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58. Zahrg

Anläßlich der Reichs-

denFreiheitskampf".

In einer Kundgebung der Nationalsozialisten im Berliner Friedrichshain kam es zu schweren Schlägereien mit den eingeladenen Kommunisten.

Von den 3000 Perlonen, die im Saal anwesend waren, wurden mehr als 10 0 verletzt, davon viele so schwer, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten.

Verfammlungsverbol in Aachen

wtb. Aachen, 24. Jan. (Eig. Meld.) Die für heute abend anberaumte Versammlung der Natio­nalsozialisten im alten Kurhaus ist vom Poli­zeipräsidenten aus Sicherheitsgrün­den verboten worden. Die Vorkommnisse in letzter Zeit, heißt es in der Begründung, zwingen die Polizei, gegen die Störer der öffentlichen Sicher­heit und Ruhe außerordentliche Maßnahmen an­zuwenden. Aus diesem Grunde werden sämtliche politischen Versammlungen und Veranstaltungen unter freiem Himmel nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zugelassen.

Das Ergebnis der Geheimsitzung des Völker­bundsrats über die Einberufung der Abrüstungs­konferenz wird in der öffentlichen Sitzung des Völ­kerbundsrates in Form einer Entschließung vor­gelegt werden. Dieser Akt hat nur formale Be­deutung. Man hat sich darauf geeinigt, die Ab­rüstungskonferenz unmittelbar im'Anschluß an die Völkerbundstagung im Januar 1932 abzuhalten. Dieser Beschluß, für den sich insbesondere der deutsche Außenminister eingesetzt haben soll, wird hier in Genf für zweckmäßig gehalten. Cs ist schon seit einigen Tagen bekannt, daß der Rat dieses Mal nicht zu einer Lösung der Vorsitzfrage kommen würde. Die Frage ist nunmehr vertagt worden. Die Meldung, daß die Vereinigten Staa­ten den Wunsch geäußert hätten, den Präsidenten ,zu stellen, wird von amerikanischer Seite als un­richtig bezeichnet. Tatsache ist, daß im Völkerbunds­rate irgendeine Information, wonach die Vereinig­ten Staaten sich für den Vorsitz interessierten, nicht vorgelegen hat. Als Ort der Konferenz hat man Genf gewählt, allerdings unter dem Vorbehalt, daß die Stadt Genf noch genaue Mitteilungen über Unterbringiingsmöglichkeiten und die Räume, in denen die Konferenz und ihre verschiedenen Aus­schüsse tagen können, geben wird. Bei den Bera­tungen ist, wie man hört, zuweilen auch der Ge­danke diskut-e^ worden, die Wahl des Präsiden­ten ganz der Konferenz zu überlassen und mit der Vorbereitung em politisches Komitee zu betrauen. Diesem Gedanken, der von verschiedenen Gesichts- nunkten aus sehr bedenklich schien, soll namentlich Dr. Eurtius entgeoengefreten sein. Die politische Vorbereitung der Konferenz dürfte hauptsächlich auf dem gewöhnlichen^>iplomatischen Wege von Regierung zu Regierung erfolgen.

Der Völkerbundsrat hat, wie uns aus Genf meldet wird, in geheimer Sitzung beschlof- n, daß die Abrüstungskonferenz für den 2. ebruar 1932 einberufen wird. Was n Konferenzort angeht, so hat sich der Rat in ser Sitzung für Genf entschieden. Der Rat -,at weiter beschlossen, daß der Präsident nicht durch die Konferenz gewählt, sondern durch den Rat ernannt wird. Angesichts der Schwierigkeiten, die sich in dieser Frage auf der jetzigen Tagung er­geben haben, wurde beschlossen, die Wahl auf die M a i t a g u n g des Völkerbundsrates zu ver­schieben. Die technische Vorbereitung der Konfe­renz liegt in Händen des Generalsekretariats und des Berichterstatters für die Abrüstungsfragen im Völkerbundsrat. Die Abrüstungskonferenz findet im Anschluß an die Ianuartagung des Völker­bundsrats im nächsten Jahre statt. Diese beginnt am 25. Januar.

