Einzelbild herunterladen
 

W M au t

,L

t G 'M /'.....

Areikag, 3. April 1931.

Zahrg. 58

Letzte

treffen in Berlin. An dem Abendessen nahmen von italienischer Seite u. a. der Unterstaatssekretär Riccardi als Vertreter des italienischen Luftfahrt- ministerS Balbs und der italienische Botschafter in Berlin teil. Reichspostminister Schätze! feierte m seiner Begrüßungsansprache die Eröffnung der neuen Luftverkehrslinien als eine bedeutsame Etappe in der Geschichte der zivilen Luftfahrt und in den Luftfahrtbeziehungen der beiden Länder. Auf denselben Ton war die Erwiderung des ita­lienischen Unterstaatssekretärs Riccardi gestimmt.

Vriands Gegenvorschläge.

wtb. London, 2. April.' (Eig. Meld.) Dem Daily Telegraph zufolge erwarte man, daß Briand während der nächsten Tagung des Völkerbunds- rates diesem sowie Deutschland und Oesterreich Gegenvorschläge für einen größeren wirtschaftlichen Verband unterbreiten werde, dem auch andere Län­der einschließlich Frankreichs beitreten könn­ten. Es werde bereits zugegeben, daß die deutsch­österreichische Zollunion den Buchstaben der Verträge von DersaWes und St. Germain nicht verletze.

* Die Wahl Dr. Sahms zum Oberbürgermeister von Berlin gesichert. Die Wahl des früheren Jan- zrger Senatspräsidenten Dr. Heinrich Sahm zum Oberbürgermeister von Berlin scheint gesichert zu sein. WieTempo" berichtet, hat die sozialdemokra­tische Fraktion der Berliner Stadtverordnetenver­sammlung nach langwierigen interfraktionellen Ver­handlungen der Kandidatur Dr. Sahms ihre Zu­stimmung gegeben und erhält als Ersatz dafür An­spruch auf einen der beiden Bürgermeisterposten. Die Wahl Dr. Sahms dürfte demnach am 14. April mit genügender Mehrheit erfolgen. Allerdings hat die sozialdemokratische Fraktion beschlossen, zunächst ihren Kandidaten Braun zur Wahl vorzuschlagen. Erst nachdem dieser Vorschlag, wie vorauszusehen ist, abgelehnt sein wird, werden die Sozialdemokra­ten für Sahm stinunen.

Einen gleich herzlichen Empfang bereitete die Zteichsregierung, vertreten durch Reichspostminister

Der mit zahlreichen Orden geschmückte Herr ist Hauptmann Stennes, um den der folgenschwere Konflikt entstan­den ist. In einer Versammlung der Vertrauens­leute der Berliner S. A. wurde eine Entschließung gefaßt, in der H i t l e r u. a. F l u cht vorder Verantwortung, Abschließung hin­ter einem Apparat o er wand ter Par­teifunktionäre, Behagen an chaoti­scher Unordnung und an byzantini­schen E e s chm acklosigkeiten, Aufgabe der ursprünglich klaren Ziele vorge­worfen wird. Die. Entschließung endet mit den Warten:Wir haben unseren Führer Stennes be­auftragt, alle Schritte zu ergreifen, um die S. A. in gewohnter Disziplin zusammenzuhalten. Unsere Führer haben für den einzuschlagenden Weg unsere -absolute Vollmacht. Wir kämpfen nicht für

jungen zwischen Hitler berliner S. A. Hauptmann

Die kirchenverkags-vertzandlUKgen.

Wie bekannt wird, ist die Generalsynode der evangelischen Kirchen der altpreußischen Union auf den 20. April nach Berlin einberufen worden, um über die Stellungnahme der Kirche zu dem Entwurf des evangelischen Kirchenoertra­ges endgültig Beschluß zu fassen.

