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ein Gesamteinkommen von 12? 000 Mark zuzüglich freier Wohnung. Demgegenüber hatte ein Mini­ster vor der Kürzung insgesamt ein Gehalt bezo­gen von 37 080 plus 4800 Mark Dienstaufwand zuzüglich freie Wohnung. N a ch der Kürzung be­zieht der Generaldirektor der Deutschen Reichs- bahngesellschaft noch 97 600 Mk. zuzüglich freier Wohnung, ein Minister 29 664 plus 4800 Mark Dienstaufwand plus freie Wohnung.

Der ruhegehaltsfähige Teil der Bezüge betrug vor der Kürzung für den Reichsbahndirektor 48 000, für den Minister 37 800 Mk. Nach der Kürzung 45120 Mk. und 35 532 Mk.

Der Ständige Stellvertreter des Generaldirek­tors der Deutschen Reichsbahngesellschast, der in seiner Stellung dem Staatssekretär in einem Reichsministerium entspricht, bezog vor der Kür­zung 78 000 Mk., während der Staatssekretär nur 28 440 Mk. erhielt. Nach der Kürzung stellen sich die Summen auf 62 400 für den Stellvertre­ter des Generaldirektors der Deutschen Reichs­bahn und 26 734 Mk. für den Staatssekretär.

Die Vorstandsmitglieder der Generaldirektoren der Deutschen Reichsbahngesellsichaft, die den Mini­sterialdirektoren gleichzusetzen sind, erhielten vor der Kürzung 45 500 bis 60 000 Mk., nach der Kürzung stellen sxh die Bezüge noch auf 36 400 bis 48 000 Mk. Die entsprechenden Bezüge des Ministerialdirektors waren vor der Kürzung 22 600 und stellen sich nach der Kürzung auf 20 925 Mark.

Die Präsidenten der Reichsbahndirektion, die den Präsidenten der Landesfinanzämter und der Oberpostdirektion in ihrer Stellung entsprechen, erhielten v o r der Kürzung 27 550 bis 33 400 Mk., nach der Kürzung erhalten sie 24 700 bis 29380 Mk. Die entsprechenden Gehälter für Präsidenten der Landesfinanzämter und Oberdirektionen be­trugen vor der Kürzung 17 000, nach der Kür­zung betragen sie 15 980 Mk.

Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft hat in seinen Sitzungen vom 25. Rov. 1930 und 27. Ian. 1931 beschlossen, die Gehälter der leitenden Reichsbahnbeamten folgendermaßen zu kürzen:

1. Den Gesamtbetrag der Bezugs der einzel­nen Vorstandsmitglieder ab 1. Jan. 1931 um 20 Prozent, ■ . "... ~ '

2. die Aufwandsentschädigungen der leiteten Beamten, di« nicht zu den Vorstandsmitgliedern gehören, vom 1. Jan. 1931 ab um 20 Prozent,

3. die pensionsfähigen Teile der Gehälter der nicht zu den Vorstandsmitgliedern gehörenden lei­tenden Beamten vom 1. Febr. 1931 ab um 6 Proz., 4. den Gesamtbetrag der Sonderzulagen der lei­tenden Beamten, die nicht zu den Vorstandsmit­gliedern gehören, vom 1. Ian. 1931 ab um 20 Prozent.

Die Bezüge der Mitglieder des Verwaltungs­rats der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft betra­gen jetzt einheitlich je 10 000 Mark jährlich.

*

Die Mitteilungen über die Bezüge der Herren von der Reichsbank-Leitung sind gestern hier schon mitgeteist worden.

Milse im Reichstag eingegangen.

