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Aordgruppe:

Nach Erledigung des Spieles Borussia — S. C. 03 Kassel spielt der Sieger gegen die übrigen Bezirks- meister des westdeutschen Spielverbandes, während der unterlegene Verein in der „Runde der Zweiten" an den Endspielen teilnimmt. Von den Bezrttsmeistern kommen zwei Vereine für die Endspiele der Deutschen Meisterschaft in Betracht, während von der Trostrunde nur 1 Verein mit daran teilnehmen kann.

Die gewöhnliche Farbe ist sandgelb, aber es kommen auch alle möglichen Spielarten in Grau und Braun vor. Sehr selten sieht man mal ein völlig schwarzes Kamel, niemals ein weißscheckiges, obgleich diese Färbung doch sonst bei den Haustieren eine große Rolle spielt. Die Hengste sind stärker gebaut und massiger behaart als die Stuten. Im allgemeinen neigen die Kamele weniger zur Rassenbildung als andere Haustiere, weil sie aus den Wüstenländern ihrer Heimat nie recht hinausgekommen sind. Da sie also ganz auf die Wüstennatur eingestellt bleiben mußten, unterscheiden sie sich so scharf von allen anderen Haustieren. Das geht so weit, daß sie in frucht­baren und wasserreichen Gegenden bei reichlichem und nahrhaftem Futter rasch entarten und ihre besten Eigen­schaften einbühen.

Wohl sind sie im höchsten Grade anspruchslos und doch in einem gewissen Sinne wählerisch. Sie bedürfen zum Gedeihen unbedingt der salzhaltigen Wüstenpflan­zen. Mit besonderer Gier sah ich sie an den Saxaulsträu­chern herumknabbern, und von gewissen Lieblingspflan­zen kann man sie auch durch die ausgiebigsten Peitschen­hiebe kaum weiter bringen. Bei starkem Hunger fressen sie sogar Knochen, Mist und andere ungenießbare Dinge. Bei fastreichem Futter können sie natürlich länger ohne Wasser auskommen als bei trockenem. Die Darbietung einer gewissen Salzmenge im Futter ist unerläßlich für ihr Wohlbefinden, und wenn der Maulgeruch der Tiere unausstehlich wird, so ist das das beste Zeichen dafür, daß es ihnen an Salz fehlt. Sie lecken dann gerne die S-tlz- ausblähungen in den Salzpfannen der Wüste auf. Auf anstrengenden Reisen, genügt die gewöhnliche Aesung nicht, sondern der Karawanenführer muß seinen Tieren dann auch noch ein besonderes Kraftfutter verabreichen in Gestalt von Kugeln aus rohem Gerstenmehlteig. Die Kamele sind so versessen auf diesen Leckerbissen, daß sie zur gewohnten Stunde sehnsüchtig danach brüllen und stönen und beständig das häßliche Maul öffnen wie Nest- vögel ihren Schnabel.

Das Schiff der Wüste.

Don Dr. Kurt F l o e r i ck e.

Für manche Länder und Völkerschaften ist das Kamel, und zwar sowohl das einhöckerige Dromedar wie dos zweihöckerige Trampeltier, zweifellos das nützlichste und unentbehrlichste aller Haustiere. Trotzdem kann man es nicht eigentlich lieb gewinnen, so wie man ein feuriges Roß oder einen treuen Hund liebt. Das Kamel ist zu Üblich, zu widerborstig, zu wenig anhänglich an die Per­fon, zu dumm, als daß man mit ihm einen wirklich inni- öen Freundschaftsbund schließen könnte. So lange es 8eht, wird man das edle Pferd als Transportmittel im­mer vorziehen. Aber oft ist man zur Kamelreise eben geradezu gezwungen. Man hat dabei reichlich Gelegen- fctit, mit der eigentümlichen Natur dieser Tiere näher be­kannt zu werden.

