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30 Jahre Wupperkalbahn

* Kommunislenversammlungen in der Pfalz ver­boten. Die Regierung der Pfalz hat für die Zeit vom Samstag, 21. Februar, bis Samstag, 28. Februar 1931 einschließlich, für das gesamte Gebiet der Pfalz alle öffentlichen Versammlungen der Kommunisten und Erwerbslosen unter freiem Him­mel und in Sälen verboten. Darüber hinaus sind auch alle übrigen Versammlungen unter freiem Himmel verboten, ausgenommen kirchliche Veran­staltungen und dergleichen. Die Regierung hat sich zu dem Verbot veranlaßt gesehen durch die von den Kommunisten und den kommunistisch beeinflußten Erwerbslosen für das Monatsende geplanten Ver­anstaltungen und ausgegebenen Parolen.

Teil der Straße. Er ließ die Kette schnell in eine Innentasche seiner Jacke gleiten und beeilte sich, nach Hause zu kommen. Dort machte er Licht und besah sich seinen Fund näher. Vorsichtig säuberte er die Per­len mit seinem Taschentuch und mußte dabei über sich selbst lachen. Hatte er wirklich ein paar Minuten in dem Wahn gelebt, daß die Perlen echt seien? Gewiß man fand so einfach Halsketten aus echten Perlen in einem Rinnstein! Die Frauen, die solche Schätze zu ver­lieren hatten, ließen sie so mir nichts dir nichts in den Rinnstein fallen! Es war natürlich Nachahmung, das konnte man schon an der Größe der Perlen erkennen. Wie oft hatten er und Madeleine genau solche Perlen- schnüre in den Auslagen gesehen und auch mit einem so schönen Schloß, das mit falschen Steinen besetzt war. Wie gern hätte Madeleine eine solche Kette besessen, aber selbst die nachgeahmten waren für seine Börse viel zu teuer. Doch jetzt, während er sein Brot verzehrte, fiel ihm plötzlich ein: er könnte dieses Halsband Madeleine schenken! Was für Augen würde sie machen! Gefun­dene Gegenstände mußte man eigentlich abgeben, nun ja, aber solch eine Nachahmung war ja nichts wert! Vielleicht stammte sie gar von einer Frau, die den nach­gemachten Schmuck nicht mehr leiden konnte und darum einfach weggeworfen hatte!

Als er abends mit Madeleine im Cafe faß, kam er mit feiner Ueberraschung zum Vorschein. Sie saßen in einer stillen Ecke. „Sieh einmal, was ich hier habe," sagte er, und gab ihr den in Papier gehüllten Schmuck. Madeleine packte ihn vorsichtig aus, ohne recht zu ver­stehen, denn sie war an Geschenke von ihm nicht ge­wöhnt: sie mußten ja für später sparen. Als sie die Perlenkette sah, war sie erst stumm vor Staunen. End­lich sagte sie: „Wie herrlich! Soll ich das haben? Es sieht genau wie echt aus! Das muß doch sehr teuer fein. Warum hast du es gekauft?"

Robert schämte sich ein bißchen ihrer Rührung über etroas, das er nur so auf der Straße gefunden hatte. Er log, daß er einen Teil des Geldes, das er durch Ueberftunben verdient hatte, beiseite gelegt hätte, um ihr etwas zu kaufen. Sie sollte auch einmal etwas Schö­nes haben, sie bekäme ja nie etwas von ihm, und er

Alugzeugunglück in Japan.

Em Marineflugzeug in Schizuoka (Japan) stürzte brennend auf das Dach der Landwirtschasts- schule ab. Die drei Insassen kamen in den Flammen um. Der Apparat und die Schule wurden vollständig eingeäschert.

