58. Mrg
Mittwoch, 4. Februar 1931
Ar. 28
Auch die neue Parlaments
der Aglkationsmöglichketten
In Erwartung der Kanzlerrede.
Dr. Brüning wird am Donnerstag die Beratung des Reichs- Haushalts einleiten. — Anfangs nächster Woche findet im Reichstag die Debatte über die Autzenpolitik statt. — Die Beschränkung
Brafilien noch unruhig.
Die Verhällnisse in Brasilien haben sich noch immer nicht konsolidiert. Der Times-Korrespondent in New Port weiß zu melden, daß der Gegensatz gegen die provisorische Regierung Brasiliens, der in einigen der nördlichen Staaten seit dem Sturz des Präsidenten Dr. Washington Luis im Oktober v. Js. latent ist. im Staate Piauhy tat- sächlich zu einem offenen Auf st and geführt hat. Ein Marineoffizier, der von der provisorischen Regierung zum Kommissar dieses Sraa- tes e na n und mit ausgedehnten Ma tbefug issrn auf dem Gebiet der Verwaltung und Gesetzgebung ausgestattet wordZn war, ist durch einen Staatsstreich der Staatsmiliz ab gesetzt worden. Die eifersüchtige Abneigung gegen die Bundesregierung, die in den nördlichen Staaten herrschte, wurde anscheinend dadurch auf die Spitze getrieben daß der Norden glaubt, bei Zuweisung maßgebender Beamtenstellen vernachlässigt worden zu sein. Der Korrespondent fügt hinzu: Die entscheidende Rolle bei der gegenwärtigen Lage wird wahrscheinlich General Iuarez Tahora spielen, der im Norden besonderes Ansehen genießt. Tavora war bei dem Aufstand gegen die Regierung Washington Luiz' hervorragend beteiligt. Im neuen Kabinett hatte er das Verkehrsministerium übernommen, dieies aber bereits nach einem Tage wieder aufgegeben, um nach dem Norden zurück'u- kehren. Jetzt scheint die Regierung den General ersucht zu haben, die nördlichen Staaten ’u beruhigen und sie zur Unterstützung der Bundesregierung zu veranlassen.
Gewisse Infektions-Bazillen, die in europäischen kirnen Verheerungen anrichten, sind auch nach Kleinasien gelangt. Unter der heißen sonne die- ses Landes scheinen sie besonders schlimm zu wüten.
In Ergänzung sei mitaeteilt, was die „Kölnische Volkszeitung" über den Landbund schreibt:
Keine Regierung hat soviel für die Landunrt- ichaft geleistet wie das Kabinett Brüning. In zahllosen Kabinettssrtzungen Und die landwirtschaftlichen Probleme beraten und Maßnahmen beschlossen worden, die der agrarischen Not steuern tollen. Den Dank für diese Anstrengungen hat heute der Reichslandbundtag der Reichsregierung in seiner Art abgestattet. In den Versammlungen des Reichslandbundes und seines Vorgängers, des Bundes der Landwirte, hat man bisher immer in Superlativen geredet. Dor dem Kriege wurde aus diesen Kreisen die Drohung laut, man würde unter die Sozialdemokraten gehen. Es fiel in einer Versammlung des Bundes der Landwirte im Zirkus Buch auch die berühmte Wendung: „Die Minister können uns was anderes." Die Minister des Reiches und Preußens, die auf der heutigen Tagung des Reichslandbundes im Zirkus
Preußischer Landtag.
