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Donnerskag, 2. April 1931

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Erdbeben katastrophe in Nicaragua

2500 Todes

Die Hauptstadt Managua fast völlig zerstört

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wtb. Paris, 1. April. (Gig. Meld.) Die fran­zösische Presse beschäftigt sich eingehend mit der gestrigen Rede Dr. Curtius unter besonderer Be­tonung der Bereitwilligkeit Deutsch­lands, gegen die Prüfung der j u r i st i s ch en Seite der deutsch-österreichischen Zollvereinbarun­gen durch den Völkerbundsrat keinen Einwand zu erheben.

Aus Men wird gemeldet:

Zu den Erklärungen des Reichsaußenministers Dr. Curtius im Reichsrat schreibt dieWiener Allgemeine Zeitung": In einer Rede von ganz großem Format hat heute Dr. Cuttius alles gesagt, was Freund und Feind wissen sollen. Nach dieser Rede von beispielhafter Grobheit und Klar­heit wird es den Gegnern der Zollunion schwer fallen, noch von Täuschungsabsichten oder Hinter­hältigkeiten zu sprechen. Die Rede Dr. Curtius wird in der ganzen West den nachhaltigsten Ein­druck üben als Zeugnis eines ungebrochenen und nicht zu brechenden Willens.

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Marinesoldaten und der unter amerikanischen Df fr zieren stehenden Nationalgarde weiter.

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Die Stadt Managua, die Hauptstadt der Republik Nicaragua, wurde am Dienstag vor­mittag von einem schweren Erdbeben heimgesucht, dos den größten Teil der Stadt in Trümmer legte. Die Zahl der bei der Erdbebenkatastrophe ums Leben gekommenen Personen wird mit 2500 angegeben. Verletzt wurden etwa 2000 Per­sonen. Die Gesandtschaft, das Regierungsgebäude, Banken und Geschäfte in Managua sind sämtlich zerstört und 20 Straßenblocks im Geschäftsvisrtel niedergebrannt. In Managua soll das Kriegs­recht proklamiert worden sein. Um 9.30 Uhr abends wurde wiederum ein Erdstoß verspürt.

Die Zahl der Opfer wäre wahrscheinlich noch größer gewesen, wenn nicht 4 0 Prozent der Bevölkerung die Stadt verlassen ge­habt hätte, um das Osterfest am Meeresstrand zu verbringen.

Es ist unmöglich, die ausgebrochenen Brände zu löschen, da die Wasserleitungen durch das Erd­beben zerstört wurden. Die Straßen sind mit Flüchtlingen angefüllt, die, von einer Panik er­griffen, aus der brennenden Stadt zu flüchten suchen. Infolge der Trümmermasien sind die Stta- jedoch kaum passierbar.

In dem völlig zerstörten Gefängnis kamen allein 150 Menschen um. Von dem größten Hotel steht nur noch eine Mauer. Der Gesamtschaden wird aus 40 Mill. Dol - l a r geschätzt. Die Bahnlinien sind in einem Umkreis von 10 Meilen zerstört was die Heran­bringung der Lazarettzüge von Corinto erschwert.

Die in der Mitte der Stadt gelegene Markt­halle, in der kurz nach dem Erdsturz Feuer ausbrach, stürzte infolge des Brandes zum Teil ein, wobei 35 Personen unter den Trümmern begraben wurden und verbrannten.

Amerikanische Hilfeleistung.

Das amerikanische Marineamt hat vier Schiffe, darunter ein Flugzeugmutterschiff und ein Laza­rettschiff, zur Hilfeleistung nach Nicaragua ent­sandt.

Die Regierung von Nicaragua hat angekündigt, daß die Verpflegung der Ueberlebenden auf Kosten des Staates durchgeführt wird. Das Rettungs­und Hilfstperk geht unter Leitung amerikanischer

Wellsbeschaffung und Arbeilsstreüung. reilgulachlen der vrauns-kommlfflon. Die Durchführung der Arbeitszeitverkürzung.

sie eine Mehrheit erhielten, ist höchst unwahrschem, sich. Zu dieser Notverordnung stehen nämlich auch die Sozialdemokraten restlos, und ihre Aufhebung dürfte damit unmöglich sein.

