche auf dem in Brand geratenen Matrazenlager einer Wellblechbude, in der er Unterschlupf gesucht hatte.
An starken Worten hat es bei den Nationalsozialisten bisher nie gefehlt. Bei wichtigen Entscheidungen haben sie aber stets versagt. Sie re» I den und drohen, führen die nationale Äugend in die Irre, und schließlich wird die Entwicklung über sie hinweg gehen. Die Zukunft des deutschen Vaterlandes kann nicht bei den tönenden Helden des dritten Reiches liegen.
Dr. Frick geht in penfion.
Nach seinem vollzogenen Rücktritt ist Minister Dr. Frick am 1. April noch nach München abgereist. Er hinterließ den Auftrag, den ihm bisher unterstellten Beamten feilten Dank zu sagen. Jetzt haben also auch die Nationalsozialisten ihren Minister a. D.
* Eröffnung des Hauplverfahrens gegen die Brüder Sklarek. In der Strafsache gegen die drei Brüder Skla- rek und Genossen hat die 5. Strafkammer des Landgerichts I Berlin das Hauptverfahren im wesentlichen entsprechend dem Antrag der Anklageschrift eröffnet. Der Cröffnungsbeschluß nimmt außer dem hinreichenden Tatverdacht des Betruges, der schweren Urkundenfälschung und der Bestechung auch den des Konkursverbrechens und Vergehens. Entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft ist die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den an- geschuldigten Stadtrat Benecke abgelehnt worden, weil der Tatverdacht der passiven Bestechung nicht hinreichend war.
WRan lese einmal, gar nicht als Politiker, son- H®i nur als psychologisch interessierter Zeitgenosse, W Presse unserer radikalen Parteien. Da häufen Mh- und hier ist kein Unterschied.zwischen „Roter । Bg^ne" und „Völkischem Beobachter" — die Super- f Eve, die Uebertreibungen, alles ist so grell be- lÜffitt, daß Licht und Schatten ins Unnatürliche I Weigert und verzerrt werden. Da verschieben sich : jy Erößenv erhältnisse: äußerlich unsensationelle, Er wesentliche Erscheinungen des Lebens werden ■ verrannt von dem Lärm und Getöse ausge- W^ähter Kleinigkeiten oder Nebensächlich- | EN. Tagesereignisse werden zu epochalen Erleb- I Wn, Moden zu Ewigkeitswerten. Wenn Boule- I älter ohne politischen und kulturellen Ehrgeiz 1 m -chlagzeilen-Ekstase das Weltbild verzerren, so man das ungefährlich finden. Wenn aber Zei- I politischem Willen die natürlichen Ver- I ya-tnismäße so aus dem Gleichgewicht bringen, so
Wirkung auf ihre Leser höch st ■ Lv *.n klich sein. Es ist die Flucht vor der I Wirklichkeit, die Vergötzung der großen Geste, die I ^rwechslung von Möglichkeit und Wunschtraum, ■ J* Mr gelehrt wird und zu keinem guten Ende ■ wen kann.
■ , Während der Romane beim Unwesentlichen mehr ■fswonb an Gesten, an theatralischem Gehabe sich I Mn mag, in entscheidenden Dingen aber zur WUllchkeit zurückfindet, scheinen wir auf dem besten
Je‘n’ gerade in den Fragen unserer natio- Ehlenz verstiegener Phantastik nachzu- — jede Phrase von einfacher Zahlungsver- •«gerung gegenüber unseren Reparationsgläubi- E® höbet gläubige Ohren, jedes Anbiederungs- eines Faschistenhäuptlings erweckt vage ^nchehoffnungen... ja ist man denn blind jD?>rden. gegen das, was in der West vor sich EZ- Tretet da nicht jede Woche, fast jeder Tag Wprele, daß wirkliche Politiker und Staats- ^rer stets mit beiden Füßen auf der bleiben? Seht hin nach Spanien: König R wie er seinen Thron bedroht sieht, kriegt iCl °en Schießkoller, - er verhandelt, läßt seine »Msr tm Kerker besuchen, und im Handumdrehen jj. Kme Position fürs nächste wieder befestigt. £5. rn Indien: wie wären da unsere großen lanbfilto$et aufgetreten, zumal der „lächerliche" nicht einmal mit Handgranaten und Gift- t *e°eKiert, und was tut der Engländer? In
Rachgeben sichert sich Lord Irving Gandhis MEsstckwft für die endgültige Regelung des eng* L^chlchen Verhältnisses, er gewinnt ihn für Et’ der Obstruktion. Und Frankreich-Jra- ■eL Verbohren sie sich in ihre Zänkereien, an K Nationalsozialisten ihre phantastisch - K ^undnishoffnungen entzünden? Gerade als ganz verfahren erscheint, lassen sie sich KjJ ven englischen Vermittler zu einem — jeden- K he unmittelbar Beteiligten — vernüns- vorläufigen Kompromiß bewegen.
diese Vorgänge nicht deutlich genug, um Hm • tion Hitlerschen oder Stalinschen Groß- ■gyeten Vernebelten zur Wirklichkeit und ihrer i^Vsrt zurückzuführen? In dem überkommenen B» vom pathetisch gestikulierenden Roma* ■kte il?em vhne viel äußeres Gehabe und Ge- Ito ej„ handelnden Deutschen liegt vielleicht immer - Wtz . Shiffer Hinweis auf den Unterschied beut* Itote u romanischen Wesens. Rur daß bann unter uns, die sich durch Groß-
r und pathetische Wunschträumereken «eßen, erst wieder zurückfinden
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