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NILS

rt fror war? Willst du nun heute mit dem nassen Zeug Mais

Erich! Erich, je älter du wirst, je kindischer

pflücken?

dicken Spanier

es mir gut bei

sersport (Schwimmen und Rudern). Befähigte Lehrer und landwirtschaftliche Fachleute haben die Leitung und Führung. Ein besonders geeigneter Priester übernimmt die seelsorgliche Betreuung. DieSiedlerschule Haus Motgendorf" bietet somit die beste Gewähr erstklassiger Schulung und Bildung. Mancher ihrer Schüler wird an­schließend oder auch später Siedler, aber auch diejenigen, die daheim einen wirtschaftlichen Betrieb übernehmen können, werden dort in stärkstem Maße geistig und be­ruflich bereichert.

Die Jungbauern, die sich zum Besuch der Siedlerschuke bereit erklären, sind keineswegs verpflichtet, auch eine Siedlerstelle zu übernehmen. Die Kosten zum Be­such der Schule sind gering. Jeder Schüler zahlt monat­lich nur RM. 20.. Wegen dir Neueinrichtung und mancherlei notwendigen Umbauten (Wasser-, Wasch-, Bade- und Lichtanlagen) beginntdasSchulungs- jahr erst Anfang März 1931. Die Jungbauern werden von den Leitern der Schule auf der Reife ab Münster geführt. Für die Reife selbst wird 50 Proz. Er­mäßigung gewährt. Schluß des ersten Schuljahres ist am 15. Dezember.

Anmeldungen richte man recht bald an: Hochwürden Generalpräses Msgr. Ludwig Wolker, Düsseldorf, Jugendhaus, Schließfach 10118. (Prospekte sind dort er­hältlich!)

gründlich zu studieren und kennen zu lernen. Hier hat der katholische Jungmännerverband (Düs­seldorf) mit seiner Junglandbewegung einen ein­zigartigen Weg gewiesen und ermöglicht. Er erwarb im Siedlungsgebiet Mecklenburg den Herrensitz des Barons von der Kettenburg und richtete darin die

Siedlerschule haus Matgendors"

ein. Hier wird den katholischen Jungbauern geradezu eine erstklassige Gelegenheit gegeben, die Siedlungsoer- hältnisse unter bewährter Führung zu studieren. Das ge­schieht durch gemeinsames Mitschaffen in der umliegen­den großen Siedlung Matgendorf, Wüstenfelde usw., wie auch durch Fahrten und Besprechungen. Gleichzeitig bie­tet die Schule Möglichkeit, das Jahr in jeder Beziehung in bestem Sinne für den Jungbauern auszuwerten. Der eingefügte Unterricht dürfte den Lehrplänen bester Bau­ernoolkshochschulen gleich kommen. Landwirt­schaftliche Fragen allgemeiner und spezieller Art können praktisch angepackt und theoretisch behandelt werden. Die so notwendigen Dinge der Allgemeinbildung des bäuer­lichen Menschen werden weitergeführt. Für frohe jung­bäuerliche Geselligkeit wird Sorge getragen. Das herr­liche Heim (75 Räume), in dem die Teilnehmer wohnen, bietet beste Gewähr, dazu große Park-Gärtnerei-Anla- gen, Spielplätze, 20 Morgen See mit Fischzucht und Waj-

Die Zett erfordert es!

Aus dem Leserkreis desBlatt der Jugend" wird uns folgende zeitgemäße Mahnung mitgeteilt:

