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Dem Gedenken windthorst's.

Der Reichsverband der Deutschen Windthorst- bunde wendet sich anläßlich der 40. Wiederkehr bes Todestages von Ludwig Windthorst an seine M Mitglieder mit folgenden Worten:

Am 14. März jährt sich zum vierzigstenmale der _„ {ja der Mann, der unserer Bewegung den Namen I *2* »arb. Die Zeit ist nicht dazu angetan, in rauschen- s»n feiern des Mannes zu gedenken, dem das Vaterland, die deutschen Katholiken und die Deutsche Zentrums- | so unendlich viel verdanken. So mag ein jeder on UNS im Stillen gedenken an Ludwig Windthorst und in der Würdigung seiner großen Verdienste eine stille Feier halten.

Gewaltige Veränderungen haben sich seit den Tagen Windthorst's vollzogen und doch liegen in seinem Werke ffietic, die die Jahrzehnte überdauern. Ludwig Windt- borst sicherte uns die politische Einheit der deut chen Ka- choliken und schuf der Zentrumspartei das politische Fun- bament, das heute noch die Grundlage unserer Arbeit bil- bet Er führte die deutschen Katholiken aus der Enge, in der sie der Liberalismus jener Zeit zu halten versuchte, ,u kultureller und politischer Freiheit. Er war einer der ersten, der die ungeheure Bedeutung der Volksbildungs- arbeit für die Gestaltung des politischen Lebens erkannte und in einer großzügigen Volksorganisation den Grund legte zu einer umfassenden Schulungs- und Jnforma- tionsarbeit, die das katholische Volk für die politische Ent­scheidung reif machte. In der Uebernahme dieser Auf- aabe haben die Deutschen Windthorstbunde in besonderer Weise das politische Erbe Windthorst's angetreten. — Me Zeit war Windthorst ein Mann des Volkes, dessen Herz ihm in Bewunderung und treuer Gefolgschaft ent- aegenschlug. Seine Volkstümlichkeit verdankt er zum guten Teil seinem Erfolge.

Uns Jungen der Politik seien die großen Eharakter- eigenschaften Ludwig Windthorst's immer ein leuchten- bes Vorbild, verkörperte er doch den Typ jenes edlen Politikers, der äußere Ehren nicht erstrebt, dem der Ruhm nichts, das Bewußtsein der Pflichterfüllung aber olles war. ______

* Beachtenswerte Besserung im Befinden Her­mann Müllers. Das Bulletin über den Krank­heitsbefund des früheren Reichskanzlers Hermann Mütter von Samstag 10 Uhr lautet: Der Zustand des Reichskanzlers a. D. Müller läßt heute eine beachtenswerte Besserung erkennen.

* Der König von Spanien ist von Madrid ab­gereist, um über Paris nach London zu fahren.

* Line neue Partei in Spanien. Havas mel­det aus Barcelona, daß sich eine katalanische foria» lfftrsch-republikanische Partei bilden werde. Die Anhänger des Obersten Macia sollen aufgefordert werden, der neuen Partei beizutreten. Man glaubt aber nicht, daß sie das tun werden, denn die An­hänger Marias sollen die Bildung einer katalani­schen Arbeiter-Partei nach dem Muster der eng­lischen Arbefter-Partei beabsichtigen.

* Die katalanischen Extremisten veröffentlichen nach einer Meldung aus Barcelona einen Auf­ruf, in dem sie als Programm ihrer Partei die Freiheit Kataloniens fordern. Alle dieser Freiheit entgegenstehende Elemente müßten besei­tigt werden, auch die s panische Monarchie.

Bilder vom Tage.

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Vernon Hartshorn,

Englands Eroßsiegelbewahrer, gestorben.

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Hartshorn, der letzten Juni anstelle von I. H. Thomas das Amt des Geheimsiegelbewahrers übernommen hatte, war früher Vorsitzender des Bergarbeiterverbandes von Südwales und Mit­glied des Simon-Ausschusses, der die Verhältnisse m Indien untersucht hat.

