chen ersichtlich sein.
Schick.
2,0
dz
94,91
2 und
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4 und
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C C C
Nr. der Parz.
1 und 5
dz dz dz
ohne Düngung dz fchwefels. Ammoniak
Höchste Temperatur im Schatten
Höchste Temperatur in der Sonne
Niedrigste Temperatur
am 3. 3. -j- 3,5°
am 3. 3. + 7,0°
feit 3. 3. — 0,5'
Düngung je ha
1,5 dz schwefelst Ammoniak
— Theater im Stadtsaal. Auf die am Donnerstag abend stattfindende Aufführung der „Candida" von Show im Stadtsaal sei nochmals hingewiesen. Die Titel- und Hauptrolle des Stückes ist mit Frau Mimi Kinne-Just besetzt. Da auch die übrigen Rollen sich in guten Händen befinden, ist eine schauspielerisch vorzüglich« Aufführung zu erwarten, die gepaart mit der dramatischen Wirksamkeit des Stückes.einen Theaterabend vollen Genusses verspricht.
Zuschriften aus unserem Leserkreis.
Für Ote hie. erfolgenden Veröffentlichungen Übernimmt Die Schristlellung nur die durch das Pretzgesetz borge, schriedene Verantwortung.
Als Anwohner einer der Hauptverkehrsstraßen nach den Friedhöfen bitte ich die verehrten Vereinsvorstände doch dahin zu wirken, daß ihre Fahnenträger das ihnen anvertraute Heiligtum des Vereins, die Fahne, stolz vor sich her tragen, wie es dem Symbol eines Vereins zu- kommt. Es sieht nicht gut aus, wenn eine Fahnendepu- tation zu einer Feier nach dem Friedhof geht oder von dort kommt und der Fahnenträger das entrollte Banner übergeschultert hat wie der Bauer die Mistgabel, penn ex auf den Acker geht. Ein Vereinsmeier.
42°/°ges Kalidüngesalz ohne Thomasmehl
schwefelst Ammoniak
42%>ges Kalidüngesalz Thomasmehl
Heu und Grummet in dz je ha
Niederichlag v. 3 3.8LL morg. — 4. 3. 8 U. morg. 0,00 mm Relative Feuchtigkeit der Luft am 4 3. mitt. 12 Uhr 60,0 °/e
krieges hinnehmen mußten, dürfte doch auch jedem klar ' fein. Es wäre bestimmt nicht besser, wenn unser „Held" in einem Kabinett Hitler oder Hugenberg als Minister funktioniert hätte. Auch hätte er nicht auf eine Mi- nister-Pension verzichtet. Er wäre der letzte, der Bes» senmg geschaffen hatte Kann doch dieser Mann keine Ruhe halten im kleinen Dorfkabinett und im Dorfe selber. Bald sind die Wege zu eng für ihn, bald hat sein Backreisig nicht genug Platz und wenn dasselbe dem Nachbarn vor die Haustüre gesetzt, dann kommt noch ein Erntewagen und der „Feind" ist eingeschlossen. Wenn ein Floh verkehrt hupft, ober ein Spatz nicht nach seiner Leier tanzt, dann gibt? die großen Beschwerden an die Behörde. Wenn man sich diese genau ansieht, so sind es jeden Sinnes entbehrende Worte, Sätze in wild durcheinandergeworfenem Chaos, die des Papierkorbs mit Recht sicher sind. Seht Bauern, Arbeiter und Jugend, so sieht euer „Retter" aus — leere Worte und Phrasen. Haltet desto fester in ländlicher Treue, Bauer und Arbeiter, zusammen. Und du, Jugend, fei dir immer bewußt, daß der heutige Volksstaat das Deutschtum in sich birgt, wie ehedem, und daß du und wir alle Pflicht und Aufgabe haben, treu den Traditionen der Väter. Daß es unser aller Pflicht ist, für unser Vaterland in der heutigen schweren Zeit, ungeachtet solcher falschen Propheten, weiter zu wirken und es in eine bessere Zukunft zum Wohle unserer selbst und aller zu führen. Ein Vogelsberger Bauer. , .
