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Zum Beginn der Leipziger Messe 1931

Mick über da« Gelände der Leipziger Technischen Messe.

Am 2. März tvkrö die diesjährige Leipziger Messe eröffnet.

Raubmord im O-Aug.

Ein junger Monn im Schnellzug Brüssel—Lüttich I ermordet.

i wtb. Ottawa. 28. Februar. (Elg. Meld.) Der kanadische Finanzminister erklärte zu dem Ein­fuhrverbot für gewisse russische Waren nach Kanada, daß die kanadische Regierung es ablehnen müsse, den Kommunismus durch gegenseitige Handelsbeziehungen zu unter st ü tzen.

* Besuch des belgischen Berkehrsmintsters beim Minister v. Guerard. Der belgische Derkehrsmini. ster M. Sippen 5 stattete in Begleitung de? bel. gischen Gesandten dem Reichsverkehrsminister von Guerard «inen Besuch ab. Minister Lippens ist. mit Herrn von Guerard bereits seit längerer Zeit bekannt.

oj»—nllnld6ortm Mhmsice gibt'-, ober nur einen Kathreiner/ Oen echten-mit iem

ssdes Jahr jeden wehrfähigen Mann ausbilden läßt, während wir seit Kriegsschluß 11 Jahrgänge vertragsmäßig unausgebildet lassen mußten. Mit solchen Zahlenspielereien, so glaubt man, sollte selbst ein französischer Kriegsminister keinen Ein­druck mehr in der Welt machen können. Aber ihm kommt es eben darauf an, auch bei der Abrü­stungskonferenz den französischen Standpunkt durch­zubringen, daß die ausgebildeten Reserven nicht der eigentlichen Heeresstürke zugerechnet werden dürfen.

Dasselbe gilt für die Kampfmittel, für das Was. fenmaterial. Während wir auf Grund der Ver­sailler Vertragsbestimmungen überhaupt keine aus. reichenden Verteidigungsmittel bei der Reichswehr besitzen, Ist Frankreich auf das modernste ausge­rüstet. Wir verweisen auf die Grenzbefestigungen gegen Deutschland. Das will aber Maginot nie und nimmer gelten lassen.

Er legt den Versailler Vertrag so aus, wie er nun einmal in Frankreichs politisches Konzept paßt. Er erkennt nur die Vertragsoerpflichtun- gen an, die Deutschland betreffen, wendet sich aber scharf gegen die deutschen Forderungen, zumal in" der Frage der Abrüstung. Maginot sagt, daß der Angreifer — damit wist er Deutschland meinen — sich ciuck die strengsten Beschränkungen- gefallen las­sen müsse, da-u noch eine internationale Kontrolle für alle Zukunft. Moralische Pflichten gibt es für den französischen Kriegsminister gar. nicht. Und es wird sehr schwer sein, wenn wir den Verlauf der französischen Kammerdebatte verfolgen, auf der kommenden Wektabrüstungskvnferenz Frankreich zu einer vernünftigen Haltung zu bewegen. Wir wissen vorläufig nur, daß die maßgebenden Re- gierungskreise Frankreichs von ihrer Abrüstungs­feindlichkeit keinen Hehl machen, daß sie die deutsche

And Stalin spricht.

In Moskau tagt der allrussische Kongreß der neugewählten Sowjets. Für die nötige Vorpropa­ganda hat Stalins Rundfunk gesorgt. Was soll dieser Kongreß beschließen? Dor allem den Macht­ausbau Stalins selbst. Der Sowjetkongreß hat die Vereinigung der Partei- und Regierungsorgane ZU einem Ganzen durchzuführen. Außerdem sollen neue Kampfparolen gegen die inneren Feinde der Partei ausgegeben werden. Daß schließlich der Fünf-Jahresplan zur Debatte steht, ist eigentlich selbstverständlich, denn durch ihn soll ja das Aus­land über die wirklichen Verhältnisse in der Sow­jetunion hinweggetäuscht werden.

