Mrg. 58
Ar. 54
:: leitung 1152. Fuldaer «ctiendruckerei 1150 und 1151
Alollenkompromitz und Landabrüstung
Der erste Teil des Programmes sieht unter an- berent den unaufschiebbaren Ersatz der vier alte* ften Panzerschiffe vor. Der zweite Teil wird spater den Ersatz der übrige!, uns belassenen vier Panzerschiffe sowie der letzten drei Kreuzer enthalten. Das Panzerschiff A. soll im Laufe des Jahres 1932 und. das Panzerschiff B, für das jetzt die erste Rate in Höhe von 10.8 Millionen angefor- dert wird, bis zum Jahre 1934 fertiggestellt werden. Für das Panzerschiff A, Ersatz „Preußen , werden einschließlich der Armierungen in diesem Haushalt 18.8 Millionen angefordert. Weit« ent. hält der Haushalt 1931 29,7 Millionen Mark für Neubauten, 2,1 Millionen Mark für Torpedoarmie- rungen, so daß der Gesamtbetrag für Schiffsbauten und Armierungen rund 50 Millionen gegenüber 40,8 Millionen im Vorjahre beträgt.
des Wahlalters. Man möchte der deutschen Jugend , „den alten Kasernenhof" wünschen. Solange dies nicht möglich sei, müsse jede sportliche Betätigung weitgehend unterstützt werden. Die reichliche Diskussion über den Remarque-Film fyabe bewiesen, daß die Dinge nicht so einfach liegen, wie man es von gewisser Seite darstellen möchte. Hersteller und Regisseur sei der 21jährige Deutschamerikaner Laemle, der Sohn jenes Mannes, der der kämpfenden deutschen Heimat mit antideutschen Hetzfilmen während des Krieges in den Rücken fiel. I Heute noch befinde sich in der amerikanischen Fassung der Ausspruch eines deutschen Kriegsfreiwilligen: „Es ist schmutzig und qualvoll, für sein Vaterland zu sterben". Es sei amerikanische, un- deuttche Sensationslüsternheit und schnöder Mamin onismus, wenn man den Müttern und Schwestern in rohester Drastik dar - stelle, wie schrecklich das Umkommen ihrer Anverwandten gewesen fein könne. Dem Minister Wirth gelte das schärfste Mißtrauen feiner Fraktion.
Abg. lorgler (Komm.) meint unter Hinweis auf das Ergebnis der letzten Braunschweiger Wahlen,
die Offensive des Kommunismus beginne erst und sie werde sich auf allen Gebieten verstärken.
Gegen die deutsche Willenskundgebung des Vol- I kes bleibe die Brüningregierung als Erekutions- organ des Faschismus mit sozialdemokratischer Unterstützung. Die Geduld der Massen in Deutschland werde bald reißen. Im Gegensatz zum deutschen Massenelend bestehe in Sowjetrußland keine Arbeitslosigkeit. Die vom Zentrum angedrohten Repressalien könnten auf di« Kommunisten keinen Eindruck machen. Unter dem Firmenschild „Kampf gegen den Kulturbolschewismus" werde tatsächlich der Kampf geführt gegen jede freiheitliche Regung der Arbeiterschaft. Während Mumm, Schreiber I und Wirth in ihrer Anti-Sowjet-Hetze vom Ein- I brach russischer Barbarei in deutsches Kulturleben sprechen, haben nunmehr Männer wie Romain Rolland und Bernard Shaw die hohe kulturell« Bedeutung des Sowjet-Regimes rühmend an- I erkannt. Das Schlagwort vom Kulturbolschewismus ist in vernichtender Weise gebranbmarft worden in der Zeitschrift: „Deutsche Republik", die der Innenminister Dr. Wirth als verantwortlicher Herausgeber zeichnet. (Nicht mehr zeichnet: Die Schrifltg..) Kein Ehrlicher kann leugnen, daß der kulturelle Wert der russischen Filme turmhoch steht über dem Kitsch und erotischem Dreck der Hugenberg-Film-Industrie. Der Leiter der Film- oberprüfftelle, Regierungsrat Seeger, hat uns im Ausschuß gröblich beschwindelt. (Vizepräsident Esser ruft den Redner zur Ordnung.) Tatsächlich hat doch auf Verlangen von Länderregierungen die Filmoberprüfstelle die Aenderung des Petemkin- I Films angeordnet. Es war also ein nichtiger Vorwand, mit dem die Sozialdemokraten im Ausschuß in der Frage des Remarque-Films ihren Umfall begründet haben.
