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Ar. 50
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Sarikas in St Elisabeths Spuren
(Haek.)
NILS
Alürz
3ft das wirklich so? Wie steht es etwa mit dem Urteil über deine Mitmenschen? Wie hältst du es mit dem Ausspruch Jesu: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet"? Da gibt es Christen, die eben aus der Sonntagsmesse kommen und schon auf dem Heimweg ein Gespräch über die Feh- ..........., ,ul Vlt
- ihrer Mitmenschen führen. Ist das christliche Reichen sein wird, weil sie dadurch den Armen nä-
Llebe? Mrd dadurch ein Mensch gebessert oder *""" ' ' etwas Gutes getan?
Es muß als eine Pflicht betrachtet werden, sich in die Armen einzufühlen, unter ihren Ängsten und Sorgen m i t z u l e i d e n und sofort dort- hin zu Hilfe zu eilen, wo die Bedürftigkeit am größten ist. Niemand darf sich diesem heiligen Kreuzzug entziehen. Der Nuntius schließt mit dem Hinweis, daß diese Liebestätigkeit nicht bloß ein Segen für die Armen, sondern auch für die
Me steht es um die Schule?
Auf diese Frage konnte man früher wohl eins Antwort geben, die auf längere Zeit, ja jahrelang, ihre Richtigkeit behielt. Das war sicher in mancher Beziehung auch kein Nackte»: denn die Schule braucht zu erfolgreicher Tätigkeit Ruhe, auch Ruhe in der Entwicklung. Die schlimmsten Feindinnen der Schute sind, wenn sie lebendige Lebensschule sein will, sowohl die lebensfremde Erstarrung als auch die sich überstürzende Eile in der Entwicklung.
Heute kann man auf unsere Frage in einem einzigen Jahre schon mehrmals eine Antwort geben. Aus den mannigfachsten Quellen, staatlichen, kommunalen und privaten, tauchen immer neue Schulfragen auf und drängen zur Lösung, zur folgenschweren Entscheidung. Schulfragen sind aber Kulturfragen und schwerwiegende Fragen der Zu. kunft. Darum von Bedeutung für jeden, der mit Erziehung und Bildung zu tun hat und dafür Verantwortung trägt.
Für dos katholische Deutschland steht zur Beachtung aller Vorgänge auf dem gesamten Gebiet« des Schul- und Erziehungswesens ständig die K a t h o l i f ch e Schulorganisation auf dec Warte, und in jedem Vierteljahre orientiert sie durch ihre Zeitschriften und besonders durch ihre Rund- und Führerbrisie alle ihre Mitarbeiter, be. sonders in den katholischen Eltern beträten, m der Lehrerlchaft und Geistlichkeit über die neu auf- tauchenden Probleme. Zur gemeinschaftlichen Beratung und praktischen Verwertung des in diesen Briefen Gebotenen dienen die Schul- und Pfarrausschüsse aus. den Elternbeiräten, der Lehrerschaft und Geistlichkeit, die Arbeitsausschüsse nach den Richtlinien der Katholischen Aktion darstellen.
Von ihrem Aufbau, ihren Aufgaben und den in her letzten Zeit neu entstandenen Schulfragen u. a. bandelt in knapper Form der neue Rund- und »zcührerbrief vom Februar dieses Jahres.
Kirche, zu den Sakramenten und meinst, mehr könntest du nicht tun.
tius Orsenigo bei der Papstfeier am 8. Februar an die Berliner Katholiken und darüber hinaus an das katholische Deutschland gerichtet hat. Er ging davon aus, wie das Heliandswort „Mich erbarmet des Volks" unferm jet- 3tgen H l. Vater beständig vor Augen steht, um an dieses Beispiel die eindringliche Mahnung zur Erfüllung des Liebesgebots zu knüpfen. Wiederum wies er auf die geschichtlichen Verdienste der Kirche hin. Heber der Geburtsstätte einer großen Reihe von früheren Wohlfahrtseinrichtungen wehe d i e katholische Fahne und unter den Pionieren neuer, kühner Formen der Karitas und der sozialen Wohlfahrt erscheine sehr oft die bescheidene Person eines Priesters oder eines demütigen Ordensmannes. Franz von Assisi, Vinzenz von Paul und Elisabeth von Thüringen wurden dann genannt als Beweise, we'lche einen HeroismusvonLiebederGlaubeher- vorb ringt, wenn er eine Seele mit feiner ganzen religiösen Glut durchströmt. Und um diese scharten sich u n g e z ä h l t e a n d e r e, die all ihre Habe, ihre Gesundheit »vielfach sogar ihr Leben Hingaben, um ihren ärmeren Brüdern zu helfen die überall auf der Welt Heime, Obd'ache, Zufluchtsstätten, Waisenhäuser, Wohlfahrtseinrich- tungen aller Art erstehen ließen, die wie leuchtende Punkte, dem Sternengefunfel gleich, den Erdenrund schmücken.
