Ar. 20
Beilage zur Fuldaer Zeitung
25. Ianuar
3. Sonntag nach Erscheinung.
Eingangslied: Pf. 96. 7—8.
Betet den form an, alle seine Engel. Dc hort Swn und freut sich; es jauchzen die Töchr. Judas. (Pf. ebb. 1). Der Herr ist König; es frohlocke die Erde, die Schar der Inseln freue sich.
Evangelium: Matth. 8. 1—13.
In jener Zeit stieg Jesus vom Berge herab, und es folgte ihm eine große Volksschar. Und ftehe, da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und bat: „Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen." Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: „Ich will, sei rein!" Sogleich war er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: „Siehe zu, daß du es niemand sagst! Gehe vielmehr hin, zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses vorgeschrieben hat. Das soll ihnen zum Zeugnis dienen."
Als er dann nach Karphonaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm und bat: „Herr, mein Knecht liegt zu Hause gelähmt und leidet große Dual."
Jesus sprach zu ihm: „Ich will kommen und ihn gesund machen."
Der Hauptmann aber entgegnete: „Herr, j$ bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich, obwohl ein Untergebener, brauche nur zu einem Soldaten, die ich unter mir habe, zu sagen: „Geh!" dann geht er; zu einem anderen: „Komm!" bann kommt er; und zu meinem Knechte: „Tu das!" dann tut er cs!"
Als Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm folgten: „Fürwahr, ich sage euch, so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch, viele werden vom Aufgang und Niedergang der Sonne kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen, die Kinder des Reiches aber werden hinausgeworfen in die Finsternis draußen; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein." Und Jesus sprach zum Hauptmann: „Geh chinr dir geschehe, wie du geglaubt hast!" Und in derselben Stunde war der Knecht gesund.
Vatikan und Mrche 1930.
Für Kirche und Vatikan ist das vergangene Jahr reich an großen und bedeutsamen Ereignissen gewesen. Auf jedem Gebiet hat die Kirche eine ungewöhnliche Tätigkeit entfaltet, und der Anteil des Hl. Vaters an dieser segensreichen Arbeit stempelt unfern Papst Pius XI. zu einer Persönlichkeit von ungewöhnlicher Kraft und Energie. Die Zahl der Ansprachen, die der Papst anläßlich der • verschiedensten Audienzen gehalten hat, weist dq.t- auf hin, daß der Hl, Vater in allen wichtigen religiösen Fragen Richtung und Führung geben will. In großen und breiten Zügen gab er dieses kund in den beiden Enzykliken im Januar über die christliche Jugenderziehung und später zur Hundertjahrfeier des hl. Augustinus. Schon bei der letzten Weihnachtsansprache, in der der Hl. Vater u. a. das so aktuelle Friedensproblem nach katholischen Grundsätzen beleuchtete, hatte er wieder einen neuen Weltbrief über die christliche Ehe angekün- ‘ digt, der nunmehr zu Beginn dieses Jahres hin- ausgegangen ist.
Eine Tat, wodurch der Hl. Vater auf feierliche Weise die Versöhnung mit Italien durch die La- ' teranverträge zum Ausdruck brachte, war es, als er am 11. Februar, dem Tage seines goldenen Priesterfestes, ganz unerwartet das vatikanische Gebiet verließ, um in der Lateranbafilika, wo er sein erstes hl. Meßopfer gefeiert hatte, Gott für alle Gnaden seines reichen Priesterlebens zu danken.
Kurz zuvor hatten sich im päpstlichen Staats- sekretariat wichtige Dinge abgespielt. Der' greife Kiastdinalstaatssekretär Gasparri hatte den Hl. Vater gebeten, ihm nunmehr, nach der Lösung der römischen Frage, sein schweres und anstrengendes Amt zu nehmen. Der Papst genehmigte dieses Gesuch mit den wärmsten Dankesbezeugungen und ernannte den ehemaligen Berliner Nuntius, Kardinal Pacelli, zu feinem Nachfolger.