Immer ernster werden die Zeiten, immer höher steigt die Zahl der Erwerbslosen und damit die Ausgaben des Reiches und der Gemeinden. Ueberall werden berechtigte Klagen laut über die allzugroße Geldknappheit, die Die­len von uns nur noch den allernotwendigsten Lebens­unterhalt gestattet. Selbst das flache Land hat unter den Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise schwer zu leiden. Trotz alledem aber sind dieAnsprüche und die Sucht nach Vergnügen aller Art kaum je­mals größer gewesen als gerade heute. Epidemieartig wechseln Tanzvergnügen, Theatervorstellungen, Kaffee- Klatsch, Preisskatabende und bergt mehr einander ab, alles dazu angetan, nicht etwa, um den Mitmenschen dadurch ein wirkliches Vergnügen oder eine Erholung von den grauen Alltagssorgen zu bereiten, son­dern nur des persönlichen, des materiellen Vorteiles we­gen. Die Freuden solcher Erlebnisse sind meist nur von ganz kurzer Dauer, um so größer aber ist vielfach die Enttäuschung, die man anderen Tages bei klarem Kopfe erlebt, angesichts dessen, daß manbet Stimmung" etwas zu tief in den Geldbeutel gegriffen hat und nun dafür mit oder ohne Familie im Haushaltungsetat einen Pflock zurückstecken muh.

Seien wir einmal ehrlich und fragen uns, ob dies alles zeitgemäß und zur Hebung uyd Förderung des Ge­samtwohles dienlich ist. Innerlich sind doch wohl alle, welche die Schwere der Zeit richtig erkannt haben, da­von überzeugt, daß uns nur äußerste Sparsam­keit und Nüchternheit vorwärts bringen können. Wenn einer in der glücklichen Lage ist, von seinen Schät­zen etwas entbehren zu können, so gedenke er lieber ab und zu einmal seiner Mitmenschen, die durch unverschul­dete Arbeitslosigkeit in Not und Elend geraten sind. Des­halb kann man bei Bedürfnis ruhig ein Gläschen Bier trinken denn auch die Brauereien bilden einen Teil der deutschen Wirtschaft aber alles mit Maß und Ziel und zur gegebenen Zeit.

Inhaltlose Belustigungen und Festgelage müssen auf alle Fälle von der Bildfläche verschwinden und an deren Stelle Kameradschaft, Gemeinschaftssinn und Nächsten­liebe treten. Jeder einzelne muß, seinen Verhältnissen entsprechend, am Wiederaufbau des deutschen Vaterlan­des mithelfen, erst bann werden wir durch das Bewußt­sein erfüllter Pflicht die richtige und reine Freude ge­nießen können.

der Wert der Jugendgemeinschaft und die aufbauende Kraft in der Christengemeinde.

Den zweiten Tag der Tagung eröffnete Professor Dr. Demps, der bekannte Soziologe, mit seinem Referat: Die volkspolMsche Lage in Deutschland-.

Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Darle­gungen:

Nicht die Organifafionen sind die voikspoMischen Kräfte. An ihre Stelle müssen die einzelnen Stände, als die wahren Repräsentanten der einzelnen Bevölke- rungsschichlen, treten. Die einzelnen Stände, also der Bauern-, Bürger-, Angestellten- und Arbeiterstand, sind in dem wirklichen volkspolitischen Leben eines Staates notwendig.

In weiterem legte er die Ursachen der Krisen in den verschiedenen Ständen bar.

Die Krisis Im Bauernstände

begann mit der Verwendung des Kunstdüngers in der landwirtschaftlichen Produktion. Hieraus leitete sich auch die Zuvielproduktion, unter der die Landwirtschaft leidet, hauptsächlich ab. Wie können wir diesem Uebelftanbe ab­helfen? Der Redner sieht nur ein Mittel zur Abhilfe darin, daß die Bevölkerung aus den ungesunden Massen­städten heraussiedelt. Es muß gelingen, die Menschen aus den Städten wieder auf das Land zu bringen. Eine umfassende wirtschaftliche Umstellung muß Platz greifen.

Auch der

Nun setzte auch die Regenzeit ein. In der Nacht fror es öfters. Vielfach konnten wir vor Regen nur einige

Sorgen nm die West-Ost-Siedlung.

Die erste deutsche Siedlerschule eine katholische Einrichtung.

