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Zuschriften aus unserem Leserkreis

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Am Ge- un-

— Schmalnau gen 6 Uhr brach

richt ein, daß es sich um die 30jährige Elli Metz Weimar handelt.

Bemerkenswert ist, daß der Zustic Ausgesteuerten im Februar lend nachgelassen hat.

Baugewerbe.

Schadenfeuer.

(Kr. Gersfeld). Sonntag morgen ge- in der Holzwarenfabrik Ferdinand

ANeler-Jubilare.

Am 1. April sind es 25 Jahre, daß H. . motivführer a. D. August Sauer und

Kolonialroarenhändler Hermann L ü h n im Hause des Herrn Maurermeisters Clemens Hendler ivohnen.

Die Erhöhung der Ausmahlungsquote für Roggen-

Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Verord­nung des Reichsernährungsministers, wonach d?r Ausmahlungssatz für Roggenmehl von höchstens 60 Prozent auf höchstens 70 Prozent er­höht wird. Die Verordnung tritt drei Wochen nach ihrer Verkündung in Kraft.

von den Kriegsopfern.

— Lia wichtiger Fristablauf für Bewerbungen »«* Kriegsbeschädigten bei der Reichsbahn. Für die Auf­nahme von Inhabern eines Verforgungs- oder Beamten­scheins in die Bewerberlisten bestand bisher bei der Deut­schen Reichsbahn-Gesellschaft keine Altersgrenze. Um der Notwendigkeit der Senkung des Lebensalters oei der planmäßigen Anstellung Rechnung zu tragen, D“ W Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn in einem W

tragen. Von nah und fern waren die Trauergäste, beson­ders von seinem Geburtsorte Mittelkalbach erschienen, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Ein Trauerzug, wie ihn Schweben noch nie gesehen hat, be­wegte sich durch unser Dorf. Bei allen Neuerungen, die in der Zeit nach dem Kriege geschaffen wurden, war er ein tüchtiger Helfer und Förderer, so z. B. bei dem Was­serleitungsbau. Ganz besonders hat er sich um den Kir­chenneubau verdient gemacht. R. i. p.

— Rönshausen. Herr Franz R ü tz e l aus Rönshau­sen bestand nach Abschluß des 2. Semesters an der Lipp. Bauschule in Detmold die Meisterprü-

Die Wohlfahrlserwerbslosen in Preußen.

Die Statistische Korrespondenz bringt eine vom Preußischen Statistischen Landesamt nach den Meldungen der Bezirksfürsorgeverbände geführte Statistik über die Wohlfahrtsenverbslosen in Preußen. Hiernach ist die Zahl der vom Arbeits­amt anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen seit September 1930 in ständiger Steigerung um rund 218 000 oder 48.7 v. H. auf rund 665 000 Ende Februar 1931 angewachsen, so daß am letzten Stichtag auf 1 000 Einwohner 17.42 Wohlfahrts­erwerbslose entfielen Die Steigerung von Monat zu Monat hat aber nach Erreichung des größten Ausmaßes tm Dezember (57 333) und Januar (55 330) im Februar (25 470) bereits erheblich nachgelassen. Etwas über zwei Drittel aller Wohl­fahrtserwerbslosen (456162) stellen die aus der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge Aus­gesteuerten. Rund ein Fünftel (140 481) d>i Un­terstützten smd Personen, die in ihrer bisherigen Arbeitnehmertätigkeit noch keine Anwartschaft auf Leistung der Arbeitslosenversicherung oder der Krisenfürsorge erreicht haben, während die son­stigen Wohlfahrtserwerbslosen (erwerbslos gewor­dene Selbständige, nicht versicherungspflichtige

erreichen sie sogar, daß das Ausland nicht an die der breiten Schichten des deutschen Volkes glaubt.