Regierungsrat Seeger erklärt, feine Auskunft im Ausschuß habe sich auf die ungekürzte Fassung des Potemkin-Filmes bezogen.
Abgeordnete Frau Cang-Brumann (Bay. Volks« partei) begrüßt die Ausführungen des Ministers im Ausschuß gegen den Bolschewismus.
Ein Kommunist macht einen Zwischenruf und die Rednerin ruft erregt zurück: „Ach Sie kleiner Junge da". (Unruhe und Heiterkeit.) Die Rednerin begrüßt das Verbot des Remarque-Films und bedauert, daß das Bühnenwerk „Die Pioniere von Ingolstadt" nicht verboten worden sei. Es könne doch nicht geduldet werden, daß eine ganze anständige Stadt beleidigt wird. Gegen Schund und Schmutz werde noch lange nicht energisch genug vorgegangen. Eine Theaterzensur sei nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Beim Reichswahlgesetz müsse das Wahlalter heraufgesetzt werden. Die Gottlosenzentrale könne in Deutschland nicht geduldet werden.
Abg. Dr. Löwenstein (Soz.-Dem.) verteidigt die Haltung der Sozialdemokraten im Ausschuß gegen den kommunistischen Antrag auf Aufhebung des Remarque-Film-Verbotes. Er wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Mumm zum Reichsschulgesetz und meint, die Sozialdemokraten würden ein solches Gesetz nur annehmen, wenn es die Verfassungsgrundsätze nicht verletzt. Mit dem Schlagwort „Kulturbolschewismus" werde ein übler Mißbrauch getrieben. Die kirchlichen Gemeinschaften sollten die Toleranz für sich verlan- I gen und auch dem Freidenkertum gegenüber zeigen. Daran fehlt es aber meistens. Die Arbeiterklasse habe das Recht, ihren Kindern die höhere Schulbildung angedeihen zu lassen, die nicht ein Privileg der Besitzenden sei. Deshalb müsse die Berufsschule ausgebaut werden und deshalb fei I auch das 9. Schuljahr notwendig.
Abg. Dr. Hoffmann-Ludwigshafen (Zentrum): I weist auf di« große kulturelle Bedeutung des Rundfunks hin, dessen Hörerschaft in Deutschland jetzt schon 3% Mill, überschritten habe. Gewiß werde vom Rundfunk noch viel Schund und Kitsch geboten, aber hier sei der Weg offen für grundlegende Reformen. Das Reichsbühnengesetz I sollte wieder kommen. Vor allem sollte der Reich«- bildunasausschuß wieder mehr Arbeit bekommen. Ein Reichsschulgesetz, in dem Gewissensfreiheit und Elternrecht gewarnt werden, muß endlich kommen. Es fragt sich nur, ob der gegenwärtige Reichstag die'Kraft besitzt, eine so grobe Kulturaufgabe zu erfüllen. Der Redner setzt sich dann für'stärker« Förderung der Turn- und Sportbewegung der Jugettd ein.
In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg. 1 Torgier (Komm.) nochmals, daß Regierungsrat 1 Seeger im Gegensatz zu feiner Ausschußerklürung
widersinnige Slenergesetzgebm,"
Nach der neuen Vereinbarung zwischen England, Italien und Frankreich, welche den englischen Ministern Henderson und Alexander nach längeren Verhandlungen in Paris und Rom gelungen ist, sollen diese Staaten bis zum Jahre 1936 keineswegs abriiften, sondern höchstens den augenblicklichen Rüstungsstand einmal- ten, mit anderen Worten, die Seerüstungen be-
haben also ein neues „Abrüstungsabkommen", das unter bestimmten Voraussetzungen zu begrüßen wäre, wenn wirklich durch dieses Abkommen mehr erreicht worden wäre als bei den völlig erfolglosen Genfer Abrüstungsverhandlungen. Aber mir bezweifeln auch diesmal mit vollem Recht die Ehrlichkeit. Früher gemachte Er- lebnisie zwingen uns zu dieser Feststellung.
