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Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt tm Bild' und „Buchenblätter' Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Samstag. 14. Februar 1931.
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58. Mkg.
Jlc. 3T
Die an der Klagemauer!
Ihre Flucht vor der Verantwortung.
Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben:
Als die Ä^.i^nalsozialisten aus dem Reichstags- ^itrunassaal davonliefen, haben sie etwas geredet von einem „weltgeschichtlichen" Ereignis. Denselben 5-on schlug zunächst auch der „Völkische Beobachter an Aber mittlerweile ist es still und stiller ge- Wv'rden und man begreift allmählich, daß man sich einfach lächerlich macht.
Da sind nun 107 Mann in Braunhemden in den Reichstag einmarschiert, und im gleichen Augenblick, in welchem sie vor aller Oeffentlich- keit den Befähigungsnachweis zum Regieren erbringen sollten, da reißen sie aus und stellen sich an die Klagemauer!
Jetzt hätten sie nämlich zeigen können, aber auch zeigen müssen, was sie leisten. In den Ausschüssen hat man eine unsagbare Mühe gehabt, um den nationalsozialistischen Vertretern, die auch solche für die strengste Kleinarbeit bestimmte Ausschußverhandlungen mit Agitationsversammlungen verwechselten, wenigstens d a s v o I ks- wirtschaftliche ABC beizubringen und sie über die elementarsten Grundfragen zu unterrichten, mit denen sie sich als erwählte Vertreter des Volkes beschäftigen sollten. Nun wäre es darauf angekommen, im Reichstag selbst bei der Etatsbehandlung zu zeigen, was man weiß, und zu sagen, was man kann.
Und in diesem Augenblick drückt man sich! Wenn man heute nachliest, was unmittelbar nach den Reichstagswahlen vom 14. September 1930 in der nationalsozialistischen Presse darüber gestanden hat, was man nun jetzt^ anfangen. wolle, was man nun jetzt arbeiten, wie man mit dem Reichstag und den Parteien Fraktur reden würde, wenn man hörte, welche umwälzenden Heldentaten die Nationalsozialisten ausführen wollten, und wenn man nun das alles vergleicht gegenüber dieser feigen Flucht vor der Verantwortung, dem im Stichelassen ihrer Wähler in her Wahrung ihrer wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Interessen, dann könnte, einem ein Jammer überkommen, einmal über die Enttäuschung, die diesen irrgeleiteten Wählern zuteil geworden ist, andererseits aber auch über die Verantwortungslosigkeit, die bei den Erwählten zutage tritt!
Nun Hat man, namentlich nach der Ankündigung, daß dieser Auszug der Nationalsozialisten einen Wendepunkt in der geschichtlichen politischen Entwicklung Deutschlands bedeute, doch wohl annehmen können, es handle sich um eine bis ins einzelne gehende großzügige Aktion, die insbesondere von Hitler selbst gebilligt sein müßte und hinter der nun aber auch Taten zu stehen hätten, die geeignet wären, das, was die Nationalsozialisten als Erfüllung von Abgeordnetenpflichten anzusehen glauben, zu praktizieren.
Was hören wir nun aber? Der deutschnationale Abgeordnete Stubbendorff hat in Oldenburg verraten, daß dieser famose Fluchtplan gar nicht von Hitler oder von einem nationalsozialistischen Führer, sondern von — Hugenberg ausgeknobelt worden ist! Und auf diesen selben Abgeordneten werden die Gerüchte zurückgeführt, daß in Weimar ein Rumpfparlament zusammentreten sollte. Dieses Gerücht wird allerdings von Frick in aller Form dementiert. Das Fiasko würde wahrscheinlich ganz riesenhasl geworden sein.
Zunächst kann auf Grund nunmehr bekannt gewordener Informationen aus der engsten Umgebung Hitlers selbst festgestellt werden, daß Hitler von diesen Dingen uberhauptnichtswußte, daß er erst von der vollendeten Tatsache unterrichtet wurde, die er dann ja billigen mußte, um nicht seine Leute vor aller Welt gräßlich zu blamieren. Man hört aber auch weiter, daß die nationalsozialistische Fraktion noch bis etwa eine Stunde vor ihrem Auszug gar nicht einmal geflossen war, daß ein recht erklecklicher Teil dieser Fraktion den Auszugsplan bekämpfte und daß man sich erst dadurch zum Einverständnis bringen ließ, daß man in der Fraktion mit den tönendsten Worten die außerordentliche propagandistische Wirkung eines solchen Schrittes hervorhob.