Wir erleben zurzeit einen starken

Ansturm gegen die Sozialpolitik,

— Gesellenprüfung. Herr Hermann Gärtner, Sohn des Friseurmeisters Paul Gärtner, bestand vor der hiesigen Prüfungskommission seine Gchilfenprüfung als Damen- und Herren-Friseur mit dem Gesamtorä- dikat „Sehr gut". Herr Gärtner ist der erste, der in Fulda die Prüfung in beiden Fächern abgelegt hat. — Weiter haben die Automechaniker Aloys Arnold von hier und Joseph Klüh von Niederkalbach die @s- sellenprüfung mit der Note gut bestanden. Beide nach­ten ihre Lehrzeit bei der Firma Kircher-Ludwig durch. __________________

— Schlüchtern. In der Nähe von S t e r b f r i tz kam vor einigen Tagen bei einem Automobilunglück auch ein junges Mädchen zu Tode, dessen Persönlichkeit bisher nicht ermittelt werden konnte. Jetzt lief hier die Nach-

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Köhler Feuer aus, das in den Holzbeständen gute Nahrung fand. Das brennende Sägemehl verbreitete ei­nen ungeheuren Qualm. Die Feuerwehren aus der Um­gebung waren rasch zur Stelle. Auch die Motorspritze aus Fulda wurde herbeigerufen. Gegen Mittag war jede Gefahr beseitigt. Größerer Schaden soll nicht egt« standen sein.

Der liegen gebliebene Bremsklotz.

= Bischofsheim (Rhön). In der Nähe von Zeit­lofs hatte ein Fuhrmann seinen Bremsklotz auf der Straße liegen lassen. In her Nacht fuhr ein Motorrad­fahrer, der sich auf der Heimfahrt nach Ruppertsboden befand, über das Hindernis, stürzte und zog sich schwere Verletzungen zu.

herausgestellt, daß heute Weltanschauung gegen Welt­anschauung steht. Jeder Katholik muß in diesem Kampf seinen Mann stehen, fontt ist er ein Feigling, auf die anderen mit Verachtung herabsehen.

Wie fasse ich meinen Schuldner?

Don Dr. F. W. Kupke.

Unzählige Male kommt es im täglichen Leben vor. daß ein Schuldner nicht seinen Zahlungsver­pflichtungen nachkommt, obwohl der Anspruch des Gläubigers ganz offensichtlich berechtigt ist und der Schuldner selbst diesen Anspruch auch nicht be­streitet. Der Gläubiger schreibt dann einen Mahn­brief nach dem anderen; doch auch das hilft ihm nichts, denn meistens antwortet der Schuldner gar

Freistaat Hessen.

Der Voranschlag des Kreises Lauterbach.

— Lauterbach. Der vom Kreisausschuß des Kreises Lauterbach festgestellte Voranschlag für das Rechnungs­jahr 1931—32 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 289 869 Mk. gegen 280 592 Mk. im Vorjahre ab. Von dieser Summe erfordert die Betriebsrechnung den Be­trag von 255158 Mk. (im Vorjahre 253 247), die Ver­mögensrechnung 34 711 (27 345) Mk. Der zur Erhe­bung kommende Betrag an Kreisumlagen wurde, wie im Vorjahre, auf 82 000 Mk. festgesetzt. Aus dem Rech­nungsjahr 1929 verblieb bei 255 258.87 Mk. Einnahmen

Renes ans Franksnrt.

— 3n Frankfurt immer noch kein Rückgang der Ar- beitstosenzahl. Am 1. März waren im Arbeitsamts­bezirk Frankfurt a. M. 72 670 Arbeitsuchende gemeldet. Bis zum 15. März ist diese Zahl auf 72 743 gestiegen. Aus der Arbeitslosenversicherung wurden 27 483, aus der Krisenfürsorge 14 288, zusammen also 41771 Personen unterstützt.

