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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Sie Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
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Ur. 45
Dienstag, 24. Februar 1931
labtg. 58.
Erste Aufnahme des neuen spanischen Kabinetts.
Von links nach rechts: Hoyos (Inneres), Romanones (Aeußeres), Vugallal (Wirtschaft), Alkuce> mas (Justiz), La Cierva (Ernährung), Maura (Arbeit).
Unser Bild zeigt die Kabinettsminister nach der Vereidigung beim König.
* Don Maltitz ausgewiesen. Die Jnnsbru k e r Polizei hat gegen Hauptmann a. D. von Maltitz, der bekanntlich nationalsozialistische Uebeltäter unterstützt haben soll, einen Ausweisungsbefehl erlassen. Maltitz hat hiergegen Einspruch bei der Landesregierung erhoben und wird in Innsbruck die Entscheidung abwarten.
* Das läßt tief blicken. Adolf Hitler ordnet in einem „Erlast" vom 3. Februar an: „Der obersten S. A.-Führung liegen eine Reihe von Meldungen und Anzeigen vor, die sich gegen S. A.-Führer und -Männer richten, und vor allem wegen des Privatlebens dieser Persönlichkeiten Angriffe enthalten . . . Den obersten und oberen S. A.- Führern wird nun zugemutet, über diese Dinge, die rein auf privatem Gebiet liegen, Entscheidungen zu treffen. Ich weife diese Zumutung grundsätzlich und in aller Schärfe zurück. Abgesehen . davor, daß wertvolle Zeit, die im Freiheitskampfe notwendiger ist, nutzlos vertan wird, muß ich feststellen, daß die S. A. eine Zusammenfassung von Männern zu einem bestimmten politischen Zweck ist. Sie ist keine moralische An st alt zur Erziehung von höheren Töchtern, sondern e i n Verband rauher Kämpfer. Aufgabe der Prüfung kann nur sein, ob der S. A.-Führer oder -Mann seine Dienstpflicht erfüllt oder nicht das Privatleben kann nur dann Gegenstand der Betrachtung sein, wenn es persönlichen Grundsätzen der nationalsozialistischen Weltanschauung zuwiderläuft. Künftig werden die oberen S. A.-Führer, denen derartige Anzeigen zugehen, zunächst zu prü- fen haben, ob nicht der Anzeiger, der Mißstimmung und Unfrieden in die S. A. trägt, zur Verantwortung zu ziehen und ge- gebenenfalls der Ausschluß aus der S. A. beziehungsweise aus der Bewegung zu beantragen sein wird." Also nicht die Schuldigen, sondern die Beschuldiger sind schuldig.
darum sei es zu begrüßen, daß die katholische Jugend endlich aufstehe und den anderen zurufe: Bis hierher und nicht weiter!
* Reichsminister des Auswärtigen Dr. Curtius ist aus feinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat seine Dienstgeschäfte wieder ausgenommen.
* Die Herabsetzung der Oberbürgermeister-Gehälter. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags beschäftigte sich in Fortführung der Vorberatung des preußischen Finanzausgleichsgesetzes mit dem Artikel 6 dieser Vorlage, wonach § 43 des preußischen Besoldungsgesetzes auch Anwendung finden soll auf solche Beamte, deren Aufgabenkreis mit dem eines unmittelbaren Staatsbeamten nicht unmittelbar vergleichbar ist, wenn ihre Bezüge im Hinblick auf die Bezüge der unmittelbaren Staatsbeamten offensichtlich unangemessen hoch sind. Für die Festsetzung solcher Bezüge sollen die obersten Landesbehörden Richtlinien aufstellen können. Diese in den Finanzausgleich eingefügte Besoldungsbestimmung hat zum Ziele, es zu ermöglichen, daß die Gehälter der leitenden Kommunalbeamten herabgesetzt werden. Ministerialdirektor Dr. von Leyden stellte fest, daß kein Oberbürgermeister sich gegen den Gehaltsabzug gewehrt habe. In ganz Preußen habe man nur fünf Fälle, in denen Oberbürgermeister M i n i st e r g e h ä l t e r bezögen, davon drei in der Rheinprovinz. Die Abstimmung ergab die Annahme des Artikel 6, der also eine Herabsetzung der Gehälter der leitenden Beamten zuläßt unter Ablehnung sämtlicher Aenderungsanträge.
