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NILS
13. März
Beilage zur Fuldaer Aeikung
Ausbildung
Auch
den genannten Prüfungsfächern gewährleisten.
in
sie
$tau oder Fräulein?
Die deutschen Postbeamtinnen wollen ^Fräulein" bleiben.
Tagebuch * *• Frau
kein
Die lSMch-hauswirkschaslllche Lehre
mittlere Be- Lehrlings in
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dies seither der Fall war, die zieht. Viel Worte sind schon den und es gibt in manchen auch gesetzliche Bestimmungen, statten sich „Frau" zu nennen.
Lehrwirtschaft und wird Äs solche bei der Landwirtschaftskammer eingetragen. Die Anerkennung kann
Anrede „Fräulein" vordarüber gewechselt wor- deutschen Bundesstaaten die dem „Fräulein" ge-
Die Frauenrechtlerinnen
Not und Ün-
Die Stim- und auch chr nicht verletzen
*) Genaue Richtlinien sind von den einzelnen Land- wirffchaftskammern erlassen und können von diesen bezogen werden.
kleinere Betriebe können als Lehrwirtschaften anerkannt werden, wenn sie sich besonders auf die Lehrlingshaltung einstellen. Um eine möglichst gute Ausbildung für den einzelnen Lehrling zu sichern, ist die Zahl der Lehrlinge
den einzelnen Betrieben beschränkt.
Von der Lehrfrau wird nicht nur vorausgesetzt, daß die notwendigen Kenntnisse in der ländlichen Haus-,
bei austretenden Mängeln, ungenügender usw. wieder entzogen werden.
Als Lehrhaushalte sind größere und triebe geeignet, die eine AusbiDung des
Ruhestunden durch Aergernis und Zwist, glück in der Familie verbittert werden, mung der arbeitsmüden Frau soll allen selbst etwas Heiliges fern, das man darf . . .
«-ft «der lächelt leise aus des Wissens Grund, ist chm auch das Herz um dich todwund.
Weiler Blick . . .! Einen weiten Blick haben, heißt im Leben der Frau scharfsinnig und klug und umsichtig sein. Umsicht ist ein Charakterzug, der sich pflegen läßt. Weiter Blick führt ju schnellem und klaren Denkvermögen, weiter Blick ist jeder ungewohnten Lage, in die eine Frau gerät, gewachsen. Weiter Blick erweitert die Grenzen des Lebens, denn er prüft die Eng? der Horizontlinie und schiebt sie zurück. Im weiten Blick der Frau sind Beobachtung und Konzentration enthalten, die Erkenntnis für den Grund alles Geschehens. Jede frauliche Arbeit wird zur interessanten Tätigkeit, wenn fie weiter Blick und Ueberlegung leitet.
Anpassungsvermögen . . .! Wesen der Frau ist zart und empfindsam, Welt ist hart, roh und kompliziert. Ein ungeheueres Anpassungsvermögen ist not- wendig, um sich als Frau heute im Getriebe der Arbeit und des Lebens zurechtzufinden. Der Schritt der Anpassung muß im modernen Frauenleben elastisch sein Was dazu gehört? Verstand gebrauchen! Ohne Denken gibt es kein Anpassungsvermögen. Das gewohnheitsmäßige Arbeiten der Frau „in Gedanken", d. h. „ohne Gedanken" ist ein Hauptgrund, warum so viele Frauen nicht vorwärts kommen können. . . M. Agßes.
Schon feit vielen Jahren wird in der Frauenbewegung und in den verschiedenen Fraueiwerbänden darüber diskutiert, ob sich die ledige Frau, gleich der verheirateten, der Anrede „Frau" bedienen soll, oder ob sie, rote
ruhen, so gehört zu einer richtigen Ruhe der Hausfrau Beschäftigung mit Gedanken, die Freude bereiten. Tles- bedauerlich ist die Hausfrau, der die notwendigen
gm Mädchenbildungswesen — besonders im länd- chen — ist die ländlichchauswirtschaftliche Lchre von ^oßer Bedeutung. Sie bildet die Grundlage für die läMichen Frauenberufe der geprüften läiDlichen Wirtschastsgchilftn und Wirtschafterin, der ländlichen hMchaltspflegerin und der Lehrerin der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde. Die ländlicy-yauswirtschaft. W Lehre dient häufig auch als Vorbildung zu ländlichen Spezialberufen, wie Geflügelzüchterin, Jm- teiräi, Meierin oder Rechnungsführerin. Ferner erfüllt die Anforderungen, die an die hauswirtschastliche MbWung der sozialen Berufsarbeiterin der Säug- 'ngspflegerin, Krankenpflegerin, Wohlfahrtspflegerin td. gestellt werden und bedeutet somit eine zweckmäßige lusfüllung der vor der eigentlichen Fachausbildung lie» 'Men Zeit.
