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NILS

15. Februar

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Papsttreue eines Gelehrten im Müelatter

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Aufbau des Gottesreiches So hat derjenige die Katholische Aktion aufge^aßt, dessen Todestag am 14. März ds. 3s. sich zum vierzigstenmal jährt: Ludwig Windthorst, der größte Führer des ka- cholischen Deutschlands im vergangenen Jahrhun­dert.

In diesem Sinne hat in den verflossenen 40 fahren auch der von Windthorst gegründete V o l k s v e r e i n für das katholisch« Deutschland gearbeitet. In diesem Sinne wird er weiter arbei­ten für die Zukunst in seinen vier Aufgabengebie­ten- Vo k und Religion, Volk und Kultur. Volk und Wirtschaft. Volk und Staat. Jeder, der mit­ten in der Vclksvereinsarbelt steht, weiß, was der Volksverein im Geiste der Katholischen Aktion, e- stet, weiß, wir wahr und treffend die Worte sind, die der H. S). Bischof Dr. Schreiber im Amts­blatt des bischöflichen Ordinariats Berlin dem Volksverein gewidmet hat: wo es heißt:

Der Dolksverein hat in den nunmehr 40 Jahren seines Bestehens gezeigt, wie notwendig und wichtig diese Zusammenfassung aller katho­lischen Volksschichten ist, er hat durch sein jahr­zehntelanges Schaffen bereits im Sinne der Ka­tholischen Aktion gewirkt und wertvolle Vorar­beit für die Katholische Aktion in Deutschland geleistet. Der Volksverein hat auch in der beu- tigen Zeit keineswegs an Bedeutung eingebüßt, er ist eine wichtige Hilfskraft in den Aufgaben der Katholischen Aktion und somit der praktischen Seelsorge geworden."

Darum weiter mit allen Kräften zu frischer, lebendiger Volksvereinsarbeit!

mehr an zu sagen, daß Skotus ebenso wie der hl. Thomas Höhepunkt der Scholastik let. Nur so versteht man, daß in der Blütezeit der Scholastik in Rom, Paris. Coimbra, Salamanca, Oxford, Löwen, Köln, Mainz und an anderen gro­ßen Universitäten firb Lehrstühle für die Lehre des Skotus befanden. Es lassen sich weiterhin mehr denn 2000 Autoren nachweisen, welche die Ideen des Skotus übernahmen und weiterverarbeiteten, darunter selbst Päpste wie Alexander^, und Sixtus IV. Auch bei den Vätern des Floren­tiner und Tridentiner Konzils stand der ,-scharf- | 'innige Doktor" in überaus hohem Ansehen. Dam't fällt von selbst schon der Vorwurf, seine Lehre sei kirchlich verdächtig. Neuere Forschungen wei'en das Gegenteil auf. Dabei ist die Tatsache sehr be­deutsam, daß einige Werke, auf dir fast ausschließ­lich die Darstellung der skotistischen Sonderlehren gegründet wird, als unecht erwiesen worden stnd.

Die Lehre des Skotus zeigt große Geschlos­senheit und innere Kon'equenz: ste ist ein ge­schlossenes Ganzes, bei dem ein Gl:ed aus dem anderen sich entwickelt. Dadurch überragt er sehr viele Scholastiker, bei denen so Vieles unausgegli­chen nebeneinander liegt, ohne zur Einheit ge­formt zu sein Er ist ferner von einer schomerisch«n Fülle, die an den unerschöpflich-großen Augustin I erinnert: ein gewaltig strömendes Leben in stmcht« barer, aufbauender Einheit nennt er sein Eigen. Bei aller Ueberfülle indes nicht schrankenlos über- 'chäumend-, nein, das ganze wogende Leben ist be­herrscht, eingedämmt durch die objektive Norm des Gegebenen: das unfehlbare Lehramt der Kirche ist diese Norm Einüq vor ihr beugt stch sein hochstrebender Geist. Er weiß: sie ist die Wahrheit. Und das Ringen um die Wahrheit tu seine einzige Leidenschaft. Der Gedanke an dte Wahrheit der Kirche weckt in thm die Überzeu­gung non der tiefen Unentbehrl-chkeit der Kirche, desWeges zum Heile". Das scheidet ihn tnner- lichst von Luther, dem gewisse Aistoren ibn im­mer wieder nahebringen wollen. Denn Luther lehnt die Kirche als Weiferin ab, während Skotus vorab darin ibre größte Aufgabe erblickt. In Skotus ist freilich das Subjektive, das Selbständige stark- doch stark ist auch der Gedanke der Ordnung und Autorität als regelnde Kraft all feines Wobr- heitsstrcbens. Er ist nicht der starrköyUge Mensch, der in stolzer Selbstherrlichkeit wie man oft genug lesen kann jedwede Fahrung ablehnt. Nein er ist der kirchentreue, tradstionstreue, ganz katholische Gelehrte. Das ist das Ergebnis mo­derner Forschung.

