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In Hamburg hatte am Freitag ein Schupo- Wachtmeister der wegen nationalsozialistischer Beteiligung von dem zuständigen Regierungsrat Las- sally vernommen werden sollte, diesen durch einen Schuß schwer verletzt.
durch Schüsse verletzt. — Die drei Täter seskgenommen. sind Mitglieder der nationalsozialistischen Partei
erschossen. — Der Begleiter des Ermordeten sowie zwei Frauen Sie
gesweg gezeichnet, den die Kirche als kakholische Kirche gegangen ist und gehen wird bis zum Ende der Zeiten.
Indem wir ober an dem internationalen Charakter mit aller Entschiedenheit sesthalten, wird
das Na ti ona l bewu ßksei n in keiner Weise in uns auf gehoben.
Wir lieben das Vaterland, das Land unserer Wiege, das Land unserer Sprache, das Land unserer Ahnen. das Land unserer Gräber. 3a, wir betrachten die Erfüllung der bürgerlichen pflichten gegen das Vaterland und die Mitarbeit gegen das Vaterland und die Mitarbeit an der Ausbildung des Eigenlebens und der Größe unseres Volkes als Gottes Gebot. und dieses Gebot ist für uns als Ausfluß des göttlichen Willens stets von Höch ft er Weihe und tiefster Verpflichtungskraft.
Leider ist diese durch Gottes Gebot geheiligte Vaterlandsliebe überall in der Welt zu einem schrankenlosen Nationalismus ausge- arlet, zu einem extremen völkischen Individualismus. zu einem Pharisäertum im internationalen Volksleben. Und die Folge? Trennende Scheidewände haben sich unter den Völkern der Erde gebildet, gegenseitiges Mißtrauen, gegenseitige Verachtung und Verleumdung, internationaler Zwist und hader haben Platz gegriffen. Viele Ursachen liegen dem Hypernationalismus zu Grunde. Die allerletzte Ursache aber ist in der Gottentfremdung der Völker zu suchen. Wo der wahre Goll nicht mehr gekannt und ange- beket wird, da werden falsche Götter angebetet, da ist es unausbleiblich, daß in Sachen, die das Volksund Völkerwohl betreffen, die ganze Beurteilung eine rein weltliche bleiben wird.
Nichts kann Rettung bringen als Rückkehr zu Christus.
3n diesem Sinne sagt unser heiliger Vater Papst Pius XI. in feiner Enzyklika „Urbi arcano Dei": wenn endlich die Regierungen und die Völker bei der Stellungnahme zu ihren inneren und äußeren Angelegenheiten als etwas heiliges und Unverrückbares ansehen würden, den Lehren und Weisungen 3esu Christi Folge zu leisten, dann würden sie sch eines gegenseitigen Vertrauens und Wohlwollenserfreuenund Streitigkeiten, falls solche hie und da auftau- chen sollten, friedlich beilegen kön-
Das kommunistische Bürgerschaftsmitglied Henning ist in der Nacht zum Sonntag in einem Autobus, der von Zollenspieker nach Hamburg fährt, kurz hinter Ochsenwärder erschossen worden. Henning befand sich in Begleitung eines Parteigenossen. In Fünfhausen bestiegen drei Männer den Omnibus, die zunächst ruhig Platz nahmen. Plötzlich erhoben sie sich, zogen Pistolen aus der Tasche und riefen den Fahrgästen zu: „Hände hoch!" Dann fragten He Henning, ob er das kommunistische Bürgerschaftsmit- glied Andre sei und forderten ihn auf, seine Papiere zu zeigen. Als Henning hierauf seinen Namen , nannte, erwiderten sie: „Dich suchen wir gerade!" Im gleichen Augenblick gaben sie eine Anzahl Schüsse auf Henning ab, sprangen alsdann aus dem Wagen und schossen auch von draußen weiter in den Wagen hinein. Henning war sofort tot. Außer dem tödlich verletzten Henning sind noch zwei Damen und ein Mann von den Kugeln getroffen worden. Am schwersten verletzt wurde eine neben Henning sitzende Lehrerin, Frl. M., die an einer Berufsschule bei Hamburg tätig ist. Sie erhielt fünf Schüsse in den Oberschenkel, wegen deren sie in ein Hamburger Krankenhaus ausgenommen werden mußte. Einer zweiten Frau aus Hamburg wurde der Daumen abgeschossen. Der zweite im Wagen anwesende K o m m u n i st erhielt einen leichten Streifschuß am Kopf Da er sich tot stellte, feuerten die Attentäter weiter keine Schüsse auf ihn ab. Die schwerverletzte Lehrerin stolperte aus dem Wagen heraus und setzte sich auf den Fußsteig. Einer der Attentäer sprang herbei, legte ihr einen Mantel unter und sprach Worte der Entschuldigung. Es