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Gefiederte Baumeister

Die Möve ist am bequemsten.

Die Zweizimmerwohnung des

Töpfervogels

besitzen einen Wasseramsel Zweige; auch ber aber dem Kugelnestern.

seitlichen Eingang, wie g. 55. das bei Die Beutelnester hängen frei an einem sie haben einen Eingang an der Seit«, Boden des Nestes näher ist al- bei den Diese Art Wohnung bietet dem gefieder­

ten Besitzer einen besonders guten Schutz gegen Feinde, denn obwohl sie gewöhnlich stark ins Auge fällt, ist sie doch, am Ende eines dünnen Zweiges angebracht, für alle Vierfüßler unzugänglich. Geradezu vollendete Ar­beit auf diesem GÄiiete des Nestbaues leistet der Weber­vögel der Südsee.

Während di« bislang erwähnten Nester meist au? Zweigen, Halmen, Fäden usw. zusammen geflochten sind, gibt es auch gefiederte Baumeister, die ihre Woh­nung richtig zusammen mauern. Am einfachsten ist

Jetzt im Winter, wo die ihres Vlätterschmuckes be­raubten Zweige uns besser als im Sommer ihre Ge­heimnisse enthüllen, haben wir häufiger Gelegenheit, bei einem Gange durch Garten, Feld oder Wald die — meist verlaßene — Behausung eines Vertreters unserer hei­mischen Vogelwekt zu erblicken. Beim Betrachten dieser gewöhnlich nach Form und Baustoff verhältnismäßig einfachen Bauten ahnen wir in der.Regel nicht, wie un­endlich manigfaltig und nicht selten wahrhaft kunstvoll viele Vogelnester doch angelegt werden.

Zwar machen manche Vogelarten, so vor allem zahl­reiche Wasser- und Strandvögel, wie z. B. die Möoen, sich die Sache recht leicht, indem sie ihre Eier einfach auf den Boden, in den Sand, zwischen Felsenklippen oder dergleichen legen und sie dort ausbrüten. Das ist dann das ganze „Nest". Andere geben sich schon mehr Mühe, scharren eine kleine Vertiefung und statten diese womög­lich noch mit einigen trockenen Blättern oder dünnen Zweigen als Unterlage aus. Dann geht es aber rasch aufwärts auf der Stufenleiter des Nestbaues, von den aus einigen Zweigen roh zusammengeflochtenen, bis zu den mit vollendeter Künstlerschaft angelegten.

Zum Bau einer Wohnung braucht der Vogel genau wie der Mensch zunächst einmal einen brauchbaren Bau­stoff. Beim Zusammenholen desselben bemerken wir aut. fallende Unterschiede. Einige Vögel nehmen was gerade zur Hand liegt; das Ergebnis ist dann auch meist danach. Andere dagegen fliegen weit in die Runde, um das Ma­terial zu bekommen, das sie für ihre Zwecke wünschen und brauchen und das sie bann gewöhnlich im Schnabel — Raubvögel auch häufig in den Fängen — an den Bauplatz tragen. Ein kleiner afrikanischer Papagei zieht es indessen vor, die gefnnbenen Zweige sich vorn zwischen die Brustsedcrn zu stecken und so heim zu befördern Das Sammeln des Baustoffes läßt auch Rückschlüsse auf die In­

wohl das Nest des Flamingos, der aus Schlamm und Lehm einen in der Tropensonne rasch trocknenden Kegel aufführt. Oben hinein kommt eine flache Vertiefung für die Eier. Am bekanntesten aus dieser Klasse der Nest- bauer dürfte die Schwalbe sein, deren unter dem Dach klebende Wohnungen wohl auch die meisten Großstädter schon einmal gesehen haben. • An Kunstfertigkeit über­trifft sie jedoch ber amerikanische Töpfervogel, von Finkengröße, der mit seiner Gefährtin bis zu fünf Kilo­gramm schwere Bauten aufführt, die meist als 20 Zenti­meter hohe Kugeln mit vier Zentimeter dicken Wänden auf einem starken Ast sitzen. Für solch kleine Vögel wirk­lich eine große Leistung! Der Töpfervogel wohnt fte*9 sehr vornehm, unter einer Zweizimmerwohnung tut er es nicht, während alle anderen Vögel — mit einer Aus­nahme — sich mit einem einzigen Raum zu begnügen haben. Durch eine vom Eingang ausgeführte Zwischen­wand teilt der kleine Protz nämlich seine Kugel in zwei Telle, von denen ber eine als Wohnraum, ber andere zum Brüten bient. Nur noch ein gleichfalls amerikanischer Baumläuier erlaubt sich ben gleichen Luxus, indem er fein aus Zweigen verfertigtes Hängenest ebenfalls durch eine geflochtene Wand teilt.

