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Mittwoch, IS. März 1931

Ar. 64

Mrg. 58.

lebenden Majore und ihrer Organisation

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kardinal Maffi f

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* Major a. D. von Sodenstern, Major a. V. von Stephani und Major a. D. Wagner, alle drei führende Mitglieder des Stahlhelms, hielten am Sonntag in Berlin Reden für bas Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtages, der be­kanntlich auch f o bis zum Mai 1932 zu Ende gehen würde. Man müßte sich wundern, wenn die preußische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit heute nicht andere Sorgen hätte als die — für Preußen

Gegen den politischen Mord.

Alle Stratzenkundgebungen für Ostern in Berlin verboten

n'int sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt ild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

von zwei „kommunistischen" Mädchen, die zwecks Ermordung des Dr. Goebbels um Mitteilung seiner Adresse baten; postlagernd, weil ihre Eltern nationalsozialistisch seien. Die „Namen" dieser zwei waren „Sascha Nathan Baruch" und Rosa Rosenbaum, also offenbar erfundene Namen. Von ihnen stammt offenbar auch die „Höllenmaschine", die dem Sperrgesuch des Dr. Goebbels stärkeren Nachdruck verleihen sollte.

tages hat am Dienstag einen Antrag auf Auf- lösung des Landtages eingebracht. Der Antrag wurde gestellt im Hinblick aus die Zerwürf­nisse zwischen Volkspartei und N.S.D.A.P. Ein« Begründung wurde nicht gegeben.

Höllenmaschinen in Belgrad.

wtb. Belgrad. 17. 3. 1931. (Eigene Meldung.) Heute früh zwischen 5 und 7 Uhr explodierten hier im Regierungsviertel vier Höllenma­schinen. Eine von den vieren war an der Rück­front des Kriegsministeriums aufgestellt, eine zweite an der gegenüberliegenden Kriegsakademie, die dritte am Verkehrsministerium und die vierte beim Finanzministerium. Durch die Explosionen soll ein Offizier getötet und mehrere Passanten verletzt worden sein; der Sachschaden ist unbe­deutend.

wtb. Weimar. 17. 3. (Eig. Meld.) Die kom­munistische Fraktion des Thüringer Land- |

Pisa, 17. März. (Eig. Meld.) Kardinal Masfl ist in der vergangenen Nacht, 73 Jahre alt, gestorben. Er trug seit 1907 den Kardinälshut und war stets für die Aussöhnung des Vati­kans mrtdemStaatJtalien eingetreten.

übrigens recht kostspielige — Veranstaltung der in Pension

Der Hamburger Senat hat aufgrund des Art. 48 Abs. 4 der Reichsverfassung eine Verordnung er­lassen, die das Erscheinen und die Verbreitung der nationalsozialistischen Zeitungen „Hamburger Tage­blatt" und „Blatt der Niedersachsen" sowie der kom­munistischen Blätter „Hamburger Volkszeitung" und „Norddeutsche Zeitung" und aller Ersatzblätter mit sofortiger Wirkung bis aus weiteres verbietet. Gleichzeitig werden bis auf weiteres Versammlun­gen der N. S. D. A. P. und der K. P. D. sowie der Hilfs- und Unterorganisationen und Gruppen dieser Parteien unter freiem Himmel und in ge­schlossenen Räumen verboten. Um- und Aus­züge sowie Versammlungen jeder Art unter freiem Himmel sind nach der Verordnung nur mit poli­zeilicher Genehmigung zulässig.