* Wendhausen nicht Mitglied der NSDAP. Der Nattonalsozialistische Parlamentsdienst teilt mit, daß die Behauptung, der bisherige Abgeordnete der Bauernpartei Dr. Wendhausen hätte sich der NSDAP, angeschlossen, falsch ist. Die früheren Mitglieder der Landvolkfraktion des Reichstags, die Abgeordneten Srebsr, v. Sybel und Dr. Wendhausen, bildeten nach wie vor eine selbständige bäuerliche Gruppe.
garten war, da mit Störungsversuchen gerechnet werden mußte, schon gegen 2 Uhr von der Polizei abgeriegelt worden. Gegen 3 Uhr war der Aufmarsch der uniformierten Abteilungen, die sich auf vier verschiedenen Plätzen Berlins gesammelt hatten, um mit Fahnen und Musik den Marsch nach dem Lustgarten anzutreten, beendet. Der erste Vor- sitzende des Reichsbanners, Oberpräsident a. D. Hörsing, teilte in seiner Ansprache mit, daß bereits 160000 Mitglieder im Laufe der letzten Monate aus den Reihen des Reichsbanners heraus- gezogen und einer besonderen Ausbildung für die sogenannten Schutzformationen unterworfen worden seien. Es handele sich nicht um Soldaten- -spielerei, sondern um eine Notwehr- und Abweh rh and lung. Ein Bürgerkriegerfolg der innenpolitischen Gegner sei tünftig unmöglich. Das Reichsbanner stehe bereit, jedem Ruf der legalen Staatsgewalt zu folgen als Helfer der legalen Machtmittel des Staates. Seit Monaten werde er gedrängt, dem Reichsbanner auch ein politisches Programm zu geben. Nach wie vor llehne er dies strikte ab. Das Reichsbanner könne seine besondere Aufgabe nur erfüllen, wenn es die überparteiliche Schutzorganisation der Republik und der Demokratie bleibe. Der Negation der extremistischen Parteien werde das Reichsbanner bie" Front des Positiven entgegenstellen. Ein Kriegsplan zur Nie- derringung der Arbeitslosigkeit müsse das Programm werden. Hörsing richtete dann an alle Republikaner die Bitte: Laßt uns nicht im Stich und versorgt uns mit geistiger Munition. Gebt uns die große Parole zur Rettung des deutschen Volkes und organisiert dke geistige Erneuerung der Republik. Gebt uns konstruktive Ziele. Das ist die Forderung des Bundes. Dann blühe in Deutschland ein besseres Leben in der sozialen, demokratischen Republik. Mit einem dreifachen Frei-Heil auf das deutsche Voll und die deutsche Republik schloß Hörsing seine Rede, die von den Teilnehmern der Kundgebung begeistert aufgenommen wurde.
Gegen Sowjek'Skeru und Hakenkreuz.
Wohlfahrtsminister Hirtsiefer vor der katholischen
Jugend Groß-Essens. — Kampferprobt!
Gelegentlich der anttfaschisttschen Kundgebung, die die Groß-Essener katholische Jugend Sonntag mittag im großen überfüllten Essener Stadt- gartenfaal veranstaltete, hielt auch der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer eine Rede. Er beglückwünschte die katholische Jugend Groß-Essens dazu, daß sie sich endlich aufgeschwungen habe, um vor aller Oeffentlichkeit zeigen, daß es noch eine starke katholische Jugend in Essen gebe, die zu Dr. Brüning stehe gegen Sowjetstern und Hakenkreuz (stürmischer Beifall). Der Minister führte weiter aus: Man muß den Herrschaften einmal wieder zeigen, daß wir da sind, daß wir uns nicht so ohne, weiteres an die Wand drücken lassen. Ich muß mir in diesem Zusammenhang den Hinweis gestatten, daß das katholische Volk kampferprobt ist. Wir haben schon ganz andere Kämpfe in Deutschland durchführen müssen. Ich darf die Herrschaften daran erinnern, daß ein viel Größerer und Gewaltigerer als Adolf Hitler, der doch höchstens in München einmal ein paar Löcher in die Dächer geschossen hat (stürmischer Beifall), daß nämlich Fürst Bismarck einmal versucht hat, die katholische Kirche und ihre politische Vertretung, das deutsche Zentrum zu bekämpfen und zu vernichten, und nicht die katholische Kirche hat nach Canossa gehen müssen und auch nicht das Zenttum, sondern Fürst Bismarck.
