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Der vergebliche Bote.

Don Rens Erdös.*)

Ren« Erdös, die bedeutende ungarische Schrift­stellerin, ist schon vor dem Kriege zur kacholischen Kirche übergetreten. Seitdem hat sie. ihre schön­sten Gedichte und Prosawerke geschrieben.. Dar­unter auch die untenstehende herrliche Legende zum Feste von Maria Verkündigung.

Die Redaktion.

Die Gärten schimmerten noch im silbernen Mond- licht, als der Bote auf der Erde ankam.

Er breitete, seine mächtigen Schwingen aus .... Ein leiser Flügelschlag und schon stand er auf einer hohen Mauer. Seinen Flügeln entströmte melodisches Rauschen.

Für einen Augenblick sein Gesicht nach oben wen­dend, schaute er in den blauen Himmel der Nacht; dann blickte er aus den Garten und lächelte.

Seine starken prächtigen Flügeln bewegten sich und trieben ihm die Kühle aus den Springbrunnen der Gärten ins Gesicht.

Der Jüngling fächelte sich mit seinen Schwingen und stand lächelnd auf der mondbeglänzten Mauer.

Unten schliefen die Gärten und die Blumen träum­ten unter der Last frischer Tauperlen.

Aus dem Springbrunnen stieg der Wasserstrahl in silbernen Perlen empor. Die Rosen, Nelken und Jas­mine erschauerten, als sie die Nähe des Jünglings fühlten.

Der Jüngling sah, wie die Blumen erzitterten. Sah auch, wie sie ihre Kelche öffneten und ihre geheimnis­vollen Augen auf ihn richteten.

Nochmals hob der Jüngling feine Schwingen und flog von der Mauer hinab in den Garten.

Dies war der schönste, blumenreichste Garten in Na­zareth. Und der Jüngling, der gesandt ward, begann unter den Blumen zu suchen.

Als er durch die Gartenwege schritt, drangen aus der Laube Sehnsuchtsseufzer zu ihm, wähle mich. riefen die üppigen, weißen Rosen, die sich um die Mar­morsäulen der Laube emporrankten.

Der Jüngling schüttelte sein blondlockiges Haupt und eilte strahlend weiter.

*) Aus dem Ungarischen übersetzt von Anton König,

Budapest.

Wähle mich, riefen die wohlduftenden Nelken und streckten chm ihre zitternden Köpfe entgegen.

Große, schwarzrote Rosen seufzen voll Sehnsucht: Jüngling, der du wegen der Botschaft gesandt bist, wähle uns.

Der Jüngling aber überhörte die Rufe und suchte weiter.

Alle Blumen des reichen Gartens ließen nacheinan­der ihre Stimme vernehmen. Die Wasserrosen, gleich großen Schmetterlingen am Spiegel des Springbrun­nens schwimmend . . . Kühl war ihre Sehnsucht wie ihr Körper, doch ihre Stimme flehend:

Wir sind die Keuschheit, wähle uns!

Dieser ober schüttelte wieder sein gelocktes Haupt und schwebte mit prächtigem Flügelschlag weiter.

Der Garten stand in voller Frühlingspracht. Der Reihe nach riefen die üppigen Glizienen, die hochmüti­gen Jrise, die demütigen Veilchen und die vollen Pfingst­rosen: Jüngling, chähle uns!

Der Botschaft bringende Jüngling aber schritt wei­ter und griff nach keiner der Blumen, da er jene, die er suchte, nicht fand.

Dies ist der reichste Garten von Nazareth' dachte er und darin blüht keine Blume, die Ihr wür­dig wäre.

Wieder breitete er seine Schwingen aus, erhob sich in die Luft und verließ den Garten. Als die Blumen chn emporfchweben sahen, ließen sie matt und verschämt die Köpf« hängen. Sie waren traurig und wollten ster­ben. So groß war ihre Sehnsucht, der Engel möge sie auserwählen, daß sie jetzt in ihrem Schmerz bittere, kalte Tränen vergossen.

