Abkommen ein Meilenstein auf dem Wege zu Paneuropa sein soll. Das paßt ihnen nicht. Ee muß alles von Frankreich ausgehen, kein ande- res europäisches Land, und erst recht nicht Deutschland, darf einen guten Gedanken haben und ihn mit klaren Mitteln verwirklichen. Und dennoch sind die deutschen Mittelmächte im Recht. Selbst der lauteste französische Schreier, der Außenpolitiker Pertinax, hegt jetzt schon Zweifel daran, daß der Friedensvertrag von St. Germain durch das Wirtschaftsabkommen berührt werde. Wenn Per. tinax objektiv zu sein vermöchte, müßten ihn schon die entschiedenen Erklärungen des deutsch-österreichischen Protokolls darüber beruhigen, die ausdrücklich feststellen, daß gegen keinerlei Vereinbarungen mit anderen Ländern durch den Wirtschaftsvertrag verstoßen werden soll. Es kommt aber noch eine andere Erwägung in Betracht. Als seinerzeit Briand seine Fragebogen verschickte und die Antworten der meisten Mächte recht zurückhaltend ausfielen, hat die Regierung Brüning mitgeteilt, daß ihr der paneuroväische Gedanke zwar von Herzen sympathisch sei, daß ihr aber feine wirtschaftlichen Voraussetzungen noch nicht gegeben zu sein schie- nen. Und der damalige österreichische Bundeskanzler Dr. Schober, der heute als Außenminister für sein Land den Vertrag mit Dr. Curtius abgeschlossen hat, machte den Vorschlag, man solle zunächst zu regionalen Abmachungen kommen. Das würde die Arbeiten für den europäischen Staatenbund vorbereiten und den Ländern, die sich zunächst mit ihren Nachbarn durch wirtschaftliche Vereinbarungen verständigt hätten, die Möglichkeit offen lassen, später blo)- weise dem Gesamtbund beizutreten.
Diesen Vorschlag haben Deutschland und Oesterreich jetzt verwirklicht Sie haben für den Bereich ihrer Grenzen alles getan, um Handel und Wandel zwischen den beiden Ländern zu fördern und für die nächsten drei Iabre — solange roII das Abkommen vorläufig Geltung haben — die wirtschaftspolitischen Möglichkeiten einer europäischen Betrachtung auszuvroben. Sie geben aber in dem Vertragsprotokoll weiter und" lassen den Wunsch erkennen, daß auch weitere Länder in ihre Abmachungen einbezogen werden. Das ist ein Paneuropa im kleinen oder, wie eine deutsche Zeitung es ausdrückt, die Keimzelle Europas. Ist eine solche Politik DernfinWa ober n;+.**> Wir lesen in französischen, englischen, italienischen und amerikanischen Blättern, daß sie vernünftig ist. Daily Expreß wünscht Deutschland und Oesterreich in einem Leitartikel das Beste. New York Times nennen das Abkommen eine mutige Tat, die für die anderen Nationen ein lehrreiches Beispiel sei. Eorriere della Sera hebt hervor, daß das Wirtschaftsprotokoll keine Gefahr für Dritte darstelle, und wenn in fvan-ösischen Blättern über die wirt- sih-astliche Seite der Angelegenheit verhältnismäßig flüchtig hinweggegangen wird und dafür umfn markantere politische Perspektiven an die Wand gemalt werden, so zeigt das nur, wie schwer es in Paris immer noch fällt, eine einfache und ehr- nche Sache einfach und ehrlich anzusehen und Hintergedanken beiseite zu lassen. In Paris nn= gen noch Vernunft und Unvernunft um die Herrschaft. Im Interesse Europas ist zu wünschen, daß endlich die Vernunft Siegerin bleibt.
Keme Brokpreiserhöhung in Berlin.
