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Die Vorgänge in Mainz.

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Aus der Werkstatt der Revolverpresse

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Einkommen und Auskommen.

Für die Dauer werden Sie nur dann gut auskommen, wenn Sie Ihr Einkommen richtig einteilen und dabei auch an die Zukunft und

kommission nicht vertreten. Auf den Einspruch eines katholischen Stadtverordneten hin erklärte ihm der Bür­germeister, daß nach dem alten kurhessischen Gesetz von 1784 die Katholiken kein Anrecht auf einen Sitz in der Friedhosskommission hätten. Ferner wird seitens der evangelischen Kirchengemeinde beim Berkaus bebauter und unbebauter Grundstücke eine sogenannte „Milde Gabe" in Höhe von 1,5 Proz. des Verkaufswertes erho­ben, die auch von Katholiken und anderen Andersgläu­bigen an die evangelische Kirchenkasse zu zahlen ist.

Ich frage: Ist das Staatsministerium bereit, alsbald Vorsorge zu treffen, das Gesetz aus früherer Zeit, das derartig offenkundige S o nd e rb eh a nd- lung einer gewissen Konfession enthält, zu beseitigen?

Bei Mietstreitigkeiken schwer verletzt.

— Limburg. Zwischen einem Hausbesitzer und einem Mieter war es wegen Mietstreitigkeiten zu einem Won- wechsel gekommen. Kurz nach der Auseinandersetzung begehrte der Mieter Einlaß in die Wohnung des Haus- besitzers um noch verschiedene Fragen zu klären. Ex überfiel den Hausbesitzer und schlug ihn zu Boden Hier, auf zertrümmerte er noch Türen und Fensterscheiben. Der Hausbesitzer wurde in schwerverletztem Zustand dem Krankenhaus zugeführt. Der Mieter wurde in Hast ge­nommen.

Ein großes Schöffengericht in Frankfurt o. M. verurteilte den Redakteur der ,N a ch t p r e s se" Hans Zimmer wegen vollendeter Erpressung und Betrugs- oersuchs zu acht Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust.

Der Angeklagte hatte sich als Herausgeber der „Nachtpresse" betätigt, eines Blättchens, das sich nach dem Urteil des Gerichts gewerbsmäßig mit der Publi­zierung von Skandalgeschichten befaßt. Wie die Verhandlung ergab, wurde dabei die Taktik ange­wandt, einen in Aussicht genommenen Artikel in einer „Voranzeige" anzukündigen, von der den Betroffenen und einem in Frage kommenden Kreis von Interessenten ein Probeexemplar zugänglich gemacht wurde. In dem zur Aburteilung stehenden Fall hatte der Inhaber eines hiesigen großen Geschäfts, um eine in der „Nachtpreise" angekündigte Publizierung zu ver­hindern, dem Angeklagten 150 Mark gegeben.' Wie der Zeuge vor Gericht bekundete, hatte er diesen Weg ge­wählt, um die gleichfalls kostspielige Beanspruchung ei­nes Anwaltes und des Gerichtes zu vermeiden. Der Drucker des Blattes der von dem Vorgang Kenntnis bekommen hatte, hatte von sich aus die Polizei benach­richtigt, um sich selbst nicht strafbar zu machen

In einem anderen Fall, wo sich der Angeklagte zu einer Zeugin in die Wohnung begeben hatte, um sie von dem Inhalt eines Skandalbriefes in Kenntnis zu fetzen, der seiner Redaktion zugegangen war, wurde ihm die Tür gewiesen Später wurde dann von der Seite des Angeklagten durch einen Mittelsmann der Versuch gemacht, die Dame zum „Ankauf" der Auflage mit dem

Neues aus Frankfurt.

= Neue katholische Kirche in Bonomes. Im Stadt­teil Bonames, der etwa 2500 Katholiken zählt, soll eine katholische Kirche erbaut werden.

— 29 Unfälle durch Trunkenheit von Kraftwagen- suhrern. Im Jahre 1930 sind in Frankfurt 29 Unfälle durch Trunkenheit von Krastfahrzeugführern verursacht worden. Wegen schwerer Trunkenheit ist in elf Fällen der Führerschein entzogen worden. In 18 Fällen sind die schuldigen Führer, bei denen es sich um leichte Trun­kenheit handelte, ernstlich verwarnt worden mit der Eröffnung, daß ihnen der Führerschein bei dem gering­sten Anlaß entzogen werden müsse. Cs wird angenom­men, daß die getroffenen Maßnahmen im Interesse der Allgemeinheit und der Kraftfahrzeugführer nicht ohne Wirkung bleiben.

