guerra
nein.
Das kommt «ns spanisch vor
* 3» den Verhandlungen über den evangelischen Klrchenvertrag in Preußen. Au den Presseberichten über den nahebevorstehenden Abschluß des -evangelischen Kirchenvertrages in Preußen wird von zuständiger preußischer Stelle mitgeteilt, daß der preußische Kultusminister in der vorigen Woche den Vertretern der evangelischen Kirchen einen i m S, n n e d e r kirchlichen Wünsche verbesserter Vertragsentwurf übermittelt habe. Eine Stellungnahme der Kirchenbehörden zu diesem Entwurf stehe ledoch noch aus. Angaben in der Presse über den Inhalt des Entwrirfs beruhten auf Vermutungen, da der Inhalt des Entwurfs nach wie vor beiderseits ftreng vertraulich behandelt werde.
* Maßnahmen gegen Kommunisten in Danzig. Das kommunistische Organ in Danzig, die „Danziger Arbeitszeitung", in der zu Gewalttätigkeiten und Ungehorsam gegen die Gesetze aufgesordert wird, wurde beschlagnahmt. Gegen die verantwortlichen Redakteure wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Der Senat hat alle k o m m u n i st i- schen Versammlungen unter freiem Himmel und alle kommunistischen Umzüge verboten.
Während der Vorstellung in einem Lichtspieltheater in R o m fiel plötzlich derVerputzderDeckein einer Ausdehnung von sechs Quadratmetern auf die Zu» schauer. Etwa 15 Personen wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht.
* Englands Vermittlung von Bulgarien an« genommen. Aus Sofia wird gemeldet: Außenminister Burow hat dem englischen Gesandten mit, geteilt, daß die bulgarische Regierung beschlossen habe, die Vermittlung des englischen Außenmini, sters Henderson in dem zwischen Bulgarien vnd Griechenland entstandenen Kon. f l i k t anzunehmen.
ihr im Alter und Unglück treu geblieben, sagte sie leichthin: „Ja, da staune ich wirklich. Aber ich fürchte, ich glaube das mit dem Fasan ist eine Entel"
standen, daß seine Gattin sie für den nächsten Sonntag einlud.
Zuvorkommend ließen Schraders den Gast mit ihrem Auto abholen, und voll Stolz führten sie die Frau Sani- tätsrat durch die schönen Räume ihres Landhauses.
„Nun kommt aber unsere neueste Errungenschaft", betonte Herr Schrader. „Ich habe da vor einiger Zeit für schweres Geld etwas gekauft, um das mich meine sämtlichen Bekannten beneiden." Er öffnete die Flügeltüren und nötigte die Besucher in das letzte Zimmer.
Die Sanitätsrätin schaute, stutzte — ihr Herzschlag stockte —, sie sah die Möbel ihres Biedermeiersalons mit dem goldgestickten Fasan!
Schrader beobachtete ihre erstarrte Miene. Hielt sie für den Ausdruck der Bewunderung. Strahlend meinte er: „Nicht wahr, Frau Sanitätsrat, feine Sache! Hat mich aber auch dicke Gelder gekostet." Er nannte eine Summe, die das Dreifache des Betrages überstieg, den die frühere Besitzerin erhalten hatte.
„So viel hätte ich gar nicht dafür angelegt", fuhr er fort, „aber alles, was Sie hier sehen, liebe Frau Sani- tätsrat, besitzt historischen Wert, hat mir der Mann gesagt, durch den ich die Sachen gekauft habe."
„Historischen Wert?" Wie ein Hauch schwebte die Frage.
„Ja, historischen," bekräftigte Herr Schrader. „Sehen Sie das Wappen, den Fasan! Mein Biedermeiersalon stammt nämlich aus einem süddeutschen Fürstenschloß. Von einem Geschlecht, bas schon die Kreuzzüge mitgemacht hat. — Einem Vorfahren soll mal ein Fasan das Leben gerettet haben. Als er nämlich in Feindes Land eingeschlafen war und gerade aus dem Hinterhalt angefallen wurde, da lief ihm ein Fasan über den Kopf — das Tier war wohl von den Feinden aufgefchrcckt —, und dadurch wurde er rechtzeitig aufgeweckt und konnte sich feiner Feinde erwehren. Seitdem führten die Fürsten den Fasan im Wappen. Ja, liebe Frau Sanitätsrat, da staunen Sie!"
Ein schmerzliches Lächeln. Doch schnell überwand sie ihre Schwäche, und mit dem philosophischen Humor, der
Der Aufmarsch am 22. Februar.
