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NILS
6. Februar
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Ilr. 30
9
Macht Geld glücklich
Hurra, Papa ist zuhause
Bank, bank China
und Sparbank" jetzt Nebenstellen in ganz besitzt.
Die neuen Frühjahrshandschuhe werden gerne aus Kunstseide gearbeitet. Sie sind reich verziert mit Stickereien, Applikationen usw. Die Stulpen zeigen vielfach Spitzenschmuck. Ebenso werden Verzierungen im Spritzverfahren gerne verwendet. Der lange Glacelederhandschuh wird von einigen Modehäusern empfohlen, doch scheinen seine Aussichten gering zu sein.
Eine neue Reichsta gsab geordn ete. Durch den Tod des Abg. Herold (Zentrum) kam Frau D r i e - h e n, Bocholt in Westfalen, in den Reichstag.
das Tragen eines Strumpfhalters und vor allem auch das lästige Rutschen verhindert wird. Damenstrümpfe werden mit Verzierungen an der Ferse geliefert, die aufgedruckt und andersfarbig sind wie der Grundton des Strumpfes.
Das Bolerokostüm wird auch im kommenden Früh- jahr noch nichts von seiner seitherigen Beliebtheit eingebüßt haben. Als Neuheit werden die allerdings noch recht teuren gestrickten Bolerokostüme viel verlangt.
Melierte Wolle kann als der große Modestoff für Sportkostüme, besonders zum Wandern, bezeichnet wer- den. Die Grundtöne grau, beige, rot und braun stehen im Mittelpunkt des Interesses.
Modern oder zeitgemStz?
Es gibt neben denen, die dem Schlagwort „modern" nachlaufen, auch viele andere Menschen, denen es ernst ist um die Dinge, die sich aber schwer zurechtfinden in dem Wirrwarr des Modernen. Sie sind davon überzeugt, daß die Gegenstände, mit denen sie sich umgeben, der Hausrat, die Möbel, der Schmuck, unserer Lebenshaltung entsprechen müssen. Man kann nicht mit Dingen wohnen, die einer ganz anderen Empfindungswelt entsprungen sind, ohne daß es in das Leben verderblich hineinwirkt.
Auch der Rüschenkragen, längst tot geglaubt, feiert fröhliche Auferstehung, vorerst allerdings nur an Kinderkleidchen. Doch sieht man in den großen Modehäusern Wiens da und dort auch schon Damenkleider, die ihn als Verzierung ausweisen.
Auch in Strümpfen gibt es einige Neuheiten für die Frühjahrsmode. Kindersport- und Herrensportstrümpfe werden jetzt mit einem Gummizug geliefert, wodurch
Eine erfreuliche Nachricht für alle Mütter von Klein- mädels: Der Hänger kommt wieder und zwar ist er vielfach mit Falten garniert. Außerdem verwendet man viel Handarbeiten und Stickereien zum Ausputz. Woll- moufseline, Tweed und für bessere Sachen Georgette können als die beliebtesten Stosse für die kommenden Kin- derkleidchen gelten,
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Es kommt alles einmal wieder, auch die gestrickte Wollspitzenbluse. Man trägt sie in leichten Pastelltönen, möglichst hellfarbig zum Kostüm und Komplet, lachs, beige, okergelb, erdbeerfarben und bleu sind die am meisten verlangten Farbkollektionen.
hält nämlich doppelt so lange, wie ein anderes, das acht' los irgendwohin geworsen wird.
Und wie sieht es oft in den Lebensmittelvorräten in der Küche aus? Wenn sich der Reis in der Mehltonne und der Kaffee im Zuckerbehälter befinden, so ist das vielleicht noch nicht ganz so schlimm, obwohl auch dieses Verfahren mit Ordnung nichts zu tun hat. Viel schlimmer wird die Sache aber, wenn sich die Lebensmittel in den vom Kaufmann gelieferten Tüten in einem Korb oder auch im Küchenschrank befinden. Wehe, wenn dann zum Kochen irgendetwas notwendig und rasch gebraucht wird. Dann wird gesucht! Dabei fallen sämtliche Tüten durcheinander, teilweise gehen sie auf und ihr Inhalt erließt sich in den Korb. In den seltensten Fällen weiß die Hausfrau dann, wenn irgendetwas ausgegangen ist und die Verluste, die sie durch ausgelaufene und verdorbene Lebensmittel erleidet, find weit größer, wie der Wert der Zeit, der bei sorgsamer Abfüllung der notwendigen Lebensmittel in Tonnen, Schubladen oder auch in gut schließende Blechbüchsen entstanden wäre.