Das Bemerkenswerteste in den Mitteilungen der betrübten nationalen Lohgerber ist aber die Behauptung, die Notverordnung wolle das Volksbegehren des Stahlhelms sabo­tieren. Dazu darf zunächst gesagt werden, daß in dieser Unterstellung nicht gerade eine Liebens'rsiir- digkeit für den Reichspräsidenten erblickt werden kann, der ja wir sagen leider im­mer noch Ehrenmitglied dieses Bundes ist und ihm daher sicherlich keine Schwierigkeiten machen will. Diese Behauptung zwingt aber des weiteren zu sthr merkwürdigen Schlüssen auf die Art und Weise, wie der Stahlhelm das Volk für seins Pläne zu gewinnen denkt- Was wird durch die Notverordnung verboten? Das unbefugte Waffentragen, die Verleumdung amtierender Mi« nister, Beleidigungen durch die Presse, aufrühre­rische Fahrten, hetzerische Plakate, feiges Verkrie­chen verantwortlicher Redakteure hinter die Ab- geordneten-Immunität, Teilnahme an Versamm­lungen, die unfriedlichen Charakter haben ge­dachte der Stahlhelm mit all diesen Mitteln zu arbeiten,, um sein Volksbegehren zum Siege zu führen? Es sieht so aus. Dabei darf man sich daran erinnern, daß es noch gar nicht so lange her ist, daß er seinen Mitgliedern verbot, gleich­zeitig Nationalsozialisten zu fein, und daß um­gekehrt Hitler die gleichen Anweisungen für seine Anhänger erließ, oder, wie er so gern sagt, ver­fügte.

Man kommt unwillkürlich auf den Gedanken, daß doch etwas Wahres daran fein müsse, wenn gesagt wird, der Stahlhelm habe das Volksbegeh­ren hauptsächlich darum eingeleitet, um endlich wieder einmal von sich reden zu ma­ch e n und dem Auseinanderlaufen seiner Mitglie­der Einhalt zu gebieten. Die Stahlhelmer sollen nämlich, so heißt es, in Hellen Scharen zu Hit- l e r übergegangen fein, weil bei dem mehr las ist. Diese Leute erwarten nun natürlich, daß es bet der Durchführung des Volksbegehrens ähnlich zugeht wie bei den Heerhaufen des Dritten Rei­ches, und der Stahlhelm war, wie die Wehklage Hugenbergs beweist, entschlossen, sich jetzt von Hit­ler nicht mehr übertreffen zu lassen. Run kommt diese böse Notverordnung und macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Was nutzt mir der Mantel, so denkt der Stahlhelm in seiner militä­risch-schneidigen Art, wenn er nicht gerollt ist» und welchen Spaß macht noch ein Volksbegehren» wenn es mit geistigen Waffen durchgefochten wer­den muß! Der Stahlhelm selbst hat also begrif­fen, daß er die Auslösung des Preußischen Land­tags den deutschen Bürgern nicht durch stichhal­tige Begründungen, nicht durch Nachweis einer schlechten Haltung der preußischen Regierung klar- zumachen vermag. Es bedarf dazu vielmehr all der Mittel und Methoden, die jetzt auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfafsung u n t e r s ch w e re Strafe gestellt sind. Der Stahlhelm hat also, wenn Hugenberg in seinem Montagsblatt törichterweise die Katze aus dem Sack gelassen

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Opposition in Not.

Die Notverordnung des Reichspräsidenten, die der Verwilderung der politischen Sitten steuern und an die Stelle der jetzigen Unsicherheit wieder Ordnung, Ruhe und bürgerliche Anständigkeit set­zen will,'ist der Opposition tief in die Knochen gefahren. Dabei muß, weil sonst Mißverständ­nisse entstehen könnten, hervorgehoben werden, daß wir die Opposition nicht nur auf der lin­ken, sondern auch auf der rechten Seite mei­nen. Sie Kommunisten behaupten selbstverständ­lich, die Regierung wolle sie als Partei, als Ge­sinnung umbringen, und das drücken sie mit Vor­liebe so aus, daß sie von der Knechtung, von der Rechtlosmachung der Arbeiterschaft sprechen, als wenn es nur bei ihnen Arbeiter gäbe. Das Lied kennen wir, und wir erwarten hier nicht, daß es sich ändert, solange die Moskauer Gewaltherr­schaft in der Sage ist, bie Wahrheit über die Sow­jets an der Grenze aufzuhalten. Aber auch diese Möglichkeiten werden geringer. So wird z. B. wie der Abgeordnete Joos am Sonntag in einer Riesenversammlung des Volksvereins in Berlin erzählte, binnen kurzer Zeit die Broschüre eines sozialistischen Augenzeugen vorliegen, die manchem gläubigen Anhänger der Moskauer Lehre bie Wahrheit über das rote Paradies enthüllen wird. Auch diese Bäume werden nicht in den Himmel wachsen.