Der Jüngling flog im Mondlicht über die Gärten weiter. Oefter ruhte er auf der Steinmauer aus, öfter ließ er sich in die Gärten hinab, sand aber die Blume nicht, die er suchte.

Schon nahte der Morgen. Der Engel war vom langen Weg und vom vielen Suchen müde. Die Sterne begannen zu verblassen und ein kühler Wind kündete die Morgendämmerung an. Der Engel war traurig und dachte bei sich:

Soll ich mit leeren Händen die zukünftige Königin der Himmel begrüßen müssen, ohne ein Zeichen der Huldigung in der Hand. Ihr, der Schönsten der Schö­nen, die Botschaft überbringen?

Und wieder war er traurig. Voll Kummer schlug er den Weg in das Stadtviertel der Armen ein. Dort -

wohnte Sie, der er die Botschaft, die chm anvertraut war, überbringen sollte.

Wie der himmlische Wanderer so schritt, fand er einen Pfad, der zu den letzten Häusern der Stadt führte. Rechts und links vom Pfade blühten verschiedene Feldblumen. Er neigte sich traurig über sie. Die Feldblumen waren lieblich und schön, doch zu bescheiden, um mit ihnen die Himmelskönigin zu begrüßen.

Der Jüngling dachte an den Himmel, in dessen Gar­ten die wundervollsten Blumen blühen. Er machte sich wegen der Vergeßlichkeit Borwürfe, daß er keine mitge­bracht hatte. Er hätte doch denken können, daß er Ihr, der Gebenedeiten der Frauen, die schönsten, duftendsten Blüten des Himmels als Huldigung bringen müsse.

Auf der Erde hatte er vergebens gesucht.

In allen Gärten von Nazareth hatte der Jüngling keine Blume gefunden, die Ihrer würdig wär«.

Nachdenklich und traurig ließ er sich zwischen den Blumen nieder. Nach einiger Zeit fühlte er große Müdigkeit von dem weiten Weg und dem langen Umher­irren in den Gärten. Er streckte seine Flügel im duften­den Gras aus, legte sein Haupt darauf und schlummene ein. So schlief der Bote des Himmels im Glanz des Morgenrotes inmitten der Feldblumen, bis rings um ihn herum die ganz« Natur langsam erwachte.

Wach wurden die Bienen, die Frühaufsteherinnen wach die Schmetterlinge, die es mit ihrem bunten und kurzen Leben so eilig haben, und all die kleinen Kättr- chen, all die goldbeflügelten Libellen. Wach wurden auch di« Vögel und schauten verwundert auf den Schlä­fer herab, der vor Müdigkeit in tiefen Schlaf versunken war.

Verwundert fragten sie: Wer ist diese Lichtgestalt? Warum schläft er bei aufgehender Sonne?

Um den Schläfer herum begann ein Summen, Sin­gen, Klingen und Zwitschern der Vögel, Käfer; das aber störte ihn nicht.

Er hatte einen schweren Traum, wie nur ein Bote des Himmels ihn haben kann, der eine große Botschaft zu bringen hat. Es träumte ihm, er habe das Haus der Jungftau betreten und fei, da sie allein war, vor Ihr in die Knie gesunken und habe zu Ihr gesprochen:

Gegrüßest seist du Maria. Siehe, mit leeren Händen komme ich zu dir, der ich Botschaft zu bringen habe. Mit leeren Händen, wie ein armer Wanderer, da ich in allen Gärten von Nazareth keine Blume gefunden habe, die deiner Reinheit würdig wäre.

Die Jungfrau schwieg und neigte ihr Haupt.

Du bist schön, hehre Frau, sprach der Jüngling. Du bist die Schönste unter den Frauen. Zu armselig ist die Erd«, um Blumen, deiner würdig, hervorzubrim gen. M

Wie er so sprach, fielen chm wieder die Blumen N» Himmels ein, von denen er hätte bringen können, roen# er nicht so vergeßlich gewesen wäre.