Ns die geeignete Ausbildung für di« Landtöchter, is Vorbereitung für den Beruf der Landfrau, ist die -Mlch-Hauswirtfchaftliche Lehre noch nicht genügend -tcmni. Wegen ihrer guten Ausbildungsmöglichkeiten i -en eigentlichen Arbeitsgebieten der Landfrau sollte ie Lchre eine viel größere Verbreitung finden.
Das lärMich-hauswirtschaftliche Lehrlingswesen ist urch die Vorschriften für die Ausbildung von Lehrlingen t der läMichen Hauswirtschaft vom 28. März 1928 -regelt, m denen Bestimmungen über Dauer der Lehre, ichrvertrag, Anforderungen an Lehrhaushalt, Lehrfrau mü Lchrlmg, sowie über die Abschlußprüfung festgelegt itib.
Den Lcmdwirtsch astskamm em ist die Durchführung Lertragen. Lehrwirtschaften und Lehrlinge werden bei den Landwirtschaftskammern eingetragen, die Lehrwirt- ' rfien müssen von den Kammern anerkannt fein, und tif "'bfdjliefjenbe Prüfung muß vor einer von der Kam-
Süden. Die Anhängerinnen der Anrede „Frau" aber betonen fast ohne Ausnahme, daß sie keinen rechten Grund dafür einsehen könnten, ein ganzes Leben lang „Fräulein" bleiben zu müssen, nur weil ihnen die Ehe nicht beschieden gewesen sei. Sie sind weiterhin der Auffassung, daß die Frau im Gesellschaftsleben eine wett angesehenere Stellung einnehme, wie das Fräulein, das man manchmal doch nicht für so ganz voll nehme, dem man vor allem Lebenserfahrung nicht zutraue. Di« Reichspostverwaltung aber wird aus dem Abstimmungsergebnis ihre Konsequenzen ziehen. Es bleibt bei ihr also in Zukunft bei dem „Fräulein Postbeamtin", es fei denn, daß das Standesamt in Anspruch genommen! wird, dann wird selbstverständlich aus dem „Fräulein^ eine „Frau". Otto B u r g e l - Düsseldorf J
a will nicht dich, er will jo sich in dir, sollst du leben ohne Eigengier.
n» ioM nur wollen, was er selber will, eines Mges steht die Kelter still.
fäboben stehst du über Raum und Zeit, Aov dir befreit und gegen dich gefeit, ta lächelst du aus überstandner Not, Ni dir erglüht der Menschheit Morgenrot. Sm Wissen glüht m dir rote Feuerroem. jet letzte Mensch wird lauter Liebe fein.
aus den verschiedenen Lagern haben u. a. darauf hinge- roiefen, daß die Anrede „Fräulein" etwas gering- fchätziges in sich trage und daß insbesondere das ältere Fräulein unter dieser Anrede zu leiden habe, die vielfach geradezu lächerlich wirke. Außerdem sei kein rechter Grund einzusehen, warum nicht eine Frau, eine Frau fein solle, man müsse, wenn man gerecht fein wolle, dann auch den ledigen Herrn mit „Herrlein" bezeichnen, was aber keinem Menfch einfallen werde Selbstverständlich Reiben diese Bestrebungen, die Anrede „Frau" gang allgemein einzuführen, auch bei den Behörden Eingang gesunden, die sich jedoch zu einer einheitlichen Regelung nicht entschließen konnten, da ihnen bekannt war, daß die Betroffenen selbst durchaus nicht einer Meinung darüber waren, was geschehen solle. Um mm die Frage einmal prinzipiell zu klären und in unserem demokratischen Zeitalter der Mehrheit zu ihrem Recht zu neri) elfen, hat nun die Reichspostverwaltung in den letzten Monaten in fast allen Oberpolt- direktionsbezirken eine Umfrage unter den weiblichen Beamten erlassen, welche Anrede sie vorzögen, ob sie „Frau" genannt sein wollten oder ob sie das zierlichere „Fräulein" vorzögen.