Interessante Beobachtungen wurden gerade In jüngerer Zeit über die von einzelnen Vögeln für ihren Nestbau ausgewandte Zeit gemacht. Ein Starmeisenpaar stellt ihr Hängenest in neun Tagen im „Rohbau" fertig. Die gleiche Zeit benötigt das Pärchen für die Innenein­richtung. Die Mauerschwalbe braucht für ihre mit Hilfe ihres Speichels gebauten Nester 30 bis 40 Tage angesichts ihrer Arbeitsweise gewiß nicht zu viel. Erstaunliches leistet die Uferschwalbe, die ihre Wohnung in den lehm- haltigen Steilufern von Bächen und Flüssen anlegt. Die zierlichen Tierchen vermögen mit ihrem zarten Schnabel und den dünnen Krallen in 48 Stunden einen Gang von 60 Zentimeter Länge zu graben; ein exotischer Eisvogel bringt es sogar in 40 Minuten bei der gleichen Bauweise auf 25 Zentimeter. Die Zahlen lassen sich allerdings nicht ohne weiteres vergleichen, da einzelne Arten den ganzen Tag über tätig sind, während andere bereits ben Sechsstunbentag eingeführt haben und einige sogar noch weniger fleißig sind.

Die Mehrzahl aller Vögel baut ihre Behausung ledig­lich nach Zweckmäßigkeitserwägungen. Geschmack und

Der Aesthettker in der Vogelwelk

Von Hans Felix Roch oll.

Schönheitssinn finden wir dagegen bei einer in Neu» Guinea lebenden Paradiesoogelart, den Laubenvögeln. Ihre gewöhnlichen Nester sind einfach aus Reisig herge- stellt. Vor der Paarungszeit aber baut das Männchen aus in ben Boben gesteckten Zweigen eine bis zu eine* Meter lange, oben abgeschlossene, gangartige Laube, bereit zwei Eingänge es mit bunten Kieseln, Muscheln, Federn. Schneckengehäusen verziert. Je farbenfreudiger ufib auf­fallender, um so bessert Selbst Blumen werden zwischen den Zweigen dieser Laube, in der bas Paar bann sein« tanzartigen Spiele aufsührt, befestigt, um ihr ein feil' liches Aussehen zu geben. Der Laubenvogel darf dahek mit Recht der Aesthettker in der Vogelwelt genannt wer­den.

I telligenz ber verschiedenen Vögel zu. So trägt die Taube, | di« ja nicht als besonders klug gilt, jeden Strohhalm ober Zweig einzeln im Schnabel nach Hause, während ber gewitztere Fink, mehrere zugleich nimmt und sich auf diese Weise manchen Flug erspart.

Unendlich verschieben ist die Form ber Nester. Bei uns — aber auch anderswo — finden wir am häufigsten die Schalenformen, das runde, aber offene Nest, bas mtt einer festen Unterlage, Erdboden ober Zweig ruht. Das Gegenstück dazu sind bie Hängenester, bie wie ein Korb an einem Zweig aufgchängt werben. Manche Wasser­vögel legen ihre Behausung auch nicht auf dem festen Lande, sondern auf dem ruhigen Wasser eines Teiches ober Sees treibend an, was ihnen und ihrer Brut erhöhte Sicherheit gegen etwaige Feinde verleiht.

Einige Vogelarten pflegen das im übrigen schalen- . förmige Nest leicht mit Laub oder Zweigen zu überdecken. Hier haben wir den Ucbergang zu einer höheren Stufe des Nestbaues, den Kugel- ober Beutelnestern. Erster», von kugelförmiger Gestalt, ruhen auf dem Erdboden und

Helleres.