5m Jahre 1928 lernten wir ein gleiches Abkommen kennen, das zwischen England und Frankreich abgeschlossen worden ist. Auch bei jenen Verhandlungen war ein eigenartiges Entgegenkommen Frankreichs England gegenüber zr^ beobachten Nur der für dieses Entgegenkommen von französischer Seite geforderte Preis war sehr hoch. England sollte nämlich bet den Landabrü- stüngsverhandlungen in allen Punkten die französische These: Erst Sicherheit, dann Abrüstung anerkennen.
Es bleibt für untere Beurteilung jener Tatsachen ganz gleichgültig, ob eine konservative oder eine Arbeiterregierung in England am Ruder ist. Denn wenn es sich um Sonderinteressen der Alliierten gegen Deutschland handelt, dann finden sich diese Regierungen der alliierten Länder immer miefcer zusammen. Und auch damals war England zu jedem Entgegenkommen bereit, doch infolge eine Indiskretion wurden zu früh Teile des geplanten Abkommens bekannt. Amerika griff ein, uni> zwar in letzter Stunde. Der Vertrag kam nicht zustande. ,
Nun betont zwar die Londoner Presse, daß bei den diesmaligen Verhandlungen und bei den neuen Abrüstungsabkommen keinerlei Zusagen englischerseits für die im kommenden Jahre stattfindende große Abrüstungskonferenz gemacht wurden. Wir machen dahinter große Fragezeichen. Wir denken eben wieder an die Tatfachen des Jahres 1928, führen dazu ferner an, was die fron, zösifche Presse zum Ausdruck bringt, daß nämlich jetzt mit diesem Flottenabkommen auch die von Frankreich schon immer gewünschte, von Beutfd)- land aber entschieden abgelehnte Wahl des tschechischen Außenministers B « nesch zum Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz als gesichert anzu-
I fehen fei.
Das erscheint uns ein sehr schwieriges ®mge» ständnis Frankreichs zu sein. Es ist uns auch Veranlassung, auf die nunmehr erneut aufgetretenen großen Gefahren für die internationale Abrüstungskonferenz hinzuweisen. Danach ist es im« I merhin, wenn auch von England bestritten, Frankreich gelungen, für diese Abrüstungskonferenz eine l starke Front gegen Deutschland zu schaffen. Das
würde bedeuten, daß diese Mächte unter fid> alte Bedingungen und Bestimmungen für bte Abru- stungsbeschlüsse sestsetzen, die dann Deutschland nur noch annehmen oder ablehnen könnte. Von einem ochlichen Verhandlungsgang mit dem Ziele einer wirklich gerechten Abrüstung wäre überhaupt nicht mehr zu' sprechen. *
Präsident Hoover erklärte, wie offiziell ftü Washington bekanntgegeben wird, die italienisch, französische Motteiwerständigung fei em ®retgms, j)U dem die ganze Welt die beiden Nationen nun beglückwünschen fönnte.
Atempause für Italien.
Bon unserem römischen Mitarbeiter. . ’T’ Die italienische Presse, die mehr als die eine« anderen Landes die Stimmung ihrer Regierung widerspiegelt, beurteilt in sachlicher Beziehung wenn man von den üblichen Fanfaren absieht das Flottenkompromiß ziemlich zurückhaltend. Dor allem sucht man dem Pak: eine überwiegend tta» lienisch-englische Note zu geben. Auf alle Falte läßt sich nicht behaupten, daß die antifranzosisck)en Empfindungen nun wie durch einen 3auber|pruä) ins Gegenteil verkehrt worden mären. 5a, 6« r°- mische Presse mit dem „Gwrnale b 5taha an der Spitze weist es sogar weit von sich, dqH nun etwa die Annäherung an Deutschland fallen g ^Senno^bürfte das finanziell katastrophal be» drängte Italien sein Winzeln nach den von Frank, reich anqehäuften Goldvorraten nur f^m« n«s bergen können, wie andererseits Srantreub offe kundig hofft, in Verbindung damit und nut Der übrigen «lwangslage Italiens all das nachholen
X«, i biesmal --- i»n »m-Ans«, herausgelassen werden mußte, nicht zuletzt deshalb, well England daran auch herzlich wenig interes»
^England hatte vor allem das Sntereffe,^baf} sich) Amerika und Japan nicht auf den Vorbehalt zum vorjährigen Londoner Abkommen berufen konnten der ihnen das Recht gab, die vereinbarte Tonnage-iffer zu überschreiten, wenn andere Machte tur See bedrohlich ausrüsteten. Nicht umsonst hatte Italien in der letzten Zeit wiederholt laut in Die Welt hinausposaunt, daß es um Frankreichs roll- len zur See rüsten müsse und mit peinlicher Präzision auch werde.