Wer Ordnung hält, spart Zeit und Geld, auch in der Küche! Man mache nur einmal eine Probe aufs Exempel. die Richtigkeit des Satzes ergibt sich dann ganz von selbst.
Line kleine Begebenheit von Robert Mosinger.
Es war am B.gorio, einem der stillen Berge der Tessiner Alpen. Wir kamen von der Höhe über Wiesen und Matten, des Weges unkundig . . .! Wenige Meter unterhalb des Gipfels weidete ein kleiner italienischer Hirtenjunge seine Ziegen, unbekümmert um die Fremden, die da in seine stille, vergessene Bergeinsamkeit eingedrun- gen waren.
Ein schlichtes, armes Bürschchen, den Hut keck auf dem Kopf, in einem Rock, der einstmals Generationen gedient hatte und der ihm viel zu lang war. Wettergebräunt das Gesicht und ein fröhliches Lied auf den Lippen.
So trafen wir ihn! Schüchtern gab er den kleinen Bergpfad frei, der sich zwischen Geröll und Steinen dahinschlängelte und es bedurfte einiger Mühe, ehe wir uns bei ihm über den besten Weg ins Tal befragt hatten. Naturkinder sind immer scheu, wenn die große Welt, die wir Städter verkörpern, zu ihnen kommt. Aber schließlich gelang die Verständigung mit einiger Liebe und Geduld und wir glaubten diesem kleinen König der Berge eine besondere Freude zu bereiten, wenn wir ihm in die kleine schmutzigbraune Patschhand ein paar Geldstücke legten, die silbrig in der untergehenden Sonne ausblitzten.
Er sah sie an, ganz still, ein wenig mißtrauisch fast, minutenlang. Der Reiz eines leicht erworbenen Besitzes hatte offenbar auch den schlichten Hirtenjungen erfaßt, er hatte Geld . . . mehr Geld vielleicht, wie er je in seinem kleinen, jungen Leben vorher besessen . . .
Doch wir täuschten uns . . . Kaum wandten wir uns zum Gehen, kaum war es ihm bewußt geworden, daß er in wenigen Augenblicken wieder allein sein werde, allein mit seinen meckernden Ziegen, da wars er die Geldstücke achtlos, wie ein Nichts, in das Gras, griff nach seinem derben Stück Brot und wanderte auf beiden Backen kauend fteilauf mit der Leitziege zum Gipfel . . .
Warum ich das erzähle? Weil ich an diesem Abend so ein ganz klein wenig beschämt durch die Kastanienwälder gepilgert bin, weil mir ein Hirtenbüblein, das weder lesen noch schreiben konnte, in der Lebenskraft seiner zehn Jahre eine Lehre gegeben hatte, nämlich die, daß man auch ohne Geld, ohne Besitz ein freier Mensch und wahrhaft glücklich sein kann. Eine Erkenntnis, die fürwahr die Mühen einer Bergwanderung vielfach entschädigte.
Sie wissen auch, daß jede Zeit eine eigene Einstellung zu diesen Dingen hat, die, tausendfältig durch die Eigenart des einzelnen Menschen gebrochen, doch allen gemeinsam ist: bas? Zeitempfinden. Aber was bietet sich nun olles an unter dem Motto, es entspreche der Zeit, es sei modern: Dinge ,die man mit allen Auslegungskünsten nicht zusammenbringen kann.
Da sind zunächst die vielen Dinge, die als letzte Mode angepriesen werden: das Neueste. Was heute Trumpf ist, wird morgen verbannt. Aller Kunst des Nachdenkens und der Richtlinien entschlüpft die Mode immer wieder. Sie hat nur ein Gesetz, immer wieder etwas Neues zu bringen. Wo sie es hernimrnt, ist einerlei, meist hat sie einen sehr guten Instinkt dafür, was die Menschen nun einmal wieder gerne möchten.