ERB. Berlin, 18. Febr. (Gig. Meld.) Die für Sonntag geplante nationalsozial istische Gegen kundgebung gegen den Aufmarsch des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold im Lustgarten ist vom Polizeipräsidenten verboten worden, da die Gefahr von Zusammenstößen und Störung ber öffentlichen Sicherheit besteht. Die Reichsbanner- Kundgebung wird nicht verboten werden, weil sie bereits feit Monaten angekündigt worden sei. Die KPD. hat ihre Mitglieder aufgefordert, sich an der Reichsbannerkundgebung zu beteiligen.
daran zu erinnern, daß der Dölkerbundsrat im Mai sich gleichfalls mit der ukrainischen Beschwerde gegen Polen zu befassen haben wird.
ginnenden Reichstagssitzung für erforderlich halten. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung steht der Haushalt des Reichsverkehrsmini st e- riums. In parlamentarischen Kreisen rechnet man nicht damit, haß die Deutschnationalen diesen Etat „für wichtig genug" halten, um ihre Abstinenz-Taktik aufzugeben.
. Deutschnationalen ist der Verkehr (ein
schließlich Reichsbahn) nicht wichtig genug, aus der bequemen Etappe des Fraktionszimmers wieder an die parlamentarische Front zu gehen! Sie haben Angst vor den Nationalsozialisten, die sie mit aus dem Saal genommen haben und schwer schimpfen wurden, wenn Oldenburg-Januschau und die Seinen wieder in den Saal gingen. Deshalb warten ste täglich auf eine „wichtige Sach e". Der Verkehr ist keine! So sagt Hugenberg. Wie lange ist er noch davor geschützt, auch von seiner eigenen Anhängerschaft ausgelacht zu werden.
Brüning arbeitet.
Reichskanzler Brüning folgte am Dienstag einer Einladung des Groß- und Ueberseehan- del zur Teilnahme an einer Vorstandsfitzung des Verbandes. Mittags empfing der Reichskanzler die Vertreter des kaufmännischen Einzelhandels in Duisburg gemeinsam mit Vertretern des Zentralverbands des Einzel. Handels in Berlin.
Fastnacht im Sachsen-parlarnenk
Die Radikalen rollen die Augen und heben die Fauste gegeneinander.
Im sächsischen Landtage kam es bet der Beratung des nationalsozialistischen Auflösungsantrages wahrend des Schlußwortes des Abgeordneten Kunz zu stürmischen Auftritten. Präsident Wecke! sah sich gezwungen, mit zahlreichen Ordnungsrufen einzuschreiten, konnte jedoch die Ruhe des Hauses nicht erzwingen. Schließlich wurde dem Abgeordneten Kunz nach dreimaligem Ordnungs- I ruf das Wort entzogen und die Sitzung unterbro« I chen. Die Kommunisten, die von Kunz an- I gegriffen waren, begaben sich zur Rednertribüne und drangen auf den Abgeordneten ein, der von seinen Fraktionsgenossen Unterstützung erhielt. Die sein blichen Abgeordneten stauben mit ?r°h-nd erhobenen Fäusten im lebhaften Wortstrett emanber gegenüber, bis es schließlich gelang, die Ruhe wieber herzustellen. I . .Der Präsident teilte mit, daß sich der nationalsozialistische Abgeordnete Kunz, weil er trotz wiederholten Wortentzuges weiter gesprochen' hatte, denAusschlußvonfünfSitzungstagen zugezogen habe und daß der nationalsozialistische Abgeordnete Lasch wegen tätlicher Bedrohung des P'zeprasidenten, von dieser Sitzung ausge- I schlossen sei. In ber dann vorgenommenen nornentlt(f)en Abstimmung über den nationalsozialistischen Auflösungsantrag stimmten nur 25 21 b= geo rbn ete der Nationalsozialisten, der Kommunisten und der Deutschnationalen für den A n - trag, während 63 Abgeordnete dagegen stimm- I tcn. Der Antrag war damit abgelehnt.
* Lin Kinobesiher als Falschmünzer enklarvk. Die Polizei in Sentenberg verhaftete den Kinobesitzer Gustav Kirschner aus Alt-Döber (Kreis Kalau), der falsche Zweimarkstücke in Umlauf gebracht hatte. Bei Kirschner wurde eine Haussuchung vorgenommen, die eine Presse, Metall und Falschgelbstücke zutage förberte. Kirschner wurde in das Untersuchungsgefängnis in Kottbus eingeliefert.