«.2>erJ8erIiner Zweckverband der Bäckermeister nahm Mittwoch nachmittag nach langer Aus-" spräche eine Entschließung an, in der den Bäckermeistern Berlins empfohlen wird, vorläufig den alten Brotpreis beizubehalten Wester rmrd in der Entschließung ausgesprochen, daß der Hauptvorstand nach einer zwei, bis dreiwöchigen Frist nochmals zu dem Brotpreis Stellung nehmen werde, wenn innerhalb dieser Frist keine wesentlich« Aenderunq des Roggenmehlprei- ses gemäß den Versprechungen des' Reichsernän. rungsministers auf Herabsetzung der Ausmahlung des Roggens von 60 auf 70 Prozent und Regulierung des Marktes aus den Beständen Antreten werde.___________________
Joos zu den Tagesfragen.
lig unbekannt sind, den Boden mitzuarbeiten für die außenpolitische Verständigungsarbeit unserer Regierung. In diesem Sinne ist auch die in den letzten Tagen in Angriff genommene rvirtschaftlick)« Zusammenarbeit zwischen Berlin und Wien zu begrüßen. Gegenüber der politischen Isolienw.-i im Westen ist dieser Versuch, wirtschaftlich den Weg in eine bessere Zukunst zu öffnen, nur zu billigen, wobei denn auch sicherlich der Weg nach Wien dem Weg (der Industriellen) n a ch M oes- kau vorzuziehen ist.
* Der Preußische Landtag nahm am Mittwoch die Schlußabstimmung zum Gesetz über die vorläufige Regelung verschiedener Punkte des Gemeindever. fassungsrechts für die Hauptstadt Berlin vor. An der namentlichen Abstimmung beteiligte sich außer den Reg'erungsvarteien nur die Landvolkvartei, die mit „Nun" stimmte. Die übrigen Parteien gaben keine Karten ab. Es n ur» den insgesamt 241 Stimmen abgegeben, davon 2r3 Ja- und 18 Nein-Stimmen. Das Haus war also beschlußfähig. Das B"rliner Gesetz ist damit endgültig vom Landtag verab, schiedet worden.
* Nazis gegen Zentrum. In einer N.S.D.A.P.- Dersammlung, Sektion Eneisenau, am 18. März in Berlin sprach auch der frühere Vizepräsident Stöhr: „Nicht der Kommunist ist für die NSDAP der gefürchtete Gegner... auf jeden Fall ließe sich ein Modus vivendi mit der KPD finden. Der wahre Feind stehe von der SPD bis zu dem schwarzen GesindeI. Hier sei schärfster Kamps am Platze." — Hebet Herrn Stöhr wundern wir uns schon lange nicht mehr.
* Demonstrationsverbot über Ostern in Sachsen. DasMinisterium des Innern in Dresden verbietet auf Grund von Art. 123 der Reichsverfassung für das Gebiet des Freistaates Sachsen all« Versammlungen, Umzüge und sonstigen demonstrativen Veranstaltungen unter freiem Himmel zunächst für d i e Zeit vom 29. März b i s 7. April wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit. __________________________
Der Van - Europa - Ausschuß.
Nach dem offiziellen Communiquä übet die Schlußsitzung des Organisationsausschusses für die Europa-Union ist beschlossen worden, btt Sowjetunion, Island und die Türkei einzuladen, sich bei den Beratungen des europäischen Studienausschusses über Wirtschaftsfragen vertreten zu lassen. __________________
* Geheimer Kommerzienrat Dr. h. c. Wilhelm Zuck- schwerdl gestorben. Der Seniorchef des Bankhauses Zuckschwerdt und Beuchel in Magdeburg, Geheimer Kommerzienrat Dr. h. c. Wilhelm Zuckschwerdt, ist im Alter von 79 Jahren nach längerem Leiden gestorben. Der Verstorbene, der sich besonders durch die Förderung des Mittellandkanalgedankens und der Zuckerindustrie ausgezeichnet hat, war lange Jahre Präsident der Magdeburger Industrie- und Handelskammer und wurde^dann zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt. Don 1901 bis 1909 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. 1912 wurde er in das preußische Herrenhaus berufen. Kommerzienrat Zuckschwerdt war in seiner. Vaterstadt auch als großer Wohltäter bekannt.