Kleine Szene. Er mar todmüde und klitschnaß in be® fürchterlichen Regenwetter nach Hause gekommen. Ham : die Gummischuhe, die Stiefel ausgezogen, hatte sich , schuhe und Hausjoppe angezogcn, hatte feine lange Pfeist angeftedt und sich gerade mit einem wohligen Seufzer ben Klubsessel niebergelassen, als seine Frau ihn plötzl"h fragte, ob er auch nicht vergessen habe, ben Brief, den sie ihm heute morgen mitgegeben, in den Kasten Z stecken. — „Natürlich nicht," log er schamlos — dav» - brannte ihm ber Brief auf der Seele bezw. im UebfP ziehet. — „Dann ist« gut,“ lächelte sie anerkennend. | habe nämlich Mawa geschrieben, ich fände es besser, wenn sie ihren Besuch bis auf weiteres verschöbe, weil.- — Sie lächelte unmerklich, als er kurz darauf die t)aU j schuhe aus- und wieder Stiefel und Gummischube anzo» s die Hausjoppe mit dem Jackett vertauschte, zur Tür h> J aus ging, im Korridor seinen Ueberzieher anlegte und > bas fürchterliche Regenwetter hinaustappte. — Sie ' chelte immer noch, als er zehn Minuten später flutu kam und sagte, er habe mal an der Ecke nach der Na maluhr sehen wollen.... („Politiken ■) *

* M

Seim Aukohändler. Schmidt will sich ein Auto kaufen- Ein prachtvoller, rassiger Wagen gefällt ihm befonb* • J — „Kunststück!" sagte der Händler, „ber 2ßagen t>at V® ’ | Preise!“ — „Na schön! Sagen Sie mir den niedrigster*^ unb es wird sich darüber reden lassen!“

Vertrauen auf die eigene Kraft bis zum letzten Ende durchzufechten.“

In diesen Sätzen bestätigt Graf Westarp, der langjährige Führer der Deutschnationalen Partei und Vorsitzende ihrer Reichstagsfraktion, daß die Deutfchnationaien damals aus Scheu vor der Verantwortung aus der Regierung ge­flüchtet find. Er unterschreibt damit das Urteil, dos die republikanischen Parteien damals schon über das Verhalten der Deutschnationalen gefällt haben-

*

Zu der Antwort des Reichsernährungsminister Schiele auf den offenen Brief des deutschnationa­len Reichstagsabgeordneten von Freytagh-Lorinz» hoven nimmt nunmehr die Deutschnationale Pressestelle mit folgenden Ausführungen Stel­lung:

Reichsernährungsminister Schiele nimmt eine an sich nicht entfdieibenbe Auseinandersetzung über ein politi­sches Frühstück mit dem bamaligen englischen Botschafter Lord d'Abernon zum Anstoß, scharfe Kritik an ber Ab­lehnung ber Locarnopolitik im Herbst 1925 seitens ber Deutschnationalen Volkspariei zu üben, der er damals noch angehörte. Dieser offensichtliche Angriff zwingt uns. das politische Verhalten des Ministers Schiele im Verlaufe der Zeit 1925 einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Es handelt sich hierbei nicht nur um bie von ihm in ben Vorbergrund gestellte auswärtige Poli­tik, sondern ebenso um bie ihm zur Last fallenden Der- Säumnisse auf innen- und agrarpolitischem Gebiete. Wir haben bisher aus naheliegenden Gründen von einer näheren Erörterung dieser Dinge abgesehen, lieber diese Rücksichten müssen wir uns jetzt umsomehr Hinwegsetzen, als sich immer mehr herausstellt, daß bie Politik des Ministers Schiele eine im Grundgedanken richtige Agrarpolitik praktisch in ihr Gegenteil um kehrt und geeignet ist, der Abkehr von falschen Methoden ber Außenpolitik unb der Agrarpolitik Hindernisse zu be­reiten. Wir werden auf die Angelegenhell in einigen Tagen zurückkommen.

Diese Racheankündigung mit Zeit­zünder entspricht ganz dem kläglichen Fiasko, mit dem die Attacke von Freytagh-Loringhovens geendet hat. Der edle Ritter, der das Streitrotz tummeln zu sollen glaubte, ist selbst auf der Strecke geblieben. Schieles Argumentation hat ihn glatt aus dem Felde geschlagen. Die deutsch- nationale Pressestelle tut gut, den neuen Kampf- speer, mit dem der „tödliche" Streich fortgeführt werden soll, einige Tage lang zu präparieren. Vermutlich wird ihr aber auch diese Vorsorge nichts helfen! Denn die sachlichen Argumente stehen auf der Seite des Reichsernährungsministers. Daran wird auch die Zukunft nichts ändem! '

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Die Enthüllungen der auf der Rechten stehen­den Führer der verschiedenen Schattierungen dau­ern fort. Aus der ganzen Erklärerei geht hervor, daß sich die Deutschnationalen in ei­ner sehr ungemütlichen Lage befinden.