* Die löblichen Unfälle bei der briiischen Luftskreik- machk. Im Jahre 1929 fanden 40 Mitglider der britischen Luftstreitmacht den Tod, im Jahre 1930 65 und in den 7 Wochen des laufenden Jahres bereits 23.
Die Revision der Kriegsschulden
Wenn auch in den Ländern ber Reparations- plaubtger schon seit Monaten und immer wieder die Erkenntnis vertreten wird, daß die Weltwirtschaft die schwere Krise nur überwinden und wieder gefunden kann, wenn eine Revision der Kriegsschuldenfrage kommt, so dürfen wir aber doch nicht vergessen, daß dieser Erkenntnis in der Praris noch beträchtliche Hindernisse entgegenstehen. u
Europa schaut hinüber nach Amerika. Was werden die Vereinigten Staaten in der Kriegslchul- denrevtston unternehmen? Auch dort die Erkennt- ms, daß tue Auswirkungen ber weltwirtschaftlichen srtie nur dann wieber zu bannen finb, wenn man den als Abnehmer eigener Produkte in Frage kommenden Landern Zahlungsmöglichkeiten, also Kaufmoglichkeiten verschafft. Eine solche Erkennt- ms finden wir meist nur bei den führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Wirtschaft. Dagegen ist, die Bewegung zugunsten einer Revision der Kriegsschulden im Lande selbst noch kaum zu er- kennen. Vor allem deshalb, weil die amerikanische l?^^rung zur Zeit gegen jede Schuldenrevision sich erklärt. Man sagt, daß das amerikanische Volk
Der Fasan.
Skizze von Julius Knopf.
Margarete Kreuter führte das entfagungsreiche Leben jener zahlreichen Witwen des guten Bürgertums, die durch den Tod des Ernährers aus einer sorgenlosen Ehe in den Kampf ums Dasein geschleudert wurden. Der Sanitätsrat Kreuter war nach kurzem Siechtum in die Ewigkeit eingegangen und hatte seiner Frau außer einer behaglichen Einrichtung ein kleines Vermögen hinterlassen, dessen Zinsen nicht hinreichten, daß Margarete davon hätte leben können. So mußte sie, gleich vielen Frauen, aus ihrer Wohnung Kapital zu schlagen suchen.
Die Arztwitwe hatte das Glück, ihre große Wohnung von der sie nur drei Zimmer für sich behielt, zu einem guten Preise an ein junges Ehepaar zu vermieten. Reizende junge Leute von rheinischem Frohsinn. Ein näherer Verkehr bahnte sich an, und oft war man des Abends auf einige Plauderstündchen zusammen. So lebte die alte Dame ohne Nahrungssorgen, mit knappen Mitteln, die ihr ein bescheidenes Dasein ermöglichten. Da traf sie erneut ein Unglück. Das Bankhaus, das ihre Kapitalien zu betreuen hatte, brach zusammen. — Margarete Kreuter verlor einen Teil ihres Vermögens. Bald'stand sie vor Geldschwierigkeiten. Darum entschloß sie sich, ihren, schonen, kostbaren Biedermeiersalon zu verkaufen, den sie mit in die Ehe gebracht hatte. Es war ein altes,' wohlerhaltenes Erbstück ihrer Familie, von dem sie sich nur schweren Herzens trennte.
Frau Sanitätsrot Kreuter faß am Fenster des kleinen Salons, in dem bequemen, mit grünem Wollrips bezogenen Großvaterstuhl. Don sich das Nähtischchen mit dem sauber gestickten Deckchen. Da stand an der Fensterwand der von der großen Alabastervase gekrönte Sekretär mit den Geheimfächern und der herunterklappbaren Schreibtischplatte. Zwischen den Fenstern blitzte der schmale Spiegel in dem blauen Mahagonirahmen. Er hing über der weißen Marmorkonsole, aus der, unter einer Glasstürze, die alte Uhr traulich
Die Regierungsbildung m Spanten hat zu der komischen Zwangslage geführt, baß Sanchez Guerra Verhandlungen mit politischen Persönlichkeiten führen mußte, die seit Wochen wegen ihrer politischen Haltung im Gefängnis sitzen.
Der Rufer im Gefängnishof: Wäre nicht einer der Herren Gefangenen so freunblich, ein Ministerium zu übernehmen?
Grotzftüdke im Altertum.