sind insgesamt 15 Schüsse abgegeben worden. Außerhalb des Wagens wurden 6—7 Hülsen gefunden. Der Wagen ist stark demoliert. Die T ä- ter sind junge Leute int Alter von 20—25 Jahren. Sie stiegen beim Beginn der Fahrt in den Wagen, ohne irgendwelche Aufregung zu verraten. Dem Kontrolleur fiel es auf, daß die jungen Leute kein Geld bei sich hatten und daß ein Einwohner aus Ochsenwärder für sie die Fahrt bis Hamburg bezahlte. Nach ihrer Tat ergriffen sie nicht sofort die Flucht, sondern hielten sich noch einige Minuten vor dem Gefährt auf und riefen: Sind sieouch wirklich beide tot?" Dann liefen sie querfeldein und stoben auseinander. Zu den tödlichen Verletzungen des Henning ist zu
n e n.“ Möge die Zeil nicht mehr fern sein, daß die in diesen apostolischen Dorten enthaltenen Grundgedanken von allen Völkern der Erde erfaßt und verwirklicht werden, und daß als edelste Frucht aus dem gegenwärtigen trennenden Widerstreit der Nationen das Bruderreich hervorgehe!
Bei Beurteilung des Geistes der Partei sind nicht nur kurze programmatische Erklärungen zu beachten, sondern namentlich auch die Kundgebungen führender Männer in der Partei. Solche Kundgebungen, die den Sinn der programmatischen Sähe erkennen lassen, zeigen, welcher Geist in der Partei lebt und wohin sie treibt.
Neben den Kundgebungen des Gründers der Partei kommt hier besonders die schriststellerifche und agitatorische Tätigkeit des haupkschriftleikers des Hauptorgans der Partei in Betracht. Diese Arbeiten sind reich an aggressiven A u s st e l- lunaen und Forderungen, die einen klaren Einblick in den Geist der Partei gewähren. Auch in dem sonstigen Schrifttum der Partei ist die Behandlung religiöser Fragen im Geiste des Nationalsozialismus teils eine sehr verschwommene und phrasenhafte, teils direkt feindlich gegen die katholische Kirche. Wir begegnen Aeußerun- gen, die im schärfsten Gegensatz zur katholischen Glaubens- und Sitten- lehre stehen, Schmähungen enthalten gegen die katholische Kirche und ihren Glaubensinhalt, g eg en die heilige Schrift (nicht nur gegen das Alte Testament) gegen den Apo st oli sch en Stuhl, gegen katholifche Religionsübung, alles mit dem Ziele, eine vom Stuhle Petri losgelöste künftige Religionsgemeinschaft zu gründen, d. h. eine „neue deutsche Volkskirch«-, die sich lossagen müsse vom „römischen Zentralismus" der katholischen Kirche. Zn diesem Sinne ist das Hakenkreuz Kampfzeichen gegen Christi Kreuz.
Hebet alles dieses können manche harmlos lautende, von Leitern der Partei in Versammlungen, Zeitungsartikeln und Broschüren abgegebene Erklärungen nickt Hinwegtäuschen. Für uns ist das positive C h r i st e n tu m das feste Gefüge klar umschriebener Glaubens- und Siltenlehren, von denen wir wissen, daß sie uns um so mehr zum Segen werden, ja zu wahren Führerinnen unseres nach Klarheit und Abschluß, nach Glück und Seligkeit ringenden Geistes, je mehr sie in ihrer AIlse i t i g k e i k, Tiefe und Erhabenheit in uns zur Entfaltung kommen.
Bei den Nationalsozialisten vermissen wir das bestimmte unwandelbare religiöseprogramm.
Ihnen erscheint das Christentum mehr als ein Gebilde mit einem von reinnatürlichen Voraussetzun- gen und wechselnden Zeikverhälknissen bestimmten Inhalt. Kein wunder, daß bei einer solchen religiösen Einstellung Anhänger der nationalsozialistiscken Bewegung wieder und wieder über fundamentale
»MnalWaNslische Mordtat in Hamburg. Ein kommunistisches Vürgerschafismikglied in einem Aukobus
Bei dem Kampfe für die Sache Gottes in Zukunft sei vor allem lief unsere lleberzeugung von der Göttlichkeit der Anstalt, die diesen Glauben uns vermittelt, fest unsere Einigkeit, treu unsere Gefolgschaft gegenüber den Anordnungen unserer erprobten Führer aus dem Priester- und Laienstandei Mag dann auch in näheren oder ferneren Tagen ein Fieberschauer durch die Adern der menschlichen Gesellschaft riefeln, es wird aufs neue in Erfüllung gehen das Wort Christi: „D i e Pforte der Hölle werden fie (die Kirche) nicht überwältigen" (Matth. 16, 18) und der Ausspruch des hl. Apostels Johannes: „Dasist der Sieg, der dieWell überwindet, unser Glaube" (I. Joh. 5, 4)!