Und wie ihm dieses selbst im Traum einfiel, murW er wieder traurig, daß er zu weinen an fing und bitt«* Tränen vergoß. Er wurde unruhig. Sein Kopf gäh von den weichen Flügeln und sank auf den Rasen; die Träne, die aus seinen Augen quoll, rann ins Gras.

Zu seinem Haupt standen erstaunt die frühaufftehem den Kinder der Natur: die Schmetterlinge, die Bienen, die Vögel, die goldbeflügelten Käfer und die hochg** wachsenen Gräser, und sie alle schauten auf die Träne, die glänzender war, als der Tau.

Die Träne fiel aus die braune Erde. Die Erde so­fte ein. Und siehe, an jener Stelle der Erde sproß em« kleine grüne Knospe hervor. Die Knospe wuchs und wuchs. Der Morgen benetzte sie mit seinem belebende» Tau. die Sonne erwärmte sie mit chren Strahlen un» die Bienen, Käfer und Vögel umschmeichelten sie.

Di« kleine grüne Knospe wuchs. Bald ward au« chr ein schlanker, glänzender Stengel einer Blume.

Während der Engel träumte, wuchs die Knospe und der Stengel zu einer Blume. Als er erwachte, fand er . .1 neben sich in der Morgenpracht und inmitten summen» der und frohlockender Steuer eine prächtige, volle Lut» .a

Jauchzen erfaßte den Jüngling beim Anblick der Silte, die viel schöner und weißer war, als alle Lilien der Erde, und süßen Wohlgeruch hatte, wie der Duft vo tausend Gärten. , ...

Freudestrahlend erhob sich der Jüngling, brach > Blum«, di« seiner im Traum geweinten Träne enffpr I sen war. Er knickte sie und schritt mit erhobenen 9° den dem Hause entgegen, in das er gesandt ward. I

Der Blume nach schwirrten als glückliches und jaum' zendes Gefolge: die Schmetterlinge, die Bienen, Vögel, die hundert und aberhundert Käferlein des -W. j gens. Und alle fangen in ihrer geheimnisvollen Sprcxy« die Hymne des Heils .... hrf

Am Felde draußen fangen die Bäche Es fang Sonnenstrahl, das Morgenlüftchen und wie zwei Ha l rauschten die herrlichen Schwingen des Boten.

Himmel und Erde waren erfüllt von herrlicher sik, als der himmlische Bote durch das Tor trat nut Gruß: Gegrüßet seist du Maria!

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Ar. 12

Frühling im Garten.

Von Michel Becker- Köln a. Rh. Es zeigt der Wind in alten Bäumen, Di« leuchtend weiß von Blüten sind; Die Rosenstöcke stehn und träumen Und vor der Hecke singt ein Kind.

Die Sonn übermalt das Haus Mit einem goldnen Farbensegen, Die Blüten teilen Düfte aus Und neigen tief sich mir entgegen.

Ich sitze auf der Bank vergessen Und trinke diese bunte Welt; Ein fremder Vogel singt, indessen Der Abend von den Hügeln fällt.

Aokzeik und Lebensgefkattung.

Ganz tief hat das päpstliche Rundschreiben über die Che die Gemüter aufgewühlt, hüben und drüben, -rin­nen und draußen. Nun ist ein klares Wort gesprochen: ein sieghaftes Ja zu der immer sich gleichbleibenden, von Christus eingesetzten und geheiligten Ehe und ein schrof­fes Rein zu den Zugeständnissen und Erleichterungen ei­ner kullurübersättigten und verweichlichten Zeit.Die Rede ist hart, wer kann sie hören?" Wie im Neuen Testament, so wenden sich heute wieder viele von Chri­stus ab. Vernunft und Kulturfortschritt wollen chre ei­genen Gesetze aufstellen, menschliche Schwachheit sich nicht entscheiden. Sie will dem Ja entfliehen, weil die Menschen keinen Glauben und keine Liebe mehr haben. Schritt für Schritt sind sie mit der Zeit gegangen, ohne Schuld vielleicht in ein gefährliches Fahrwasser geraten, weil ihnen die rechte Erkenntnis fehlte. Oder mit der Schuld der Weltkinder behaftet, die nicht hören noch se­hen wollten, weil die Gedanken und Gewissen eingeschlä­fert waren, um bequem und unbeschwert die Güter der Welt in vollen Zügen genießen zu können. Im Ent­sagen liegt die Entscheidung. Die Frau ist oft nur passiv beteiligt, sie leidet oft große Qual. Sie ist_die Opfernde, manchmal die Kerze, die sich verzehrt. Nicht immer! Das müssen wir Frauen uns offen eingestchen. Mehr Ein­fachheit, mehr Disziplin in Haltung und Kleidung, mehr wahre Liebe hätte manche Schwester von Wegen zurück- gehalten, die aus die Dauer ihrem Frauenschicksal zum Verhängnis wurden.

