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SwelnWMr IQ V!g. (mit JAK Beilage 15

Anzeiger für die Stadt Aulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

Mr«. 58

Dienstag, 3. März 1931.

Itr. 51

Eine traurige Bilanz der Braun

den größten Gewinn.

schweizer Kommunalwahlen für die Politik der Vernunft.

von der Eisenbahn nnd ihrer vennhnng

Güterverkehr

Das Siseabahnneh. Personenverkehr.

14. Polen

3,0 12,9

26. Finnland .

27. Norwegen

28. Albanien .

29. Rußland .

9.

10.

11.

12.

13.

24. Griechenland 2,5

25. Türkei . . . 1,5

2,9

2,6

6,8

4,7

5,2

4,1

15. Lettland .

16. Rumänien 17. Portugal .

18. Jugoslawien

19 Schweden.

20. Spanien .

1.

2.

3.

4.

Frankreich Oesterreich Irland - Italien .

4,3

4,1

3,7

3,6

15,5

6,8

5,7

8,2

21. Estland . .

22. Litauen .

23. Bulgarien

. . 10,3 11,2

. 9,8 10,1

. 9,7 12,0

. 8,4 10,8

. . 6,9 16,3 . . 6,8 5,1 . . 5,0 7,1

3,6 26,7

3,1 7,1

Belgien . . Luxemburg. Schweiz - , Großbritann.

Etwas weitmaschiger wird das Netz a m R a n d e um diesen Keil herum:

Von Dr. Karl Siegmar

Ohne Eisenbahn wäre heute kein Land, kein Volk, keine Wirtschaft denkbar. Auch Auto und Flugzeug können der Eisenbahn keine ernsthafte Konkurrenz bereiten. Nur wenige Menschen mag es jetzt noch in Europa geben, die das alte Lied der Eisenbahn im. Schienentakt noch nicht kennen; den meisten ist sie vertraut, notwendig, unentbehrlich.

Ein Netz von Schienenwegen umspannt den Erdball. Ten größten Anteil daran, 48,5 Prozent, hat Amerika, das eigentlich ans zwei Erdteilen besteht. Dann kommt Europa mit 32,3, Asien mit 9,9, Afrika mit 5,3 und schließlich Austra­lien mit 4 Prozent. Auf hundert Quadratkilometer Erdoberfläche entfällt ein Kilometer Eisenbahnlinie, auf 10000 Einwohner 6,8 Kilometer. Das ist der Durchschnitt der Erde. In Europa ist das Eisen­bahnnetz enger; da kommen auf 100 Quadratkilo­meter 1,9 Kilometer Schienenstrang und auf 10 000 Einwohner 8 Kilometer.

Wie dicht aber ist das Eisenbahnnetz in den einzelnen Ländern Europas? Man er­sieht dies aus folgender Aufstellung, wobei die erste Zcchl die Kilometer Schienenstrang auf hun­dert Quadratkilometer Landfläche und die zweite die auf 10 000 Einwohner entfallende Schienen länge in Kilometer angibt.

Zunächst trifft man Länder mit dichtem

Eisenbahnnetz an. Sie bilden einen von Nord-

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Am Sonntag haben, ohne daß Zwischenfälle vorgekrmmsn wären, die Städte und Kreise in Braunschweig Neuwahlen ihrer kommunalen Kör­perschaften vorgenommen. In beunruhigender Weise haben trotz geringerer Wahlbeteiligung die Kommuni st en gegenüber dem 14. September einen erheblichen Sieg erfochten. Sie haben den Sozialdemokraten viele Wählerstimmen abgenom- wen. In der Stadt Braunschweig haben auch die Nationalsozialisten einige Hundert Stimmen Sewonnen, dagegen hoben sie außerhalb der Haupt­stadt vielfach Stimmenrückgänge gegenüber dem U. September zu verzeichnen. Die Deutschnationa- len haben gegenüber dem 14. September nicht Mr viel Stimmen verloren. Dagegen haben die Mittelparteien, vor allem auch die Staatspartei, wieder erhebliche Einbuße zu verzeichnen. In der Stadt Braunschweig haben die roten Parteien 'Sozialdemokraten und Kommunisten) rund 50 000 Ammen, alle anderen Parteien, ein- Meßlich der Nationalsozialisten, etwa 44 000 Ammen. Die Sitze in der neuen Stadtverord­netenversammlung verteilen sich nach vorläufiger ^krechnung wie folgt: 14 Sozialdemokraten, 10 ^aüonalsozialisten, 4 Kommunisten, zusammen 7 ^«e der Mittelstandsliste, Deutschnationale Volks- ^rtei und die Nationale Einheitsliste. Das Starte« Verhältnis ist also 18links zul7rechts. In ^r, letzten Stadtverordnetenversammlung hatten Azraldemokraten 19, Kommunisten 1, Demokraten ! Atz. Nationalsozialisten 1 Sitz, Volksrechtspartei w Atz und die bürgerliche Einheitsliste 12 Sitze.