Einzelfällen", die Artikel 75 und 83 der Genfer Konvention verletzt habe, und daß der Rat hierfür seine Mißbilligung ausspricht. Weiter soll Zalcskr sich bereitgefunden haben, dem Rate auf der Mcn- tagung zu berichten, was gegen die schuldigen Per­sonen unternommen worden ist. Schließlich wolle er keine Einwendungen erheben, wenn der Rat verlange, daß die polnische Regierung die Zusage geben müsse, aufprivate Organisationen" Zaleski betrachtet den Aufständischenverband als solche Organisation einzuwirken, daß sie sich sol­cher Handlungen, wie sie den Aufständischen zur Last gelegt werden, enthalten.

I Erschein» sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen:Die Welt jTt* 2u «"L und,Buchenblätter- Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

I :: leitung »152, Fuldaer Aetiendruckerei 1150 und 1151. ::

man alles Wohl von der unbedingt notwendigen Minderung der Tributlasten erwarten wolle.

In dem Tempo, so betonte Dr. Brüning, in dem es gelinge, die wirtschaftlichen und finanziellen Sanierungsbestrebungen zum Erfolge zu führen, könnten wir auch außenpolitisch wieder freier, ak­tiver und erfolgreicher auftreten.

Die Selbstkosten der Industrie müßten weiter gesenkt werden, damit die deutsche Wirtschaft unter allen Umständen rechtzeitig den Anschluß an den Weltmarkt erhalte.

Als ein Unglück bezeichnete der Reichskanzler die Tatsache, daß der selbständige Unternehmer in den letzten Jahren immer mehr hinter den großen Konzernen zurückgetreten sei. Die Besorgnisse der sächsischen Industrie wegen der Zentralisierung des Geld- und Auftragswesens halte er für berechtigt und es werde besonders Sorge der Reichsregierung sein, die ungünstigen Folgen einer solchen Zentra­lisierung zu verhindern.

Reichskanzler Brüning führt bann weiter aus, daß auch andere größere Länder zweifellos im Tempo und Ausmaß der Rationalisierung der Landwirtschaft und der Industrie den Bedürf­nissen vorausgeeilt seien. Auf diese übertriebene Rationalisierung sei auch ein Teil der heutigen großen Wohlfahrtslasten zurückzuführen, und der Saldo der Rationalisierung sei nicht befriedigend. Bezüglich des notwendigen Reformwerkes der Re­gierung erklärte der Reichskanzler, daß man nur allmählich und etappenweise vorgehen könne und daß der Weg, aus den Schwierigkeiten der Gegen­wart, zu denen noch Fehler der Vergangenheit treten, herauszukommen, ein sehr harter sein werde. In diesem Zusammenhänge erwähnte er auch die Notwendigkeit einer systematischen Derhandlungs- reform. Aufgabe der gegenwärtigen Regierung sei es, unpopuläre Ein- und Durchschnitte zu machen.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Verbandes sächsischer Industrieller ergriff Reichskanzler Brüning das Wort. Er be­zeichnete es als die Pflicht der Reichsregierung, nach dem Besuche des Ostens als nächstes Not­standsgebiet den Freistaat Sachsen zu besuchen. In seinen oft von lebhaften Beifallskundgebungen unterbrochenen Ausführungen ging der Kanzler von der Weltwirtschaftskrise aus und stellte fest, daß alle Regierungen, gleichgültig in welchem Lande, mit Ausnahme vielleicht eines einzigen (Frank­reich), in außerordentliche Schwierigkeiten gemeinsam mit der Wirtschaft ihres Landes geraten sind. Das Wort Weltwirtschaftskrise soll keine Entschul­digung für die Fehler der Vergangenheit bedeuten, aber ganz isoliert von der Tatsache ihres Bestehens könne" man an die Fragen der Politik und der Wirtschaft nicht Herangehen.

Der Reichskanzer betonte, daß sich eine gewisse Einstimmigkeit in den Begründungen und Forde­rungen im Hinblick auf die Weltwirtschaftskrise in allen Ländern allmählich durchsetze. Er erinnerte in diesem Zusammenhangs an Ausführungen des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini, der im Dezember davon gesprochen habe, daß alle Wieder­aufbauarbeit für Wirtschaft und Finanzen in Italien plötzlich durch den Einschlag der Weltwirt­schaftskrise erschüttert worden sei. Diese Erschüt­terungen, die von den Vereinigten Staaten aus­gegangen seien, haben, wie Mussolini ausführte, den gleichen Effekt nach der wirtschaftlichen und psychologischen Seite, wie seinerzeit der Tod Na­poleons gehabt hat.