Hirtsiefer wies weiter darauf hin, daß vor 30 Jahren in erbitterten Kämpfen gegen bie so - zialistische Welt eine eigene bürgerlich-christliche Arbeiterbewegung geschaffen worden sei. Diese Kämpfe seien sachlich geführt worden. Man habe sich mit den Waffen des Geistes auseinandergefetzt. Ein politisches Rowdytum wie heute habe man damals nicht gekannt, und
An prächtiger Brief Hindenburgs.
Der Herr Reichspräsident gibt der verantwortungslosen Taktik der Deutschnationalen die richtige Antwort.
uldaerZertung
Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatt.
antwortungslose Demokratie und Parteiwillkür. Und jetzt, wo eine Reichsregierung, an deren nationaler Grundeinstellung kein Zweifel erlaubt ist, es unternimmt, die nachweislich früher von der nationalen Opposition beim Reichstag eingebrachten Forderungen zu erfüllen, bietet diese Opposition das peinliche Schauspiel, sich als Gralshüter der Weimarer Verfassung und der parlamentarischen Demokratie aufzuspielen. Die Geschichte wird dereinst dieses Satirspiel geißeln und es als einen nicht wieder gutzumachenden Fehler brandmarken, daß die Führer zweier Parteien, die von 8 Millionen den Auftrag erhielten, für eine Verstärkung der nationalen Front zu sorgen, die dazu bereite Reichsregierung in die Arme der Sozialdemokratie trieben."
Probe aufs Exempet.
Die Stadtvervrdnetenwahleu m Treuburg (Ostpreußen).
mb. Königsberg, 23. Februar. (Eig. Meld.) Die gestrigen Stadtverordnetenwahlen in Treu- hurg brachten ein Anwachsen de r sozialdemokratischen und der kommunistischen und einen Rückgang der nationalsozialistischen Stimmen gegenüber den Reichstagswahlen am 14. September 1930. Bei einer Wahlbeteiligung von etwa 74 Prozent erhielten die Sozialbemokraten 648 (Septemberwahl 503 Stimmen), bie neu aufgestellte Liste Ball erhielt 179, bie Nationalsozialisten 667 (1011), bie Kommunisten 360 (303), bie Wirtschaftspartei 189 (125), der neu gebildete Bürgerblock 169, die neu gebildete Handwerkerliste 113 und die neue Liste der Beamten und Angestellten 458 Stimmen.
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Hugenberg, der Hitler den Steigbügel hielt, weil er von der Nationalsozialistischen Bewegung eine Schwächung der Linken erwartete, erhält die Bestätigung seiner falschen Rechnung.
Dr. Wirth in Vreslau.