Skotus fW im Pavste das Lehramt der Kirche in vor-üglichster Weise verkörpert- das Wort der Kirche haben gleich" BeN-iUnna und Tragweite, ger Oraanismus. ste ist der Leib Christi, der in sich selbst göttliches Leben birgt und agttllches fielen vermittelt. Darum geben auch die Messen der Fa­stenzeit. obwohl sie in erster Linie für die Nockn nichtaetauften zusammenoestel't wurden, doch auch d°m Getauften das Gleiche. Jeder erhält die Er- lölunasgnade, die einen b*e ke-mende. die anderen die reifende und vollendende. Die Gläub'ven emn- fangen in der täglichen Fastenmest' erhöhtes, voll­endendes göttliches Leben, am (9rüT,bonn°r5hm sollen sie wie einstens die Büßer von allen Schlak- ken d-r Sündhaftigkeit befreit und mt«-e'lübt m h»r Osternackt, da einst-ms den Tg'tstingen dos Gottesleben gegeben ward, sollen sie mit dem Wachstum und der Reife des göttlichen Lebens

der, dem es besser geht als dir, dein Schuldner ist. Und wenn du Aermere kennst, dann weißt auch du, daß du Schuldner bist.

Und heute, im Weltgetriebe? Da ist so viel Wahres neben viel Unwahrem. Da gibt es blinde Millionäre, Geldleute, die vor lauter Prassen die Not nicht sehen. Dte die gierige Not herausfor- dern Aber es aibt auch Klassenkämpfer, die als Nichtbesitzende nach dem Besitz lechzen uoec dabei vergessen, daß Aermere unter ihnen sind.

In einem Punkt gebe ich deinem Unmut ganz recht. Das sind die ewigen Jammerseelen, die gar keine Not kennen und doch immerfort jam­mern. Dafür sind aber auch ihre Seelen wirklich ausgedörrt. Es ist ganz gleich, ob ich den Bauer nehme, der über die niedrigen Preise klagt und noch niemals Hunger gefühlt hat, oder ob ich den Be­amten nehme, der über sein Gehalt klagt und ooch noch einen guten Rock zum Anziehen hat, oder on tch den Geschäftsmann nehme, der immer noch tn der Küche etwas zum Kochen hat sie alle gehören zu den Blinden, wenn sie vergessen, daß es jen­seits der Wirtschaftsfragen eine Not der Seele gibt. Und ich wünschte, daß sie mit jenem Blinden im Evangelium rufen möchten:Herr, mache, daß '.ch sehend werde . .

Katholische Aktion.

Es ist im letzten Jahre viel geschrieben und ge­redet worden über Katholische Aktion. Vielleicht zu viel! Aktion heißt handeln. Katholische Ak­tion heißt, in den Lebensgemeinschaften Mitwir­ken aus dem Geiste lebendigen Christentums am

Die Fastenzeit.