* Ein Oberlandjäger von einem Verbrecher erschossen. Ein in Anhalt bekannter Verbrecher, der Arbeiter Paul Eh walin ski aus, Würslau (Kreis Cöthen), er sch 5s Donnerstag früh den Oberlandjäger Pfeil, der ihn in seiner Wohnung verhaften wollte. Drei weitere Land, jäger warfen darauf Handgranaten nach Ehwa- linski, dem es aber infolge des dichten Nebels gelang, zu entkommen. Chwafinski, der bereits im oori« gen Jahre einen Oberlandjäger zum Krüppel geschlagen hat, wurde damals zu langjähriger Zuchthausstrafe ver­urteilt, doch gelang es ihm, aus der Strafanstalt zu entfliehen.

hätte doch gewußt, daß sie sich ein Perlenhalsband so sehr wünschte.

Madeleines Augen waren feucht vor Rührung, und sie dankte ihm mit einem Kuß.

Aber am nächsten Morgen, als Robert in einem Cafe frühstückte, glaubte er plötzlich zu träumen. Aus der Titelseite der Zeitung, die neben ihm lag, starrte ihm ein Bericht entgegen, der in Riesenlettern die lieber« schrist trug: „Pech einer steinreichen Amerikanerin. — Ein Perlenhalsband auf der Straße verloren . .

Er fühlte, wie ihm das Blut zu Kopf stieg, während er versuchte, den Bericht so ruhig wie möglich zu lesen. Die Buchstaben tanzten ihm vor den Augen. Ja, da stand es: Frau Warrick, eine reiche Amerikanerin, hatte ein Halsband verloren, das für 250000 Mark ver­sichert war. Sie konnte nicht angeben wo, vermutete aber in der Amsterdamer Straße, wo sie nach einem Antiquitätenhändler gesucht und ihr Auto unterdessen hatte warten lassen. Robert konnte es nicht fassen. Für 250 000 Mark versichert! Das bedeutete ein Vermögen für einen ehrlichen Finder! Und der Finder war er! Der Schmuck, den er gestern abend Madeleine gegeben hatte, war echt! Er rief das Büro an, um feinem Ab­teilungschef mitzuteilen, daß er aus dringenden Grün­den eine Stunde später kommen werde. Das war das erstemal in feinem Leben. Nie würde er früher so etwas gewagt haben. Aber jetzt! Wenn sie es ihm Übelnehmen wollten, sollten sie es nur tun. Er entwarf nun ruhig feinen Feldzugsplan. Der Reichtum gab ihm plötzlich eine Art Sicherheit des Handelns. Er wollte erst noch ein Morgenblatt mit dem vollständigen Bericht für Ma­deleine kaufen, dann würde er. mit einem Auto zu ihr fahren, um die Kette zu holen, alsdann bis dicht in die Nähe des Polizeipostens an der Amsterdamer Straße fahren, das Auto fortschicken, auf den Polizeiposten gehen und dem Kommissar persönlich mitteilen, daß er den ver­lorenen Schmuck im Schmutze gefunden hätte. Und dann brauchte er feine Hand nur aufzuhalten, um die Belohnung in Empfang zu nehmen.

Eine Viertelstunde später stand er vor Madeleines Wohnung. Sie wär gerade im Begriff, zu ihrer Ar- beitsstelle zu gehen. Er sand beinahe keine Zeit, sie zu begrüßen.

Die Wuppertal-Schwebebahn von Barmen-Elberfeld,

eine der interessantesten Konstruktionen heutiger Verkehrstechnik, wurde vor 30 Jahren dem Ver­kehr übergeben.

Präsident Löbe: Ich warne die Herren Abg. | Dreher und Dr. Goebbels zum letzten Male vor diesen den Redner störenden Zwischenrufen. (Abg. Dr. Goebbels: Herr Präsident, dann dürfen wir hier nicht so provoziert werden, wie das der Fall ist! — Lachen bei den Sozialdemokraten und in der Mitte. — Abg. Dreher: Herr Präsident das ist doch unerhört.) Herr Abg. Dreher, ich weise vie nunmehr aus dem Saale. (Lebhafte Zustim­mung, — Große Erregung bei den Nationalsozia­listen.)

v. Kardorff: Wir haben in diesen Dingen mit Ihnen eine Engelsgeduld gehabt, aber das sage ich Ihnen: Nunmehr ist unsere Geduld zu Ende. (Anhaltender starker Beifall in der Mitte und bei der Deutschen Volkspartei.)"