Mehr und mehr erkennt man allenthalben die große und vielseitige Bedeutung der West-Oststedlung. Die West-Ost-Siedlung ist tatsächlich eine Schicksalsentschei- düng unseres Volkes, viele Jahrzehnte werden wir um sie ringen müssen. Sie ist in bestem Sinne des Wortes: nationalere t. Primär ist sie heute eine Aufgabe des Bauernstandes. An ihrem Gelingen oder Ver­sagen dürste sich auch wohl sein Schicksal entscheiden.

Erfreulich ist, daß man den Weg zum Osten er­leichtern will. Wie wertvoll wird es sein, daß un­sere katholischen Jungbauern fortan Gelegenheit haben, im Siedlungsgebiet die ganzen Probleme und Eigenar­ten der Siedlung, wie auch die dortige Wirtschaftsweise

*) Wir entnehmen diesen Notruf eines arbeitslosen Ge­sellen demK o l p i n g s b l a t t", der Zeitschrift des ka­tholischen Gesellenvereins.

-och noch lebende Weib und riß sich die sicht.

Sie wurde gerettet, aber für den war dies eine sehr üble Sache.---

wirst du!" .

Ich lachte hell in den Morgen hinein, mein Freund, der alte Chefpilot, ebenfalls. So wußte uns der liebe, gute Oesterreicher öfters ungewollt aufzuheitem.

Schlimm erging es uns. wenn es die Nacht geregnet hatte. Unser Feuerungsmaterial bestand nämlich nur aus den abgedroschenen, vorjährigen Maiskolben, welche uns der Kontrakt ist mit dem Wagen herbeigeschafft hatte. Sie waren dann so naß, daß wir uns oft stundenlang vergebens bemühten/ Feuer anzufachen.

Unsere Hütte war so niedrig, daß wir hineinkriechen mußten, und ebenso eng. Wir konnten nur sehr wenig Feuerungsmaterial darin aufschichten, und selbst dieses zog nämlich wieder die Feuchtigkeit an. Holz gab es weit und breit Überhaupt nicht.

Als wir glaubten, nach einigen Wochen soviel ver­dient zu haben, daß wir die Reise nach Buenos Aires wieder wagen konnten wenn wir eine Strecke jumpten sagten wir dem Kontraktisten, daß wir die Arbeit nie­derlegen wollten.

In diesem Falle," entgegnete er, ,Fehe ich euch natürlich das ausgelegte Geld für die Herreise ab, außerdem zahle ich dann nur sechzig Centavo per «ack!

Wir mußten uns wohl oder über damit zufrieden geben.

Als wir am nächsten Morgen aufbrechen wollten^ kam der Kontraktist mit einem Wagen vorgefahren, zahlte uns statt sechzig Centavo siebzig Centavo pro Sack und sagte uns, wir konnten auf den Wagen steigen. Da er doch zur Station fahren mußte, wollte er uns mitnefjmen. (Fortsetzung folgt).

Die Arbeitslosen.

Wir stehen jeden morgen in der Reihe

Und holen uns den Stempel in das Buch;

Und jeden Morgen kommen wieder Neue. Ost tuen wir verstohlen einen Fluch.

Das ist fürwahr ein jammervolles Leben, Mitunter werden wir es gänzlich leid;

Wir würden, statt zu nehmen, lieber geben, Und trügen gern das grobe Arbeitskleid.

Wir wissen manchmal nicht, was wir noch sollen, So leer und ohne Sinn ist unser Tag.

Was hilfts, daß wir in tiefster Seele grollen;

Es kommt doch alles, wie es kommen mag.

Das Geld, das wir vom Arbeitsnachweis holen. Das fassen wir mit einem Seufzer an;

Fast ist es uns, als hätten wir's gestohlen;

Wir haben doch kein Werk dafür getan!

Das ist's, woran wir alle heimlich kranken, Daß wir so jung sind und vom Staate leben.

Wir würden uns bedeutend mehr bedanken. Wenn er uns Arbeit, Arbeit könnte geben!

Joseph Blan k*).

Stunden am Tage arbeiten.