V.D.Z. Berlin, 13. März. (Eig. Meld.) Die Ost­hilfegesetze sind heute dem Reichstag als Druck­sache zugegangen. Inden schon bekann­ten Streitpunkten mit dem Reichsrat, der Einbezie­hung Schle s w i g - H o lst« in s in die Entschul­dung, der Einschiebung des Reichsrats bei der 3 n- dustriebank und der Zusammensetzung des Aufsichtsrates der Bank, sind im Reichstag Dop­pelvorlagen gemacht worden. In der Ein­leitung legt die Regierung chre vom Reichsrat ab­weichende Stellungnahme dar. lieber die Behand­lung der Osthilfe im Reichstag hört das Nachrich­tenbüro des V.D.Z., daß zunächst die geschästs- ovdnungsmäßigen Fristen eingehalten werden müßten. Irgendwelche Inangriffnahme noch in dieser Woche ist also ausgeschlossen. Eine erste Be­ratung kann frühestens am Montag stattfinden. Ob überhaupt eine 1. Beratung erfolgt, steht noch nicht fest, da die Ofthilfe als Finanzvorlage nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung auch ohne 1. Lesung vom Präsidenten einfach dem Ausschuß überwiesen werden kann. Wie bei der Osthilfe verfahren werden soll, wird erst noch int Aeltestenrat erörtert werden.

Reichstag und Reichspost.

Sine Rede des Reichspoflministers. — Die Gehälter der Reichs dahn-Oderbeamten.

Die Strafverfolgung vom Reichstagsabgeordneten.

V.D.Z. Berlin, 13. März. (Eig. Meld.) Dem Gefchäftsordnungs - Ausschuß des Reichstages lag gegen den nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Goebbels ein Antrag auf Erlaß eines Vorführungs-Befehls und ein Antrag auf Zulassung der Haft vor. Der Geschäftsordnungs- Ausschuß beschloß, zunächst nur den Vorfüh­rungsbefehl zu genehmigen. Es soll abge­wartet werden, ob Dr. Goebbels ihm Folge lei­stet. Erst wenn dieser Schritt erfolglos bleibt, will der Ausschuß dem Plenum die Genehmigung eines Haftbefehls Vorschlägen. Dagegen empfahl der Ge- schästsordnungsausschuß die Genehmigung eines Antrages auf ® o 11 ft r e 4 u n g e i n e r ® e f ä n g» nisstrafe gegen die nationalsozialisti­schen Abgeordnete n Münchmeyer mit der Begründung, daß Münchmeyer an den Ar- betten des Reichstages doch nicht teil­nehme. Die Nichtvollstreckung von Freiheits­

I nba Berlin, 13. März. (Eig. Meld.) Im ^.^nsbältsausschuß des Reichstages wurde am -r,itaa her Etat des Postministeriums beraten. «Mspostminister Dr. Schätze! leitete die Aus- yLL Mit Ausführungen über die Lage der Etoen Reichspost ein. Der Minister erörterte die auf die Weiterführung des Verwal- Lmasreform und der Rationalisierung hinzielenden Wnahmen. Hierzu gehören der weitere Ausbau 577^ Reichspostzentralamts, die organisatorische -^Kbildung der Oberpostdirekttonen nach einheit- 2xen Gesichtspunkten, die Bildung von Ober« Betriebsleitungen für das Kraftfahrwesen und an- £re Maßnahmen. Hinzu kommen die straffere Likammenfassung der Postanstalten und ihres Meten Dienstes und die nach Möglich keit durch- ^führende Zusammenlegung der Hauptkassen selb- Mndiger Verkehrsämter. Auch in der Mechanisie- Lm des Dienstes wird fortgefahren, ebenso mit -er Normung und Typung der Geräte. Die durch die bisherigen sachlichen und rationellen Ratio­nalisierungsmaßnahmen erzielten Ersparnisse be­laufen sich für die Zeit von 1927 bis heute auf 178 MM. RM.

Anfang 1922

»men bei der deutschen Reichspost insgesamt 305 000 beamtete Kräfte

beschäftigt, dagegen Ende September 1930

239 500 Kräfte.

Die Abnahme des Personals innerhalb dieser Zeit beträgt rund 20,6 v. H. Während also gegen 1913 die Einnahmen der deutschen Reichs­post um 140 Prozent zugenommen haben, hat sich der Personalstand innerhalb dieser Zeit nur um 19,6 v. H. vermehrt. Während des letzten sehr lebhaften Weihnachts- und Neujahrsverkehr wurde von Ueberstunden der Beamtenschaft abgesehen und dafür vorübergehend 23 000 Erwerbslose einge­stellt.