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wtb. Hamburg, 17. 3. (Eig. Meld.) Die krimi­nalpolizeiliche Vernehmung des 3. an der Ermor-, düng des kommunistischen Bürgerschaftsmitgliedes Henning beteiligten Täter Hoeckmair hat folgendes Ergebnis gehabt: Hoeckmair gibt an, von Jansen kurz hinter Ochsenwärder den Auftrag erhalten zu haben, den Chauffeur zum Halten zu bringen. Das habe er mit vorgehaltener Pistole getan. Er hat gehört, daß Jansen oder Bammel die Kom­munisten gefragt hat, ob einer von ihnen Andre wäre und daß Henning sich darauf mit • feinem richtigen Namen genannt habe. Hoeckmair gibt wei­ter an, daß er die Absicht gehabt habe, die Akten­tasche Hennings an sich zu bringen, in der An­nahme, daß in ihr wichtiges politisches Material enthalten sei. Er behauptet, nicht im Wagen geschossen, sondern von draußen in den Wagen hrneingeschossen zu haben. Hoeckmair hat sich nach der Tat von seinen Mit­tätern getrennt und ist zu Fuß nach Hamburg gegangen, wo er sich bis gestern mittag verborgen hielt. Nachdem die polizeilichen Vernehmungen ab­geschlossen sind, sind die Täter dem Gericht zuge­führt worden. Zu der gestrigen Mitteilung der hiesigen Gauleitung der nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiterpartei, daß sie die Namen der drei Täter der Polizeibehörde am Sonntaanachmittag ausgegeben habe, stellt die Polizeibehörde fest, daß diese Mitteilung nichts neues bedeute, da ihr be­reits mehrere Stunden vor dem Anruf der Eauleitung der N. S. D. A. P. die Namen der Täter bekannt gewesen sind unb alle Schritte zur Festnahme eingeleitet waren.

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C. N.D. Hamburg, 17. März. (Eig. Meld.) Die Vernehmung der drei an dem Morde des kommu­nistischen Bürgerschaftsvertreters Henning beteilig­ten Personen dauert an. Die bei dem Anschlag verletzte Lehrerin ist gestern.im Krankenhaus operiert worden; der Eingriff ist glätt verlau­sen.

In der Bürgerschaft hat die Deutsche Volkspartei einen Antrag eingebracht, in dem der Senat er­sucht wird, bei der Reichsregierung darauf hinzu­wirken, daß der Transport von Perso­nen auf Lastkraftwagen durch reichsgesetz­lich e Vorschriften an eine polizeiliche Ge­nehm rgung'ge bun den wird. In einem Flug­blatt der kommunistischen Partei wird z u einem politisch en Massenstreik an dem Tage der Einäscherung des ermordeten Henning aufgefordert.

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C.N.B. Berlin, 17. März (Eig. Meld.) Im Hinblick auf die blutigen Vorgänge bei dem vor­jährigen Ostertreffen der kommuni- stischenIugend in Leipzig hat der Poli­zeipräsident Berlin alle öffentlichen Kundgebungen unter freiem Him - melam 5. un d 6. April, also auch das Reichs­jugendtreffen der kommunistischen Partei in Ber­lin, verboten. Versammlungen in geschlossenen Räumen werden von dem Verbot nicht getroffen.

jUldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.

* Der Zustand des früheren Reichskanzlers Müller ist neuerdings wieder als äußerst bedenk­lich zu bezeichnen. Der Kranke ist bei Bewußtsein.

Neue Anruhen in Indien.

wtb. Bombay. 17. Mörz. (Eig. Meld.) Bei einer Massenversammlung im Bezirk der Baum­wollspinnerei, in der Ghandi sprechen sollte, rissen gestern abend Kommuni st en die Kon­greß-Flagge herunter und hißten eine rote Fahne, in dem sie riefen: „Nieder mit dem Kongreß! Nie­der mit Ghandi!" Ghandi hielt dann, dauernd von den Kommunisten unterbrochen, eine Rede, in der er sagte, der Kongreß werde zu der Unabhängig­keits-Erklärung von Lahore stehen, die auf dem kommenden Kongreß in Karachi erneuert werden olle.

* Ein Päckchen mit „Fröschen", den bekannten Knall-Körpern, wurde dem Nationalsozialisten Dl. Goebbels in die Wohnung geschickt. Er Hai An­zeige erstattet und im „Angriff" über einen Atten- tatsplan gegen seine Person berichten lassen. Die Polizei glaubt dagegen, daß es sich um das Werk von Utz-Vögeln handelt. An das Berliner Polizeipräsidium kam nämlich schon vor einiger Zeit ein Antrag, das Einwohnermeldeamt möge sie Privatadresse des Herrn Goebbels „sperren", las heißt anordnen, daß sie nicht mehr jedem An­ragenden mitgeteilt werde. Das Polizeipräsidium lehnte das Ersuchen mit juristischen Gründen ab. Darauf kam ein Brief an das Präsidium, verfaßt

Unter dem obigen Titel! hat der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht der Oeffentlich- keit ein Buch übergeben. Er will sich darin an alle verantwortlichen Führer der deutschen und der ausländischen Wirtschaft und Politik wenden. Das Buch soll einer gemeinsamen Arbeit den Weg bahnen, als deren Ziel Dr. Schacht eine sinnvolle Gestaltung der Reparationen oder im andern Falle die Löschung des ganzen Reparationsproblems be­zeichnet. Einleitend bemerkt der ehemalige Reichs­bankpräsident, daß er sich im Wesentlichen auf wirt­schaftliche Erörterungen beschränken und politische in den Hintergrund rücken wolle.