Außer uns waren noch etwa zehn Spanier und Ita­liener bei der Arbeit. Ein Kontraktist brachte uns alle, drei Tage Lebensmittel wie: Fleisch, Perba-Tee, Salz, Zucker und Kartoffeln. Kochen mußten wir selbst. Die Lebensmittel wurden auf Rechnung geschrieben.

Aber die Sache ging übel aus. Das Grundwasser stieg durch den dauernden Regen berartig, daß mich unsere Buden teilweise unter Wasser standen. Wir mußten viel Maisstroh hineinschleppen, um nicht des Nachts im Wasser zu schlafen. Doch das Stroh sog die Feuchtigkeit auf. Unser Nachtlager also war und blieb feucht.

Der Mais war m einer jämmerlichen Verfassung. Stellenweise war er überhaupt nicht gewachsen, so daß man oft die einzelnen Kolben suchen mußte. Außerdem hatten Rinderherden darin gehaust, und viele Stauben waren zu Boden getrampelt. Das Wasser stand stellen- wesse fußhoch.---

Der Oesterreicher, Heinrich Fiedler, war scheinbar schon zu lange in Südatnerika gewesen und hatte hier wohl auch besonders Schweres durchgemacht. Er sprach fast immer nur mit sich selbst. Dabei war es oft tragisch-komisch, wenn er feinen eigenen Erich be­schimpfte.

An einem Morgen es war noch halb dunkel verschwand Erich hinter unserer Wellblechhütte. Plötzlich hörten wir ein heftiges Geplätscher, als ob ein angeschossenes Krokodil im seichten Wasser tobte. Da­zwischen erklang cs laut und wütend:O Erich, du alter Essl! Wußtest du nicht, daß hier das Wasserloch

Mreskasimg der katholischen Zugend Deulschlands in Attenberg.

es nicht aus. Da tarn wieder das Verlangen nach gei­stigen Anregungen, nach Bildung und Wissen. So fuhr ich denn, mich im besten Einvernehmen von dem Kommissar verabschiedend, mit einigen ersparten Pesos nach Buenos Aires zurück.

Hier suchte ich zwei Monate vergebens eine mir zu- sagende Anstellung. Mein Geld ging wieder zur Neige.

Da traf ich eines Tages auf einer Arbeitsvermitt­lungszentrale meinen ehemaligen Fluglehrer Evers aus Deusschland Die Usberraschung und Freude war beider­seitig groß, trübte sich aber etwas, als wir erfuhren, daß es einem wie dem anderen gleich schlecht ging. Das gab ein langes Erzählen. Zum Schluß sagte ich Evers, daß ich beabsichtigte, wieder auf den Kamp zu gehen, um die Maiserte mitzumachen.

Der Flieger überlegte einen Augenblick und erklärte barm schnell entschlossen: ,,Jch gehe mit! Ich muß mit! Hier in der Slabt verhungere ich buchstäblich!"

Wir trafen bann noch einen Oesterreicher namens Fiedler und verdingten uns zu dreien als Maispflücker für eine Estanzia im Süden der Provinz Buenos Aires. Man wollte uns 70 Centavo für den Sack zahlen, wenn wir die ganze Ernte durchhielten, sonst nur 60.

Ein Deutscher, der auf der Offizina zugegen war, sagte uns, er wäre auf der Reife nach Deusschland und kenne die Estanzia, wo wir Mais pflücken wollten sehr gut. Wir könnten dort von Siedlern jeden Tag frische Milch bekommen, und der Mais stände ausgezeichnet.

Allo fuhren wir hin Allein die Estanzia haben rott nie gesehen, da die Maisfelder so weit davon entfernt lagen. Wir wohnten unter schräg zusammengestellten Wellblechen mitten im Kamp. Don Siedlern keine Spur.

Als jumpet, "flieget und jaget in Süd-Ametlla.

9] Von Bernhard Schroeder-Wiborg.