* Disziplinarverfahren gegen nationalsozialistische Beamte. Der Reichspostminister hat dem „Vorwärts" zufolge die Telegraphenassistentin W e h n e l t und den Obertelegraphenfekretär K ö - n i g aus dem Fernsprechamt Bergmann, die verdächtig sind, natronalsozialistische Propaganda im Dienste getrieben zu haben, zur Disposition gestellt und gegen sie das förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Dienstentlassung eingeleitet. Wie das Blatt weiter berichtet, ist auch gegen den Reichstaosab- geordneten Studienrat Dr. Löpelmann - Berlin vom Provinzialschulkollegium ein förmliches Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Dienstentlassung eingeleitet worden.
Interessante Ausführungen des rheinischen Zenkrumsführers in Mainz, r 3*V‘ner Zentrums-Versammlung in Mainz sprach Reichstagsabgeordneter Joos zu den Fra- gen des Tages Er erklärte u. a.: Der Vorwurf darüber, daß das Zentrum mit der Linken zu- Mnmengeht wäre gegenstandslos, wenn es in den Mn des Umsturzes Konservative gegeben hatte, die den konservativen Geist mit den' E r- fordernüsen der Gegenwart zu verbunden gewußt hätten. Die Erhaltung des Reiches war und ist die wichtigste Frage der Po- litik, namentlich in den ersten Jahren nach dem Krieg. In besonderer Weise handelt es sich auch feßt wieder nicht etwa darum ob Republik oder Monarchie, sondern um die Entscheidung- Re- p u b l k k o d e r A n a r ch i e ! In solcher Not ist ?£™^7me£tf!cxen unpolitischen Katastrophenpol,tik absolut undiskutabel, dagegen befc bmrnön •»; ^"ung des Staats mitar-
EkErnen Genau so steht es mit öem Vorwurf, daß das Zentrum zu duldlam gegen den A t h e i s m u s sei. Zum einen ist der Atheismus bei uns in Deutschland aus den R i p- ? ♦V-’ Oralen Bürgertums geschnit- £"u r^rfum.s- dem der wirtschaftliche Fort- uhritt über alles ging, das die Religion nur f ü r J®’ lk . nicht aber für sich selbst aner- kannte. Zum anderen zeigte sich doch wieder, daß gerade in den Domänen des Zentrum- ° st en und We ff en unseres Vaterlandes her STtbeismug am wenigsten Fuß gefaßt hat. Wahrend andere nach Antimarrismus nur qe> Wr een hoben, hat sich das Zentrum in aufrich- an der sozialen Gesetzgebung des Volkes wirkkraft,g angenommen.
Die Wehrverbände haben Sinn als Vereinigung zur Psleae des Kameradschaftsgedankens und des m-onteriebniffes. des Zusammenstehens aller m Jn J>en Gefahren der Zeit. Werden tber;J°- wie es geschehen ist, zu politischen Kampfverbanden, so unterstehen sie de, öffentlichen Kritik und Abwchr, auch we^v diese von fetten der katholischen Geistlich keif kommt. w
Drohungen haben der Kirche noch n Le imponiert, b!e vielhundertjährige Geschichte ber katholischen Ki^e kennt genug Beispiele daß schon ganz andere Angriffe an der Kirch» Felsen- gefuge und ewigem Recht zerschellt sind Die privaten Pariser Gespräche einzelner Zentrumsobae- orbneter gegen die die nationalsottalistische Rechte sofort mit b»m Vorwurf des Vaterland s- Verrates bei der Hand war, bezweckten eim such' durch Aufweisung der schweren wirtschaftlichen und sottalen Not in unserem Vaterlande, die jenseits der Grenze in bestimmten Kreisen noch völ-
AnfaN in einer Kaserne.