Liebenswürdige Geschöpfe sind sie ja gerade nicht, aber höchsten Grade geduldig, ausdauernd, leistungs- und «lderstandsfähig, wenn auch langsam. Die sogenannten Rennkamel, die sich freilich weniger zum Tragen schwerer Kosten eignen, sind ja bedeutend schneller und gescheiter, kosten aber dafür auch das'Dreifache. Natürlich gibt es ouch beim Kamel wie bei allen Haustieren verschiedene Rasten, deren Wertschätzung erhebliche Unterschiede aus­weist.

Unsere Kinder als unsere Erzieher.

Don deinen Kindern lernst du mehr, als sie von dir.

Sie lernen eine Welt von dir, die nicht mehr ist. Du lernst von ihnen eine, die nun wird und gilt!

Friedrich Rückert.

Aus dem Autzballbezirk Hessen-Hannover

Die Lage In der Oberliga.

Sensalimeller Sieg der Zuldaec Boruffen Sport-Kassel von Vorussia 5:0 (2:0) geschlagen.

Die Boruffen Meister der Südgruppe.

TabeKenstand in der Oberliga.

Südgruppe:

waren bei der Sache und gaben chr Bestes und Aeußerstes. Die Leute wuchsen mit ihrer Aufgabe über sick> hinaus und selbst sonst etwas schwache Mannschasts- teile zeigten Leistungen, die während der ganzen^ jetzt abgeschlossenen Saison nicht zu sehen waren.

Durch die Erkämpsung der Südgruppenmeisterschaft ist ein Ziel erreicht, das viele Jahre in der Endentschei- dmU stets verfehlt wurde. Es mag den Borussen eine Ge­nugtuung sein, daß ausgerechnet der B. C.-Sport, der noch fast jedes Jahr die Klippe war, an dem Borustia zerschellte, dieses Mal vernichtend geschlagen wurde. Die Tradition ist durchbrochen!

Und nun zu unseren Spielern? Iehn im Tor war nicht viel beschäftigt, doch zeigte er wieder Glanzleistungen in gewohnter Güte. Auch einen Elfmeter wehrte er sicher ab. Die Verteidigung war durchweg auf der Höhe. Klippstein zeigte sich heute auch von seiner besten Seite und Christian, der ruhige, sichere Spieler, wehrte wie immer glänzend ab. In der Läuferreihe, die den Haupt- teil der Arbeit zu bewältigen hatte, schafften drei Uner­müdliche. Hümmler, in den ersten Minuten etwas ner­vös und schwach, wuchs später über sich hinaus und gab seinen wieder hervorragenden Partnern Willier und Hoß- feld nichts nach. Im Sturm entwickelt sich Harz immer mehr zu einem erstklassigen Mittelstürmer. Seine Schnelligkeit und rasche Ueberlegung brachten heute zwei Tore, wie überhaupt die Sturmführung kaum etwas zu wünschen übrig läßt. Maintz wird mit jedem Spiel besser und dürfte fast wieder seine Bestsorm erreicht haben. Heßberger spielte den besten Fußball der ganzen Saison und zeigte, daß auch mit ihm wieder zu rechnen ist. Pletsch war etwas nervös und lieferte aber doch mit feinem Nebenmann Schätz eine entsprechend gute Partie.

Der Schiedsrichter K u n tz e - Gießen leitete das Tref­fen sicher und emwandfkei

Spielverlauf.

In den ersten 25 Minuten haben die Borussen wohl eine ganze Anzahl klare Torchancen, aber die eigen« Ner» vofttät und die Aufmerksamkeit der gegnerischen Deckung lassen keine Erfolge aufkommen. Auch Sport ist öfters im Angriff, ohne vorerst gefährlich zu werden. Der ein­fetzende Schneesturm erzeugt eine Unterbrechung des Spieles für 12 Minuten. Nach Wiederbeginn ist ein ganz anderer Geist in der Mannschaft. Nichts mehr von Nervosität, keine Angst. Jetzt müssen Tore fallen. Maintz ist der Torschütze, der wohl abgedrängt von der Vertei­digung mit wuchtigem Schuß den ersten Treffer erzielt. Und schon zwei Minuten später erhielt Heßberger eine schöne Vorlage, eine Bombe saust auf den Kasten und schon liegen Ball und Tormann im Tor. Das war Nr. 2. In der zweiten Halbzeit ist es Harz, der in prächtigem Alleingang den 3. Erfolg erzielt und bald danach folgt Maintz dem Vorbild und befördert mit wuchtigem Straf­stoß Nr. 4 in das Tor. Bei günstiger Gelegenheit schießt Harz mit raschem Spurt zum fünften Treffer ein. Ein kurz vor Schluß von dem eifrig spielenden Pletsch er­zieltes Tor wurde wegen „abseits" nicht gegeben. Vor­her hatte Iehn in glänzender Parade einen Elfmeter ab­gewehrt, so dem Gegner auch das Ehrentor versagend.