Ueberrascht uns also die Haltung, die die kom­munistische Presse zu dem Feldzug für Ordnung und Ruhe einnimmt, nicht, so muß es doch höchst sonderbar berühren, wie die angeblich natio­nale Opposition sich zu ihm stellt, Es gibt bekanntlich in Deutschland 12 nationale Männer. Ihre Namen sind nicht alle offen­kundig, aber einer von ihnen ist Dr. Alfred H u- g e n b e r g. Und nun lese man, was in seinem Berliner Montagsblatt über die Wirkung der Notverordnung des Reichspräsidenten gesagt wird. Es kann sich an Uebsrschriften fast nicht genug tun, so als wenn es überhaupt nicht zu Atem käme, um ruhig feine Meinung vorzubringen. Da hören mir, daß die nationale Opposition die Auf­hebung der Notverordnung fordert. Aber wie will sie das machen? Der Reichstag ist bis Mitte Oktober, also noch über ein halbes Jahr lang ver­tagt, und bis dahin dürften von den National­sozialisten sowohl wie von den Deutschnationalen eine ganze Reihe derer, die dann gern im Reichs­tag wieder ein großes Wort riskieren möchten, noch unabkömmlich sein. Denn die Polizei wird, wenn die Herren ihre bisherige Versammlungs- Praxis beibehalten wollen, zufassen, wie Preußen ja bereits ankündigt. Und es gibt dann Gefäng­nisstrafen auch, für solche Abgeordnete, die, so­lange sie noch nicht zu den Erkorenen des Volkes gehörten, die Immunität bekämpften. Es kann also sehr leicht passieren, daß es im Oktober beim Namensaufruf einige Fehlanzeigen gibt.

Und vorher wird der Reichstag wohl nicht wie­der zusammentreten. Hugenberg und seine Leute können das zwar beantragen, aber sie werden da­mit nicht durchkommen, denn sie mögen sich mit den Kommunisten noch so fest verbrüdern daß

Mr erweiterte Zoll-Anion.

Vizekanzler Dr. Schober gab der auswärtigen Presse in Wien aufsehenerregende Mitteilungen über den geplanten Ausbau der deutsch-öster­reichischen Zollunion nach Südosten, wo Ungarn, Lüdslawien und Rumänien in die Han- delsverttäge einbezogen werden sollen. Der Han- ' »HKverkehr Deutschlands und Desterreichs unter­einander, sowie mit den drei genannten Staaten hat den bettächtlichen Umfang von 2,6 Milliarden Mrk.

Zahlen in Millionen Mark \Deutsch!and\

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Wtb .London, 1. April. (Sig. Meld.) Die meisten englischen Blätter bringen die Ausführun­gen des Reichsaußenministers vor dem Reichsrat ohne Kommentar.

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Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Aulda. Amtliches Kreisblatt.

3*1 schwerster Zeit haben Deutschland und Oester - «lch ben Mut gefunden, einen entscheidenden Schutt in Richtung auf enge wirtschaftliche Zusam­menarbeit zu tun. Ihr Abkommen stellt und oas vermag keine Krittk des Auslandes zu ent»

eine schöpferische Tat bar, bahnbrechend ft? .wegweisend zugleich für die Wirtschafts- und Handelspolitik europäischer Staaten. Gleich einem ink" n .Luftzug ist diese Tat in die stickige Atmo- dyare jahrelangen mühseligen und unfruchtbaren Erhandelns über eine gesamteuropäische Wirt- ^aitsverständigung eingedrungen. 'Oesterreich und Deutschland, blutsverwandt, eng verknüpft durch unk iMerreißbaren Bande gemeinsamer Sprache .nv Kultur, werden nun fortan, als erste Staaten Europa, auf wirtschasts- und handelspolitischem

Zusammengehen.