Fragwürdig wird die Sache immer, wenn sich dos modische Spiel übersteigert und auf Gebiete übergreift, auf denen es nichts zu suchen hat. Zur Mode gehört die Kurzlebigkeit. Sie ist deshalb nur bei Dingen am Platz ,bie an sich rasch verschleißen und bie so billig sink», daß sie nid)1 allzulange in Benutzung genommen zu wer- ben brauchen. Das gilt bis zu einem gewissen Grabe für Kleiber und Schuhwerk. Tas trifft nicht zu auf die Hauseinrichtung. Für die allermeisten Menschen sind Möbel, Teppiche und Hausgeräte eine einmalige Anschaffung fürs Leben. Das wissen an sich bie Fabrikanten auch ganz genau. Trotzdem bringen sie jedes Jahr auch hier eene neue Mode. An den Grundverhältnissen ist zwar nicht viel zu ändern. Kleider kann man kurz oder lang machen, aber Tische nicht hoch oder tief, sondern immer nur in der Höhe, die zum Schreiben oder Essen die richtige ist. So stürzt sich der modische Eifer auf ben Schmuck. Eckige Kanten, runbe Kanten, Zackenmuster, Blumen-
Die Schmerzen
Arme Schwestern, liebe Schmerzen, Seib nicht ihr auch Gottesgaben? Aber keiner will euch haben — Wohnet benn in meinem Herzen! Alle Lust der Welt zu haschen. Bin ich gierig ausgezogen, Kam geplündert, kam betrogen Müde heim mit leeren Taschen.
Die ich einst so sehr m .chtet, Liebe Schmerzen, seid gesegnet Daß ihr mir so reich begegnet Mich so innig nun umnachtet! Heiß durchflutet euer Glühen Meines Blutes dunkle Wogen, Die, von euch emporgesogen, Tiefer atmen, schöner blühen
, Hermann Hesse.
Von Hermann zur
„Hurra, Papa ist zu Hause" riefen wir immer als Kinder, wenn unser Vater vom Geschäft nach Hause gekommen war oder wenn er des Sonntags von harter Tagesarbeit verschont, sich seiner sechs munteren und nicht immer ganz artigen Kindern widmen konnte. Das war ihm felibft ein Herzensvergnügen, das er sich nie entgehen ließ und wenn einmal irgend etwas dazwischen kam, daß sich unser Vater nicht mit uns beschäftigen konnte, dann war uns der ganze Tag verleidet.
Wenn ich mir dagegen nun die heutigen modernen Papas anscbaue, die oft jedes Kindergeschrei nervös macht und die da glauben, scbon genug getan zu haben, wenn sie ihren Kindern zu Weihnachten und zum Geburtstag ein paar Spielsachen kaufen, dann muß ich immer im Stillen denken, arme Väter und arme Kinder. Dabei ist es gar nicht so schwer, seine Kinder zu unterhalten. Man'braucht dazu noch nicht einmal Spielzeug, denn jeder, der mit Kindern einigermaßen umzugehen weiß, wird schon festgestellt haben, daß gerade die improvisierten Spiele die schönsten sind.
Da gibt es z. B. in jedem Haushalt einen Fußschemel und ein Bügelbrett, Dinge aus denen sich eine wunderschöne Schaukel herstellen läßt, die noch dazu den Vor- z ughat, absolut ungefährlich zu sein, wenn das Ding einmal umkivpt, was im Eifer des Schaukebbestiebes natürlich vorkommen kann, dann fällt die kleine Gesellschaft nicht sehr tief und Verletzungen sind so gut wie ausgeschlossen.
Stähle hintereinander gestellt, der eine ober andere mit einem Kissen ausgeftattet. werden im kindlichen Sviel zur schönsten Eisenbahn mit erster, zweiter und dritter Klasse-Abteilen und der geschickte Vater verbindet mit
Ornamente, gerade Füße, geschweifte Füße. Wie man’s nun trifft beim Einkauf, ist man fein Leben lang mit eckigen Kanten ober Blumenmustern umgeben, auch bann, wenn man sich längst an biefem Schmuck miibe gesehen hat unb ihn vielleicht verwünscht.
Es ist ein großer Vorzug, baß unsere modernen Möbel wieder entscheidendes Gewicht auf Zweckmäßigkeit legen. Man muß sagen: wieder, denn die letzten 50 Jahre waren ein eigenartiges Zwischenspiel in der Geschichte der Möbel. Das Biedermeier, das Barock, die Gotik, ja selbst das Rokoko hatte zweckmäßige Möbel. Nur unserer Zeit war es vorbehalten, sich ganz an die äußere Form zu verlieren. Die Zweckmäßigkeit ist deshalb kein besonderes Kennzeichen des Modernen. Sie ist eine Selbstverständlichkeit, über bie man nur beshcttb reben muß, weil bie Rücksicht auf sie zu sehr aus unserem Bewußtsein entschwunden war.