Abschied des Winkers?

Weitere starke Schneefälle am Oberrhein unb In der Schweiz.

rotb. Freiburg, i. Brsg., 10. März. (Eig. Meld.) Der Schneefall hält immer noch an. Auch in der R h e i n e b e n e gingen große Schnee­mengen nieder und führten zu Verkehrs­schwierigkeiten. Die Telegraphenmasten stehen auf den Höhenzügen des Schwarzwaldes derart tief im Schnee, daß man mit den Händen die Telegraphendrähte erreichen kann. Autover­kehr im Schwarzwald ist unmöglich.

Auch in der S ch w e i z sind sehr starke Schnee­fälle zu verzeichnen. Eine ganze Reihe von Strek- ken der Schweizer Bundesbahn und der Privat­bahnen leidet unter umfangreichen Unterbrechungen des Betriebes, insbesondere auch durch die ständig zunehmende Lawinengefahr. Die in­ternationalen Züge, die die Alpen zu überwinden haben, treffen in Basel mit mehr als ein, und zweistündiger Verspätung ein. Im Laufe des Dienstag Vormittags haben die Schneefälle in der Schweiz nachgelassen. Im Südwesten des Lan­des fällt Regen. Die Temparaturen liegen im Mittelpunkt zwischen 4 und 5 Grad unter 0. Die Tiefenlagen in der Nordschweiz haben eine durch­schnittliche Schneedecke von 50 Zentimeter-

Auch England tief verschneit. 1 ■

In den frühen Morgenstunden am Montag setzte in L o n d o n der stärkste Schneefall des Win­ters ein. Es schneite ununterbrochen bis zum Nach­mittag. Mittags waren die Straßen mit einer mehrere Zoll hohen Schneemauer bedeckt, die den Verkehr stark behinderte. Die Landstraßen in der Umgebung Londons find vollkommen verschneit. In Mittel- und Nordengland liegt der Schnee stel­lenweise 6 Zoll hoch, so daß die Landwirte nicht imstande sind, das Vieh zum Markt zu bringen. Im Kanal wurde die Schiffahrt durch das dichte Schneegestöber lahmgelegt. Die Be­

Aufgeklärker kaffenbolen-lleberfal!

6.

mit 20000 RM. erbeuteten, ist nunmehr aufge­klärt. Als Hauptanstifter wurde ein 32jähriger in Altona wohnender Kohlenarbeiter, ein Verwandter des überfallenen Boten, fest genommen. Weiter wurden als Mitwisser m Hamburg noch 3 Männer festgenommen, wäh- rend 3 weitere an der Tat beteiligte noch gesucht werden. In dem Quartier einer der Verhafteten in St. Pauly wurden in einem Versteck 2400 RM. gefunden.

* Massen-Gasvergistungen in einer Rewyorker Kleiderfabrik. Infolge Ausströmens von Gas er­krankten etwa 100 Arbeiter u. Arbeiterinnen eine. Kleiderfabrik unter Vergiftungserscheinungen. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht. 50 von ihnen befinden sich in bedenklichem Zustand.

daß die dritte Schwester gleichfalls ver­schwunden sei. Man nimmt an, daß auch sie mit ihren beiden Schwestern Selbstmord begangen hat. _______

Urteil im Moskauer Hochverratsprozeß.

Rur Gefängnisstrafen, keine Todesstrafen.

Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet, verurteilte der Moskauer Gerichtshof im Prozeß gegen das Unionbüro der Menschewisten nach 25stündiger Beratung die Angeklagten Gro- man. Scher, Suchanoff, Ginsburg, Jakubowitsch. Petunin und Findjenataiwski zu je zehn Jahren Freiheitsstraef und die übrigen sieben Angeklagten zu Freiheitsstrafen von fünf bis acht Jahren.