„Roter Alarm**.

C N. B. Berlin, 19. Febr. (Eig. Meld.) Die Kommunisten beabsichtigen, wie aus ihrer Presse zu entnehmen ist, am Sonntag im Lustgarten, also an der gleichen Stelle, wo die Reichsbanner- Kundgebung stattfindet, eine Demonstration gegen die Regierung Brüning und den Faszismus zu veranstalten und haben außerdem für Sonntag „roten Alarm" angekündigt. Wie von zuständi­ger Stelle bekannt wird, dürste auch diese Demon­stration der Kommunisten, ebenso wie dies mit der nationalsozialistischen Gegenkundgebung im Lustgar­ten geschehen ist, verboten werden.

LawZnenkod.

Am Dienstagnachmittag gegen 13.30 Uhr ging von dem schmalen Uebergang Kreuzbergalm und Elendalm bei Bayrisch-Zell eine Lawine nieder, durch die der 24 Jahre alte Student Richard Radenbach aus München, ein ge­borener Westfale, verschüttet wurde. Das La­winenfeld hat etwa 700 Mr. Länge, 3 bis 4 Mtr. Xiefc und 20 Mtr. Breite. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen, blieben aber bis jetzt ohne Ergebnis.

* Selbstmordversuch eines Senalsprasidenken. Der ehemalige Senatspräsident am Berliner Ober- oerwaltungsgericht, Walther v. U k l a n s k i, hat in einem Anfall von Schwermut in seiner Wohnung in Charlottenburq einen Selbstmordversuch unter­nommen, indem er sich mit einem Revolver eine Kugel in die Schläfe schoß. Der Schwer­verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Es besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.

Die Perlenkette.

Von E. van L i d t h d e I e u d e.

Robert verließ um sieben Uhr das Büro. Auf dem Heimweg kaufte er sich etwas Brot, das er zum Abend­essen auf feinem falten Zimmer in dem fünften Stock einer Mietskaserne der Amsterdamer Straße verzehren wollte. Um neun Uhr war er mit Madeleine verabredet. Dann gingen sie gewöhnlich für ein paar Stunden in ihr Stammcafe und tränten einen bescheidenen Weingrog. Dort war es angenehm warm. Sie lasen die Zeitung oder Madeleine blätterte in den Zeitschriften, und manch­mal sprachen sie leise von ihren Zukunftsplänen.

Robert war ein solider, junger Mann, der fleißig sparte, um Madeleine heiraten zu können. Seine Eltern waren Bauern, aber er hatte eine gute Schule besucht, unb seit seinem zwanzigsten Jahre arbeitete er auf einem Büro in der großen Stadt. Man konnte ihm noch an­sehen, daß er vom Lande kam. Und Madeleine neckte ihn bisweilen ein wenig wegen mancher bäuerischen Eigenheiten, die er bewahrt hatte. Aber sie neckte ihn aus eine liebe, freundliche Art, denn gerade das Ein­fache, Ruhige und Ehrliche an ihm war es, weshalb sie ihn den städtischen jungen Leuten vorzog, die lusti­ger, eleganter und galanter, aber weniger ernst waren.

Wenn Robert über die Straße ging, waren seine Augen fast immer auf den Boden gerichtet. Auch das war etwas, was er von feinen Vorfahren auf dem Lande geerbt hatte. Die Augen der Bauern sind zur Erde ge­senkt, wenn sie hinter dem Pflug oder der Egge gehen und wenn sie pflanzen und säen. Auch wenn sie" des Abends vom Felde heimkehren, sind ihre Augen noch immer auf den Boden gerichtet, als ob sie erwarteten, daß die Saat schon herauskäme, die Saat, die ihr Leben ist.

Während Robert eilig durch den nassen, kalten Win­terabend schritt, fiel sein Blick plötzlich auf etwas Langes unb Weißes, bas sich wie ein Wurm im Rinnstein zu krümmen schien. Er bückte sich, hob es auf aus bem Schmutz — er hielt ein Perlenhalsband in den gittern- ben Hänben. Er blickte sich scheu um, ob jemanb ihn ge- 't,en hotte. Nein, es war zufällig niemand in diesem

-!»

