Einzelbild herunterladen
 

Politik in der Schule.

Man schreibt uns:

-in. Preußischen Landtag lag ein Antrag der «..»^nationalen zum Etat des Kuitusminisleri- ® oor der sich mit der politischen Betätigung uE-,„aend an den höheren Schulen beschäftigt. k führte u. a. auch Klagen darüber, daß ein» •LJ Parteien in den Erlassen der Regierung als ^nanisationen bezeichnet werden, deren Ziel es ^die gegenwärtige Verfassung mit Gewalt um- *\fh-(rxen Die Deutschnationalen stellten noch al- X Fragen, die hier deshalb nicht interessie- m weil ihre parteitaktische Einstellung zu er- I^rhar ist und wir nicht die Absicht haben, uns miibertei „ollen Kamellen" zu befassen.

Immerhin aber ist der Antrag doch symtoma- ist eine unleugbare Tatsache, daß gegen« ”£rtia die höhere Schule politijch minde- f7,n5 f0 berannt wird rote die Unioersl- "Sten Das hängt zum Teil damit zusammen,

iJrft das Hochkommen der Rechtsopposition natur­gemäß eine stärkere Auswirkung in den höheren -^>ulen haben muß als etwa das Anschwellen so- ^alistischer oder kommunistischer Stimmen. Je- ncnialls Haven die Nationalsozialisten zu einem Generalangriff auf die höheren Schulen angesetzt. c;e gehen dabei von ähnlichen Methoden aus wie die Kommunisten. Sie sind der Meinung, daß man den jungen Menschen nicht früh genug erfassen kann um ihn politisch zu beeinflussen. Je früher er 'mst den Ideen des Nationalsozialismus durchleucht wird, eine desto leichtere Beute wird et in den späteren Jahren, also vor allem auf der Universität. Und von allen, die in die Jugend Hineinzuhorchen verstehen und mit ihr Fühlung ba­den wird eine Verstärkung der Agitation gemel­det ' und die Wirkungen sind ebenfalls erheblich. Sie sind nach unseren Informationen sogar an einzelnen Stellen direkt bebentlid>. Dabei wollen ®ir uns nicht einmal aufregen über „Abstimmun­gen" in den Klassen, wie neulich noch in einer Kölner Anstalt. Hier spielen eine Menge Dinge eine Rolle, die mit Politik nichts zu tun haben. Siel schlimmer ist es, daß die ganze Propaganda der Radikalen von rechts in kluger Psychologie ab- qestimmt ist auf die jugendliche Psyche, und daß man geradezu raffinierte Methoden besitzt, um die Jugend einzufangen. Wer sich umzuhören ver­steht, der weiß auch, daß die rechtsradikale Agi­tation unendlich viel in den letzten Jahren gelernt hat und daß sie heute über Praktiken verfügt, die in ihrer Wirkung von uns sorgfältig studiert werden müssen, wenn wir nicht eines Tages Ue- berraschungen erleben wollen, auch mit unserer eigenen katholischen studierenden Jugend.

Das Problem der höheren Schule in diesem Falle ist, was wir energisch betonen möchten, auch gleichzeitig das Problem der Universitäten auf demselben Gebiete, ein Zusammenhang, der von den Rechtsradikalen längst erkannt und sorgfältig gepflegt wird, während wir hier noch vielfach im Dunkeln tappen!

Wenn die Deutschnationalen in dem genann­ten Antrag spöttisch darauf aufmerksam machen, daß ja selbst der Staat einzusehen beginne, daß junge Menschen von 20 Jahren noch nicht reif feien für die Politik, so wird man diese Einstel- lung bei den Nationalsozialisten nicht finden, roe- nwjtens nicht in vielen und einflußreichen Kreisen, hier weiß man, daß Radikalismus und Jugend ich häufig Hand in Hand gehen.

EJm übrigen ist auch der deutschnationale An- trag innerlich überholt. Für wen bemühen sie sich Igentlich? Für ihre Jttgend? Die haben sie nicht mehr; ’fie ist in ihren eigenen Stammgebieten längst zu den Nationalsozialisten abgeschwenkt. Trotzdem sind wir es ja gewohnt, und das ist auch hier der Fall, daß sie für die Freunde auf der äußersten Reckten eintreten; das können sie auch ini Landtag deshalb mit einem Scheine von -leckt, weil' die Nationalsozialisten hier nicht ein­mal eine Fraktion bilden.