Der Preußische Landtag setzte am Montag die allgemeine Aussprache zur zweiten Lesung des Wohlfahrtshaushaltes fort. Die Sprecher der Fraktionen behandelten dabei vor allem die Kapitel Jugendpflege und Wohnungswesen. Frau Wochenheim (Soz.) forderte u. a. Modernisierung der Fürsorgeerziehung auch durch gute Ausbildung der Erzieher und besondere Heime für Schwererziehbare und Psychopaten. Abg. Hein (Dnt.) meinte, daß nur durch Beseitigung der Ursachen der Arbeitslosigkeit, nämlich des Tributplans, des Raubes deutschen Gebietes im Osten sowie der Kolonien und der Zerstückelung der deutschen Wehrmacht die Arbeitslosigkeit behoben werden könne- Frau Dr. L a u e r (Ztr.) bezeichnet die Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen als das Herzstück der Wohlfahrtspflege und trat gegen die Kürzung der Unterstützung der privaten Wohlfahrtspflege ein. Abg. Schulz-Neukölln (Komm.) zog sich einen Ordnungsruf zu, als er von der Koalitionsbande sprach, die den erbärmlichen Wohlfahrtsetat des Vorjahres von 38,5 noch weitere auf 36,3 Mill. Rm. reduziert hätte. Abg. Wurm (D.Vp) trat für die Interessen des Hausbesitzes ein. Abg. Mentz (Wp.) behauptete in einer schar- fen Polemik gegen die öffentliche Wohnungspolitik. daß es keinen Artikel der Weimarer Verfassung über das Privateigentum gebe, der nicht durch die heutigen Regierungsmethoden verletzt worden wäre. Aba. Hoff (Stp.) entgegnete dem Vorredner, daß Preußen feit 1924 über eine Million neuer Wohnungen erstellte, wodurch gerade dem Mittelstand dankenswerter Weise Derdienstmög- lichkeiten geschaffen wurden.
Damit war die allgemeine Aussprache beendet.
Monatlich 1 80 einschließl Postgebühr ,48 Pig, ohne riuiiellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Hol.) lokal 0.15 RM auswärts 0.20 RM Reklawezeile. lokal 0.60 RM , auswärts 0.80 Bei Wiederholungen Rabatt Postschecks Frankl a M 4051
’ * Die Regierungskommission des Saargebiets hat dc Verlängerung der Amtsda»er des Landesrates um ein weiteres Jahr beschlossen.
» Ein Versuch auf Umwegen? Nach neuerlichen „offiziösen" Erklärungen soll in Berlin keine „I n- t e r n a t i o n a l e d e r G o t t l o s e n" errichtet werden. Nicht die Organisation der bolschewistischen Gottlosenverbände aus Moskau soll sich demnach in Berlin niederlassen wollen, sondern die Aufmachung einer neuen Organisation sei geplant, ausgehend von der kommunistischen Opposition in der „Internationale der proletarischen. Freidenker". Diese Organisation will unter dieser Fir- mierung sich auftun. Auch ihr gegenüber betonen wir nachdrücklichst unseren Standpunkt, daß wie Mittel und Wege gesunden werden müssen, um ein weiteres Sich-Ausarbeiten des Kulturbolschewismus unmöglich zu machen. Dazu bedarf es der geschlossenen Abwehr aller christlichen Konfessionen.
Nach fast Lmonatiger Pause wehen am Dienstag vormittag zum ersten Male wieder von den 4 Ecktürmen des Reichstagsgebäudes die Fahnen, die den Zusammentritt des Plenums ankünden. Schon in den frühen Vormittagsstunden herrschte im Reichstag reges Leben. Fast alle Fraktionen hatten Sitzungen anberaumt, um die Vorbereitungen für die kommende Plenartagung zu treffen. Von Ausschußsftzungen hat man daher den Dienstag freigelaffen.
Um 10 Uhr war der Aeltestenrat zu einer Sitzung zusammengetreten, in der ein Plan für die nächsten Plenarsitzungen festgelegt wurde.
Die Plenarsitzung beginnt um 3 Uhr nachmittags. Es stehen nur kleinere Gesetzesvorlagen auf der Tagesordnung.