Im Ernstfall ist Italien immer darauf ange- mieten, sich einem Drucke Englands zu beugen, und es hat dies jetzt unfo williger getan, als ihm selber eine höchst willkommene Atempause baburjjj winkte, wenigstens bis 1936. Von einer italienttch- französischen Seeabrüstung kann nicht gesprochen werden, nur von einer Begrenzung des weiteren Seerüstens, soweit die gegenseitigen Beziehungen in Frage kommen. Im Mittelmeer wird die Lage bis 1936 also tatsächlich entspannt.
Frankreich wird inzwischen versuchen, Italien weiterhin zu binden. Italien aber muß, wenn es
etm Steuerausschuß des Reichstages nahm für > n-ntrumsfraktion der Abgeordnete Dr. Fohr ^imnq zu den kommunistischen Steueragitatwns- c trSaen Die die Kommunisten ohne jede Debatte a-Sbet wissen wollten. Zu der beantragten °<nHl l i o närsfteuer" erklärte Dr. Fohr, daß ^Kommunisten vergaßen zu sagen, wann und m b !f*en Raten diese »teuer erhoben werden soll.
fei das Gesetz üderhauvt unausführbar, örbies hätten die Kommunisten ihren Antrag -L dahingehend eingeschränkt, daß die Vermo- ! ^abaabe in Höhe von 20 Prozent bet Vermögen 6 500 000 Mark nur von physischen Personen Sm aber von juristischen erhoben werden soll. Ät Serben aber gerade die größten Ser- £en von der Abgabe befreit, alle Gesellschastsbe- Je und die leistungsfähigsten werden fretgekas- iL Die Vermögensabgabe wird -z. B- nicht er» hoben von den I. G. Farben, von vielen Kon^r- n»n unb vertrusteten Betrieben, deren hohe Ge- hälter für die Generaldirektoren vielfach so großes
'^'Einschränkung des kommunistischen Antrages würden alle diese n i ch t getroffen wer- ben dagegen aber die Privatbetriebe. Das stelle Sine so unglaubliche und ungerechte Behandlung Z unter ber zweifellos alle Schiebe dieser Art, hie'nod) in Privatbesitz sind, zusammenbrechen müßten undauchnochoondenKonzer n e n « * h T r u ft s aufgesogen wurden. So sieht al[obbie Wirkung des kommunstischen 'Antrages m« Doch gibt "es noch weitere Schwierigkeiten. Warum soll nämlich ein Privatbetrieb mit einem Bmnögensstand von 500 000 Mk. eine Abgabe von 100 000 Mk. bezahlen, dagegen ein anderer Privab betrieb mit 499 000 Mk. freibleiben? HmslEich der Dividendenst euer m Hohe von 20 Pro- »nt lieat die Sache nicht besser. Auch hier handelt A. fij) üm einen unglaublich oberflächlichen, m sich „Molut unklaren Vorlcklag der Kommunisten Der Gesetzentwurf sagt in keiner Weise, ob diele sßroynt zu den 10 Prozent Kapitalertragssteuer hinzukommen sollen, ob ersterer darin emgeschlosten lein soll, auch nickst ob diese 20 Prozent von der Ge- samidividende oder von der um bte 10 Prozent Äanitalertragsfteuer gekürzten Dividende erhoben werden sollen. Der Antrag bedeutet, da Besitzer nm Wettpapieren nicht nur Millionäre seien, einen schweren Vermögensverlust für kleine Leute. Er I reffe auch die Ausschüttung geaenüber Genossenschaften und Konsumvereinen. Der Antrag habe - chwerste Kurserschütterungen an der Börse zufolge und werde gerade viele kleine Leute hart treffen.