der Wahl hatten von 115 560 Wahlberechtigten nf 124 das Wahlrecht ausgeübt. Das bedeutet eine ^pwzentige Wahlbeteiligung. Davon erhielten: A>zwldsmokraten 37 672 (gegen 14. Sept. 30: "b21), Nationalsozialisten 27 040 (25 252), Kom- Alnisten 12 236 (8 828), Deutsche Staatspartei 1427 .968), Deutschnationale 4 471 (4 999), Nationale Einheitsliste 7 924.

der Kreistogswahl im Kreise Braun- = 8 a n & erhielten die Sozialdemokraten ta» Stimmen (gegenüber 11 287 bei der Reichs- -unwohl am 14. September), die Nationalsozia- kin '230 (7673), die Kommunisten 1 640 (1 253), nen ""twnalwi rtschaftliche Einheitsliste 5710 Stim-

*

. Zur Vergleichung mit den zur Reichstagswahl Ne^^vptember 1930 abgegebenen Stimmen fön« bi? "A den Ergebnissen der Kommunalwahlen und ® die Sozialdemokraten, Nationalsozialisten Q.. Kommunisten entfallenden Stimmen heron- !LJr9eti werden. Es ergibt sich nach unserer Be- chnung folgendes Bild: Im ganzen Frei« " at Vra>unsch we i g wurden abgegeben: für

fcenn man sich die Zahlen und ihre Reihen­folge ansieht, dann erkennt man, daß sie von den verschiedensten Umständen abhängig sind. Zunächst von der absoluten Länge des Eisenbahnnetzes, dann

Wirth vor dem Reichstag.

BDZ. Berlin, 2. März. (Eig. Meldg.). Die Reichstagssitzung beginnt heute wieder um 3 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweit e Lesung des Etats des Reichsinnenministeriums in Ver­bindung mit dem kürzlich vom Reichsrat verabschie­deten 'Gesetzentwurf gegen Waffen­mißbrauch. Dieses Gesetz bestraft das Führen von Hieb-, Stoß- und Stichwaffen außerhalb des Hauses mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe und das Mitführen solcher Waffen bet politischen Veranstaltungen mit Gefängnis nicht un­ter drei Monaten. Reichsinnenminister Dr. Wirth will sich in seiner, Etatsrede ausführlich mit der nationalsozial ist i s ch e n und k o m rn u n i. st i fch en A g i t'a t i oh beschäftigen und in' die­sem Zusammenhang auch das Gesetz gegen.Woflen- Mißbrauch begründen. Außerdem wird Dr. Wirth sich auch mit dem Verbot des Remarcque- F i l m s befassen. .

Baron von ® alera.

westen her nach der Mitte Europas hineinragen, den Keil:

Schließlich gibt es noch einige Länder in Ost­europa, wo die Eisenbahn noch nicht allzu tief ins Volksleben hineingewachsen ist:

. 1,2 13,5

. 1,2 13,7

1,1 3,6 . 0,4 54

Braunschweig ritze-rot!

Aus dem Verlust der rnittelparteieu haben die Kommunisten

. 36,5 14,0 5. Deutschland . 12,4 9,2

. 21,2 19,3 6. Dänemark . 11,9 14,8

. 14,5 15,0 7. Niederlande .10,8 4,8

. 14,2 7,5

ger Abschluß des Zlollen-Vergleichs

EinSieg der Sache der Vernunft"?