— Berliner Juwelenräuber in Frankfurt verhaftet. Durch Zusammenarbeit der Berliner und Frankfurter Kiminalpolizei gelang es am Samstag in Frankfurt die seit Wochen gesuchten Juwelenräuber Hermann Beh­rens und Ernst Fleischer zu verhaften. Die beiden Haien zusammen mit einem früheren Offizier namens Rönner vor einigen Wochen in den Fasanenstraße in Berlin bei einem Einbruchsdiebstahl für 30 000 RM. Schmncksachen erbeutet. Die Berliner Kriminalpolizei hatte erfahren, daßd as Trio am Samstag nach Frankfurt fahren wollte, um dort ebenfalls einen großen Einbruch auszuführen. Sie fetzte die Frankfurter Kriminalpolizei hiervon in Kenntnis, der es gelang,, zwei der einzeln in Frankfurt eintreffenden Verbrecher zu fassen, während der dritte, Bönner, schon in Berlin verhaftet werden konnte.

Bhifige Liebeskragödie.

Lin Polizeioberwachtmeister erschießt seine Braut und begeht Selbstmordversuch.

Im Stadtteil Heddernheim erschoß Samstag vormittag der Oberwachtmeister Alfred Seitz seine Braut, die Schneiderin Anna Weigelt. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und jagte sich eine Kugel in die Schläfe. Die Verletzungen sind schwer; wahrscheinlich kommt der Mann mit dem Leben davon, wenn keine Infektion der Wunde eintritt. — Seitz war mit dem jungen Mädchen seit vier Jahren verlobt.. Das Verhält­nis wurde aber von dem Mädchen gelöst, weil der Bräu­tigam letzchin auch mit anderen Frauen verkehrt hatte. In einem hinterlassenen Abschiedsbrief teilte der Wacht­meister mit, daß er ohne es nicht leben könne. Als trotzdem seine Wiederannäherungsversuche zurückgewie- sen wurden, erschoß er die Brant.

— Schweben (Kr. Fulda). Man schreibt uns: Sonntag wurde der erste Gemeindeschöffe unserer meinbe, Gastwirt und Metzger Friedrich V e ß l e r, ter allgemeiner Beteiligung der Gemeinde zu Grabe ge-

hohe Wohlsahrlslaslen durch Zuzug vom Land.

— Diez. In der letzten Stadtoerordnetensitzung, in der der Haushaltsplan zur näheren Beratung an die Finanzkommission überwiesen wurde, erregte ein Schrei­ben des Bezirksverbandes lebhaften Protest der Ver­sammlung, weil darin die hohen Wohlfahrtslasten der Stadt beanstandet wurden. Es wurde von der Ver­sammlung darauf hingewiesen, daß die umliegenden Landgemeinden ihre Fürsorgeempfänger in großer Zahl nach Diez abgeschoben und so der Stadt Diez die hohen Lasten aufgebürdet haben. 7 0 Prozent aller Unter­stützten seien Zugezogene. Der Jahresabschluß, der... einen Fehlbetrag von über 50 000 Mk. aufweist, wurde ebenfalls der Finanzkommission Überwiesen. Der Haus­haltsplan für das kommende Rechnungsjahr schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1280039 Mk.

gegen die Tarifverträge, ufw. Dabei ist es der Sozialpolitik in erster Linie zu danken, daß wir den schweren Winter ohne größere innere Erschütterungen überstanden haben. Wenn die Behauptung richtig wäre, daß die Sozialpolitik schuld an der Krise wäre, bann dürfte in dem reichen Amerika, wo keine soziale Gesetz­gebung wie in Deutschland besteht, die Wirtschaft' doch nicht auch barnieberüegen. Die Gegner der Ta­rifverträge sollten bedenken, daß diese größere Ruhe und Stetigkeit in der Wirtschaft gewährleisten. Gegenüber dem Verlangen nach stärkerer Beweg­lichkeit in den Tarifverträgen muß von vornherein erklärt werden, daß es sich hierbei nicht um eine Handhabe für weitere Lohnsenkungen oder um eine Beweglichkeit nur nach unten hin handeln darf. Leider war der Lohnabbau in dieser Krisenzeit vielfach dort am stärksten, wo die Tarife sehr beweglich, und die zugelasftnen Akkordspannen hoch waren.