* Drei Menschen von der Feuerwehr aus To. desgefahr gerettet Ein gefährlicher Dachstuhlbrond entstand Montag früh in der Schützenstraße in Ber- lin-Steglitz. Als die Feuerwehr mit zwei Rohrleitungen zum Angriff vorgehen wollte, er­tönten plötzlich aus den Giebelfenstern der int vierten Stock befindlichen Mansardenwohnungen gellende Hilfeschreie. Drei Personen, eine kWh. rige Greisin und zwei junge Mädchen, 17 und ig Jahre alt, waren im Schlafe von dem Brand über, rascht worden und konnten sich durch Flammen und Qualm hindurch nicht mehr den Weg ins Freie bah. nen. Die Feuerwehr ließ sofort einen Rettung;» trupp vorgehen, der mit Äexten die Türen der 'ei­ben Wohnungen einschlug und die Gefährdeten mit Hilfe von Rauchschutzmasken in Sicherheit brachte.

mtb. Hamburg, 10. 3. (Eig. Meld.) Der am

Mörz in Altona auf einen Bankbeamten ver­übte Raubüberfall, bei dem die Täter eine Tasche

Tragödie auf einer Ozean-Insel.

Die vergessenen von Saini pauL

Das ist eine Robinsonade des Grauens, bie sich auf ber Insel Saint Pau! ereignet hat, im Indischen Ozean. Diese einsame Insel, 1617 von ben Holländern entdeckt, feit 1892 in ben Besitz Frankreichs übergegangen, ist auf keiner Landkarte verzeichnet, wirb von keiner Schiffs­route berührt. Auf dem sieben Quadratkilometer großen Eiland wächst nichts a!s ein wenig Rohr; ber vulkani­sche Boben ist sonst unfruchtbar. Die Insel lag brach unb völlig menschenleer ba, bis man zufällig entdeckte, bah chre Ufer von einer ungeheuren Menge von Meeres- tieren bedeckt waren, und baß es bort von Hummern unb Langusten wimmelte. Es dauerte nicht lange, bis eine Pariser Firma daran ging, diesen Hummerreicht'nn auszunützen. Sachverständigenberechnungen ergaben, daß man auf der Insel täglich 26 000 Langusten fangen konnte, was einer Tagesleistung von 116 Kisten zu 100 Büchsen entsprach. Das mußte ein glänzendes Ge­schäft werden, und die Pariser Firma zögerte nicht, Ka­pital in ben Bau einer kleinen Fabrik und in Arbei­terbaracken zu investieren. Eine spärliche Süßwasser- quelle lieferte Trinkwasser, Nahrungsmittel wurden in großen Mengen nach Saint Paul transportiert.

Der erste Dampfer mit Menschenmaterial fuhr 1928 nach Saint Paul. Arme französische Fischer, aus ben Küstenorten Conearneau und Pont-Aven, hatten sich anwerben lassen, auf die einsame Ozeaninsel zu ziehen. Das Geschäft mit ben Langusten ging ausgezeichnet; bie französische Firma oerbiente ein Heidengeld. Die fran­zösischen Fischer indes hielten es nicht lange auf ber Insel aus. Das mörderische Klima, bie unerträgliche Hitze, bie lastende Einsamkeit brachten vielen von ihnen den Tob; die übriggebliebenen Fischer kehrten anfangs 1929 erschöpft in bie Heimat zurück. Am 6. August 1929 bradjte ber Dampfer „Austral" einen zweiten Transport Langustenarbeiter nach Saint Paul, die bis zum Februar 1930 dort arbeiten utjb bann abgelöft wer­ben sollten.

Ende 1929 drang bas Gerücht in die Welt, die In­sel Saint Paul sei durch ein Erdbeben zerstört worben. Ein englisches Schiff „Euripide", änberte seinen Kurs und fuhr nach Saint Paul. Man mußte sehen, daß tatsächlich ein Erdbeben bie Fabrik unb die Arbeiter­baracken zerstört und alle Eßvorräte vernichtet hatte Die Inselbewohner hatten sich zum größten Teil retten können unb harrten jetzt sehnsüchtig darauf, heimgeholt zu werden. Das englische Schiff versorgte die Gerette-

Ein seltsamer Fischfang.

Goldene Uhren an der Angelrute. — Diebesbeute in einem Dach.

In Endertbach bei Cochem a. d. Mosel machte ein Fischer einen seltsamen Fang. Im Glauben, einen schweren Fisch an der Angelrute zu haben, Sg er die Schnur ans Land und gewahrte zu mein Erstaunen zwei goldene Herrenuhren am Widerhaken .Er suchte dann mit einem Netz die Fundstelle weiter ab und im Verlaufe kurzer Zeit gelang es ihm, eine ganze Anzahl Herren- Uhren, Armbänder, Damenuhren, Brillen und Kneifer ans Tageslicht zu bringen. Alle Fund- gegenstände waren noch mit den üblichen Preis­schildern versehen. Zweifellos rühren die Gold­waren ans einem Diebstahl her. Trotz aller Be­mühungen der Polizei gelang es bisher nicht, den Besitzer des Goldschatzes ausfindig zu machen.

satzung der Leuchtschiffe berichten, daß sie von der Kommandobrücke kaum den Bug des Schiffes er­kennen können. In Dover, Folkestone, Brighton, Eastbourne und anderen Häfen herrscht der schlimmste Schneesturm seit Jahren. Felixstowe meldet die schwerste S t u r m f l u t, die je beobach­tet wurde.