«tb Paris, 2. März. (Eig. Meld.) Die Mor- Jn-effe erörtert allgemein den gelungenen Ab- W des Flottenvergleichs zwischen En g la nd ,

Iien und Frankreich und gibt derHoff- XiHta Ausdruck, daß diese Einigung auch die Haemeine Abrüstungskonferenz gün­stig beeinflussen werde.

Petit Parisien" schreibt:Praktisch gesehen, Rom einen Ausgleich ermöglicht, der m kei- Weise die wirkliche Stärke der französischen und italienischen Marine beeinträchtige.

Echo de Paris" erklärt, soweit sich übersetzen tote sei es zweifelhaft, ob Frankreich, das die Rutsche Flotte von 144 000 Tonnen in Schach hal- LL müsse, in der Lage sei, den wichtigen Teil des Mittelmeeres zwischen Frankreich und Nordasrtka m beherrschen. Die ganzen Mobilisierungsplane Frankreichs feien aber nur auf der Voraussetzung t-ner unbedingten Hegemonie Frankreichs in dieser Zone aufgebaut.

Journal" bezweifeü, ob das Abkommen Fort« schritte auf dem Wege der Konsolidierung des Friedens ermöglichen werde.

Figaro" meint, das erzielte Teilabkommen sei -in Beweis für eine tiefgehende Uneinigkeit, ienn es beruhe auf der Voraussetzung, daß bte ehemaligen Alliierten überhaupt gegen­einander Krieg führen könnten.

Englische Stimmen.

wtb London, 2. Mörz. (Eig. Meld.) Die Blätter behalten sich in Erwartung der Einzelheiten der vor­läufigen Flottenvereinbarung ihr endgültiges Urteil vor, brücken aber ihre Bestiedigung über das bereits Be­kanntgewordene aus.Daily Herold" sagt in einem Seit« artifel: Wenn die Staatsmänner bei der internationalen Abrüstungskonferenz den gleichen Mut und die gleiche Weisheit zeigen würden, wie sie bei den jetzt be­endeten Besprechungen in Paris und Rom zutage ge­treten seien, bann dürften die Aussichten der Konferenz gut sein.. In einem Leitartikel desDaily Telegraph" hchi es, Großbritannien fei natürlich kein uninteressier­ter Vermittler gewesen, aber eine Verständigung zwischen ien beiden eifersüchtigen Mittelmeermäch- :en werde zweifellos eines der größten Hindernisse der WrWngsverhandlungen beseitigen.Daily Expreß" lagt, Macdonald und seine Mitarbeiter verdienten Lob für ihre Leistungen auf einem der heikelsten Gebiete der internationalen Diplomatie. Der liberaleNews Chro- nicle" führt in einem Leitartikel: aus: 3m Augenblick wollen wir dem geschenkten Gaul nicht ins Maul sehen, sonimrn-alle Parteien beglückwünschen zu etwas, was auf

Ein klares Wort.

Der Bischof von Srmlanb über das Zentrum.

In einer Ausschußsitzung der Ostpreußischen Zentrumspartei, die vor einigen Tagen stattsand, überbrachte Domprobst Sander den Versammel- ten die Grüße und den Segen des Bischofs und fuhr dann fort: t

Er (der Bischof) hat mich beauftragt, hier zu er­klären, daß er vorbehaltlos und ohne Einschränkung für feine Person sich das Programm des Zentrums zu eigen mache. Es ist sein lebhafter Wunsch, daß alle feine Dw- zefanen diese Gesinnung ebenfalls-teilen und daß die­jenigen, die gewiß in guter Meinung vom Zen­trum sich trennten und anderen Parteien sich zuwandten, wieder den Weg zurücksinden; Mann für Mann und Frau für Frau mögen dem Zentrum die Treue halten! Es handelt sich geradezu um die Existenz des Vater­landes, um sein und der Kirche Wohlergehen. Das ist der Auftrag, den ich von Se. Bischöflichen Gnaden be­kommen habe." r