Das nun fast überall vorliegende Ergebnis ist in- tereffant und bezeichnend für die Mentalität der abstimmenden Frauen. Ein großer Teil der älteren Beamtinnen hat sich für die „Frau" entschieden, ober es gibt darunter auch noch viele, die weiterhin „Fräulein" bleiben wollen. Die jüngeren Beamtinnen möchten in ihrer übergroßen Mehrzahl „Fräulein" genannt werden. Im allgemeinen ergibt sich im Reichsdurchschnitt, daß sich 7 5 Prozent für das „Fräulein" entschieden haben und nur 25 Prozent wollen „Frau" sein. Nach den Gründen befragt, erklärten die meisten, daß sie noch jung seien, daß sie bei der Anrede „Fräulein" aber auch gleichzeitig zum Ausdruck bringen wollten, daß sie einer Verheiratung durchaus nicht abgeneigt seien, wenn eben der Richtige komme. Bemerkenswert ist weiterhin, daß die Anrede „Frau" im Norden des Reiches viel mehr erstrebt wird, als im
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tu. Selter Gottes preßt und drückt uns sehr, zu weißt nicht, was das soll und lästerst immer mehr.
tner eingesetzten Prüfungskommission abgelegt werden.') Die Vorschriften über die Lchre sehen für den Beginn der Lchrzeit als Mindestalter das 16. Lebensjahr vor und fetzen als Schulbildung mindestens den abgeschlossenen Besuch einer Volksschule voraus. Grundsätzlich soll die Lchre zwei Jahre in einem fremden landwirtschaftlichen und zur AusbiDung geeigneten Haushalt dauern. Im elterlichen landwirtschaftlichen Haushalt verbrachte Tätigkeit kann zur Hälfte — höchstens jedoch mit einem Jahr — auf die Lehre angerechnet werden, wenn der Haushalt zur Ausbildung geeignet und von der Landwirtschaftskammer zugelasfen ist. Die Lchrzeit kann eventuell um ein halbes Jahr verkürzt werden, wenn der Lehrling das Zeugnis über ein sogen. Frauenlehrjahr oorlegen kann.
Für die Lehrzeit ist ein Lehrvertrag abzuschließen, der die Rechte und Pflichten der Lehrfrau und des Lchrlings fefüegt. Der Vertrag nnrß zur Anerkennung der Landwirtschaftskammer eingereicht werden.
Am Ende des zweiten Lchrjahres schließt die Lehre mit einer Prüfung, die alle im läMichen Haushalt vorkvmmenden Arbeiten umfaßt, ab. Das Mindestalter für die Prüfung fft das 18. Lebensjahr. Der Lehrling wird geprüft im Kochen, Backen, Konservieren, Stopfen, Flicken, Hausarbeiten, Wäschebehandlung, Gartenbau, Geflügelhaltung, Milchwirtschaft.
Nach bestandener Prüfung ist der Lehrling berechtigt, sich „geprüfte ländliche Wirtschaftsgehilfin" zu nennen, der Haushalt der Lehrfrau gilt nach erfolgreicher Prüfung des ersten Lchrlings als
Der letzte Mensch.
Don F- Schrönghamer-Heimdal, Passau
Wir sammeln Heilkräuter.
Schon im zeitigen Frühjahr muß man damit anfangen.
Von Alexander Teichmann-Hamburg. »
Nur noch kurze Zeit trennt uns von dem Beginn des Frühjahres, das alle Kräuter und Pflanzen neu! aufsprießen läßt. Wer Heilkräuter sammeln will, muß sich zeitig auf die Beine machen, denn sie sind am wert« vollsten, wenn sie jung und zart gepslückt werden. Ein paar Hinweise, wozu die einzelnen Kräutlein gut find,, werden der sparsamen Hausfrau willkommen fein.
Sehr zeitig im Frühjahr blüht die Taubnessel. SkS wird als Tee bei Unterleibsleiden gute Dienste tun. DkS Blüten des Schlehenstrauches werden als altes Abführmittel geschätzt. Spitzwegerich bewährt sich bei SBron* chialkatarrhen und Verschleimungen der oberen Atmungswege, Kamillenblütsn vertteiben Magenschmer, zen und werden mit LindeMüten gemischt als schweiß* treibenbes Mittel angewendet. Lindenblütentee kakh dient zum Gurgeln bei Mundfäule, zum Spülen bet Munderkrankungen finden auch die schon genannterer Kamillen Verwendung. Tausendgüldenkraut fft ei«) altes Hausmittel unserer Großmütter, die es bet Lew« schmerzen zur Anwendung brachten. Schafgarbentee ve« treibt Blähungen. Getrocknete Scharfgarben in denk Kleiderschrank gehängt, gelten als Mottenschutz. Eist kräftiger Wermuttee, der an sich nicht besonders gut schmeckt, kuriert einen verdorbenen Magen, nüchtene einige Wacholderbeeren gegessen, sorgen für Stuhlgangs Salbeiblätter abgekocht und als Tee getarnten löse»
wirtschaft besitzt, sondern auch, daß sie pädagogische De» sähigung zur Anlernung junger Mädchen aufwefft.