Der kommunistische Antrag will auch die Vermögen über 50 000 RM. mit einer Sonberabgabe von 20 Prozent belegen. Auch diesen Vorschlag haben die Kommunisten nachträglich korrigiert, ihn dadurch aber nicht verbessert. Sie schlagen letzt vor, daß nur Einkommen physischer Personen u- er 50000 RM. betroffen werden sollen. Die Einkommen der juristischen Personen sollen aber frei bleiben. Eine solche Maßnahme ist ebenfalls ungerecht. Nach dem Antrag ber Kommunisten wurden Einkommen von 49 000 Mark wit 22 Prozent Steuer belastet, Einkommen von, 50 000 Matt dagegen mit 43 Prozent, sodaß ersteren 10 000 Mk. mehr übrig blieben als letzteren.
Eine derartig widersinnige Gesetzgebung kann man von uns nicht verlangen. Wir sind tm Gegenteil der Meinung, daß angesichts der derartigen wirtschaftlichen Not und der 5 Millionen Erwerbslosen nichts gefährlicher wäre, als eine neue Erschütterung in unsere Wirtschaft hineinzutragen. Darum darf auch nicht der Gedanke in der deutschen Oeffentlichkeit aufkommen, als ob auch nur die Gefahr bestünde, daß eine solche widersinnige, an sich unmögliche, in ihren Wirkungen gerade für die Erwerbslosen direkt katastrophale Gesetzgebung nn Reichstag eine Mehrheit finden konnte.
Reichslaos-Sitzung.
Reichstagspräfident Lobe eröffnet die Reichstagssitzung am Mittwoch um 3 Uhr mit einem Nachruf für den verstorbenen Geheimrat Dove, der von 1912—1918 Vizepräsident des Reichstages war. Die Abgeordneten ehren bas Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.
Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums wird fortgesetzt.
Abg. Hesse (Volksnational) verlangt mehr Verantwortungsgefühl von Den Volksvertretern. Die Reichs'r eform müsse energischer ungefaßt werden. Das Verständnis für diese Frage fei im Volke viel stärker, als viele Abgeordnete und Regierungsvertreter glauben. 5n Berlin und in Bayern südlich des Mains fehle es leider vielfach an dem richtigen Verständnis für diele große Gegenwartsaufgabe. Di« Lö'ung ber Aufgabe der Reichsreform sei die Voraussetzung für die Lösung des großdeutschen Problems. Die Reichsreform fnuffe der Wahlreform vorausgehen. Die fetzt bekannt gewordenen Wahlreformpläne zielten "icht auf eine wirklich grundsätzliche Abkehr von den Schäden des jetzigen Systems ab. Es fei beschämend, daß die Arbeit für ein Reichsschulgesetz nicht bester vorangehe. Die Einführung eines ?- Schuljahres sei abzulehnen. Der Film: "2m Westen nichts Neues" zeigt in der französischen Vorführung Szenen, die das deutsche Ansehen herabsetzen
Abg. Freiherr von Thünaen (Landvolk) bedauert, daß die wirtschaftliche Not verhindere, den nichtigen Fragen von Kultur und Geist mehr Beachtung einzuräumen. Die Radikalisierung der fugend s-- ein Vorteil und ein Vorrecht unserer Jugend.
3u verwerfen aber sei Die Politisierung Der Jugend in zu frühem Alter.
Teine Fraktion fordere daher die Heraufsetzung
auf Verlangen der Württembergischen Regierung eine nochmalige Prüfung Des Petemkinfilms durch die Filmoberprüfungsstelle veranlaßt habe, die zur Freigabe führte. Regierungsrat Seeger erklärte, er habe sich inzwilchen überzeugt, daß Abg. Torg- ler Recht habe. Er habe den Potemkinfilrn so oft geprüft, daß er bei feiner Erklärung an diesen Fall nicht gedacht habe.
Von den Kommunisten ist ein M i ßtr a u e n s- antrag gegen den Innenminister Dr. Wirth eingegangen.
Nach 7 Uhr wird die Weiterberatung auf Donnerstag 3 Uhr vertagt.