Ausfallend hoch ist zunächst der Ertrag der UN- gedüngten Parzelle mit über 80 Dz. Futter je Hektar. Dieser Ertrag wird sonst im allgemeinen nur bei guter Düngung und auch da längst nicht in allen Fällen erreicht. Der Durch'chnitts- ertrag für Wiesen liegt bekanntlich in Deutschland noch unter 50 Dz. je Hektar. In un'erem Per- such ist das günstige Ergebnis der ungedüngten Teilstücke zurückzuführen auf den äußerlt günstigen Kulturzustand und nicht zuletzt natürlich als ein Erfolg der vor Jahren erfolgten Neuansaar anzusprechen. Neuansaaten liefern, wenn sie vorschriftsmäßig ausgeführt wurden, bekanntlich in
Jäher Temperakurwechsel.
Starke Schneeschmelze im Schwarzwald. — Hochwassergefahr droht.
wib. Freiburg!. Brsg. 4. Mörz. (Gig. Meld.) Während gestern auf den Höhen des Schwarzwaldes infolge starker Strahlungsfröfte noch bis zu 12 Grad unter 0 gemessen wurden, ist im Laufe der vergangenen Nacht bei starker Bewölkungszunahme ein überaus starker Temperaturanstieg erfolgt, so daß die Temperaturen heute morgen überall über dem 0- Punkt liegen. In allen Teilen des südlichen Schwarzwaldes haben starke Regenfälle wieder eingesetzt, so daß neuerlich mit einem starken Anschwellen des Ober- r h e i n s für morgen zu rechnen ist, zumal die Witterungslage auf ein Anhalten der Niederschläge hindeutet. Die vor einigen Tagen unterbrochene Sch n e e s ch m e l ze hat erneut eingesetzt und in den mittleren Lagen zu einem Absinken der Schneedecke von 20—30 Zmtr. innerhalb 12 Stunden geführt.
Starker Schneefall in Südbayern.
wtb. München, 4. März. (Gig. Meld.) In den ersten Morgenstunden setzte heute in Südbayern plötzlich wieder starker Schneefall ein, der bis zum Vormittag in der Landeshauptstadt, besonders auf dem Lande, abermals eine beträchtliche Schneedecke schuf. In München verursachte der Schneefall mehrfach Verkehrsstörungen. Es schneit weiter.
7—8 Milligramm Phosphorsäure ausgenommen werden. In all den Fällen, in denen diese Zahl nicht erreicht wird, müssen nach dem genannten Forscher an Phosphorsäure Ueberschußdüngungen gegeben werden, und erst dann genügt es, dem Boden nur soviel Phosphorsäure zuzuführen, als durch die jährlichen Ernten entzogen wird.
Die Landwirte zwischen Milseburg und Ulstergrund seien noch darauf aufmerksam gemacht, daß der Versuch auch im kommenden Jahre in derselben Anordnung weiterläuft. Die Düngung der einzelnen Teilstücke wird aus angebrachten Schild-
fcen ersten Jahren erheblich größere Erträge als alle Grünlandflächen. Wir haben also auch in unserem Versuch den Beweis für die Richtigkeit der Forderung der neuzeitlichen Grünlandbewegung, alte im Ertrage trotz guter Düngung nicht mehr recht befriedigende Wiesen im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten nach und nach durch Umbruch, mehrjährigen Feldbau und nachfolgende Neuansaat zu verbessern. Es ist dies derselbe Grund, aus dem neuerdings in Gebirgsgegenden mit graswüchfiigen Böden die sogenannte Feldgraswirtschaft in neuerer Form wieder stärker in den Vordergrund gestellt wird.
Nun aber zur Wirtschaftlichkeit der Düngung selbst. Der Ernteertrag ist trotzdem noch erheblich gestiegen. Die Grunddüngung hat den Ertrag um 14,32 Dz. erhöht und die Bersuchsdüngung mit Thomasmehl in stärkster Gabe eine weitere Steigerung um 9,59 Dz. Trockenfutter gebracht. Wenn sich auch bei den jetzigen verhältnismäßig niedrigen Heupreisen rein rechnungsmäßig kein sehr großer geldlicher Ueberfluß ergibt, so kann doch aus dem Versuch folgender Schluß gezogen werden: Wenn unser Versuchsstück trotz des hohen Gehaltes an wuHzellöslicher Phosphorföure deutlich auf die Düngungsphosvhorsäure reagiert«, so muß eine entsprechende stärkere Düngung mit Thomasmehl sich als besonders wirtschaftlich erweisen auf all den Flächen, die nicht zu den phosphorsäurereichen gehören, und das sind, wie oben schon gesagt ist, nach Ansicht von Sachverständigen nicht weniger als 70 Prozent der deutschen Böden. Nach den neueren Ergebnissen der Pflanzenernährungsforschung ist ein Boden solange als phorphorsäurearm anzusehen, als nicht fünfmal soviel wurzellösliche Phosphorsäure den Pflanzen zur Verfügung steht als in einem Wachstumsjahr von den Pflanzen aufgenommen zu werden pflegt. Dies ist dann der Fall, trenn aus einer Bodenprobe von 100 Gr. nach dem Keimpflanzoerfahren von Neubauer etwa
Wie wird das Wetter?