Die Entwicklung der Kirchenoertragsfrage scheint weiter günstig fortzuschreiten. Wie das Nachrichtenbüro des V. D. Z. hört, haben meh­rere der kleineren Landeskirchen, der nach dem günstigen Entgegenkommen des Staates nunmehr in Aussicht stehenden Lösung bereits zu gestimmt.

Ebenso soll in der hannoverschen Landeskirche Neigung bestehen, den Kirchenvertrag zu unter­zeichnen: das letzte Wort hat hier der Landes­kirchentag der Provinz Hannover zu sprechen, dessen Einberufung bevorsteht. Auch der Kirchensenat der aktpreußischen evangelischen Kirche, der in diesen Tagen in Berlin versammelt war, dürfte zu dem Vertragsentwurf bereits in positivem ,Sinne Stel­lung genommen haben. Die letzte Entscheidung hat allerdings eine außerordentliche Generalsynode zu treffen.

Sobald der Kirchenvertragsentwurf die Zu­stimmung aller preußischen evangelischen Kir­chen gefunden hat, wo mit man bei dem gegen­wärtigen Stand der Dinge bald nach dem 20. April rechnen darf, wird dieser Entwurf, mit dem frS bisher nur die beiden zuständigen Ressorts, das vreußische Kultus- und Finanzministerium, be­schäftigt haben, dem preußischen Kabinett zuaelei- tet werden. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfährt, besteht in Kreisen der Regierung der Wunsch, den Vertrag noch in der am 28. April beginnenden Sitzungsperiode des Landtages, also vor der Sommerpause des Parlaments, verabschieden zu lassen. Der Vertrag könnte dann also bereits zu Pfingsten in Kraft tre­ten. _________________

, Die Rechtspresse vermeidet fast vollständig >ede Aeußerung und teilweise auch die Bericht- irstattung über die ganze Angele­genheit. Nach aus Weimar vorliegenden Nach- üchten hat Dr. Goebbels im Verlaufe einer Kundgebung, in der er gemeinsam mit Hitler Mach, die Meldungen, daß auch zwischen ihm und Hitler Gegensätze beständen und er ay irgendwel- m Absplitterungsversuchen beteiligt sei, in schärf- N Form als unrichtig bezeichnet. Auch der mit- Meutsche Führer der Nationalsozialisten, Kapitän- witnant v. Killinger, erklärte in einer Unterre­dung mit dem Dresdener Vertreter der D. A. Z., er nach wie vor hinter Hitler stände, und es tt!ehnt> sich mit H""vtmann solidarisch

N erklären. Dem Vorwärts zufolge, hot sich der Brandenburger Gausturmführer Wetzel für Sten» ?es ausgesprochen. Kapitän Ehrhardt soll, wie Js gleiche Blatt berichtet, mit Stennes Fühlung Wommen und ein gemeinsames Vorgehen gegen hüler besprochen haben.

finer S.-A.-Alänner im offenen Aufruhr gegen Hiller Vermittlungsversuche.

Danzig und Polen.

Danzig kündigt das Anlegerecht für polnische Kriegsschiffe.

wtb. Danzig, 2. April. (Gig. Meld.) Am 8. Ok­tober 1921 wurde auf Veranlassung des General­sekretärs des Völkerbundes ein «Abkommen zwi­schen Danzig und Polen betr. die Benutzung des Hafens von Danzig durch polnische Kriegs- fahrzeuge geschlossen. Der Generalsekretär des Völkerbundes hatte der Danziger Regierung durch den damaligen Kommissar, Haring, nahelegen lassen, einstweilen den polnischen Kriegsschiffen besondere Vergünstigung einzuräu- men, da die Schiffe Schwierigkeiten hatten, wäh­rend des Winters einen schützenden Hafen zu fin­den. Eine besondere Vereinbarung sieht vor, daß dieses Abkommen zum 1. Juli 1931 mit dreimona­tiger Frist, das beißt ab 1. April 1931, gekündigt werden kann. Der Senat hat jetzt von ftinew Kündigungsrecht Gebrauch gemacht und die Kündigung des Abkommens nm 1. April 1931 aus­gesprochen. Der polnische Hafen Gdingen ist genügend ausgebaut. Es liegt also kein Anlaß mehr vor. polnischen Kriegsschiffen in Danzig be­sondere Vorteile einzuräumen.