Wie Abgeordnete der Opposition, namentlich die NatMNLlsozialisten, sich gegen Abgeordnete anderer ■RtT^.D.er^aIten- wie sie diese Abgeordneten in Wirklichkeit „mundtot" machen, wie sie sie in der freien Rede behindern wollen, wie sie sich der unerhörtesten Störungen und Zwischenrufe selbst wrekter, geradezu ordinärer Beschimpfungen per- sonlichster Art als Kampfmittel bedienen — für all das bietet die Lektüre der Stenographischen Be­richte des auf Grund der Wahlen vom 14. Sep­tember 1930 gewählten Reichstags ein sehr lehr- rclchss Bild. Während früher Ordnungsrufe größte Seltenheit waren, ist es heute eine Seltenheit, wenn eine! emzige Sitzung ohne einen solchen verläuft. Seitdem die Nationalsozialisten im Reichstag sind, ist es überhaupt noch nicht der Fall gewesen. In den letzten Sitzungstagen vor Auszug der Oppo- ntion zahlten die Ordnungsruie nach Dützen- 0en, und wenn man alle Zwischenrufer hätte er­fassen wollen, so wäre man auf Hunderte ge­kommen! a

or Deffentlichkeit nur einen ganz kleinen

E'cymtt darüber zu geben, wie nationalsoziali­stische Abgeordnete im Reichstag sich benehmen, und rote sie andere Abgeordnete stören, wollen wir nach einem stenographischen Bericht eine kurze Skizze wahrend der Ausführungen des Herrn -a- Kardorff mitteilen. Sie spricht ohne jedes Kommentar ganz für sich selbst. Hören wir zu: ™ /iP". ^arborff (Deutsche Volkspartei): Das I Relchstagsmandat darf kein Freibrief fein, im j i.anöe herumzuziehen und andere zu verleumden und zu beleidigen.

(Laute Zustimmung links und in der Mitte. — Große Unruhe bei den Nationalsozialisten. — Glocre.)

Präsident Lobe: Ich bitte um Ruhe.

v. Kard oss: Meine Damen und Herren! Wir haben es satt, sage ich Ihnen — (Abgeordneter Aebbels: Wir sind schon kotzsatt geworden!--

Glocke.)

Präsident Löbe: Herr Abg. Dr. Goebbels, ich rufe Sie zur Ordnung!

v Kardorff: Wir haben es satt, fortgesetzt un­sere Ehre, — (Abgeordneter Lindner: Diese' Rede ist auch zum Kotzen!) — unsere Ehre straffrei be­schmutzen zu lassen. (Glocke.)

Präsident Löbe: Herr Abg. Linder, ich twfc y,e wegen Ihres unerhörten Zurufs aus der Sit­zung. (Lebhafte Zustimmung in der Mitte und bei den Sozialdemokraten. — Großer Lärm bei den Nationalsozialisten.)

v. Kardorff: Eines lassen Sie mich Ihnen sagen: Wer vor der Ehre seiner Mitmenschen keine Äck»- troifl hat der kann die eigene Ehre auch nicht hoch- achten, (Zuruf von den Nationalsozialisten: Die haben Sie am allerwenigsten! — Glocke)

Präsident Löbe- Herr Abg. Dreher, ich rufe Sie wegen dieses Ausrufs zur Ordnung.......

Die Ursachen für diese bevölkerungspolitisch r0 h benklichen Tatsachen sink, nach ber Darstellung der werkschastszeitschrift — vom Ethischen wirb in der Au-' Wertung bes Untersuchungsmaterials abgesehen — t * chen in ber Entlohnungspolitik ber Arbeitgeber, die be» -j Angestellten nur eine späte Familiengrünbunq -ulük>? weil bie Gehaltssätze erst spät unb langsam steigen unb erst in ben Altersjahren 45—50 ben Höchststand erreicht Gefordert wird eine aktive Bevölkerungspolitik be, Staates in ber Richtung ber Unterstützung' kinderreicher Familien etwa durch Elternschaftsversicherung, durch eine geeignete Steuerpolitik und großzügige Wohnungsreso-m.