Sechs Wochen war ich bereits in der Eskadron, als ein irrsinniger deutscher Schmiedemeister eingeliefert wurde Er wurde zu zwei anderen Geisteskranken in einen Rancho auf dem Polizeihof gesperrt. Die Be- Handlung dieser armen Menschen war so furchtbar, daß ich mich dagegen empörte und eine Beschwerde an bei Kommissar richtete. Hierdurch schaffte ich mir natürlich Feinde.

Einer wahnsinnigen Französin ging cs ebenso wie m Deutschen.

Gelegentlich einer Wache, die ich nn Krankenhause einem an das Bett gefesselten, kranken Unterfu« igsgefangenen halten mußte, erlebte ich auch einen

anderen Fall.

Ein Auto hielt vor dem Krankenhaus, und man brachte eine todkranke, scheinbar schon im Sterben lie­gende Frau herein. Der Wärter, ein wohlbeleibter Spanier, ließ die Person gleich in das Sterbehaus brin­gen. Als nach zwei Stunben der Krankengehilfe er­schien und den Wärter bat, er möchte ihm die Tote zeigen, von der er ihm gesprochen hatte, gingen sie beide in die Totenhalle. Da lag nun das schwerkranke, aber - _ Laken vom Ge-

Trotz aller Widerwärttgkeiten gefiel

der Polizei, jedoch länger als vier Monate hielt ich

Bfirgcrffanb

steht in einer schweren Krise. Viele, die die Zeit des Bürgertums für abgeschlossen ansehen, sind in einem großen Irrtum befangen. Auch bas Bürgertum wird weiterhin im Volksleben feinen einschneidenden Einfluß behalten. Im Laufe der letzten Jahre haben jedoch ge­rade in diesem Stande gewaltige volkspolitische Umschich­tungen stattgefunden. Aus den verschiedenen Ständen hat sich der

Stand der Angestellten

herauskristallisiert. Gerade dieser Stand ist nach den Worten des Redners leicht zu radikalisieren, da auch er, genau wie der Arbeiterstand, sich in feinem Einkommen bedroht fühlt.

Der Arbeiterstand

ist eines der wichtigsten Glieder im Volksganzen. Wenn man bedenkt, daß ein Volk in sich nur ein Ganzes, ein Unzertrennbares bildet, so ist es Unsinn, im eigentlichen Sinne, bezüglich der Wertung, von einem vierten Stande zu sprechen. Es muß gelingen, in Hinsicht auf das Volks­ganze, diesem Stande sein eigenes Standesbe- wußtsein nicht Klassenbewußtsein beizubringen. Von Wichtigkeit ist dabei die restlose Anerkennung dieser Bevölkerungsschicht als vollgültiges Glied des Volksgan­zen durch sämtliche anderen Stände.

Der Redner kam in seinen weiteren Ausführungen auch auf das

Arbeltstofenprobtem

zu sprechen. Den wahren Grund sieht er in dem unauf­haltsamen Prozeß der Technik. Wir müssen jedoch im Stande sein, diese lawinenhafte Bewegung in richtige Bahnen zu lenken. Auch bei diesem Problem sind wir durch die wirtschaftlichen Zusammenhänge eng verbunden.

In politischer Hinsicht ergibt sich aus all diesen Fra­gen, daß auch die Spannungen unter den Ständen psychologisch verwurzelt sind. Trotz aller sozialen (Ein­teilung ist jedoch der Klassenstaat unbedingt abzulehnen. Denn eine falsche Ideologie Übersicht die Solidarität der Stände.

Da gerade auf volkswirtschaftlichem Gebiet die An- ichten über die allgemeingültigen Wege auseinander» , gehen, so waren die Ausführungen Professor Dempss der Anlaß zu einer überaus regen Aussprache.

Im weiteren Verlauf der Tagung nahm Generalsekre­tär Dr. I. Nattermann-Köln das Wort zu seinem Thema:

«Die volkspolikische Aufgabe katholischer Jugend-.