Seltsam klingt die Betonung des Friedenswil­lens der sowjetistifchen Machthaber, wenn wir gleichzeitig hören, daß Rußland in d em Z u - stand der höchsten Alarmbereitschaft gehalten werden müsse, daß niemals die Mittel für dje rote Armee irgendwie beschränkt werden dür­fen. Cs wäre für uns interessant, zu diesem Rü- stungsprogramm der Sowjetunion das Urteil der deutschen Kommunisten zu erfahren, zumal doch in den nächsten Tagen bei uns die Kommunisten auch sich über ihre Stellungnahme zum Wehretat zu äußern haben werden.

Wie Stalin die „inneren Feinde" der Sowjet­union bekämpfen will, kennen wir. Es sind jene Prozesse gegen unangenehm gewordene Parteimit­glieder in hervorragenden wirtschaftlichen oder kul­turellen Stellungen. So findet wiederum in den nächsten Tagen ein Prozeß gegen 14 Menschewiki statt, unter den sich bekannte Professoren, frühere Präsidialmitglieder der Staatsbank, Mitglieder des Obersten Wirtschaftsrates befinden. Auch ihnen wird der Vorwurf der Sabotage der Sowsetwirt- schaft oder des Fünf-Jahresplanes gemacht. Und das Urteil steht sicher bereits heute fest.

Das sind die Sorgen, die Stalin bedrücken. Kei­neswegs kümmert er sich aber um die Röte und Sorgen, um das Elend des Volkes selbst. Wie wäre es sonst möglich, daß jetzt die Sowfetvertre- tung in Reval Verhandlungen mit estnischen Landwirten ausgenommen hat wegen Ankaufs von Lebensmitteln, da in Leningrad geradezu eine Hungersnot herrscht. Diese Verhandlungen verlie­fen ergebnislos, weil die Bolschewisten nur mit langfristigen Wechseln bezahlen wollten, die ober heute keine Bank annimmt.

Indien.

wtb. Neudelhi, 28. Februar. (Eig. Meld.) Die Aussicht auf eine Einigung über die Verfassungs­fragen wird heute ungünstiger beurteilt, weil die Friedensvorschläge, die der Vizekönig Gandhi gemacht hat, im Ausschuß des nationalistischen Kon- gresses auf Widerstand stoßen. In amtlichen Kreisen wird das Gerückt von einem Abbruch der Verhandlungen zwischen dem Bsielünig und Gandhi zwar dementiert, jedoch verlautet, daß man in wich­tigen Fragen noch nicht zu einer Einigung gelangt sei. Die größten Schwierigkeiten bereitet nach wie vor Gandhis Forderung nach einer Unter­suchung der Uebergtiffe, die sich die Polizei nach Ansichten der Nationalisten bei der Unterdrückung der Kundgebungen zu Schulden kom­men ließ.

was die Woche brachte.

Autzenpolllische Umschau. — Die Abrüskungsdebakken.—Das „abgecüsleke" Frankreich. Die Front der Alliierten zur Abrüstungskonferenz. — völkerbnudsrat und polnische Vflichloerletzung.

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.

Intereflen in bett Vordergrund unserer Er, gen stellen. Nur parteipolitisch handeln t schließen wäre unter Umständen das törickrV. wir beginnen könnten.

Alle diese neuen Ereignisse in der Außen« lehren uns wieder, daß unserer Regieruna , nx len verantwortungsbewußten Parteien bed-../ vollste Ausgaben harren Mit Gefühl alN' die Schwierigkeiten nicht zu meistern (?„/* *!» muß sich paaren mit Geduld, zähe Zielfesüak-i» Ausdauer, bestimmtes Wollen mit Möglich^,. foffung. Zu allem aber gehört Ordnung und Ruhe im Innern, gehört eine wahr- ' gemeinschaft, die sich kraftvoll durchsetzen « genuber allen gegnerischen Einbruchsversuch>„ die deutsche Front, die auch unseren gerechten "* derungen auf dem Wege zur nationalen F^ Nack innen und nach außen zum Siege verhA

Die Reise des englischen Außenministers Hen­derson zusammen mit dem ersten Lord der Admi­ralität Alexander nach Paris kam überraschend. Diese Reise brachte die englisch-fran.zosische Eini­gung über die Flottenrüstung: Viel schien aus dem Spiele zu stehen, denn selten nur reift ein eng­lischer Außenminister zum Abschluß von Verträ­gen nach anderen Ländern.