Das Arbeitsschaffungsprogramm der Reichspost m Sommer vorigen Jahres im Betrage von 200 W. Rm. hat wesentlich zur Belebung des Arbeits- Marktes beigetragen. Bom September v. I. bis Ijeuit wurden durch die Auswirkungen des

Arbeitsbeschaffungsprogramms

der deutschen Reichspost rund 54 500 Arbeitskräfte Dor der Arbeitslosigkeit bewahrt. Seit etwa Juni vorigen Jahres haben aber die Folgen der allge­meinen Wirtschafts-Depression auch bei der deut­schen Reichspost in einem sehr starken Maß einge­setzt. Es zeigt sich aber seit einigen Monaten Oie bemerkenswerte Tatsache, daß die Spanne des Ein- nahcke-Rückganges gleich bleibt, woraus nach den allgemeinen Konjunktur-Beobachtungen dec Schluß gezogen werden kann, daß der T i e f st a n d der Depression bei der deutschen Reichspost seit einiger Zeit erreicht ist.

Das Einnahmesoll für 1931 beträgt 2130 000 000 Rm., die Ablieferung an das Reich hieraus 127,8 Mill. Rm. Die Ausgaben des Etats 1931 wurden so bemessen, daß im Interesse einer gleichmäßigen Fortentwicklung der deutschen Reichspost und einer möglichst gleichbleibenden Beschäftigung der be» leiligten Wirtschaft im allgemeinen die gleichen Ausgabeleistungen wie für 1930 vorgesehen sind.

Angesichts der gesunkenen Einnahmen konnte dies aus dem Betriebe selbst nicht finanziert wer­den und es ergab sich die Notwendigkeit einer Anleihe von 90 Mill. Mark für 2«. vestier un g s zw e cke. Ich darf hierbei gegen­über der beteiligten Wirtschaft ausdrücklich fest­stellen, daß die Mittel für das im vorigen Jahr ausgestellte Arbeitsbeschaffungsprogramm noch für längere Zeit nicht verbracht sind, daß vielmehr die Lieferungsverträge fast alle noch laufen, so daß das Arbeitsbeschaffungsprogramm der beteiligten Wirtschaft auch noch während eines großen Teiles des Jahres zugute kommt.

Die durch die

Kürzung der Gehälkec

entstehenden Ersparnisse in der Höhe von rund 62 Wll. Mark werden an die Reichst ässe abgeliefert werden.

Gehälter der Reichsbahn.

bläßlich der Erörterungen über den Lohn- «obau bei den Beamten, insbesondere denen der Deichs- und Staatsverwaltung, ist immer wieder - £ » Oeffentlichkeit auf die Gehälter der leiten« m t e i d> s b a f) n b e a m t.e n, wie aber auch bi?». .Bezüge der Mitglieder des Reichsbank- lrektoriums und des Generalrats hingewiesen Horden, lieber die Höhe dieser Gehälter und . ezuge waren Mitteilungen in Umlauf, die - ?er Tat geeignet schienen, eine starke Un» £>ck^rI.en$eit hervorzurufen. Der Reichstag hat . bhalb die Reichsregierung aufgefordert, eine Ge­genüberstellung der Einkommen der leitenden ®e» der Deutschen Reichsbahngesellschaft mit den na*ltern entsprechender Reichsbeamter vor und nieder Kürzung der Bezüge zu veranlassen. Ein« ferne! onrderimg des Reichstages betraf eine öf- . Mitteilung der Bezüge des Reichsbank- lormms und des Generalrats.

mehrere11 Forderungen des Reichstags ist nun» tpti!Jre”üge geleistet worden. Der Reichsver- vyl ^Munster von Guerard legt ein Denkschrift bok'-J6 auf die Gehälter der leitenden Reichs- *r9ibi?amtCn bezieht und aus der sich folgendes

; gefJ^T Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn­lind h - einschließlich der Sonderzulagen j es Dienstaufwandsgeldes vor d«r Kürzung

strafen solle nur dem Zweck dienen, dem Abgeord­neten die Ausübung ihres Mandates zu ermöglichen.