Um das läMich-hauswirtschaftliche Lehrlingswesen enffprechend seiner Bedeutung immer weiter zu oerbrei« ten, ist es nicht nur notwendig, daß junge M ä dH chen mit Lust und Liebe zur läMichen Arbeit unP zum LaMeben diese Ausbildungsart suchen, sondern vor allem auch, daß sich geeignete Landfrauen die. 1er Ausbildungsaufgabe widmen. Die Lehrfrau leistet nicht nur ihrem Berufsstande einen großen Dienst, in. dem sie für gut ausgebildeten Nachwuchs und damit für Hebung und Anerkennung ihres Berufes sorgt sondern für sie persönlich kann die Uebernahme dieser Aufgabe! eine wertvolle Bereicherung bedeuten. Bi.
zlrbeit-müdc . . J Für die Hausfrau gibt es Bort- Feierabend Doch arbeitsmüde kann sie werden. M den fleißigen Menschen ist Ruhe nach der Arbeit
gch schon ein Genuß, den der Faul« nicht kennt, verdiente Ruhe ergibt sich nur aus getaner Arbeit. Für ine Hausfrau fft es eine Kunst, richtig auszuruhen, neue Kräfte zu sammeln für kommendes Wirken und Schaffen. Da di« Gedanken mit Ausnahme des Schlafes nie
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KAISER'. KAFFEE-GESCHÄFT
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Filiale in Fulda,
Das Lichtbild im Dienste des Glaubens.
„Das Lichtbild kann bloß äußere Erscheinungsfor- ®en des Katholizismus festhalten und wiedergeben. Die katholische Formenwelt ist aber immerhin eine wenn auch beschränkte und unvollkommene Offenbarung der des Wesens katholischen Seins und Lebens. Wenn ?un schon diese unvollkommene Offenbarung so viel Ein- l«t und Kindlichkeit, Unschuld und Herzensreinhett, ma- ksriellen Verzicht und seelischen Reichtum, Güte, Fami- uensinn und selbstlose Nächstenliebe, echtes Glück und Dchren Frieden, Unruhe zu Gott und Heimweh nach
Himmel kündet, so läßt sie uns die unsichtbare, ®tat<ttürlid;e Schönheit des vorbehaltlos gelebten kath. glaubens ahnen und fft ein machtvoller Erweis dafür, diese Schönheit nur aus Gott fein kann."
Slit diesen Worten eröffnet der Kanzler der hl. rö- sicyen Kirche, Kardinal Frühwirth, einen Band y 204 Lichtbildern, Orbis Cacholicus, herausgegeben Malina, in bester Weife verlegt vom bekannten »j.^b-Verlag, dem wir auch die weit verbreiteten *htt>ilder-Bücher „Die Länder der Erde" verdanken.
sicher des vorliegenden Buches stellen vor allem _rte dar, die vom Kacholizismus wie geprägt erfchu- Socrft- Um Umspiel: Papst Pius XI., die Kardinale ""ossum und Ehrle, dann der Genera! der ^7 üchast her Abtprimas des Benediktinerordens,
<fn€ra‘ fter der Kapuziner, der Generalminister kr ft s$'^antr' $er Generalminister der Dominikaner, °Pf eines werdenden Geistlichen, eines Minfftran- " **nes Novizen bis zu jenem weich versonnenen, dun
kel getönten Kinderkopf neben dem Schwarz-Weiß der Muttergottesfackel aus der Wendprozession zu Kevelaer, was eine himmlische Phantasie erweckt.
Ferner befinden sich unter den Bildern eine ganze Reihe von Aufnahmen von Gebäuden und Plätzen und heiligen Orten, die ihre Form sowohl dem heiligen Zweck, dem sie dienen, wie dem Architekten und der Natur verdanken. Zum Beispiel der Obelisk am Petersplatz, der mit seinem Kreuz in die Höhe einer ungeheuren weißen Wolke hineinragt. Oder die riesige Kuppel von St. Peter gleich hinter den ornamentalen Laubwipfeln zweier mächtiger Lebensbäume. Oder die Civita, Vaticana mit ihren schwarzen kubischen Formen und den Zeichnungen des darüber laufenden Lichts. Oder das Denkmal des Gregorius von Aenona (Dalmatien), im Rücken getroffen von einer mächtigen Lichtwelle, die die starke Gebärde des Bischofs, dunkel vor blendend weißen mächtigen Horizontalen, außerordentlich verlebendigt.