Ein großes Ereignis war der internationale eucharistische Kongreß, der am 7. Mai zu Karthago eröffnet wurde. Kardinal Lepicier vertrat bei dieser Welthuldigung an Christus König im aller- heiligsten Altarsakramente den Hl. Vater.
Während in Mexiko die Kirchenverfolgung ein Ende fand, obschon der dortige Zustand für die Katholiken noch keineswegs günstig ist, wütet in Rußland der Religionshaß, der Kampf gegen Gott und die Kirche, mit unverminderter Kraft, ja mit neuen Kräften und Methoden fort. Am 8. Februar richtete der Papst ein. Schreiben an den Kardinalvikar von Rom, Pompili, worin er die ganze katholische Welt zu einer großen Gebetsaktiön für Pußiand aufrief. Auch in der nichtkatholischen Welt fand das Wort des Papftes ein lebhaftes Echo. Gebet und Protest gegen die russischen Greuel vereinigte alle, für welche dis Religion ein heiliges Gut ist. Für die Zukunft sorgte der Hl. Vater, indem er eine Kommission für Rußland ins Leben rief.
Eine Angelegenheit, die dem Hl. Vater viel Sorge bereitete, war der Konflikt zwischen Kirche und Regierung in Malta. Nach der Veröffentlichung von zahlreichen diesbezüglichen Dokumenten seitens des Hl. Stuhles scheint der Streit ein wenig abgeflaut zu sein, jedoch mehren sich in der letzten Zeit die Anzeichen dafür, daß die Gegensätze wieder akuter werden und daß die Regierung von Lord Strickland ihre Eingriffe auf kirchliches Gebiet nicht aufgeben will.
Das abgelaufene Jahr ist wiederum ein Jahr der Heiligsprechungen gewesen. An zwei Sonntagen int Juni, dem 22. und 29., wurden zur Ehre der Altäre erhoben die Seligen Brebeuf und Genossen, Kardinal Bellarmini, Theophilus a Corte, Catharina Thomas und Lucia Filippini. Selig gesprochen wurden am 8. Juni die Gottesdienerin Paula Frassinetti und am 15. Juni der ehrwürdige Bruder Konrad von Parzham.
Im Konsistorium vom 30. Juni kreierte der Hl. Vater fünf ne.ue Kardincile, die Eminenzen Seba-
Johanna v, Mann, Freiburg i. Br,
ftian Lerne da Silveira Cintra, Fr. Marchetti Sel- vaggiana, Raph. Rossi, Jul. Serasini und Ach. Lienart. Durch Tod gingen dem Hl. Kollegium verloren die Kardinäle Perosi, Merry del Bal, Al- cooerbe Lucon, Vanutelli, Casanova y Marzol, Mistrangelo und Charost.
Für die innere Organisation der Kirche war das vergangene Jahr sehr fruchtbar. Die Vorbereitungen zur Fortsetzung des ökumenischen Konzils sind im vollen Gange, der neue Weltkatechismus geht feiner Vollendung entgegen; mehrere Kommissionen arbeiten an der Kodifizierung des orientalischen Kirchenrechtes; an den päpstlichen Universitäten find bedeutsame Reformen durchgeführt worden. In den Missionen wird trotz der schwierigen Zeitumstände und der menschlichen Gegenarbeit, wie beispielsweise in China, mit immer größerem Erfolge gearbeitet, um Christi Reich auszubreiten.
darauf schließen ließe, daß Christi Grab gefunden sei. In der Erklärung heißt es, daß auf den alten jüdischen Grabsteinen des öfteren neu- testamentliche Namen erschienen, daß aber daraus keine solchen Schlüsse gezogen werden dursten.
verlangt auch nicht von ihr, allen möglichen Wim- 1 scheu des Mannes zu williahren, auch denen, die | vielleicht unvernünftig sind oder der Frauenwürde I weniger entsprechen. Sie ist endlich nicht so zu verstehen, als ob die Frau auf einer Stufe stehen sollte mit denen, die das Recht als Minderjährige bezeichnet . . . Was sie aber verbietet, das ist, im Familienkörper bas Herz vom Haupt zu trennen zu größtem Schaden, ja mit Gefahr feines völligen Untergangs. Denn wenn der Mann das Haupt ist, dann ist die Frau das Herz, und wie er das Vorrecht der Leitung, so kann und soll sie den Vorrang der Liebe als ihr Eigen- und Sondergut in Anspruch nehmen."
