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Nr. 70
Beilage zur Fuldaer Zeitung
25. März
Frühling
Goethe.
Also auch hier Götzendämmerung.
nünftiges Denken und Handeln zu schaffen, Die un
bedingte Herrschaft der Phrase in den politischen 23eu™ -ütL»mlathülische .«ßtfcs,. für die Lebensbedingungen der
Paraguayer
daß der
einem Mitgehen hätte treiben können, war,
Blühender Kraft, Naschen die Bienen Summend am Saft.
Der Gesellenverein im Ringen der Zeil.
Die Tagung des Diözesan-Verbandes des kalholischen Gesellenvereius in Fulda.
Bläuliche Frische! Himmel und Höh'?
Goldene Fische Wimmeln im See,
Buntes Gefieder Rauschet im Hain.
Himmlische Lieder Schallen darein.
Grünen
Tage der Wonne, Kommt ihr so bald? Schenkt mir die Sonne Hügel und Wald!
Reichlicher fließen Bächlein zumal. Sind es die Wiesen? Ist es das Tal?
Unter des
gefährlich zu werden.
Schließlich landeten wir auf einer Insel, die zu Paraguay gehörte. Hier fanden wir einen bewohnten Rancho vor, aus welchem, nach energischem Händeklatschen, ein Paraguayer heraustrat, der uns Obdach gewährte.
In einer Ecke des viereckigen Raumes lagen die Frau und zwei erwachsene Töchter des Inselbewohners auf einer Pritsche und schliefen. Die Glut auf der Feuerstelle war schnell durch Auflegen neuen Holzes zur helle« Flamme erwacht. Bald darauf kreiste der Mate zwisch-« uns vieren, und dann wurde die Flamme wieder kleiner und kleiner, dar Wort erstarb zwischen uns, und W,f schliefen ein. .
Bei Sonnenaufgang ruderten wir schon wieder. mer waren wir noch an der paraguayischen Küste! a<9
Kirche in Deutschland. 2hm verdanken wir es, daß die deutschen Katholiken chre Gleichberechtigung im Deutschen Reich erreicht und bewahrt haben. Er stellte den Fanatikern des sogenannten „Kulturkampfes" einen Kamps für wahr; Kultur entgegen. Ihm und seinen Mitstreitern verdanken wir es, daß die katholischen Deut- schen nicht ganz aus dem öffentlichen Leben, aus der Mitarbeit an der Gestaltung des Reiches ausgeschaltst
werden konnten.
Windthorst ist der Mitbegründer der Zentrums- Partei. Mit dieser Tat gab er den Katholiken die Möglichkeit, teilzunehmen an dem politischen Leben, zu kämpfen für die katholische Lebensauffassung. Das ist sein großes, unsterbliches Berdienst. Und wir, die Katholiken von heute, stehen nicht auch wir vor schweren Entscheidungen? Sind nicht auch wir umgeben von Gegnern und Feinden. Wir haben aber deshalb keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen und mutlos zu wer- den. Es liegt an uns, ob wir unterliegen oder siegen. Deshalb sei uns heute das Bild Windthorsts ein Vorbild für unser Tun und Handeln. Wenn wir Katholiken uns zufammLnfinden und einstehen für unseren Gkaiuben und unsere Weltanschauung, dann werden alle Feinde uns nicht schaden können.. Darum auf zur Tat, zur katholischen Aktion.
Und wir, die Jungen, die Nachkriegsgeneration, was bedeutet uns Windthorst? Schauen wir alle auf diesen
Wollt Ihr Schwächlinge fein?
„Vas der Väker Straft auf Erden einst begann, vollbringt e- Ihr!"
Unter diesem Motto schreibt UNS ein Leser des „Blatt der Jugend" aus S t e l l b e r g (Rhön) zum 40. Todestag von Ludwig W i n dt h o r st.
Am 19. März stgnd das katholische Deutschland am Grabe eines seiner Besten. Vierzig Jahre sind vergangen, seit Ludwig Windthorst aus seiyem kampfreichen Leben schied Am 19. März 1891 schloß dieser Kämpfer für katholische Weltanschauung und für die politische Hal- tung der Katholiken In Deutschland seine Augen zum ewigen Frieden. Ihm haben wir Unendliches zu verdanken. Er war es, der in schwerster Zeit eintrat für
fammlungen ist gebrochen. Die Vernunft marschiert.