Wie wir erfahren, wird der Reichskanzler die Beratung des Reichshaushalts am Donnerstag beim Etat der Reichskanzlei mit einer Rede einleiten. Der Kanzler wird darin die Hoffnung ausdrücken, daß es gelingt, den Reichsetat auf dem ordentlichen parlamentarischenWege zu verabschieden. Er wird weiter mit Genugtuung der Bemühungen des Reichstages gedenken, sich durch die Aenderung der Geschäftsordnung arbeitsfähiger zu machen. Darüber hinaus kann man aber annehmen, daß Dr. Brüning dem Reichstag auch diesmal keinem Zweifel über die Festigkeit des Standpunktes der Regierung lassen wird.
Die Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstages wird, wenn der zuständige Ausschuß bereits am Dienstag mit feinen Beratungen fertig wird, schon in diesen Tagen als Initiativ- Antrag vorAelegt werden. Im übrigen werden die Verhandlungen des Parlaments an den zwei ersten Tagen mit kleineren Vorlagen ausgefüllt werden. Man rechnet auch mit langen und zugespitzten Geschäftsordnungsdebatten, da die radikalen Parteien sich zweifellos gegen die Beschränkung ihrer Agitationsmöglichkeiten wehren werden.
Am Dienstag nächst er Woche beginnt die große außenpolitische Aussprache.
Dynamit auf der Strotze.
5 Personen durch eine Explosion getötet.
17 Schwerverletzte.
wtb. Tegucigalpa (Honduras), 3. Febr. (Eig. Meld.) Hier ereignete sich auf der neuen Autostraße, in der Nähe von Danli, eine Tynamit- explosion. 5 Personen wurden getötet, 17 wurden schwer verletzt. Nähere Nachrichten liegen noch nicht vor. _________
• Erhöhte Sterbeziffer infolge der Grippe- Epidemie in Madrid. Im Januar 1931 lag Zahl der Sterbefälle in Madrid um 781 hoher als im Januar 1930. Diese Erhöhung der Sterblichkeitsziffer wird auf die hier herrschende Grippe- Epidemie zurückgesührt.
Periode findet ein entschlossenes Kabinett. — Die Parlaments tagung dauert vorausfichtlich bis zum 28. März.
Ein kräftiges, aber notwendiges Vorl.
Der Reichslandbund hat die Demagogie überspannt. — An die Not, die mit Reitervereinen und Prinzen im Zirkus Busch sich kundtun will, wird niemand glauben. — Kurzsichtige Politik, von der aber gewisse Kreise sich niemals sreimachen werden, weil sie die rauhe Wirklichkeit nicht kennen.
Türkische «Abrüstung-.
Es gibt kein Hindernis, warum die Frauen nicht Soldaten werden sollten.
wtb. Smyrna, 3. Febr. (Eig. Meld.) In einer Rede in einer hiesigen Mädchenschule sagte der Präsident der Republik: Grundlose Vorurteile verhindern die Frauen, militärischen Dienst zu tun. Heute wollen die Frauen aber auf glet- ck-em Fuß mit den Männern stehen. Jedes Recht bringt auch eine Pflicht mit sich und nicht die geringste dieser Pflichten gegenüber dem Staat ist die militärische Dienstpflicht. Es gibt kein grundsätzliches Hindernis, warum die Frauen nicht Soldaten werden sollten.