Man versprach sich in der Tat geradezu Umwälzendes von dem Schritt, man meinte, nun werde die ganze Oeffentlichkeit aufgewühlt, man vertraute auch offenbar auf Hugenberg und rechnete mit dessen Anhang, namentlich auch presse- mäßig. Aber es kam alles ganz anders. Die deutschpationale Pressefront war,von Anfang an durchbrochen. Selbst die schärfsten Rechtsorgane, wie die „Kreuzzeitung", haben es abgelehnt, sich nicht mehr auf der Pressetribüne vertreten zu lassen. Andere Rechtsblätter haben energisch Einspruch dagegen erhoben, daß sie nicht zur „nationalen Presse", gezählt werden würden, weil sie die Torheiten nicht nut« machten und dergleichen mehr.
Und bei den Nationalsozialisten ist der Katzenjammer ebenfalls groß. Man weiß nicht, was man mst diesem merkwürdigen „Sieg", der ein Lufthieb tfo anfangen soll. Und wenn von dem Rumpfparlament in Weimar die Rede ist, so muß man sich doch bloß fragen, welcher vernünftige und denkende Mensch überhaupt auf solch törichte Gedanken kommen könnte. Wenn die Nationalsozia- nsten in Weimar zusammentreten würden, so wäre das nichts anderes als ein Stammtisch, an dem feder Beteiligte das nach der Verfassung verbriefte Recht hat, zu schimpfen, wie er will. Wenn, aber mne solche Versammlung es wagen sollte, in die Befugnis e des Reiches oder der ordnungsgemäße
Volksvertretung einzugreifen, so würden ihre Mitglieder in der nächsten Stunde schon wegen Hochverrats am Kragen gepackt werden!
Jetzt stehen sie beide an der Klagemauer, die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten! Und beide bitten täglich ihren Parteigott auf den Knien, daß er ihnen ein Ereignis zukommen lasse, das ihnen die reuige Rückkehr wieder ermöglicht. D i e - er Einzug wird dann freilich nicht mehr sehr feierlich sein!
Aus dem Reichstag.
Im Reichstag regte in der Donnerstag-Sitzung Abg. Dr. Weber (Stap.) an, was gegen solche Abgeordnete zu unternehmen sei, die sich gegen die Geschäftsordnungsvorschriften vergehen wonach jeder Abgeordnete verpflichtet ist, sich an den Arbeiten des Reichstags zu veteili- 8 en.
Der Abg. A u f h ä u f e r von der Sozialdemokratischen Partei stellte die Anfrage, wie hoch die Summe sei. die nach dem Antrag des Nationalsozialisten Dr. Frick an die „B e d ü r f ti g st e n unter den Erwerbslosen" abgeführt werden sollen, aus den durch den Auszug der Nationalsozialisten aus dem Reichstag ersparten Diäten.
Hierzu teilte Präsident Löbe mit, daß die Nationalsozialisten am 1. Februar ihre Diäten für den laufenden Monat sowohl für dieSitzungs- wie für die sitzungsfreien Tage voll und ganz empfangen hätten, sodaß also zur Zeit nichts oder, wie der Volksmund sagt, keinroterHel- l e r an die „Bedürftigsten unter den Erwerbslosen" abgeführt werden könnte. Stürmisches Hört, Hört erscholl im ganzen Haufe.
Nach diesem aufschlußreichen parlamentarischen Vorspiel schritt der Reichstag zu der durch die Amtsniederlegung des Nationalsozialisten Stöhr notwendig gewordenen Ersatzwahl eines Vizepräsidenten. Mit großer Mehrheit wurde der volksparteiliche Abg. v. Kardorff zum Vizepräsidenten gewählt, der schon früher diesen Polten bekleidet hatte. Als Schriftführer wurden die Abg. Neyfe (Z.) und Schneider-Berlin (Stp.) gewählt.