Während der Besichtigung der Waffenmeisterei durch eine Schulklasse entlad sich plötzlich ein
Sdjuf}. — Zwei Schüler verletzt, davon einer lebensgefährlich.
Bei einem Besuch der Untertertia des Johanne- ums in Lübeck unter Führung ihres Lehrers in der Kaserne des Lübecker TI. Bataillons des Infanterie-R»giments Nr. 6 ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. In der Waffenmeisterei der Maschinengewehrkompagnie entlud sich, als der Waffenmeister den Schülern Erläuterungen (yi einem Malchineng-wehr gab, aus bisher noch nicht geklärten Gründen plötzlich ein im Sauf steckender scharfer Schuß. Das Geschoß traf einen Schüler in die Hand, einen zweiten in den linken Oberschenkel. Die V \ wundung des ße^teren ist lebensgefährlich. Dos Stondort^ommanbo Lübeck hat eine Untersuchung eingeleitet. Der Lehrer erlitt infolge des Zwischenfalls einen Nervenzusammenbruch.
Das HtteU im Saffran-Vroreft.
Saffran und 6'pyick zum Tode omrfeUf. — Die Angeklagte Augustin erhält 5 Jahre Iuchthau?.
In d^m vor dem Schwurg richt in Barten« stein (Dffpr.) verbandelten Prozeß gegen den Möbelhändler Saffran und Genossen wegen Mordes. Versicherungsbetrugs und Brandstiftung wurde am Mittwoch in später Abendstund» das Urteil gefällt. Cs bat folamd-n Wortlaut: Gegen Saffran und K i p n i ck wird auf Todes- träfe und je 12 Jahre Zuchthaus er, könnt. Ella Augustin wird zu fünf I a h- r e n Zu ch t h a u s rerurtePt. wovon sechs Monate durch die Unterstichungshaft als verbüßt gelten. Johann Augustin wird zu drei Monaten Gefängnis uerurHft, wovon ein Monat du-ch die Untersuchungshaft afs verbüßt gilt Di" übrigm Ange'l"gten Reck, Schidlowski und Katzki werden freigesprochen.
Bolles Geständnis Tetzners.
Die Iustizpresfestelle in Regensburg teilt u, dem Fall Tetzner, der mit der Mordaffäre Saffran eine aroße Aehnlichkeit hat, mit:
Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Kurt Tetzner bat am Mittwoch zuerst dem Wachtmeister de" G-richtsgef"nnnisses und dann dem R'chter ein Geständnis abgelegt. Er gi’’t an einen Wanderburschen in der Nähe von Reichenbach i. V. in fein Auto ausgenommen zu haben. Etwa 20 Kilometer vor Hohen-
schambach (Oberpfalz) habe er angehalten. Beide feien dann ausgeftiegen, da sei ihm die Gelegen- heti zur Ausführunn des Mordes günstig erschienen da der Wanderbursche über Killte klagte. Tetzner habe feine große Reifedecke ausgepackt und den Wanderburschen so in die Decke eingehüllt, daß auch die Arme eingewickelt waren. Dann habe er eine starke Schnur aus der Tasche genommen, dem Wanderburschen um den Hals gelegt und ihn bann erwürgt. Bei Mariaort (bei Regensburg) habe er die Leiche o e rb r a n n t, nachdem er fie vorher auf den Führersitz gesetzt habe. Den Namen des Ermordeten will Tetzner nicht wissen. Die Angaben über die Person werden nachaevrüft, so daß Aussicht auf Ermittlung derselben besteht.
Wie wird das Wetter?
Ein äußerst kräftiges Hochdruckgebiet, besten Kern von England bis nach Siidfkandinavien reicht, beherrscht zurzeit die Witterung Mitteleurovas. Kältere Lust, die von der Ostseite des Hochs nach Westen fließt und dabei auch Deutschland überflutet, läßt die Temperaturen zu-
thenno» m,,,erftan|
Baromelerstand air STeereshn'-r rfbuttert
rückgehen. Besonders in Ost- und Nordd-»n»>. . eine beträchtliche Temperatu"rabn7hme?rM»Ä' Ostpreußen ist bereits Frostwetter eina tref^o, bet uns wird sich bald Abkühlung bemerkbarwache?'