Das Staatsministerium ist natürlich nicht im 5tanDe, etwas zu tun, was das Wohlgefallen der Deutschnationalen erregt; denn dann mußte es die Rechtsorganisation erlauben und die Vereinigun­gen der Schüler auf der Linken verbieten. Das geht nicht. Es kann nur der Weg der msttleren Linie betreten werden. Und der Hauptgrundsatz muß heute mehr wie je lauten: Fort mit allem aus der Schule, was die politischen Leidenschaf­ten erregt. Politische Schülerorganisationen bür­en nicht geduldet werden. .Nur diese Haltung kann das Ministerium einnehmen und hat es auch immer getan. Dagegen kann es natürlich die in­ternen Kämpfe nicht hindern, die gleichsam als Reflex des Elternhauses und einer äußerst beroeg- fen Zeit auch in die höhere Schule hineinschlagen. Das ist an sich bedauerlich genug, kann aber nicht verhindert werden. Und alles in allem! Man ver­meide es auch hier, Märtyrer zu schaffen. Es ist

uns ein Fall bekannt, der die Dinge einmal illu­strieren möge. In einer Klasse, die von demokra­tisch gesinntem Lehrer sehr vernünftig und klug unterrichtet wurde, schlug sich die Mehrheit der Schüler auf die nationalsozialistische Seite, roeil eine Bestrafung in einem Falle, und zwar völlig zu Recht, erfolgte, die dies Ergebnis hatte. Man mag das albern finden und es für einen Beweis hal­ten, nach welch kindischen Gesichtspunkten oft die Einstellung gewählt wird, aber trotzdem sollte man solche Vorkommnisse meiden, wenn eben möglich, denn oft sind sie trotzdem entscheidend für die end­gültige Einstellung vieler junger Männer.

Die Jugend ist oppositionell. Das wissen wir. Heute ist oppositionell: Nationalsozialist zu fein. Das haben diese Leute schon von vornherein al­len anderen voraus und sie erleichtern sich damit die Arbeit. Kommt noch die Art der Agitation hinzu, das Pflegen dessen, was diese Menschen „heroisch" nennen, um leicht in die Jugend und ihre Phantasie hereinzudringen und daneben alle anderen als „feige", „mutlos" und unmännlich zu beschimpfen! Die Arbeit an der deutschen Ju­gend ist viel schwerer geworden. Das Erlebnis des Krieges ist immer mehr verblaßt, selbst solche, die heute in führende Stellungen bei der Jugend gelangen, wissen nichts mehr von ihm, nichts mehr von der ungeheuren Bedeutung, die er gerade in der politischen Argumentation des vergangenen Deutschland der Nachkriegszeit hatte. Die Rechte nährt ja gerade daran ihre Kraft, daß ihr immer neue Jugendliche zuroachsen, die aus eben diesen Gründen ihrer Agitation immer leichter zum Op­fer fallen.

Wo sind die Elternhäuser, die solchen Verfüh­rern Widerpart halten könnten? Sie sind nicht da! Und die Fehler der Linken verstärken die Schwierigkeiten. Wahrlich, es ist nicht so einfach, in Zukunft unsere Jugend freizuhalten von der Politik der Phrase, es steht eine unendlich schwere Erziehungsarbeit bevor. Wirb sie nicht an den höheren Schulen geleistet, so werden wir es an den Universitäten büßen müssen. Die höhere Schule, so möchten wir refummieren, erfordert neuntens erhöhte Aufmerksamkeit!

* Die Reichssteuereinnahmen im Februar 1931. Die Einnahmen des Reiches im Monat Februar 1931 betragen bei den Besitz- und Berkehrssteuern 406,6 Mill. Mark, bei den Zöllen und Verbrauchs­steuern 225,5 Mill. Mark, zusammen 632,1 Mill. Mark. An veranlagter Einkommensteuer sind 50,3 Mill. Mark aufgekommen, an Körperschaftssteuer 7,7, an Vermögenssteuer 78,4, an Umsatzsteuer 37,5 und an Zöllen 61,8 Mill. Mark.