Ausdrücklich wird gesagt, daß nur die Ungebundenheit und übersteigerte Freiheit ohne Rücksicht auf das Wohl der Familie verboten sei. Mit Leo XIII. nennt Pius XL hier die Frau nicht die Dienerin, sondern die Gefährtin.
„Grab und Art ber Unterordnung können sodann sehr verschieden sein je nach den verschiedenen persönlichen, örtlichen und zeitlichen Verhältnissen (!). Wenn der Mann seine Pflicht nicht tut, ist es sogar die Ausgabe der Frau, seinen Platz in der Familienleitung einzunehmen. Aber den "Aufbau der Familie und ihr von Gott selbst erlassenes und bekräftigtes Grundgesetz einfach um« zukehren ober anzutasten ist nie unb nirgends erlaubt."
Wie manche Frau wird dem Papst auch dann recht geben, baß gerabe ihr und ihren weiblichen unb mütterlichen Pflichten unk^ Ausgaben durch Reinheit, Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe am besten gedient sei. Aber nun zum besonders umkämpsten Kapitel über die Emanzipation der Fran. Es wird eine „soziale, wirtschaftliche unb physiologische" Emanzipation unterschieden.
„Die physiologische Emanzipation verstehen sie dahin, daß es ber Frau völlig freistehen soll, die mit dem Beruf der Gattin und Mutter verknüpften natürlichen Lasten von sich fernzuhalten. (Daß dies keine Befreiung sondern ein ruchloser Frevel ist, haben wir schon zur Genüge bargelegt.) Die wirtschaftliche Emanzipation soll der Frau das Recht bringen, ohne Vorwissen und gegen den Willen ihres Mannes ihr eigenes Gewerbe zu haben, ihre Angelegenheiten unb Geschäfte selbst zu betreiben, selbst die Verwaltung in Händen zu halten, gleich- aültig, was dabei ans Kinder, Gatten und der ganzen Familie wird. Sie soziale Emanzipation endlich will die Frau dem engen Kreise der häuslichen Pflichten und Sorgen für Kinder und Familie entheben, um sie freizumachen für ihre angeborenen Neigungen, damit sie sich anderen Berufen und Aemtern, auch solchen des öffentlichen Lebens widmen kann."
Wie man sieht, handelt es sich nicht um das weibliche Geschlecht schlechthin, nicht um die Abge-
Mrche und Frauenrechte.
Es war vorauszusehen, daß die Sozialisten gegen die neue Eheenzyklika besonders deshalb zu Felde ziehen würden, weil sie so scharf die s o» ziali st ische Haltung in der Frauen- frage verurteilt. Freilich sind die sozialistischen Proteste im Grunde nur für ganz Naive berechnet, denn die katholische Grundeinstellung zur Frage der Emanzipation ber Frau, ber Rangordnung in ber Familie und den großen Problemen der modernen Ehe ist bekannt. Die Ehe ist für die katholische Kirche überhaupt kein „Problem", sondern ein Sakrament mit ganz klaren Grundlagen, Normen und Wirkungen. Glaubt jemand (oder will jemand glauben machen) daß die Kirche da stillschweigend oder erklärt irgend etwas von ihren urchristlichen Grundsätzen preisgeben könnte?
Die modernen Verirrungen sind also im voraus gerichtet, und fein Katholik denkt daran, da kleinlaut etwas beschönigen zu wollen. Anderseits wissen wir mit voller Ueberzeugung, daß gerade die Naturgesetze, die medizinische Wissenschaft, die Soziologie und wen jene katholikengegnerischen Kreise zu Nothelsern anrufen, wenn sie ernst und ehrlich find, für uns und gegen jene zeugen. Auf alle Fälle tut es das Leben.