Aber „Hitler marschiert" — immer noch. Das schadet nichts. 1923 ist er schon einmal marschiert. — Und wie unsäglich traurig für verirrte junge Menschen u. wie kläglich für Hitler war das Ende des „Marsches nach Berlin"? Vor einigen Monaten sind dann tatsächlich 107 nationalsozialistisch» Führer nach Berlin „marschiert". Und wie endete diese Exkursion? Als man sie im Reichstag nicht so schimpfen und reden ließ, wie sie es aus ihren Volksversammlungen gewohnt waren, als man nicht daran dachte, vor ihnen einen Kniefall zu machen, zogen sie wieder aus. Man muß eben „marschieren", damit die Leute nicht zur Besinnung kommen. Ob es zu einem Vorstoß oder Rückzug ist, darauf kommt es beim Marschieren nicht in erster Linie an. (Oft muß man beim Rückzug sogar schneller laufen als beim Vormarsch.)
Wo wird der „Marsch" der Nationalsozialisten schließlich enden? So viel steht wohl heute fest, daß die Gefahr einer faschistischen Diktatur für Deutschland nicht mehr so stark ist, wie noch vor kurzem. Wenn die Nationalsozialisten geglaubt haben, sie könnten den „Marsch aus Rom", den Mussolini erfolgreich durchgeführt hat, in Deutschland kopieren, so haben fie- sich gründlich geirrt. Deutschland ist nicht Italien. Zudem kann man politische Großtaten nicht kopieren. Ein Mann, der nur große Vorbilder mimt, ist nicht der Führer, den Deutschland
jetzige Präsident ein Freund Brasiliens und Frankreichs war, wogegen CHriffe seine Sympathien ausgesprochen Argentinien und Deutschland zuwandte. Aber ich sah ein, daß es besser für mich war, wenn ich mich von diesem Unternehmen zurückzog.
Da nun aber kein Pferd für mich zur Verfügung stand, sah ich mich gezwungen, den Weg zur nächsten Anlegestelle am Alto Parana zu Fuß zu machen.
Als ich dort nach einem halben Tagesmarsch anlangte, traf ich zufällig zwei Paraguayer, welche mit einem Boot stromaufwärts nach Formosa rudern wollten. Er waren Zivilleute, die hier eine kleine Güterladung hergebracht hatten. Wir wurden bald handelseinig. Die Männer wollten mich für einige Pesos mitnehmen. Vorsichtshalber hatte ich ihnen gesagt, daß ich hier Arbeit ge- sucht hatte, auch sprach ich viel gebrochener Spanisch, als ich es notwendig hatte. <
Am nächsten Morgen fuhren wir ab. Unterwegs erzählten sie mir dann von dem schmählichen Ende des Majors Valenzuela, eines Ehiriffisten. Dieser war einer von den befähigsten und der von den Regierungstruppen am meisten gefürchtete Unterführer der Revolutionäre gewesen, welcher bei der erwähnten Umzingelung »inen Bauchschuß erhielt und so in di» Hände der Feinde fiel. Diese sollen ihm bei lebendigem Leibe die Oberlippe mit dem Schnurrbart abgeschnitten haben. Darauf ritzte man ihm die Brust mit einem Messer und wickelte ihn in einen Stzicheldraht- Drei Tage soll der Aermste noch gelebt haben, woraus man seinen Leichnam den Geiern zum Fräße hinwarf. Ein Posten muhte verhindern, daß Verwandte den Kadaver des Unglücklichen beerdigen konnten, bevor nicht die Geier ihr grausiges Werk vollendet hatten.
Mann und fein Werk Stehen wir treu zu Glauben und Kirche, wie es die Helden des Kulturkampfes getan haben. Jeder einzelne opferte feine Kraft. Lassen wir uns nicht von den Hetzern und Predigern des Hasses betören! Wir halten auch in Treue zu unseren politischen Führern, die sich opfern für uns und das deutsche Vaterland. Lausen wir nicht den Schwätzern nach, di- mit hohlen Phrasen und dem Schlagwort „nationale Befreiung" junge Katholiken aus der geschlossenen Reihe locken wollen. Geben wir ihnen eine entschiedene Antwort! Scharen wir uns unter dem Königsbanner Ehristi zusammen, er allein kann Kraft und Mut zum Kampfe geben. Sammeln wir uns in den katholischen Jugend- verbünden, folgen wir ihrem Ruf gegen „Hakenkreuz und Sowjetstern". Seien wir wahre, echt katholische Christen.