Modern ist allerdings die Meinung, aus der Zweckmäßigkeit allein die Form des Möbels entwickeln zu können. Es gibt kein Allerweltsmöbel, das auf alle Fälle richtig ist und das einem die Entscheidung b-s Wählens abnimmt. Es wäre trostlos langweilig, wenn man Typisierung so verstehen müßte. Der Mensch kann zu keiner Zeit bes Schmuckes entbehren. Er braucht notwenbig bies Quäntchen Uebersluß an ben Dingen seiner Umgebung. Jebe Zeit hat ihr befonberes Verhältnis zum Schmuck. Die Gotik liebte schwere, reich verschlungene Naturornamente an ben Dingen. Das Rokoko zartes, über bie Fläche huschenbes Muschelwerk. Wir lieben glatte, einfache Formen ohne Ornament. Aber besholb finb unsere Räume boch nicht schmucklos. Wenn auch das einzige Möbelstück vielleicht ganz aus feiner Zweckform heraus entwickelt ist, wenn es allein betrachtet uns nüch-
dem Spülen hingestellt wird, wo gerade Platz ist. Natürlich ist es dann schwer, ein notwendiges Stück herauszunehmen u. mehr wie einmal im Jahre gibt es Scherben, weil alles hrrauspurzeit. Vor allem sollte man im Küchenschrank eine Zweiteilung des Geschirres vornehmen und zwar muß das Eßgefchirr getrennt vom Kaffeegeschirr und Teegeschirr aulgehoben werden. Bei beschränktem Raum, besonders wenn kein Büffet zur Aufbewahrung des besseren Geschirres vorhanden ist, kann man sich sehr gut auf folgende Art helfen: Die Bretter im Küchenschrank bleiben den Tellern und Schüsseln reserviert, die Tassen dagegen werden aufgehängt und zwar an Häkchen, die man in die Bretter des Schrankes ein« schraubt. Es können ganz leichte Schräubck-en fein, da sie kein großes Gewicht zu tragen haben. Auch Milchkannen, Gläser mit Henkeln lassen sich einfach und praktisch auf die gleiche Art aufbewahren.
Daß man die Bestecke, Messer, Gabeln und Löffel nicht einfach in einen Kasten zusammenwirft, sollte eigentlich auch jeder Hausfrau bekannt fein. Erfahrungstatsache lehrt leider das Gegenteil. Dabei bestehen wohl kaum Schwierigkeiten, sich selbst ein dreiteiliges Kästchen aus leichtem Holz zu zimmern, wenn man es der Kosten halber nicht kaufen will. Ein sorgsam aufbewahrtes Besteck
kleine Nachrichten.
Das goldene Ehrenkreuz Pro ecclesia et ponti- fice wurde der Vorsitzenden des Katholischen Frauenbundes in Niederingelheim, Frau Schreeb, verliehen.
Ordnung und Unordnung im Haushalt.
Ein Work an alle, die es angehl.
Don Franziska Martens- Karlsruhe.
„Ordnung ist das halbe Leben" sagt ein altes deutsches Sprichwort, das man schon im Mittelalter gekannt hat. Was ist nun überhaupt Ordnung? Viele Frauen würde es entrüstet von sich weisen, wenn man sie unordentlich nennen wollte, obwohl sie es sind, denn die Ordnung im Haushalt erstreckt sich nicht nur auf die Dinge, die dem Besucher zufällig ins Auge fallen. Was würde manche Hausfrau für entsetzte Augen machen, wenn ein Besucher einmal, anstatt brav auf dem sorgsam ausgebürfteten Sessel im „guten Zimmer" sitzen zu bleiben, den Küchenschrank öffnen wollt«, um dort ein wüstes Tohuwabohu von Tellern, Tassen, Schüsseln, Gläsern und allen möglichen anderen Hausgeräten zu finden, das einfach nach
Hcustöchter.
Die Stellung der Haustochter fester zu umreißen unb das Charakteristische ihrer Arbeit herauszuheben, bemüht« sich die Frauenberufskommission des Katholischen Frauenbundes in ihrer letzten Sitzung. Die „Haustochter übt noch keinen „Berus" aus, sie steht vielmehr noch in ihrer Vorbereitungszeit, in der sie hauswirtschaftliche Kenntnisse zur Führung eines Haushaltes und gesellschaftliche Formen erlernen will und versuchen muh sich in einem anderen Lebenskreis als dem gewohnten heimischen Fa» milienkreiH einzufühlen und einzufügen.