In den vorhergehenden Darlegungen ist wiederholt von dem Geiste derZeit die Rede. Wir sind alle einig in der Auffassung, daß er nicht anders bezeichnet werden kann, denn als der Geist des Unglaubens und der Auflehnung gegen Gottes Willen, mögen auch feine Auswirkungen bald als ein Kampf um die politische Freiheit, bald als ein Kampf um die Ehe und Familie, bald als ein Kamps um die Schule, bald als ein Kampf zwischen der christlichen und nichkchristlichen Arbeiterbevölkerung oder als ein Kampf um was immer sich darstellen, es ist, wenn wir auf das innerste Wesen dieser Kämpfe zurückgehen, immer ein und derselbe Kampf, nämlich der Kampf zwischen dem positiven Glauben auf der einen Seite und der gottentfremdeken Vernunftreligion und der Gottlosigkeit auf der anderen Seite. Diese große Geisterschtacht siegreich für uns zu gestalten, das ist die hehre Aufgabe, die der Allerhöchste allen Bischöfen, Priestern und Laien in gleichem Maße gestellt hak und die sie wegen ihrer entscheidenden Bedeutung für die Gestaltung der Zukunft der ganzen Menschheit in steter Bereitschaft zur opferfreudigsten Mitarbeit finden muß bis zum Tode.
Im Anschluß an diese kurzen Ausführungen über den Geist der Zeit können wir eine Bewegung nicht unerwähnt lasten, die seit einigen Jahren un- ter dem Namen
„Nationalsozialismus''
in Deutschland sich verbreitet und eine zahlreiche Anhängerschaft in allen Kreisen, nicht zuletzt in der Jugend, gefunden hat. wenn Irreführung und Verwirrung in einem so bedenklichen Maße um sich greift, wie es bei der vorerwähnten nationalsozialistischen Bewegung der Fall ist, erwartet das katholische Volk mit Recht, daß die Hirten der Kirche sich nicht in Schweigen hüllen, sondern öffentlich Stellung nehmen. Gar zu leicht könnte ja in solchen Fällen völliges Schweigen als Billigung der Ziele und Grundsätze der gerade herrschenden Sullurströmung ausgelegt werden. Und so reden wir denn als katholische Bischöfe, folgend unserem Gewissen, in allem Freimuts:
DerNakionalsozialismus ist nicht nur eine politische Partei, sondern auch eine Weltanschauung.
In dieser Eigenschast nstnmt er zur Religion Stellung und erhebt Forderungen auf religiösem Gebiete. Das ist ersichtlich aus dem amtlichen Programm der N. S. D. A. p.. ferner aus den Kundgebungen hervorragender Führer der Partei und endlich aus der durch das Programm geleiteten Betätigung großer Mengen der Parteimitglieder.
DasprogrammderN. S. D. A. p. steht namentlich im § 24 im offenen Gegensatz zur katholischen Religion. Schon die Worte ..soweit re- ligiöse Bekenntnisse nicht den Bestand des Staates gefährden", find sehr dehnbar und im Lichte anderer Kundgebungen bedenklich; auch ist das Bekenntnis zum „positiven" Christentum recht inhaltarm. Wenn man auch über diese Bedenken allein hinwegsehen wollte, so ist doch der Sah:
„Freiheit aller religiösen Bekenntnisse, soweit sie nicht gegen das Sitklichkeits- und Moral- gefühl der germanischen Raste verstoßen", d i - reff gegen die christlichen Grundsätze gerichtet: denn er macht das Gefühl einer Rasse zum Richter über religiöse Wahrheiten. über Gottes Offenbarung und über Zulässigkeit des von Gott gegebenen Sitten- gesehes. In seinen letzten Konsequenzen leugnet er den universalen Charakter der katholischen Kirche.
Das Reich Christi gilt uns Katholiken aber als international, universal, katholisch. Christi Geist ist erfüllt von dem Gedanken der Katholizität. Christi Gebot kennt keinen Unterichied des Standes, der Person und der Nationalität.