Ein eindringlicher, herzlicher Aufruf zur Liebe die kerne Grenzen, keinen Unterschied der Parteien und Konfessionen kennen darf, wie auch das Elend keine, solchen Grenzen kennt, schließt sich daran. Die glorreiche Vergangenheit der von den Heiligen geübten Karitas sind für uns alle eine Mahnung und ein verpflichtender A p- pell. In der heutigen Not müssen wir in dem edlen Wettstreit der Liebe geaen die Leidenden uns soweit als möglich, in die ersten Reihen stellen. I
I Gaddi, Filippo Brunelleschi. Luca della Robbia, Dona tello und Fra Filippo Lippi, Leonardo da Vinci, M'-
I chelangelo und Raffael haben längere Zeit hier gelebt und gewirkt und der Stadt ihre Zeichen aufgedrückt.
Die Zeit war sehr kurz bemessen und wir mußten uns von all der Sehenswürdigkeit trennen, um abends noch nach Venedig zu kommen. Wenn man zum Ende einer Italien-Fahrt nach Venedig kommt, so wirft der Anblick dieser Stadt alle Vorstellungen von Städtebau und Baukunst um. In den ersten Stunden ist man ein Fremder, sieht die Stadt, schaut über die prunkvollen Paläste des Canale Grande und rft aus der Welt der Gotik, der Renaissance und des Barocks nach dem Orient versetzt. Venedig, das fft wie ein orientalisches Märchen, farbig und rätselvoll. Wir kamen gegen 8 Uhr abends am Bahnhof an, aber jetzt fehlten die Autos. Das Ge- päck würde von den Hoteldienern abgeholt: wir schritten zu Fuß über eine große Brücke zum Hotel. Nach dem Abendessen unternahm ich eine Gondelfahrt, die mir sehr gefiel, zumal ich trotz meiner 60 Jahre noch nicht auf dem Wasser gefahren war.
Am nächsten Morgen, den 2. Juli ging es zunächst nach dem Markusdam zur Pilgermesse und hl. Komrnu- vwn. Nach dem Gottesdienst gab es am Markusplatz Frühstück, worauf die Besichtigungen folgten. Der ganze Markusplatz ist voll von Tauben, die sehr zutraulich sind und sich einem auf die Hand oder Schulter fetzen.
Wir kamen auch zu dem Dogenpalast. Ich hatte aber genug von den Sehenswürdigkeiten: ich bekam fast einen Schwindelanfall und mußt« mich hinsetzeiz, bis ter |
So mancher lügt recht schlau und fein, und lügt sich doch in die Wahrheit hinein. "" “
„wandelt, daß ihr Sott gefallet.-
Wer in Gott lebt, hat den Frieden der Seele. Und die Stunde der Verklärung in Gott greift für ihn bis ms Diesseits. Er ist ausgeglichen mit der Welt, mit den Menschen. Ja selbst die Blümlein können seine Freunde sein. Er redet mit ihnen, weil auch durch die Blumen der Odem Gottes geht. Und die Armen und Geplagten sind seine Brüder und Schwestern in Christo. Dies alles ist nur aus der Einfalt des Herzens möglich, aus dem Frieden in Gott. Er spürt die Verklärung in sich, hat teil an der Liebe und er erfreut sich der Herrlichkeit und Nähe Gottes.
Wo ist aber heute der Mensch, der diesen Frieden hat? Auch wir beide dürfen uns getrost fragen, ob wir ihn besitzen.
, Da bist du vielleicht in einem religiösen Verein, in einer Bruderschaft und glaubst'damit dein Seelenheil garantiert. Oder du gehst häufig zur
Zweiter Faslenfounkag (Reminiscere).
Lingangslied: Pf. 24, 6, 3 und 22.
Reminiscere miserationum tuarum, Domine, . . .
Gedenke deiner Erbarmungen, Herr, deiner Gnaden, die von Ewigkeit sind, und laß unsere Feinde nicht über uns herrschen. Erlöse uns, Gott Israels, aus allen unfern Nöten. (Ps. ebd. 1—2.) Zu dir, o Herr, erheb' ich meine Seele, mein Gott, auf dich vertraue ich; des werd' ich nicht erröten.