Nach Schachts Berechnungen hat Deutschland bis zum Inkrafttreten des Poungplans etwa 37 Milliarden an Werten bezahlt; hierzu werden zusätzlich 11 Milliarden Reichsmark gezählt (durch Wegnahme deutschen Eigentums im Auslande) und 80 bis 100 weitere Milliarden durch den Verlust unserer Kolonien. Die Besatzungskosten werden auf etwa 5,5 Milliarden beziffert. Zu diesen ungeheuren Summen kommen nun die wei­teren Zahlungsverpflichtungen aus dem Poung- Plän, die einen Gegenwartswert von 40 Milliar­den Reichsmark darstellen.

, Die Darlegungen Dr. Schachts, daß die Auf­bringung dieser 40 Milliarden aus dem voll­ständig geschwächten deutschen Wirtschaftskörper sich nur bei glücklichster Entwicklung der deutschen Wirt­schaft, insbesondere des deutschen Außenhandels, ermöglichen lassen werde, sind gravierend und überdies schon längst Gemeingut aller einsichtigen Kreise, auch des Auslandes. Der gegenwärtige Reichsbankpräsident Dr. Luther hat kürzlich in Leipzig ebenfalls eindeutig darauf hingewiesen, daß Deutschland letzten Endes die Reparationen nur aus einem Ueberschuß seines Exportes zahlen kann und damit, ebenso wie Dr. Schacht, den Widersinn beleuchtet, der in der neuen Aufrichtung der internationalen Zollschranken liegt.

Die Grundgedanken des Poungplans laufen in der Tat darauf hinaus, daß Deutschlands Zah­lungsfähigkeit von seiner Zukunft und der Transfer von der Ausdehnung des deutschen Exportes ab­hängt. Insofern ist auch beizupflichten, wenn Dr. Schacht hier der Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich in der Herbeiführung eines grö­ßeren Welthandelsvolumen eine bisher von ihr nicht gepflegte Aufgabe zuweist und für die Lösung des Reparationsproblems die Mitwirkung des Aus­landes, besonders der beteiligten Mächte, fordert. Wenn Deutschland den festen Willen zur Einhal­tung des Poungplans immer wieder zu erkennen gibt, wie letzthin in Leipzig erneut durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, dann kann es aber auch von dem beteiligten Ausland verlangen, daß es mit dem deutschen Volke gemeinsam alle internationalen wirtschaftlichm Möglichkeiten ver­acht, die uns in den Stand setzen, die vorgesehenen Verpflichtungen zu erfüllen. Hierzu gehören für Deutschland Rohstoffe, Exportmöglichkeit und breite, von beschwerlichen Zollgrenzen losgelöste auslän­dische Absatzmärkte. Der Sinn des Poungplans ist es ja auch, daß für Deutschland keine einseitige Zahlverpflichtung besteht, sondern in dem eben umrissenen Umfang auch den Reparations- empfängern Pflichten auferlegt sind. In der Nicht­erfüllung dieser Verpflichtungen der Gegenseite meint Dr. Schacht das zwangsläufige Ende der Reparationen zu sehen, wobei zunächst die Frage ausgeschaltet bleiben kann, ob die gegnerische Nicht­erfüllung auf bösem Willen oder in der Natur der Sache liegendem Unvermögen beruht.