Fuldaer Zeitung (Amtliches kreisblatt).

Sonntag, den 15. März 1931.

Rund um die Woche

Reichsminister und Volk. — Was weißt du Volksweisheit und Volksfrömmigkeit. — Ein

Endlich? So habe ich mir gesagt, als Dr. Wirth die ganze Unkultur der Gottlosenverbände vor aller Welt an den Pranger stellte. Gerade das war es, was weite Kreise schon lange vorn Innenminister erwartet hatten. Toleranz ist eine lchöne Sache, aber es ist nicht die einzige Tugend des öffentlichen Lebens. Verbrecher und Rowdies verdienen keine Nachsicht. Sie werden dadurch nur immer frecher und schüchtern die oft allzuduld- iame Frömmigkeit ein. Das offene Bekenntnis zum Christentum wirkte dabei besonders stark. Auf so viele Götter berufen fxf) die heutigen Führer, daß aber einer nun einmal, wo es die Sache gebietet, sich deutlich auch an dieser Stelle zur Fahne Christi stellt, die doch auch eine deutsche Fahne ist, das verdient in der Erinnerung festgehalten zu werden. Solche Worte finden einen Weg zu des Volkes Herz und Gemüt, das über all den Berechnungen und Wirtschaftsbilanzen oft genug vergessen wird. Mit Absicht machen wir uns noch einmal zur Stimme des Millionenechos, das diese wackeren Worte Wirths in ganz Deutschland geweckt haben. Die Reichsminister sollen auch erfahren, was das Volk denkt und fühlt. Sie sollen einbezogen wer­den in diese große Volksgemeinschaft, deren ver­antwortliche Stimme sie smd. Sie sollen sich im­merfort in Verbindung mit den unerschöpflichen Duellen des Volkstums finden, und es wird auch die Kraft dieser Duelle in ihr Tun und Handeln fließen. Ein großer Staatsmann wächst niemals als Persönlichkeit in der abgeschlossenen Kanzlei heran, er wird immer erst groß, wenn ihn das Volk auf seine Hände nimmt und zum Himmel hebt.

Solche mutigen Worte beseitigen auch die läh­mende Furcht der Leute vor allerlei Katastrophen Ist der Reiter ruhig, dann auch das Pferd. Hört einmal dieses dumme Gerede auf, es drohe da eine Revolution und dort ein Putsch, dann steigt sogleich die Unternehmungslust. Am ehesten aber verschwindet ein solches Gerede, wenn die Führer selbst sich stark zeigen und unbesorgt. Auf diese Weise wacht die Lebensfreude wieder auf, die auch heute noch Wunder wirkt. Freilich hat das alles keine Grenze. Mit vielen Einsendern von Brie­fen aus ganz Deutschland bin ich der Meinung, daß eine Revision des gesamten kapitalistischen Systems notwendig ist. Aber ich fürchte, daß manche» die mir darüber schreiben, im Grunde von diesem ganzen System wenig wissen. Wenn ich sie fragte, was eigentlich eine Diskonterhöhung der Reichsbank bedeute oder was Clearing sei oder was eine Devise, so blieben sie wahrscheinlich die Antwort schuldig. Diesen möchte ich zunächst, damit sie ihre Reform dann um so gründlicher vor­nehmen können, einige ganz billige Briefe emp­fehlen, die zux Zeit in Berlin, bei der Vater­ländischen Verlags- und Kunstanstalt, SW.61, her- auskommen. Der erste handelt vom wirtschaftli­chen Kreislauf, der zweite vom internationalen Waren- und Zahlungsausgleich. Schon wenn man diese ganz einfachen Darlegungen liest, wird einem bunt vor den Augen, und man fragt sich, was sich denn wohl jene Leute eigentlich vorstellen, die alle Straßen mit ihrem antikapitalistischen Ge- brüll erfüllen.