Epistel: 1. Thesi. 4, 1—7.
Brüder! Wir bitten und ermahnen euch im Herrn Jefus: wandelt fo, wie wir euch zu wandeln gelehrt haben, damit ihr Gott gefaltet und immer vollkommener werdet. Denn ihr wißt, welche Vorschriften ich euch im Namen unseres Herrn Jesus gegeben habe. Das ist ja der Wille Sottes, eure Heiligung: daß ihr euch enthaltet von Unzucht, daß ein Jeder von Euch feinen Leib in Heiligkeit und Ehre zu besitzen wisse; nicht in sinnlicher Leidenschaft, wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Keiner übervorteile seinen Bruder und überliste ihn im Geschäfte. Denn der Herr rächt all das, wie wir euch schon früher gesagt und eingeschärft haben. Gott hat uns nicht zur Unlauter» feit berufen, sondern zur Heiligkeit in Christus unsrem Herrm
Oder du stehst an einer Stelle, wo du anderen Menschen helfen sollst. Aber statt Menschen zu bilden, ereiferst du dich und haderst mit ihnen. Bst das der Geist der Liebe? "Vielleicht tust du dir sogar noch etwas auf deinen Eifer zu gute und (staubst damit deine Verantwortung zu erfüllen. Prüfe dich einmal ganz genau, ob deine Liebe oder deine Erregung größer ist. Wie würde wohl Christus an deiner Stelle handeln, wenn er Vater oder Mutter oder Seelenführer wäre?
In der Liebe fällt der Beweis, ob du Scheinchrist oder wirklicher Christ bist. Auch ich muß mir bte Frage immer wieder vorlegen. Gewiß sind wir ins große Buck der Gnade eingetragen, aber es genügt nicht, zu den Berufenen zu gehören. Wir müssen Auserwählte werden, sonst sind wir dem Schein verfallen.
Die Formen des religiösen Lebens sind nur bann, ein Zeugnis für dich und mich, wenn wir in die Gestaltung des Alltags den Geist der Liebe hineintragen. Hier find die Proben zu bestehen, die Versuchungen zu überwinden. Es ist herrlich, den Gedanken der Liebe zu bekennen, es ist unendlich schwer, ihn in die Tat umzusetzen. Das darf un5 aber nicht abhal- ten, immer wieder mit dieser Ausgabe zu beginnen. Wenn unser religiöses Leben diesen Neuanfang nicht einbezieht, gilt auch von uns der Ausspruch Gottes: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, fein Herz ist aber weit von mir." Es gibt nur ein Mittel für uns, hier Wort und Herz gegeneinander ab- I zu wägen, das ist unsere Stellung zu den Mitmen- chen. Wenn wir die Liebe regieren lasten, dann werden wir auch der rechten Gottesliebe teilhaftig werden.
Das will uns auch Paulus sagen, wenn er pricht: „Wandelt so, damit ihr Gott gefallet und immer vollkommener werdet". Aus diesem Weg der Vervollkommnung werden I wir auch langsam zu jener Verklärung wachsen, die in Gott ruht.
Dogenpalast besichtigt war. Nach dem Mittagsmahle machten wir einen Ausflug nach dem Lido Mit einem, Dampfer fuhren wir ungefähr VA Stunden zu dem großen Strandbad. Auch eilige von uns suchten Erfrischung in den Fluten. Am Abend ging es wieder mit dem Schiff nach Venedig. Am nächsten Morgen machten wir uns zur Heimreise fertig. Sie führte unJ über Trient und den Brenner, und wir kamen abends in München an. Am anderen Morgen mußte ich Abschied von meiner Reisegesellschaft nehmen. Ueber Nürn- berg-Würzdurg habe ich meine Heimat wieder glücklich erreicht.
Die Reise war sckön Wir haben ein Stück Welt kennengelernt, nach dem sich der Deutsche seit dem Mittelalter immer wieder hingezogen fühlte, ein Stuck Welt vor allen Dingen, das uns als Mittelpunkt der Kirche Christi lieb und teuer rft. Wir haben uns erfreut an der Sonnen- und Farbenpracht des Südens. Wenn wir ehrlich fein wollen, dann müssen wir zugeben, daß uns an diesem Maßstabe auch die Schönheit und der Reichtum unserer deutschen Heimat wieder in chrer ganzen Größe aufgegangen ist, wie es in einem alten Liede eines fahrenden Sängers heißt, der einst über d'.e Alpen gezogen:
Doch viel schöner und bester.