Die Luftdruckverteilung über Europa ist gleichförmig aeroorben, sodaß sich auch bei uns kein ausgesprochener Witterungscharakter durchsetzen oder für längere Zeit halten kann. Da auch eine ausgedehnte ursprünglich von dem Grönlandhoch ausgehende Kallluftmaffe, die hauptsächlich über Nord- und Nordosteuropa lagert, dem Vordringen der ozeanischen Wirbel erheblichen Widerstand entgegensetzt, so wirb auch vorläufig untere Witterung nur von kleineren Zwischenhochs ober T il- tiefs bestimmt Zunächst kann dabei mit einem späteren Uebergreifen des französischen Teiltiefs auf unser Gebiet gerechnet werben
Witt.rungsalusichten für Donnerstag: Meist bewölkt, (ingetne Niederschläge, Temperaturen wenig geändert, schwache wechselnde Winde.
Temperatur- und Barometerstand in Fulda.
Mitgeteilt von Diplom-Opttker Sauerborn.
Versammlungen
und Kurse des Volksvereins.
Mittwoch, den 4. März in Oderdimbach im Saale von Weißmüller Volksvereinskursus für die Gemeinden der Pfarrei Oberbimbad). Beginn 10 Uhr Mittwoch abend 8 Ahr V ersnmmlun o in Kleinlüder.
Donnerstag, den 5. März in tzofenfeld im Jugendverein Volksverelnskursus für die Ge- meinden der Pfarrei Hofenfeld. Beginn um 10 Uhr vormittags. Abends Versammlung für die Gemeinde Hosenfeld.
Zu diesen Kursen und Versammlungen sind die Einwohner der angegebenen Orte und alle, die sonst aus der Umgebung interessiert sind, eingeladen. In gemeinsamer Arbeit wollen wir uns Klarheit verschaffen über die Irren und Wirren der Zeit. Ein auf Mittwoch für Blankenau vorgesehener Kursus muß leider ausfallen«
ster ziehen konnte: als die Großmutter hier ihren ersten Enkel besuchte, mußte das Bettchen aus dem Zimmer gebracht werden, damit sie sich mit ihrer Krinoline darin bewegen konnte. So segensreich trotz all solcher Hemmungen die Arbeit in Paris ntar, Bodelfchwingh mußte sie aufgeben. Seine Gattin erkrankte infolge der Aufregungen und Entbehrungen an einem Nervenficber. 1866 und 1870 machte er so als Feldprediger mit, auch da seinen eigenen Weg gehend, diesmal den Weg praktischer Feindesliebe.
Dann fand er sei eigenstes Arbeitsfeld in Westfalen, am Fuße der Sparenburg und des Teutoburger Waldes bei Bielefeld. Als Bodelfchwingh im Januar 1872 hierhin kam. stand da ein einsames Haus für Fallsüchtige: bis dahin hatte man sie kurzerhand in die Irrenhäuser gesperrt. Unter unermeßlichen Schwierigkeiten schuf ihnen die jedes Hindernis über den Haufen werfende Tatkraft und Liebe Bodelfchwinghs hier eine Stätte: „Hier bist du nicht ausgestoßen: hier hast du deine Heimat. Alle, die hier sind, ssitd deine Leidensgenossen, denen es womöglich noch schlechter geht als dir. Hier bist du nicht nur Leidender, hier kannst du sogar den anderen helfen!" Bodelfchwingh behandelte die furchtbar Kranken so, daß sie von ihrem Elend abgelenkt wurden: er machte ihnen durch klug- Einrichtungen die Arbeit — keine ist da aus- geschlosssn — zum Zeitvertreib. Beileibe nicht sentimental! Als einige Männer sich -reigerten, die Brote von der rocitentfernten Bäckerei auf dem schlechten Wege heranzuholen, schnallte B. sich selber eine Kiepe auf den Rücken und schleppte sie voll Brot selbstverständlich in die Küche: seitdem galt das Brotholen als Ehrenamt. In einer herrlichen Gartenstadt wurde fo in etwa .350 Häusern für 5000 Menschen eine Heilstätte gefdxiffen, mit eigenen Kirchen. Schulen, Druckerei, Buchhandlung, Apotheke, Ziegeleien — alles gelegen im Tal und Wald, ein beneidenswertes Dorf, romn nicht hin und wieder die Gartenarbeit, das Hämmern und Sägen übertönt würde durch den grellen Schrei eines anfälligen Epileptikers.