6ei%J$ war die wirtschaftliche Verflechtung zwischen ö? »Ländern von jeher. Rege war insbesondere 5? Reiseverkehr; lebhaft auch vor allem der Warenaustausch. Güter im Wette von mehr als

halben Milliarde RM. haben jährlich im «.^seittgen Verkehr die deutsch-österreichische vnn passiert. Dabei ist der Warenstrom, der »^Deutschland nach Oesterreich fließt, erheblich «ik der österreichische Export nach Deutsch- iiisDeutschlands Ausfuhr nach Oesterreich belief N "u Durchschnitt der Jahre 1925-1928 auf

Millionen RM., erreichte im Jahre 1929 fei« ptno'^ahepunkt mit 441 Millionen, senkte sich dann Ci, unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise wie­ge?» ?uj 360 Millionen RM. Oesterreich Hin- Len lieferte uns seinerseits in der Zeitspanne

Auch in Deutschland;

wtb. Trier, 1. April. (Eig. Meld.) Heute mor­gen um 8.45 Uhr wurde hier und in der Umgebung eine schwache Erdbewegung beobachtete Es war ein Beben von etwa 3 Sekunden-Dauer. Don verschiedenen Seiten wird berichtet, daß die Häuser zitterten und die Gegenstände an den Wän­den schwankten. Irgendwelcher Schaden ist bisher nicht bekannt geworden. Diese Beobachtungen stimmen mit der Meldung von der Erdbebenwarte auf dem Taunus-Observatorium über ein Nahbeben überein.

KommunWches Spreugslofflager.

Bei einer Haussuchung werden 80 Pfund Dynamik gefunden-

Nach Meldung eines Berliner Blattes hat die Breslauer Kriminalpolizei bei einer Haus­suchung in einer Garage in der Otto-Straße, in der ein Auto der kommunistischen Arbeiterzeitung eingestellt ist, neben Zündkapseln und Zündschnü­ren eine Menge von etwa 80 Pfund Dyna- m i t gefunden. Der Sprengstoff war, dem Blatt zufolge, derart hergerichtet, daß jederzeit ohne Mühe Sprengbomben davon gemacht wer­den konnten. Der Chauffeur, der offenbar mit der Verwaltung des Dnnamitlagers beauftragt ge­wesen war, wurde in Haft genommen.

* Der amtliche englische Bericht über die Kata­strophe desR 101. Das Ergebnis der amt« lischen englischen Untersuchung über die Kata­strophe des LuftschiffesR 101" ist nunmehr ver­öffentlicht worden. Der sehr umfangreiche Be­richt, der die einstimmige Billigung der drei Mit­glieder des Untersuchungsausschusses gefunden hot, kommt zu den bereits bekannten FeststelliM- gen, daß das Unglück nicht auf einen Konstruk­tionsfehler, sondern auf den starken Gasver­lust bei den Probefahrten und auf das ungünstige Wetter zurückzuführen fei Es wird ausdrücklich betont, daß die Entscheidung darüber, ob die Erperimente mit Luftschiffen die­ses Systems fortgesetzt werden sollen, anderen überlassen bleiben müsse.

danken aus der vielumstrittenen Arbeitsdienst­pflicht ableitet, nämlich eine

Art freiwilligen Arbeitsdienstes, der überall dort eingeführt werden soll, wo sich praktische Möglichkeiten dafür bieten. Sie sind na­türlich auch von der Kapitalfrage abhängig.

Um die Arbeitsstreckung durchzuführen, wird der Reichsarbertsminister nach Ostern

mit den einzelnen Industriezweigen verhandeln. Es soll unter allen Umständen ver­mieden werden, daß die Wirtschaft durch Schema­tisierung ober Bürokratisierung dieser Aktion ge­schädigt würde. Man wird deshalb wahrscheinlich für jede Industrie eine Kommission einsetzen, in der auch Fachleute der bett. Industrie sitzen. Der von dem Rchchsminister angekündigte gesetzliche Zwang soll nur da angewendet werden, wo man sich gegen eine vernünftige Regelung sperrt. Ver­treter der Braunkohlen-Jndustrie haben vor etwa acht Tagen dem Reichsarbeitsminister ihre Bereit­willigkeit erklärt, eine Arbeitszeitverkürzung vor­zunehmen, die die Möglichkeit bietet, 10 Prozent mehr einzustellen. Dieses Angebot wird als ein sehr erfreulicher Fortschritt betrachtet, der gewiß nicht ohne Rückwirkung auch auf andere Jndu- ftrieen bleiben dürste.

1925-1928 durchschnittlich für 184 Millionen RM. Waren aller Att, 1929 für 202 Millionen und 1930 für 181 Millionen RM.