Witterungsaussichten für Freitag: Meist b-u Mnd^ m t005 ^was wärmer, nachts frisch, gfm
Temperatur- und Barometer« in Fnld
Mitgeteilt von Dfpiom-OpHfer Sauerdorn.
25 3 6 Uhr abends
26 3 8 Uhr morgens
26 3 12 Uhr mittags
771.0 mm
773.0 mm
773.0 mm
t 8.0 c + 2.0 C
V 7,5 C
Höchste Temperatur Im Schatten am 25 3 -f-i? 5 q
Höchste Temperatur in der Sonne am 25. 3. +18,0' c
Niedrigste Tempera tut feil 25 3. — 1’5 q
’Heberirtilag p. 25 3. 8 U. rnorg. — 26. 3 811. marg. 0,00 m Relative Feuchtigkeit der Lust am 25.3. mitt 12 Uh 36,5 %
Handel und Wirtschaft.
Berliner Donnerstags-Börse.
Bei stillem Geschäft behauptet.
wtb. Berlin, 25. März. (Eig. Meld.) Die heutige Börse eröffnete zwar nicht ganz fo schwach, wie man vormittags und auch an der Vorbörse annahm, die ersten Kurse lagen aber doch überwiegend etwas unter den gestrigen Schlußkursen. Die Nähe des Ultimos kommt immer in den Dispositionen der Börse stärker zum Ausdruck, einerseits zeigt man wenig Neigung zu Neuengagements, andererseits werden auch hier und da kleine Realisationen vorgenommen, teilweise kommt auch wohl noch Ware aus Prämien heraus. Das Einschreiten Englands in der Zollunionfrage und die Forderung nach einer Döl- kerbundsentscheidung verstimmten heute etwas, auch von Newyork konnte keine Anregung ausgehen. Dagegen fand der Danatbankabschluß eine recht günstige Beurteilung und auch die Feststellung eines Mtttagsblattes, daß die Gerüchte um die Farben-Dividende von privater Seite ausgegangen find (mit der Einführung der I. G. Farben- Obligationen in Holland hat die Verwaltung selbst nichts zu tun) trug zur Beruhigung bei. Auf ungünstige Kunstseidenberichte lagen Aku etwas schwächer. Aber auch Ehade-Rheinisch-Draunkohlen, Julius Berger und Wi- cking-Cement fielen mit einem etwas größeren Verlust auf. Ziemlich fest eröffnete der Elektromarkt und von sonstigen Spezialwerten Feldmühle und Leonhard Tietz. Angeblich bekundete das Ausland für einige Werte größeres Interesse, doch ist nicht klar ersichtlich, ob es sich nicht um Stückmangel bei diesen Papieren handelt. Im Verlaufe erfuhr das Geschäft zwar keine stärkere Belebung. Die Kurse wiesen aber dann doch Erholungen bis zu VA Proz. auf. Hierzu trug einmal die innerpolitische Beruhigung und Entspannung und andererseits ein stch gut lesender Bericht des Institutes für Konjunktur-Forschung bei. Die Auslands-Arbitrage betätigte sich zeitweise etwas stärker. Ließen auch die Kurse später wieder nach, so Hieb die Grundstimmung doch weiter freundlich. Anleihen waren wenig verändert, von Ausländern konnten sich Mexikaner leicht erholen. Lisfa- boner Stadtanleihe zogen erneut um A Proz. auf 21 % Proz .an. Anatolier neigten dagegen zur Schwäche, auch Türkenlose verloren 0,30 Proz. Pfandbriefe ruhig, Liquidationspfandbriefe eher freundlicher, Reichsfchuldbuch- forberungen abbröckelnd. Am Devisenmarkt lagen Mark und Pfunde etwas leichter. Brüssel fiel durch schwache Haltung auf. Auch am Geldmarkt drückte stch die Nähe des Ultimos schon in den Sätzen aus. Tagesgelb zog auf 3A bis 5A Proz. an.