Unter dem Schlaipvort

acht Tagen) Widerspruch erhebt, wobei er keine Begründung anzugeben braucht. Das Gericht be- nachrichtigt dann den Gläubiger von der Ein­legung des Widerspruchs und der Zahlungsbefehl als solcher verliert nun seine Kraft.

Jetzt muß sich der Gläubiger natürlich schlüssig werden, ob er das Verfahren fortsetzen will oder nicht. Ein Termin zur mündlichen Verhandlung wird nämlich durch das Gericht nur auf Antrag einer der beiden Parteien festgesetzt. Dem Gläu­biger ist zu raten, falls er von vornherein entscklv- sen ist, das Verfahren fortzusetzen, bereits in sei­nem Gesuch um Erlaß des Zahlungsbefehls die Anberaumung eines Termins zu beantragen, denn dies ist gesetzlich zulässig und beschleunigt auch das Verfahren. Mit der Anberaumung des Ter­mins gelangt dann die Sache in das ordentliche gerichtliche Verfahren; in den meisten Fällen aber — so lehrt die Praxis — kommt der Schuldner schon auf Grund des Zahlungsbefehls seinen Ver­pflichtungen nach, so daß sich ein Prozeß erübr.gt.

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in diesen schönen Frühlings­tagen ihre Kleiderbestände einer Musterung unterzieht, wird sie auf manches Stuck stoßen, das für sie selbst un­verwendbar ist.

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kann das Kleidungsstück aber noch stiften, wenn es in die

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des Elisabethenvereins in* Frauenbundshaus (Schulstr. Rr. 1) gebracht wird. Auf Wunsch erfolgt auch Abholung. Mitmenschen, die sich kümmer­lich durchs Leben schlagen, er­halten die Kleidungsstücke, sparen Ausgaben für $etlet6 düng und können ihre knap­pen Mittel auf den Lebens­unterhalt verwende».

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und 220 547.33 Mk. Ausgaben ein Rest von 34 711.54 Mk. und als Immobilien 63 600 Mk. ausgewiesen, Schul­den hat dagegen der Kreis Lauterbach nicht.

Steuererhöhungen in Mainz.

— Mainz. In der Stadtratssitzung wurde auf An­trag des Ersten Bürgermeisters zur Ausgleichung des Etats die Er Höhung der Bier st euer um 100 Prozent und zwar für jeden Hektoliter Einfachbier auf 5 Mk., Schankbier auf 8.50 Mk., Vollbier auf 10 Mk. und Startbier auf 15 Mk. per 1. April 1931 be­schlossen. Ferner beschloß der Stadtrat die Einführung der Bürgersteuer mit dem 1 ^fachen des Landes- satzes ab 1. April 1931. Die Annahme der Steuern erfolgte nur für das Rechnungsjahr 1931. und bei der Bürgersteuer außerdem unter der Bedingung, daß bei Härtefällen unter weitestgehenden sozialen Rücksichten insbesondere bei Kurzarbeitern Steuernachlässe gewährt werden sollen. ________________

Für Die Li erfolgeiout BerösienUichungen uottiiunmi Die Schri .tung nur Die Durch Das Pretzgesetz vorgr- Idjriebenc Berantwortung.