* Vizeadmiral a. D. Galster t. Im 80. Lebens­jahr ist in Wiesbaden der Vize-Admiral a. D. Karl Galster gestorben. Mit ihm ist einer der bedeu­tendsten Offiziere der deutschen Marine verschieden, dem die Tirpitzsche Flottenpolitik den Weg zu füh­rendem Einfluß verlegt hat. Als artilleristi­scher Spezialist hatte Galster frühzeitig die Be­deutung der U-Boot-Waffe und den Wert leichter und schneller Kampfeinheiten gegen­

über den Linienschiffen erkannt. Dieser Gegen­satz brachte ihm die Ungnade des Staatssekretärs, der die Verabschiedung des verdienten Inspekteurs der Marineartillerie durchsetzte. Galster hat aber nicht aufgehört zu warnen und zu raten. Die Kriegszeit hat bewiesen, wie recht er hatte. Nach Kriegsende hat sich Admiral Galster als einer der ersten rückhaltlos zum neuen Staat bekannt und unbeirrt von persönlichen Verunglimpfungen gegen Rassenhaß und völkische Verblendung angekämpft.

* Die Garankieerteilung für die Rußland- geschäfte. Zu den Verhandlungen des Reichskabi­netts über die Industriellenreife nach Rußland wird von unterrichteter Seite darauf hingewieseN, daß ein besonderer Kabinettsbeschluß über die Frage der Garantieerteilung nicht nötig sei, da jeder einzelne Antrag auf Garantieerteilung bei Abschluß eines Geschäftes mit Rußland von dem zuständigen interministeriellen Ausschuß dahin­gehend geprüft wird, ob die Voraussetzung für die Gewährung einer Garantie besteht. Auch eine besondere Ermächtigung für die Erteilung der Garantie ist nicht nötig, da die Aufträge sich im Rahmen der bestehenden Etatsermächtigung hal­ten. .Ueber die Frage der Schaffung eines Prä­mienreservefonds, der in Barmitteln zur Verfü­gung stehen soll, falls bei den Geschäften mit Rußland Ausfälle entstehen, werden die Verhand­lungen zwischen den zuständigen Ressorts noch fortgeführt. In politischen Kreisen wird jedoch betont, daß ein solcher Fonds nur für sämtliche Geschäfte zur Verfügung stehen könne und nicht nur speziell für Geschäfte mit Rußland. Inwie­weit dieser Fonds durch Erhöhung des Prämien­satzes weiter aufgefüllt werden kann, werden zur­zeit noch Besprechungen zwischen den Ressorts und den Vertretern der beteiligten Industriellen geführt.

MrbookungM im Schwarzen Neer.

Im Schwarzen Meer ist bei Zonguldag ein Fährboot, das Arbeiter zu ihrer Arbeitsstätte be­förderte, gekentert. 14 Arbeiter ertran­ken. _______

* Ohrfeigen im Heidelberger Stadtral. Als in der Stadratssitzung der sozialdemokratische Stadt­rat Gewerkschaftssekretär Aman» im Anschluß an Kritik eines anderen Stadtrats an einem Bericht des Heidelberger nationalsozialistischen Blattes die Bemerkung machte: „Da wird das Blatt halt wie­der geschwindelt haben", stand der nationalsozia­listische Stadtrat Wetzel, Herausgeber jener Zei­tung, auf und gab Amann eine Ohrfeige. Amann erwiderte den Schlag. Andere Stadträte mischten sich ein, sodaß eine allgemeine Seilerei entstand.

* Fingierter Raubüberfall auf einen Sassen­boten. Der Kassenboten-Ueberfall, der sich am letz­ten Freitag in Heidelberg abspielte und bei dem einem Kaufmannslehrling 1400 Mark und einige Schecks geraubt wurden, stellte sich als fin» gint heraus. Der angeblich Ueberfallene gab jetzt zu, den Ueberfall mit den beiden Tätern nerab»

Sie ßutopatogung her infetnaflonalen Handelskammer in Berlin.