Es gebe kein Land in der Welt, fuhr Dr. Brüning fort, das so viele Fehler vergangener Jahre auf einmal wieder gutzumachen habe, wie Deutschland. In der Forderung einer Herabsetzung der Tributlasten sei sich das ganze Deutsche Volk einig. Aber es wäre falsch, wenn

*

wtb. (Senf, 24 Jan. (Eig. Meld.) Der Völ­kerbundsrat hat heute vormittag die Vere'n- b-arungen, die gestern in der Geheirnsißung für die kommende Abrüstungskonferenz getroffen wurden, bestätigt und beschlossen, die Abrüstungskon­ferenz zum 2. Februar 1932 einzuberufen.,

DleZugeständnisse" Zaleskis.

Man hört aus Völkerbundskreisen, daß der pol­nische Außenminister sich bereitgefunden habe, vor dem Rate wesentlichen deutschen Forderungen zu genügen. Er fei bereit, daß in dem Bericht eine ausdrückliche Feststellung erfolgt, daß Polenin

gründ ungsfeier brachte dieses Blatt zum 18. Januar einige Bilder über die Reichsgründung und Bilder der beiden ersten Reichspräsidenten, lieber dem Bilde Eberts stehen die Worte ,.D e r Zerstörer des Reiches"; über dem Bilde Hindenburgs: -Der Konkursverwal­ter der Kolonie".

Das ist eine nationale Würdelosigkeit fonberglet» chen, die jeden anständigen Menschen anekelt.

DieFrankfurter Zeitung" leitet ihren Bericht aus Chemnitz in folgender bemerkenswerter Weife ein:

Auf der Tagung des Verbandes sächsischer Industrieller wurde der Reichskanzler mit lebhaftem Beifall begrüßt und entwickelte eine derartig geschickte Form, die gelegentlichen Zwischenrufe zu widerlegen, daß die Aufmerksamkeit immer größer und der Beifall von Minute zu Minute stärker wurde.

Aus Chemnitz wird gemeldet: Reichskanz­ler Dr. Brüning ist nach seiner Rede auf der Ta­gung des Verbandes sächsischer Industrieller am Nachmittag nach Berlin abgereift. Entgegen an­derslautenden, auch in auswärtige Blätter auf­genommenen Berichten, die von kommunisti­schen Krawallen bei der Ankunft des Reichs­kanzlers auf dem Bahnhof wissen wollen, ist fest­zustellen, daß von irgendwelchen Vor­kommnissen von Belang während der Anwe­senheit Dr. Brünings keine Rede sein kann. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, haben lediglich

einige Schreier bei der Ankunft des Kanzlers in­nerhalb des Bahnhofsgebäudes und bet feiner Abfahrt vereinzelte Niederrufe ausgestoßen.

* Einigung über die Wahlrechtsreform in Bayern. Aus München wird gemeldet: Im Der« faffungsausschuß des Landtags gelang es bei dem fünften Versuch, zu einer Einigung hinsichtlich bet Reform des Landeswahlrechtes zu kommen. Der aufgrund des Beschlusses in der vierten Lesung nunmehr von der Regierung ausgearbeitete Ab- änberungsentwurf wurde mit allen Stimmen gegen bie Stimmen der Deutschnatio- nalen unb ber Deutschen Volkspartei angenommen. Damit ist auch bie notroenbige Zwei- brittelmehrheit gesichert. Es bleibt also bei ber Beseitigung ber Lanbesmanda'e unter Bube'altung bet 128 Abgeorbneten unb 113 Stimmkreise. Die Regierung machte darauf aufmerksam, daß sich nun gewisse Rückwirkungen auf bie Wahlen zu den Bezirks- unb Kreistagen ergeben werben. Auf Vorschlag ber Regierung erklärte sich ber Ausschuß damit einverstanden, deshalb mit den Vertretern der Bezirks- und Kreistage in Verbindung zu treten.

Dor dem Ausbruch der Tumulte:

Der Versammlungsleiter der Kommunisten Ulbricht während seiner Rede, vorn (mit aufgesiühtem Kopf) Joseph Göbbels, der Berliner Führer der Nationalsozialisten.