Zu der gestern hier schon gekennzeichneten Demonstration des in erster Linie von den ostelbischen Großagrariern geführten Landbundes wird uns von befreundeter Seite aus Berlin ge f ch ri e b en:
Am Sonntag haben in Berlin die Reichsland- bündler getagt' und der Regierung Brüning schärf st enKampf angekündigt. Damit wir über die seelische Rot, aus der heraus die Haltung der ostelbischen Großgrundbesitzer entsteht, ganz im Bilde sind, wollen wir ein paar Sätze aus dem Bericht anführen, den der „Berliner Lokal-Anzeiger" Dr. Hugenbergs über die Versammlung im Zirkus Busch veröffentlicht: „Eine Massenversammlung des deutschen Bauerntums und Nährstandes mit ihren Führern aus Nord und Süd und Ost und West; in der Loge der Kronprinz . . . Die Zirkusbühne mit dem grünen Bundesbanner wird flankiert von zwei Riesenbannern in den alten Reichsfarben." Wir nehmen an, daß es den bäuerlichen Reitervereinen und den Abordnungen des Junglandbundes, von denen weiter die Rede ist, und die zum Zeichen der Rot mit schwarz umflorten Fahnen erschienen, schlechter geht als dem Kronprinzen, der seinerzeit bei der Abfindung der Hohenzollern nicht schlewi gefahren und außerdem der Sohn eines für heutige Verhältnisse grotesk reichen Vaters ist. Aber wenn es ihnen schlecht geht — Trauerflore pflegt man unter geschmackvollen Menschen trotzdem nur für Todesfälle herauszuholen — so sollten sie sich erst recht davor hüten, so aufzutreten, al- wären sie die einzigen in Deutschland, d i e Not leiden. Es soll auch 4 Millionen Arbeitslose geben, die sich nicht einmal ts leisten könnten, den Zirkus Busch für eine Kundgebung zu. mieten und die, wenn sie über Pferde verfügten, si-e bestimmt zu anderen Zwecken verwenden würden, als in der Arena vor dem früheren Kronprinzen zu paradieren. Schon Reichskanzler Brüning hat in einem anderen Zusammenhänge darauf aufmerksam gemacht, daß man für die von ihm geplante große Osthilfe schließlich auch der Zu st immun des Westens bedarf. Wenn aber die Ju n k e r, die no ch n i e m a ls, so lange wir uns erinnern, zufrieden gewesen sind, jetzt anfangen unverschämt zu werden und Brüning Halbheiten, Mißerfolge und tönende
Busch Gegenstand heftiger Angriffe waren, mögen ich mit dieser historischen Erinnerung trösten.
Ihre Amtsvorgänger im kaiserlichen Deutschland ind vom Bund der Landwirte nicht besser behandelt worden. Die ganze heutige Tagung des Reichslandbundes war auf Kamps eingestellt Schon die Entschließung, die gestern der Bundesvorstand gefaßt hatte, greift die Reichsregierung in der ungerechtfertigtsten Weife an und beschuldigt dann „händlerische und exportinüü- trielle Jnteressente n", die Rot der Land, wirtschaft verschuldet zu haben. Derselben Reichsregierung, deren Chef soeben von einer langen an- trengenben und, wie objektive Beurteiler zugeben ehr nutzbringenden Reist durch den deutschen Dften zurückgekchrt ist, wird vorgeworfen, sie 'ässe edes Verständnis für den gefährdeten Osten vermissen.
Der Hauptvortrag des Präsidenten des Reichslandbundes, des Grafen Kalckreuth, enthielt zwar die Feststellung, daß das Kabinett manches '> die Erhaltung der deutschen Landwirtschaft getan habe, doch sei der Erfolg ausgeblieben. Auch Graf Kalckreuth griff den Reichsverband der Deutschen Industrie scharf an. Ebenso bekam auch Reichs- ernährungsminister Schiele sein Teil ab. Es entwickelte sich eine Art Weckselgefpräch zwischen Redner und Versammlung. So stellte Graf Kalckreuth vathetisch die Frage, ob bei dem angeblichen Verogen für die Rettung der Landwirtschaft Schicksal oder Schuld vorliege. Der Chor der Versammlungsteilnehmer antwortete darauf: „Infame Schuld". Als der Name Schiele erwähnt wurde ertönten Rufe: „Der ist ein Versager." Von Schiele aing es dann wieder zur Gesamtregierung. Abermals konnte Graf Kalckreuth nickt umhin, den guten Willen des Reichskanzlers festmstellen. Der feste Wille wurde von dem agrarischen Redner in Zweifel gezogen. Burdi Tatsachen notwendig gewordene Zugeständnisse an die sachliche Arbeit der Regierung wurden gleich wieder durch heft'ge Angriffe auf das Kabinett gnsgeglichen.