Bei den Abstimmungen zum Etat des Auswärtigen Amts, die dann folgten, wurde auf Antrag des Zentrumsabgeovdneten E r f! i n g gegen die Stimmen der Kommunisten und des Landvolks der Uebergang zur Tagesordnung über alle von den abwesenden Deutschnationalen und Nationalsozialisten gestellten Anträge beschlossen. Eine Ausnahme wurde nur mit dem nationalsozialistischen An trag auf Kündigung der deutschen Mitgliedschaft im Pölkerbund gemacht. Dieser Antrag wurde in besonderer Abstimmung gegen die Kommunisten und das Landvolk a b gelehnt.
Der kommunistische Antrag auf sofortige Einstellung der Zahlungen aus dem Doung-Plan wurde gegen die Antragsteller, ein Landvolkvntrag auf sofortige Revision des Poung-Plans mit 247 gegen 124 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehyt.
Angenommen wurde dagegen auch mit t»en Stimmen der Sozialdemokraten eine von den Christlich-Sozialen eingebrachte Entschließung, die die Reichsregierung ersucht, die Revision der Reparationsverpflichtungen einzuleiten, sobald die inneren Voraussetzungen dazu geschaffen sind.
Angenommen, wurde auch der vom Auswärtigen Ausschuß empfohlene Antrag der Wirtfchafts- partei, wonach eine Denkschrift über alle bisher von Deutschland aufgebrachten Reparationsleistungen herausgegeben werden soll.
Nach der Erledigung der zweiten Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes wurde die zweite Lesung des Haushalts des Re i ch s w i r t s ch a f ts- mi n i st e r i u m s durch kurze Erklärungen des Staatssekretärs Trendelenburg zu den einzelnen Anträgen eingeleitet.
Für das Zentrum sprach zu diesem Abschnitt der
Abg. Prof. Dr. Dessauer.
Dr. Dessauer weist darauf hin, daß jeder Arbeitslose monatlich etwa 100 Mk. an Einkommen verliert. Der Gesamtverlust an solchen Lohnsummen macht in Deutschland im Jahre 4—5 Milliarden aus. Um diesen Betrag wird die innere Kaufkraft geschwächt. Den Hauptstoß erleidet dabei zunächst der gewerbliche Mittelstand. Ganz falsch ist die von manchen Landbundführern verbreitete Meinung, daß die deutsche Industrie mit ihrer Arbeiterschaft gewissermaßen auf Kosten der Landwirtschaft lebe. Im Gegenteil! Die Toleranz der deutschen Industrie und besonders der deutschen Jndustriearbeiterschaft ist beispiellos. An direkten und indirekten Subventionen für die Landwirtschaft werden auf Kosten der steuerzahlenden Konsumentenschichten annähernd 4 Milliarden im Jahre aufgewendet, während für die Industrie nur ein winziger Bruchteil dieser Summe verbraucht wird. Wir stehen bewußt zu dieser Fürsorge für die Landwirt- schäft, aber wir begreifen nicht, wie unter diesen Umständen von gewissen Seiten die landwirtschaftliche Bevölkerung radikalisiert und gegen den Staat aufgereizt werden kann. (Lebh. Zust.)
Die Tatsache ist nicht zu widerlegen, daß Deutschland zu Lasten seiner gesamten Konsumentenschaft das am meisten ausgebaute Agrarzollsystem hat, das es jemals gegeben hat. Unbestreitbar ist auch, daß noch in keiner Zeit seit weit über hundert Jahren soviel von einer Regierung für die Landwirtschaft geschehen ist wie durch die gegenwärtige und die letzte vorangegangene republikanische Regierung. (Hört! Hört!) Bei der ungeheuren Schwächung des inneren Marktes müssen wir alles 'un, um den Export zu steigern. Bei der
Preissenkung ist ein bißchen mehr Courage und Ernst im Anpacken geradezu lebensnotwendig. (Beifall.) Ganz auffallend ist es, wie wenig die durch Kartelle, Syndikate, Innungen und durch Markenoorschristen gebundenen Preise sich gesenkt haben. Gegenüber der monopolistischen Ausschaltung der freien Konkurrenz, die mehr oder weniger von unseren industriellen Unternehmer-Konzernen geübt wird, sollte unsere W i r t s ch a f ts- politik mehr Mut aufbringen. (Beifall.)