Es ist zu unterscheiden zwischen dem jungen Mädchen, das nod) keinerlei hauswirtschaftlich« Kenntnisse hat, und jener Haustochter, die der Hausfrau schon eme gewiss« Entlastung bringt. Erstere soll man besser mit „Hauslehrtochter" bezeichnen. Zwar fit diese Ausbildung, falls nicht ein regelrechter Lehrvertrag für eine „häusliche Lehre" vorliegt, der auf 2—3 Jahre bindet, nicht der Weg, der zu einer berufsmäßigen Weiterbildung als geprüft« Hausgehilfin, Wirtschafterin oder Haus» hattspflegerin führt. Ob die Haustochter eine Vergütung erhält ober ob sie zu ihrer Ausbildung zuzahlen muß, richtet sich nach ihren Vorkenntnissen und der jeweilige.» Vereinbarung.
Die Vermittlung von Haustochterstellen ist noch wenig geregelt und bietet mancherlei Schwierigkeiten, wird doch das junge Mädchen ganz in die Familiengemeinschaft ausgenommen und nicht in ein bloßes Arbeitsverhältnis. Gewarnt mutz werden vor dem sehr zufälligen Weg über ein Inserat in irgendeiner Familienzeitschrift, wenn man nickt die Möglichkeit hat, sich gründlich zu erkun- digen. Zuverlässiger ist der Weg über die Arbeitsämter, deren Vermittlerinnen sich aus ihrer ganzen Erfahrung heraus für eine gute Unterbringung bemühen. Br.
Ich bin so nervös!
Es gibt Frauen, die fortgesetzt gereizt sind, die ee nicht über sich bringen, ihren Kolleginnen im Geschäft, ihrem Mann und ihren Kindern ein freundliches Wort zu gönnen, die stets mit einem mürrischen Gesicht durch die Welt laufen, sich selbst unb anderen zur Plage. Wenn man sie dann fragt, was ihnen fehlt, bann bekommt man sehr oft zur Antwort: „Ach, lassen Sie mich, ich bin so nervös"! Nervosität ist aber etwas ganz anderes, bet ben meisten Frauen kann man bas, was sie „nervös nennen, ebensogut auf bas Konto einer schlechten Er- Ziehung buchen, bie es verabsäumt hat, ben Menschen zu dem heranzubilben, was man einen Charakter nennt. Man läht sich einfach gehen, gibt sich gar keine Müh« eine vielleicht an sich vorhanbene seelische Depression zu überwinden unb glaubt, daß die lieben Mitmenschen gerade gut genug dazu seien, Launen und Griesgrämigkeit auszubaden. Die nervösen Frauen dieser Art sind ganz große Egoisten, denen man eigentlich mit aller Deutlichkeit sagen sollte, was man von ihnen hält. Die wirklich krankhaft Nervösen sind dankbar für jede Hilfe, die man ihnen angedeihen läßt, sie wissen ein gutes Wort und em freundliches Gesicht zu schätzen. Mit ein wenig mehr Selbstbeherrschung und Selbsterziehung wäre manche Frau, die sich womöglich selbst am allermeisten bedauert, sehr schnell von ihren „nervösen Zuständen" geheilt.
Dr. Inge Reute »Leipzig.
Die Frau in der Küche.
Schwarzwurzelgerichl. (Für 4 Personen, VA Std.) Zutaten: 500 Gr. mageres Schweinefleisch, 50 Gr. Butter, 1 Klg. Schwarzwurzeln, Wasser, Salz, Muskat, y Tasse saure Sahne, 1 Teelösfel Maismehl, 15 Impfen Maggi's Würze. Zubereitung: Das in Würfel geschnittene Schweinefleisch wird in der Butter kräftig angebraten, die sauber geputzten, sofort in Essigwasser gelegten, daumenlang geschnittenen Schwarzwurzeln und etwas heißes Wasser dazu gegeben. Nach ca. 1 Stunde, wenn alles gar ist, schmeckt man mit Salz, Muskat und der Sahne ab, verdickt die Soße mit Maismehl unb verfeinert bas Gericht durch 15 Tropfen Maggi's Würze.
Lied eines Mädchens zu einem Ende
Von Michel Becke r-Köln am Rhein Kaum weiß ich, wem du zu eigen. Wer dich trug unb wer dich hält, Doch ich muh mich vor bir neigen, Du bist Kündung mir der Welt.