Konkurse.
Zum Konkurs der Gewerbebank Hanau e. G. m. b. h.
Der Anfang des Jahres 1928 über das Vermögen der Gewerbebank Hanau e. A. m. b. H. in Hanau und ihrer Flliale in Somborn eröffnete Konkurs, der unter den haftpflichtigen, in der Mehrzahl aus kleinen Handwerkern und (Seroerbetrerbenöen bestehenden Genossen, große Erbitterung hervorgerufen hatte, neigt seinem Ende zu. Die Eröffnungsbilanz wies einen Fehlbetrag von 512 315 Rm. auf, zu besten teilweiser Dek- kung' die 400 Rm betragende Haftsumme pro Geschäftsanteil in voller Hohe herangezogen werden mußte. Die Gesamthastsumme konnte jedoch, selbst wenn alle Genossen zahlungsfähig waren, nur 226 800 Rm. erbringen, sodaß immerhin noch ein starker Fehlbetrag ungedeckt bleiben mußte. Der Konkursverwalter war bereits im vorigen Jahre in der Lage, eine Abschlags- Verteilung von 20 Prozent vorzunehmen. Eine wettere Abschlagszahlung von 20 Prozent oll in den nächsten Tagen erfolgen, wofür nach Angabe des Konkursverwalters 130 000 Rm. verfügbar sind. Eine nennenswerte weitere Zahlung ist kaum zu erwarten. Bei der jetzigen Abschlagsverteilung sind nicht- bevorrechtigte Forderungen im Gesamtbeträge von 479 670 Rm. zu berücksichtigen. U. a. hat die Genossenschaftsbank für Hessen - Na f - au, früher in Wiesbaden, fetzt in Frank- urt a. M., 214444 Rm. Forderungen in kauender Rechnung und 17406 Rm. für Wech- elforberungen. Bon verschiedenen Genofsen- ichastsbanken des Verbandes der Erwerbs, und Wirt- schastsgenostenschafken am Mittelrhein war alsbald nach Ausbruch des Konkurse eine Stützmmsaktion in die Hand genommen und durchaeführt worden, nach der man die Forderungen der Spareinleger und der Kontokorrent- gläubiger zu 40 Brozent anaefauff und in dieser Höhe ausgezahlt hatte. Diese Genossenschaftsbanken. vertreten durch die Vereinsbank Hanau bründen sich mit 235 208 Rm. unter den zu berücksichtigenden Forderungen. Sie haben 40 Prozent für die erworbenen Forderungen befahlt und als Ahschlnaszahlnna troeiiml 20 Proient er- halten, erleiden allo keinen Verhüt tmrA ihre Stutzumik- aktion durck> d>e dama's 750 Klemalärch'"er, wenn auch nur mit 40 Prozent, befriedigt worden sind.
Darmstädter und Aakionalbank.