Die Enzyklika schmälert nicht die Rechte der Frau, unterdrückt nicht ihre Freiheit, sondern stellt sie im Gegenteil wieder her, nachdem sie durch bie modernen Verirrungen gefährdet sind. Hören wir einige Aussprüche aus ihr:
,',Die Unterordnung der Gattin unter den Gatten leugnet und beseitigt nun aber nicht die Freiheit, die ihx auf Grund der Menschenwürde unb ber hehren Aufgabe, die sie als Gattin, Mutter und Lebensgefährtin hat, mit vollem Recht zusteht. Sie
„Gebeine Jesu".
Generalanzeiger-Presse.
damit auch der Glaube an die Erlösung durch Chri- stus wie überhaupt an seine Gottessohnschaft wiber- legt werden würde. Andere Blätter» die sich auch keine Gelegenheit entgehen lassen, dem Christentum einen Fußtritt zu versetzen, die aber trotzdem immer noch von gewissen charakterlosen Katholiken gehalten werben, wie z. B. der Dortmunder Generalanzeiger, druckten diese Weisheit des Berliner Blattes natürlich sofort mit großem Behagen und mit möglichst noch dickeren Schlag
Die angeblichen
Auch eine Sensation ber
Die Ausgrabungen Professor C. Leonard Wool- le'y's in Chaldäa, ber Heimat Abrahams, durch deren Ergabniffe. u. a» die Geschichtlichkeit der biblischen Sindflut auch archäologisch bewiesen wor- W ift/bäben ber breiten Oeffentlichkeit zum Bewußtsein gebracht, melche Bebeutung der Spaten des Archäologen unter Umständen auch für bie geschichtliche Aufhellung des uns von ber Bibel Überlieferten haben kann. Wenige aber wissen, baß seit Jahren auch in Palästina selbst, unb vor allem in Jerusalem Forscher an ber Arbeit fmb, ibte dort den Spuren der alt- unb neutestamentllchen Geschichte nachgehen.
Dieser Aufgabe widmet sich vornehmlich bas Orientalische Jwstitu t der Gorres- Ge seil schäft in Jerusalem, bas ber wissenschaftlichen Leitung von Pater Dr. Maber untersteht und ganz systematisch z. B. an ber Erforschung ber altchristlichen Basi 1 ilen arbeitet, sowie topographische unb archäologische Studien zum Alten Testament betreibt.
Auch von anderer Seite widmet man dem Boden, über den einst ber Fuß des Heilanbs wan- belte, wachsende Aufmerksamkeit. Bei der Reparatur einer 'schadhaft gewordenen Kanalisations- leitung wurden kürzlich in der Nähe des „Kettentores"' in Jerusalem Teile jener Brücke ausgegra- ben, durch die vor bald zweitausend Jahren K o- nigSalomon den Tempelberg mit der „oberen Stadt" verband. Staunend stellt man die Matze der Bogen dieser Brücke fest TA Meter hoch bei einer Spannweite von 15 Meter unb eine -Pfeiler= dicke von 13 Meter, aus Quaberfteinen auf geführt, die zwei bis vier Meter lang, ein Meter breit und ein Meter hoch sind. — Auch hier also wieder eine überraschende Bestätigung des Bildes, das uns die Bibel von diesem mächtigen und weisen König überliefert. .
So wenig also auch die Archäologie, wie jede andere Wissenschaft, in Konflikt mit dem Glauben gerät, selbst wenn sie es unternimmt, den geschichtlichen Spuren solcher Vorgänge nachzugehen, die in engstem Zusammenhang mit dem Glauben stehen, kann es nicht ausbleiben, daß von unwissenschaftlicher Seite mitunter aus Entdeckungen Schlüsse gezogen werden, die in Widerspruch zur christlichen Lehre stehen. Das ist nun jüngst wieder geschehen, und zwar mit einerSkrupel- losigkeit sondergleichen.