Fei, neue Fluglinie Berlin München Rom wurde am Mittwoch eröff-

| Kamps zwischen Öen Ober-vonzen.

Schwere Konflikte im nationalsozialistischen Lager. Die Der

DDZ. Berlin, 2. April. (Eig. Meld.) Im Reichs­tag ist heute der Antrag der Nationalsozia- l i st e n und der D e n t s ch n a t i o n a l e n auf Einberufung des Reichstages eingegangen. Sachlich werden diese Anträge in der auf kommunistischen Antrag bereits gnberaumten Sitzung des Aelle st enraies am 8. April mit er» ledigt. __________

Ungewollte Selbsterkenntnis.

In Nr. 64 des nationalsozialistischenAngriffs" lesen wir in einem Artikel von Dr. G o e bb e l s über die zur Zeit herrschenden politischen Verhält­nisse u. a. Betrachtungen, die Wort für Wort für die Nationalsozialisten zutreffenund die zwar unbeabsichtigte, doch beste Charakteri­sierung dieser Bewegung darstellen.

Wer dem Vaterlande dient, ist ein Aus­sätziger und wird verfolgt, gehaßt, verleumdet und geschlagen: wer aber wider die Nation a u f st e h t, wer Land und Volk bespuckt und ver­höhnt und besudelt, der darf vor die Oeffentlich- keit mit der Miene des Biedermanns treten, der wirft sich als Wächter für Anstand und Sitte und Ruhe und Ordnung auf, der glaubt dem deutschen Volk Vorschriften machen zu dürfen, was es zu denken und was es zu meinen hat."

So ist es imDritten Reich". Und die Nutzan­wendung, Herr Goebbels?

Vorn Reichsrak.

DDZ. Berlin, 2. April. (Eig. Meld.) Der Reichs­rat hat am Donnerstag mittag beschlossen, gegen die vorn Reichstag verabscheidete Äenderung des Fleischbeschaugesetzes mit der Begründung Ein­spruch einzulegen, daß die Gemeinden nicht mitten im Etatsjahr den entstehenden Gebühreriausfall tragen könnten. Weiter wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, wonach die Reichs­regierung unverzüglich Maßnahmen treffen soll, um. das weitere Ein strömen von Krise- fürforgeempfängern in d i e Wohl­fahrtsfürsorge der Gemeinden zu verhinderp, ohne daß den Gemeind en entsprechende Mittel zusätzlich überwiesen werden.

Zur Wirtschaftslage.

Don einem unserer wirtschaftspolitischen Mit­arbeiter:

Eine starke Anregung für die Belebung der Tendenz an der Börse ist in den letzten Tagen er­folgt durch günstige Mitteilungen aus der Indu­strie einerseits, sowie über die Entlastung auf dem Geldmarkt andererseits. In letzterer Frage hat sich) eine starke Erleichterung durch den Zustrom von 75 Millionen Mark ergeben, die der Stadt Berlin zur Ueberroinbung des Ultimo zufließen. Andererseits sind auch wieder neue (Beibange« boteaus dem Ausland eingegangen. Un­sere Situation ist jetzt um deswillen besser, weil wir diese Angebote näher prüfen können und nicht auf unbedingte Annahme angewiesen sind. Daher ist es auch möalich, die immer noch hohen Zinsen und Provisionsforderungen entsprechend zurück- zuschrauben. Die Geldnachfrage bei der Industrie ist aber, was ja auch immer noch mit der Depres­sion zusammenhängt, noch nicht sehr aroß, sodaß also von dieser Seite her eine stärkere Inanspruch­nahme nicht erfolgt. Geld ist daher reichlich und verhältnismäßig billig angefioten, und dieser Zu­stand dürfte anhalten, sich vielleicht noch fortsetzen, wenn, womit man ja rechnet, unmittelbar nach Ostern die Reichsbonk die d i s k o n tp o l l t i s ch e Lage prüft und dabei zu dem Beschluß einer Diskontermäßigung käme. Die Situation hierfür scheint jetzt aünstig zu fein. Es wäre auch em geeigneter Moment, um der Wirtschaft die Mög­lichkeit für billigeren Kredit zu geben, da gerade jetzt nicht nur saisonmäßig, sondern auchaus all­gemein wirtschaftlichen Gründen eine Ankurbelung ber Wirtschaft und Produktion zweckmäßig und notwendig erscheint. . .