Bitte, lieber Leser, liebe Leserin, ein wenig kürzer schreiben, dann wird es mir mit der Ant­wort leichter. Einige, besonders aus der Pfälzer Ecke und auch aus Koblenz und Aachen äußern sxh so interessant, daß man am liebsten die gan­zen Seiten hier abdruckte. Ist es nicht wirklich schad« um Stellen wie diese: „Die armen Nach­läufer der Radikalen merken gar nicht, wie a l t die Rezepte sind, mit denen sie geködert werden. Sie merken gar nicht, daß die Weisheiten ihrer Füh­rer schon lange vor Christi Geburt von allen Re­volutionären und Reformatoren benutzt wurden, um in den Augen des Volkes den Gegner ins Un­recht zu setzen . . . Denker und Dichter verhun­gern, die Bierbankpolitik er und Tratsch- weiber bilden heute das Volk, dem man be­gegnet, wenn man in die Oeffentlichkeit geht. Be­leidigungsprozesse sind an der Tages­ordnung. Schnüffeleien sind Trumpf überall, weil die meisten eben alles sind, nur keine Menschen, die stlll an sich arbeiten und treu auf ihrem Po­sten stehen." Stolz bekennt dieser Weise, dem ich

vom Kapitalismus. — Brief aus China.

doch wünschte, er möchte an einen wichtigen Po­sten gesetzt werden:

Der Adler fliegt allein, Der Rabe scharenweise, Gesellschaft braucht der Tor, Und Einsamkeit der Weise . . .

Es geht dann weiter: „In meinem Schlafzimmer hängt ein Bild, das den Augenblick vor der Kreu­zigung Christi darftellt. Inmitten feiner Feinde, verlassen von all seinen Freunden, Christus, be­reit, den Menschen das größte Liebesopfer zu brin­gen . . . Dein Wille geschehe . . . consummatum eft . . . das sind für mich die ehrwürdigsten Par­teiprogramme." Mit diesem Manne, der sich ein­fach homo unterschreibt, fühle ich mich vollkommen eins. Gerade diese Einsamkeit befähigt erst zu großem Wirken. Als ich jüngst in Paris den hol­ländischen Dichter Pieter von de Meer de Valche- ren, der ein Buch vom „Weißen Paradies" ge­schrieben hat, fragte, er sei wohl zu den Karthäu­sern gegangen, da antwortete er wunderschön: „Eben dort habe ich mir die Kraft geholt, nun zu arbeiten in der Welt . . ." Das fnb sie, die allein imstande fein werden, uns eine bessere Wirt­schaftsordnung zu schenken.

Ein Brieflein aus China sei noch erwähnt. Da sitzt ein junger Missionär und studiert die schwere fremde Sprache, um mit ihr Seelen zu retten. Interessant sind einige Sätzchen, die er über die dortigen Zustände schreibt: „Gefährlicher als das Räuberwefen ist wohl das Eindringen bolschewi­stischer Literatur — ich las, daß nach einer Be­rechnung in der Drei-Millionen-Stadt Schanghai 70 bis 80 Prozent aller schönen Literatur, die von Studenten gelesen wird, Uebersetzungen von russischen, bolschewistischen Werken sind. Im Sü­den wurde ein Pamphlet kostenlos verteilt mit her Ueberschrist: „Was für ein Individium ist Jesu?", eine Hetzschrift mit Zitaten aus Haeckels Welt- rätfeln. Ich habe überhaupt sehr stark den Ein­druck, daß bei den führenden Gebildeten — die eine verschwindende Minorität sind — die mate­rialistischen Ideen vorherrschen, die sie bei ihrem Studium vor 20 bis 30 Jahren geschöpft ha­ben . . Ich frage: Was tun wohl die deut­schen Katholiken, um auf jene chinesischen Studen­ten zu wirken, die sich in Berlin und sonst an den Universitäten auf halten? In Frankreich

nimmt man sich ihrer an, das weiß ich. Was für Aufgaben sind dem Europäer heute gestellt, und mit welchen Nichtigkeiten füllt er fein Leben aus! Die Saat, die der Unglaube sät, wird einmal schrecklich aufgehen. Ob das nicht manchen unserer politisierenden Studenten einmal auf größere und hochherzigere Gedanken bringen könnte?