Bucheller (Kr. Fulda). Als im Jahre 1913 unser altes Friedcnsheex in unserer Gegend sein großes Ma­növer abhielt, suchten die Offiziere und Soldaten, die in die Armeekarte eingezeichnete Straße von Rü­ckers über Bucheller nach Veitsteinbach. Die Straße blieb für sie, sowie auch bis heute für uns, ein Vexierbild. Ein Hauptmann sprengte damals auf seinem Pferd suchend die mutmaßliche Richtung kreuz und quer und rief: Die Straße muß doch da sein, ich habe sie doch hier auf der Karte. Aber leider, er suchte vergebens. Auch viele Autofahrer haben schon die Straße an Hand ihrer Karte vergeblich gesucht. Seit vielen Jahrzehnten ist also die Straße in die Karte ein­gezeichnet, aber bis heute noch nicht gebaut worden. Wie uns unsere Großväter erzählten, soll es mit der Straße ein ganz eigenartiges Bewandtnis haben. Früher soll in Rückers und in Mittelkalbach eine Bierbrauerei bestanden haben. Der Bierbrauer von Mittelkalbach soll aus Konkurrenzneid und Egoismus, damit Veitsteinbach, Eichenried und Oberkaibach u. a. m. ihr Bier nicht von Rückers beziehen konnten, bei den damaligen zustän­digen Stellen alles daran gesetzt haben, um diese zu ver­anlassen, damit die geplante und notdürftige Straßenoer- bindung nicht hergestcllt und der Bau der Straße ver­worfen wurde. Wir möchten daher bei den maßgebenden Stellen ergebens! anfragen, wie es möglich ist. Daß eine Straße, welche schon Jahrzehnte lang in die Karte einge­zeichnet, bis heute noch nicht gebaut ist, obwohl sie doch die damaligen zuständigen Stellen als ein Bedürfnis anerkannt haben. Bei einem Fortfchrittstaat ist uns die­ses unerklärlich. Die Straße wäre für die Bewohner Der ganzen Urngend von große Bedeutung, da sie für Auto und Fuhrwerksverkehr, sowie für den Fußgänger

Theater in Fulda.

Mitteldeutsche Bühne führt Das Volksstück von Singer- mager auf: „Flieg Roter Adler von Tirol".

Arn Samstag spielte vor verhältnismäßig gut besetz­tem Hause das Theater des Bühnenvolksbundes im Stadt- faal. Es machte uns mit feinem zeitweilig vielgenannten Volksftück bekannt, das den anfeuernden Titel trägt: „Flieg Roter Adler von Tirol". Wir alle kennen die Tragik der Grenzvölker. Sie werden von mächtigen Nach­barn hin- und hergerissen, haben namentlich in Hoch- Zeiten des Nationalismus seelisch und materiell viel zu leiden. Sie kommen dann in der Regel zu der Erkennt­nis, daß sie am glücklichsten sich fühlen würden in einer gewissen Selbständigkeit, in der 21 utpnomie. Ver­traut sind uns diese Erscheinungen bei Elsaß-Lothringen. Nach dem Krieg ist auch die Tragik bekannt geworden, die in dem deutsch-italienischen Grenzland Süd­tirol zu Tage tritt. Die Probleme Faszismus und Deutsch- österreichischer Anschluß spielen in die Südtiroler Frage hinein. Wenn vom Roten Adler von Tirol die Rede ist wie in dem Angermayer'schen Volksstück, so tauchen so­fort zahlreiche aktuelle politische Gesichtspunkte auf, die nach sachlich-nüchterner Behandlung rufen, wie sie ein Theaterstück nicht geben kann und — auch nicht zu geben versuchen soll, weil mit Recht ernst zu nehmende Politi­ker aus dem Versuche mehr Schaden als Nutzen erwarten. Episoden, die ihrer dramatischen Wucht wegen aus dem „Wilhelm Teil" in solch ein Zeitstück übergehen, haben es schwer. Man denkt sofort an die juristisch-nüchterne Be­handlung, die im Genfer Vöikerbundsrat Fragen des Minderheitenschutzes zu erfahren pflegen. Die Spielleitung hat sich gleichwohl glücklich aus der Affäre gezogen. Sie hat den Schwerpunkt der Aufführung in das Mensch­liche verlegt. Die tragende Rolle und das Interesse des Abends war ganz bei Eva Goltz, der alten Eggthale- rin, die in sich und mit ihrer Umgebung zum Austrag brachte, was an Widerstreit und Hin und Her der Neigun­gen in der Brust einer starken Grenzland-Frau sich ab- spielk. Mit Anteilnahme verspürte man die hochentwickelte DarfteUungstunft, die über eine ganz ungewöhnliche Wandlungsfähigkeit verfügt: Haß, Verachtung, Härte, Zartheit, Mütterlichkeit, frommes Gottvertrauen, als stärk­stes Element Verwachsenheit mit dem Heimatboden. Die anderen zahlreichen Gestalten reihten sich mehr oder weni­ger befriedigend um diese Eggthalerin. Manche wurden mit dem Tiroler Dialekt besser fertig, manche weniger gut. Manche sind im Volksstück am Platze, manchen — liegt das Salonstück besser. Ein so großer Personenaufwand ist für eine Wanderbühne keine kleine Aufgabe. Die Schauspieler taten sicher alle ihr Bestes. Das Bühnen­bild von Ernst Hummel war echt und packend. Das Publikum hat gewiß neben der Freude an der Schau­spielkunst auch manche Mahnung aus den Vorgängen ge­hör t z. B. gu begonnener Beurteilung nationaler Fragen, Hochhaltung des Heimatgedankens, Mißtrauen gegen hetzerische Phrasen und nationalistische Verleum- pv-A-n 'Es spendete kräftigen Beifall. Timon.