Im übrigen haben sich, worauf wir tm Rahmen der Besprechungen der Wirtschaftslage an dieser Stelle schon aufmerksam machten, die Blicke der Gestaltung der Kurse für die Aktien der Montag und Eisenunternehmungen zugewandt. Tat'achbch ist auf diesem Gebiete eine stärkere Belebung fest- zustellen Man gewinnt jetzt erst einen Ueberbha, wie wirklich katastrophal die Lage tut Bergbau im Jahre 1930 war. Der Relchskoh. lenrat hat selber in einer Formulierung, der Ar­beitgeber und Arbeitnehmer zustimmten, ausge- sprochen, daß niemand den katastrophalen Absatz- rückgang an Kohle im Jahre 1930 vorausseben konnte. Auf den Halden sind heute Kohlen NN W°rte von annähernd 200 Millionen Reichsmark aufaeschüttet. Dabei ist die Produktion auf die Hälfte herabgesetzt. Auf der ©egenfeite haben ,eM die Arbeitnehmer bei starker Lohnkürzung auch Feierschichten in einem Umfange auf sich nehmen müssen," der geradezu unwahrscheinlich eftchemt, und der zum Teil sogar das Zehn-und Zwolffache dessen darstellt, was im Jahre 1930 ihnen aus- gebürdet wurde-

Man kann sich vorstellen. daß bet bteier Sach­lage jedwede Besserungserscheinung von wettret- chenden Folgen sein muß. Daß die Dinge ober, wenigstens in weiterer Entwicklung, von den '-Be­teiligten selbst nicht schlecht eingeschätzt werden, ergibt sich daraus, daß gerade aus dem rheinfch- westfälischen Kohlenrevier in den letzten Tagen die meiste Nachfrage nach Montanpavieren an den deutschen Börsen, insbesondere in Berlin, bestan­den hat. Das Interesse erstreckt sich dabei in glei- (verweise auf Phönir, wie Hoe'ch, Gelsenkirchener, Harpener, Klöchtev, und auch Rheinstahl und Vereinigte Stahlaktien sind sehr lebhaft umge» fetzt worden. , .

Bei all den Erwähnungen, daß es besser wird, muß man aber doch immer sich folgendes vor Au­gen halten: eine Krisis wird nicht von heute auf morgen überwunden. Man rechnet oft für den Eintritt einer wirklichen, län­gere Sicht versprechenden und auch in größerem Ausmaße zum Ausdruck kommenden Besserung mit einem Zeitraum, der mindestens die Hälfte

! Das deutsche VerkehrsflugzeugRolands- EB& her deutschen Lufthansa, eine Rohrbach-Ro- M.^nlaschine, die am Mittwochvormittag um 9.15 ' FSTim Münchener Flughafen mit dem Reichsver- Ksmtnifter v. Guerard an Bord startete, be- Stoite die erste Etappe München Mailand bei s~ Wetter in zwei Stunden zehn Minuten.

r 145 Uhr erfolgte der Weiterflug nach leg®, wo das Flugzeug um 4.35 Uhr wohl- HErften landete.