Lacht mich immer aus, Als die Marmorschlösser, Dünkt mich mein Vaterhaus!
her treten, weil sie sich als Werkzeuge der göttlichen Vorsehung betrachten dürfen. Und die G e- mein schäft des ganzen Volkes wird gefestigt, die Liebe, die unsere heutige Not zu überleben weiß, wird ein sicheres Unterpfand eines neuen Aufstiegs unseres Volkes sein.
Der hockwürdigste Nuntius bezeichnete sich in seinen Ausführungen nur als ein schwaches Echo des deutschen Episkopates. Wir wissen es, wie die deutschen Bischöfe gelegentlich der Eröff- nung des Elisabeth-Jubiläums zur Nachfolge dieser Heiligen der Liebe aufgerufen ha- ben. Wie sie bestimmt haben, daß die Heilige nicht durch große, kostspielige Feiern geehrt werden soll, wie ein Tag der Armen, ein Tag, an dem alle ihre Verpflichtung gegenüber ihren armen Brüdern stanz osten erkennen und anerkennen, an dem sie sich zu ihnen herabbeugen mit vollen Händen, die beste Ehrung St. Elisabeths darstellen wird.
Wie alljährlich steht diekommendeWoche wieder unter dem besonderen Zeichen der Karitas durch die Hauskollekte und die am folgenden Sonntag stattfindende K i rch e n k o l l ek t e des Karitasverbandes.. Unser hockwürdig- ster Herr Bischof richtet auch bei diesem Anlaß wieder einen Weckruf an die Katholiken unterer Diözese und weist erneut auf den von den Pffchöfen gewünschten 2Irmentag hin.
Möge fein Mahnruf, mögen die Stimmen der anderen Kirchenfürsten bereite Ohren finden. Möge das Elisabeth-Jubiläum nicht fruchtlos zu Ende gehen. Und es soll und darf uns nicht genug I fein, in der Karifasopferwoche ein Scherflein zu geben, dem Aufruf zum Armentag zu entsprechen. All das soll uns nur antreiben, 'daß der Geist der Karitas, der Wille zur Liebestat, die Verantwortung für die fremde Not. I wo immer f i e uns begegnet, wo immer sie ^ordernd an uns herantritt, wo immer wir sie auffpuren, in uns wach werden, in uns wachsen, daß sie uns ein bleibender Besitz werden.
Es gibt auch Stimmen, die dieser Liebestat in bestimmten Bezirken — hemmend entgegen» treten wollen, die den Vorwurf erheben, die K a r i» tas tue zuviel für die Armen und Elenden, es wäre bester, diese Hilfe zugunsten der Gefun- ! den. einzuschränken. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz Dr. Horion hat sich vor kurzem in einer Rundfunkrede mit diesen Stimmen auseinandergesetzt, die teilweise so weit gehen, daß sie mit dem Satz von der ,.V e r n i ch t u n g u n w e r- ten Lebens" spielen. Neben denen, die auch die Wohlfahrtspfleae nur von der finanziellen Seite aus betrachten, so sagte er. sind das heute vor ab lern Lehre der Eugenik, der Höherzüchtung der Rasse, die mehr versteckt als offen bte neue Lehre predigen. Man kann diesen Ton auch aus den'Ausführungen von solchen Heraushoren, die katholisch« Lehre vertreten wollen. Dr. Horion meint, es könne nicht dringend genug davor I gewarnt werden, solchen Gedanken nachzugehen, die eine bewußte Abwendung nicht von den Lehren des Christentums und der Humanität, sondern von den Grundlage n u n f e r e r heutigen Kultur bedeuten. Er weist hin auf das Eine, das nie vergessen wer- I hen soll, das wir auch in den Aeußerungen unserer kirchlichen Führer wieder finden: daß uns in den Schwachen und Elenden von Gott das Mistel gegeben i’t. an dem sich die höchsten Tu g enden des Christentums, heroische Liebe und Aufopferungsfähigkeit, entzünden und betätigen können.
Sehen m*r alle Not unserer Tage, die Not der Arbeitslosen, der Armen, die Not, 'die sich in den oft schwer um ihre Existenz ringenden Anstalten zusammengedrängt, sinter diesem Gesichtswinkel. Es tut wahrhaftig not. daß Liebe und Opfersinn wachsen in unferm Volk. Möchten sie wachsen an all dem, was heute nach unserer Hilfe ruft. Dann
Tagessprüche.
tfür jede Träne, die du mild zu trocknen hast gewußt, ein Tropfen Himmelsfrieden quillt in deine eigne Brust. (Rittershaus.)