Die Großstädte des Altertums können den heutigen wenig nachgegeben haben. Von Babylon berichtet Hero- dot, daß es quadratisch angelegt war und daß jede der vier Seitenlängen 22 Kilometer maß. Es umfaßte also halb so viel Raum rote das heutige Groß-Berlin. Nach Herodots weiteren Angaben muß es mindestens 2 Millionen Einwohner gehabt haben. Die Kaimauern längs des Euphrat waren 30 Kilometer lang und 20 Meter hoch, — ein Wasserschutz, um den man die Stadt heute noch beneiden kann.
In dem Rom der Kaiserzeit gab es bereits eine Bauordnung. Diese schrieb geradeso wie die heutigen Bauordnungen eine höchste Höhe der Gebäude vor, und zwar betrug diese 20 Meter. In Konstantinopel waren sogar 30 Meter zugelassen. Da die Höhe der Stockwerke damals nur etwa 2 Meter betrug,muß Konstantinopel Häuser von zehn big zwölf Stockwerken besessen haben, was durch Angaben aus jener Zeit bestätigt wird. Für die Straßen ließ man damals nur 6 bis 8 Meter frei, so daß die antiken Großstadtbewohner also mehr von Luft und Licht abgeschlossen waren als die heutigen. Die Häuser waren sehr leicht gebaut, unter reichlicher Verwendung von Holz, und Einstürze waren häufig. Zuweilen brachen ganze Reihen von Häusern zusammen, indem eins das andere mitriß. Ebenso fielen den Feuersbrünsten meist ganze Straßenzüge zum Opfer, obwohl es bereits eine Feuerwehr gab. Es ist verständlich, daß im Jahre 62 unter dem Kaiser Nero nahezu die ganze Stadt niederbrannte, als gleichzeitig an einigen Stellen, ob nun infolge Unvorsichtigkeit oder Brandstiftung, Feuer aU->- brach. Nur in einigen bevorzugten Stadtteilen schloß d>e römische Bauordnung die hohen Mietskasernen — sulae, d. h. Inseln wurden sie genannt — aus.
Neues in kürze.
Sm Stöbt Krankenhaus in Berlin-Lucken« walde verstarb an den Folgen einer Operation der bekannte Saatgutzüchter Rittergutsbesitzer F. v. Lochow- Petkus im Alter von 46 Jahren.
Vorsicht mit Oefett im Schlafzimmer!
vier Mädchen durch Sohlenoxydgas vergiftet.
rotb. Bromberg, 18. Febr. (Gig. Meld.) Jrn Haust eines hiesigen Fleischermeisters ereignete sich ein schweres Unglück. Vier Dienstmädchen, die vor dem Schlafengehen noch in einem eisernen Ofen Feuer angemacht hatten, wurden heute früh mit schweren Kohlenoxydgasvergiftungen aufgefunden. Eine von ihnen ist gestorben, die anderen schweben in Lebensgefahr.
tickte. Neben der Tür blinkte die Vitrine aus Birkenholz, in der die schönen Porzellane und Meißener Figürchen standen. Ueberall aber, in Decken und Polstern von Sofa und Stühlen eingestickt, war ein Fasan zu sehen: das Wappen ihrer Vorfahren, französischer Emigranten, die den Grundstock ihres ziemlich großen Vermögens den Ueberfchüsfen aus ihrer berühmten Fafanenfarm verdankten. •
Ein Käufer fand sich ein; ein Mann, dessen Beruf darin bestand, alle möglichen Sachen für ein Spottgelb zu kaufen unb mit hohem Nutzen wieber zu verkaufen. Er wollte für den Biebermeiersalon, einschließlich aller Ge- genftänbe, die er enthielt, rund zweitausend Mark bezahlen.
„Die Frau Sanitätsrat bekommen anderswo auch nicht annähernd so viel", beteuerte er, „unb roenn’s mir ber feine Wappenvogel, der Fasan, nicht angetan hätte — wer weiß, ob überhaupt..." Gr verschluckte den Nachsatz.
Einige Tage der Ueberlegung, bann schlug sie ein. Als di« Sachen, Stück für Stück, aus dem Zimmer geschafft wurden, riß etwas in dem Herzen der schwergeprüften Frau. Der Faden ,ber sie mit einer glücklichen Vergangenheit verknüpfte, wurde zerschnitten. —
Auch die heißesten Tränen versiegten. Sie trocknen in der Luft des Alltags. Nach einigen Monaten hatte Maragrete Kreuter ihren Kummer niebergerungen. Die Wirtschaftssorgen nahmen sie in Anspruch, unb das Glück des jungen Paares ließ sie ihren eigenen Schmerz vergessen.