Von Imks nach rechts am Tisch sitzend: Franz v. Mendelssohn, der künftige Präsident der Inter­nationalen Handelskammer; de Perymhoff, der bisherig« Präsident, und Geheimrat Kastl. Im Vordergrund links: Exz. Riedl (Oesterreich), Johns (England).

In Berlin trat der Europa-Ausschuß der Jnternattonalen Handelskammer zu einer Sitzung zu­sammen, auf der die wirtschaftlichen Paneuropa-Fragen eingehend erörtert wurden.

reSet zu haben. Sie wollten das Geld später tei­len. Der eigentliche Veranlasser der Tat ist der bereits verhaftete 26jährige Heinrich Zick. Der „Ueberfallene" ist nun ebenfalls verhaftet, wäh­rend der dritte Beteiligte, dessen Namen man kennt, noch gesucht wird. Zick und der Kaufmanns- lehrling hatten übrigens schon, wie sich jetzt her- ausstellte, in der Nacht zum 15. März einen Ein­bruch in das Geschäft verübt, in dem der Lehr­ling beschäftigt war.

Aebles Mißgeschick.

8000 Mark in den Bodensee gefallen.

Dieser Tage fuhr ein wegen feiner übergroßen Sparsamkeit bekanntes älteres Fräulein aus dec Gegend von Meckenbeuren über den Bodensee und erfreute ihr Herz an den das Schiff im munteren Flug begleitenden Mooen. Von ihrem Mund- oorrat warf sie den kreischenden Vögeln einige Bröcklern zu, aber o Pech! Dabei glitt ihr da» Handtäschchen vom Arm und flog 'n wei- tem Bogen in den See. Ein greller Schrei übertönte einen Augenblick die munteren Vögel, denn in dem Täschchen waren 8000 Mark, die die Schlaue auf einer Schweizer Bank anlegen wollte! Die Mühe war ihr jetzt ertport, denn der teure Schatz war rasch im See verschwunden und wer ihn finden will, muß eine lange Angel­schnur mitbringen, denn der See ist an vieler Stelle etwa 250 Meter tief.

* Strafen für rauchende Kinder. Die Kantonbehörde von Obwalden hat ein Gesetz wieder eingeführt, bas seit 80 Jahren nicht mehr bestanden hatte, das Personen beiderlei Geschlechts unter 18 Jahren das Rauchen ver­bietet. Es sind Strafen von einer Woche Gefängnis und 100 Franken festgesetzt, die sich im Wiederholungsfälle verdoppeln.

* wegen Fahrlässigkeit bei der Röntgen-Behandlung verurteilt. Der leitende Arzt des Kreiskrankenhauses in Bremerförde sowie eine Röntgenschwester wurden wegen fahrlässiger Körperverletzung zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt, weil ein Patient, der mit Rönt­genstrahlen behandelt war, infolge unsachgemäßer Be­strahlung schwere Verbrennungen an seinen Händen er­litten hatte und dadurch in seiner Erwerbsfähigkett stark behindert war. Außerdem wurde der Arzt in einer Schadens ersatzklage zur Zahlung von 65000 Mark an einen Patienten verurteilt.

Neues in kürze.

Ueber dem Flugplatz „Zu den vier Winden" bei Madrid ist ein von einem Fliegerleutnant gesteuertes spanisches Militärflugzeug ab. 'gestürzt. Der Fliegerleutnant kam dabei ums Lebens ________________

Wie wird das Wetter?

Von Grönland über England nach Südskandinavien hinweg erstreckt sich ein Hochdruckgebiet nach Mittel­europa. Sein Einfluß wird auch weiterhin unsere Wit­terung bestimmen und es werden die Ausläufer des nordosteuropäischen Tiefdruckwirbels ebenfalls zum Auf­treten leichter Bewölkung führen können. Die Tages­temperaturen werden jedoch nur langsam wieder höher ansteigen. Nachts ist immer noch stärkere Abkühlung wahrscheinlich.

Mitterungsaussichten für Samstag: Meist heiter und trocken, mittags wieder etwas wärmer.