„Madeleine, sag' — das Halsband — wo hast du es? — Hole es sofort — hier, lies nur den Zeitungs­bericht, wir haben ein Vermögen, wir brauchen nicht mehr zu sparen. Schnell hole es."

Sie begriff erst nicht. Dann ging sie in die Woh­nung und kam bald zurück mit der kostbaren Kette in ihren weißen Händen. Ihre Stimme zitterte, als sie sagte: „. . . Aber du sagtest doch, daß du für mich ge­spart hättest?"

Er härte ihre Frage nicht. Er sprach nur über das Vermögen, das er gefunden hätte. Doch in ihren Augen schimmerte eine Träne über das, was sie verloren hatte.

Heiteres

Dorgebeugf. Sie: „Warum trittst du eigentlich im­mer nur ans Fenster, wenn ich finge?" —Er: „Damit bie Nachbarn nicht meinen, ich verprügele dich!"

(„Motin".) •

Die Gegenfrage. Der Redner: „Wir wollen heute über die fundamentalen Grundsätze ber mobernen Archi­tektur sprechen " — Stimme aus bem Publikum: „Wie baut man 3. B. einen Kaninchenstall?" — Rebner: „Wollen Sie umziehen?" („London Dpinion".)

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So entstehen Kriege. Das kleine Fritzchen fragt seinen Vater: „Sag emal, Papa, wie tuen eigentlich Krieg« enfftehen?" — „Tja, Fritzge, nehme mr emÄ an, England tät mit Frankreich in Streit gerate ..."*" „Nu, hör aber auf, England fängt doch zelebdesdag mit Frankreich keine Krieg an", unterbricht die Mutter. — „Dat weiß ich, Klärche, ich setze ja bloß bä Fall... — -,Du wachs bä Jung ganz verdötsch." — „Enein, bat tuen sch nit!" — „Enboch, bat tufte wohl." — „Nein bat tu sch nit." — „Doch." — „Nein." — ,,Et is alb gut Papa, ich glaub, ich weiß setz, wie bie Kriege entstehe" meint Fritzchen. (Lustige Kölner Zeitung).

*

3n ber Apotheke. „Sie verkauften mir vor eh er Woche ein Piaster, um meinen Rheumatismus wegzu­bringen . . . ." — „Gewiß — na unb?" — „Jetzt mochte ich gern ein Mittel hoben, um bas Pflaster wegzu­bringen!" („Everybodys Weekly"-)

wmnen. Die Prager Polizei meldet weiter, im Zusammenhang mit einer Untersuchung wegen Ent­wendung von Herstcllungsgeheimnissen einer Pra­ger Firma (Easschutzmittel) seien der Prager Fa- brikant Havlicek und sein Portier verhaftet worden.

Front der Stzationalsozialisten eingegliedert haben und daß mm «och sie im Lande großes Geschrei erheben über die Einschränkung der Abqeordneten- Freiheit.

Nun sitzt hn Deutschen Reichstag ein deuttch- natwnaler Abgeordneter von merkwürdigen Gra­den. Es ist der ehemalige russische Offizier von Freytag-Loringhoven, den die Deutsch­nationalenheute ausgerechnet als nationalen Men­tor sich bestellt haben! Auch ein Zeichen der De­kadenz der Deutschnationalen! Dieser „nationale" Herr brachte es ja fertig, bei Erörterung der Par- roments- und Immunitätsreform den Deutschen Reichstag und seine Vertreter, damit aber auch das deutsche Volk, das diese Vertreter in den Reichstag gesandt hat, unerhört zu beleidigen, in­dem er den Reichstag als eine „Zwingburg der Feinde Deutschlands" bezeichnete. Für diesen Schimpf zog er sich zwar einen Ord­nungsruf zu, in jedem anderen Lande aber würde man ihn aus dem Haufe befördert haben und das ganze Volk würde ihn m i t V e r a ch t u n g stra­fen. Für die Deutschnationalen ist er aber auch heute noch der große nationale Mann. Dieser Herr also hat zur Immunitätsfrage in seinem Buch ,/Die Weimarer Verfassung in Lehre und Wirklichkeit" ausdrücklich gesagt:

