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nicht aufgehört. Cs ist wieder gc'
und wurde vollkommen aufgeklärt, daß du als Kind genachtwandelt
ist doch lange her Wir wußten doch, hattest."
„Und das hat fchehen."
Kurz vor elf stieg Erik die Treppe im Hause des „Dagskurier" hinauf. Er war vollkommen ruhig, als er ' einen Angestellten nach Herrn Wallion fragte.
„Einen Augenblick! Ich werde nachsehen." Der Mann • verschwand in einem langen Korridor und kam gleich zurück. „Wenn er nicht wieder nach Kovenhaaen gereist ist, wo er seit einigen Wochen zu tun hat, wird er vielleicht nach ein Uhr hier zu sprechen sein."
Enttäuscht verließ Erik das Haus und wanderte eine Zeitlang ziellos umher, bis er sich darauf besann, daß er 'einem Vater versprochen hatte, seinen Freund bei der Tauchergesellschast zurate zu ziehen. Ewald Seburg freute sich ihn wiederzusehen, und sie nahmen zusammen das zweite Frühstück ein.
O sa, eine Untersuchung des Meeresgrundes bei Iä» aarö in beschränktem.Gebiet sei eine Kleinigkeit, erklärte Seburg. Selbst von einem so alten Wrack müßte irgend etwas vom Rumpfe übriggeblieben sein. Er stellte eine flüchtige Beregnung über die Kosten der Untersuchung auf, und die Summe war geringer, als Erik erwartet hatte. „Wenn wir die Trümmer herausholen müssen, wird es natürlich etwas mehr werden. Ja, gib mir nur Nachricht, dann komme ich mit dem Taucherprahm hinüber, wenn es dir paßt!"
Nun kehrte Erik wieder zum „Dagskurier" zurück. Diesmal wurde er durch den halbdunklen Gang geführt, öffnete die bezeichnete Tür und schloß sie hinter sich, bevor er recht gesehen hatte, wo er hingeraten war. Er stand in einem Zimmer, das ihm im ersten Augenblick voller Menschen, Stimmen und blauer Rauchwolken zu fein schien.
Es waren jedoch nur drei Herren in Hemdsärmeln, die plaudernd und lachend um einen Schreibtisch am Fenster herumstanden. Alle redeten aus einen vierten ein, der am Schreibtisch saß, und die Diskussion war so lebhaft und scherzhaft, daß Erik im ersten Augenblick gar nicht beachtet wurde.
Der Mann am Schreibtisch saß bequem zurückgelehnt und blinzelte zu den andern empor. Sein energisches Profil hob sich scharf vom Fenster ab.
„Nein, und nochmals nein!" jagte er mit f^fer, wohl-
„5a", sagte sie, „ich weiß".
Er wußte nicht recht, wie er fortfahren sollte, — wußte nur, daß er nicht mehr imstande war, es allein zu tragen. Sie hatten sich am Strand niedergelassen und starrten beide aus? Meer hinaus. Hoch oben im Blau surrten drei Wasserflugzeuge, die allmählich im Sonnendunst entschwanden.
„Darüber will ich mit dir sprechen", sagte Erik mit fester Stimme.
„Ich muß dir etwas anvertrauen."
„Ja?" Sie wandte die Augen von den Flugzeugen ab und blickte ihm gerade ins Gesicht. „Ader die Sache
„Ich finde, daß es wenigstens eine gibt", sagte sie.
„Du meinst Colt. Daran hab’ ich auch gedacht, denn meiner Ansicht noch ist er zu allem imstande — aber es ist sinnlos. Wenn du dagewesen wärst, würdest du das besser verstehen."
„Ibn meine ich nicht. Die Zeitung nahm an, daß nur zwei Personen in der Villa gewesen sind. Du und Colt glaubt, daß es drei waren. Aber wie, wenn es vier gewesen wären — und der Mörder der vierte?"
Erik fuhr empor. „Das . . . Wahrhaftig, du flößt mir einen Funken von Hoffnung ein — zum erstenmal . . . Aber nein . . ."