In der Halbzeit wurde das Spiel drei Minuten zum Gedächtnis der Toten des Weltkrieges unterbrochen. Spieler und Spieler und Zuschauer gedachten entblößten Hauptes der Toten, derweil die Musik das Lied: „Ich hall' einen Kameraden" intonierte. dr.

Das Hauptinteresse des Sonntags beanspruchte das Entscheidungsspiel in der Südgruppezwi- schen den Fuldaer Borussen und dem BC. Sport Kassel um die Gruppenmeisterschaft in Göt­tingen. Die Fuldaer gewannen mit dem sensationellen Ergebnis von 5:0 (2:0) überraschend hoch. Sie müssen nun ain 8. März in Gießen gegen den Meister der Nordgruppe um Titelverteidiger S. C. 03 K'ossel zum entscheidenden Gange um die Be- zerksmeisterschaft antreten.

In der Nvrdgruppe fielen die beiden NachW- gefechte des Sonntags, die übrigens weniger Interesse beanspruchten, das Treffen in Göttingen zwischen Hessen 09 Kassel und der SP. Vg. Göttin­gen, sowie das Spiel in Kassel zwischen Spiel ver­ein und Hermanni« der Ungunst der Witterung Bin Opfer. Das Treffen in Kassel Wurde beim Stande von 1:1 wegen Schneesturmes abgebrochen, während Man kn Göttingen von vornherein auf einen Austtag hWichtete.

,DaZ für Borussia-Fulda noch ausstehende Spiel gegen Ockershausen, das nach Lage der Verhält- msse von Fulda gewonnen werden wird, ist auf einen Unbestimmten Zeitpunkt verschoben Worden, da vorerst Borussia als Gruppenmeister schon an den westdeutschen Endspielen teilnimmt. Es ist nach dem Kriege d^as erste Mal, daß ein sogenannter Pro- vInzverein einen der Kasseler Sport- V.«reine von diesem Platz verdrängt hat. Borussia rückt nach dem Spiel mit Ockershausen auf den Men Platz in der Südgrupp«. Hoffentlich werden am grünen Tisch jetzt keine Aendemngen mehr vorgenom- Mn,

Nach dem verwirrenden hin und her der vergange- Woche, in der bald Punkte zugesprochen, bald ^ede-- abgesprvchen Wurden, war die Ansetzung des iFffsswe ftanb und zahlreiche sonstige Borussenanhänger für die Erlangung des „Köttert'-Punktes einfetzten, ebensosehr «lädierte di« gesamte erste Mannschaft für die Austra- «ma des Entscheidungskampfes. Sie Wvllle mchts ge- Ssenft haben, sondern die Meisterschaft auf dem gru- »m Rasen erkämpfen. Da das Spiel nach Göttingen Trleat wurde, waren es nur knapp 20 Unentwegte, A die Fuldaer Mannschaft auf ihrem schweren Gang „ach Göttingen begleiteten.