Zu den unerläßlichen Voraussetzungen, die Deutschland in Zukunft die Zahlungen möglich machen, zählt Dr. Schacht auch eine überseeische Rohstoffbasis für Deutschland. Er hat diesem Gegenstand ein besonderes Kapitel, „Die koloniale Frage" gewidmet. Auch auf die Schädigung der

„Das Ende der Reparationen"

Von einem führenden Wirtschaftspolitiker.

deutschen Wirtschaft, insbesondere des Ostens, durch das Gebiet des polnischen Korridors geht Dr. Schacht ein und fordert hier eine für die deutsche Wirtschaft vernünftige und erträgliche Regelung. Es ist ihm aber wohl klar, daß das bei aller Aner­kenntnis der für uns sehr ungünstigen wirtschaft­lichen Ausstrahlungen doch Fragen von rein poli­tischem Vorrang sind. Dr. Schacht bemerkt des­halb, daß in dem seinerzeit so umstrittenen Me­morandum der deutschen Sachverständigen gelegent­lich der Sachverständigenkonferenz von 1929 diese Forderung in keiner Weise enthalten war und „sechstverständlich auch nicht darin enthalten sein" konnte.

Selbstverständlich beleuchtet Schacht von seinem Standpunkte im Zusammenhang mit den Repara­tionszahlungen auch die innerdeutsche Finanzlage und Finanzpolitik. Die Gesamtauslandsverschul­dung Deutschlands beziffert er auf insgesamt etwas über 20 Milliarden (kurzfristige Verschuldung etwa 11,5, langfristige Verschuldung etwa 9,3 Milliarden Reichsmark). Die hohe Verschuldung sieht er haupt­sächlich in der weitherzigen Anleihepolitik „der Marxisten" begründet, wie ihm überhaupt das „marxistische System" mit seiner (hier wirtschaft­lichen) Ueberschätzung der Staatsmaschinerie und der Sozialpolitik an dem größten deutschen Finanz- elend die hauptsächlichste Schuld zu tragen scheint. Die keine Rente abweisende Baupolitik des Reiches, die er auch als durch die Sozialdemokratie ent­scheidend beeinflußt ansieht, unterzieht er einer besonders scharfen Kritik. Die Sozialversicherung beansprucht nach seinen Angaben fast 20 Prozent aller versicherten Löhne. Kollektivtarifverträge und Schlichtungswesen werden von Schacht zwar vor­sichtig aber doch deutlich abgelehnt. Den Haupt­fehler des Systems erblickt er in der angeblichen: Kollektivverantwortung gegenüber der Verantwor­tung des Individuums. Auch Schachts Stellung zum Beamtentum ist wenig freundlich. Der Be­amte fet kein Führer wie die freie Persönlichkeit. 30 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung be­fänden sich heute in Beamtenstellen oder wenigstens in Reich-, Länder- oder Kommunalbetrieben. Für die Beamten müsse die freie Wirtschaft, die das Risiko habe, mitsorgen; die Beamtentätigkeit erziehe Menschen zu gleichgültigen, mechanischen Arbeiten, die auf ihr politisch garantiertes Recht pochen. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, aus Schachts eigenem Munde zu erfahren, daß er be­reits im Februar 1929 den Vorschlag gemacht habe, die Beamtengehälter um 5 Proz. oder 10 Prozent zu kürzen und den einbehaltenen Betrag später auszuzahlen.

Zwangsläufig ist Dr. Schacht im Verlauf sei­ner Darlegungen auch dazu gekommen, sich selbst als Wirtschaftsmensch zu einem Typhus klar zu bekennen, und das ist für die Beurteilung dieses Mannes, der zweifellos zu den interessantesten, wenn auch heute schon umstrittensten Wirtschafts- Persönlichkeiten gehört, wertvoll. Wir erkennen in ihm den Vertreter der freien Wirtschaft, der freien Verträge, den Gegner jedes Staatsprotektionis­mus und jedes Kollektivismus. Aus dieser Ein­stellung heraus ist seine Haltung zur Sozialpolitik und zu vielen Seiten der deutschen Finanzpolitik verständlich. Und es ist klar, daß er diese Dinge von seinem Standpunkt aus für das deutsche Finanzelend und seine Auswirkungen auf die Repa­rationszahlungen in starkem Maße verantwortlich gemacht hat. Er ist bei der Erörterung die­ser Fragen nur unwesentlich von seinem Vorsatz abgewichen, nicht in das politische Gebiet hinüber­zugleiten. Es ist schade, daß in anderen Teilen seines Buches Dr. Schacht diesen Vorsatz nicht durchgehalten hat, und darum seine Darlegungen nicht nur einer wirtschaftlichen, sondern im folgen­den einer teilweise unerfreulichen politischen Be­leuchtung bedürfen.

Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne Zustellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklarnezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt Postlcheckk Frank, a M 4051

Weiteste Kreise unseres Volkes erfaßt ein jähes stieben, wenn die Zeitungen beinahe täglich über Attische Morde berichten. Der politische Radika- fiflnus macht sich in einer Weise breit, die schnell- ' und schärfstes Eingreifen der Regierung er» nrhert Wir sind wieder in die Zeiten politischer «orte der Jahre 1919 bis 1922 hineingekommen, «on dem Kleinbürgerkrieg auf der Straße geht «an bei den Radikalen über zum feigen po­etischen Meuchelmord, zum politischen «ttentat auf parteipolitische Gegner. Die Opfer fallen auf beiden Seiten. Gleich groß ist die tzchuld der Kommuni st en wie der Na- , jionalsozialisten.

Erst das Attentat eines nationalsozialistischen Polizeibeamten in Hamburg auf den Regierungs- rat Lassaly. In Berlin Ermordung von National­sozialisten durch Kommunisten und umgekehrt. Neuerdings der ruchlose nächtliche Ueberfüll auf kommunistische Führer, die in einem Autobus fa­ßen. Die Täter sind wieder drei Nationalsoziali­sten.

Gleiche Beweggründe, gleiche Ausführungen 5es Mordes, gleiches Flüchten, wie in den Jahren 1919/1922, die wir längst überwunden glaubten. Die Parteien unterstützen die Mörder, verhelfen ihnen zur Flucht, bringen sie im Ausland unter. Das muffen sie auch tun, denn sie sind es, die in ihrer Presse jeden Tag zur Beseitigung der Geg­ner auffordern. Mit „legalen" Mitteln. Ja, wenn diese verhetzten Menschen nur noch einen Begriff davon hätten, was ihre Parteiführer unter „legal" eigentlich verstehen.

Was nützen uns alle Beteuerungen Adolfs Hitlers und seiner Unterführer, daß sie keine Re­volution wollen, daß sie legal kämpfen, daß jedes Mitglied, das eine Waffe besitze, aus der Partei ausgeschlossen würde. Entweder sind die Massen nicht mehr in der Hand der Führer, dann ist auch die Bewegung tot, oder aber die Führer täuschen die Massen, und das wäre das Schlimmste. Hier handelt es sich nickt um Taten im Affekt. Das sind mhlvorbereitete Meuchelmorde.

Mögen auch nachträglich die Führer diese Mör- ber von ihren Röckschößen abschütteln wollen, ff tragen sie doch die moralische Verant­wortung, sie bleiben die intellektuellen Ur­heber der Bluttaten, sie müssen zu ^Verant­wortung herangezogen werden. Sie wollten es nicht anders, als sie aus dem Reichs- tag ausgezogen sind, die Nationalsozialisten, sie kündeten einen neuen Kampf an, die Anwendung neuer Mittel. Und der „rauhe Kämpfer" oer= nanb den versteckten Befehl derer, die in ihren Re- oen immer das Wort vom „Köpfe rollen", von »legaler Beseitigung der Gegner" prägten.

Wann wird durchgegriffen? So fragt bas deutsche Volk. Das Ende der Toleranz ist gekom­men. Die Regierung muß beweisen, daß Deutsch- wnd noch ein Staat der Ordnung, der ^.uhe und guter politischer Sitten ist. -Ote Regierung muß auch für die Erhaltung des politischen Kredits im Ausland wgen. Jedem Staatsbürger, jeder Partei eine ureifjeit, aber eine Freiheit in Grenzen!