Er sank wieder zurück. „Ich bin wieder ins Nachtwandeln verfallen, das steht fest, und — das andere auch."
Einige Minuten lang schwiegen beide.
„Was soll ich nun tun?" flüsterte er schließlich.
„Du kannst das nicht länger ertragen", sagte sie langsam. „Erik, du mußt dich zu dem Schritt entschließen."
„Mich der Polizei stellen* . . . Und mein Vater?"
„An den benfe ich auch. Du mußt nicht aufs Polizeiamt gehen. Vorläufig noch nicht. Du mußt zu einem Mann gehen, von dem ich glaube, daß er dir helfen wird."
„Wer ist das?"
„Er. ist Mitarbeiter des „Dagskurier", aber vor allem einer der bedeutendsten Kriminalisten von Europa und ein Mann, der schon vielen geholfen hat. Ich habe oft von ihm gehört und gelesen. Er heißt Maurice Wallion Zu dem mußt du gehen!"
II.
Am Mittwoch vormittag traf Erik wieder in Stockholm ein. Märtas Vorschlag war ein Rettungsstrohhalm, an den er sich sogleich festgeklammert hatte. Der Name Maurice Wallion war ihm dunkel erinnerlich, und er hatte fest beschlossen, ihn aufzusuchen und ihm alles zu erzählen. Darnach mußte es gehen wie es wollte, ober vielmehr wie Wallion wollte.
Er kaufte mehrere Morgenzeitungen, aber sie meldeten nichts weiter, als baß die Nachforschungen fortgesetzt mürben.
Erik hatte sie eigentlich vorbereiten wallen, aber das Geständnis entfuhr ihm jetzt mit einem Mal ohn" Umschweife Sein Gehirn befreite sich in einem Strom hastiger Worte von der Marter des Geheimnisses. Er schonte sich nicht, legt* es Colt nicht zur Last, daß er ihn vermocht hatte, drei Tage in Stockholm zu bleiben, um ihn bann durch seinen abenteuerlichen Einfall ins Verderben zu stürzen. Er schilderte sein unheimliches Erwachen in der Villa und seine abgebrochene Flucht . . .
Als er alles erzählt hatte, war Märta sehr hlaß. ober sie fegte ihre Hanb sachte auf die seine, und so blieben sie mehrere Minuten lang sitzen.
„Daß dich irgend etwas bedrückte, wußte ich. aber ich konnte natürlich nicht ahnen . . . Onkel darf das niemals erfahren! Es ist furchtbar, Erik — wenn es wahr ist!"
„Wenn es wahr ist? Hast du die Sonntagszeitung nicht gesehen?"
„Doch! Und ich las — das. So meinte ich es nicht. Bist du wirklich der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß du ibn getötet hast?"
„Es kommt mir geradezu unsinnig vor — ich kann es nicht fassen. Aber es läßt sich durch keinerlei Ausflüchte daran rütteln. Ich sah die Spuren meiner eigenen Füße im Staub. Es gibt einfach keine andere Möglichkeit!"
Sie drehte einen Grashalm hin und her.
der Monn vom Meer.
Von Julius Regis.
-fcertregcn aus dem Schwedischen. ®. Müller-Verlag. München.
Kl ----
setzre fiep neben seinem Later nieder. „Lieber «pa," begann er, „wenn Drakenborch den Schlüssel zur -Msterwelt besitzt, überlasse ich ihm die Beweisführung. ? l^bst dagegen halte es für ratsamer, auf festem Bo- L? zu bauen. Morgen werde ich nach Stockholm fahren.
#cr von meinen Jugendfreunden ist da bei einer lau» V-Gesellschaft angestellt und wird mir sagen können, * es sick) lohnt, den Meeresboden zu untersuchen."
Reynolds Gesicht erhellte sich ein wenig. Sie spra- n°d) ein Weilchen über die Sache, und dann zog er fein Zimmer zurück, denn seine erschütterten Ner- "e bedurften der Ruhe.