— Ein Schüler vom Auto getötet. Ein neun Jahre alter Schüler in der Waldschulstraße in Griesheim wurde

unerwartete Möglichkeiten denken. Es braucht gar nichf viel zu sein, was Sie dafür zurücklegen

Ein Kleines Schöffengericht verurteilte einen jugend­lichen Erwerbslosen wegen Erpressung zu drei Mona­ten Gefängnis. Der Angeklagte hatte von homosexuel­len Verfehlungen eines 72jährigen Bürovorstehers Kenntnis bekommen. Cs gelang ihm, mit der Drohung, er werde einen Artikel in die „Nachtpost" lancieren ei­nen Betrag von 150 Mark zu erpressen Als er sich nach einiger Zeit erneut an fein Opfer wandte, erfolgte tue Strafanzeige. Das Gericht beurteilte den Fall inso­fern milder, als es sich bei dem Verurteilten um einen vermindert zureckinungsfähiqen Epileptiker handelte.

von einem Kraftwagen überfahren und getötet Schuld soll den Führer des Personenkraftwagens tr

Skandalartikel zu bewegen. In der ergebnislos ver­laufenen Unterredung in einem Cafe war ein Betrag von 600 Mark genannt worden, dessen Zahlung die Rota­tionsmaschinen zum Stillstand bringen werde.

Bei einer anderen Gelegenheit war von einer Auf- lafle von 10 000 Exemplaren die Rede gewesen, in der ein angekündigter Artikel erscheinen werde.

Von dem Staatsanwalt war mit der Begründung, daß die Sauberkeit und das Ansehen der Presse durch die 'Methoden gewisser Skandalblätter nicht beeinträchtigt wer- den dürfe, eine Gefängnisstrafe von acht Monaten bean- tragt worden, auf die das Gericht mit der Zusatzstrate des zweijährigen Ehrverlustes in voller Höhe erkannte — Es bestehe nach dem Beweisergebnis kein Zweifel daran, daß der Angeklagte durch die „Voranzeigen" planmäßig versucht habe, seine Opfer einzuschüchtern, um sie für Erpressungen gefügig zu machen.

Schriftleiter: Dr phil Johannes Kramer

Die gleiche kirchen- und glaubenstreue Haltung sehen wir bei den Erfurter Franziskanern des 15. und 16. Jahrhunderts, den Mitgliedern der so­genannten ErfurterSkotistenschule Frei von aller Beeinflussung seitens der Erfurter Uni­versität lehrten sie eine gediegene Theologie, bei der sie fast ausschließlich aus die beiden großen Mehrer des Franziskanerordcns, Et. Bonaventura und Duns Skotus, zurückgingen. Bornehmlich aber war es Skotus, auf dessen Gedankenwelt sie bauten. — P, L u d g e r M e i e r O. F. M., ein Sohn des Frankenlandes, hat sich neuerdings mit viel Liebe und Erfolg der Erforschung dieser Schule gewidmet. — Was charakterisiert diele Erfurter Franziskaner und ihr Arbeiten? Ein starker Glaube an die Kirche und ihre unfehlbare Lehr- geivcttt: ein freudiges, williges Hören auf sie- >mü- Hge Unterwerfung vor ihrem entscheidenden Wort­starke Betonung der Stellung und Bedeutung des Papstes in Sachen der Religion.

Diesen Glauben konnte Luthers Auftreten nicht wanken machen. Sie wiesen seine Lehre als un- kirchlich, als häretisch ab. Und die Oberen des Er­furter Franziskanerklosters arbeiteten dem Geist- Luthers auch dadurch entgegen, daß sie sehr scharf und streng die Ordenszucht überwachten. All das wußte Luther. Wenn er am 10. Dezember 1520 tarnt der päpstlichen Bulle und dem Kirchenrecht auch die Summa eines bedeutenden statistischen Theologen ins Feuer warf, fo zeigte er feinen Haß negen die Franziskanertheologie. In der Tat sehr viele Provinziöle, Kustoden, Lektoren und Mist stonare des Erfurter Klosters arbeiteten in jenen »turmsahren unermüdlich für die Kirche. Beson­ders war es Pater Konrad Klinge (gest. 15.;6), welcher der katholischen Sache unschätzbare Dienste geleistet hat. Seit 1520 war er Magister der Theologie und übernahm die Führung der Er­furter Katholiken, deren Lage zeitweise überaus 'rastlos mar. Viele Schwankende bestärkte er im "stauben und viele Abtrünnige führte er durch Wort und Schrift in die Kirche zurück. — Die Urrfie erkannte die Treue der Franziskaner an uno -bertrug ihnen verantwortungsvolle Aemter. Richt venige aus ihnen wurden mit der Bischofswürde ausgezeichnet.