Diele Kampfansage eines Teiles der organisier- ten Landwirtschaft kommt in einem Augenblick, in dem die Regierung mit den Vertretern der Grünen Front sich über einen Gesamtplan zur möglichsten Hebung der landwirtschaftlichen Krise geeinigt hat. Die Vertreter der östlichen Landwirtschaft, die heute im Zirkus Birich das große Wort hatten, haben der Sache der Landwirtschaft einen schlechten Dienst e r- wiesen. Immer wieder hat fick Reichskanzler Brüning bemüht, bie agrarischen Fragen aus der vergifteten Atmosphäre der partewofftischen Diskussion herauszunehmen und sie auf eine rein sachliche Grundlage zu stellen. In diese Bemühungen trägt der Reichslandbund erneut einen scharfen Kampfruf hinein. Vergebens waren auch die ver- ftänbigen Mahnrufe des Reichsernährungsmini- sters Schiene im Haushaltsausschuß des Reichstages zur Besonnenheit und zu der Ueberlegung. daß dis Agrarnot nur behoben werden könne im Rahmen unserer Gesamtwirtsckast. Der Reichslandbund hält es aber für richtig, die Industrie auf das schärfste anzugreifen, die sich bemüht, den Exvort zu heben und damit neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Ein kaufkräftiger Innenmarkt ist schließlich eine Lebensirage für die deutsche Landwirtschaft, die ihre Produkte in der Haupt- 'ache doch nur im Jnlande absetzen kann. Unbekümmert um die nachteiligen Folgen für die Gi- strntwirtschaft erhebt aber der Reichslandbund ganz einseitige Forderungen, die notgedrungen die Industrie zur Gegenwehr aufrufen müssen, weil sie bie heute geforderte völlige Erschütterung unserer Handelsvertragspolitik nickt ausMjalten kann. Und was viel schlimmer ist: Der Reichslandbund mit seinen kriegeri- kchen Tönen schafft neue Gegensätze zwischen Stadt und Land und erschwert ein vertrauensvolles Zn- ’ammenarbeiten. Wenn le de Berufsgruppe mit dieser schönen Rücksichtslosigkeit ihre Interessen vertreten will, wie es heute der Reichslandbund getan bat, bann wirb bald der Kampf aller gegen alle entbrennen und Deutschland der Jnteressenten- haufen werden, von dem der Reichsfinanzminister vor einiger Zeit warnend gesprochen hat.
Die Not der Landwirffchast wird kein Einsichtiger verkennen, und die Reicksregierung hat ja genügend gezeigt, mit welcher Aufmerksamkeit und Zorge fie die Entwicklung auf dem Lande verfolgt. Aber Patentlösungen, die mit einem Schlage Hilfe bringen, gibt es für die Landwirtschast ebenso wenig wie für die Industrie und für das große Heer der Erwerbslosen. Hier kann nur ruhige, zielklare und zähe Arbeit langsam Hilfe bringen. Die Leute vom Reichslandbund können od»r wollen das nufü einfeben. Sie erschweren die Rettungsarbeit, indem sie berecbhgte agrarische Forderungen mit par, teivolitffchen Wünschen und Hoffnungen vergu'cken und in die gegenseitigen Verhandlungen zum Ausgleich das Moment des Mißtrauens hineintragen Vieles, was heute im Zirkus Busch gesagt wurde war rein varteipolitisch und hat mit der Agrar- volitik nichts zu tun So stellte fick Herr von Oldenburg-Januschau gewiß mit einem Seitenblick auf den anwesenden früheren Kronprinzen a l s R o y a l i st vor, was doch nur i n b e- dingtem Zusammenhang mit der Landwirtsckaft stehen kann. Derselbe Redner beschuldigt Zentrum und Sozialdemokraten daß sie unser Vaterland ausgepluru dert hätten. Auf diese Weise will Herr von Oldenburg offenbar Freunde f ü r b l e 8 a n b. wirtschaft gewinnen. Der Not des Bauerntums muß gesteuert werden und die Rentabilität der Landwirtschaft wird ebenfalls unter allen Umständen roieberbergeftellt werden müssen. Nur mit den Methoden der A u f r e i z u n g, rote sie heute im Zirkus Busch beliebt wurden, ist es nicht zu schaffen. Es wird eme Zeitlang dauern, ehe die Sticklust der Zirkus-Busch-Atrno^phäre entgiftet ist. Den Schaden davon hat die Landwirt- schaft, und das haben mit ihren Kampfreden die Herren Gras Kalckreuth und von Oldenburg getan.