Setzt sich die Vernunft durch?

Die sächsischen Industriellen müssen die Sachlichkeit und Schlag sertigkeit des Reichskanzlers Dr. Brüning anerkennen.

Anstehenden Hausrecht schnellstens und nach­drücklichst Gebrauch machen, daß den Störenfrie­den Hören und Sehen vergeht ..."

Dann folgen noch einige nationalsozialistische Beschimpfungen ihrer Gegner nach bekannter Art.

Und was geschah im Saalbau Friedrichshain? Es kam zu der von den Nationalwzialiften dau­ernd an die Wand gemaltenSaalfchlacht", bet der es über hundert Verletzte gab. Herr Goeb­bels hat fein Ziel erreicht. Er hat in dem von chm angedeuteten Sinne von demHausrecht" echt nationalsozialistischen Gebrauch gemacht. Wir ha­ben diesen Vorfall nur deshalb wiedergegeben, um zu zeigen, wie die Nationalfozialichenlegal* kämpfen, um noch einmal darauf hinzu weifen, daß es gar keinen Zweck hat, sich mit ihnen in irgend­eine Diskussion in einer Versammlung einzu­lassen. Sie bleiben am besten unter s i ch.

Aus demDritten Reich-.

Der sächsische Spitzenfabrikant unb national- sozialistische Gauführer sowie Neichstagsabgeord. neter Mutfchmann hat auch ein Presseorgan,

Die Schlacht der Dreitausend in verlin.

Jtafinalfojialiffen und Kommunisten kämpfen zuerst mif Worten, dann mif Fäusten

Aus Berlin wird uns zu diesem Kampf noch geschrieben:

DerAngriff" des Berliner Nationalsoziali­sten Goebbels brachte in Nr. 17 eineEin­ladung" an di» Kommunisten zu einer national­sozialistischen Versammlung im Saalbau Friedrichs­hain, in der u. a. auch Dr. Goebbels sprechen würde. Die Einladung lautete u. a.:Die Ver­sammlung ist hinreichend geschützt. Sollten die von der . Noten Fahne" aufgehetzten Gefolgschaften der K.P.D. fick etwa mit dem aberwitzigen Gedanken tragen, die Versammlung zu stören oder gar eine kleine Saalfchlacht zu inszenieren, so werden wir in einer Art und Weise von unterem Haus- recht Gebrauch machen, daß ihnen in Zukunft die Lust zu derlei Scherzen vergeht."

In Nr. 18 desselbenAngriff" wurde dieEin­ladung" wiederholt mit der Ueberschrist:Abrech­nung mit den Marxisten!" Auch hier heißt es u. a.:

Wir haben bereits gestern gewarnt und tun es heute noch einmal: wenn das Unterweltgesindel der Kommunisten etwa die Absicht hat, Störun­gen oder eine Saalschlacht zu provozieren, dann werden sie sich bitter verrechnet haben . . . Wir werden in einem solchen Fall von dem uns

Der Schlußakt.

wtb. Senf, 24. Jan. (Eig. Meld.) Aus der zu Beginn der heutigen Vormittagssitzung des Völ- kerbundsrates vorgelegten Tagesordnung geht her­vor, daß beabsichtigt ist, heute bie Arbeiten ber Tagung vollständig abzuschließen. Auf der Tagesordnung befindet sich auch bie beutsche Beschwerde über bie Gewaltakte der Polen in pol­nisch Oberschlesien. Dieser Punkt ist ebenso wie die Memelfrage an den Schluß der Tages­ordnung gesetzt worden, weil zu Beginn der Sitzung diese beiden Punkte noch nicht spruchreif erschienen. Die Besprechungen über die o b e r s ch l e s i s ch e Minderheitenfrage, die bis in die letzte Nacht hinein gedauert haben, sind heute früh wieder ausgenommen wotden. Der deutsche Außenminister hat sich, wie zu erwarten war, mit den Zugeständnissen Zaleskis nicht ein­verstanden erklärt. Wie verlautet, hatte Poshisawa, der japanische Rats-Präsident, den letzten Vor­schlag, den Dr. Eurtius abgelehnt hat, im Einver­nehmen mit Henderson und Briand ausgearbeitet.