Das ist der Geist des D u n s S k o t u s Er ist 'st nur der glaubensstarke, glaubensfrohe Ge- 'rfe.. Er ist mehr. Die christliche Kunst stellt n feit Jahrhunderten dar mit dem Heiligenschein, n Südfrankreich wird er als Seliger verehrt. — fine lautere, heilige Seele nannte er fein eigen Vielleicht kommt noch die Zeit, da sein einsames Drab hinter dem Hochaltar der Kölner Minortten irche der Vergangenheit entrissen wird: eine Z?st I >ie neidlos dem großen Lehrer das gibt, was an­dere Zeiten ihm nahmen und versagten: Anerk-n- imng und Ehre, di» ihm gebührt. Und vielleicht kommt endlich doch einmal der Tag da Goites unfeblbare Kirch? ihm die Ehre der 2n#äre schenkt. Diesen Tag ersehnt und erbittet sein Or­den von Gott und seiner heiligen Kirche, mistend, | daß echte Größe doch einmal siegt.

Fr. R. Picard.

— Bad Orb. Zwei junge Burschen von hier ver­suchten dieser Tage in eine Jagdhütte in der Gemar­kung von Salmünster einzubrechen. Beim Deffnen der Fenster entlud sich jedoch ein dort angebrachter Selbst­schuß, der die llebeltäter nicht unerheblich verletzte. Dor Bekanntwerden des versuchten Einbruchs hatten die bei­den angegeben, auf der Straße von Aufenau nach Orb angeschossen worden zu fein, was natürlich die Aufklärung des richtigen Sachverhaltes stark erleichterte.

— Hanau. Bei Arbeiten im Freien gelang es einem Unterfudjungsgefangenen des hiesigen Ge- rlchtsgefängniffes zu fliehen. Die Flucht wurde be­obachtet und die sofortige Verfolgung des Ausreißers unter Zuziehung eines größeren Polizeiaufgebots aus­genommen. Trotz sorgfältigstem Absuchen der ganzen Umgebung konnte der Gefangene, ein 25jähriger, schon wiederholt vorbestrafter Arbeiter, nicht roieberergriffen werden.

— Unlerbimbach. Das Ehepaar Joseph Auth und Frau Maria geb. Hendler begingen das Fest der Sil­bernen Hochzeit.

— Ditlofrod (Kr, Hünfeld). Ein schönes Beispiel von Gemeinschaftssinn und enger Verbundenheit der Ortsbewohner bot die am Mittwochabend hier abgehal- tene Zentrumsversammlung, die ein wirk­licher Familienabend war Beide Geschlechter, alt und jung, füllten dos Wirtschaftszimmer und den Nebenraum und folgten mit gespanntem Interesse den Ausführungen der beiden Herren H o d e s und Möllers aus Hün­feld. Die Versammlung, die unter der Leitung des um Ne Zentrumssache sehr verdienten Herrn Kalb stand spendete reichen Beifall, den der Vorsitzende in seiner Schlutzansvrackie nochmals zum Ausdruck brachte. Ge­meinsame Lieder und exakt noraetragene Musikstücke des fiofmannfrhen Blasorchester füllten die Dausen aus 2Iuf verschiedene Anfragen erfolgten auf klärende Ant­worten und mit dem Deutschlandlied fand die Ver- sammluno ihr Ende. Die Vorstandswahl brachte die Wiederwahl d-r alten Mitglieder, denen noch ein Ver­treter der zahlreich erschienenen Jugend hinzugefügt mürbe

= Aus dem Kreise Hchlüchlern. Die Delegiertenver- sammlunq der Zentrumspartei im Kreise Schlüchtern, Ne am Sonntag nachmittag 3 Uhr in S o d e n im Wolf- frhen Saale stattfindet, wird an Stelle des ertranken Reichslagsabgeordnettn Dr. Crone durch ein Referat N>s Sekretärs der Kurhefsifchen Zentrumspartei, Herrn G e l l i n g s - Fulda, eingeleitet werden.

nur muß es regelmäßig geschehen und sicher angelegt werden. Am zweckmäßigsten sorgen Sie für die eigene Zukunft und für die Ihrer Angehörigen, wenn Sie regelmäßig einen Teil Ihres Einkommens für eine

= Dillenburg. Zwischen den Bahnhöfen Eibels­hausen und Frohnhausen der Strecke Dillenburg-Straß­ebersbach wurden einem zweijährigen Knaben namens Hermann von einem Personenzug beide Beine abgefahren. Das Kind hat anscheinend auf dem Bahngleis gespielt.