Was nun zunächst die Ausfuhr Deutschlands nach Oesterreich betrifft, es handelt sich dabei, der Struktur unseres gesamten Exports entsprechend, zum überwiegenden Teil um industtielle Fettig­erzeugnisse. Im Jahre 1930 bezog Oesterreich für nicht weniger als 270 Millionen RM. Fertigwaren aus Deutschland. Die TeMien stehen in diesem Posten mit 48 M-'llonen an erster Stelle. Es folgen bann E" w CI Millionen RM.),

Maschinen (28 ? n RM.), ferner Erzeugnisse der chemischen .Je (21 Millionen RM.),

elektrotechnische L 0 ugnisse (20 Millionen RM.),. u. a. m. Erwähnt sei außerdem noch der Export von Kohlen und Koks, der sich im Jahre 1930 auf über 17 Millionen RM. belief. Die 6V4 Millio­nen Oesterreicher sind also gute Künden unserer Wittschaft, insbesondere unserer Industrie. Um das durch eine einfache Ziffer zu veranschaulichen: jeder Oesterreicher kauft durchschnittlich gemessen am Wett der deutschen Ausfuhr nach Oesterreich für annähernd 55 RM. deutsche Erzeugnisse. Mit einer solchen Quote steht Oesterreich anderen europäischen Läydern, wie z. B. Frankreich, Eng­land, Italien, Polen, die pro Kopf ihrer Bevölke­rung kaum mehr als für 1030 RM. deutsche Waren jährlich beziehen, bei weitem voran.

Was Deutschland seinerseits von Oesterreich ein- fühtt, sind zum größten Teil im Jahre 1930 zu 56 Proz. ebenfalls Fertigerzeugnisse ver­schiedener Att. Textilien, aber auch Leder- und Eisenwaren spielen eine wichtige Rolle. Daneben fällt insbesondere noch die Zufuhr von Holz ins Gewicht.

Diesen Handelsverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich zu intensivieren und auszubauen, da­mit im weiteren Sinn dazu beizuttagen, die gegen­wärtige Wirtschaftsnot in beiden Ländern zu mll- dern das soll Hauptzweck des Wirtschaftsab­kommens sein.

Die Forderungen der Inder.

wtb. Karatschi, 1. April. (Eig. Meld.) Der indische Nationalkongreß wurde gestern abend geschlossen. Eine Anzahl von Ent­schließungen fordert u. a.: keine Salzsteuer, Auf­sicht über die Währungspolitik und über die mili­tärischen Ausgaben, Schutz der indischen Texttl- waren durch Ausschluß ausländischer Textilwaren, völliges Alkoholverbot und Festsetzung der H ö ch ft« grenze der Gehälter für staatliche An- gestellte auf 9000 Mark im Jahre. Ghandi erklärte, der V1 z e k ö n i g von Indien falle auch kein größeres Gehalt bekommen.

ER B- Berlin, 1. April. (Gig. Meld.) Der Ausschuß, der unter dem Vorsitz des früheren Aeichsarbeitsministers Dr. Brauns eingesetzt wor­den ist. um die Möglichkeit zur Verminderung der Arbeitslosigkeit zu prüfen, sollte über einen xeil feiner Vorschläge bis Ostern berichten. Wie gir erfahren, liegt ein solches Teilgutachten nun im Reichsarbeitsministerium vor. Es enthält recht jcrgfältige Untersuchungen und kommt zu ähn- jichen Ergebnissen, zu denen man auch bei ben früheren Arbeiten im Ministerium gelangt ist. Die Bedeutung bes Gutachtens liegt darin, daß es eine wissenschaftliche und sachliche Grundlage für bie Maßnahmen bietet, die durch- i>esührt werden sollen. Vor allem handelt es sich dabei um zwei Probleme: Arbeitsbeschaffung und Arbeitsstteckung. Die Beschaffung neuer Arbeits­möglichkeiten hängt ganz davon ab, wie sich bie kreditpolitische Lage entwickelt. Das gilt nament­lich auch

für das Baugewerbe.

Ende April werden sich die zuständigen Stellen darüber klar werden, wie weit das Bauprogramm ansgedehnt werden kann. Eine interessante Ein­zelheit ist ferner, daß. man einen besonderen Ee-

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Deutschlands Außenhandel mit den Staaten der geplanten Zoll Union \Deutsch/and\