Wir wissen nichts Offizielles über das Ergebnis von Paris. Aber uns genügen schon die Presse­informationen. Danach sind die Verhältnisse vor. läufig so gestaltet, daß wohl das Wettrüsten ge­stoppt werden kann, daß gewisse Einschränkungen gemacht werden können. Ob das geschieht, ist eine andere Frage. Wir sind sehr skeptisch.

Henderson und Alexander überraschten die Oef- fentlichkeit noch einmal mit ihrer sich sofort an­schließenden Reise nach Rom. Warum gerade diese Reise? Wir stehen ja in den Vorbereitungen zur großen Abrüstungskonferenz. Darum das eifrige Bemühen der ehemaligen Alliierten, unter allen Umständen eine Einigung unter den alten Alliier­ten zu erreichen, eine Front gegen Deutschland zu bilden, damit man umso leichter über die deutschen Forderungen auf der Abrüstungskonferenz zur Ta­gesordnung übergehen könne.

Wir haben allen Grund, diese Befürchtungen auszusprechen. Darum läßt es uns vorläufig auch unberührt, wie der englisch-fran,zösifche Florten- pakt als Ergebnis der Pariser Reise Hendersons in den Einzelbestimmungen aussehen wird. Außer­dem wollen wir die Aufnahme in Rom erst ab­warten. 2>enn Henderson wollte doch in erster Linie durch einen solchen Vertragsabschluß eine Versöhnung zwischen Frankreich und Italien.

Es dürfte kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß schließlich auch die italienische Regierung zu­stimmt, obwohl Mussolini sich oft genug besonders stark zeigen wollte gegenüber der französischen Rü- stungsthese. Mussolini verharrte selbst immer auf dem Prinzip der Flottengleichheit. Weil ihm aber nun England unter wahrscheinlichen Versprechun­gen auf die Abrüstungskonferenz hin ein Abkom­men präsentiert, das wohl nicht die Gleichheit der Flotten Frankreich und Italiens bringt, immerhin nach außen wenigstens die Stärke der französischen Flotte etwa schmückt, wird er bestimmt dem Ab-

Die Hauszinssleuer.

Die Verhandlungen des 3 n t e rf r a 11 i nn.r len Ausschusses der Regierungg teiendesvreußi ich en Landtage« führ ten zu dem Ergebnis, daß di« Mehrbelcstuna Hausbesitzes durch d>e Erhöhung der Hypotk-s°n zinsen vom 1. Januar 1931 nb in einer S e n kuna der Hauszins st euer, und zwar in s ä m t. l i ch e n S t a ff ein , ihren Ausgleich finden fn r Dabei sollen die höchstbekasteten Grundstücke am meisten berücksichtigt werden. Damit dürfte allen gerechten Ansprüchen des Hausbesitzes Rechnuna getragen fein. In welcker Welle eine Senkuna der Hauszinssteuer der Eigenheime Platz greifen wird, ist noch nicht entschieden. Die Regieruna will hierüber noch Ermittlungen anstellen und in der Samstagssitzung des Hauptausschusses, der fick dann bereits mit der Angelegenheit beschäftigen wird. Vorschläge unterbreiten.

Besonders hervorzuheben ist, daß di» Frage der Herabsetzung der Hauszinssteuer vom Zen. trum angeregt und tatkräftig ge. fördert worden ist. Durch die geplanten Maß. nahmen entsteht ein Cinnahmeausfall von 42 bis 45 Millionen Mark.