Heute Zollvorlage im Reichsrar.

vdz. Berlin, 13. März. (Eig. Meld.) Im Reichstag tagten auch am Freitagvormittag wieder zahlreiche Ausschüsse. Der Eeschäftsordnungsaus- schuß nimmt u. a. zu der Frage Stellung, ob gegen den Abg. Dr. Göbbels (Nat.-Soz.) der Erlaß eines Haftbefehls genehmigt werden soll und ob ferner die gegen die Abgeordneten M ü nch- meher (Nat.-Soz.) und Frau Blum (Kom.) verhängten Freiheitsstrafen vollstreckt werden sollen. Im Plenum wird nachmittags die Aus­sprache zum Haushalt des Arbeitsministeriums fortgesetzt. Abends hält der R e i ch s r a t eine Vollsitzung ab, in der i> i e n e u e Zollvorlage verabschiedet und über die Reichstagsbeschlüsse z um Brotgesetz und zur G«frier fleisch ein- fuhr entschieden werden soll. Die Entscheidung darüber wird in einer neuen Ausschußsitzung vor­bereitet, die kurz vor der Vollsitzung stattfindet. Man rechnet damit, daß der Reichsrat gegen die Reichstagsbeschlüsse Einspruch einlegen wird, wenn die Mehrheit dafür auch knapp sein wird.

♦ Tod der Witwe vo« Sean Saures. Aus Paris wird gemeldet: Die Witwe des am Vorabend des Krieges ermordeten französischen Sozialistenführers Jean Jaures ist heute in ihrer Pariser Wohnung gestorben. Das Begräbnis wird in ihrer Heimat im Tarn-Departement stattfinden.

Noch immer lote auf Dem Schlachtfeld.

Aus Reims wird gemeldet, daß in dem Dorfe N a u r o y, das während des Stellungskrieges birgt hinter den deutschen Linien lag, die Ueberrefte von fünf deutschen und zwei franzö­sischen Soldaten gefunden wurden, de­ren Identifizierung indessen bisher nicht möglich war. In einem Schützengraben am Fuße des Cor- nillet-Berges sind gleichfalls Ueberrefte von gefallenen Soldaten gefunden worden, doch fehlen bisher über diese noch alle näheren Angaben.

Der atlantische Luftverkehr.

Von General Delcambr«, Generalinspekteur des französischen Heeresflugwesens.

(Seit zehn Jahren werbe ich für einen norv- atlan tischen Wetterdienst. In meinem Bericht an das International« Meteorologische Komitee im Jahre 1921 schrieb ich, daß meiner Ansicht nach der Luftverkehr über den Atlantischen Ozean in nicht so weiter Ferne liege und daß ein regel­mäßiger Weüerdienst eine wesentliche Voraussetzung dazu bilde.

Seit 1921 hat die Luftschiffahrt, wie ertoarht, große Fortschritte erzielt, doch auch auf dem Ge­biete der Meteorologie sind bemerkenswerte Ver­vollkommnungen zu verzeichnen.

Die Erfolge der kühnen Ozeanflieger waren nicht nur Triumphe der Mechanik, der Berufs­kenntnis und menschlichen Tapferkeit, sondern auch solche der Meteorologie, denn es ist unmöglich, einen transatlantischen Flug ohne gute meteoro­logische Hilfsmittel zu unternehmen.

Welcher Weg auch gewählt wird, das Flugzeug muß in ständiger Radioverbindung mit mehreren meteorologischen Stationen auf dem Atlantischen Ozean sein. Wie soll man diese Stationen schaf­fen? Diese Frage will ich jetzt beantworten.

Zwischen Europa und Amerika sind die Azoren das einzige Land, und dieses kann bestimmt benutzt werden. Der Ozean ist zu tief, als daß man dort künstliche Inseln erbauen könnte. Für die Ein­richtung dieser atlantischen meteorologischen Sta­tionen mögen drei Pläne in Erwägung gezogen werden:

1. Man konnte schwimmende Inseln oder große Brückenkähne verankern, die als Flugplätze dienen und auf denen auch die Rundfunk- und meteoro­logischen Stationen errichtet würden.

2. Man könnte Schiffe mit meteorologischem Dienst an Bord ausrüsten, die eine besondere Zone von nur kleinem Durchmesser kreuzen würden. In Wirklichkeit würden das schwimmende meteoro­logische Stationen sein.