„Kamps Dem Marxismus"

wird zurzeit von vielen Seiten eine Agitation betrieben, die alles andere als ehrlich und klug ist. Kreise, die sel­ber Gewalt predigen und Gewalt anwenden, rufen laut gegen die Machtpolitik des Marxismus. Aehnlich ist es mit anderen Kreisen, die sich "gegen den Unglauben des Marxismus wenden, aber durch eigene Verlautba­rungen und durch ihr Handeln ebenfalls zum sittlichen Verfall betiragen. Vielfach verbergen sich hin­ter dieser lauten Agitation se 1 bstsüchtige oder höchst unsoziale Zwecke. Für weite Kreise bedeutet Kampf gegen den Marxismus

Kampf gegen die Sozialpolitik und die bestehende Ordnung.

Alle diese Kreise müssen sich darüber klar sein, daß sie mit einer solchen Ar( des Vorgehens den Marxismus nicht bekämpfen können. Hierzu bedarf es vor allem des Schöpfens aus tieferen Quellen — und einer inneren Einstellung, die aus höchstem Verantwortungsgefühl, fo- ■ zialer Gemeinschaftsgesinnung und christlicher Grund­haltung entspringt.

Die Gegenwart verlangt ernste und hingebungs­volle Mitarbeit von allen.

Die christlich gesinnte Arbeikerfchft muß Front machen gegen einen unfruchtbaren Radikalismus, der Die Ge­sundung gefährdet und Der größte FeinD sowohl Der Allgemeinheit wie Der vorwärtsstredenDen Arbeiter­schaft ist.

Herzlicher Beifall war der Lohn für die sach­lichen und doch mit innerer Wärme vorgetragenen Ausführungen des christlichen Gewerkschaftsführers. Der Vorfigende schloß die Verso. ..»luna mit der

Aufforderung an

der Grundsätze der christlichen Gewerkschaften im öffentlichen Leben zu kämpfen. „Unsere Ar­beit gilt der Erhaltung der „christli-

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- ache in die Länge.

Welcher Weg steht nun dem Gläubin» um auf möglichst schnelle und billig« fernem Geld zu kommen? Gewiß, er » »1 "heben und dann auf Grund eine« Zwangsvollstreckung schreiten. Doch Äe3 Prozeß immer eine gewisse Zeit in Ani^I «6 a ol« Selb ,<S„IchI-I«„nv„«ch^'"p'u»»»V kosten). Auch vom Standpunkt der A'laem- ^s. 1 des Staates aus. wäre die Ueberlastung^'"^' Uchte mit derartigen Rechtsstreitiokeiten h- nen eigentlich gar kein „Streit" Zwischen teien besteht, weniger wünschenswert -u" 5ar- diese Falle, bei denen der Schuldner 1 Pflichtungen nicht bestreiten wird bj^ 5 genannte Mahnverfahren oft ein ’qeeiqnete «V0* M, um unter Vermeidung eines' Protell?- Hellem und billigem Wege zu seinem @erhauf kommen. 10 öU