Seine Ausführungen, die wohl den Höhepunkt der Tagung darstellten, legten noch einmal die grundlegenden Aufgaben katholischer deutscher Jugend klar. Er umriß in knapper, prägnanter Form die Tätigkeit der einzelnen Bünde und Verbände in volkspolitischer Hinsicht, zeigte die Methoden, die zur Erreichung dieses Zieles beitragen. Er stellte das

Symbol des heldenhaften

gerade für die katholische Jugend in den Vordergrund, dessen Verwirklichung vielleicht in den letzten Jahren etwas vernachlässigt worden ist. Neue Kräfte müssen aus dem bodenständigen Verwurzeltsein gewonnen werden, aus dem Blut, dem nationalen Empfinden bet Ab­lehnung aller nationalistischen Ueberspitzungen. Die Dar­legungen des Redners waren Grund zu einer überaus lebhaften Aussprache.

Innerhalb der Tagung berichtete ferner Generalprä- fes Monsignore Dr. Wo 1 ker über die Tätigkeit der ein­zelnen Verbände.und Bünde der Katholischen Jugend Deutschlands. Es ergab sich, daß mannigfache Arbeit ge­leistet worden ist. Um nur eines herauszugreifen, sei berichtet, daß 220000 Mitglieder der einzel­nen Verbände in der DIK sportlich tätig sind. Die Führerring-Tagungen waren jedoch noch nicht vollbefriedigend. Doch hofft man auch hier bald wieder zu einem guten (Ergebnis zu kommen.

Dr. Walter Hensel vom K. 23. setzte die Tagung mit seinem Vortrag:

Die katholischen Studenlenverbände ihre Ausgabe Iti Hochschule und Bolt

fort. Seine Erörterungen zeigten, wie überaus reichhal­tig die Arbeit in den Studentenverbänden ist, und welche Aufgaben ihrer nach harren.

Das Korreferat hatte Erich Reisch übernommen. Er sprach über

«Das neue Skudenkenkum-.

Seine Grundgedanken waren ungefähr folgende;

Mit der Revolution ha« sich die Stellung der deut­schen Universität soziologisch und politisch einschneidend geändert.

So wie die Stellung des Offiziers zum Volke eine andere geworden ist, mit der die des Studenten -Iten Stils schicksalhaft verbunden war, so ist die Einstellung des neuen Studenten was jedoch heute noch teilweise verdeckt wird eine entschieden andere geworden. Dem deutschen Idealismus" der Universitäten entsprachdie deutsche Realpolitik" mit dem entscheidenden Einfluß der Militärs. Für die Universität war die beherrschende Stellung der philosophischen Fakultät bezeichnend. Die Wissenschaft war das entscheidende Prinzip der Bildung. Diese neuzeitliche humanistische Bildung schied die Kaste der Gebildeten vom Volke ab. Das Ende des Krieges bedeutete nicht nur, daß das V e r s a g e n der S t a a t s- führung offenbar wurde, sondern auch die unge­rechtfertigte Hegemonie der Wissen­schaft. Das Götzenbild der absoluten Wissenschaft ist gestürzt.

Es setzte nun ein neues Stubententum ein. Es lebt aus einer veränderten Wertung der Universität und einer veränderten Wertung des Volkes. Nicht mehr läßt es den Gegensatz vonvolksfremder Bildung" undbildungsfremdem Volke" gelten. Auf katholischer Seite wird deutsches Nenstudententum zum erstenmal in der sozialstudentischen Bewegung Dr. Son­nenscheins spürbar. , .

Die Ausführungen des Redners, die in der anschlie­ßenden Aussprache sehr umstritten waren, schlossen die Referatenreihe der Tagung.

Generalpräses Wolker schloß die zweite Jahresver­sammlung mit herzlichen Dankesworten für die Arbeit der einzelnen Verbände und Teilnehmer der Tagung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das junge Gebilde der katholischen Jugend Deutschlands ein immer festeres Gefüge erhalte, zum Besten des katholischen Volkes und zum Nutzen des gesamten deutschen Volkslebens.