Eine Stimme der Wirtschaft.

der Generalversammlung der h"t Geheimrat Bücher, eine der führenden Persönlichkeiten der deutschen Industrie, mit Aus­führungen über die Lage der Gesellschaft ein be­merkenswertes Urteil über die allgemeine politische Lage verbunden, die wieder einmal zeigen, wie positiv die führenden deutschen Wirtschaftskreise der Arbeit des Kabinetts gegenüber eingeftellt find. Geheimrat Bücher gab zu­nächst mit einer vorsichtigen Wendung zu verstehen, daß er glaube, der Tiefstand der wirtschaftlichen Depression sei erreicht. Dann fuhr er fort:

»Die AEG. kann sich ebenso wenig wie andere deutsche Firmen den Auswirkungen der allgemei­nen Depression und der politischen Lage entziehen. Dem politischen Wirrwarr kann nur durchdie Aktivität einer zielbewußten Re­gierung Einhalt geboten werden. Solange aber weite Kreise des deutschen Volles die Einsicht nicht haben, daß sie einer solchen Führung folgen müs­sen, daß es ihre Pflicht ist, die Autorität der Re­gierung, auch wenn deren Beschlüsse sich nicht mit ihren Idealen decken, zu stärken, solange wird die Gesundung der politischen Situation verzögert, wenn, nicht illusorisch gemacht. Die Entwirrung der wirtschaftlichen Lage ist im wesentlichen an die Klärung der politischen Lage gebunden, denn das, was Deutschland am meisten schädigt, ist die d u r ch di« Unsicherheit verursachte Ver- tra uen s k r i se. Es wäre der ganzen deutschen Wirtschaft unter den gegebenen Verhältnissen dien­lich, wenn der persönlichen Initiative derer, die an den verantwortungsvollen Stellen stehen, wie­der ein Spielraum gegeben und es ermöglicht würde, wirtsckzaftlich nicht nach Formen, sondern nach Zweckmäßigkeiten zu handeln."

These der Rüstungsgleichheit prompt zurückweisen. Daß sie es lieber sehen, wenn Deutschland so bleibt in der Rüstung zur See und zu Lande, wi« es ist, daß aber die alliierten Staaten auch für die Zukunft für die Rüstung völlig freie Hand behalten.

Keineswegs ein verheißungsvoller Auftakt für die kommenden Abrüstungsverhandlungen.

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Ebenso unerfreulich in dek auAnpolitischeri Dis­kussion stellen sich die Debatten im polnischen Sejm über den Beschluß des Genfer Völkerbundsrates bezüglich der Minderheiten dar. ' Wir sind es zwar gewohnt, daß Polen glaubt, am besten zu sprechen und polnische Interessen zu vertreten, wenn es auf den Tisch schlägt, sich in Drohungen ergeht. Wahr, beiten umbiegt.' Diesen polnischen Koller kennen wir zur Genüge.

Doch für die deutschen Minderheiten iß Pol­nisch-Oberschlesien sind solche regierungsamtliche Erklärungen wie die des polnischen Außenministers Zaleski eine Quelle neuer Gefahren. Der polnische Aufständischen-Derband stützt sich bei feinen Bru­talitäten und Terrorakten "auf Zgleski, die polni­schen Gerichte nehmen sie als Grundlage bei ihrer Urteilssprechung, die polnischen Behörden gebrau­chen sie als Zweckmittel zur weiteren Unterdrük- kung deutscher Rechte. Es sind zwar nur noch et­was über zwei Monate, bis Polen Rechenschaft ab. I zulegen haben wird vor dem Dölkerbundsrat in Genf über die Durchführung des Genfer Beschlus­ses. Aber diese wenigen Wochen können doch für I die deutschen Minderheiten zu einer neuen Leidens- I zeit werden. I

In Genf allerdings wird die deutsche Regie­rung bis in alle Einzelheiten hinein den polni­schen Bericht studieren und daraufhin ihre erneu- I ten Forderungen gegen Polen aufstellen. Wir I werden nicht ruhen, bis den deutschen Minderhei­ten wie den Minderheiten überhaupt volles Recht I und jede Gerechtigkeit gegeben ist.

Diese Fragen werden allerdings auch eine Rolle spielen bei den Beratungen unseres Reichstags über den deutsch-polniscken Handelsvertrag. Hier dür­fen wir uns jedoch nicht zu übereilten Beschlüssen verleiten lassen, sondern müssen jederzeit die Staats­notwendigkeiten genau wie die volkswirtschaftlichen

Aus aller Wett.