Dährenbbessen saß Crik draußen unter der Linde und qichte, mit sich selbst abzurechnen. Aber das (Ergeb- erfüllte ihn mit Entsetzen. Die Ereignisse drängten f**r Schritt gegen seinen Willen nach einer I mmten Richtung. Cs waren nicht seine Nerven, die ^^erten, sondern auch seine Vernunft Er ahnte einen Qehn ,l Zusammenhang in dem Geschehenen, aber feine - ^en wichen aus, wenn er sie zu sammeln versuchte. er worüber er nicht mehr schwankte, war, baft
Stf) rf ,ni^f lunger treiben lassen wollte. Wenn sein frei ti s'eh erfüllen mußte, sollte es wenigstens aus Willen geschehen.
on /.sah seme Kusine im Wohnzimmer sitzen und ging to, ; 05 offene Fenster heran. „Märta, willst du ein 8 mit mir spazieren gehen?"
fie ih*1 f,af’e somel zu tun —" begann sie. Dann blickte n °n und setzte rasch hinzu: „Ja, ich komme mit."
Änderten quer über die Insel hinüber bis zum jUjJ mo der von Inseln umgebende Sund sich bis jenen Meer hinaus ausbreitete.
Itagte,mnerft bu dich an bas, was in Upsala geschah?" im schlaf einen Menschen, der ins Zimmer ' überfiel und ..
ggnj einwandfrei gearbeitet hatten. Flugzeugführer sind mit modernen Sauerstosf- und Kälteschutzvorrcch- tungen versehen, in noch ungleich höhere Lustschichlen vorgeftoßen. Die je von einem menschlichen Wesen erreichte größte Höhe beträgt 12 739 Meter; zu ihr gelangte der Deutiche Neuenhofen auf einer deutschen Maschine am 26. Mai 1929.
Das Schicksal Tissandiers und seines Begleiters deutet bereits daraus hin, daß ein Emporklimmen in größere Höhen keineswegs ohne Gefahren ist. Deren geringste bildet noch die Bergkrankheit, von der an die dünne Luft nicht Gewöhnte im Hochgebirge m der Regel bei etwa 3000 Metern befallen werden, mithin in einer Höhe, wo der Sauerktoffgehalt der Luft um ein Viertel geringer ist als unten.
Die in den höchsten Schichten drohenden Gefahren sind einmal die fürchterliche Kälte, bann ber durch b;e Luftverdünnung bewirkte Mangel an Sauerstoff. Im Zusammenhang damit ist übrigens bemerkenswert haß mit zunehmender Höhe eine Vermehrung der Zackl der roten Blutkörperchen eintr'll Während man bei Europäern in der Regel 4,5 Millionen auf ein Kubikzentimeter zählt, beträgt ihre Zahl bei den Bewohnern b.T oben erwähnten Siedelung in T;,bet fast 7,5 klls 8 Mil'., um bei Tie-l-n-bhemohnern, b;e sich längere Zeit in Höhen von 60<X) Metern ausgehalten hatten, auf 8 3 Millionen zu steigen.
Noch andere Erscheinungen find zu erwähnen Infolge der erschwerten Atmung fteiaert sich die Zahl der Atemzüge je Minute: bei 4000 Metern bekrönt he — gegenüber 18 im Tiefland — schon 40. bei 7500 Metern ist bei schnellem Steigen, wie im Ballon oder Flugzeug, Lebensgefahr zu befürchten. Andererseits können Bergsteiger. indem sie sich allmählich den veränderten Verhältnissen anpassen Höhen über 8200 Meter ohne Sauerstoffapparate erreichen.
Die Seufzerbrücke.
Von Gräfin Brockdorff-Meran.