„Tapfer und treu" fei unser Wahlspruch, denn
Zusammenfassung der Vereine eines Bezirks zu Fachkursen, geschlossenen Exerzitien usw.
Nach der Mittagspause referiert Verbandssekretär Winkler über das Thema
„Wir und die Politik".
Er sprach über die geschichtliche Entwicklung des G. V. nach dem Krieg. 1920-21 wurde auf den Trümmern des verlorenen Krieges das Erbgut Vater Kolpings neu aufgebaut. Jahr um Jahr wuchs die Entwicklung und im Jahre 1927 stellte der G. V. sein politisches Pro- gramm klar heraus. 1928 folgte das Wiener Manifest. — Redner kommt dann auf die Resolutionen bet deutschen Seniorats zu sprechen. (Siehe Blatt der Jugend Nr. 46). In Bezug auf die Politik muß der G 53. sein eigenständiges Wollen bewahren. Es ist auch auf die Dauer untragbar, daß ein Kolpingssohn bei den freien Gewerkschaften organisiert ist. Er muß hinter dem Programm des ®. B stehe», denn wir müssen eine geschlossene Willenssront bilden.
Aus der Versammlung heraus kommt eine Anfrage,- wie wir uns zum Windthorstbund stellen sollen. Sekretär Winkler erklärt, daß mitgearbeitet werden soll, solange der Windthorstbund seinen Zweck (politische • Schulung) erfüllt. Der W. B. muß sich seine Mitglieder aus den Vereinen heraus selbst werben, und zu diesem , Zwecke auch in die Vereine hineingehen.
Zum stellvertretenden Diözesansenior wird einstimmig der Bezirkssenior und einstiger Diözesänsenior der Diö»M zese Paderborn (sächsischer Anteil) Franz K l i n g e b l e l« Heiligenstadt gewählt.
Der Diözesansenior ergreift das Wort zu dem Punkt der Tagesordnung:
„Regelung der Wanderfürforge innerhalb der Diözese." J
Groß sind die Lasten, die mancher Verein zu tragen hat, aber es gilt gerade jetzt in der schwierigen Notzeit durchzuhalten. Wenn wir da versagen, nutzt unser« ganze glorreiche Vergangenheit nichts. Hier müssen auch J die Ehren-, Alt- und inaktiven Mitglieder mithelfen und ; so ihre Dankbarkeit dem G. V. gegenüber, wenn nötig mit klingenden Münzen beweisen. Es wurde folgende Entschließung gefaßt:
1. Die Vorslandekonferenz befck>li"ßt eine i l f s g e- ’ meinschaft innerhalb der Bezirke einzuführen.
2. Jeder. Verein ist verpflichtet, so viele wandernde $ Vereinsmitglieder jährlich aufzunehmen, als die Zahl seiner Mitglieder, (Aktiv, Alt-, Ehren- und Inaktive) beträgt, ohne daß diese Zahl einem Ausgleich unterliegt.
3. Diejenigen Vereine, bie. eine Jahreszahl oon lieber- nadjtungen, die gleich ist ihrer Mitgliederzahl, nicht er« reichen, sind verpflichtet, einen bestimmten Betrag, der von der Hilfsgemeinschaft festgesetzt wird, an diese abzuführen, die damit den Ausgleich an die stark überlasteten Vereine herbeisührt.
4. In schwierigen Fällen entscheidet der Diözesanrat.
Der Beschluß wurde einstimmig angenommen. Nach einem Schlußwort des Diözesanpräses hatte die Tagung um 4 Uhr ihr End» erreicht.__B. K.
einem eisigen, wolkenbruchartigen Regen. Wir mußte« Wasser schämen, damit das Boot flott blieb. Die Kälte, welche die durchnäßten Kleider uns brachten, schien uns
Götzendämmerung.
Wer marschiert? — Hitler ober die Vernunft? — Ein Luch, das jeder lesen muß. — Auf falscher Bahn. — So geht es nicht. — Rußland nackt.