Die Krönung des Begriffes „Kakholische. internationale, nnitter- salekirche"liegt in dem Missionsauffrage Christi: „M i r ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, darum gehet hinaus und lehret alle Völker und taufet fie im Namen desVaters. des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret siealleshalten, was ich e u ck besah l e n h a b e" (Matth. 28, 18—20). Nach diesen Worten Hot der Heiland dem idealen Zuge seines Herzens keine Schranken, keine Grenzen gesetzt; sein Reich soll universal sein und bleiben.
Das hat sich auch bewahrheitet bei allen Völkern und Ländern der Erde in Nord und Süd, in Ost und west. Gerade in dieser Tatsache ist der Sie
bemerfen, daß der erste Schuß ziemlich tief in die linke Seite traf, während der zweite Schutz ins Herz ging. Die Täter nahmen an, daß Henning nicht tödlich getroffen sei und feuerten bes- halb in der Absicht ihn am Kopfe zu treffen, noch weitere fünf Schüsse ab.
Die Mörder gefaßt.
wtb. Hamburg, 16. März. (Eig. Meldg.). Die kriminalistische Nachforschungen in der Angelegenheit der Erschießung des Bürgerschaftsnnt- gliedes Henning haben dazu geführt, daß zwei an der Tat beteiligte Personen unmittelbar vor ihrer Verhaftung sich selbst der Polizei gestellt haben. Es smd dies der am 16. Febr. 1909 in Segeberjj geborene ledige frühere Polizeiwachtmetster Janssen, der vor etwa einem halben Jahr wegen nationalsozialistischer Umtriebe aus der Hamburger Polizei entfernt wurde, und der am 27. Ma'i 1905 in Wittingen, Kreis Isenberg, geborene Handlungsgehilfe Bammel. Beide sind M i t- g lieber der nationalsozialistischen Partei. Der dritte Täter ist der am 11. August 1903 in München geborene hoeckmeyer, der gleichfalls Mitglied der nationalsozialistischen Partei ist. Mit seiner Festnahme ist zu rechnen. Janssen hat ausgesagt, daß er Henning für das Bürgerschaftsmitglied Andre gehalten und plötzlich in sinnloser Wut auf ihn ge. schossen hätte. Bammel will sich ohne Heberte- gung an dieser Schießerei beteiligt haben. Beide leugnen, daß eine Verabredung Vorgelegen hätte. Diese Aussagen stehen im Widerspruch zu den bisherigen Zeugenaussagen, die eine planmäßige Vorbereitung der Tat vermuten lassen.
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wtb. Hamburg, 16. März. (Eig. Meldg.). Der dritte Täter des Attentates auf das kommunistische Bürgerschaftsmitglied Henning, hoeckmeyer, ist, wie die Polizei soeben mitteilt, im Stadtteil St. Georg auf offener Straße f est g e» nommen worden.
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uldaerZettung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.______
Tiefernste Sorgen um die nächste Zukunft fru- plick eines jeden Katholiken, der nicht ^inrthmslos dem Treiben der Feinde unserer SSLtai Güter zuschauf, sondern mit der Aufmerk- Srfeit die Entwicklung auf dem Gebiete des reli- L^kirchl'chen und öffentlichen Lebens verfolgt ST ebeufo die Fortschritte, die jene in ihren un- jjggtöfen Bestrebungen aufzuweisen haben.
Schwerer noch lasten die Sorgen auf den Schul- der Priester, da sie die Pläne der Gegner in Sem Kampfe tiefer durchschauen und klar erken- «n daß es sich bei ihnen um die Grundlagen der | Archen, sittlichen und staatlichen Ordnung hau-
In ihrer väterlichen Liebe und Sorgfalt StÄfen sie nicht so sehr für sich als vielmehr für L Men anvertrauten Gläubigen, deren zeitliches «ad ewiges heil nach Kräften zu schützen und zu Ochern ihnen als heilige Lebensaufgabe zugewie- fen ist-
Wch drückendere Sorgen aber und tiefere wun- dm hinterlaffen die vielen traurigen Erlebnisse im Serien eines jeden Bischofs, denn feine Verant- twttang ist größer, fein Wirkungskreis ausgedehn- (et unb — so darf hinzugefügk werden — feine Erfahrungen sind bitterer.