our festgesetzten Zeit traten die Mannschaften auf -^herrlichen Sportplatz von Göttingen 05 an. Das Xhlifttm setzte sich etwa folgendermaßen zusammen: loO Göttinger, 500 Kasseler und — 20 Fuldaer! Wo Leerte Göttingen hin? ' Für den Spielausgang konnte entscheidend sein. Als erste Mannschaft trat Sport Sv den Plan. Händeklatschen, Autohupen und Trom- v nschall begrüßten die Lieblinge des Kasseler Publi- z Mr schwach war der Applaus, als unsere Borus- t'einttaten, Göttingen hatte sich noch nicht recht ertt- den, wenn auch geheime Sympathien Borussia ent- gebracht wurden. Als nach 25 miraitiget Spiel­er das Spiel wegen eines starken Schneesturmes un- brochen wurde — bis dahin war wegen übergroßer Nervosität beider Mannschaften noch kein Tor gefallen _ scharten sich die Borufsenfteunde um ihre Spieler,, sie aneifernd und ermutigend. Und wirklich wintten jetzt Srfofae. Maintz schoß in wundervoller Manier das i Tor, das nur wenig Beifall brachte, und bald danach Sjfate Heßberger dem guten Beispiel. Nach der Halb- Ljt waren die Sympathien der Göttinger immer mehr M Borussias Seite. Mit jedem der noch fälligen Tore steigerte sich.der Beifall. Vollkommen geschlagen und »war so, daß man kaum mehr Kasseler Leute gegen Schluß hören konnte, verließ die B. C.-Sport-Mannschaft tat Platz, den ihre Anhänger schon in der Mitte der Ketten Halbzeit verlassen hatten. So niedergeschlagen wär die Mannschaft — Wir Wollen das wenigstens an- Mmen — daß sie es sogar vergaß, dem nunmehrigen Südgruppenmeister Borussia-Fulda ihre Glückwünsche zu Vermitteln!

Krün.

Man kann nicht sagen, daß die Kasseler schlecht ge- spUt haben, im Gegenteil, in den ersten 25 Minuten wirten sie sogar teilweise sehr gefährlich und drückten Deutlich. Torwatt und Verteidigung lieferten ein gu­tes Spiel und auch die Läuferreihe war durchweg auf ter Höhe. Im Sturm standen fünf Kanonen, die aber das Schießen vergaßen. Wtt führen die schlechte Sturm- fefflung auf die Wiedereinstellung von Trebing und Sander zurück; Leute, die vier Wochen kein Spiel mit- gchtacht haben, können. selbst bei besten Qualitäten nicht gleich wieder Meisterleistungen zeigen. Ueberhaupt ' ' M das von Kassel gezeigte Spielsystem so roh und daß die Fuldaer Kombination in ihrer Schün- und Eleganz die unvoreingenommenen Zuschauer ««erordenttich erfreute.

Was die Borussen am Sonntag kn Göttingen zeig­ten, war eine Meisterleistung, war Fußball in vollen­deter Form. Kein Teil der Mannschaft versagte, alle

Sviele

gew untfdb Verl

T»re

Punkte

Spott Kassel

16

10

3

3

46 :,24

Kurhessen Marburg 16

fo

2

4

47:36

22:10

Borussia Fuld

a 15

10

1

4

39:16

21:9

GermaniaFuld

016

7

1

8

21:35

15:17

Spielverein Kassel

15

6

1

8

46:36

13:17

Hermannia Kastel

15

5

3

7

37:41

13:17

Hessen Hersfeld

16

4

5

7

25:35

13:19

V.f.B. Gießen

15

5

2

8

25:42

12:18

Ockershausen

14

2

2

10

19:40

6:22

03 Kassel

14

11

2

1

69:24

24:4

Kurhessen Kassel

14

8

2

4

53:26

18:10

Großalmerode

14

7

4

3

25:26

18:10

Göttingen 05

14

7

2

5

52:23

16:12

Hessen 09 Kassel

iß 1'4

6

1

6

32:34

13:13

Einbeck 05

4

1

9

23:48

9:19

Spielvgg. Göttingen 13

3

2

8

22:49

8:18

F. C. Grone

14

1

2

11

19:65

4:24

Fußball.

Die Süddeutschen Endspiele.

Runde der Meister.