„Brüning diktiert — Hitler marschiert!" — So lautet in der letzten Zeit das Thema der nationalsozialistischen Agitatoren im Fuldaer Land. Man kann nicht behaupten, daß das Thema schlecht wäre. Cs paßt durchaus in die augenblickliche Situation. Brüning, den Hitler und Hu» genberg, die beiden großen deutschen Politiker (bitte nicht lachen!) so gerne gestürzt hätten, hat das Steuer nämlich immer noch In der Hand. Ja noch mehr, feine Stellung ist heute fester als je, weil nämlich dos geschehen ist, was viele nicht geglaubt haben — das beutfdje Volk hat den schweren Winter durchgehalten. Wir haben trotz der 5 Millionen Arbeitslosen weniger Unruhen in Deutschland gehabt als im Winter 1929-30. Weiter ist unbestreitbar, daß in der Volksstimmung ein Umschwung eingetreten ist. Vor wenigen Monaten noch schauten viele brave Bürger mit einer geheimen Furcht auf die Hitleranhänger, die so dohende Reden hielten und die starken Männer markierten. Aengstliche Gemüter sahen schon „Köpfe rollen" (nicht ihre eigenen, denn die waren nicht gefährlich und hatten sich nicht unbeliebt gemacht). Vorsichtige Leute brachten ihr Geld nach dem Ausland in Sicherheit. Man konnte ja. nicht wißen, ob die „Abrechnung mit den Nooemberverbrechern" nicht bald los ging.
Nur die Regierung blieb fest. Sie ging den Weg, der ihr als der allein richtige erschien. Und der Erfolg? Die Aengstlichen bekamen toieber Mut, die Wankelmütigen wieder Vertrauen und in den wenigen Entschlossenen wuchs der Wille, den Ausbruch des nationalistischen Wahnsinnes zu verhindern. Mit dem Erwachen des Frühlings keimt bie Hoffnung, daß Deutschland über den Berg hinweg kommt. Viele scharen sich zusammen, um durch politische Aufklärung die Voraussetzungen für ver
richten. Was mich höchstens zu
gierungsfreundlich gesinnt waren. Sie fuhren dauernd an der paraguayischen Küste entlang, was mir natürlich ein nicht geringes Unbehagen verursachte. Wußte ich doch ungefähr, was mir blühen würde, wenn ich in Gefangenschaft geriet.
Deshalb sagte ich auch zu den beiden, ich hätte gehört, daß man einen Freund von mir, welcher nach Paraguay gekommen war, um Arbeit zu suchen, ohne weiteres als Spion verhaften ließ und daß ich aus diesem Grunde lieber an der argentinischen Seite bleiben würde.
„Nun, fo schlimm ist doch die Regierung nicht", meinten die Schiffer und lachten. Sie mußten aber vor meiner Ein^hiffung irgend etwas Verdächtiges über mich gehört Haden. Denn sie stellten mir einige verfängliche Fragen, ob mir Ehirrffe nicht bekannt wäre, und so weiter.. Darauf wußte ich ihnen aber so naiv zu antworten, daß ich sie mit der Zeit überzeugte, daß ich' nur ein armer Arbeiter war. dem es sehr schlecht ging.
Gegen Mittag legten sie ihr Boot auf paraguayischer Seite fest, und wir gingen an Land. Hier bereiteten sie ein frugales Mittagessen, und eben waren wir habet uns zu stärken, da dampfte der Rieelme stromabwärts heran.
Der Rieelme! Und ganz nahe! Ich sah, wie ein Offizier von der Kommandobrücke aus fein Glas auf uns richtete. Wenn jetzt ein Boot herabgelaffen wurde! Auf dem Rieelme hatte man sicher Photographien von mir!
Ich beugte mich tiefer vornüber, damit man mein Gesicht nicht sehen sollte, und war bereit, am äußersten Notfall die Flucht in den Wald zu ergreifen. Aber alles ging gut, der Rieelme fuhr weiter. —
Wir bestiegen auch bald wieder unser Boot und ruderten stromaufwärts.
Als Jumper, Dieser unb Zöger in M-Amerlka.
14] Von Bernhard Schroeder-Wiborg.
Nach einigen Wochen verließen wir Formosa zu Pserd und ritten einige Tage durch Wald und Kamp, bis wir auf einer ganz einsam am Ufer des Alto Paraguay gelegenen kleinen Estanzia anlangten. Bis hierher kam noch nicht mal die argentinische Polizei.
Das war der Versammlungsort für die Ehiriffisten. Oberst Chirisfe selbst hatte sich mit dem Rest feiner Truppen in den Chao Paraguays zurückziehen müffen.