Man darf annehmen, daß Bischof Kaller von Ermland. sich in so rückhaltloser Weise über das Verhältnis von Katholiken und Zentrum ge­äußert hat,, weil ein besonderer Grund dazu , in den Verhältnissen seines Bistums liegt. In Errn- land erscheint nämlich d i e . e i n z i g e katho­lische Zeitung in Deutschland, die glelchzei- tig katholisch und deutschnational sein will. Der Zwiespalt im Lager der ermländischen Katho­liken kann dem Bischof natürlich nicht gleichgültig lein. Darüber, hinaus darf man auch sagen, daß das Bekenntnis des Bischofs von Ermland eine Be­deutung hat, die über die Grenzen feines Spren- gels hinausgeht. ,

* Bei der würdigen Gedächtnisfeier, die im Reichstag in Gegenwart des Herrn Reichspräsiden­ten am Sonntag stattfand, hielt der erste Schrift­führer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberflir- sorge Dr. E u l e n die Gedenkrede. Nach der Feier schritt der Herr Reichspräsident in Begleitung des Reich-swehnninisters Groener die vor der Frei­treppe aufgestellte Ehrenkompagnie des Wachregi­ments unter den Klängen des Präsentiermarsches ab.

mals organisieren können, sondern flutet hier und dort, auf und verebbt dann wieder.

Selbstverständlich haben radikale politische Unter­nehmer wiederholt den Versuch gemacht, das not­leidende und- mißvergnügte Bauerntum - für sich einzufangen und einer besonderen Partei dienst­bar zu machen. Diese Bestrebungen sind' fast über­all an der Wachsamkeit der f»genanntenGrünen Front" gescheitert. Inzwischen hat sich, aber der innere Zusammenhalt derGrünen Front" be­denklich gelockert, vor allem bei der nord deut­schen und ostdeutschen Bauernschaft. Daß diese Bauerngruppen scharf nationalistisch fühlen, wird niemanden überraschen. Daß aber diese Strö­mungen eilten entschiedenen Sozialismus mit sich führen, das erscheint in der Tat verblüffend.

Da der Bauernsozialismus eigentlich der Natur des bäuerlichen Wesens zuwiderläuft, bleibt es auch recht zweifelhaft, ob sich diese seltsamen Ten­denzen in weiterem Umfange dauernd durchsetzen werden. Die radikalen Bauernführer ersehnen im Grunde eigentlich nur irgendein Heilmittel für ihre Nöte und suchen dieses auf dem Gebiete des revolutionären Experiments, da sie von der legalen Hälfte enttäuscht sind.

Ms Symbol ihrer sozialen Auflehnung führen die radikalen Bauern die schwarze Fahne, die schon das Feldzeichen Florian Geyers in dem Bauernkriege der Reformation war. Freilich wurde das schwarze Flaggentuch in den letzten deutschen Krisenjahren zunächst nur zu dem Zwecke hervyr- geholt, um überparteilich und agrarwirtschaftlich zu demonstrieren. Ein staatspolitischer Umsturz war damit nicht gemeint. Neuerdings aber hat sich die schwarze Fahne einen anderen gefährlichen Smn gegeben. Sie repräsentiert heute den oppositionellen Scharfmacherflügel des Nationalsozialismus. Man muß die staatspolitischen Gefahren der schwarzen Fahne in ihrer gegenwärtigen Bedeutung kennen und werten. Wer man möge sie deshalb nicht gleich überschätzen. Das Bauerntum wird abstrakten Gespinsten ohne Aussicht auf reale Verwirklichung nicht dauernd anhangen. Dazu ist der bäurische Menschenschlag zu erdnahe und zu gesund.

8.'Ungarn Tscheche!

den ersten Anblick wie ein Sieg der Sache der I Vernunft aussieht.

Kanzler und Reparallonsproblem.

Ueber die kürzliche Präsidial- und Vorstands- I fitzung des Deutschen Groß- und Ueberseehan- d e l s gibt der Reichsverband jetzt nähere Mit­teilungen heraus, in denen u. a. auch die damals gemachten Ausführungen des Reichskanzlers Brü­ning wiedergegeben werden. Zur Reparattonsfrage äußerte sich der Reichskanzler u. a. wie folgt:

Die Aufbringung der Reparationszahlungen stellt eine außerordentliche Belastung für die Zins­bildung dar, die auch unsere Kreditinstitute gefähr­det. Deshalb ist aber auch die Frage eines Zah­lungsaufschubes der Reparationszahlungen nur nut I großer Vorsicht anzufassen. Sie ist keine Lösung des Reparationsproblems, sie kann vielmehr sogar die Lösung des Problems verbarrikadieren. Des­halb ist es notwendig, diese Frage intern, nicht so sehr vom politischen als vom Standpunkt der Wirtschaft aus zu betrachten.