. Die wachsende Not unserer Zeit fordert em wachsende Li ebest ätigf eit. Immer nmöcr muß aufgerufen werden zur helfenden Tat, die Verantwortung — der Christen vor allem — muß geschärft werden, daß ein jeder alles tue, was er tun kann, um an der Linderung der mannigfachen Not mitzuhelfen, daß ein jeder sehe, ob er nicht doch noch etwas, ob er nicht doch noch mehr tun könne nach dieser Richtung wenn er auch nicht zu den Reichen gehört. Daß dieser Drang zur Siebestat dem Geiste Christi in höchstem Maße entspricht, braucht nicht bewiesen zu werden. Und würde jemand dadurch sich noch nicht bestimmen lassen, bann höre er auf die Stimme unferer Führer, unsrer kirchlichen Führer, die den Ruf unserer Tage erfaßt haben und ihn weitergeben ans christliche Volk.
., " r d i n a l Faulhaber von München hat diese helfende Liebe zum Gegenstand seiner letzten Silvesterpredigt genommen. „(Ein neues G e- bot gebe ich euch, daß ihr einander liebet" hat ^hrlstus gesagt. Immer neu ist dieses Gebot weil immer wieder neue Not nach feiner Erfüllung ruft,.neue leibliche, neue sittliche Not. Weil die Gewissen immer aufs neue dafür geweckt werden müssen. Und nachdem der Kardinal am Beispiel Christi die höchste Vollendung des Liebes- gebotes gezeigt hat, die auch uns allzeit als höchstes Ideal, als hehres Ziel vor Augen stehen muß, nacktem er darauf hingewiesen hat, wie die Kirche die Liebe Christi durch die Jahrhunderte getragen, wie sie Ijeute noch alle Wohlsahrts- pstege ergänzt, belebt und durchsonnt, legt er die klaren Prinzipien für die kirchliche und christliche Liebestätigkeit dar, die nicht blindlings sich auszu- ckeßen braucht, mit der es wohl vereinbar ist, daß sie Würdigkeit und Bedürftigkeit prüft.
3n noch frischerer Erinnerung ist der Aufruf zur tätigen Liebe, den der hochwürdigste N u n=
bleibt unser Aufblick zur heiligen Elisabeth nirfu- ohne Frucht. Dann wird mit der Liebe sicher au£ manches andere wieder wachsen in unserem Bost N. K.
Kirche und Arbeiterfrage.
Der Bischof von Linz a. D. Dr. Johannes G s ö ll. ner sagt im Fastenhirtenbrief zur Arbeiter, frage folgendes:
Lomfahrk eines Fuldaer Fabrikarbeiters.
5] (Schluß.) Von M. G.
Don der Oberkirche aus gelangt man am altrömischen Tempel der Minerva vorbei zum kleinen Kuppelkirchlein Chiefa nuova an die Geburtsstätte des Heiligen. Endlich kamen wir zur hochragenden Kirche „San Chiara", wo in der Krypta der Leib der hl. Klara unverwest in einem Glassarg ruht. Sie war die treueste Schülerin des hl. Franziskus und Stifterin des Klariffenordens. Die Wiege ihres Ordens liegt vor der Porta nuova bei San Da- stnano, wo einst Franz im Gebete den Auftrag erhielt, die Kirche Gottes zu erneuern.
Nach Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten speisen wir in einem Hotel zu Mittag. An der Tafel lernte ich einen Franziskanerbruder vom Kloster Frasienberg kennen, der als Sakristan nach S. Klara beordert ist. Welche Freude für uns beide!
Wir mußten wieder Abschied von Assisi nehmen. Das Auto brachte uns zur Bahnstation. Das Merkwürdige war, daß wir auf einer Marmor st raße fuhren. Die Straßen sind nämlich gücht mit Basaltschottern gedeckt wie bei uns, sondern aus weißen Marmorschottern.