* Drewitz bleibt. Die Meldung, der Abgeordnete Drewitz beabsichtige, den Vorsitz in der Wirtschafts. Partei niederzulegen, entspricht nicht den Tatsachen. Die Amtszeit des Parteivorsitzenden Drewitz läuft noch zwei Jahre weiter. Drewitz glaubt also keinen Anlaß zu haben, sein Amt zur Verfügung zu stellen.

wtb. Moskau, 28. Februar. (Eig. Meld.) In einer Anklageschrift gegen das Unionbüro des Zen- i>,tralfomitee§ der Menschewiki wird angegeben, baß nach der Aussage mehrerer Angeklagten das Büro innerhalb von drei Jahren vom "Ausland her und von der Jndustriepartei insgesamt 480 000 Rubel erhalten habe und daß die Hauptmittel von der deutschen Sozial- d e m o k r a t i e kämen.

Zum zweiten Male in kurzer Zeit wurde, wie die „Köln. Ztg." aus Brüssel meldet, im Nachtexpreß

[ Ostend e—St ö t n ein Raubüberfall begang« " Schnellzug Freitag morgen gegen 3 Uhr in H ______

einlief, entdeckten kontrollierende Beamte in einem Ab.

I teil 2. Klasse Blutflecke Und Unter einer Bank einen Ham- mer, der ganz neu war Und noch bas Verkaufseiikett trug. Sofort wurden sämtliche Stationen benachrichtigt, und um 6 Uhr fanden Arbeiter bei der Station Varenne vor Lüttich die ent stellte Leich« eines jungen Mannes. Ein Bein lag vom Zug abgefahren zwischen den Schienen. Bei dem Ermordeten, dem in der rohesten Weife der Schädel zertrümmert worden war, fand man weder Papier« noch Geld ober Wertsachen. Nur in einer Westentasche wurden einige Besuchskarten mit dem Na­men Viktor Schwarz, Handelsvertreter in Budapest, ebenso ein internationales Fahrscheinheft gefunden. Es wird angenommen, daß der Mörder unmittelbar nach dem Verbrechen den Zug verlassen hat.

kommen beitreten. Die Einigung unter den Alliier­ten wäre dann wieder vollwgen.

Für uns von größter Entscheidung ist die Frage, wie sich auf Grund dieser Reisen des englischen Außenministers England auf der Abrüstungskon­ferenz im Februar des kommenden Jahres pnaN tisch verhalten wird. Sind hier schon irgendwelche geheimen Vereinbarungen unter den Alliierten ge­troffen worden? Umsonst hat sich doch bestimmt nicht Frankreich zu einem Entgegenkommen bereit gefunden. Für Europa liegt das Schwergewicht jeder Entscheidung in der Abrüstungsfrage bei der Durchführung der Abrüstung zu Lande. Und da befürchten wir eben, daß Frankreich sich heute schon Zugeständnisse von England mamen ließ, welche unter Umständen fite ganze Abrüstungskonferenz von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Wir glauben auch nicht den englischen Der« stcherungen, wonach England keinerlei Kompensa­tionen geboten habe. Was wir bis jetzt vernah­men, klingt reichlich dunkel und rätselhaft und mahnt uns zur -allergrößten Vorsicht. Solche Son­deraktionen sind gefährliche Vorgefechte für die eigentliche Abriistungskonferenz, zerstören die Ba­sis des notwendigen Vertrauens. Und es ist kein Wunder, daß selbst in den Kreisen der aufrechten Friedensfreunde immer mehr der Auffassung Aus­druck gegeben wird, daß es den Alliierten auch heute nur darauf ankommt, eine wirkliche Abrü­stung Zu oerftinbem.

Bestärkt werden wir in dieser unserer Ansicht durch die Ausführungen, die wir in der französi- fchen Kammer über die heimischen und auswär­tigen Wehrmachtverhältnisse gebärt haben. Es ist unverständlich, wie ein französischer Kriegsmini­ster solche Darstellungen geben kann, ohne Wider- fvruch in der französischen Kammer zu finden, wie diese Kammer auch widerspruchslos den Bericht der Herren Bouilloux-Lafont entnegengenommen hat-

Wir staunten noch viel mehr. Jetzt wissen wir, daß Frankreich überhaupt allein abgerüstet hat, daß Deutschland über 25 Millionen streitbare Kämpfer zur Verfügung habe, daß sich Frankreich kaum ausreichend verteidigen könne. Also könne von einer weitergeheuderen Abrüstung überhaupt nickst die Red» fein.