Nach der Ablehnung durch den deutschen Ver­treter erklärte Poshstawa, daß er es nunmehr für zweckmäßig halte, eine Besprechung anzuberau­men, an der er selbst, Dr. Eurtius, Briand und Henderson teilnähmen. Diese Zusammenkunft hat auch tatsächlich heute vormittag st a t t g e f u n den- lieber ihr Ergebnis ist im einzelnen noch nichts bekannt. Nach Schluß der Besprechung, die mehr als eine Stunde dauerte, wurde aber be­kannt gegeben, daß die Zusammenkunft zu kei­nem Ergebnis geführt habe und daß nunmehr b;e furistifch en Sachverständigen Japans, Deutsch­lands, Frankreichs und Englands zufammentreten würden, um einen neuen Vorschlag zu formulieren. Es ist vorgesehen, daß die Juristen 'hre Formulierung heute nachmittag 3 Uhr einer erneuten Konferenz der 4 genannten Ratsmitglieder vorlegen. Sollten sich diese nft-ber Formulierung einverstanden erklären, so wird der Vorschlag dem polnischen Außenmini­ster Z a l e s k i ntr Annahme vorgelegt werden. Wenn Zaleski zustimmt, so wird die Frage um 4 Uhr heute nachmittag zur abschließenden Behandlung vor die öffentliche Sit­zung des Rates kommen.

Die Kriegs-Schulden.

wtb. Chicago, 24. Jan. (Erg. Meld.) Dr. Nicholas Murray Butler, führender Republikaner und Präsident der Universität von Columbia, appel­lierte an die Regierung, die nötigen Schritte zur Einsetzung einer internationalen Kom- Mission für die nochmalige Untersuchung der Frage der Kriegsschulden zu unternehmen.

Der Abschluß der Ratstagung

Der Termin der Abrüstungskonferenz. Sühnk Polen?

und mehr denn je gelte heute der Grundsatz, mit wenig Geld möglichst viel zu erreichen.

Reichskanzler Brüning betonte ferner, daß man auch in der Vergangenheit mit etwas weniger unter gleichzeitiger Senkung der Steuern einen viel größeren Nutzeffekt hätte erzielen können.

Sehr scharf wandte sich ber Kanzler fobann gegen Agitatoren unb Illusionen, bie es heute im Volke, in ber Politik unb ber Wirtschaft nicht mehr geben dürfe.

Tie Krise in Deutschland sowohl wie überhaupt die Weltwirtschaftskrise zwinge die Staatsmänner, der Wirklichkeit rücksichtslos in die Augen zu sehen, um auf diese Weise die Wahrheit zu erkennen, um von diesem sicheren Wiederaufbau-Fundament an die Wiedxraufbauarbeit heranzugehen. In erster Linie sei eine systematische Betrachtung der Dinge notwendig. Beispielsweise müßte jeder Schritt zum Schutze der Landwirtschaft in seiner Auswirkung auf die Industrie betrachtet werden. Zum Schlüsse seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Aus­führungen ermahnte Reichskanzler Brüning zur Einigkeit. Je mehr es gelinge, daß alle Berufs­gruppen unter Hintansetzung ihrer Sonderinteressen sich auf einer gemeinsamen großen Linie zusammen- sinden, um so besser könne der Vormarsch zum wirtschaftlichen Wiederaufbau angetreten werden, unb ber wirtschaftliche Wieberaufbau werde bann ben Weg zu aktiver Außenpolitik, wirtschaftlich produktiver Arbeit und zu finanzieller Entlastung ber Wirtschaft freimachen.

* Annahme des Ciauibationsabfommcns im Sejm-Ausschuß. Aus Warschau wird gemeldet: Im Auswärtigen Ausschuß des Sejms wurde das Liguidaftonsabkommen besprochen. Gegen das Abkommen sprachen bie nationaldemokratischen Abgeordneten Winiarski und Sttonsft. Di»ser er­klärte, daß sich Polen durch den Vwzicht auf d'S Liauidation b:e Waste habe aus ber Hanb fchlagen lassen, um in den Grenzbezirken die Deutschen »u bekämvfen. Der Ausschuß stimmte schl'eßl ch mit 14 gegen 5 Stimmen der Ratifikation des Li- gu'dationsabkomrnens zu.

FuWaerZertung

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