— Kassel. In der Holländischen Straße stürzte ein 75jähriger Invalide infolge gänzlicher Schwäche bewußtlos zusammen. Der alleinstehende Greis war derart verwahrlost Und so grauenhaft abgemagert, daß man den Aermsten in das Karlshospital bringen mußte.

Immer wieder Ankerschlagungen.

Ein Auktionalor veruntreut 50 000 Mark.

= Siegen. Der Inhaber einer Immobilien-Ver­waltung und Beleihungsgeschäftes aus dem benachbar­ten Weidenau, der zugleich als Gerichtstaxator und Auk­tionator tätig war, ist nach Unterschlagung größerer Summen anscheinend ins Ausland geflüchtet. Die Polizei ist schon seit längerer Zeit mit der Aufdek» kung der Verfehlungen beschäftigt. Die veruntreute Summe soll sich auf 50 000 Mark belaufen. Der Be­trüger hat hauptsächlich Summen aus Haus- und Grundstücksverkäufen unterschlagen sowie kleinere ihn, zur Verwaltung übertragene Vermögen für sich ver­wandt. Von dem im ganzen Siegerland bekannten Auktionator fehlt bisher jede Spur.

। Lebensversicherung einzahlen.

The Beiträge sind umso niedriger,

je eher Sie ab schließen!

Volkes schlug nun endgültig zu Gunsten des Kö­nigs um.

Die ganze Pariser Universität, das Kapitel von Notre-Dame, fast der gesamte Weltklerus, alle Dominikaner unterschrieben die Konzilsberufung des Königs. Der Dominikanerprovinzial Fr. Ray­mond erklärte: man könne und müsse dem König gehorchen. Die Bischöfe Frankreichs unterschrie­ben insgesamt, mit Ausnahme eines einzigen, des Franziskanerbischofs Gauthier de Bruges. Weder Konfiskation noch Verbannung vermoch­ten ihn zu beugen. Alle ausländischen Ordensleute, die in Paris weilten, gaben dem König thre Stimme. Dieser fast allgemeine Abfall riß auch die Minderbrüder mit. Mindestens 37 Konvente leisteten Philipp dem Schönen Gefolgschaft.

. ^9 sich auch die Pariser Franziskanerschule mit Duns Skotus vor die Entscheidung gestellt. — Da hat nun P. Ephrem Longpre O. F. M. ein Dokument aus jenen Tagen veröffentlicht, das seither ungekannt in der Pariser Nationalbiblio­thek ruhte. (P. Longpre stammt aus Kanada, arbeitet als Vorsitzender der Abteilung für Skotus­forschung an dem Forschungsinstitut der Franzis­kaner in Ouaracchi - Florenz). Merkwürdig ist, daß eine gante Reihe von Gelehrten, die sich der Edition von Akten aus der genannten Zeit wid­meten^ von diesem Schriftstück schweigen. Es ent­halt die Namen von 87 Pariser Franziskanern, darunter Johannes Skotus, die sich gewei­gert hatten, die Konzilsberufung des Königs zu unterschreiben. Dieser Tag (der 25. Juni 1303) ist I der^Ruhmestag des „scharfsinnigen Lehrers".

Sein entschlossenes Eintreten'für das Papsttum war die Ursache, daß er samt seinen Mitbrüdern Paris verlassen mußte. Um den 27. Juni stellte er seine Vorlesungen an der Universität ein. N o- garet, der Kanzler des Königs, war froh, seines größten Feindes endlich ledig zu sein. Erst im falgenben Jahre war es Skotus vergönnt, aus der Verbannung zurückzukehren.. — Er sagte einmal, für den Glauben der Kirche müsse man bereit sein das Leben hinzugeben. Hier hat er bewiesen, wie ernst es ihm damit war.

Freistaat Hessen.