Rudolf Koch.

VerantworNich fürDas Blatt der Jugend": Dr. oee. publ Joseph Sauer» Fulda.

Am 23. Januar versammelten sich die verantwort­lichen Führer der katholischen Jugend Deutschlands zu ihrer diesjährigen 2. Jahrestagung in Haus Altenberg. Generalpräses Monsignore Dr. Wolker begrüßte die Führer und Vertreter der einzelnen Verbände und be­tonte, daß die herrschende Not die katholische Jugend be­sonders dazu zwänge, sich mit den gewaltigen, volkspoli­tischen Fragen auseinanderzusetzen.

Als erste der Referenten ergriff Frau Ministerialrat Dr. H. W e b e r, M. d. R., das Wort zu ihrem Thema:

«Die Frauenjugend im Volk-.

Sie führte u. a. folgendes aus:

Die Bedeutung der Frauenjugend hat in unserer Zeit besonders zugenommen.

Zwei Millionen Frauen in Deulfchland sind gezwungen, sich durch Berufsarbeit ihren Lebensunterhalt zu ver- dienen.

Gleich einem gewaltigen Schicksal ist dieses Los über die Frau hereingebrochen. Eine große Umschichtung in sozialer Hinsicht kann man in der Frauenwell feststellen. Das Geborgensein in der Familie schwindet immer mehr dahin. Sie berichtete, wie sich ein Typ der Frau her- ausbilde, der in resoluter, nüchterner Art die schnelle und sichere Bereitschaft auf das Leben gefunden hat. Diese nüchterne Art, den Aufgaben des Lebens ge­genüber zu stehen, birgt vielleicht die Gefahr in sich, daß em gewisser feiner Hauch, der gerade doch die Frau in ihrer Lebensauffassung umgibt, verloren geht. Alle diese Dinge hängen jedoch von der Familie und dem Umkreis ab, in dem sich das junge Mädchen befindet. Frauliche Arbeit da jene so oft gefordert wird ist jedoch nur schwer zu umgrenzen. Bei all diesen extremen Strömun­gen und in der Beurteilung dieser Fragen muß man gerade

das positive in der neuen Entwicklung der Frauen­jugend

sehen. Auch in den Familien muß den Gegebenheiten Rechnung getragen werden; in der Unmöglichkeit, bei zwei Millionen Frauenüberschuß e i n e E h e z u s ch 1 i e ß e n, ist ein Ruf Gottes zu sehen.

Zu dieser Neugestaltung des Frauenlebens sind neue Methoden und Ansätze der Mädchenbildung notwendig. Verschiedene Ansätze liegen im religiösen und kirchlichen Gemeinschaftsleben, in den Jugendgemeinschaften, in der neuen Form des Beisammenseins der jungen Frau und des jungen Mannes, in der Bewertung der Aufgabe der berufstätigen Frau auf der Arbeitsstätte durch den Mann. Ferner trägt die Verantwortung, die die Frau im politischen Leben durch soziale Aufgaben übernimmt, zur Erreichung des Zieles der Volkwerdung, dessen Vorhandensein Frau Helene Weber bezweifelt, dazu bei. Neue Wege zu diesem Ziele sind ferner eine genaue Kenntnis, Achtung voreinander und eine gewisse Weltoffenheit. Es muß uns ge­lingen, diese so wichtigen Dinge zu lösen, wollen wir ein wirkliches Volk werden und soll die katholische Jugend und überhaupt die Jugend ihre Ausgabe im Staatsleben erfüllen.

Die anschließende Diskussion leitete Frl. Josepha Hüt­tenmeister. Es wurde eine Reihe von Fragen erörtert, u. a. die Bejahung des Arbeitsschicksals, die Frage nach der neuen Methode in der Erziehung der Frauenjugend, die Stellung des jungen Mannes zur berufstätigen Frau,

Nr. 28

Beilage zur Fuldaer Zettuug