Don G o e r g e.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Kirche ihre größte und heiligste Zeit des Kirchenjahres. 3n dramatischer Gestaltung läßt sie den g e ist i g e n Kamvf des Lichtes mit der Finfter- nis fih abwickeln, bis^die Ostersonne leuchtend sich erhebt. In der Natur entspricht diesem Auf­gange das Frühlingserwachen Wie in der Natur, so beginnt es auch in der Kirche zu kei- tnen, zu grünen und zu blühen. Neue Sprößlinge wachsen hervor; was alt ist, verschwindet oder U'ibet sich ebenfalls in neues Leben, damit wenn Christus zu Ostern in neuem Leben aufersteht, auch die Kirll'e mit ihm in neuer Schönbeit und Ju­gend erstrahle. Somit will die Fastenzeit die Zeit der christlichen Lebens­erneuerung, die vierziatägigen Ererzitien der Kirche fein. Unter Fasten versteht ja die Kirche nicht Nur eine gewisse Enthaltung von Speise und Trank, sondern alles, was zur Erneuerung des Enadenlebens dienlich ist. Und alles neue Leben der Seele erblüht aus Christi Leiden und Sterben. ®s >st das W«ize ikorn. das, in die Erde gelenkt, dorr stirbt um aufzugehen und Fruchtu bringen. Damit if-cr auch v,gleich der Hauptinhalt und , das Hauptmotiv der Fastenzeit angegeben.

' . Ein zweiter wichtiger Gedanke hat die Litur­gie der Fastenzeit rosjentllch mitbestimmt. Eine E r-

Der Jahrestag der Papstkrönung tst für den katholi'chen Christen ein Festtag ganz eigener Art. Er ist Erinnerung an jene große Stunde, da Christus zu ihm wie ehedem am See Genefareth zu Petrus sprach:Auf dich will ich meine Kirche bauen." Ja, der Papst gibt der Kirche Einheit und Festigkeit im Wandel mensch­licher Meinung; er ist ihr Haupt, wie der Vater Haupt ist der' Familie. Der Papst unser Vater, der uns leitet! Nicht erst das Vatikanische Konzil (1870). das die Unfehlbarkeit des Papstes zur Glau­benslehre erhob, hat ihm diese überragende Stelle gegeben. Diese Konzilserklärung war nichts an­deres als Oer Glaube, der die Kirche und alle ihr« großer Lehrer schon seit 2000 Jahren erfüllt«. Sorg­sam hielten sie sich im Schiiflein Petri und ließen sich leiten von seines Nachfolgers Wort, um nicht abzuirren in Lehre und Leben und ro die Verbin­dung nist ihrem Lebensauell Christus nicht zu ver­lieren. Das hat diese Männer fo groß gemacht. Und in diesem starken Glauben an das Papsttum können sie uns Führer und Mahner sein.

Einer dieser Großen ist der Franziskaner I o - Hannes Duns Skotus. Er wurde um 1270 in Schottland geboren. Früh trat er in den Franziskanerorden ein, der damals in England bereits in schönster Blüte stand, und er­hielt feine Ausbildung in Oxford. Hier legte er den Grund seines späteren wissenschaftlichen Ar­beitens. Gerade dies- Schule war es, b;e feinem getarnten Schaffen dis charakteristische Note auf­prägte, die wir nur bewundern können, die aber auch oft genug schon Anlaß bot. ibn entschieden ab- zulehnen: das streng kritische Verfahren einer un­erbittlichen Prüfung aller Aufstellungen und Be­weise seiner Vorgänger. Dabei half ihm fein schar­fer Geist. Bedeutende Gelehrte von beu*e nennen ibn ja denscharfsinnigsten und selbständigsten Denker des ganzen Mittelallers". Das wußten frei­lich auch se'ne Obern und fein Ordensgeneral. So sehen wir denn, wie Skotus, kaum dreißig 3ahr« alt in Orford und bald darauf (1302) an der Pa­riser Universität einen Lehrstuhl bekleidet. Nur we­nige Jahre waren ihm indes befchieden; 1308 wurde er nach Köln berufen, wo er schon am 8. November desselben Jahres ftarb und in der Mi­noritenkirche feine letzte Ruhestätte fand.