Ich bin der Ueberzeugung, daß wir erst seit einem Jahr die Reparationszahlungen aus eigenen Mitteln aufbringen. Vorher sind die Zahlungen I nur auf Grund ausländischer Zufuhr von Kredi­ten geleistet worden, und das wirkte sich so aus, daß man allgemein annahm, daß die Reparations­zahlungen für Deutschland und den deutschen Haus­halt eine Bagatelle seien. Aber jetzt, wo wir aus eigener Kraft die Zahlungen aufbringen müssen, zeigt es sich auch für die Gläubigerländer deutlich, daß nur durch einen Ausfuhrüberschuß diese Zah­lungen vorgenommen werden können, und je mehr diese Tatsache anerkannt wird, um so sicherer ist damit zu rechnen, daß wir an einem Wendepunkt | in der Auffassung der Wirkung dieser Zahlungen seitens der Gläubigerstaaten kommen.

Ich möchte dazu folgendes sagen:

Ich werde trotz aller Widerstände in der Reparationsfrage nicht wieder den Fehler des Jahres 1928 begehen, ein« populäre Politik zu machen, dafür aber Dinge in den Kauf zu nehmen, die viel schlimmer sind, als das, was wir vorher hatten. Noch ein­mal denselben Fehler zu machen, kann uns vieles an politischer Freiheit in verschleierter Form ko­sten, und das wäre ein solcher Rückschritt gegen­über dem bisherigen Zustand, daß dies kein ver- antwörtungsbewußter Staatsmann auf sich neh­men kann.

Dampfer-Untergang in der Nordsee.

Besatzung vermutlich ertrunken.

wtb. London, 2. März. (Eig. Meld.) Vorn Rose- heariy an der schottischen Küste aus wurde gestern bet schwerem Sturm ein kieloben treibender Dampfer be­obachtet. Man fürchtet, daß die B e s a tz u n g, bte auf 1216 Mann geschätzt wird, ertrunken 'st. Die Leiche eines Seemanns wurde ans Ufer gespult, ferner ein Rettungsboot und ein kleines Beiboot, aus bereit Aufschriften geschloffen wirb, baß es sich um einen F'Ich» bampfer aus Pmuiben hanbelt.

Vooiskatastrophe in Lhile.

wtb. Santiago de Lhile, 2. März. (Eig. Meld.) 1 2 Militärmusiker, die bei einem zu Ehren des zu Besuch weilenden Prinzen von Wales und seines Bru­ders gegebenen Abendessen aufgespielt hatten, sind bet ihrer Rückkehr nach ihrer Garnifon während der Ueber« fahrt über einen See ertrunken. Ihr Boot war von einem anderen Fahrzeug gerammt und zum Kentern gebracht worben. 7 andere Insassen des Bootes konn­ten gerettet.werden. . . .t , : ' 1 _ 1

Ein Aufwertungsschwindel.

Eine Reihe deutscher Stadt- und Provinzialverwal- iungen durch Einreichung gefälschter Altbesitzanleihen erheblich geschädigt.