10 Millionen RM. Effekten-Abschreibungen. Dividendenrückgang von 12 auf 8 Prozent.
Der Abschluß der Darmstädter- und Nationalbank weist ziemlich dieselben Erscheinungen auf, wie die bisher bekannt gewordenen Abschlüsse der anderen Groß- banken. Von den Einnahmen sind die Brovlslonen erheblich zuriickgeganoen, von 38 044 ans 36 492 Mill. RM. Die Zinsen weisen dagegen noch eine geringfügige Steigerung von 34 699 auf 34 874 Mill. RM auf. Diese Steigerung ist im noch recht günstigen Gelchästs- gang im ersten fHHohr zu verzeichnen. Auch hier sind He Verwaltiing-'osten zurückgegangen und zwar von 56 706 auf 53.102, recht erheblich auch die Stenern von 7.269 ouf 3.217. Dieser erhebliche Rückgang ist auf die Rückerstattung in früheren Jahren zu viel gezghlter Sie,,, em zurückzuführen. Nach Abschreibungen von 10 M'll. auf Estekten »ad Kansgrtiolkonto verbleibt einschließlich 3.119 (3 030) Mill NM Ngrsrag ein Reingewinn nan 8166 023 (11 799172) NM Hieraus werden 8 (12) Pro-ent Dividende = 4 snn (2 200) Mill. NM verteilt, an Tantiemen 240 000 (4'0 000) gezahlt Es verbleibt ein Vortrag von 3126 023 (3 11017’1 NM Die Zahl her beschäftigten Be-mtt-n Ist mit 7299 gegenüber dem Norjghr unverändert. D'e Bank unterhält gegenwärtig 111 (108) Fislglen. 53 (53) Berliner und 57 (48) aus- wärfige Depositenkaffen.
Wie sich aus der Bilanz ergibt haben die Kreditoren im ganzen um 93 Mill, auf 2291 Mill. RM. ab
genommen. Gliedert man sie, so zeigt sich der stärkst» Rückgang bei den f o n ft i g e n Kreditoren, die sich pp» 1863 auf 1655 Mill verringerten. Zum überwiegenden den Teil handelt es stch dabei um Abziehungen des Auslandes. Für diese Verluste konnte ein teilweiser Ausgleich durch die Erhöhung der Bankeinlagen oon 183 auf 205 Mill. RM. und oor allem durch die Steigerung der Kundschaftskredite von 337 auf 430 Mill. RM. ge. schaffen werden
Dieser Gestaltung der fremden Mittel entsprechen di« Veränderungen auf der Aktivseite. Während die Ver- Minderung des' Wechselkontos gering war, wurden die Warenoorschüsse um n-cht weniger als 76 Mill. RM. erhöht, im Einklang mit der Steigerung der Kundschasts.' krebste. Bedeutend abgenommen haben nur die Nostro- guthaben als Folge der Auslandskündigungen und die Reports und Lombards infolge des Börjenverfalls. Der Anteil des Auslandes an den gesamten Kreditoren ging von 34 auf 30 Prozent zurück
Die tatföchliche Einschrumpfung des Ge. schäfts im laufenden Halbjahr kommt bei dem Ver» gleich mit den Bilanzzisfern des Vorjahres nicht ge» nügenb zum Ausdruck, da die fremden Gelder im erste» Halbjahr noch eine erhebliche Steigerung erfahren haben. Unter Außerachtlassung der seitens der Kundschaft bei Dritten benutzten Kredite ergibt sich gegenüber dem Höchststand Ende Juni bei den Kreditoren ein Rückgang von 300 Millionen und bei den Debitoren in laufender Rechnung ergibt sich gegenüber dem Höchststand Ende August ein solcher von rb. 180 Millionen RM.
Fuldaer Viehmartt.
Auf dem am Donnerstag in Fulda abgehaltenen Rindviehmarkt waren 502 Tiere aufgetrieben Der Gattung nach waren es: 12 Bullen, 18 Ochsen, 109 Stiere, 144 Kühe, 116 Rinder und 103 Kälber.
Es kostete das Stück: Bullen 200—300 RM., Ochsen 400—500 RM., Stiere 250—350 RM., Jungstiere 120 bis 160 RM., frischmelkende Kühe 325—425 RM, ältere trächtige Kühe 200—275 RM., hochträchtige Rinder 275—375 RM., Jungrinder 120—170 RM., Kälber bas Pfunb Lebendgewicht 50—54 Pf.
Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberstand. Gutes Vieh wurde über Notiz bezahlt. Der nächste Vieh» markt findet am 16. April d. I. stall.
Frankftrrler Viehmartt.