Trotz einer kurzen Qebensfprtnne von kaum vierzig 3abren hat Skotus der Nachwelt eine er­staunlich reiche lstsrarllch- Erbschaft hinterlassen. Sein Einfluß auf das Geistesleben aller Jahrhun- d-rte ist so groß, und d»r Vlcstr. den er sich in der Wifsenschast eroberte, ist so sicher daß man ibn heute einreibt unter d'e großen Meister, angefan« am von Thomas von Aauin und Bonavenllira bis I Suarez Vellarmin und Vofsnet ^nn st-ht^webt^

Neuerung im Geiste der Taufe soll in ihr angestrebt werden In ber alten Kirch« würbe bie Taufe m-lst ben Erwachsenen gespendet. Zu Beginn der Fastenzeit mürben bief« in b:e Zam ber Taufbewerder ausgenommen und in dem fast täglichen B-lebrungsgottesdienst der mo,-meffe un­terrichtet. Darum haben auch bie Meßformulare gerabe biefe vor Augen, unb bas Taufmotiv er­bebt sich in oft freudigen Tönen b»r Messe in die­ser ernsten Zeit zum jubelnden Ostermativ. Die iaufnorbereituna war o-wiß von bl Ernste ge­tragen, rote bie hinterlassenen Taufkatechesen be­weisen, aber ber freubige Mutterstolz ber Kirch« gibt ber Fastenzeit, bie UNS so leicht düster UN. grau anmutet, ben verklärenden Sonnenstrahl ,

Fastenzeit ist zugleich aber auch noch bie Zett ber zweiten schmerzlichen Taufe, der B u ß t a u f e. 3n ber asten christlichen Kirch« erhielten bie öffent* Heben Büßer unter feierlicher Busiweibe in ihr bas Bußkleib unb blieben bis zum Gründonnerstag aus her Kirchengemeinschaft ausgeschlossen. So ist end­lich das Bußmotiv als briit-s Mollv in die Fasten- meffen emgebrungen. bas seinen deutlichsten Aus­druck in bmt Alchenkreuz des Aschermittwochs ge­funden bat. ,

Wir Menschen von heute fasten' bas gante Rtr- cheniahr unb damit auch bie Fastenzeit -u leicht nur auf als ein Belehrungsmittel, unb ba^it steht uns bann auch bie Kirche oft so fern. Aber bie Kirch« ist fein ausschließlich juristischer Begriff, nicht bloß eine Organisation, sonbern ein lebenbi«

unb nur bumpfer Druck des ^ur.benoewusttlems, nur ein ständiges Reuegebet, sondern die Reue tft doch mefensbeftmmt durch Lebenserneue­rung unb Fastenzeit ist D o r d e r e i t u n a s - zeit nickt in sich nur abaegrenzt,onbern ztelroe-- fenb- Dorum aeftehen wir ber Wahrheit gemäß in ber Fastenzeit unsere Sündhaftigkeit ein und beugen uns un*er bie richtenbe unb strafende Hand Gottes, aber ber B'ick bleibt nickt ängstlich <m eignen Ich kleben, sonbern erh-bt sich zum Herrn. Das Beengende unb E'-drückenbe ber Sünbe fallt roea bas Grausige des Todes ist verschwunden, da? das fünb-ntifacnbe Kreuz triumphierend regt und die verklärende Osterfoi'ne ben Auf erstandenen gri-ßt. Fastenzeit im Geiste ber Kirche vollbracht, löst darum biefen ftill-n G'g-zz ""f dem Angesicht ber G'äubigen aus, ben keine Nat»rfr«ude und kein Noturgewinn bringen kann. Fastenzeit ist eine heillge ein« beglückende Zeit

Nein geschäftlich betrachtet bat sich bie Fasten» »eit nur schrittweise, vom Karfreitag aus» gebenb. entwickelt Ur'vrü""!^ beobachtete man r,nn dem Nachm'st>ag bes Karfreitags bis wm lbst-rmoraen volfftänd-ges Fasten Im 3 Jahr» bunbert dehnte man es auf bie Karwock- aus. Thum rückt der Beginn ber Fgsten'eit weiter, um ieif dem 7 ?abrbi'-'"rt nrn Alch«rm'"wo^ >u be­ginnen Aber auch biefes zeigt mit aller Deutlich­keit daß Christus ber Mittelpunkt ist, unb Fasten­aufgabe ist:

Hineinleben in Christus.

ausaestattet bastehen.