AK wir das hirtenamf übernahmen, haben ^r uns diese schweren Sorgen und die schon damals drohenden Stürme durchaus nicht verhehlt. Vir haben uns auch nicht getäuscht. Denn seit Antritt unseres Dischöslichra Amtes vor mehr oder weniger langen Jahren sind fast aus allen Ländern der Welt Schlag auf Schlag recht betrü- dende Nachrichten über ungerechte Angriffe gegen die Kirche, ihr Oberhaupt, ihre Lehre und Diener, ,us einzelnen Ländern sogar Mitteilungen Über hatale Christenverfolgungen zu uns gedrungen. Vie haben sich auch — mit Wehmut fei es gesagt — in den letzten Jahren gerade in unserem I Mklande die Kämpfe gegen alles, was uns hei- IgI oder den katholischen Namen trägt, ver- Wl! Die Zahl der Anhänger der Freidenker- wrtänbe, der linksradikalen, ja direkt gottlosen I Vereinigungen ist in sietem Wachstum begriffen. I Ihr Auftreten wird mit jedem Tage kecker und herausfordernder. Eine Höchst unehrerbietige, oft geradezu in Schmähungen sich ergehende Sprache in Dort und Schrift gegenüber Vertretern der kirchlichen Autorität, die geheiligte Person des Papstes nicht ausgeschlossen, ist nichts Seltenes mehr. Unfete Parlamente, die Stätten der Tagungen unserer Volksvertreter, hallen wider von Gotteslästerungen schlimmster Art. Und so weit geht die Verirrung, daß man dieses und so vieles andere, was in Versammlungen, bei Kongressen, auf der kühne, in der presse usw. unserem Volk geboten wird, als einen Kampf für die Kultur bezeichnet. während es in Wirklichkeit ein langsames To- deszucken des Gedankens von dem Rechte unb der Leihest aller Bürger im modernen Staate und das Ende jeder wahren Kultur bedeutet.
Der könnte und wollte leugnen, daß es ob psch' trauriger Erscheinungen unb Erlebnisse in unseren Tagen der Bischöfe heiligste Pflicht ist, ihre belehrende, mahnende und warnende Stimme 3“ erheben. Sie haben diese Pflicht um des Glaubens willen, zu dessen Wächtern fie von Gott bestimmt sind, um der Kirche willen, deren Rechte sie L Zn vertreten, um der Gläubigen willen, für die fie dereinst vor Gott Rechenschaft zu geben haben, um °er Vaterlandes willen, dessen Wohlfahrt zu schützen unb zu fördern ihnen obliegt.
Die Bischöfe fühlen unb fragen mit dem ihrer Leitung unterstellten Volke die gegenwärtige schwere Not. Sie empfinben mit 'hm auf bas tiefste die brennenbe Sri) mach unseres aus f auf enb Dunben blufenben Vaterlandes, Wissen aber, baß wahres irdisches ®lü(f unb opferbereite Uater- lanbsliebe nur auf bem Hoben »es Glaubens unb bet Zehn Gebote Gottes wachsen unb geheimen fönnen. Die von Bischöflicher Seite erfolgenben Belehrungen, Mahnungen unb Warnungen finb deshalb niemals als Ausdruck ei- ner parteipolitischen Einste 11 ung 3« betrachten unb zu bewerten, fonbcrn lediglich als Aeuheruu- sten, biktiert von ernfter fiirfen- 3>flicht unb Hirtensorge. Mer sie "nders beurteilt, unterschiebt ®en Bischöfen Absichten, bie fie "'cht hegen.
I Xr. ®5mai5 sind eindringliche Hinweisungen auf nrh ®e^°i der Stunde erfolgt, bald durch Kuud- i_, ?"gen bet einzelnen Oberhirten, bald durch ÜbnrA r kramten Episkopates Deutschlands, bald rch sgsch^ 00n bocksten Hirten in Rom. 3m- ba ö er drangen Worte von hoher warte durch ml und riefen zu ernstem Besinnen auf unb I k./? Einsetzen aller Kraft, um die Welt vor dem Held « Zurücksinken in ein neues schlimmeres Eilt . • es bas alte war, zu bewahren.
>st der Ruf der geistlichen Führer von der klrften Alekirheit der kath. Bevölkerung nicht un- fiam t geblieben. Und so sanden die schweren KgWfgsfage der letzten Vergangenheit — ich er- fin ’te besonders an die Kulfurkampfzeit — nicht । l(bnJfcr^reufe Herbe vor, sondern eine Armee der . mvel)r von berounbersroerfer Einheit unb Kraft, Sivertrauen aus Gottes Hilfe den sicheren eg erwartete über bie Feinde der Kirche.
Kchslizismus und “ " .
M Kundgebung der Bischöfe der Paderborner Sirchenprovinz
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbetlagen: „Die Welt I . ™
im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag I ©tßtlSfüfl 1Z UllltX 1931
der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- I -VteiUMUljt WUVJ IQUI
:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. :: |____________________•