In Berlin hatte Professor S u z e n i k von der Jerusalemer Universität einen Vortrag über jüdische Gräberfunde rings um Jerusalem gehalten und dabei auch eine Eebemkiste mit der Aufschrift „Jesus, Sohn Josephs" erwähnt, die jüngst zutage gefordert wurde Ein Berliner Spätabendblatt hatte nichts eiligeres zu tun, als in sensationeller Aufmachung der staunenden Mitwelt zu melden, daß man hier die Gebeine Jesu von Nazareth gefunden habe. Man war sich offenbar bewußt, daß mit einer solchen Tatsache der Glaube an die Auferstehung und Himmelfahrt Christi und
geilen ab.
Was sagt nun die Wissenschaft zu die- fern Fund eines Steinsarges mit der Aufschrift: ,Zcsus, Sohn Josephs" Wir ziehen mit Absicht das Urteil eines nichtkatholischen Gelehrten heran, des Kirchenhistorikers D. Lietzmann. Dieser weist darauf hin, daß jene Namensinschrift nicht auffallend sei. Der Name Joseph finde sich bei den Juden häufig, der Name Jesus in früherep Zeiten auch. Er sei erst durch das Aufkommen des Christentums für die Juden unanwendbar geworden. Die Wahrscheinlichkeit eines zufälligen Zu- iammentresfens der beiden geläufigen Namen innerhalb des ohnehin nicht sehr reichhaltigen jüdischen Namensgebietes könne sich daher jeder leicht ausrechnen. „Auf den Gedanken", stellt Professor Lietzmann fest, „den in- der Kiste verborgenen Toten mit Jesus von Nazareth zu identifizieren, kann kein ernsthafter Forscher kommen". Professor Su- zenik habe sich daher in feinem Vortrag auch wohl gehütet, eine solche Vermutung auch nur anzudeuten. D. Lietzmann bezeichnete es bei der Gebräuchlichkeit der beiden Namn als gar nicht so unwahrscheinlich, daß eines Tages noch eine weitere Eebein- kiste mit der gleichen Inschrift gesunden werden wird.
Das ist das Urteil der Wissenschaft. Ader gerade jene Kreise, die uns als abergläubisch verlachen, wenn wir auf Grund einer VA Jahrtausende alten Ueberlieferung von den ehrwürdigen Ge- - wandstücken in Trier und Aachen annehmen, datz sie einst den heiligen Personen des Heilgeschehens gehörten, sie kennen keine Bedenken, aus dem zufälligen Zusammentreffen zweier Namen sofort Folgerungen zu ziehen, deren Tragweite zu ermesi fen diesen armseligen Geistern offenbar unmöglich ist Dr. E. W.
c
ordnete und dergleichen, sondern um die Mutter und Gattin, die durch außerordentliche Neigungen und Interessen ihre häuslichen Pflichten versäumt.
Ausdrücklich wird dann gesagt:
„Sollte jedoch in einem Lande die soziale und wirtschaftliche Lage der verheirateten Frau wegen der gewandelten Kulturverhältnisse einer Abänderung benötigen, so ist es Aufgabe der Staatsgewalt, die bürgerlichen Rechte der Gattin den Bedürfnissen und Forderungen der Jetztzeit anzu- passen unter Berücksichtigung der Eigenart der weiblichen Natur, der Sittlichkeit und Ehrbarkeit und des Gemeinwohls der Familie. Nur muß die wesentliche Ordnung ber Hausgemeinschaft u n« angetastet bleiben, da sie durch eine höhere als menschliche, nämlich die göttliche Autorität und Weisheit festgesetzt ist und darum keiner Aenderung durch Staatsgesetze ober durch das Gutdünken der einzelnen unterliegen kann."