Das Z!«l ber Liturgie u»d Herders das ber ^aftenieit soll bie jeweilige Verklärung ber Gläubigen sein unb die Kirch- erreicht bic<e« in ber Meßliturgie in meisterlicher Form- Ja rmn kann lagen: das Ziel jeder Meßliturg'e ist d'e Er- banung an unferm großen Ideal, dos E-nswerden mit ihm unb feiner ^stch-, um Vnn in b:efer ®na benn-rbinhuna mit Christus unb im Gem'infckofts streb-n m:t der Kj^-e dem ^iel. dem r>o,Ten Man nesaster $e'u Cbr'sti entaegenruwachfen

Gerab- bas lituraif^- Erlebnis d-' ^^ft?neit fall unfern Willen formier machen fr" ihn für bie selb st erzieherischen Lebensauf­gaben gewinnen Fastenzeit ist darum nicht wie es fo oft hingestellt wird, müde Resignation

Der Papst ist basHaupt der gesamten Kirche" und hat als solches in gewissem Sinn« dieselbe Stellung in ber Kirche wie Christus. Er steht als einenbes Prinzip über allen ©liebem; fo ist er Stellvertreter Christi". Was Christus nach seiner H mmelsahrt nicht mehr ausführen unb wirken kann, bas wirkt ber Papst in feinem Namen m seiner Person, ber als Leiter ber Kirche bie höchste Autorität barstellt. AlsNachfolger Petri ist ber römische Bischof ausgerüstet mit beleihen Rechten und Vollmachten wie der Apostelfürst, ge- nießt dieselben besonderen Gaben und Privilegien, denselben Vorrang wie er: kurz, er besitzt die Dollgewalt". Dirie Vollgewalt kommt zunächst zur Geltung in seiner Stellung als oberster Hierarch in der Kirche, erhaben über alle Aemter unb Würben. Sie zeigt sich weiterhin in seiner Un­fehlbarkeit: alsHauvt ber Kirche" ist ber Papst inGlaubens- und Sittensachen" unfehlbar. Das heißt: bem Papste eignet bi« Fülle ber Lehrgewalt; beshalb kann feine höchste Lehrbefähigung in ihrer Kraft unb Tragweite un­möglich von ber Zustimmung ber Untergebenen abhängen, Unb einzig bas Wort bes Papstes sti es persönlich, sti es die Entscheidung eines allge­meinen Konzils mit bem Papst an ber Spitze umgrenzt unb bestimmt unb beutet die Glaubens­lehre, ja gibt volle Sicherheit überall da, wo bet einzelne durch Forschen in Schrift unb Troditwn nicht zu letzter Gewißheit gelangen würde. Die von Christus bem hl. Petrus zugesicherte unb von die­sem auf alle seine Nachfolger übergegangene Un­fehlbarkeit ist ber Grunb für das Nicht-Jrren-Kon- nen ber Ge'amtkirchs. Diese Unfehlbarkeit gibt eine solche Gewähr, baß mir, selbst wenn eine Lehre von allen Autoritäten und jeher Bernunst- begrünbung verlassen wäre, sie boch auf bas Wort des lehrenden Papstes hin als wahr annehmen muffen, ohne ben minbeften Zweifel zu hegen.

Wer immer gläubig daran festhäli, daß Chri­stus und ber hl. Geist in d-r Kirche unb durch he wirken und lehren, ber firtbet keine unüberw üb­liche Schwierigkeit darin, daß auch ein einzelne'-, an unb für fick feblbarsr ^ensch erhoben werben kann zum Träger ber höchsten kirchlichen ßehrge» malt. Das ist ber starke Gla-ibe D u n s S k n» tus, den er mit bem ganz glaubensfrohen Mittel- alter gemeinsam hat.