Sie lehnte sich weit über das Geländer, schloß die Augen und horchte auf die arauüge Musik der gurgelnden Wellen unten in der schwarzen Leere, über ber sie hing Der Gang von hastigen Männerfchritten ließ sie sich schnell zurückziehen. Irgend jemand kam über die Brücke. Geräuschlos glitt sie durch eine Pfeileröffnung und drückte firh an den ankeren Rand, um den späten Fußgänger vorbei zu lassen. Trapp, trapp, trnpn! Die Schritte kamen näher. Eine furchtbare Aimst überfiel sie. Der Ankömmling hatte an der engen Oeffnuna angehalten, an ber sie auch Halt gemacht und starrte in den schwarzen Nebel. Sie konnte sein tiefes, nahes Atmen hören. Was würbe er tun? Sie sah die große, schlanke Geltalt des Mannes sich weit über das Geländer beugen. Sie wollte schreien. Ihre Stimme erstick'* m der Kehle. Mit Herzklopfen starrte sie weiter auf den Mann und seine weißen, an der Brüstung tastenden Hände.
„Halten Sie an!"
Fremd und heiser kamen diese Worte endlich aus ihrem Munde Gott fei Dank, daß fie die Kraft dazu gefunden, ehe es zu spät gewesen. Sie sank halb betäubt gegen den Bfeiler. Da griff eine Hand nach ihrem Arm und eine Stimme, ebenso errent wie ihre eigene, rief- ..Um Himmelswillen, was tun Sie hier?"
Ihre steif-n Finger lieben das kalte Eifen los. das sie in der Aufregung umklammert hatte. Sie stand aufrecht, gitterte aber noch an allen Gliedern. O. es war gut, daß der fixere Brückenhoden zwischen ihnen und dem höllischen Strudel dort unten war. Ihr Gefährte blieb dicht neben ihr stehen.
„Frau," fragte er etwas vorwurfsvoll und ungeduldig. „konnten Sie nicht einen beauem-ren Ausweg als diesen finden?" Eine abwehrende Bewegung -n die Dunkelheit zeigte nur zu deutlich feinen Abscheu vor diesem Weg.
„Und wie kamen Sie dazu?" fragte das Mädchen statt einer Antwort bog-gen.
Er sah sie etwas spöttisch an. erariff ihren Arm und führte sie unter die nächste Bogenlampe. In dem matten Sicht blickte fie prüfend in bas scharfgeschnittem schmeste Gesicht, das sich über sie beugte.
„Hans Georg Steffens. Der bekannte Schau'vieler und Verfasser von Filmstückchen", rief sie überrascht.
..Sehr richtig, bas bin ich."
„Und was in der Welt trieb Sie zu diesem Schritt?"
„Mich?" fragte er heft-g. „Ich bin nickst so töricht wie Sie. Ich suchte nur nach etwas Lokalkolorit, psychologische Wahrheit für die Gefühle eines Lebensüber- brüffiaen vor dem Schritt, der alles beendet. Ich schreibe ein Stück mit solchem Senfzerbrückenhintergrund"
„O," ihr Helles Lachen, in dem noch etwas von Anast zitterte die fie um ihn gefühlt hatte klang ä"ße>-st befreiend in der schweren, nebeligen Umwelt. „Allo", ich war auf der gleichen Suche nach Lokalkolorit h'ir eine Novelle. Ich bin Brigitte Haller von „Die neue Birne".
..Brigitte Haller" .... wiederholte er erstaunt und achte bann ebenfalls befreit auf . Dmn wandeln wir also auf gleichen Pfaden. Kommen Sie Kollegin" et zog ihren Arm ganz selbstverständlich in den seinen u-d schritt den Lichtern der Stadt zu.
„Einen Augenblick o'aubte i* wirklich einem Selbst- morbfanbibaten gegenüber zu stehen", sagte Bria'te als sie in bas Auto stieg bas ihr Begleiter inzwischen herangewmkt hatte. „Staff hoffen habe ich den Stoff für eine Humoreske gefunden."
.Machen Sie mich nickt zu lächerlich darin", bat Stetsfens und streckte sich behaglich in dem warmen Taxi aus in dem es nach gebraustem Leder und Tabak roch. „Und" — fuhr er fort, während feine Augen die ihren suchten und seine Sfimwe sthr weich und schmeichelnd klang. . lassen Sie die Geschichte ein altmodisches, glückliches Ende haben."