♦
Der Reichstag hofft, die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums m feiner Donnerstag-Sitzung zu Ende führen zu können. Allerdings sind noch zahlreiche Redner aus dem Haufe gemeldet und auch Reichsinneri- minifter D r. Wirth, ber durch eine Erkältung mit starker Heiserkeit am Reden gehindert wurde, will gegen Ende der Aussprache noch das Wort ergreifen. Man rechnet aber Damit, Daß alle Redner sich verhältnismäßig kurz fassen werden. Auch die Rede des Innenministers wird keine große politische Programmrede sein. Dr. Wirth beabsichtigt, wie das Nachrichtenbüro des V.D.Z. hört, nur auf Die Angriffe zu antworten, die im Lauf« der Debatte gegen ihn erhoben worden sind.
Die SsthUfe.
V.D.Z B. Berlin. 5. März. (Eig. Meld.) Ayl Donnerstag früh begann in den Reichsratsau s f chü s s en die Beratung der Osthilfegesetze, für die zwei Tage in Aussicht genommen sind, unter zahlreicher Beteiligung der Vertreter Der Länder und der Reichsregierung. 21m Samstag stehen die Entwürfe im Reichsratsplenum zur Beratung. Die erste Sitzung der Reichsratsauschüsse zur Beratung der Zolloorlage der Reichsregierung ist für Dienstag nachmittag angesetzt würden. Auch für diese Ausschußarbeiten sind zwei Tage in Aussicht genommen, so daß die Zollvorlage am nächsten Donnerstag abend vom I Reichsrats-Plenum verabschiedet werden und dann sofort dem Reichstag zugehen könnte.
Das Alottenbauprogramm.
Bauelaf 1931: 50 Millionen.
Das Bauprogramm ber Reichsmarineleitung, das dem Reichshaushaltsplan beigegeben ist, besteht, wie Der Börsenkurier berichtet, mit Rücksicht auf Die ungünstige Fikanzlage aus zwei Teilen.
* Reichskanzler Dr. Brüning hatte am Don» nerstag vormittag eine neue Besprechung mit den Vertretern der Sozialdemokraten. Auch der Fraktionsvorsitzende des Zentrums, D r. Perlitius. nahm an'der Besprechung teil. Dis Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. >
Angarn und Dr. Lurkins.
totb. Budapest, 5. März. (Eig. Meld.) Jtt einem Leitartikel des Pester Lloyd beschäftigt sich der frühere Minister des Aeutzern Dr. Graz mit dem Wiener Besuch des Reichsaußen- Ministers Dr. Curtius und sagt u. a.: Ungarn wird jeder Beweis einträchtiger Zusammenarbeit zwischen den beiden deutschen Staaten mit dem Gefühl inniger Befriedigung ausgenommen. Wir fühlen uns als Mitglieder desselben politischen Jnteressenkreises, zu dem auch Deutschland und Oesterreich gehören und nicht erst fett heute oder gestern sind wir uns klar darüber, daß sich aus dieser Gemeinschaft der Gesichtspunkte, die wir in den großen politischen Fragen zu vertreten haben, Forderungen ergeben, die uns tu unserer Politik teils den gleichen, teils wenigstens einen parallelen Weg vorschreiben.
♦
rotb. Men, 5. März. (Eig. Meld.) Reichs- außenminister Dr. Curtius und Staatssekretär Dr Pünder suchten heute vormittag Den Vize- kanzler Dr. Schober auf und hatten mit ihm eine neue Besprechung, die vor allem eine engere Zusammenarbeit Deutschlands unD Oesterreichs auf w i rt s cha f ts p o l i 11. schein Gebiete sei Die Beratungen, an Denen die Gesandten Der beiden Länder und die beteilig» tm Sachverständigen teilnahmen, konnten heute abgeschlossen werden. - -1
FuldaerZeitung ^Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatt.
3 9 ------------ I Monatlich 180 einschließl Postgebühr <48 PtgO ohne ZusteUg
I Erlcheinl lechsmal wöchentlich Wochenbeilagen: „Die Welt ß 'M* IC*.* 1 Ö11 I Anzeigen-Preste: Kleinzeile (Tot.) lokal 0.15 UM., auswärts
mi Md' und „Buchend,älter- Rotationsdruck und Verlag 6« UlutJ I 0.20 RM Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM
d7r Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda Fernrufe: Schrift- J | ,Bel Wi^rbolunaen Rabatt Post,checkt Frank: a 3M 4051
I ... . . r n O. «K - «ll^liAHbrili^orai 1 1RO titln 1151 __!