Noch danke ich einem Einsender für 20 RM.

Der 2Uann im Monde.

100 Zahre Handelsfreiheit auf dem Rhein.

In diesen Tagen vor hundert Jahren wurde der Rhein von Basel bis zur Mündung durch die sogenannte Rheinschiffahrt Konventions- akte völlig frei für den Handel erklärt, soweit die Fahrzeuge und ihre Führer sich den bestehenden all­gemeinen Polizeivorschriften fügen und die Abgaben an den gesetzlichen Zollstätten entrichten. Schon 1816 auf einer ersten Konferenz der Rheinstaaten in Mainz war die wichtige Frage der Handelsfreiheit, die durch den Wiener Kongreß festgelegt war, eingehend erörtert wor­den, fyatte aber bei Holland den stärksten Widerstand gefunden, das wiederum darin von Frankreich unterstützt wurde. Erst durch das energische Eintreten Preußens kür Deutschlands Rechte konnte nach langen Jahren der Vertrag 18 31 endgültig festgelegt werden. Die Niederländer und auch die mit ihnen eng befreundeten Nassauer waren mürbe geworden und gaben schließlich nach. Die beiden mächtigen Mündungen bei Rotterdam und Helvoetsluis wurden der freien Schiffahrt geöffnet, und ein neues niemals geahntes Leben zog durch die Rheinuferstaaten.

Es wurde eine Reihe von Freihäfen errichtet, in Nassau: Biebrich und Oberlahnstein. Für die Talfahrt bestanden 16, für die Bergfahrt 19 Zollstatio­nen, in Nassau: Kaub. Sämtliche Schifferzünste und -gilben kamen zur Auslösung. Jeder Rheinschiffer mußte fortan ein Patent besitzen. Mit dem Sitz Mainz wurde als Behörde eine Zentralkommission errichtet. Die jetzt berausgegebenen Anordnungen, soweit sie das Rhein­abkommen betrafen, zeichneten sich durch Klarheit und Einfachheit aus, sie wurden in den nächsten Jahren

Unkrautbekämpfung auf wiesen und Weiden. Schön die eigentliche Kalidüngung trägt bekanntlich tm Verein mit der Phosporsäuredüngung zur Unterdrückung der Unkräuter bei, indem sie die wertvollen Futtergräser und Leguminosen im Wachstum fördert und in ihrem Kampf mit dem Unkraut unterstützt. Bei stärkerer Ver- untrauhrg empfiehlt es sich, im Frühjahr zu Beginn des Pflanzenwachstums 4 bis 6 Zentner Hederich-Kainit je */« ha zu geben. Hierdurch läßt sich nicht nur das Moos, sondern auch die Binse, Pestwurz, Rasenschmiele, Kohldistel und anderes ftüh auflaufendes Unkraut wegbeizen. In hartnäckigen Fällen müssen die Unkrautpflanzen einzeln und etwas stärker mit Hederich-Kainit bestreut werden.

Das Lager der Expeditiou vor dem großartigen Panorama des Kangchenjönga.

Oben rechts: Der Leiter des Unternehmens, Prof. Dyhrenfurth, Breslau.

Der Film der deutschen Osthimalaya-Expedition 1930 wurde zum ersten Mal in Berlin gezeigt. Neben der wissenschaftlichen Ausbeute ist dieser an wunderbaren Naturaufnahmen reiche Film bai wichtigste Ergebnis der deutschen Expedition.

Die deutsche Himalaja-Expedition im Film.

H||^nur deshalb Greiling „Auslese", weil sie festgestellt

oben, daß diese Zigarette eine unver-

marke der Einheilspackung ca. 1/2 Zigarette und die 8/3 Wertmarke der Großpackung ca. 11/2 Zigaretten entspricht. Damit ist nahezu ein Preis-Ausgleich ge­schaffen, also ein Vorteil geboten, auf den niemand verzichten sollte. Trotzdem wählen unsere Raucher

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leichbar hochwertige Mischung enthält. . Millionen haben sich überzeugt, daß die