3. Eine kleine Anzahl von schwimmenden Inseln mit Dampfern, die regelmäßig zwischen ihnen ver­kehren, käme auch in Betracht.

Plan 1 und 3 werden vielleicht eines Tages durchgeführt, wenn ein täglicher regelmäßiger Nach­richtendienst über dem Atlantischen Ozean statt- sindet; aber das erfordert ein großes Kapital und genügenden Verkehr, um Interesse für Kapitalan­anlage, Instandhaltung und Personal zu wecken.

Der zweite Plan scheint darum der einzige zu fein, der jetzt ernsthaft in Erwägung gezogen wer­den kann, besonders, da seine Zweckmäßigkeit feit 1921 von dem französischen Schulschiff Jacques Cartier" bewiesen worden ist. Wenn dieses Schiff zu einer Fahrt ausläuft, hat es stets eine meteoro­logische Station an Bord, die für Wetterberichte und Wettervorhersage vollständig ausgerüstet ist. Dieser Plan wurde auch teilweise von der franzö­sischen Luftpostgesellschaft angenommen. Ihr Weg über die Südatlantik ist von einer Anzahl kleiner Schiffe markiert, die als Ausbesserungsstationen dienen und bald auch mit Wetterstationen versehen werden. Das bedeutet den ersten Schritt zu einer festeren Einrichtung, die in zwei Arten ausgeführt werden tarnt:

1. Durch Schiffe, die auf dem Wege der Wasser- Mgzeuge hin und her fahren und Wetterstationen an Bord haben. Es müßte recht viele davon geben, damit wenigstens eins immer aus See ist. Der Nachteil dieses Planes besteht darin, daß man das meteorologische Personal an Bord unterbringen muß.

2. Durch Ausrüstung eines Schiffes, das • an

einem der Luftwege postiert würde. Das wäre der folgerichtigste und billigste Plan.

Drei dieser Schiffe, die in einem Durchmesser von nicht mehr als hundert Meilen zu kreuzen hätten, würden für den transatlantischen Luftverkehr nötig sein: das erste halbwegs von Brest nach Neufund­land, das zweite zwischen Brest und den Azoren und das dritte zwischen den Azoren und Halifar. Diese internationalen schwimmenden Stationen mühten durch andere internationale Stationen aus Neufundland, den Azoren und Bermuda ver­vollständigt werden. Diese Stationen würden na­türlich die Hauptpuntte in einem Netzwerk dar» stellen, das von allen Handelsschiffen gebildet wird. Die Schiffe selbst könnten die periodischen Wetter­beobachtungen vornehmen, welche die Stationen sammeln oder sogar verlangen, um sie unter sich auszutauschen und zum Vorteil der Luftschiffahrt zu verwerten.

Welche Act von Schissen würde für diese schwim­menden Stationen erforderlich, sein und was würde jedes ungefähr kosten? Die folgenden Zahlen mögen als Grundlage dienen.

Tonnengehalt: 2500 Tonnen Wasserverdrängung, damit die Schiffe auch bei Sturm zu gebrauchen sind.

Art: Segelschiffe mit Hilfsmotor, damit der Verbrauch an Brennstoff so viel wie möglich herab­gesetzt wird. Passende Typen würden Fischerschiffe, Schiffe mit wissenschaftlichen Hilfsmitteln, franzö­sische Regierungsschiffe und amerikanische Schoner sein, die man schon für billiges Geld haben kann. Jede Station müßte zwei Schiffe haben, die ein­ander ablösen.

Solch ein Dienst käme nicht nur der Luftschiff­fahrt zugute, sondern auch den Ozeandampfern, denen er die Möglichkeit gibt, ihren Kurs früh genug zu ändern, um Gefahren zu entgehen. Dies alles setzt aber natürlich den Besitz von guten Wasserflugzeugen voraus.