Das italienische Gegenflugzeug, das U gleiche Sttecke befliegt, startete Mittwochvor- 7.30 Uhr mit Vertretern der italienischen «Mietung in Rom. Es traf um 12.30 in Mün- Oett ein und startete um 2 Uhr weiter nach ^etlrn, wo es nachmittags um 5.07 Uhr auf r,m Tempelhofer Feld landete. Eine deutsche ^kehrsfliegerftaffel war dem Flugzeug entgegen» «flögen und hatte ihm das Geleit gegeben. Effi Ehren des Reichsverkehrsministers von «uerard und feiner Flugbegleiter gab der italie­nische Luftfahrtminister B a l b o am Mittwochabend ^Bankett, an dem auch der deutsche Bot- ftaster Dr. von Schubert teilnahm. Während " ^ festlichen Tafel wurden zwischen den beiden , Mistern sehr herzliche und sehr sympathisch auf- . ünommene Trinksprüche gewechselt.

Partei und Bonzen, sondern allein für Deutschland."

' *

Zum Kampf in der N. S. D. A. P. waren bei nationalsozialistischen Führern Gerüchte verbreitet, wonach S t e n n e s als Führer des S. A. versuchen wolle, in den nächsten Tagen mit dem Stahl­helm über die Möglichkeit zu verhandeln, einen Waffenr in g zu schließen. Ob diese Pläne sich werden, verwirklichen lassen, bleibe allerdings noch abzuwarten.

Dr. Goebbels falls machen.

CNB. München, 2. April. (Gig. Meld.) Der Völkische Beobachter" veröffentlicht neben einem Artikel, in dem Adolf Hitler den Sabotteuren in der N- S. D. A. P. schärfsten Kampf an­sagt, einen Brief Hitlers an Dr. Göbbels. Darin wird Dr. Göbbels von Hitler erneut mit der Säuberung der Bewegung beauf­tragt und ihm Generalvollmacht erteilt. Göbbels soll rücksichtslos handeln und sich durch keinerlei Bedenken beeinträchtigen lassen, da es immer noch besser wäre, daß es überhaupt keine nationalsozialistische Be­wegung gebe als eine Partei der Un disziplin, der Zerfahrenheit und des Ungehor­sams. Der Brief schließt: Was immer Sie in Erfüllung dieser neuen Aufgabe tun mögen, i ch decke Sie!"

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. :.

daraus zu erklären sucht, daß Hitler die Par­teigelder in München konzentriert und sie so dem Zugriff des Staates au -.gesetzt habe. DieS.A. steht ganz zweifels­frei hinter Hauptmann Stennes. Aus ihren Krei­sen erklärt man uns, daß sich zwischen ihm und seiner Truppe, deren Führer er seit Jahren ist. eine enge Verbundenheit entwickelt habe. In der Tat ist es dem Oberleutnant Schulz, ber bekannt­lich zum Nachfolger von Stennes bestimmt wor­den ist, heute mittag einfach unmöglich gewesen, seinen Posten anzutreten. Das Parteigebäude in der Hedemannstraße wird von starken S.A.-Posten bewacht. Dr. Goebbels ist entgegen anderslautenden Nachrichten heute früh nicht in Berlin gewesen, sondern hat sich noch bei Hitler in Weimar aufgehalten. Seine Versetzung nach Wien dürfte überholt sein, weil Hitler ihn in diesem Augenblick nicht von Ber­lin fortnehmen zu können glaubt. Wie sich die Dinge zugespitzt haben, geht auch aus ber Absicht des Hauptmanns Stennes hervor, die norddeut­schen S. A.-Kräfte zu einemVerband der vereinigten Aktivist en der N. S. D. A. P." zusammenzufassen. Ob eine solche Bewegung über Berlin hinaus Erfolg haben wird, läßt sich jetzt noch nicht sagen. Von München her wird jeden­falls behauptet, daß dienicht Berliner" S. A- Führer zu Hitler halten würden. Um eine Spaltung zu vermeiden, wird heute von den Krei­sen um denAngriff" noch einmal ein letzter Vermittlungsversuch unternommen, dessen Aus­gang man zunächst abwarten muß, ehe sich die Lage weiter übersehen läßt.