Weiterberatung: Freitag 3 Uhr.
Zentrum und Volksschule.
Während der Beratungen über den Volksschuletat im Hauptausschuß des Preußischen Landtages führte für das Zentrum Abg Bryckmann u. a aus, daß, wenn auch unsere finanzielle Lage ehr gespannt fei, ein Abbau von Volksschulstellen >as Gefährlichste und Bedenklichste sei. Die Regierung müssen den finanziell bedrängten Gemeinden helfen, damit die Schulinteressen gewahrt bleiben.
Eine wertvolle Erleichterung drückender Schulasten könne von der Regierung dadurch geschaf- e« werden, daß man der unheilvollen Inflation auf dem Gebiet der Lehr- und Lernbücher entgegentritt. Unter diesem ewigen Wechsel von Lehr- und Lernbüchern leiden Elternhaus, Schule und Lehrerschaft. Besonders für die kinderreichen Familien bringe der ständige Wechsel in Schulbüchern untragbare und unhaltbare finanzielle Belastungen. Es müsse endlich ein System in diesem Wirrwarr gebracht werden.
Entschieden bekämpfe das Zentrum das Hintragen der Politik in die Schule, wie es von den radikalen Parteien gemacht werde. Auch dem müsse die Regierung aufs schärfste entgegentreten. Besonders sei die Zellenbildung der Kommunisten in den Schulen zu beachten. Die Politik gehöre nun einmal nicht in die Schule hinein und die gesamte Lehrerschaft wende sich gegen die Politisierung der Schuljugend. Doch genüge der Apell der politischen Parteien an den Minister nicht. Die Parteien selbst müßten sich bewußt sein, daß sie mitverantwortlich sind an einem Fernhalten der Politik aus der Schule.
Die Frage des neunten Schuljahres ist nad) der Auffassung des Zentrums ein pädagogisches Problem und hat an sich mit der gegenwärtigen Wirtschaftslage und mit der Notlage auf
dem Arbeitsmarkt nichts zu tun. Dennoch sei die bisherige Reserve des Kultusministers nicht gerade erfreulich gewesen. Ein freiwilliges weiteres Schuljahr sei zu begrüßen, weil die Volksschule mit ihren erzieherischen Kräften und Werten sich den Nöten und Anforderungen der erwerbslosen Jugend nicht verschließen dürfe. Die freiwillige Mitarbeit der Volksschuttehrepchaft sei hoch anzu- recknen Die Regierung müsse den Organen der freien Jugendpflege überall helfen.
An eine Beendigung der Stellenlosigkeit der Junglehrer sei vorläufig nicht zu denken. Die Junglehrer fühlen sich enttäuscht, wie das vom Zentrum immer wieder vorausgesagt worden sei. Cs könne keine Rede vom baldigen Eintritt eines befürchtenden Lehrermangels fein. Statt dessen rapider Abbau der sogenannten Mehrstellen und damit Verschlechterung der Einstellungsfrequenz der stellenlosen Junglehrer in Planstellen. Leidtragende seien die katholischen Junglehrer und -lehrerinnen. Da müsse unter allen Umständen die Iunglehrerhilfe aufrecht erhalten, der Junglehrerausgleich müsse in gerechter und üelbewußter Weiss durchgeführt werden. Die Beseitigung der Vorbeschäftigung sei ein erfreulicher Fortschritt, ebenso die Pause in der Gründung neuer pädagogllcher Akademien. Für die beabsichtigte Neuordnung der berufspraktischen Ausbildung der Schulamtsbewerber im Vorbereitungsdienst sei die weltanschauliche Sicherung und Gliederung entscheidend.
* Reichsminister des Auswärtigen Dr. Lurlius hat einen kurzen Erholungsurlaub angetreten, den er im Harz verbringen wird.
Chinas Forderung.
wtb. London, 13. Febr. (Eig. Meld.) Nach einer Meldung der Times hat der chinesische Außenminister' erklärt, China sei entschlossen, die formelle Beendigung der Exterito- rialität in der unmittelbaren Zukunft zu erreichen. Er hoffe, daß China nicht genötigt sein werde, andere Maßnahmen als das Mittel freundschaftlicher Verhandlungen zu benutzen.