N.D. Frankfurt, den 26. Aug. (Eig. Drahtber.) ES wurden bezahlt für je einen Ztr. Lebendgew.
Kälber: beste Mast- und Saugkälber 62 bis 66, mittl. Mast- und Saugkälber 56—61, geringere Kälber 48—55.
Schafe: Mastlämmer und nrrtg. Masthammel (Weidemast 45—48, mittl. Mastlämmer und ölt gut genährte Schafe 38—44.
Auftrieb: Kälber 643, Schafe 212, Schweint 807 Stück. , ।
Marktverkauf: Kälber und Schafe mittel« mäßig, geräumt, Schweine schleppend und ausverkauft.
Vroduklenmärkle.
— Frankfurter Getreidebörse vom 25. März. Di« Preise verstehen sich hier für Getreide je Tonne, für bi« übrigen Waren je 100 Klg. Parität Frankfurt a. M.- Weizen, Hessen, Hessen-Nassau unb Unterfranken 296 bis 297.50 RM., Roggen, Hessen, Hessen-Nassau und Unterfranken 205—210 RM., Sommergerste für Brauzweck» 235 RM., Hafer inlänb. 184—187.50 RM., Weizenmehl fübb. Spezial 0 43—44.50, Weizenmehl nieberrtjein. Spezial 0 42.75—44.25, Roggenmehl 60proz. Ausmahlung 28.50—31, Weizenkleie 11—1125, Roggenkleie 12.50 bis 12.35. Tenbenz: ruhig. Anm.: Ab heute werden auch süddeutsche Roggenmehle bei der Notierung berücksichtig». Hieraus erklärt, sich auch die Höchstnotierung.
Wachsendes Reichsbahn-Defizit
3n den beiden ersten Monaten des neuen öahres steigen die Ausgaben die Einnahmen um 100 Mill. K'lu
Arn 23. und 24. März tagte der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellsckast in Berlin. Im Jab 1931 hat sich die schlechte Einnahmeentwicklung weiter fortgesetzt. In den er st en beiden Monate n o Jahres sind die lausenden Ausgaben trotz, Einschränkung ilm rund 100 Mill. R M. h ö h e t o die laufenden Einnahmen. Wenn dies auch zum grob Teil auf das Darniederliegen der deutschen Wirtscv-tz zurückzuführen ist, so muß doch der ’Berroaltungs immer wieder darauf Hinweisen, wie schädigend fia) ungeregelten Verhältnisse im Wettbewerb der Berten mittel auf die Loge der Reichsbahn ausroirfen. V durchgreifende Ordnung des Berhöltnisies der Esienü y zum Kraftwagen ist ohne gesetzgeberische Maßnoom n, die durch Schaffung gleicher Wettbewerbsgrundlagen w alle Verkehrsmittel einem gefunden Wettbewerb geben, nicht zu erwarten. Der Ernst der f'n?"L-hn Loge erfordert aber schnelles Handeln der Veich selbst in der von der Hauptverwaltung mit Zuft mm -s des Verwaltungsrates eingefchlagenen Richtung Selbsthilfe, wenn das Reichsbahnunternekmen Z Nutzen des Reiches gesund erhalten bleiben JoU,
Dem Vorschlag, die G e s e l l s ch a s t s s a h Ferienzüge usw auf der Reichebahn 3» 0* tu lig en stimme der Derwaltungsrat zu V der Erwartung, daß durch diese Ermäßigung eine entsprechende Ver ey Zunahme eintritt.
Reichsbahn unb Schenker-verlrag.
Wie wir aus Kreisen ber Re'chsbahnhaiivtverwastung erfahren, hat sich der Verwaltungsrat der seiner Tagung auch mit der Frage der '^‘^^'yJffaPung beschäftigt. In den Erörterungen kam die a zum Ausdruck, daß auf jeden Fall möglich ( _ mit dem Reichsverkehrsministerium zu einer 8 dieser Frage zu gelangen.
Dw-e4wa/tPtage, odKfctw