Außerdem finden wir viele Milieufzenen, Gruppenbilder. Hier war es am allerfchwerften, mit photographischen Mitteln Bilder zu erzielen, die durch die gestaltende Verteilung von Licht und Schatten einen sakralen Eindruck erregen. Unter diesen Bildern sind deshalb auch die schwächsten des Werks. Interessant sind manche. Zum Beispiel der Weg des hl. Ronan (Bretagne), oder die Sakramentsprozession in Lourdes, wo auf weißer Fläche die geometrische Form der dunklen, lichtbesprenkelten Prozession fesselt.
Schließlich gibt es unter den Lichtbildern Ausnahmen
von inneren Aktionen, die sich auf den Gesichtern widerspiegeln. Zum Beispiel die Bilder vom Eucharistischen Kongreß in Karthago. Es sind Reportagebilder, von denen ich leider sagen muß, daß ich schon bessere gesehen habe, Bilder, auf denen die Aktton, unter der die Menschen standen, wesentlicher, schlaglichtartiger zum Ausdruck kam.
Eine starke Scheu empfinde ich aber vor jenen Bildern, die einen so diskreten seelischen Vorgang wie die Beichte oder den Empfang des hl. Altarssakramentes oder auch nur das Gebet strafgefangener Mädchen dar- stellen. Hat der Kameramann diese Scheu, diesen Respekt vor dem intimsten religiösen Geheimnis nicht zu empfinden vermocht? Es gehört mit zum katholischen Takt, niemanden überhaupt nur cmzusehen, der versunken fft in tiefem Gebet, in der Ausübung der Beichte oder gar im Empfang der hl. Kommunion. Und da kommt ein Kameramann und gibt so etwas den neugierigen Blicken der profanen Welt preis. Und wie muß es auf den Gläubigen wirken, der sich vor ober nach oder gar beim Empfang des Sakramentes von der L'cht- linfe aufs Korn genommen fühlt. Hier scheint mir, wird der Zweck des Buches, mit den Mitteln der Kamera vom katholischen Leben Kunde zu geben, verletzt. Gewiß, man hat die hl. Messe durch bas Radio übertragen. Die Radiowellen trugen bas Geheimnis oft verstärkt und vertieft vor die entferntesten Ohren. Als Welle war es eine Zeitlang überall und nirgends. Das war an sich schon ein Geheimnis, wenn auch ein in technische Formen gehülltes. Die photographische Wiedergabe eines im Beichtgeheimnis versunkenen Menschen fft damit nicht zu vergleichen. Es ist nur eine Vervielfältigung, im Wesen ober eine schamlose Enthüllung, etwas ganz Uw
katholisches, weshalb es in einem Orbis Cacholicus feie nen Platz finden sollte. *
Wegen des großen Zieles, das sich Verlag und Herausgeber in diesem Werk gestellt haben, u. das durch das Geleitwort des Kardinals Frühwirth noch unterstrichen wird, fft gewiß auch die Frage berechtigt, ob das Buch nicht nach einer anderen, höheren Ordnung als es die rein geographische ist, zusammengestellt werden konnte. Ich meine damit nicht nur den äußeren, sondern auch den inneren Plan; die Erfassung der Aufgabe und dis Auswahl unter den vorhandenen, ungeheuren Möglich* feiten. Ich verkenne nicht die großen Schwierigkeiten, die äußere Welt des Kacholizismus durch die Kamera so zu erfassen, daß sie eine Ahnung von der inneren Größe und Tiefe des Katholizismus vermittelt. Hat man sich die Aufgabe in dieser Weise Überhaupt genügend klargemacht? Viele Bilder lassen leider das Gegenteil vermuten. Richt nur die indiskreten. Oder hat man geglaubt, die Kamera reiche zu höheren Zwecken nicht aus? Es ist kein bloßes Fachwissen mehr, daß man die Kamera heute auch in den Dienst des Geistes stellen kann auf eine weit bedeutsamere Weise als es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, im vorliegenden Werke geschehen ist. Ich erinnere nur an die photographischen Arbeiten Moholy-Nagys und Lerskis. Es ist ja ganz hübsch, wen auf einem Lichtbild malerische Schwarz-Weitz-Stimnnmgen erreicht werden. Aber es gibt photographische Verfahren, die durch die Darstellung des Wesentlichen in der Funktion der Erscheinungen sehr viel mehr von ihrem inneren Geheinmis oerrateq» Und für einen Orbis Cacholicus mühten, so denke ich btt Mittel der Wiedergabe so innig wie möglich dem JnhqA angenähert werden. Hans Roseltetk