Der Besitzer der vorerwähnten Estanzia war ein Paraguayer. Das Eisen war karg, sehr karg.
' Die Nacht war für den Angriff bereits festgesetzt. Man putzte die Gewehre und bereitete alles vor. Da erhielt ich von Weiler einen Brief, er schrieb, daß er nicht kommen könnte, ba fein Vater fo fehr unter den Regie- rungatruppen leiden müßte, wenn er wieder mitmachen würde.
Run sprachen die Paraguayer unter sich alle die Indianersprache Guarany, von welcher ich kein Wort verstand, während Weiler sie vollständig beherrschte.
Der Führer der Truppe sagte auch zu mir, wenn Wei- ler nicht kommen könnte, dann würde es schon besser fein, ich machte den Angriff nicht mit, da in der Hitze des Gefechtes alle Kämpfer Guarany zu sprechen pflegten! Bei einem besonderen Ereignis während der Kampfhandlung würde ich sonst gar zu leicht in böse Verwicklungen kommen können!
Ich sah diesen guten Rat, den er mir unter vier Augen gab, wohl ein. Außerdem fühlte ich moralisch nicht die allergeringste Stütze in mir,, denn bei der Fliegerei alte ich meine Gegner, die italienischen Piloten, auf der
Von der Diözesanleitung des Gesellenoereins wird uns geschrieben:
Am Sonntag, dem 15. März, tagten die Vorstandsmitglieder der Gesellenvereine der Diözese Fulda im hiesigen Gesellenhaus. Die Konferenz wurde kurz nach 10 Uhr vom Diözesanpräses Becker eröffnet. In feiner Begrüßungsansprache konnte er besonders Herrn Ber- bandssekretär Winkler- Köln, M. d. R., sowie den Vertreter des Cichsseldes, Diözesansenior Klingebiel- Heiligenstadt, willkommen heißen.
Diözesänsenior K s i e nsik erstattete zunächst den Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Man entnimmt daraus, daß in der Diözese (ohne Eichsfeld) zur Zeit 49 Vereine, mit über 1800 Mitgliedern bestehen. An lieber- nachtungen hatten die Vereine ca. 4000, die einen Kostenaufwand von ungefähr 4250 Mark erforderten. Durchschnittlich sind 50 Prozent der Mitglieder arbeitslos.
Die Vorständekonferenz der Kolpingsbrüder, Diözese Mainz, die am gleichen Tage in Bingen am Rhein tagte, hatte telegraphische Grüße übersandt, die von hier herzlichst erwidert wurden. Kolpingsbrüder Klingebiel überbringt die Grüße des Eichsfeldes und ergänzt den Bericht des Diözesanseniors. 35 Vereine mit ca. 1200 Mitglieder treten dem Diözescmoerband neu bei. ■
Anschließend berichtet der Diözesansenior über die Tagung des „deutschen Seniorats". Er berichtete über den Plan einheitliche Kleidung für die Bannerträger, Vorstandsmitglieder unb Mitglieder einzuführen. Der Beschluß wird allgemein begrüßt. Auch ein besonderes Führerabzeichen für Vereins-, Bezirks- und Diözesansenior wird laut Beschluß des deutschen Zentralverbandes eingeführt. Ferner wird aus gesundheitlichen und praktischen Gründen die Einführung eines Schlaffaales für die wandernden Mitglieder gefordert
Nach einer Aussprache, in der verschiedene praktische Fragen geklärt wurden, gibt der Diözesanpräses einen Bericht über die Einnahmen unb Ausgaben der Diözesan- kasse.
Verbandssekretär Winkler spricht über bie Ste 1- lung.bes G V. seinen arbeitslosen Mitgliedern gegenüber. Der G. V. hat in besonderem Maße für feine, von der Not der Zeit betroffenen Mitglieder zu sorgen. Er zeigt praktische Wege, wie man mit einfachen Mitteln auch im kleinsten Verein etwas schaffen kann. Vereine, die ein eigenes Haus besitzen, können mehrtägige Kurse einrichten. Auch praktischer Arbeitsunterricht soll, wo möglich, geboten werden. Die dazu nötigen Lehrkräfte werden wohl zu finden sein. Be- sonders sollen sich die Präsides, Meister und Lehrer zur Verfügung stellen. Die erforderlichen Geldmittel können mit Hilfe der Gemeinden, Arbeitsämter usw. wohl aufgebracht werden. Die Aussprache zeigt, daß in mar- chem Verein schon gut für die arbeitslosen Mitglieder gesorgt wurde. Der Bez-rk „Distelrasen" wird von Ostermontag bis Weißensonntag eine Werkwoche für die erwerbslosen Brüder in Neuhof abhalten. Kolpingsbru- ber Klingebiel zeigt' praktische Wege zur systematischen
braucht. Für die heutigen deutschen Verhältnisse ist Brüning ber rechte Staatsmann, . wenn er auch „schwarz" ist.