Temperatur- und varometerflaud in Fulda.

Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerborn.

4- 2,5 C

771,0 mm

770,0 mm

768,0 mm

Thermo­meterstand

C c c e

RiSerschlagv.26.3.8U.morg. — 27.3.8U. morg. 0,00mm

Relative Feuchtigkeit der Lust am 27.3. mitt. 12 IMp 52,5 °/e

+ 0,5 + 8,0 ‘

am 26. 3. + 8,0° am 26. 3. 4-20,0° seit 26. 3. — 3,0'

Barometerstand (auf Meereshöhe reduziert!

26. 3. 6 Uhr abends

27. 3. 8 Uhr morgens

27. 3.12 Uhr mittags

Höchste Temperatur im Schatten

Höchste Temperatur in der Sonne

Niedrigste Temperatur

Blutreinigung im Frühjahr mit Wacholder-Medlco ist für Jeden Körper eine Notwendigkeit Er hilft Krankheiten durch Aus­scheidung von schädlichen Ablagerungen u. Säuren aus dem Blute verhindern. Packungen von 1.10 an. „Medico - Wacholder - Schokolade“- Würfel, die neue schmackhafte Darreichungsform des naturellen Wacholder- Extraktes. ___

Schachtel -.90 in Drog. u. Apoth. erhält!., sonst durch Otto Reichel, Berlin-Nouk. JyrnaRia Verlangen Sie kostenlos das 96 Selten ■( | |*n starke, illustrierte Buch „Guter Rat ■( ZS ti in gesunden und kranken Tagen*. NxL U I

Der Kamps in den Fluten.

Don Theo Seelmann.

Hauber Hecht. — Der Hering fritzk viel und wird viel gefreffen. — 3agb auf fliegende Fische. — Sin Igel Kniet den Fischen. — Fische, Hunde, Schafe, Kleider und Zinnkannen: Die Diät eines Haifisches. — Schlackst zwischen Walfisch und Schwerlfischen.

Gselche preist in „Der Fischer" das Leben der Fische n den Fluten als so wohlig, daß er glaubt, der Mensch, zu ihnen hinabstiege, würde bald von allen Uebeln genes«, sein. Nun, im Juli und August, wenn die Hvchsommersonne über dem Lande brütet, mag es ja dem Fischlein auf kühlem Grund ganz wohlig fein, aber abgesehen davon führen die Fische, und was sonst in b»n nassen Element schwebt und schwärmt, durchaus sorgenloses, ewig ungetrübtes Dasein. Im Gegen­teil, r»--en Bächen und Flüssen, in den Seen und Meeren tobt ein immerwährender, furchtbarer Kampf, nur deshalb für gewöhnlich unbeachtet bleibt, weil er sich still und dem Auge des Menschen meist entrückt vollzieht.

. Welch ein gewaltiger Räuber der Hecht ist deutet schon das Wort vom Hecht im Karpfenteich an Sonst 'chlau und äußerst vorsichtig, verliert er alle Klugheit.

seine Raublust erwacht. Im Schatten des Weidengebüsches lauernd stößt er blitzschnell auf das Fröschlein vor, das wohlgemut vom Land in das Walser hinabtaucht, und mag er es auch nur an der äußersten Spitze des Fußes gepackt haben, er würgt würgt, bis er den feisten Bissen verschlungen hat. Weißfische, die fast die gleiche Größe wie er selbst haben, Er er in wilder Gier an; und mögen Stunden dar- u^rr vergehen, er läßt sie nicht los, bis er sie doch ^äch überwältigt und verschluckt Selbst Enten greift Hecht zuweilen an. Ist es doch schon vorgekommen, U sich ein strammer Hecht so fest in den Fuß einer «nie griffen hatte, daß er von dem flüchtenden Tier Qn Land gezogen wurde.