Die Ergebnisse des letzten Sonntags brachten in der Tabelle der Meisterrunde keine Veränderungen. Nach wie vor liegt die Spitze bei der S p. V g. Fürth, dicht­auf folgen Eintracht Frankfurt und Bayern München, zwischen diesen drei Mannschaften liegt ja auch schließlich die Entscheidung. Eintracht Frankfurt holte gegen Union Bückingen in einem keineswegs über­zeugenden Spiel einen 4:1 (1:0) Sieg heraus. Eine hohe 9:0 (3:0) Niederlage mußte Wormatia Worms in Mün­chen gegen Bayern München einstecken. SV. Waldhof und Karlsruher FV trennten sich mit 3:3. Für die Fürther gab es einen Ruhetag, da der Platz des FK Pir­masens sich in keinem bespielbaren Zustand befand und so das Treffen bereits am Samstag abgesagt werden mußte. Die Tabelle ergibt folgendes Bild:

Sp.-Vg. Fürth Eintracht Franffurt Bayern München SV. Waldhof Karlsruher FD. Union Bückingen Wormatia Worms FK. Pirmasens

7 Spiele 24:8 Tore 13:1 Punkte

6 „ 21:11 „ 10:2 „

6 „ 27:11 „ 9:3 „

7 „ 17:15 „ 7:7 „

6 „ 11:14 „ 5:7 _

7 „ 14:26 „ 5:9 )

6 „ 11:24 „ 2:10 „

7 „ 11:27 „ 1:13 „

Trostrunde Tlordwest.

Isenburgs Tabellenführung klarer.

Der Tabellenführer VfL. I senburg konnte am Sonntag seinen Vorsprung vergrößern, indem er gegen den hinter ihm an zweiter Sille liegenden SC Roi - weiß Frankfurt 3:2 gewann. Rotweiß fiel durch diese Niederlage noch hinter den FV Saarbrücken zurück, der durch einen 3:1 Sieg über Neckarau die zweite Stelle einnahm. Phönix Ludwigshafen verlor durch ein aber­maliges Unentschieden, diesmal gegen Union Niederrods (1:1) weiteres Terrain und der FC Idar erlitt mit einem 1:2 in Wiesbaden seine fünfte Niederlage.

DsL. Neu-Isenburg

Spiele

8

Tore 23:8

Punkte 14:2

FV. Saarbrücken

8

19:12

11:5

Rot-Weiß Frankfurt

8

18:14

10:6

Phönix Ludwigshafen

8

18:13

10:6

SV. Wiesbaden

7

13:9

7:7

Union Niederrad

8

15:21

5:11

FC. Idar

7

13:29

3:11

VfL. Neckarau

8

16:27

2:14

Die Trostrunde Südost.

Pforzheim behauptet die Spitze.

Der Sonntag brachte in der Trostrunde Südost wieder Hochbetrieb, sämtliche Mannschaften standen im Kampf. Die Augsburger Schwaben konnten sich durch einen 4:2- Sieg Über die Stuttgarter Kickers für ihre im Vorspiel erlittene Niederlage revanchieren. Mit 3:2 (1:1) blieben die Münchener „Löwen" gegen den wiedererstarkten Karlsruher Phönix nur knappe und glückliche Sieger, während der Spitzenreiter, FC. Pforzheim den FV. Ra­statt unverdient hoch mit 6:0 Toren abfertigte. In Fürth mußte sich der VfR. auf eigenem Gelände dem „Club" mit nicht weniger als 0:7 (0:3) beugen.

Spiele

Tore

Punkte

1. FC. Pforzheim

8

29:16

13:3

München 1860

7

40:13

12:2

1. FC. Nürnberg

8

30:9

' 11:5

Schwaben Augsburg

8

28:22

10:6

Kickers Stuttgart

7

20:15

8:6

Phönix Karlsruhe

8

5:30

2:12

FV. Rattatt

6

6:31

1:11

VfR. Fürch

7

9:31

1:13

Handball.

Süddeutsche Handball-Meisterschaft.

Sv. Darmstadt 98 vor der Meisterschaft?