Mit nicht geringerem Erfolge sorgte Bodel- schwingh für die „Fechtbrüder". Nach dem Bankerott der Gründerjahre lungerten sie (1882 nicht weniger als 240 000) auf den Landstraßen, viele von ihnen schon mal eingesperrt in ein „Korrektion". oder Zuchthaus. Bodelfchwingh hatte sich sagen lassen: „Jeder kommt schlechter heraus, als er hineinkam". In der Sonne, jener Sandebene am Fuß des Teutoburger Waldes, Wmf er für sie eine Bauernfiedlung. „Arbeit statt Almosen!" war seine Losung auch hier. Zu Hunderten kamen f?e, mit den Handwerksbur'chen auch, bankerotte Kaufleute, ehemalige Schauspieler, Offiziere, Alte und Junge, Gesunde und Elende. Gute Freunde seufzten: „Nun müssen wir für Bodelfchwingh beten, er ist irrfinnia geworden!" Heute steht hier ein Dorf mit 1200 Einwohnern, Kirche, Schule, Apotheke, Konftimansialt. Dam kommt noch im hannoverschen Wietinger Moor eine ähnliche Siedlung von 6000 Morgen.
Nach diesen Beispielen rief Bodelfchwingh den „Zentralverband deutscher Arbeiterkolonien" ins Leben, der heute etwa 40 solcher Unternehmen, katholische wie evangelische, umfaßt, das älteste katholische „Maria-Veen" im Münsterland. Nicht dagegen gelang es ihm. ein besonderes Wander- arbeitsstätten-Gesetz durchzubringen: erregt luchte er vor dem Landtagsgebäude „nach einem Stein, um dem Landtag die Fenster einwwerfen, damit man mich einfperrt und ich alter Mann ihnen aus eigener Erfahrung sagen kann, wie weh es tut, wenn man ins Gefängnis gesperrt wird, weil man keine Arbeit finden kann." Kaum vermochte ihn ein Freund von solchem Vorhaben abntbringen. Wie er denn, 1904 selber in den Preußischen Landtag
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Friedrich von Vodelschwingh
Zn seinem 100. Geburtstag am 6. März.
Die Lebenshattungs-Rosten.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats F e - bruar auf 138,8, gegenüber 140,4 im Vormonat. Sie ist somit um 1,1 v. H. zurückgegangen. An dem Rückgang sind die Bedarfsgruppen Ernährung, Bekleidung und „Sonstige Bedarf" beteiligt, und zwar sind zurückgegangen die Index- Ziffern: für Ernährung um 1,9 v. H. auf 131,0, für Bekleidung um 1,2 v. H. auf 144,7, für „Sonstigen Bedarf" um 0,3 o. H. auf 186,7. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 131,8, die für Heizung und Beleuchtung mit 150,4 unverändert geblieben. In der Gruppe Ernährung sind hauptsächlich die Preise ftir Fleisch und Fleischwaren, für Eier, Hül- senfrüchte sowie Kakao und Bohnenkaffee gesunken; dagegen sind die Preise ftir Gemüse und Kartoffeln — wohl unter dem Einfluß der Jahreszeit — weiter gestiegen, die Preise für Butter haben im Reichsdurchschnitt ebenfalls angezogen.
ment und den späteren Oberinspektor ließ es nicht ruhig, wenn er auf dem pommerschen Rittergut die Erntefeste in Schnaps und Schlägerei enden oder wenn er eines Tages in einer Kate neben der mit Lumpen zugeveckleu Leiche eines Weibes zwei Kinder hungernd krabbeln sah. Da kam das Erlebnis der göttlichen Liebe über ihn. Ein Besichtigungsritt führte ihn an der Dorfkirche vorbei, aus der die Worte einer Predigt an fein Ohr schlagen. Er tritt ein. „Ich merkte gleich, daß der Pastor den Tert hatte: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige; bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende!" Herzandringend schilderte er die Not hinsiechender, sterbender, verderbender Menschenseelen, und zuletzt fragte er mit großem Ernst, ob denn unter der ganzen Gemeinde.... nicht ein solcher wäre, der sich selbst für diesen Dienst stellen wollte.'Da hieß es laut in mir: Ja, ja, ich will gern kommen! Fröhlich, ja frohlockend jagte ich heimwärts... Am 11. Oktober nachts schnürte ich mein Bündel."