Die Tatsache, daß die politische Sage nicht mehr so ernst ist, als im Herbst und Winter, darf nicht zu dem Glauben führen, daß jede Gefahr beseitigt ist. Dräuend stehen die Gewitterwolken im Osten. Das bolschewist i s ch e Rußland arbeitet zielbewußt an der Vorbereitung der Weltrevolution. Verzweiselte, getretene und verhetzte Proletariermassen hoffen auch in Deutschland von ihr unb dem durch sie ermöglichten kommunistischen System die Rettung. Weil man den Glauben an den übernatürlichen Gott verloren hat, hat man sich einen Götzen geschaffen, ein S y st e m, unter das die russischen Gewalthaber die Menschheit zwingen möchten. Wie unmenschlich, wie furchtbar dieses System ist, das Kommunisten aus Haß gegen bas kapitalistische System einführen möchten, kann hier heute nicht geschildert werden. Mir ist die Grausamkeit des bolschewistischen Götzen erst ganz zum Bewußtsein gekommen, als ich begann, in dem Buch eines überzeugten Kommunisten zu lesen, der auf Einladung der bolschewistischen Regierung 17 Monate in Rußland wellte, um die Verhältnisse kennen zu lernen unb ein von der Sowjetregierung gewünschtes Buch zum Lobe des Bolschewismus zu schreiben. Und was tut dieser Mann — es ist ber rumänische Dichter und Kommunistenführer P a n a i t Istrati — als er wieder nach Hause kommt? Er schweigt ein Jahr. Dann aber schreibt der überzeugte Kommunist — leidenschaftliche Anklageschriften g e g e n d a s b o 1 s ch e w i st i s ch e S y st e m. Es ist ein erschütterndes Bekenntnis. Jeder, der um die religiöse, soziale und politische Formung unseres Volkes ringt, muh die Schriften lesen. Sie sind im Piper-Verlag, München, erschienen: Drei Bücher über Sowjet-Rußland: 1. Auf falscher Bahn. — 2. So geht es nicht. — 3. Rußland Nackt.
die Treue ist das Mark der Ehre. Treu zum Glauben, treu zur Kirche, treu den Führern, treu zum Vaterland' Das Vaterland stellen wir über alle per» f ö n 11 cf) e n Interessen. Dann sind wir echt katholische Jungen. Uns kann nichts aufhalten, nidjts abschrecken. „Und wir bauen sie doch, die Zukunft unseres Volkes, wir, bie Jungen." Aber nur, wenn wir erfüllt sind von unserem Glauben wenn er uns Richtschnur in unserem Leben ist, wenn wir katholische Männer werden, wie es unsere Führer waren und sind: Windthorst unb Brüning.
„Christus" sei unser Losungswort, unser Schlachtruft Für Christus den König und Herrn der neuen Zeit! Wenn wir ihm folgen, dann wird auch unserem Volke ein besserer Tag anbrechen, denn „so finster unb fturmgequält ift keine Nacht, daß nicht endlich doch tröstend das Frührot erwach t!"
habe Höllenqualen erduldet! ...
Nach einigen Stunden hörte ich aus dem Gesoraw ber beiden Schisser, daß sie an der nächsten Haltefte., einem kleinen, paraguayischen Dorf, welches mit Reg> rungstruppen belegt war, eine kurze Pause mache« wollten. .,
Ich überlegte, sollte ich die beiden zwingen, mich am bie andere Seite hinüber zu rudern, damit ich an 1 gehen konnte? Drüben aber war dichter Urwa Sumps, wie sollte ich es wagen, mich ohne Büschem! und Proviant bis zur nächsten argentinischen Estanz durchzuschlagen? „ ..
Nein, auch das war ein Unternehmen mit red) 3 selhastem Ausgang, ich stellte mich daher total erschöpf. sank auf den Boden des Bootes, wickelte mich m j Wolldecke und tat, als wenn ich fest schttefe.