Warum hat es uns an Mut gefehlt,'so manche Mode scharf abzulehnen? Warum ließen wir so unbekümmert den Luxus einschleichen in die geheiligten Räume der Familie, der genau wie dasGemeinschaftsbad" so ver­heerend im Schoß der Familie gewirkt hat? Wir hat­ten ein nachsichtiges spöttisches Lächeln für die rückstän­dige Mutter, die in weiser Voraussicht und tieffter Ver­antwortlichkeit eine gediegene Aussteuer ihrer heiraten­den Tochter mitgab! Wir machten unter der Flagge Hygiene" so sicher mit, was in Wirklichkeit eine ganz andere Tendenz in sich trug. Wir mühen uns in falscher Sentimentalität jungen Frauen jegliche Arbeitsleistung bequem zu machen, ja wir nehmen ihr oftmals geradezu

Beilage zur Fuldaer Zeitung

die Möglichkeit, sich schaffend zu regen, um sich gesund zu erhalten! Nun ringen wir mit den Folgen!

Wir rufen heute mit den päpstlichen Mahnungen ein lautesVerzichte!" Aber es wird oft ein vergebliches Rufen fein. Wir hätten sie zurückhalten und früh ans Verzichten gewöhnen müssen! Die jungen Frauen haben oft gedankenlose Pfade betreten, die nun die Wirtschafts­not noch mehr ausgetreten hat. Nun gibt die wirffchaft- liche Not die Parole aus, sie wird Vorwand zu dem Leben mitLust ohne Saft"! Furchtbar ist die Gewis­sensnot der ernsten, willigen Eheleute, die in bitterster

Armut leben müssen. Gewiß! Aber wo tönt am lau­testen der RufGeburtenbeschränkung", in den engen Arbeiterwohnungen oder im eleganten Heim? Möge die wirffchaftliche Not uns nicht Verführerin, sondern Er­zieherin sein! Sie kann uns wieder zur Einfachheit füh­ren in Kleidung, Wohnung und Lebensgestaltung. Dann fehlt viel Anreiz, höchste Güter zu mißbrauchen. Die Bescheidung mag uns und unsere Kinder wieder lehren: verzichten, opfern und beten. Vielleicht erinnern wir uns wieder einmal an den Segen einer Fastenzeit!

M.

Aach der Schulentlassung.

Für viele junge Menschen, Knaben und Mädchen, öffnet sich zum letzten Male die Pforte der Schule und schließt sich hinter ihnen sie ins Leben hinauszuschik- ken. Was nun? Man kann sich des Gefühls einer ge­wissen Tragik nicht erwehren bei dem Gedanken, daß unsere Jugend, kaum dem Kindesalter entwachsen, bit Sorge der Zukunft belastet und beschäftigt, die in bes­seren Zeiten noch in rosiger Ferne lag. Den Eltern frei­lich war es stets ein Anliegen, ihre Kinder nach der Schulentlassung einem Beruf zuzuführen, für den sie ihrer körperlichen und geistigen Veranlagung nach ge­schaffen sind, der sie erfüllt und ihnen die Möglichkeit ei­nes guten Erwerbes sichert. Heute, in unserer wirt­schaftlich schweren Zeit, ist die Berufswahl zur drücken­den Sorge geworden.