In Bafel und Erlangen studierte er Theologie, lernte — selber im grauen Kittel, die „Brüder der Landstraße" kennen. Auf dem Predigerseminar zu Erfurt vertiefte er sich nicht so sehr in die gelehrten Bücher, sondern entdeckte in einem entlegenen Stadtteil eine richtige „Dettlerburg" aus alten Kirmeswagen und Hausresten und tat nun hier, was die anderen Pastöre und Armenpfleger versäumt hatten, So brannte er, „fertig" geworden, nicht auf eine bequeme Pastorenstelle, sondern auf Arbeit unter den Aermsten der Armen. Paris 1859. Etwa 100 000 Deutsche lebten hier; neben wenigen Reichen, Malern und Schriftstellern meist Lumpensammler und Straßenkehrer, ehemalige Tagelöhner, die in ihrer Heimat 6d>roaben und Hessen mit ihrem Hungerlohn keine Schulden hatten abtragen können und deshalb bei Nacht und Nebel ausge- rückt waren. Ihre Kinder verkamen in Dreck und Laster. Bodelfchwingh mietete sich im „Nebelschloß", einer Mietskaserne des Nordens, zwei kleine Zimmer; ein Tisch, drei Stühle und eine eiserne Bettstelle war seine Hauseinrichtung neben dem für ihn unerläßlichen Harmonium, über dem ein Kruzifix einsam an der kahlen Wand hing. Eine adelige Verwandte wurde dann seine Lebensgefährtin und Helferin in einem Hause, in das man das Klavier nur an Stricken durch das Fen-
gewählt, hier nicht allzugerne gesehen wurde- geschminkt sagte er den Abgeordneten und Mini stern die Wahrheit, sie alle mit „Ihr" und Du" anredend. Um'omehr durfte er sich über den Er folg freuen, daß es ihm, vor Berlin, in Hoff' nungstol", eine Heimstätte für Obdachlose Au"fd>af fen gelang, heute über 2000 Morgen mit 600 ftän» tigen Kolonisten, für die er — wenn auch noch Heine — Einzelstübchen einrichtete, das Elend der Scksiafsäle damit bannend.
Bedenkt man, daß derselbe Mann zu all diesen Unternehmungen noch eine bedeutende Diakonissen- anstatt schuf und nicht weniger — auch hier ein. träcbtlicb mit den Katholiken — für die Missionen in Afrika arbeitete, dann versteht man, daß er dies Lebenswerk auch dann noch nicht aufgeben wollte, als er 1909, vom Schlag getroffen, nur noch im Rollstuhl Haus nach Haus besichtigen konnte seinem Worte getreu: „Das beste Mittel, über die eigene Krankheit hinwegzukommen und sie inner, lich zu überwinden, besteht darin, -aß man sich Qn, derer annimmt, die noch kränker sind."
Dr. Emst Wilper. । j
Thomasmehl-Düngung auf Grünland.
Auf Veranlassung des Kurhessischen Grünlandvereins wurde im Jahre 1930 in der Gemarkung Eckweisbach, Kreis Gersfeld, ein Phosphorsäuredüngungsversuch durchgeführt,, dessen Ergebnis in mancherlei Hinsicht beachtens- wert erscheint und daher hier besprochen und bekannt gegeben zu werden verdient.
Die Versuchsfrucht ist eine zweischürige Wiese. Als Phosphorsäuredünger wurde Thomasmehl gewählt, da dieses ja der gebräuchlichste und namentlich für Grünland der beliebteste Phosphorsäuredünger ist. Die Bevsuchsfläche gehört dem Landwirt Amand Dücker in Eckweisdach und liegt am Dorfausgang nach Liebhards auf der linken Seite der Straße. Es ist die Fläche, auf der auch der Lehrgräsergarten der ländlichen Fortbildungsschule angelegt ist, und schließt der Versuch unmittelbar an diesen an. Die geologische Karte gibt als Formation für diese Lage Buntsandstein an. Der Boden ist lehmiger Sand mit günstigem Untergrund. Das Grundstück war vor wenigen Jahren noch Ackerland und trug in dieser Kulturart alle Früchte, die in diesen Lagen angebaut werden können. Der Kulturzustand der Fläche muß als ein guter on- gesprochen werden.