= Bad König (Odenwald). In der Donnersta^.^ brach in dem bei Vielbrunn gelegenen Säge m,“ des Fürsten Löwenstein-Wertheim Feuer aus xtf das gesamte Werk zum Opfer fiel. Der Schaden j» u? erheblich. Da die Brandurfache unbekannt war, ttJiu die Polizei mit Spezialbeamten aus Darmstadt „ Brandplatz.

Aus dem Reiche des Landwirts, welche Kuh hat jetzt die höchste Milchleistung in Deutsch­land auszuweisen?

Die hervorragende Leistungsfähigkeit der in Deutsch­land gehaltenen Kühe kommt am besten dadurch zum Ausdruck, daß immer wieder neue Rekordleistungen von einzelnen Tieren ausgestellt werden. Erst vor kurzem erregte die Kuh „Brosche" der Königsberger Herdbuch» gesellfchaft mit ihrer erstaunlichen Leistung von 11030 Kilo Milch und 608 Kilo Milchfett allgemeine Bewun­derung. Mit dieser Leistung wurde sie Rekordkuh für die höchste bisher in Deutschland gelieferte Milchfettmenge. Dann kam von derselben Herdbuchgenossenschaft auch noch

Die Hanauer Bluffet

= Hanau. Das Motiv zu der gemeldeten tödlichen Messerstecherei in der Nacht zum Donnerstag bildete durch reichlichen A l k o h o l g e n u ß bis zum Uebermaß gesteigerte Eifersucht. Der Metzgergeselle Ferdinand Bonn, der sich nicht allein um die Gunst eines Mäd­chens bemühte, hatte in Gemeinschaft einiger Freunde eine Bierreise unternommen und war dabei auf feinen Nebenbuhler gestoßen. In der Nordstraße kam es dann ZU einer Schlägerei zwischen den beiden Rivalen und ihrem Anhang, die mit der Flucht der unterlegenen Partei in Richtung Nordbahnhof endete. Im Hofe einer Wirtschaft unweit der Wilhelmstraße wurde der flüch­tende Nebenbuhler von den Verfolgern gestellt und nicht unerheblich mißhandelt. Auch eine dritte, gänzlich un­beteiligte Person wurde bei dieser Gelegenheit mit Schlägen traktiert. Schließlich gelang es dem Wirt, die wütenden Verfolger aus dem Hof zu drängen, die sich daraufhin in Richtung Stadt entfernten Unglücklicher­weise kam in diesem Augenblick der Möbelträger Herre hinzu, der vorher selbst mitgezecht und sich entfernt hatte, als die von ihm stark mißbilligte Schlägerei anhüb. Als Herre den Zechkumpanen ob ihres Verhaltens Vorwürfe machte, zog der Metzgergeselle Bonn plötzlich das Messer und versetzte dem ungebetenen Mahner einen heftigen Stich in den Leib, an dessen Folgen der Schwerverletzte noch in der gleichen Nacht starb. Der Kriminalpolizei gelang es, sämtliche beteiligten Personen zu ermitteln.

Aus dem kreis Gelnhausen.

Aus dem Jahre 1784.

Der Zentrumsabgeordnete Dr. Graß hat im Land­tag folgende Kleine Anfrage eingebracht:

In Gelnhausen mußte der Friedhof, auf dem katho­lische und protestantische Gemeindeangehörige begraben sind, erweitert werden. Nach einem alten kurhefsifchen Gesetz von 1784 hat die Stadtgemeinde das Gelände zu stellen und die Unterhaltungskosten zu tragen. Während nun durch diese Verpflichtung der Gemeinde sowohl Ka­tholiken als auch Protestanten an den Lasten beteiligt sind, sind die Katholiken in der neugewählten Friedhoss-

= Wiesbaden. Studienrat Dr. B. Hal sich 0,„ . Friedhof in Biebrich wegen eines unheilbaren an dem Grabe seiner vor zwei Jahren Derftm-k n$ Mutter vergiftet. — Aus dem gleichen Grunde ein mittlerer Postbeamter in feinem Gartenbau erhängt. ' us“)en