Durch Absetzung des Treffens zwischen Mainz und Trier in der Abteilung West wegen schlechter Platzver­hältnisse in Mainz und durch die Verlegung des Spieles zwischen München 1860 und Freiburg auf den 29. März gab es in den beiden süddeutschen Endspielgruppen wie­derum nur eine Begegnung, die aber bereits eine Vor­entscheidung gedacht haben düste. Polizei Darmstadt konnte in Waldhof den Vorspielsieg von 3:2 nicht wieder­holen und wurde mit dem gleichen Ergebnis geschlagen. Damit ist der ernsthafteste Konkurrent des SV Darmstadt 1898 ziemlich ausgeschaltet, so daß mit der Abteilungs­meisterschaft des Titelverteidigers wieder zu rechnen sein dürfte. Das Rückspiel des SV 98 in Mannheim sollte die Entscheidung bringen.

Am die westdeutsche haudbaNmeisterschaft

Surheffen Sasfel—Sportfreunde Siegen 8:5 (6:2).

Der letzte Kampf, den der Hessen-Hannooer-Meister, Kurhessen-Kassel, gegen den Südwestfalenmeister und westdeutschen Meister, die Siegener Sportfreunde, in Kassel bestritt, hatte mit einem vollkommen unerwarteten Siege der Kurhessen ein sensationelles Ende. Die Siege­ner hatten len Gegner wohl unterschätzt. Bereits nach wenigen Spielminuten führte die Kasseler Mannschaft mit 5:1! Trotz leichter Feldüberlegenheit vermochte Sie­gen daran bis zur Pause nichts zu ändern, denn einem zweiten Treffer setzten die Kurhessen prompt den sechsten Erfolg entgegen. Nach dem Wechsel waren die Siegener besser in Fahrt, holten bis auf 7:5 auf und mußten sich

schließlich doch in ihr Schicksal ergeben, als die Kurhessen durch einen Strafmurf zum achten Erfolge kamen.

Fechtsport.

— Der Deutsche Fechterbund hielt in Erfurt seine Jahresversammlung ab. Die Meisterschaften 1931 werden keine Dreiteilung in Degen, Florett und Säbel mehr er­fahren, vielmehr sollen die Titelkämpse wie früher in allen drei Waffen an einem Ott ausgetragen werden. Bei der Festsetzung der Termine einigte man sich für die Einzelmeisterschaften auf Dresden vom 7. bis 10. Mai und für die Mannschaft-meister- fchaf t auf Halle a. d. Saale vom 2. bis 4. Oktober. Die angefetzte Besprechung über den Vertragsabschluß mit der Deutschen Turnerschaft wurde nicht erschöpfend behandelt.

Turnen.

Dom Oberfulda Werra Rhön-Gau.

Die Fachwarte des (Banes tagen.

Am Sonntag tagten in der Halle der Turnvereins H e r s f e l d die Fachwarte des Gaues, um einheitliche Richtlinien für die Jahresarbeit zu geben. Die Tagung war von allen Bezirken beschickt. Gauoberturnwatt Loh­fink, Fulda, eröffnete die Tagung und hieß die erschie­nenen Vertreter herzlich willkommen. Gauvertreter F e r n a u gedachte eingangs des Volkstrauertages. In der anschließenden Beratung wurden insbesondere turn« technische Fragen, die neben der praktischen Turnarbeit im Mittelpunkt der Beratungen standen, besprochen. Zur Frage der Ausgestaltung des diesjährigen Gauturnfestes wurde in sehr angeregter Aussprache Stellung genom­men. Einen besonderen Raum in den Beratungen nahm die Spielbewegung ein, wobei nachdrücklich betont wurde, daß mit aller Schärfe gegen Auswüchse in ihr Stellung genommen werden muß. Im Mittelpunkt der nachmittäg­lichen Arbeit stand die praktische Turnarbeit. Die Tagung war arbeitsreich und getragen von dem Wollen, alle Zeit wetter zu arbeiten zum Segen der D. T. und damit auch für Volk und Vaterland.

Kunstturnen in Bebra.