Gegen die radikalen Anschläge.
Abwehrmatznahmen der Polizei.
ERB. Berlin, 13. Febr. (Eig. Meld.) Wie die B. Z- am Mittag berichtet, soll die Untersuchung des gestern in der nationalsozialistischen Zentrale in der Hedemannsstraße beschlagnahmten Materials ergeben haben, daß zwischen der Leitung der N.S.DÄ.P. und dem Reichswehrministerium gewisse Beziehungen bestanden. Wie wir dazu von unterrichteter Seite erfahren, trifft es zu, daß es sich dabei um einen gekündigten Privatanze- stellten des Reichswehrministeriums, einen ehemaligen Korvetten-Kapitän handelt, der nach feiner Kündigung l i ch an Hitler gewandt und diesem seine Betätigung in der nationalsozialistischen Bewegung angeboten hat.
Es handelt sich um den Korvetten-Kapitän a. D B eelitz, der als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Reichswehrministerium tätig ist. Wie bekannt wird, hat Beelitz, dem aus allgemeinen Abbaugründen zum 1. April ds. Is. gekündigt wurde, ein Bewerbungsschreiben an die Nationalsozialisten gerichtet, in dem um eine Anstellung bet der nationalsozialistischen P a r- tei oder Presse nachgesucht wird. Kapitän Beelitz hebt in diesem Schreiben ausdrücklich hervor, daß er, obwohl er feit 1928 nationalsozialistisch gewählt hat, bisher sich in seiner politischen Betätigung zur ück g e h alt en hat und auch nicht Mitglied der nationalsozialistischen Partei geworden ist, „da es ihm als älterem Mann nicht liege", Heimlichkeiten gegenüber feinem Brotgeber zu haben. Er kündigte an, daß er mit dem Tage feines Ausscheidens aus feiner bisherigen Stellung Mitglied der Partei werden wolle.
Von zuständiger Stelle erfahren wir: Das in der Berliner Geschäftsstelle des Gausturmes Berlin der N. S. D. A. P. vorgefundene umfangreiche Schriftmaterial unterliegt zurzeit noch der Durchsicht. Es hat sich bis-ietzt bie- u n m i tteck ba r e enge Beziehung der nationalsozialistischen Leitung zu derjenigen ausländischen Stelle ergeben, zu der die flüchtigen Becker und Hanschke-und auch der inzwischen verhaftete Kollatz ihre Schritte gelenkt haben. Die Vorgefundenen Unterlagen lassen eindeutig erkennen, daß das Zusammenarbeiten beider Stellen bereits seit längerer Zeit besteht und daß auch in anderen Fällen geflüchtete Personen durch Vermittlung ausländischer nationalsozialistischer Mittelstellen Unterschlupf gefunden haben.
Innsbrucker S. A.-IMrer von Maltitz verhaftet.
wtb. Innsbruck, 13. Febr. (Eig. Meld.) Dec im Zusammenhang mit den Haussuchungen beiden Berliner Nationalsozialisten genannte Führer dec Innsbrucker S. A., Hauptmann a. D. von Maltitz, der in dem Verdacht steht, in Innsbruck eine Verbindungsstelle mit der Berliner S. A. zu un- ierhalten, wurde heute auf polizeilichen Antrag aus Berlin von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet.
Strafantrag gegen den „Völkischen Beobachter".
C.N.B. Berlin, 13. Febr. (Gig. Meld.) Das Landesarbeitsamt Brandenburg hat, wie wir erfahren, gegen den „Völkischen Beobachter in München Strafantrag wegen Pressebeleidigung ge, stellt, da in einem Artikel behauptet worden war. bei einem Arbeitsamt im Westen Berlins feien größere Korruptionsfälle vorgekommen.
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Das Bürohaus der Nationalsozialisten in der Berlinert Hedemannstrahe, reAs °ben Hau^ -E Stennes, Führer der Berliner Sturmabteilungen, wurde von der Berliner Pol z g »ch sucht, wobei umfangreiches Aktenmaterial beschlagnahmt Wprhe.