Denn das Unheil geschehen ist...

m Zu der Mordtat in den Vierlanden gibt die " a11 o n a l s o zi a l isti s che Deutsche Ar - iteV,e..rPartei, Gau Hamburg, folgenbe ab: Die Täter sind zur Zeit der E Mitglieder unterer Partei gewesen. Ihre Tat } ., von uns auf das Schärfste verur-

e 111. Sie haben sich hiermit aus unseren Reihen ““fgrunb der Anordnungen unseres Führers Hit- cFJ elbständig ausgeschlossen. Die Gau-

uung hat, nachdem sie erfahren hatte, wer die Tä- die Polizei mit den Namen ber= [ J”.611 beftrnnt gemacht und zwei der Täter Deren« in' »sich freiwillig zu stellen, was auch geschehen ittf- . ^ame des dritten Täters ist ebenfalls der .,7' mitgeteilt worden. Die besonders

r.a b scheuungswürdige Art und b», ber Ausführung der Tat hat bei uns tn i isii"druck erweckt, daß die Täter durch Lock- 1,1'Sei zu ihrer Tat veranlaßt worden sind. ,,/Su bet Bluttat in Hamburg erklärte der Füh- ; M o °er$ , Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, bedauere und verurteile die Tat der Ham» Parteigenossen auf bas schärfste, ich sehe aber in

-totem nur die unglücklichen Opfer einer seit Mo- tonJL “Straft betriebenen Blut- und Mordhetze der in»hUni'ti^en "Latifa". Zahlreiche Parteigenossen verbrecherischen Wüten dieser Mordpropaganda 8ehn x 6r gefallen, offensichtlich ohne daß die staatlichen wär-„ " einer entsprechenden Abwehr geschritten ton s- öoe&en ist wieder ein junger Nationalsozialist I teien Mordbuben erschossen worden, während ein »it h*' bas schwerste verwundet, augenblicklich noch feile sM T°be ringt. So sehr ich daher die Tat verur- IfclW ist mein Mitleid mit den verirrten, unglück- «Os h ^^eigenossen, die sich durch ihr Handeln selbst I*. l '•Belegung ausgeschlossen haben. Das meni'ch- äfa. fn °$er zwingt mich, für ihren Rechtssch Utz RoJi. mei,r aufzukommen, als dadurch vielleicht die bie p.a?re,t geboten wird, das gesamte Deutschland auf knbe n 6n aufmerksam zu machen, denen heute Zehntau- Snnun °n Nationalsozialisten wegen ihrer politischen ®e» Jt e ch ? toeI,rIos preisgegeben sind. Ich habe daher ke m ® anwalt Dr. Frank 2 (München) beauftragt Verb» .. Üpmg der drei Täter zu übernehmen und

le Kosten hierfür aus Eigenem bestreiten.

'°Minunm-rS * sl 0 se Bestrafung sowohl der tta6onr-,'^,rn als der nationalsozialistischen - •utfrfH^Pfer. bas ist die Forderung derjenigen ir "le nicht gewillt sind, den Namen unse- I n n iw einem Gegenstand der Verach -

9 werden zu lassen. Das subalterne Geschwätz,

Ann hagelt s Volksbegehren!

Kommunistischer Antrag auf Auflösung des Braun­schweigischen Landtags durch Volksbegehren, wtb. Braunschweig, 17. März. (Eig. Meld.) Der braunschweigischen Staatsregierung ist ein kommu­nistischer Antrag auf Zulassung eines Volksbegeh­rens auf unverzügliche Auflösung des Braunschwei­gischen Landtages zugegangen. In dem Begleit­schreiben wird ersucht, von der Beibringung der nach der Bestimmung erforderlichen 2000 Unter­schriften Abstand zu nehmen, da nach dem Ausgang der Wahlen vom 14. September 1930 und vom 1. März 1931 glaubhaft nachgewiesen fei, daß be­stimmt 2000 Wahlberechtigte den Antrag unterstütz­ten. Eine Begründung ist dem Antrag nicht bei« gegeben. Bekanntlich haben die Kommunisten bei den Kommunalwahlen am 1. März dieses Jahres einen beträchtlichen Stimmenzuwachs erfahren.

Ein kommunistisches VolksbeKhren ist bekanntlich auch in Thüringen beantragt. Der „Stahl­helm", die große Vereinigung ehemaliger Offiziere, hat durch sein „Begehren" in Preußen Schule ge­macht. Die Linksradikalen wollen auch in der Ein­bringung solcher Anträge nicht hinter den Rechts­radikalen zurückbleiben. Leider muß das Volk in beiden Fällen die Kostenrechnung bezahlen.

was nach solcken Schandtaten wie derjenigen von Hamburg sich hören läßt, kann nur ganz urteilslosen Nachbetern imponieren. Die Abwälzung der Schuld aus „die Andern" zieht nicht.