„Ich vervflichfe mich zu nichts, aber" — Re fä*<’,‘e — „Humoresken pflegen meist ein befriedigendes Ende zu hoben."
Erinnerung.
Bon Albert Kreiß.
Riesiges Meer. Oede. Verlassenheit. Graue, schirn- mernbe Fläche.
Tiefgrüne Streifen, blauer Hauck ber Ferne. Ein silbrig Geflimmer. Kaum ein Schiff.
Nur schwarze, raudjenbe Boote.
Verlassenheit, einsame Wache. Wann kommt der Feinb? — Kälte unb Nässe unb Schweiß. Arbeit und Eisen und geheime Gefahr. Nichts sonst. Das Ellen ist stumm und grausam. Die Wache ist lang. Die
Wir stehen in einer Zeit ganz großen Erlebens. Wohl in einer grausamen Notzeit, in der jeder irgendwie in die von dem stürmenden Gegenwartsrhythnrus durcheinander gejagten Kulturfäden so verstrickt ist. daß sein zeitgebundener Blick den tollen Wirbel kaum durchdringen kann. Dem sich aber von Tag zu Tag klarer enthüllt, daß trotz aller Verfallserscheinungen die gegen die Zeit sprechen können, immer mehr ein elementarer, von mächtigen Lebensenergien oetragmer Aufwärt«wille sich durchringt unb burcksetzt Dafür gibt auch das Mustk- gelchehen der letzten Jahre anstcklußreichste unb überzeugende Belege. Denn auch die Musik ist wie alle Ku st mehr als eine rein artistische Angelegenheit; auch Re fängt das Leben und alle Triebkräfte des Lebens in ihren Werken auf, in denen sie darum als Zeitdeuterin vor das geistige Auge unb bas Gewissen dieser Zeit und ihrer Menscken trift.
Man bat unserer Zeit sckon oft vorgeworsen, daß sie. weil ganz dem Maferiallsmics und einer reinen D'es- feitsfultar verfallen, den B'-ck für bas Metaphysische verloren habe und in dem Lied der Erde" ihr volles Genügen finde. Aber fang nickt f*on vor vielen Jahren Gustav Mahler in feiner „Symphonie ber Tausend" bas „Veni creator fpirtfus'". jenes erschütternde Bekenntnis einer Zeit, die ans schmerzhafter Erdgebundenhest zum Ewigen und Unlldi- Ichen rorbrinaert will? Unb llt es nickt tief bedeutsam, daß in unserer aottentfrembefen Zeit die durch unerhörte Erfolge menschlicher Forfcherfätigkeif macht- und wis- fensstolzer gewordenen Menfchen sich drängen zu der zeitlosen Kunst eines Johann Sebastian Bach
Gedanken.
Von Richard von Schaukal.
Bewußtwerbcn macht traurig Je tiefer man un Unbewußten vorbrinaf um so fchwerer a-met die Sc'le. Man muß das Grundwasser des Unbewußten im Gleichgewicht erhalten.
*
Denken läßt sich erzwingen, Gefühl beherrscht.
*
Der Mensch erschafft Beziehungen, die ihn unterjochen.
*
Kann man fick von fick leibst ablöfen? Nur, indem man sich mit Größerem erfüllt.
*
Pflichten sind Tracbänber für den. ber sich nickt halten kann Dem Aufrechten sind sie Tracht: er steigert daran seine Tragfähigkeit.
Augen sind müde Die Befehle schneiden durch bis Sprachrohr — Groß liegt b^s Meer und wartet
Die Inieln. Küsten, voller Geschütze. Unb Wachen, hurmr'ge Wacken.
Es gefckieht nickt. Nur Befehle Nur Wachen.
Das Meer iff Sara unb hülle Die Boote sind Ge» fänaniRe Nur ber Blick seht in bie Weife.