An bem Geburtstage ihrer jungen Mieterin lernte sie Berliner Verwanbte des Ehemannes kennen, Onkel unb Tante Schrader. Sie waren mit ihrem Auto von bem westlichen Vorort der Reichshauptstadt zu dem Geburtstage gekommen. Seit einiger Zeit befaßen ste dort eine Bitta, die sie durch Neuanschaffungen immer reicher auszugestalten suchten.
Dem Onkel gefiel die ruhige Vornehmheit der Frau «anitätsrat. So war er denn auch gern damit einver
Tragödie auf dem Eis.
Zwei Schüler eingebrochen und ertrunken.
Beim Spielen auf bem Eise eines Teiches in Bottrop brach ber zehnjährige Josef Piontek plötzlich ein und versank. Sem elfjähriger Bruder Felix sprang kurz entschlossen hinterher, um ihn zu retten, "ertrank aber Sleichfalls. Die Leichen ber Knaben wurden durch bst seuerwehr unb das Ueberfallkommanbo geborgen.
von einer Streichung oder Reoiston der Kriegsschulden keine Vorteile zu erwarten hätte, im Gegenteil, wenn die Schulden von Regierung zu Regierung gestrichen würden, müßte das amerikanische 23olt für den ausfallenden Betrag aufkommen.
Das ist ein Grund von vielen, weshalb Amerika Zur Zeit gegen eine Schuldenrevision ist. Ein weiterer noch wichtigerer Grund ist aber darin zu erblicken, daß mit vollem Recht Amerika erklärt, es hätte gar kein Interesse daran, den europäischen Staaten die Zahlungsbedingungen zu erleichtern, angesichts der unsinnigen Rüstungen, die diese betreiben und die neue Kriegsgefahren heraufbeschwören. Man will seitens Amerikas also wohl das Ergebnis der Abrüstungskonferenz von 1932 abwarten. Bringt es eine Befriedung der Geister, eine Herabsetzung der Rüstungsausgaben, dann wird Amerika geneigt fein, auch Zugeständnisse in der Revisionsfrage zu machen.
Diese Haltung Amerikas richtet sich wohl in erster Linie gegen Frankreich. In den anderen Reparationsgläubiger-Ländem ist man heute schon eher geneigt, die Frage der Abrüstung im Sinne einer Befriedung Europas zu lösen. Nur Frankreich bleibt weiter bemüht, aufzurüsten statt abzurüsten. Wir brauchen uns nur an die vor kurzem veröffentlichten Zahlen über das französische Flottenbauprogramm für 1931 zu erinnern. Und so muß man wohl Amerika beipflichten, wenn es erklärt, daß für die Vereinigten Staaten kein Interesse dafür bestünde, daß Frankreich mit den Reparationsgeldern eine übertriebene und durch nichts gerechtfertigte Wettrüstung betreibe.
Aus aller Welk.
* Landstallmeisier a. D. von Goehe« geftn In feiner Berliner Wohnung ist Mittwoch fw? langjährige Führer des deutschen Rennsport- Vorsitzende der obersten Rennbehörde, Land meister a. D. Hans von G o e tz e n an den F, einer Grippe und Lungenentzündung im 77 ' bensjahre gestorben. Hans von Goetzen warn seiner Militärzeit bei den Ziethen-Husaren Lai stallmeister in Neustadt a. d. Dosse und B e h- b e cf. Seit 1887 gehörte <.. dem Unionclub an h sen Vorsitz er von 1923 bis 1930 führte. ' Rennsport führte der Verstorbene als Vorsitz-^ der obersten Behörde für Dollblutzucht unb 3$^ nen noch bis Ende vorigen Jahres die Geichöi' und legte erst kurz vor den letzten Wahlen fein Aw» aus Gesundheitsrücksichten nieder.
* Berlin kündigt 700 städtischen Angeskellt»» Der Berliner Magistrat hat an sämtliche Kämmerei! betriebe unb an die Bezirksverwaltungen einen Er laß herausgegeben, nach dem im neuen Etat tnei! tere Einsparungen in Höhe von fünf Prozent gemacht werden müssen. Soweit irgend möqn* sollen die Einsparungen an den Sachkosten urlli nur, wo es unbedingt notwendig ist, an den Pe-. sonalkosten, vorgenommen werden. Man hat der „Voss. Ztg." zufolge, jedoch vorsorglich Kün'di« gunge n von fünf Prozent der städti, schen Angestellten zum 31. März ausgefpro« chen. Davon werden schätzungsweise 700 ftabtifä.» Angestellte betroffen.