4t M MeWMttr0M.MWR.veWe 15 Ml

Mld a erZ eitung

Anzeiger für die Sfaöt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches äreisblatt.______

Jjfe Auseinanderfetzu mb fern Führer der B , .

ötinnes, haben zu einem offenen Bruch ge- WM Arn Mittwoch ist in München parteiamt- flB) bie Absetzung von Stennes durch Haupt- . mann a. D. Roehrn bekanntgegeben worden, und taufbin fanden in Berlin bie ersten entscheiden­de schritte der führenden S. A.-Leute statt. Wie ran erfährt, hat Stennes in einem sehr scharf ge» Seltenen Telegramm, das an Hitler und Roehm -«richtet war, zu seiner Absetzung Stellung genom» men und erklärt, daß er Befehle der Mün­ch e n e r Parteileitung, die ihn überrumpelt Mb getäuscht habe, nicht' mehr annehme. Gleichzeitig wurde auch beschlossen, Oberleutnant kchiilz-Stettin, der zum Nachfolger des Stennes bestimmt ist, mitzufeilen, daß die Berliner S. A., ebenso wie zahlreiche andere Gruppen dieser Orga­nisation, den Schulz übertragenen Oberfehl nicht anerkennten und ihm den Gehorsam weigerten. D» Gausturm 15 hält in Berlin das Parteige- bwde in der Hedemannstraße besetzt; er hat die eifung erhalten, weder Schulz (aus der Feme­mord-Prozessen bekannt) noch dessen Adjutanten Heines ins Haus zu lassen.

E.N.B. Berlin, 2. April. (Eig. Meld.) Auch n a t ion alsozi a li sti sche r Seite mer- i M jetzt die schweren Differenzen zugegeben, die M aus der Absetzung des Hauptmanns Stennes Hitler ergeben haben. Es scheint, daß sich ^r Widerstand gegen Hitler jetzt über [yflin hinaus auf ganz Norddeutsch- MN d ausgedehnt hat. Jedenfalls hat heute nacht

3 Uhr morgens eine Konferenz der S. A. statt- "unben, auf der außer Berlin auch Branden- K®r 9. Mecklenburg, Pommern und p reuten teilnahmen. Die Führer sind heute vormittag wieder versammelt. Stennes rteL ^ern "achmstiag noch einmal den Versuch E ?®tod)t. sich mit Hitler zu verständigen. Hitler hat M °ufgefordert, sofort in Begleitung von zwei ! fcjromten Unterführern im Kraftwagen nach ^etmar zu kommen und dortBericht" zu erstat- ife- 2)as ist von Stennes mit dem Hinweis auf ? Dünsche seiner Freunde abgelebnt wor-

Da Hitler in diesem Stadium offenbar strikt [ E.Wfrmerfung des Hauptmann Stennes for- ist dieier Einigungsversuch ge- z^silt e r t. Dem Hauptmann Stennes wird die | ftjlr zugeschrieben, im Laufe des Tages eine bk>» ° Erklärung geaen Hitler herauszugeben, die

Parteiführer Wortbruch vorwirft und fr* gemäßigtere Einstellung zur Notverordnung

Monatlich 1.80 einjchließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne ZusteUg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (tiol) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt Pofllcheckk Franks a. M 4051

zur Eröffnung der Fluglinie Verllu-Rom.

der ersten Verkehrs-Flugzeuge in Rom und Berlin.

~ ' "**"* Schätze!, den Italienern bei ihrem Ein-