Am Samstagabend sand das vom Turnverein Bebra vorbereitete Kunstturnen in der dortigen Turnhallestaft. An demselben beteiligten sich die Aeltere Kasseler Turngemeinde, der Turn - und Fechtklub Fulda und der Turnverein Bebra. Für die Fuldaer Turner war dieses Kunstturnen eine letzte Vorbereitung der ersten Riege für das große Schauturnen am 8. März im Stadtsaal zu Fulda. Leider mußte für zwei Turner, die geschäftlich abwesend Waren, Ersatz eingestellt Werden. Erwartungsgemäß blieben die Kasseler Turner an erster . Stelle, der Turn- und Fechtklub Wurde Zweiter und Bebra Dritter. Von den Fuldaer Turnern wurde Sch ä- fer mit 62 Punkten Bester, den zweiten Platz bei­legte Heisig mit 55 Punkten, den 3. Platz Gozilla mit 54 Punkten, den 4. Platz Diegmaun mit 50 Punkten, den fünften Platz Bienwald mit 49 Punkten und den sechsten Platz Büttner mit 47 Punkten.

Sporkneuigketten in kürze.

Argentiniens Fußballmeister La Plata wurde in Berlin vor 10 000 Zuschauern von Tennisborus- fia Berlin mit 2:1 Tressern geschlagen.

*

D i e Zwischenrunde uni den DSB.-H and» ball-Pokal sah Berlin über Norddeutschland 8:6 und Mitteldeutschland über den Baltenverband mit 11:3 Tref­fern siegreich. Berlin und Mitteldeutschland bestreiten als? das Endspiel.

Nürnberg gewann gegen Augsburg einen Städtekampf im Kun st turnen mit 1050:1044 Punkten sehr knapp. *

Die Wektmeisterschaft im Eiskunstläufen für Paare fiel an die Ungarn Rotter-Szollas.

*

Der Berliner Schlittschuh klub schlug im Berliner Sportpalast die tschechische Eishockey-National­mannschaft mtt 4:2 (2:1, 0:1. 2:0).

*

Handballmeister des M i 11 e Irh e i nkre i- s e s wurden in der Abteilung A Herrnsheim und in der Abteilung B der TV Algenrodt.

*

Ci11y Äußern spielt zur Zett an der Riviera un­ter Form. Beim Turnier in Monte Carlo unterlag die Deutsche gegen die Engländerin Miß Satterthwaite mit 2:5, 4:6.

Beniner Devisenkurse

27 Februar

88 Fe Geld

iruar - Brief.

Geld

Briet

Newyork

4,20

4,20

4,20

♦,9t

Brüssel

68,58

68,70

66,58

58,70

Holland

168,58

168,92

168,63

!68,87

20,41

SO, 45

20,41

20,45

16,46

16,60

16,46

16,50

80,91

81,07

80,91

81,07

Spanien

44,11

44,18

44,06

44,14

Italien

22,01

28.OB

20,01

22,05

Dänemark

113,41

112,63

112,42

112,64

Norwegen

112,43

112,35

112,43

112,55

Schweden

112,50

112,72

112,18

112,75

Prag

12,46

18,47

12,45

S'fl

Wien

69.06

59.18

59,06

59,18

Schriftleiter: Dr. phil. Johanne« Kramer, Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Ackiendruckerei I. P a r z e 11 e r.

Die vielgefchmähte Störrigkeit des Kamels ist durch unerschöpfliche Geduld und liebevolle Behandlung schließ­lich doch überwindbar, aber Kränkungen aller Art vergißt es so leicht nicht und rächt sich für solche namentlich in der Brunstzeit durch grausame und tückische Bisse. Auch untereinander sind dann namentlich die Kamelshengste zu dieser Zeit sehr kampflustig und bissig, und die Einge­borenen benutzen das, um Zweikämpfe zwischen ihnen zu veranstalten, auf deren Ausgang hohe Wetten abge- schlofsen werden.