Vier Gesichtspunkte sind für sie von entscheidender Bedeutung: der eigene Wunsch des Kindes, seine Bega bung, seine Gesundheit und die wirt­schaftlichen Verhältnisse der Eltern. Der Wunsch des Kindes ist unendlich wichtig, wenn er auf praktischen Vorschlägen und nicht nur ideologischen Ge­fühlen basiert. Die meisten jungen Leute hoben wohl schon an der Schule eine subjektive Vorstellung davon, was sie werden wollen, nicht aber das sachliche Urteil über Für und Wider ihrer Wünsche. Hier nachzuhelfen durch eine objektive Darstellung, wie dieser oder jener Beruf in Wirklichkeit aussieht, ist von größter Wichtig­keit. Dem jungen Menschen einen Beruf auszuzwingen, der ihm innerlich zuwider fft, wäre nicht nur grausam, sondern auch verfehlt, weil der Mensch nur in dem Beruf etwas leistet, den er liebt und der feiner ganzen Art entspricht.Er wird schon hineinwachsen", damit geben sich manche Eltern zufrieden. Vielleicht; wahr­scheinlicher aber fft, daß er nie das Glück der Beruls- freube kennenlernen und seine Arbeit nur als eine not­wendige hart empfinden wird.Der Trieb, den Gott in jedem schuf, ist fein natürlicher Beruf."

Relativ nicht so häufig sind die Fälle, in denen die Kinder der Zukunft völlig ratlos gegenüberstehen. Für sie ist die beste Lösung eine fachmännische Berufsbera­tung, verbunden mit der Möglichkeit, durch eigene An­schauung einige Berufe kennenzulernen, z. B. durch Führung durch gewerbliche Werkstätten usw.

Wer kennt das Kind besser als die Mutter? Sie ist von Anfang an am innigsten mit chm verbunden, hat

es von klein an beobachtet, war Zeug« seiner ^ersuche Fortschritte, sie Hot chm die erste geistige Erzieyung ge­geben. Die Mutter weiß, womit sich das Kind am lieb­sten beschäftigt, was es am meisten anregt, wo sei«,« Fä­higkeiten liegen und worauf sein« Gedanken sich konzen­trieren. Desha'b wird sie ein gutes Urteil über die Begabung abzugeben vermögen.

Vor der endgültigen Entscheidung für einen Beruf sollte nicht versäumt werden, ärzllichen Rat einzuholen. Es gibt Berufe, die das eine ober andere Organ mehr beanspruchen, die eine gesund« Lunge, ein gutes Herz erfordern, langes Stehen oder eine sitzende Tätigkeit mit sich bringen das alles muß Berücksichttgung fin­den. Besonders wichtig ist dieser Gesichtspunkt bei der Berufswahl der Mädchen, die in den Entwicklungsjahren stehen.

Endlich fft es die wirtschaftliche Lage der Eltern, die in Erwägung zu ziehen ist. Gewiß fft auch heute noch oder gerade heute eine gute Berufsausbildung em gut angelegtes Kapital und meist die einzige Mitgift, die wir unfern Kindern schenken können. Wie häufig ist es so, daß die ganze Familie sparen und darben muß Jahre hindurch, damit der Sohn ein ©tubium vollen­den kann. Verfügt ein Kind wirklich über große Fähig­keiten, so werden diese Opfer sich dennoch einmal lohnen Wer auch nur dann darüber soll man sich von vorn- herein klar sein. Sonst ist es besser und zweckentspre­chender im eigenen und des Kindes Interesse, sich und das Kind nicht zu quälen und einen einfachen, aber ab­geschlossenen Bildungsgang zu wählen, statt eines höhe­ren, der nicht oder nur mit Mühe vollendet werden kann und dann doch die gehegten Erwartungen enttäuscht. Dazu kommt, daß in den letzten Jahren der Andrang zu den höheren Schulen und insbesondere zu den akademi­schen Berufen in einem Maße geftiegen ist, daß nur den besten Köpfen eine gute Zukunft in Aussicht steht, wäh­rend in handwerklichen und gewerblichen Berufen eine gewisse Entlastung auf dem Arbeitsmarkt eintreten wird durch den sich allmählich auswirkenden Geburtenrück­gang während des Krieges. Das klingt angesichts einer Erwerbslofenziffer von 5 Millionen grotesk, hat aber doch feine Berechtigung, zumal die Gegenwart nicht als Maßstab der kommenden Entwicklung angesehen werden darf. Daß die Wertung her Volksschulbildung zuweilen