Der Hering ist ein harmloser Fisch. Gleichwohl be- «?“t er unzähligen Lebewesen des Meeres den Tod. "°<nn er nährt sich von jenen winzigen Krustentieren,

die die Salzflut in Milliarden bevölkern. Aber er selbst wieder fällt stärkeren Meeresbewohnern zur Beute. Finden sich die Heringe zu ihren Wanderzügen zu­sammen, so folgen ihnen nicht nur größere Raubfische aller Art, sondern auch Wale, die sich an den wimmeln­den Heringsschwärmen förmlich mästen. Ein geräuchert oder mariniert als schmackhafte Delikatesse bekannter Fisch ist die M a t r e I e. Ein naher Verwandter von ihr, die Goldmakrele, die in herrlich. Farbenspiel bald blau, bald purpurn schillert, ist der Schrecken der fliegenden Fische. Bemerkt sie fliegende Fische, so eilt sie ihnen nach und schnellt sich in gewaltigem Schwung aus dem Wasser empor, um die Verfolgten zu erhaschen oder sie zum Einfallen in das Meer zu veranlassen. Der Engländer Hall hatte Gelegenheit, die Jagd einer Goldmakrele auf fliegende Fische aus der Nähe zu be­obachten. „Die fliegenden Fische", schreibt er, „die wohl wußten, wie heiß sie verfolgt wurden, schwammen nicht mehr, sondern flogen fast beständig, d. h. sie fielen em und erhoben sich augenblicklich wieder. In der Hoff­nung. ihrem heißhungrigen Feinde zu entkommen, änderten sie jedesmal die Richtung ihres Sprunges Die Goldmakrele aber folgte ihnen unerbittlich und schlug ebenfalls einen anderen Weg ein, wenn sie er» kannte, daß sie den gehetzten Fischen nicht mehr auf der Spur war Gar nicht lange währte es, und der Raum zwischen diesen und ihrem Verfolger verringerte sich mehr und mehr; ihre Flüae wurden kürzer und gleich- zeitig flatternder und unsicherer, während die un­geheuren Sprünge der Goldmattele zu beweisen schie­nen daß fick ihre Kraft und Schnelligkeit noch immer vermehrte. Zuletzt konnte man sehen, daß der erfahrene Jäger seine Sprünge mit einer solchen Sicherheit des Erfolges ausführte, daß er stets nur dort in das Wasier stürzte, wo auch dir fliegenden Filche einsallen mußten. Born Takelwerk aus konnte man dann gewahren wie eines der Beutestücke nach dem anderen zerbissen und ver-. schlnngen wurde."

Manche Fische sind mit Stacheln und Dornen zur Abwehr ihrer Feinde geradezu gespickt. Zu den beit- bewehrten Fischen gehören die K u g e I f i s ch e. die in den südlichen Meeren heimisch sind. Fällt sie ein größe­rer Raubfisch an, so ziehen sie schnell Wasser ein. In­folgedessen bläht sich ihr Borderleib kugelförmig auf, und

da jetzt der Schwerpunkt verrückt ist, dreht sich der Fisch mit dem Bauch, der überall mit Stacheln besetzt ist, nach oben. Der Angreifer, der einen Vorstoß gegen die Stachelkugel unternimmt, weicht sofort zurück, wenn er seine Zähne in das Stachelgehege einschlägt. Aber er gibt das Spiel noch keineswegs verloren. Von neuem stürmt er vor, um abermals zurückzuschnellen, wenn' sich die Stacheln des Kugelfisches in feinen Rachen ' ein» bohren. Hat sich der Angriff mehrere Male wiederholt, dann spritzt der Kugelfisch einen ätzenden roten Saft aus, der den Feind endgültig in Die Flucht schlägt. Ist die Gefahr vorbei, so preßt der Kugelfisch das ein« gesaugte Wasser wieder aus, der Körper erhält die ge­wöhnliche Form und der Bauch dreht sich zugleich damit nach unten. Es gibt kaum eine Körperstelle, die nicht bei der einen oder anderen Fischart eine Waffe trägt Beim Seebäder sitzt ein spitzer Stachel, der in eine Scheide eingelegt und aus ihr vorgestreckt werden kann, auf beiden Seiten des Schwanzes. Sowie ein Feind anstürmt, sucht der Seebäder die Seite von ihm zu gewinnen. Ein Schlag Mit dem dornbesetzten Schwanz genügt, um ihm die Lust zu einem weiteren Angriff zu nehmen. Aber auch gegenseitig schonen sich die Seebäder nicht. In der Laichzeit kämpfen die Männchen heftig miteinander, so daß man mitunter zwei Fische fängt, die sich mit den Schwanzstacheln fest verhakt haben.