Kleines Wesen, laß bie Hand Ruhen still in meinen Händen; Was an Wünschen ich empfand. Will sich bann zum Ziele wenden.
»u schenkst Ahnung mir der Reise Und du weitest meinen Sinn, Daß die Stunde ich begreife, Da ich selber Mutter bin . . .!
Vas wissen Sie von der Frühjahrsmode?
Noch ein paar Alodekips.
Von Herma Sende n-Wien.
Chinesische Frauen gründeten in Schanghai eine bie unter bem Namen „Frauenhanbels»
d Jchütte Dich, nimm täglich
urippe^^;
■ ■ mit antiseptisch wirk. Zusatz
tern erscheint, es gehört ja in einen Raum. Haben wir nicht die Farbe des Raumes, das Spiel von draußen und drinnen durch die weiten Fenster, haben wir nicht vor allem Blumen, Pflanzen und ihre Gefäßr zum Schmuck? Es entspricht unserem Empfinden mehr, statt mit toten Dingen uns zu umgeben, ein Stück lebendige Natur in unsere Wohnung hereinzulassen, nicht den einzelnen Gegenstand zu schmücken, sondern den Wohnraum.
Die „Modernen" heben sich gerne deutlich von bem modischen Geschnörkel ab durch eine klare, eindeutig« Form Wenn man aber ihre Schöpfungen ein paar Jahre lang verfolgt, merkt man, daß auch sie Moden unterliegen. Da gilt einmal nur die Würfelform, und alles wird da hineingepreßt, bann roieber bie geschwungene Form. Man sagt, das sei aus dem Material entwickelt, in Wahrheit ist es ein Formspiel. Charakteristisch für diese Art bes Modernen ist die Sprunghaftigkeit, mit der heut« bas, morgen jenes als bas absolut Richtige verfochten wird.
Zeigemäß ist, glaube ich, etwas anderes. Das ist bas, was ber wache, in der Zeit stehende Mensch für sich fordert. Das sind einfache Dinge, ohne Geschnörkel, Grundformen, an denen man sich nicht müde sieht und dl« man immer wieder ergänzen kann. Typisierung gewinnt da einen ganz anderen Sinn. Es stellt die erprobtesten Formen zusammen und schafft Stetigkeit in der Herstellung. An Stelle der schwer verrückbaren großen Möbel kleine, leichter bewegliche Stücke, mit denen man den Wohnraum immer neu sich gestalten kann.
„Modern" braucht unsere Wohnung nicht zu sein, aeU- gemäß muß sie sein.
Dr. Ludwig fHeunbörfer.
Linde-Wuppertal.
diesem Spiel gleich einige belehrenden Ausführungen über die „großen" Efienbahnen, bie dann beim nächsten Fa- milienausflug sorgsam auf ihre Richtigkeit nachgevrüft werden. Cs macht den Kindern Diel Svaß, die Funktionen des Lokomotivführers, — unsere Lokomotive war Großmutters alte K'eibertruh« — des Schaffners und bes Stationsvorstehers nachahmen zu dürfen.
Selbstverftändlich wurde auch mit Begeisterung „Zoologischer Garten" gespielt. Alle möglichen Tiere fanden gelehrige Nachahmer sowohl in Stimm«, wie in Bewegungen. Vater wußte bann auch so viel von den Tieren zu erzählen, er tos aus dem ledergebundenen „Brehm" vor, zeigt« bie Bilder und wenn wir in bte freie Natur kamen, bann freuten wir uns, wenn wir em Tier sahen, es mit Namen nennen oder gar einen fliege nben Vogel bestimmen konnten. Nur Mutters beites Zimmer durfte ordnungsgemäß zu diesem etwas lebhaften Spiel nicht benutzt werden.
Ein anderes Mal machte Vater herrliche Puppen! Ein Siock mit einem Kopf aus Lappen darauf befestigt, der mit Tinte ein prächtiges Gesicht bemalt bekam, das war alles. Aber diese Puppen wurden viel sorgfältiger behandell, mit viel mehr Siebe ausbewahrt wie jene anderen, die in ihrer ganzen eitlen Schönheit aus irgendeinem Spielwarenmagazin stammten.
Das sind nur einige wenig« Beispiel« wie der Herr Papa seine Kleinen unterhalten kann. Man versuche es nur einmal, sich mit ben Kindern auf diese primitive und billige Art zu beschäftigen. Ich möchte wetten, daß es dann auch bald heißt, wie in meinem Elternhaus „Hurra, Papa ist zu Hause" ... .1