Entlarvt.
Wie das Stuttgarter „Deutsche Volksblatt" (Nr. 33) mitteilt, gelang es dem württembergischen Landtagsabg. Domkapitular Dr. K a t m am vergangenen Samstag in einer Zentrumsversammlung 3U Riedlingen einen merk würdig en Ver- treter der Nationalsozialisten zu stellen und zu entlarven. Es handelte sich um einen nationalsozialistischen Aitator, der seit einigen Wochen im Württemberger Oberland Hetzreden schlimmster Art gehalten und sich den T i t e l eines Studien rates aus Weimar zugelegt hatte, obwohl es sich um einen Staatsangehörigen der Tschechoslowakei namens Magnus Werner handelte. Er war mit einem Nazitrupp in der Zentrumsversammlung anwesend. Aus die peinliche Frage, ob der angebliche Studienrat Werner aus Weimar etwa identisch sei mit einem gewissen Magnus Werner, der aus Preußen als lästiger Ausländer ausgewiesen,jnts Palermo unter Hinterlassung von 60 000 Lira Schulden ausgerückt und don ber Staatsanwalschaft gesucht werde, verfärbte sich der Ehrenmann und versuchte, sich mit einer Unflätigen Beleidigung aus der für ihn reinlichen Situation zu retten. Er dürfte inzwi- chen den für ihn heißen württembergischen Boden verlassen haben. Der Vorfall war besonders peinlich für die Hitleranhänger, die diesem Mann tags zuvor au gejubelt hatten.
Uebrigens darf in diesem Zusammenhänge gegenüber dem nationalsozialistischen Prahlen mit hrer „Versammlungslawine" darauf verwie- en werden, daß an dem betreffenden Samstag im Württemberger Oberland 50 Zentrumsver- lungen stattfanden.
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Im „Völkischen Beobachter" erläßt Adolf Hitler einen Ausruf an die Nationalsozialisten, in dem er als verantwortlicher Leiter der Partei vor jenen Provokateuren warnt, die die SA. mit allen Mitteln in die Rolle des Angreifers zu drän- ’ gen versuchen, um auf diese Weise die Legitimation Ür die Verfolgung der Bewegung dem heutigen System in die Hand zu drücken. Hitler verbie - tet erneut aufs schärfste den Besitz von Waffen jeder Art nach den gese< ''"7n Vorschriften.
Deutscher Dampfer in Brand.
rotb. Riga, 18. Febr. (Gig. Meld.) Auf dem Bre- mer Dampfer „Leander" ereignete sich gestern abend gegenüber der kurländischen Küste, unweit Domesnaes, eine Benzinexplosion. In kurzer Zeit war bas ganze Schiff in Flammen gehüllt. Die IStöpfige Besatzung vermochte in zwei Booten eine Gisbarriere ait der Küste zu erreichen, wo Fischer Hilfe leisteten. Zwei Motorboote, die sogleich nach Ausbruch des Brande? zu dem einer Riesenfackel gleichenden Dampfer zu gelangen versuchten, konnten wegen des Gises nichts aus» richten. Zwei Schleppdampfer wollen versuchen, bas ausgebrannte Schiff in den Hafen zu bringen.
* Die Ukrainer gegen Pslen. Der polnische Terror wütet nicht nur gegen die deutschen Minderheiten in Polnisch-Oberschlesien. Auch die Ukrainer erleben eine furchtbare harte Leidensund Unterdrückungszeit unter dem polnischen Ee- toaltregime. In diesen Tagen wurde die Lage der ukrainischen Minderheiten in der politischen Kommission des Weltverbandes der Völkerbundsligen in Brüssel erörtert. Prominenteste Vertreter von Belgien, Holland und der Schweiz rechneten in schärfster Weise mit Polen ab. Es wurde die Einsetzung einer Internationalen Untersuchungskommission des Völkerbundes gefordert, öa die Lage der Ukrainer entsetzlich sei und den atmen Menschen der Terror so tief in den Knochen stecke, daß sie kaum anders als flüsternd zu sprechen wagten. Doch hatte man scheinbar zu einer solchen Untersuchungskommission nicht das Vertrauen, weshalb vorerst eine Unterkommission der Völkerbundsligen geschaffen wurde mit dem Ziele einer direkten Verständigung zwischen den Polen und denUkrai-
Bei dieser Gelegenheit gilt es gleichzeitig