Ein furchtbares Gebiß hat der B l a u h a i. Dieser Riesenfisch, der drei bis vier Meter lang wird, trägt im Oberkiefer vier Reihen von Zähnen, deren Schärfe so leicht nichts widersteht. Leidenschaftlich verfolgt der Blauhai die Thunfische, die zu gewissen Zeiten in dicht­gedrängten Scharen die Buchten des Mittelländischen Meeres aussuchen. Obgleich die Thunfische selbst eine Länge von drei Meiern und ein Gewicht von fünf bis acht Zentnern erlangen, ist der Blauhai doch imstande, fünf bis sechs dieser Fische zu packen und zu ver­schlingen. Welche Kraft in seinem Gebiß sitzt erkennt man, wenn ihm vom Bord eines Schiffes ein ver­endetes Tier zugeworfen wird. Ein Kalb beißt er mitten durch und verschluckt im Augenblick darauf die Stücke. Der Wagen eines gefangenen Haies weist mit­unter eine unglaubliche Sammlung von Dingen aller Art auf. So fand man in einem Haimagen außer den

Resten von zahlreichen Fischen einen halben Schinken, den Kopf und die Vorderbeine eines Hundes, mehrere Schafbeine, Kleidungsstücke, Schfffskratzer und Sinn- tannen.

Verschiedene Haiarten, wie der Eis Hai und der Fuchshai, teilen mit ihren Schwänzen gewaltige Schläge aus. Von der Gewohnheit, mit dem Schwanz zu schlagen, wird der Fuchshai auch Drescher genannt Ein einziger, weithin schallender Schlag des Dreschers mit dem Schwanz auf das Wasser jagt die Delphine in stürmischer Hast davon. Der Drescher wird bis zu fünf Meter lang. Fast die Hälfte dieses Maßes nimmt Den obere Lappen Der Schwanzflosse ein. Die Kraft des Schwanzes befähigt ihn, im Verein mit Schwert­fischen sogar Wale erfolgreich anzugreifen. Das Schwert Des Schwertfisches ist eine schnabelförmige Ver­längerung Der oberen Kinnlade von etwa Meterlänge. Es besteht aus einer festen Knochenmasse, die von Hohl­räumen durchsetzt ist. Selbst in die Schiffswände bohren die Schwertfische ihre Waffe zuweilen ein. Als das eng­lische Schiff „Leopard" ausgebessert werden sollte, ent- deckte man in einer Planke das abgebrochene Schwert eines Schwertfisches, das die äußere Verschalung von zwei Zentimeter, einen Pfosten von acht und eine Rippe von zehn Zentimeter Stärke durchbohrt hatte. So wird es verständlich, daß die Schwertfische vorttefffiche Bundesgenossen für die Drescher bei ihren Angriffen auf die Wale abgeben. Der Engländer Erows wohnte einem solchen Angriff bei. „Eines Morgens", berichtet er, „wurde die Mannschaft des Schiffes zusammen- perirfen, um einer Schlacht zwischen Dreschern und Schwertfischen und einem riesigen Wal zuzusehen. Es war im Hochsommer, Das Wetter klar und der Wal nahe bei unserem Schiff. Sobald der Rücken des Wales über dem Wasser erschien, sprangen die Drescker mehrere Meter hoch in die Lust, stürzten sich mit großer Kraft auf Den Wal unD brachten ihn mit ihren fangen Schwänzen Schläge von solcher Heftigkeit bei. daß es klang, als oh Gewehre abgefeuert würden Die Schwert­fische ihrerseits griffen Den Walfisch von unten an, der von allen Seiten umlagert, sich nicht mehr zu retten wußte. Als wir ihn aus Den Augen verloren hatten, war das Wasser ringsum mit Blut bedeckt, jo daß an seinem Untergang nicht zu zweifeln war." .,. ______ul