Turnen und Spott

Sutzball.

Westdeutsches Verbandsspiel in Fulda.

Borussia Fulda—Rheydler Spielverein.

Zum ersten Male wird am nächsten Sonntag ig Fulda ein Spiel ftattfinben, bei welchem um die wcst. deutsche Meisterschaft gespielt wird. Die Berbanbsipie!« leitung hat in ber „Runbe ber Zweiten" bas erste Spiel zwischen Borussia Fulda unb Rheybter Spielverein in öulba angesetzt.

fen mit Nahrungsmitteln, die fo lange ret-s bis ein französischer Dampfer in Saint tonnte. Alle biefe Ereignisse bestimmten h P 'ch« Firma, die Langustenproduktion auf r • aufzugeben und bie Arbeiter endgültig aLju' März 1930 .traf bas französische Schiff Quf3& ein, um bie meisten ber Inselbewohner mi n/J, reich zurückzunehmen. Sieben ber Arbeiter sich freiwillig bereit, noch kurze Zeit auf ju bleiben, so lange, bis ber Betrieb enboim? bigt war. Es sollte sich um wenige Docken ? bann sollten sie und bie Gebäude- unb Mm. - abgeholt werben.

Die sieben einsamen Menschen auf Saint fBmrf ben in Paris vergessen. Fast ein ganzes sth, ®u' bis zum Dezember 1930. Dann wurde mit ft 7 ter Eile ein Schift ausgerüstet unb nach sa rt m geschickt. Furchtbare Dinge hatten sich dort inwru ereignet. Drei von den sieben Zurückgebliebenen»Z* noch am Leben; sie wurden nach Madagaskar a-h/l" wo sie sich erst langsam zur Wirtlichkeit zurück--^?' Dann berichteten sie von all dem Enftetzlichen to auf Saint Paul zugetragen hatte. Don dem lanafo» Sterben ihrer Gefährten. Tag für Tag hatten L , ben hilfebringenden Dampfer gewartet. Ihre q,* auf mrttefoorräte waren immer mehr zusmnmmg°chn<^ zen; zuletzt war nichts mehr da, und sie mußten ra von Langusten und anderen Meerestieren nähren war eines Tages bie Süßwasserquelle versiegt av’1 nach dem anderen von den Verlassenen war ein**« grauenhaften Todes gestorben, irgendwo zusammen^ brachen. Wie durch ein Wunder blieben die letzten bref am Leben, und sie können es jetzt noch kaum fassen brt5 sie dem Tod auf der Langusteninsel entronnen Rh? Die Fata Morgana von Saint Paul ist verschwunden- bie Weltabgeschiedercheit bes Eilandes wirb [obalb nicht wieder gestört werben. g; g™!

Eine Geschwister -Tragödie.

Montag mittag sprang die Privatbeamtin Irene Rosenberg vom Ufer der Margareten- Jnsel in Budapest in die Donau. Sie konnte zwar gerettet werden, starb aber während des Transportes ins Krankenhaus. Kurz danach wurde in -er Nähe der Elisabeth-Brücke die Leiche rj ner Frau aus dem Wasser gefischt, bei der es sxh, wie die Polizei feststellte, um die Schwester der Irene Rosenberg, die Verkäuferin Elisabeth Ro­senberg, handelte. Aus einem Schreiben ging her­vor, daß sie wegen materieller Sorgen den Selbst­mord begangen habe. Abends erschienen die An­gehörigen der beiden auf der Polizei und meldeten,

Blick auf Skoplje (Uesküb), das Zentrum des Erdbebens.

Ganz Mazedonien, sowie der Westen Bulgariens wurde, wie bereits gemeldet, am Sonntag die schwersten Verwüstungen anrichtete. Ueber 200 Tote und mehr als 900 Verletzte sind

1 ! i Karte des Erdbebengebieks.

von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, das überall zu beklagen.

Zum Erdbeben auf -em Balkan

S ILCl *. *Nisch X