Können wir in Zukunft auf die Mitarbeit der betreffenden Regierungen und des öffentlichen Ver­waltungswesens rechnen? Die Vollendung eines Planes, der schnell ausgeführt werden soll, ver­langt finanzielle Initiative, Energie und Ent­schlußkraft, Eigenschaften, die man jetzt nur noch in großen Industrie- und Handelsunternehmungen findet. Darum werden diese aller Wahrscheinlichkeit nach das Ziel erreichen, das von der Meteorologie vor zehn Jahren gesetzt wurde.

* 130 Gefangene in Teheran, die größtenteils wegen politischer Delikte verurteilt worden waren, sind, nachdem sie 4 Wärter getötet hatten, aus dem persischen Zentralgefängnis ausgebrochen.

Wieder ein Alaggen-Vechsel^

Rhetnreederei läßt ihre Schiffe unter holländischer Flagge fahren.

Wie aus Bochum gemeldet wird, hat die Rheinschiffahrtsfirma Hansen, Steuer bürg & Co. ihrem Personal nachstehende Erklärung zur Unterschrift vorgelegt: Die Fahrzeuge der Firma werden ab 1. April 1931 der N. V. Industrie in Amsterdam zur Beschäftigung übertragen. Die­ser Gesellschaft wird u. a. auch die Regelung der Arbeitsbedingungen obliegen; die Firma Hansen, Neuerburg & Co. übt bis auf weiteres nur eine Verwaltungstätigkeit aus, die ihr von der N. V. Industrie in Amsterdam für die Dauer des Abkom­mens übertragen wird. Die unterzeichneten Arbeit­nehmer haben hiervon Kenntnis genommen und erklären sich durch Unterschrift fteiwillig damitein­verstanden, ab 1. April 1931 für Rechnung der N. V. Industrie, Amsterdam, zu den Löhnen und Bedingungen des holländischen Lohn - und Arbeitstarifes vom 1. Jan. 1929 weiterzuarbeiten und die sich daraus ergebende geänderte Regelung der sozia­len Beiträge anzuerkennen. Das Arbeitsver­hältnis bei der Firma Hansen, Neuerburg & Co. gilt mit dem 31. März 1931 als beendet.

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Nach einer Meldung des Matin aus Boulogn« soll der dort verhaftete Deutsche Hermann Harms, der im Verdacht-steht, in Antwerpen ei­nen Wechselmakler ermordet zu haben, zur Fort­setzung der Untersuchung ausgeliefert und nach Antwerpen übergeführt werden.

Polnische Terroristen vor Gericht».

Das Urteil wegen bet Gewaltakte gegen die deutsche Min­derheit in hohenbirken.

In dem vor dem Gericht in Rybnik verhandelten Prozeß wegen der am 19. November vorigen Jahres durch polnische Aufständische in Hohenbirken ver­übten Terrorakte gegen Angehörige der deutschen Min­derheit wurde am Donnerstag das Urteil gefällt. Die Angeklagten Popella und Jambor wurden zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt unter An­rechnung der Unterfuchngshaft und zur Tragung der Ge- richtskoften in Höhe von je 20 Zloty. Die anderen Angeklagten wurden sämtlich auf Kosten der Staatskasse sreigesprochen.

In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß die Strafen für Popella und Jambor deshalb so niedrig ausgefallen feien, weil ihnen lediglich eine mittelbare Be­teiligung an den Vorgängen nachgewiesen werden konnte während bei den anderen Angeklagten der Freispruch eintreten mußte, da die Beweisaufnahme ihre Schuld nicht einwandfrei ergeben Hobe. Gleichzeitig erkannte das Gericht den Geschädigten ein Schmerzensgeld zu, das sich zwischen 100 und 1000 Zloty bewegt.

Wassereinbruch auf einer Zeche.

wtb. Bochum, 13. März. (Eig. Meld.) Auf der -in Bochum gelegenen Schachtanlage Engelsburg ber ver­einigten Stahlwerke ereignete sich heute nacht gegen 1 Uhr ein starker W.assereiybruch. Die ttefste Sohle von Engelsburg nebst Pumpenanlage steht unter Wasser. Die Pumpen der oberen Sohle sind in Schrieb. Die Belegschaft der Nachtschicht konnte rechtzei- ti g 3-urückgezogen werden.

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatl.

Samstag. 14. März 1931

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Ilr. 61

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