Die Breslauer Zentrumspartei veranstaltete eine gut besuchte Kundgebung, bei der Reichsinnenminister Dr. Wirth sprach. Er kennzeichnete die schwierige Lage Deutschlands, betonte aber, daß auch andereLändermit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, daß z. B. das englische Budget einen Fehlbetrag von einer Milliarde Goldmark aufweise. Unsere finanzielle Lage sei schwer, -aber nicht so, daß heute von einer neuen Katastrophe gesprochen werden könne. Der Minister kritisierte scharf den Auszug der Rechten aus dem Reichstag, die sich damit der Mitarbeit und der Verantwortung entziehen. Das Zenrtum habe in allen Kämpfen niemals die Sorge um den Staat aus den Augen gelassen. In der Ostfrage sei die Grenze für die mögliche Hilfe gegeben durch bie finanzielle L e ist u n g s f ä h i g- keit. Bei der Hilfe für die Landwirtschaft müßten die Interessen von Produzenten und Konsumenten ausgeglichen werden. Man könne auch nicht die gesamte Handelspolitik in Frage stellen. Ein Vergleich etwa der Getreidepreise in Deutschland und aus dem Weltmarkt zeige, was für die Landwirtschaft bereits getan worden sei. Dr. Wirth wies auf die Welle des Radikalismus hin, die durch das Volk gehe. Der Kapitalismus in seiner heutigen Form sei Gegenstand der Krise. Aber angesichts der augenblicklichen Probleme — Arbeitslosigkeit usw. — fei nicht zu wählen zwischen Kommunismus und liberale Individualismus, sondern es gelte, praktisch Hand anzulegen, um dem Volk das Leben zu sichern. Mit Schlagworten sei unserer Sage nicht beizukommen. Die seit dem 14. September Deutschland entzogenen zwei Milliarden Auslandsgelder würden nicht unter der Devise „Brechung der Zinsknechtschaft" zurückkehren, sondern nur bei einer vernünftigen Wirtschaftspoli- t i k. Vertrauen zu der Arbeit der Regierung sei notwendig. Das Erbe einer neuen Katastrophe würde nicht der Nationalsozialismus, sondern der Kommunismus antreten. Daher hätten gerade die bürge rlichenKreise allen Anlaß, der Regierung wohlwollend gegenüberzustehen. Das große Erbe, das wir übernommen haben, fei bie deutsche E i ritz e i t, das große nationale Ziel die Freiheit des deutschen Vaterlandes. Nur auf einer kräftigen staatlichen Autorität, einer Willensbildung aus dem Volk heraus könne die Kraft zur Ueberwin- dung der Not kommen.
Die Versammlung beschloß, an den Reichskanzler Dr. Brüning ein Telegramm zu richten, in dem das Vertrauen zu seiner Politik ausgsspro- chen wird
Ruhiger 22. Februar.
Die Reichsbanner-Kundgebung im Berliner Lustgarten.
Die von nervösen Leuten gefürchteten, von gewissen radikalen Elementen wohl erhofften Störungen der Ruhe am 22. Februar sind glücklicherweise ausgeblieben. Die Kundgebungen, die das Reichsbanner am Sonntag veranstaltete, sind in Berlin und im Reich ohne wesentliche Zwischenfälle verlaufen. Zu dem Aufmarfch, der im Berliner Lustgarten gegenüber dem Schloß stattfand, war der Führer des Reichsbanners, Hörfing, erschienen. Die neugebildete Schutzformation (Schufo), die nach den letzten Reichstagswahlen als Gegengewicht gegen die nationalsozialistischen Sturmabteilungen gebildet worden ist, marschierte zum ersten Male in der Oeffentlichkeit auf. Der Lust
Die Deutschnationalen unter Hugenbergs Führung smd ein Anhängsel der Nationalsozialistischen! Deutschen Arbeiterpartei geworden, obwohl in der deutschnationalen Partei stets Leute von Bildung, Besitz und aristokratischer Herkunft und Haltung ihrer politischen Heimat hatten. Man hat vielfach den Eindruck, als ob die Deutschnationalen in einer Welt der Unwirklichkeit lebten und als ob ihre aristokratischen Anschauungen es ihnen ganz unmöglich machten, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Ihre Politik ist auf Wunsch-Träumen gegründet. Jetzt hat ausgerechnet der Reichspräsident von Hindenburg in einer Antwort auf einen Wunsch- Traum, von dem ihm ein deutschnationaler Abgeordneter Mitteilung gemacht hatte, eine sehr ernüchternde, aber ungemein zeitgemäße Antwort erteilt. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Wege (Ludwigsborf) hat an den Reichspräsidenten ein in der deutschnationalen Presse veröffentlichtes Schreiben gerichtet, in dem er u. a. an den Herrn Reichspräsidenten die dringende Bitte richtet, dafür Sorge zu tragen, daßungesäumt etwas Durchgreifendes für bie Landwirtschaft, insbesondere des Ostens, geschehen möge. Der Herr Reichspräsident hat hierauf dem Abgeordneten Wege folgende Antwort erteilt:
Sehr geehrter Herr Abgeordneter!