Der Versuch besteht aus 4 Grundparzellen und je einer Wiederholung, umfaßt also 8 Parzellen von je 150 Quadratmeter Gröhe. Die 3. und 7. Parzelle vom Gräsergarten aus blieben völlig un- gedüngt, die übrigen Parzellen erhielten als Grunddüngung je Hektar 2,5 Dz. fchweselfaures Ammoniak und 2 Dz. 42proz. Kalidüngesalze. Die Versuchsdüngung mit Phosphorsäure wurde so ausgeführt, daß die Teilstücke 1 und 5 ohne Phos- phorsciure blieben, während 2 und 6 je Hektar 4 Dz. Thomasmehl bekamen, die Parzellen 4 und 8 die doppelte Gabe also 8 Dz, je Hektar.
Eine vor der Einleitung des Versuchs vorgenommene Bodenuntersuchung nach der bekannten Keimpflanzmethode von Neubauer ergab einen Gehalt an wurzellöslicher Phosphorfäure von 15,3 Milligramm. Dieser Befund ist überraschend hoch. Man hält im allgemeinen schon die Menge von 7 bis 8 Mg. für ausreichend zur normalen Versorgung der Kulturpflanzen mit Phosphorsäure. Die Versuchsfläche gehört also nicht zu den 70 Prozent der deutschen Böden, die als phosphorsaure- arm gelten. Trotzdem wurde die Durchführung des Versuches in der vorgesehenen Art deichlosien, obwohl man von vorne herein für das 1. Ihar eine ertragssteigernde Wirkung des Thomasmehls für fraglich hielt.
Das Ergebnis des Versuches zeigte jedoch etwas anderes. Es wurden im Durchschnitt der Parzellen mit gleicher Düngung je Hektar folgende Erträge an Heu und Grummet zusammen in Dz. erzielt.
men. Angesichts dieser Erfolge ist es besonders wichtig, die Ansprüche an den Wert der farbigen Anstriche und Verputze höher zu stellen und nicht mehr so sehr auf bas einzelne Haus wie auf die sinnvolle Einführung derselben in den Straßen- und Platzraum zu sehen. Auf diese — auch für die Verkehrswerbung fo wichtigen Fragen wird der Vortragende sorgfältig eingehen. Er wird Wege weisen, auf denen jeder ohne Schwierigkeit zur Schaffung eines günstigen Gesamtbildes beitragen kann. Einfache und allgemeinverständliche Richtlinien — durch die farbigen Lichtbilder lehrreich ergänzt — sollen bargelegt, heute noch verbreitete Fehler sollen erklärt werden.
Wenn die Farbe heute auch allmählich zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, so darf dieser an sich höchst erfreuliche Umstand doch nicht zur Gleichgültigkeit führen. Denn die Farbe ist zwar ein wirksames, aber auch sehr feines und empfindliches Ausdrucksmittel. Darum gilt es, sich immer wieder mit ihrem Wesen zu befassen. Das gilt nicht nur für den Künstler und Handwerker, sondern auch für den Hausbesitzer, den Kunst- und Heimatfreund. Denn allein auf der Grundlage eines allgemeinen und ausgeprägten Farbensinnes kann sich eine gute Hebung in der Anwendung der Farbe am Hause ergeben.
So ist es zu wünschen, daß der Lichtbildervortrag am 9. März zahlreich besucht wird, nicht nur von den Fachkreisen, den Malern, Bauhandwerkern, Fachlehrern und Schülern, sondern auch von den Hausbesitzern, Freunden der Kunst und der Heimat.