Wir begnügen uns gegenüber der Rede des französischen Kritegsministers Maginot mit den Feststellungen. Das ist wirksamer als ein papier- ner Angriff. Das ist interessant, daß Maginot bei der Berechnung der französischen Heeresstürke nur die wirklichen Wehrtruppen berücksichtigt, bei der deutschen Wehrmachtberechnung aber die ge­samte Polizei, auch die nichtuniformierte, mitzählt. Maginot vergißt auch zu erwähnen, daß Frankreich I

tuchen Staatssekretär des Aeußeren Henderson und den englischen Admiral Alexander in Privat- audienz, die eine Viertelstunde dauerte.

Abrüstung und Budget.

cnb. Genf, 28. Februar. (Eig. Meld.) Das Komitee der Budget-Sachverständigen, das von dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß den Auf­trag erhalten hat, die von dem Ausschuß angenom­mene Methode der indirekten Rüstungsbeschränkung durch Begrenzung bezw. Herabsetzung der Heeres- ausgaben auf ihre plastische Anwendbarkeit zu prüfen, hat heute seine Arbeiten abgeschlossen. Da.s^Ergebnis ist in einem umfangreichen, ungefähr 90 Seiten starken Bericht niedergelegt, der zu der Schlußfolge kommt, daß vom technischen Stand­punkt diese Methode anwendbar sei, wenn die Regierungen gewillt seien, sie loyal an« zuwenden.

Merken Sie sich die Zahl

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und geben Sie Ihre Ziffer-Anzeigen nur an die „Fuldaer Zeitung“. Der Erfolg" solcher An­zeigen in der „Fuldaer Zeitung" wird durch

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Offertbriefe, die von uns im Jahre 1930 weitergeleitet wurden, treffend belegt.

♦ Sechs Arger in Südcarollna hingerlchlcl. Wegen der Ermordung von zwei Weißen wurden in Eolurn- b i a (Südkarolina) sechs Neger auf dem elektrischen Stuhl hingerichket. Der Hinrichtung wohnten 16 Zeugen, darunter vier Frauen, bei. Es ist dies das erste Mal in der Geschichte des Staates Südkarolina, daß sechs Perso­nen an einem Tage hingertchtet wurden.

AeberfaN auf einen kassenboken

Dir Täler mtt 10 000 Mk. geflüchtet.

E. N. B. Berlin, 28. Febr. (Eig. Meld.) Der Kas­senbote Otto Schulze, der heute vormittag von der Reichsbank 10 000 Mk. abgehoben hatte, wurde im Flur des Bankhauses, in dem er beschäftigt ist, plötzlich van drei Männern überfallen. Einer der Täter schlug ibn mit einer mit Lappen umwickelten Eisenstange über den Kopf. Der zweite bedrohte ihn mit einer Pistole und der dritte entriß dem balbbetaubten Mann die Akten­tasche mit dem Geld«. Die Wehrlosigkeit des Schulze be­nutzten die Täter, um au» dem Hause zu flüchten. Di« Tür schlossen sie hinter sich ab, so daß Urnen zunächst nie­mand folgen konnte. Die Räuber flüchteten in einer Auto- droschke, bi« mit laufendem Motor auf sie wartete. Schulze hat eine schwere Gehirnerschütterung durch die Schläge mit der Eisenstange davon getragen und ist noch nicht vernehrnungsfäbig. Die geraubte Aktentasche enthielt 10000 Mk.

Eine Spur. „Der Botaniker behauptet, meint fleischfressend« Pflanz» sei erfroren, und sie ist doch ni« in «inem ungeheizten Raum gewesen!" — „Haben Si« sie vielleicht mit Gefrierfleisch gefüttert?"