Das Mahnverfahren findet dann nur düng, wenn der Anspruch sich auf die Zahlung' ner bestimmten Geldsumme, die Leistuno et" Menge anderer vertretbarer Sachen, die im kehr nach Menge, Maß und Gewicht MtirnrnfV werden pflegen, oder von Wertpapieren erftrJ? Eine weitere Voraussetzung dieses Verfahren« n daß der Anspruch nach dem Inhalt bÄU1 nicht von einer noch nicht erfolgten Gegenlejsh,^ des Antragstellers abhöngt. Hat zum Beispiels Verkäufer einer Ware diese noch nich, a«lj°i„. f? kann er natürlich nicht wegen des Kaufpreise« em Mahnverfahren gegen b?n Käufer anstnnam

Sind die erwähnten Voraussetzungen vorhon' den, so hat der Gläubiger -»nächst ein Gefum Erlaß eines Zahlungsbefehls beim zuständigen Gericht einzureichen. Im allgemeinen ist ho« Amtsgericht des Wohnsitzes des Schuldners oder des Erfüllungsortes zuständig. Das Gesuch muh die Be-eichnung der Sache, der beiden Parteien die bestimmte Angabe und den Grund des An. lpruchs und schließlich den Antrag auf Erlaß des Zahlungsbefehls enthalten. Zu empfehlen ist die Zahlungsbefehlsformulare, die jedem Amts­gericht erhältlich find, selbst, ui zwar in drei- facher Ausführung, aus-uMlen und dem Gericht einzureichen. Ist das Gesuch in Ordnung, f0 er. läßt das Gericht den Zahlungsbefehl ohne weiter zu prüfen, ob der Gläubiger die Wahrheit ae. sagt hat.

Der Schuldner kann sich nun auf dreierlei Art verhalten. Er befriedigt den Gläubiger, dann wäre der Zweck des Zahlungsbefehls erreicht- oder er schweigt, was den Gläubiger berechtigt' den Befehl für vollstreckbar erklären zu lassen' Das Gesuch um Vollstreckbarkeitserklärung muß aber binnen einer Frist von sechs Monaten ein. gereicht werden. Der Gläubiger wäre dann in der Lage, die Zwangsvollstreckung gegen den Schuld- ner zu betreiben. Die dritte Art ist die, daß der Schuldner rechtzeitig (binnen drei beziehungsweise

eine sehr gute und dringende Berkehrsverbindung schaffen würde. Für die Orte Rückers, Bucheller, Veitsteinbach und Eichenried ufro. besteht keine Möglichkeit, in einen der anderen Orte zu gelangen, ohne entweder einen Um­weg von zwei Stunden und mehr zurückzulegen oder aber auf grundlosen, schlammigen Wegen und durch sehr nasse Wiesen zu waten. Bei Nacht ist dieses überhaupt unmöglich und mit Lebensgefahr verbunden. Gar viele Fußgänger haben schon oft in dem Kressebach ein un­freiwilliges Bad nehmen müssen, ohne alle Diejenigen, die es ableugnen, darin gelegen zu haben, weil über diesen Bach an keiner Stelle weder eine Brücke noch ein Steg vorhanden ist. So muß man sich hilfesuchend am Gesträuch halten und über Steine hinüberbalanzieren. Die Kosten für Die Straße würden sich nicht hoch be­laufen, da direkt in der Richtung Der neuen Straße zwei Ba;altsteinbrüche von Rückers und Schweben liegen, die Die Steine billig liefern könnten. Vor einigen Jahren wurden von Rückers und Veitsteinbach betreffs Neubau der Straße Eingaben an die zuständigen Stellen gerich­tet, welche abek unberücksichtigt blieben. Wir fühlen uns dadurch stiefmütterlich behandelt. Auch wohnen wir am äußersten Ende Des Fuldaer Kreises, wodurch wir viel­fach in Vergessenheit geraten. Dor kurzer Zeit fragte ein Autofahrer, wo die Buchellerstraße hinführe. Es wurde ihm erklärt, hier sei Schluß mit der Straße, sie habe nach keiner Richtung hin Verbindung; daraus erwiderte er: „Ach ja, es stimmt, da oben sind die Bretter." Durch den Neubau der Straße würde auch unser großes Ar­beitslosenheer verringert und die Arbeitslosen würden es mit Genugtuung begrüßen, endlich wieder einmal pro­duktive Arbeit leisten zu können und dadurch Reich und Gemeinden zu entlasten. Mögen diese Zeilen dazu bei- , tragen, doch bald diese dringend nötige Straßenoerbin- dung herzuleiten. Die maßgebenden Stellen möchten I doch das nötige veranlassen, damit die neue, langersehnte ’ Straße recht bald erstehen möge. (Folgen Unterschriften.) ' t