Der Mmd finaf im Gefeilte. Das Deck zittert vom Toden der Maschine.
Cin'ame Wachen und wilde Gedanken und Sehnsucht.
Kein Ereignis. Keine Tat Nur- Hartsein.
Gefahr. Unalück — locken und find wie erlöferbe Bilder Doch stieg noch immer Trauer wie stille, lang« sarne turnt'e Füll
Unb wilde Gedanken —
Schwebend wiegen sich Mönen. Farben des sinkenden Taaes durckaluten bas weife Wasser. —
Hart unb bunte! wirb bie Kimmung. Es pfeUt.
Eine Brise. Tellen und plötzliches Z-Icken. —
Klufäugig schluchzt das Meer das öde.
Und das Boot flieaf wie Spreu. Lang noch ist die Fahrt. Nälse und Kälte Das Blut fühlt Drohung, Teufelei der T-'fen. Wenn der Tag käme —
Er kam und dann nur Wachen und Sehnen und Hartsein.
und eines Anfon Bruckner, dieser frommen Got- tesfänaer, deren Lebens- und Werksunbament ber ehr ft» liehe Heilandsglaube ist? Ueber bie Gegenwartsbebeu- tung ber Bachscken Matthä uspassion. die in jedem Jahr Hunberttousende erfchüffert, braucht erst kein Wort getagt zu werden. Cs ift noch nicht lange her, da führte Wilhelm Furtwängler in der Berliner Vhilharmonie das Konzert für vier Klaviere unb Orchester bes allen Thamaskanfors auf mit einem solchen (Erfolge, daß er um die tobende Menge nur zu beruhigen, das ganze drellätziae Werk noch einmal wiederholen mußte. Unb a's vor einigen Monaten an dem gleichen Orte der greife Gralshüfer Bayreuths Dr Karl Muck mit feinen Homburaer Philharmonikern in einer geradezu überwältigenden Aufführung b'e Bruckner- T cf) e 7 Sinfonie zu einem Siege führte, wie ihn tue Kunst dieles Minnejänaers Gottes in der Reichshauvt- stadt noch nie erlebt Halle da war auch bie (Ergriffenheit der Hörer ein unvergeßliches (Erlebnis. Was gebt in unterer Zeit, vor, daß diele beiden eigentlich doch ganz unzeitgemäßen Herrgoffsmusikanfen unserer Zeit so viel bedeuten?
In den Herzen vieler Menschen des Heute brennt bie Not Die furchtbare Not ber Sucher nach dem „unbekannten Gott" Nietzsche fang es: „Die Welt ist llef und tiefer, als der Tag gedacht. Tief ist ihr Weh. Lust tiefer noch als Herzeleid, Weh spricht: Vergeht Doch alle Lust will Ewigkeit will tiefe, tiefe Ewigkeit." Und diese fragende, leidenschaftlich auf Antwort harrende Menickheit erlebt nun im Werk dieser groß-m christlichen Mystiker das Wunder, wie frommer Gottes-
Musik als Zeikdeukerin.
Gedanken zum Musikleben der Gegenwart.
Jtr. 56
t; Vormärz.
Noch blinken Wasserläufe tot und blaß, Doch in den Pappeln schwatzen schon die Stare, Ein grüner Schein rinnt durch bas graue Gras, Die Kätzchen spreizen ihre weißen Haare.
Und manchmal schiebt sich lockend tief und schön Der Himmel durch die feuchten Wolkengassen, Braust durch die dumpfen Wälder junger Föhn, Und Kinder fingen auf den Straßen.
Ludwig Bäte.
HShe»«l«rl>e für Wanze, lier und Mensch. Ilie höchste Eisenbahnstation der Welt. — Eine tragische Ballonfahrt.
Von H. S. Auerbach.