Ein paar vegetarische Rezepte.

Schwarzwurzeln mit Säse.

Will man die Schwarzwurzeln recht hübsch weiß ha. den, so muß man sie sofort in Essigwasser werfen, dein man etwas Mehl beisetzte. Sie werden in Wasser w-ich gekocht- Inzwischen reibt man hart gewordenen Schwei­zerkäse oder Parmesankäsc, nimmt die Schwarzwurzeln aus dem Wasser, streut etwas weißen klaren Pseffer darüber, schwenkt ein Stück gute Butter bis zum Zer­gehen darüber und richtet das Gemüse gleich an.

Graupenpudding.

% Pfund Mittelgraupen wird mit Milch zu einem steifen Brei gekocht und kalt gestellt. Inzwischen rührt man % Pfund Butter zu Sahne, gibt 34 Eidotter, 34 Kaffeelöffel Zucker, eine Prise Salz, eine Handvoll kleine Rosinen und den Brei dazu, mischt zuletzt den Schnee der Eiweiß dazwischen und gibt die Mass« in gut vorbereitete Auflaufsorm. Man kocht den Pudding 1 Stunde im Wasserbade.

Reispudding mit Obff.

yt Pfund Reis wird wie üblich mit Milch, Zucker, einer Prise Salz und einer halben Stange Zimrnt weich- gekocht. Daneben hat man in einem besonderen Topfe 12 Taffen alkohlfreien Wein mit einer Handvoll ge­schnittenen Mandeln, etwas Zucker, Zitronensaft der abgeriebenen Schale einer Zittone, einer Untertasse Ko­rinthen und einem gehäuften Suppenteller geschnittener Apfelfcheiben zum Kochen gebracht. In eine gut aus« gespült« Form legt man nun lagenweffe Reis und die weich gekochten Apfelscheiben, doch so, daß der Dir zuerst und zuletzt kommt. Wenn die Soße der Apsel- scheiben nicht sämig genug fft, verdickt man sie vor dem Einfüllen in die Form mit etwas Stärke oder Kartof» felrnehl. Dieser Pudding wird kalt gegessen.

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27. 2!lät3

ZU gering ist, kann nur als üble Zeiterscheinung bewirf, net werden, als Folge des Ueberangebots von Lem-' mit höherer Bildung. Ebenso, daß die Mehrzahl d° jungen Mädchen in günstigeren Verhältnissen qlaubt ohne Maturium nicht auskommen zu können.

Zur Berufswahl der Mädchen fei noch darauf Mnae< wiesen, daß eine Reihe von Berufsarten der weiblich-» Veranlagung mehr gerecht werden als faufmännifX oder gewerbliche Betätigung, bei der das Mädchen att Konkurrentin des Mannes auf tritt. Auch für die Volks, fchülerin eröffnet sich noch manche Möglichkeit. Die $«. rufsausbildung des Mädchens ist heute ebenso notwen- big und wichtig wie die des Knaben. Es muß einen Ve. ruf erlernen, der ihm für alle Fälle Broterwerb, visb leicht auch Lebenszweck ist, aber es muß sich als fünf, ftge Gattin und Mütter trotzdem auch die häuslich« Ausbildung angelegen fein lassen, die nicht selten eine starke Vernachlässigung erleidet, weil viele Mädchen Berufe ergreifen, die der Erfüllung ihres naturgewoll. ten Berufes fremd sind.