Jmmn noch Flieger-Zwischenfall.
wtb. Warschau, 3. Febr. (Eig. Meld.) Zum Fall Gruse veröffentlicht das Regierungsblatt Gazetta Polska folgende Mitteilung: Dar polnische Regierung hat ihrer Gesandtschaft n Berlin Auftrag gegeben, bet der llleichsregie- iung die Landung des deutschen Fliegers Hans Gruse zu erörtern und auf d.e Bewegung m der öffentlichen Meinung Polens hinzuwei.en, die durch die Ueberfliegung der polnischen Grenze durch einen deutschen Flieger hervorgerufen worden ist.
Worte vorwerfen, wenn sie mit einer Dreistigkeit für die man diesseits der Elbe wenig Verständni: bat, die sofortige und ungeschmälerte Durchführung des umsassenben Sanierungsprogramms des Reichslandbundes — wir zitieren wörtlich — fordern, so könnte der Fall eintreten, daß es westlichen Abgeordneten verdammt schwer fiele, der Osthilfe ihre Sympathien entgegenzubringen. Wer in Deutschland Not kennen lernen will, der braucht nicht im Zirkus Busch sich pommersche Reitervereine und ehemalige Prinzen anzusehen, der kann vielmehr am Rhein und an der Ruhr, wo schon mehr Elend aus- gestanden worden ist, als man sich im Reichslandbund vorstellen kann, allerlei Studien machen Der „Lokal-Anzeiger" benutzt als Sprachrohr Hugenbergs die Gelegenheit, für die deutsch nationale Fraktion zu werben und läßt deutlich genug durchblicken, daß sie selbstverständlich jederzeit bereit wären, für den Sturz des Ernährungs- minifters Schiele jede Mine springen zu lassen. Aber er darf sich gesagt sein lassen, daß es maßgebende Gruppen im Reichstag gibt, die eher den Landbund sich vor feinen Mitgliedern blamieren lassen, als daß sie das Kabinett Brüning in die Wüste schicken.
* Abschiebung arbeitsloser Einwanderer an» Argentinien. Die Argentinische Regierung wendet, wie bie Affoc ate Preß aus Buenos Aires erfahrt, »infdmeibenbe Mittel an, um der immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigke t entgegenzutreten So hat sie jetzt beschlossen, alle , e r wer bslosen Einwanderer in ihre Heimatdörfer abju» schieben. 2000 sind bereits abaeschoben worden. Tägl ch sollen je weitere 700 zurückgesandt werden.
Sie wird durch eine Rede des Reichskanzlers eingeleitet, der ausführlich über die Genfer Verhandlungen Bericht erstatten wird.
Das Plenum wird jetzt bis zum28. März ohne größere Pause durchtagen. Sitzungsfrei sollen nur die Tage vom 16. bis 18. und die Tage vom 9. bis 11. März bleiben.
Erschein! sechsmal wöchentlich Wochendeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152. Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
FuldaerZertung
Anzeiger für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblalt._____•