„Es fragt sich, ob es richtig ist, die Immunität bedingungslos anzuerkennen. Gedacht ist sie zum Schutze des Ausdrucks politischer Ueberzeugung. Es I tft aber entschieden unangebracht, sie darüber hin­aus auf direkte strafbare Handlungen zu erstrek- ken . . . . Es erscheint durchaus erwägenswert, ob an der unbedingten Unverantwortlichkeit der Abgeordneten im jetzigen Sinne festzuhalten ist."

„Freilich , so meint Freytag-Loringhoven wei­ter, „wird eine bessere Regelung nicht zu erreichen sein, solange die Entscheidung darüber in der Hand I »es Parlamentes liegt, das an der Aufrechterhal­tung des heutigen Standpunktes interessiert ist."

Und derselbe Herr von Freytagh-Loringhoven I beschimpft den Reichstag in dem gleichen Augen­blick, m welchem er entschlossen dem bisherigen, von Freytagh-Loringhoven selbst als unhaltbar be­zeichneten Zustande ein Ende machte!

♦ Das südafrikanische Abgeordnetenhaus hat die Vorlage zur Unterstützung der Landwirt­schaft die die Aufnahme einer Anleihe von 5 Mill. Pfund Sterling vorsieht, in 3. Lesung ange­nommen.

. * Aufdeckung von Werk- und Waffenspionage in Brünn und Prag. Die Prager Blätter berich­ten über die sensationelle Verhaftung von sieben Personen, die sich der Jnoustrie- und Waffenspionage bei der Brünner Waffenfabrik schuldig gemacht haben sollen. Es handelt sich j u. a. um den Wiener Journalisten Soudek, den Oberleutnant der Reserve Stibor, der bei der Berg- und Hüttenaktiengesellschaft angestellt ist, sowie um ehemalige Beamte der Brünner Waffen­fabrik und eine Frau namens Kucera. Das Haupt der Spionageaktion soll der Journalist Soudek sein, dem es gelang, in die Lieferungen und Kor- respondenzen der Waffenfabrik Einblick zu ge- I

\ wie auch die Familiengrötze kleiner ist als in ben Bevölkerungsschichten. Die Erhebungen haben»?" wichtige Tatsachen ergeben:

Die Ehelosigkeit unb bie Spätehe finb bei ben < stellten sehr verbreitet. Von ben von ber (£rheh ’’ faßten Angestellten waren 39 v. H. unDerheim?1? Alter von 30 Jahren waren noch 50 v. H. [e6i et;

Von ben verheirateten Angestellten blieben im Jahre 84,5 v. H. kinderlos, im zweiten noch 66 n dritten 52,6 v. H. unb im vierten 43,2 v. H. gtJ 2? aller Angestelltenehen war vollständig kinderlos

Auf einen verheirateten Angestellten kamen h schnittlich nur 1,33 Kinder, wogegen 3,2 Kinder mV? als notwendig erachtet werden, um den normalen ■ oölterungsbeftanb zu erhalten. Nur 8,4 v. SS. ber heirateten Angestellten aber hatten 3 unb mehr ukDe Kinder. ebtn'

Die Untersuchung bestätigt wieder, daß bie @roft(rx. bte tjamilienbilbung gefährden: denn erstens ist der R zentsatz ber „Junggesellen" um so größer, je grober Stabt ist, zweitens ist bie Zahl der tinberlofen Eben ° ben Großstäbten verhältnismäßig größer unb die b„r!" schnittliche Familiengröße ist kleiner. $*

Die Stau im öffentlichen Leben.

In Großbritannien wurden bei den letzten Wahlen 89 weibliche Stadträte gewählt, außerdem gin­gen aus diesen Wahlen 9 Sürgermeiftetämen hervor.