ganzer Orchester unter Garantie für jede Schwingungszahl J. Mollenhauer A Söhne, Fulda, gegründet 1822. die Nachricht, daß sie mit der Kuh „Quappe" eine neue deutsche Rekordkuh für die Milchleistung stellt. „Quappe" hak den Milchertrag von 13 665 Kilo auf 14 708 Kilo er, höht und damit um über 1000 Kilo Milch verbessert. Neuerdings ist aud) diese Leistung wiederum übertroffen worden. Die niederrheinische Kuh „Therese" hat ihre Konkurrentin „Quappe" um 1753 Kilo Mehrleistung ge- schlagen; ihr Gesamtjahresertrag vom 17. 7. 1929 bis zum 16. 7. 1930 beträgt 16 461 Kilo Milch mit 561,83 Kilo Fett. Die Dauerleistung von „Therese" in 4% Jahren beträgt 50 378 Kilo Milch und 1798 Kilo Fett, eine Lei- ftung, die bisher unerreicht dastehen dürste. Die obenge­nannte Milchrekordleistung steht, aber immer noch 472 Kilo unter dem Weltleistungsrekord, den eine amerika­nische Kuh besitzt.

— Mainz. Zu den Ruhestörungen in der Nacht Donnerstag, die ein Menschenleben gefordert haben wird noch mitgefeilt: Ein Beamter der Bereitlchas». Polizei wollte in der Bahnhofstraße eine- Person feftneiC men. Dabei nahm die Menge eine drohende Sfaltun® ein und bedrängte den Polizisten, so daß er zur ißiftoi- griff, um sich die nachdrängenden etwa 100 bis zzg Personen vom Leide zu halten. Während er sich f0 Do der Menge in Sicherheit zu bringen suchte, stürzte tr und gab, während er am Boden lag, einen Schreckfchuh ab. Er flüchtete dann in den Nassauer Hof und als die Ruhestörer auch da einbringen wollten, gab er zw^ Schüsse ab, die einen 30 Jahre alten Schlosser namens Müller aus Mainz schwer vei'etzten, daß er 2 Uh» nachts im Krankenhaus starb. Die Bereitschaftspolizei traf alsbald an Ort und Stelle ein und stellte die Ruhe wieder her.

I Fuldaer Land und Aachbargebiek . ~ Bachrain bei Fulda. Man schreibt uns: Vor eineinhalb Jahren wurde es in unserem Heimatdorf

I freudig begrüßt, als die Bischöfliche Behörde sich bereit' gefunden hatte, der Pfarrei Künzell einen Kaplan als ständigen Seelsorger für die Filiale Bachrain zu ge­wahren. War doch damit einem Uebelftanbe abgeholfen,

I ber in einem fast Sonntag für Sonntag sich wiederho- I lenden Wechsel in der Perfon des Geistlichen bemerkbar machte. Obwohl die Arbeit für einen Seelsorger in öiefer Zeit der Not (die Bachrainer opfern heute noch alljährlich große Summen für ihre neuerbaute Kirchei doppelt schwierig ist, verstand es der neue Kaplan, sich tn l1/, Jahren, wenn auch allmählich, die Herzen der

I fbm anvertrauten Gläubigen zu gewinnen. Herr Kaplan Pogt zeichnete sich aus durch große Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit und Herablassung gegen jedermann. Durch seine gehaltvollen Predigten wußte er feine Zu­hörer für Gottes Wort zu begeistern. In letzter Zest widmete er sich in besonderer Weise dem von ihm ge­gründeten Iungmännerverein. Mit großem Eifer und lebhaftem Interesse besuchten die Jünglinge ihre Vereinsabende und waren ihrem Iugendführer von Herzen gewogen. Am letzten Sonntag noch zeigten sie m einem mit Schneid und Geschick aufgeführten Thea- LerIturf'r> "Eer Suaheliprinz", zu weich' verhälMismäßig hohen Leistungen sie es in der Darstellungskunst auf den Brettern gebrarfit haben. Ein gefüllter Saal war ein gerechter Lohn für Ne mühevolle Arbeit des Präses und seiner Getreuen. Herr Kaplan Vogt nimmt von uns Abschied, um andernorts in der Diözese seine seelsorge­rische Arbeit fortzusetzen. Die Bewohner Bachrains sehen ihren ersten Herrn Kaplan mit Wehmut scheiden. Möge er in feinem neuen Wirkungskreise sich die Liebe und das Vertrauen der von ihm betreuten Seelen in d-m | Maße gewinnen, wie es in Bachrain der Fall war. Denn gerade das Vertrauen zwischen Geistlichkeit und Laien ist in der heutigen sturmbewegten Zeit die erste Voraussetzung für eine fruchtbare Seelforgearbeit. Bach­rain wird seinem ersten Kaplan ein gutes, ehrendes An­denken bewahren.