Nicht nur in seiner Theologie war ihm das Wort bes Papstes stete Richtschnur, von ber er nie. mals auch nur um Haaresbreite gewichen; nein, in herrlicher Tat hat er biefe Papsttreue kund getan, wie ein kürzlich neu entdecktes Dokument uns enthüllt.

Um die Wende des 13. Jahrhunderts verletzte eine poNtifch-religiöse Krise die ge'amte heit in größte Spannung. Zu seinem Unglücke hatte sich bas Paosttum nach dem Untergänge ber Staufenkaiser (1268) immer roieber an .Frarstreich angelehnt notaebrungen. weil ihm ein Schützer fehlte. So war bie französische Krone stark ge­worben in der Kirche unb hatte eine Bedeutung erlangt, b?e ihr kaum nst-der zu entronben war. Vergebens mühte sich Papst Doliifaz Vf . (12041307). dem üb^rmäcktigen Einflüsse Frank­reichs gegenüber bie Unabhängigkeit bes apostoli­schen Stuhles unb ber Kirche zu wahren. Anae- f'chts ber Ucbergriffe in die Rechte ber Kirche, bie Philipp ber Schöne, ganz gegangen in fei­nen Sb een von berFülle unserer königlichen Ge». malt" sich immer roieber erlaubte, iah ber PaMt sich gezwungen, auf bie überragenbe Stellung ber Kirche hinuroeUen unb des Könias Verhalten a-,5 kircher-feinbllch zu branbmarken. Alle Versuche ei­nes Vergleiches sckeitert-n an ber Hartnäckigkeit des Königs, bes ersten Veriret-rs unb Verfechters hergalliknnilchen Freiheiten", ber sich tanait schon zum Kampf- entsckloss-n hatte. Zu diesem Zweck» ließ der Koma 29 Anklagepunkte zwam- menstell-n: Unzucht. Simonie. Unglaube, Ketzerei, Verwüstung ber Kirche Bund mit d-m T-ufel wur­den bem Parste corgeroorfen. Weiterhin warb beschlossen auf ein allgemeines Konzil binniarbei. ten. das über ben Vapst richten sollte. Ganz Frank­reich war in heftigster Erregung.

Da würbe am 24. Juni 1903 in ben (Bärim des Louvre zu Paris eine groß- pgrst^inbliche Kimd- oebung ins Werk gefetzt. Der Erkanzler ber Pa­riser Nninersstst hielt zuerst eine lange Lobrede auf ben Künig. Dann verlasen mehrere Kleriker bt« vorn König erlassene Einlad"ng zum Konzil und die Anklagevunkte gegen Vapst Bonifaz rill Auch nvznche fanden sich ein, bie ihre Rebenabe in ben Di-nst des Königs stellten. Der Zw»ck diefer Kund- I aebuna wurde aent erreicht: d'« Sllmmiina des

Sour ag Quinquagesima

E,.^angslied: Pf. 30, 34.

wir ein Schirmgott unb eine Freistatt, I »h» mich- Denn meine Feste, meine Zuflucht fist ? U Deines Namens willen wirst bu mir Führer Fei« und mich ernähren. (Pf. ebb.) Auf bich o rerttaue ich; ich werbe ewig nicht zu^Scha- ^n.' Du bist gerecht, so befreie mich und rette

Epistel: 1. Kor. 13, 113.

forr.hor* Wenn ich die Sp ach« der Menschen unt,®er Engel redete, Hütt- i b e r d i e L i ehe