Dos Leben der Menschen unb der Pflanzen, ebenso wie das der meisten Tiere, ist an die Oberfläche ber 6r6e gebunden. Nur unter Benutzung verschiedener Hilssmittel vermögen jene — was Vögel unb viele Jn- fetten ahne Schwierigkeiten tun — sich in bie Lüfte zu Theben Aber bie Lebensbedingungen auf ber Erdoberfläche selbst wechseln außerordentlich, einmal nach her geographischen Breite, bann besonders mit der Cr- hebung über den Meeresspiegel durch Abnahme des atmosphärischen Drucks unb infolge der geringen Lull- biebte, die bei 6500 Metern z. B nur halb so viel beträgt wie im Tiefland. Je weiter man nach Norden kommt oder je höher sich Gebirge erheben, desto ungünstiger werben jene, unb zwar in gleicher Weise für Pflanze Tier unb Mensch.
go liegt z B. im nördlichen Teile Norwegens die Grenze, bis zu ber noch Bäume fortkommen bereits bei wenig mehr als 250 Meter Höhe. In ber Schwei; fletfern bie Nadelwälder dagegen schon bis zu 20)9 Meter über dem Meeresspiegel an den Bergflanken ein- oor unb auf ber dem Aeguator so viel näheren Hochfläche von Tibet gar bis 3800 Meter. Pflanzen, die an ihre Umgebung geringere Ansprüche stellen als der Baum so vor allem Flechten unb Moose, trifft man in noch wesentlich höheren Regionen an.
Erheblich bedeutendere Hohen als der Pflanzenwuchs vermag, fo seltsam dies auf den ersten Blick auch scheint, di» Tierwelt zu erreichen. Bis 5500 Meter gehen in M Mafien Hirten mit ihren Herden und Hunden weiter 3(0 Meter bergan hat man noch Wildschafe unb Stein- hörte gesehen. In ungefähr ben gleichen Höhenschichten konnten im Himalaya Käser unb Schmetterlinge beobachtet werben. Den Höhenrekord in der Tierwelt halten ober wohl die großen Raubvogel Kondor und Geier; letztere sind noch 7000 Meter über dem Meeresspiegel im Fluge angetroffen worden.
Und nun der Mensch! Bis zu welchen Höhen vermög er sich zu erheben? Die höchste Siedelung, in der Menschen dauernd leben befindet sich in Tibet, 4864 Meter hoch, also noch 54 Meter mehr, als ber Gipfel bes Montblanc erreicht. Aber noch 11 Meter höher als jene einhurten tibetischen Hütten liegt bie höchste Eisenbahnstation der Welt, Ticlio in den peruanischen Anden. D-r höchste auf ber festen (Erbe je erreichte Punkt ist — i vielleicht — ber Gipfel des Mount Everest, der m-t 8836 Meter sich am weitesten über dem Meeresspiegel erhebt; bestimmt aber ein Punkt etwa 250 Meter darunter. Tenn in dieser Höhe wurden Irvine und Mallory, di- Mitglieder ber Himalaya-Expedition bes englischen Obersten Bruce, die einen letzten Versuch zu Bezwingung des Bergriesen gemacht hatten, von einem Kameraden tieser unten noch gesehen. Die beiden sind von ihrem wagemutigen Unternehmen nicht zurückgekehrt, konnten also nicht melden, ob sie das ersehnte Ziel erreicht hotten Verschiedene Umstände sprechen indes dafür, daß sie sich, als sie gesehen wurden, auf dem Rückwege befan» ben, mithin mit größter Wahrscheinlichkeit auf bem Sipfel gewesen waren.
Unter Benutzung künstlicher Hilfsmittel — als solche on»men Freiballone und Flugzeuge in Frage — ist ber - pertfef) in bedeutend höhere Regionen oorgebrungeo. ■ 5en Höhenrekord für erstere hält der Franzose Tissa u- ; Ber, dessen Ballon bis zu 7900 bis 8500 Meter aufstieg, «mau wird sich ber erreichte Punkt nie feststellen laf- !n, da Tissaudier infolge des -Sauerstoffmangels be- Elos geworden war und bie Instrumente nicht mehr
NILS
S. März
Beilage zur Fuldaer Zeitung