Aus einem Dorf im Vogelsberg wird uns ge. schrieben: Es ist heute die Pflicht eines jeden nüchtern denkenden Menschen, beruhigend einzuwirken auf diejenigen Berufsstände, welche von der Not am schwersten getroffen sind, und, von ihrem Berufe zur Untätigkeit verurteilt, harte Not an Leib und Leben mit ihrer Familie leiden. Daher ist es unverantwortlich, diese leidenden Massen in Aufruhr und Zügellosigkeit hineinzupeitschen. Daß es solche Männer in unseren einsamen Vogelsbergdörfern gäbe, sollte man für ausgeschlossen halten und doch ist hier einer, der wühlt und schürt. Von rechtsradikaler Presse einseitig unterrichtet malt er Bauern und Arbeitern bezaubernde Bilder von besseren Zeiten vor, die ein Umsturz mit. sich bringen soll. Viele warten schon auf die „Ereignisse", deren erftes fein soll, daß dieser „Held" nach Empsangg einer Uniform von Nazis oder Stahlhelmleuten im eleganten Auto von feinem Hof zu ihren Stoßtrupps abgeholt würde. Ich will diesen Organisationen mehr Glück mit ihren Anhängern wünschen als die deutsche Armee mit jenem gehabt hat. Damals wurde von ihm auf Ruhm und Ehre gern verzichtet für ein gar friedlich-schönes Plätzchen in der Etappe, wo man als Biertisch-Stratege den Krieg aushalten konnte. Nichts weiter von dem Zwischenfall am Ende eines längeren Heimaturlaubs! Eines steht fest: Wenn die Frontsoldaten nicht mehr gewagt hätten, so hätte auf Douaumont usw. und auf den Hohen der Karpathenkämme die deutsche Fahne nicht geweht. Heute aber, da ist man übernational, da begibt man sich in die Reihen der schreienden und besserwissenden Radikalen. Daß in unserem Staate in der Nachkriegszeit Fehler gemacht wurden, will auch ich nicht verkennen. Daß wir aber manches als Besiegte des Welt-
Zriedrich v. Bodelfchwingh, der Schöpfer der Heil- und Pflegeanstaften Bethel.
Heiteres.
2tus einem Schüleraufsatz. Die Stadtkinder hatten unter der Führung ihres Lehrers einen Bauernhof besichtigt. Ihre Eindrücke über das Erlebte legten ;ie schriftlich nieder. Einer schrieb: Dann kamen wir in den Stall. Ganz hinten in der Ecke stand ein junges Kalb. Da riß der Herr Lehrer das Maul auf, und wir sahen, daß oben feine Zähne waren . - .,
*
Der verlorene Hintermann. „Der wievielte bist du in der Schule?" — „Der Vorletzte." — „Und wer ist der Letzte?" — „Der ist vor einem Jahre sitzen geblieben."
, iti j j । (.Hackebeils I. Z."j
Tie er Westfa'e re o t ?u den g öß en Män-nern, die aus dem Deutschland des 19. Jahrhunderts weiterleben werden. Als Sahn eines Landrats, Oberpräsidenten und späteren preußischen Fmanz- ministers hätte der Spielkamerad des nachmaligen Kaisers Friedrich leicht zu hohen Ehren kommen Tonnen, wie die beiden Geheimräte, mit denen er einmal in Berlin zu einer großen Feier ging, aber auf der Straße stehen ließ, um sich eines des Weges kommenden Tippelbruders anzunehmen. Beim Festmahl merkten die beiden Diplomaten, daß ihrem Freunde eine dicke Laus über den Rock kroch, das Geschenk des Bettlers; Bodelfchwingh entfernte das in solcher Gesellschaft unbekannte Tierchen seelenruhig: „Die Orden, die Sie tragen, meine Herren, sind Dinge, die im irdischen Leben glänzen; dieses war aber eben- ein Orden, der in der Ewigkeit Heller leuchten wird als die Sonn«."
Es mutet uns' wie aus einer Heiligenlegende an, wie Bodelfchwingh zu dem weltbekannten „Vater der Armen" wurde. Der vornehme Junker, im Turnen, Reiten, Fechten, Jagen und den anderen Künsten des Adels ausgebildet, verzichtete auf die Leckerbissen der elterlichen Ministertafel, nachdem er den Hunger in Berlin N. gesehen oder, im Dortmunder Revier emgefahren, das Schuften der nackten Hauer „vor Ort" kennen gelernt hatte. Den Einjährigen vom Kaiser-Karl-Grenadier-Regi-
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Barometerstand
! auf Wertaböbt reduziert)
Thermometerstand
3. 3 6 Uhr abends
4 3. 8 Uhr morgens
4 3 12 Uhr mittags
758,0 mm
756,5 mm
758,0 mm
V 2.5 C
-s- 1,5' C
4- 3,5 C