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Anfang Februar trat die Sachverständigenkommission zusammen, bie, von Reichskanzler Brüning beauftragt, der Reichsregierung ein Gutachten erstatten soll über die grundlegenden Fragen ber Bekämpfung ber Arbeitslosig. feit unb ihrer Folgen. In biefer Kommission arbeitet als einzige Frau bie Generalsekretärin bes Katholischen Deutschen Frauenbundes mit, Antonie Hopmann, Köln, bie lange Jahre bie weibliche Abteilung bes Kölner Arbeitsnachweises leitete.

I „ Anschlag auf einen italienischen Konsulatange- stelllen in Frankreich. Echo de Paris meldet aus Nizza: Ein Angestellter des italienischen Kon­sulats in Cannes namens Guzzi, der gleichzeitig auch als Musiker in einer Singspielhalle beschäftigt ist, wurde auf dem Nachhausewege gegen 1 Uhr nachts von zwei Unbekannten verfolgt^ die in einer einsamen Straße etwa 10 Schüsse gegen ihn ab« feuerten. Guzzi blieb unverletzt. Die Untersuchung soll bereits ergeben haben, daß es sich nicht um einen Raubüberfall sondern um einen Rache- akt oder um einen politischen Anschlag handele. _______________

Aannlienschrumpfung.

Daß bte Geburtenzahl ständig abnimmt unb Kinder­reichtum immer mehr zur Seltenheit wird, weiß jeder. Wie erschreckend aber bas Bilb in manchen Bevölkerungs­schichten schon aussieht, bas können nur eingehende Er­hebungen zeigen. Eine solche ist für ben Angestellten- ftanb von einer Berufsorganisation (GDA.) durchgeführt worben: bie Hauptergebnisse finb in ben „Materialblät­tern für Wirtschafts- unb Sozialpolitik" (Nr. 11, No­vember 1930) veröffentlicht.

Ganz allgemein wirb, zurückgreifenb auf anberes Ma­terial, feftgeftellt, daß in ber Angestelltenschicht sowohl bie Zahl ber kinderlosen Ehen verhältnismäßig größer

* Der Konflikt zwischen der Zentrumspartei und der Deutschnationalen Dolkspartei in Württem­berg wegen der schweren Vorwürfe des evange­lischen Ausschusses der Deutschnationalen Volks- Partei gegen das Zentrum ist bei gelegt. Der Weiterbestand der bisherigen Regierungskoalition zwischen diesen beiden Parteien erscheint nicht mehr gefährdet. Man wird wohl noch erfahren, welche Genugtuung die Deutschnationalen dem Zentrum gegeben haben.

* Konferenz der kettenden preußischen Derwal- tungsbeamten. Wie der amtliche preußische Presse­dienst mitteilt, begann am Donnerstag im preußi­schen Ministerium des Innern die in Abständen sich regelmäßig wiederholende Konferenz der lei­tenden Beamten der preußischen allgemeinen und inneren Verwaltung, an der auch Vertreter der übrigen preußischen Ministerien teilnahmen. Die Konferenz wurde durch eine Ansprache des preu­ßischen Ministers des Inneren, Severing, er­öffnet.

* Der Reichsverband der deutschen Industrie zur Handels- und Zollpolitik. Der Export-Förderungs­ausschuß des Reichsverbandes der deutschen Indu­strie und des deutschen Industrie- und Handels- taaes hat eine Entschließung angenommen, in der erklärt wird, daß jede Tätigkeit zur Förderung der Ausfuhr,, die von der Wirtschaft oder von der I Reichsregierung unternommen wird, fruchtlos und vergeblich sein werde, wenn nicht die seitherigen Grundsätze unserer Handelspolitik auftecht erhalten bleiben. Jede Erschütterung des Han- delsvertragssystems und die Ueberspan- nung der landwirtschaftlichen Zollforderungen wür­den im Auslande weitere Erbitterung und Gegenmaßnahmen auslösen, die sich durch noch weitere Verschlechterung der Arbeit- I und Verdienstmöglichkeiten am Auslands- und I Heimatmarkt auswirken würden.