Von Ihrem Schreiben vom 18. Februar habe ich mit vollem Verständnis für die im Landvolk der Grenzmark herrschende sorgenvolle und ernste Stimmung Kenntnis genommen.
Ich verfolge die Lage der deutschen Landwirtschaft mit besonderem Interesse und begleite alle brauchbaren Vorschläge zur Besserung der Not namentlich im Osten mit tätiger Mitarbeit. Durch die in den letzten Tagen vom Reichskabinett verabschiedeten Gesetzentwürfe soll dem Osten und durch weitere vor der Verabschiedung stehende Maßnahmen der deutschen Landwirtschaft insgesamt eine durchgreifende und alsbaldige Hilfe ge- bmcht werden. An meiner Mitwirkung hierbei hat es bisher nicht gefehlt und wird es auch künftig nicht fehlen. Leider muß ich aber zur Zeit Ihre und Ihrer Fraktionskollegen praktische Mitarbeit bei der Gesetzgebung des Reiches vermissen. Ich muß daher ihren Appell an mich damit erwidern, daß ich an Sie und Ihre Parteifreunde den dringenden Ruf richte, bei den bevorstehenden, für bie deutsche Landwirtschaft lebenswichtigen gesetzgeberischen Arbeiten nicht abseits zu stehen, sondern tatkräftig mitzuhelfen.
Mit freundlichen Grüßen!
(gez.) von Hindenburg.
Reichskabinekk und Agrarprogramm.
ERB. Berlin, 23. Febr. (Eig. Meldg.). Das Reichskabinett ist heute vormittag zur Weiterberatung des Agrarprogramms zusammengetreten. An der Sitzung nimmt auch der soeben aus dem Urlaub zurückgekehrte Reichsminister Dr. Curtius teil.
Was Kapitän Ehrhardt sagt.
Im „Hamburger Korrespondenten" Nr. 82 vom 18. Februar schreibt der frühere Kapitän Ehrhardt, der Führer einst jener Organisation „C" über das Verhalten der sogenannten nationalen Opposition U. a. folgendes:
. »Der Reichstag ist keineswegs „zerschlagen", wie es ein offizieller Aufruf der Opposition be= gauptet. Der Auszug der Opposition wird auf alle utile mit einer Blamage, d. h. mit der Rück- 'fhr der Opposition ins Parlament enden. Es ist eine leere Drohung, wenn der ncttionalsozia- bstifckie Abgeordnete Frank H den Bürgerkrieg an tie Wand malt. Die Wehrmacht des Reiches und r® Polizeimacht des größten Staates Preußen find lest in der Hand der gesetzlichen Gewalten." , »Der außenpolitische Weg besteht selbst bei schärfster Kritik der innerpolitischen Regierungs- Maßnahmen in einem planmäßigen, in Gemein- 'chast und im Einverständnis mit der Regierung durchgeführten Spiel, um den Forderungen der Regierung den nötigen Volksnachdruck zu verleihen. Der französische Außenminister Briand ’ft ein Meister dieses Spieles, und es wäre undenkbar in Frankreich, daß ein Abgeord- Ueter der zweitgrößten Partei den ungeheuerlichen ^atz in die Welt hinausschleudern könnte: „Die Regierung ist nur noch das Vollzugsorgan für die feindlichen Unterdrücker- und Ausbeutermächte."
"Zwischen der nationalen und der kommunistt- sAen Oppositton gibt es keine Gemeinschaft. Die Wallache, daß im Reichstag nationalfozialistische Abgeordnete mit Kommunisten über die taktischen rtiritte zur Regierungsbekämpfung verhan- d k l t e n, nachdem die Kommunisten soeben im ^prechchox gebrüllt hatten: „Hitler verrecke!" ist
Unmöglichkeit für eine große deutsche Par-
.. "Länger als ein Jahrzehnt hat bie nationale /^Ptiition gefordert: Regierungsbeteiligung, eine unabhängige Reichsregierung, Kampf gegen ver-