so wäre ich wie e tonendes Erz oder "ine klingende Schelle. Unb wenn ich b>e Gabe h.r Weissagungen Hätte und alle Geheimnisse müßt- unb alle Wissenschaft besäße unb wenn ich 5ne Glaubenskraft hätte, daß ich Berge versetzen i fftnnte hätte aber b-e Liede nicht, so wäre 'ch rridts ' Unb wenn ick alle meine Habe zur Spei» «na ber Armen austeilte unb meinen.Leib zum verbrennen hingäbe, hätte aber bie Liebe nicht, M u nützte es mir nicht. Sie Liebe i st la n g= mutig, ist gütig; bie Liebe beneidet Nicht, banbelt'nicht unbescheiden, bläht stch nicht auf; sie nicht ehrgeizig, nicht selbstsüchtig; sie laßt sich nicht erbittern, sie denkt nicht Arges; sie freut sich Ms über Ungerechtigkeit, hat vielmehr Freude an der Wahrheit; sie erträgt alles, glaubt alles, hofst olles, duldet alles. Die Liede vergeht nie, auch wenn die Weissagungen aufhören, die Sprachen ein Ende nehmen und die Wissenschaft vergeht. Denn Stückwerk ist unfer Erkennen und Stückwerk unser Weissagen. Kommt aber bas Vollkommene, fo hört bas Stückwerk auf. Als ich noch ein Kinb war, rebete ich wie ein Kinb, dachte ich wi- ein Kind, urteilte ich wie ein Kind; als ich aber ein Mann geworden, legte ich das Kindhafte ab. Jetzt sehen wir wie durch einen Spiegel, rätselhaft, dann aber von Angeficist zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; bann aber werde ich ganz erkennen, so wie man auch mich erkennt. Für jeM bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, b-efe drei; am größten von ihnen ober ist bie Liebe.

Die Blinden.

Hast du schon einmal recht über einen Blinden nachgedachf? Daß er bie ausgehenbe unb unter« gehende Sonne nicht sieht, ist nicht das schwerste an seiner Blindheit Denke dir nur einmal, du könntest die Menschen deiner Umgebung n cht leben, ben Vater, bie Mutter, bie Kinber oder bie Geschwister. Da gibt es kein Auge, in bem bu sin­nend ausruhen kannst. Da gibt es keine Wangen, über bie bein Blick gleiten kann. Es gibt im Zim­mer keine Bilder, bie dich aus ihrer Buntheit an» schauen.

Aber biefe Blinben, bie mir gerne mit ganzem Herren bemitleiden, sinb noch längst nicht zu ver­gleichen mit jenen Blinben, bie ich meine. O, dort unter jenen, bie das leibliche Augenlicht nicht mehr haben, gibt es noch heitere Gesichter. Ihr Herz ist nicht zermürbt. Trotz ber toten Augen ist ihr Leben hell. Sie haben ben Ausgleich ge« funben zwilchen sich unb ber Welt. Es gab gar manchen, ber blinber war benn sie. Selbst Heilige smb darunter. Ober meinst bu, Saulus wäre nicht mit Blindheit gefchlagen gewesen?

Unb heute? Ich weiß nicht, ob bie Welt mehr Blinbe hat ober Sehenbe. Freund, ich weiß nicht einmal recht, ob ro i r beide, bu unb ich. zu jenen ober biefen gehören. Ja, nicht einmal ine religiös Unterweisung, bie ich bir ober die bu bei« ten Kindern hältst, schützt uns vor der Blinbheit.

Ich muß mich beutlicher erklären; benn es hängt viel für uns beibe bcivon ab zu wissen, ob mir blinb ober fehenb sinb. Ich benfe babe* nicht nur an ben Lohn, ben wir einstens im Jen­seits gleichsam als Gegenbuchung erhalten sollen, sonbern ich denke an ben Trieben bes Her­zens bereits im Diesseits. Wir benken uns den Herrgott ja viel zu viel als Zahlmeister, wir Der« geffen zuviel ben gütigen Vater, der täglich mir uns ist.

Sehenb fein heißt a<fo im Frieden leben, blinb fein unzufrieden fein Es find nicht nur bie Un­gläubigen in ber Welt, bie unzufrieden find.

Hier höre ich keinen Einwand: ..Du hast gut reden. Mir fehlt das Nötigste zum Leben. Meine Kinder frieren, meine Frau steht vor leeren Kästen in der Küche."

Freund, wenn das alles ohne deine Schillb ist, bann ist deine Klage berechtiat. Ick weiß, daß )