Jeder muh feinen Mann stehen.

— Rönshausen (Kr. Fulda). Am Freitag abend sand hier eine vom Windthorstbund einberufene politische Versammlung statt, die sehr gut besucht war. Einige Mitglieder Des Windthorstbundes Fulda waren mit dem Rad herausgekommen. Ihr Führer gab in einer längeren Ansprache einen anschaulichen lieber- blick über die politische und wirtschaftliche Lage. Ins­besondere zeigte er die Notwendigkeit einer gründlichen Schulung, damit jeder junge Deutsche in der Lage ist, die durch Phrasen und Schlagworte verdunkelte poli­tische Wirklichkeit zu erkennen. Diese verlangt von dem katholischen Volksteil geschlossenes Zu- s a m m e n st e h e n, um die Pläne der Rechts- und Linksradikalen zu vereiteln, die unsere persönliche Frei­heit, den Bestand des Vaterlandes und die katholische Kirche bedrohen. In der anschließenden Aussprache wurden noch manche Fragen geklärt. Ganz klar wurde

t inseitig zu Lasten eines Teiles unter Verminderung der realen Kaufkraft geht.

3n Der heutigen Rotzeit sollten sich Arbeitgeber unD Arbeitnehmer in Dem Gedanken siuDen, Diejenigen Selbst­kosten zu senken. Die außerhalb Des Lohnes liegen. Was sind Das für Faktoren? Einmal bi e Steuern. D:e Ausgaben für die öffentlich« Verwaltung müssen gesenkt werden. Es kann da noch manches geschehen. (Heute hat sich gezeigt, daß die Haltung der christlichen Ge­werkschaften bei der Besoldungsaufbesserung der Be­amten im Jahre 1927 richtig war). Weiter muß — allerdings in kurzer Weise — mit allen Mitteln danach gestrebt werden, unsere Wirtschaft von den Reparations- laften zu befreien, weil sie wirtschaftlich nicht mehr trag­bar und zudem ein Unrecht sind. Schwer wird die Wirtschaft vor allem durch die hohen Z i n s e n be­lastet. Mitschuld an dieser Entwicklung ist der politische Radikalismus. Wegen der Unsicherheit der politischen Verhältnisse ist viel in- und ausländisches Kapital aus Deutschland abgeflossen.

Statt mit den Gewerkschaften gemeinsam für Die Senkung der Kostenfaktoren einzutreten, die außerhalb Der Löhne liegen, werden jetzt vielfach die Löhne ge­senkt. Dabei beziehen an und für sich schon 55 Proz. aller Derjenigen, Die in bie Invaliden- taffe zahlen, ein Wochenlohn von weni­ger als 30 Mark. Jeder Einsichtige weiß, daß sich Der LedensstaubarD Des Deutschen Volkes nicht aufrecht erhalten läßt.

Mer die Lasten dürfen nicht einseitig aus bie Arbeiter­schaft abgewälzt werben. Die Not Des Vaterlandes er­fordert, Daß alle bereit find, Opfer zu bringen. Be­stimmte Kreise zeigen diese wahrhaft vaterländische Haltung aber nicht. Durch ihr protzenhaftes Auftreten