wtb. Dresden, 2. März. (Eig. Meld.) Nach dem Inkrafttreten des deutschen Anleihe-Ablösungsge- setzes ist die Stadtverwaltung Dresden durch Em- reichung gefälschter Altbesitzanleihen bei der Auf­wertung erheblich geschädigt worden. Die polrzer- lichen Ermittlungen ergaben, daß die Einreicher der Stücke zu einem Konsortium gehören, die unter der Führung eines in Amster- dam ansässigen Effektenmalers standen. Dieser hatte durch Vermittlung in Berlin wohnen­der Personen große Posten deutscher Stadt- und Provinzialanleihen außer von Dresden und ßetp« zig auch von Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Mun- ster, Stuttgart u. a. aufkaufen und durch Mtttel- versonen nach Hol lau d bringen lassen. Dort wurden die Stücke a ls Mitbesitz, bet be­kanntlich höher aufgewertet wird, zurecht ge- macht. Soweit bis jetzt festgestellt werden ahmte, hat der Häuptbeteiligte in etwa hundert Fallen deutsche Stadt- und Provinzialverwaltungen be- trogen und schätzungsweise einen Reingewinn von über einer halben Million Mark erzielt. Er hat kürzlich einen Selbstmordversuch unternommen. Der Schaden her Stadtverwaltung Dresden beträgt nach vorläufigen Feststellungen etwa 38 000 Mark, wo­rauf inzwischen namhafte Beträge zurückerstattet worden sind. In Leipzig dürfte, der Schaden unge­fähr 120 000 Mark betragen.. .. .. . . > -

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» :: leitung 1152, Fuldaer Aetiendruckerei 1150 und 11

Regierungswechsel in Peru.

Der Aufstand im Süden Perus hat zum Regierungs­wechsel in Lima geführt. Da sich die Flotte den Auf­ständischen anschloß, sah sich der Präsident, Oberst Cerro, genötigt, zurückzutreten. Die neue Junta, die von dem inzwischen zum provisorischen Präsidenten gewählten früheren Mitglied des Obersten Bundesgerichtes, Ri­cardo Leoneio Elias, geführt und von den Befehlshabern des Heeres und der Marine unterstützt wird, trat sofort in Verhandlungen mit den Aufständischen ein, um eine Verständigung zu erreichen.

die Sozialdemokraten 113114 (gegenüber 126 972 J bei der Reichstagswahl 1930) Stimmen. National­sozialisten 84 570 (83 398), Kommunisten 26 231 (21370) Stimmen.

*

In Arnsberg (Westfalen) fanden am Sonntag I Staütv ero rdnet en wah l en statt, die fol­gendes Ergebnis hatten: Es erhielten die Sozial­demokraten 459 Stimmen gegenüber 755 Stimmen bei den letzten Reichstagswahlen, Kommuni­sten 627 (450), Nationalsozialisten 1 177 (1 087), Zentrum 2 240 (2 799), Bürgerliche Arbeitsgemein­schaft 770, gewerblicher Mittelstand 177. Die Sitze verteilen sich wie folgt: Zentrum 10, Nationalsozia­listen 5, Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 3, Kom­munisten 3, Sozialisten 2.

Brüderschaft!

Einigkeit zwischen den Deulschnationalen und den Rationalsozialisten.

Die Vertreter der Reichstagsfraktion der Natio­nalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei und der Deutschnationalen hielten am Sonntag in Berlin eine gemeinschaftliche Besprechung ab, an der auch die aus der Bauernpartei ausgeschiedenen Abge­ordneten teilnahmen. Die Beratungen ergaben, wie der Montag meldet, die a l l g e m e i n e lieber« einftimmung in der Beurteilung der par­lamentarischen Lage und volle Ein­mütigkeit über die zu ergreifenden weiteren politischen Maßnahme n.

Dabei will die Hitlerbewegung eine auf deut­schen Sozialismus abgestellte revolutionäre Arbeiterbewegung fein und die Deutschnationale Volkspartei war immer die Partei der Konser­vativen. von Besitz und Bildung. In dem Bünd­nis Hitler-Hugenberg stimmt etwas nicht! D. h. em Bruder hofft dem anderen im Ernstfall über zu fern. Wer spekuliert falsch?

Die schwarze Vauernsahne.

Von einer besonderen Seite wird uns ge­schrieben:

Von radikalen Bauernbewegungen erfährt die weitere Oeffentlichkeit meistens nur durch die Sen- fationsberichte etwa über Bombenlegerprozesse. Daraus gewinnt man den Eindruck, daß es sich mehr um politische Cliguen handle: Das trifft auch zu, sofern man diese völlig sinnlosePropaganda der Tat" ins Auge faßt. Jene andere, sehr viel breitere Bauernbewegung aber, die sich in länd­lichen Steuerstreiks und Krawallen bei Pfändun­gen und Zwangsversteigerungen äußert, ist durch­aus wirifchaftkiche? Statur. Sie hat ßch jtie«