Rach langer Bahnfahrt gelangten wir nach Florenz. Wiederum wurden wir mit Autos von der Bahn abgeholt. Am nächsten Morgen ging mein Stubenkollege und ich schon früh zur Stadt. Am Fluß Arno sahen wir arme Arbeiter in Kähnen, die mühsam Kies aus dem Fluße fischten. Ueber den Fluß führen große Brücken. Auf
„Karitas allein genügt nicht, die soziale Not zu beben: denn viele Not e r w ö ch st a u s d e r u n- fvzialen Ungerechtigkeit, die ganz- Stände und Menschenktasien an den Rand der Ver. zweiftung führt, in den Abgrund des Untergänge« siürzt. Die reichen Prasser, die nicht einen ein. Mgen Brosamen für den armen Lazarus übrig hg. ben, sind nickt ausgestorben. Namentlich die Ar- beitermelt leidet unter vielfacher unsozialer Ung«, rechtigkeit und Härte durch einen Nimmersatten Ka. pitaftsmus, durch Ausbeutung ihrer Notlage sei. tens mancher Arbeitgeber und Unternehmer, durch Gefttze und Maßnahmen die dem kleinen Mann ans dem Volke den Aufstieg zu menschenwürdiger und erträglicher Existenz erschweren oder verhin- dem. Die Arbeiter und Kleinhäusler, die Dienst, boten und Angestellten haben unveräußer» l i ch e Rechte, um die sie nicht zu bitten, die sie mit vollem Anspruch fordern können. Da ist es einerseits Pflicht einer gerechten, einsichtsvollen und loyalen Gesetzgebung, dem (Entrediteten zu seinem Reckte zu verbellen, den zu Boden Gedrückten auf. zurichten, den Strauchelnden zu Holten: und ander- feits ist es un bestreitbares Recht d e s A r- ! beiters, in Stanbesorganifationen und Arbeiterkammern, sowie insbesondere durch feine berufenen Vertreter und Vorkämpfer seine gerechten Interessen zur Geltung zu bringen und durchzusehen. Dies ist ein ©rund, gedgnke, den der unsterbliche soziale Arbeiterpapst Leo XIII. in seinem berühmten Arheit-rrundschrei. ben „Rerum novarum" vor bald 40 Jahren nach- drückkichst, ja.unnachgiebig betonte.
Wer darum christlich denkt und fühlt, muß heutzutage ein aufrichtiger, warmer und tatfräftigec Freund der Arbeiter sein. Darum begrüßen Päpste, Bischöfe und Priester diechr-stlichenArbei. terorganifationen, Gewerkschaften und Arbeitervereine und fordern von Volksvertretungen und Regierungen, daß sie die berechtigten Forderungen der Arbeiter zum Gesetz erheben und ihren Notschrei nicht überhören. Alle wahren christlichen Arbeiterfreunde stehen heutzutage in der vordersten Reihe jenes Laienapostola- tes. das für Reckt und Gerechtigkeit, für soziales Verständnis und sozialen Ausgleich kämpft."
einer befanden sich sogar Geschäftsläden. Da wir nicht" italienisch sprechen konnten, gingen wir schließlich in eine Kirche, wo gerade die hl. Messe gelesen wurde. Hier fühlten wir uns sofort heimisch. Nach dem Frühstück ging die Besichtigung unter Führung eines Ortskundigen in Eile vonstatten, da wir des Mittags wieder abreifen mußten.
Florenz, „die Stadt Dantes", liegt malerisch am Arno. Der Mittelpunkt der Stadt ist der Domplatz mit der Kathedrale S. Maria del Fiore; sie wurde um 1300 in gotischem Stil begonnen. Die gewaltige Kuppel stammt von Fil. Brunellesco. Die glänzende Fassade wurde 1875—87 in reichem Marmor erneuert. Unter dem Hauptaltar befindet sich der Bronzeschrein mit Reliquien des hl. Erzbischofs Zenobius (qeft. 428). Künstlerisch am hervorragendsten ist die vor dem Dom liegende kleine achteckige Taufkirche („il battistero). Vom Domplatz kommt man nach San Lorenzo, einer Basilika, die vom hl. Ambrosius gewecht und im 15. Jahrhundert um- gebaut wurde. Der Dichter der „Göttlichen Komödie" Dante Alighieri wurde in Florenz int Jahre 1265 ge- boren. Im Jahre 1302 wurde er in die Verbannung geschickt; 1321 starb er in Ravenna. Sein Vaterhaus steht heute noch; wir sehen auch das Haus der Beatrice, feiner Freundin und Geliebten, der er in der „Göttlichen Komödie" ein unsterbliches Denkmal gefetzt hat. Bei einem flüchtigen Rundgang durch die Stadt stößt man auf eine große Zahl Namen, die auf dem Gebiete der Kunft, der Literatur oder der Philosophie großes geleistet haben: I Petrarca, Lionarüo, Bruni, Mochiavelli, Giotto, Taddeo |