Die dem Kamel angeborene Gangart ist der Paß, der bei den Rennkamelen viel leichter und gefälliger sich aus­nimmt. Scheut es vor einem ihm unheimlichen Gegen­stände, was sehr leicht vorkommt, so verfällt es für kurze Strecken in Galopp. Am besten geht es auf schwersandi­gem Boden, und zwar bergauf besser als bergab. Das un­angenehme Gefühl des Geschaukeltwerdens empfindet der Retter eigentlich nur bei schwerfälligen Lastkamelen, nicht aber bei guten Rettkamelen, auf denen man fo bequem sitzt wie in einem Großvaterstuhl. Bei längeren Mär­schen über steiniges Gelände bekommen die Tiere leicht Satteldruck ober wunde Füße und beginnen zu lahmen. Ein das übliche Gewicht kragendes Lastkamel legt je nach der Beschaffenheit des Bodens stündlich 3—% Kilometer zurück; bei Tagesmärschen von 35—40 Kilometer muß man an jedem vierten bis fünften Tag einen Erholungs­tag einfchieben. Das Rennkamel wetteifert an Schnellig­keit mit dem edelsten Pferde, übertrifft dieses aber weit­aus an Ausdauer.

Im Alter von % Jahren werden die jungen Kamele erstmalig zum Tragen leichterer Lasten benutzt, die all­mählich gesteigert werden. Der erwachsene Hengst trägt ohne Beschwerde 180 bis 250 Kilogramm. Im allgemeinen behandelt der Wüstenbewohner seine vierbeinigen Ge­fährten gut, schlägt sie nur selten und schmückt sie mit bunten Troddeln oder Schnüren oder hängt ihnen, na­mentlich den Leittieren, leise läutende Glöckchen um, was den Kamelen offenbar auch selbst sehr gut gefällt. Die ganze Karawane marschiett im Gänsemarsch, wobei jedes

Tier lose mit seinem Vorgänger verknüpft ist. Der ein­tönige Gesang der menschlichen Begleiter spornt die Tiere ersichtlich an. Mit vorgerücktem Alter werden die Kamele in der Regel leberkrank und erreichen selten das 30. Le­bensjahr. Fleisch und Leder des Kamels sind nicht viel wert, aber die Wolle erfreut sich dagegen großer Wert­schätzung.

Bunte Zeitung.

— Die ältesten Stücke Schmiedeeisen, die man kennt, dürsten die Sichel, die von Belzoni unter der Basis der Sphinx in Karnak bei Theben gefunden wurde, d:e Klinge, welche Oberst Wyse in der großen Pyramide, ein- gemauert fand, und das Stück einer Säge, welche Layard zu Nimrod ausgegraben hat, sein. Diese Gegenstände befinden sich im Britischen Museum. Sie beweisen, daß das Eisen und di« Kunst, es zu schmieden, viel früher bekannt mar, als man bis dahin angenommen halte. Ebenso, daß dieselbe früher geheimgchälten und daß es Jahrtausende erforderte, bis es zu allgemeinem Brauch auch nach Europa kam. Asien ist also auch die Wiege des Eisens und des Stahls. Der erste Stab Damas­zener Stahl, von dem man weiß, wurde Alexander dem Großen vom König Pochttn überreicht. Jahrhunderte lang übertrafen die chinesischen Rasiermesser jeden eu­ropäischen Stahl an Schneide und Dauerhaftigkeit.

Allerlei Weisheit. Im ftühen Mittelalter war es üblich, daß Vornehme sich während des Essens vorlesen ließen. Wie Einhatt von seinem kaiserlichen Herrn, Karl dem Großen, erzählt, liebte es dieser, sich während des Speisens aus den Büchern des heiligen Augustinus vorlesen zu lassen. Auch in den Klöstern bürgerte sich diese Gewohnheit ein. — Karl der Große war ein Feind der Trunkenbolde. Er schickte in seinem ganzen Reiche Sendboten umher, welche die Namen aller jener Per­sonen aufzeichnen mußten, welche sich dem übermäßigen Trünke ergaben. — Tacitus rühmte es von den Germa­nen, daß sie sich jeden Morgen badeten und dies als das erste Geschäft des Tages betrachteten.