Immer wieder wird betont, daß die Ehe auf dem Felsen der echten gegenseitigen Liebe der Gatten zueinander gebaut sein müsse, und ohne Frage wird diese Liebe schon den rechten Weg finden, wenn sie sich mit der Treue zur gemeinsamen Mütter, der Kirche, verbindet.
Hom und der Nationalsozialismus.
Der „Offervatore Romano", das Organ des Vatikans, sagt in seinem Leitartikel, der eine Auseinandersetzung mit ber römischen „Tribuna" über die Beteiligung ber Katholiken an ber Politik und das Wesen der katholischen Politik bildet, wörtlich:
„Die wahre, große, heilsame christliche Politik ist immer die höchste Norm, der wesentliche Beweggrund in den Programmen und den Stellungnahmen der Katholiken. Das ist er in der Antwort des Bischofs von Mainz, in der die kirchliche Autorität sich gegen bie Hitlerianer erhoben hat, nicht wegen ber politischen Ziele unb Interessen, nach denen sie streben oder die sie vertreten, sondern wegen derjenigen Grundsätze in ihrem Programm, die mit der katholischen Lehre unvereinbar sind."
Diese bedeutsame Erklärung im Spitzenariikel des Organs des Heiligen Stuhles widerlegt endgültig die tendenziösen Mißdeutungen und die absprechende Bagatellisierung, der die oberhirtliche Mahnung und Warnung der Mainzer bischöflichen Kurie gegenüber den unchristlichen Ideen im nationalsozialistischen Programm durch viele Hitlers blätter ausgesetzt war. Sie gibt dadurch in ber Sachs vollkommen der führenden katholischen Presse Deutschlands Recht, die vom Standpunkte der christlichen Weltanschauung aus das äußerst Bedenkliche in dem neuheidnischen, überspannten völkischen Bewußtsein unb seinen Auswüchsen für alle Klardenkenden bargelegt hat.
WchMichmg christlicher Gebräuche.
Nach einer in der „Franks. Ztg. wieder gegebenen Meldung der United Preß aus Jerusalem, wendet sich auch "die hebräische Universität m einer Erklärung gegen die in den Zeitungen verbreitete Meldung, nach ber Professor Suzemk wahrend eines Vortrages in Berlin die Behauptung aufgestellt hätte, daß bas Finden eines Grabsteines mit
Immer wieder hört unb liest man, daß unsere schönen christlichen Gebräuche, die aus einer ausdruckssuchenden tief durchdachten Idee entstanden sind, von antireligiös gerichteten Kreisen übernommen werden, um sie ihres sinnvollen Inhaltes zu berauben und zur Verbreitung finnverwirrend er Ideen zu verwenden. So wurde beispielsweise in einer süddeutschen Stadt am letzten Nikolaustag selbst der uralte christliche Gebrauch des St. Nikolaus dazu benützt, um zu den Kindern kommunistisch-freidenkerische Ideen gu_ tragen das Kinderparadies in Rußland zu preisen und em Hoch auf Rußland ausbringen zu lasten.
Eigentümlich berührt auch die Stnnrotbng£eit, womit solche rein christliche Symbole wie Adventskrank und Weihnachtsbaum von den oben erwähnten Kreisen lediglich der Stimmung halber, die sie verursachen, übernommen werden. So konnte man beispielsweise in diesen Tagen in einer führend en sozialistischen Zeitschrift des Erziehungswesens fol- aendes lesen: 0.
“ „Wenn Weihnachten naht, kommen alle Kinder, und nicht nur die Kinder, in eine ganz rnerkwur- I bige Stimmung. Es ist Neugierde, Erwartung und dann noch ein undefinierbares Etwas, das nut Schnee, Tannenduft und Kerzenschein zusammcn-
hängt. Alles, was mit Weihnachten verbunden ist, ist von dieser Stimmung umgeben, unb barm liegt bas Geheimnis des eigenartigen Reizes aller Weihnachtsvorbereitungen. Es gibt schöne, eigenartige Volksgebräuche, bie diese Stimmung unb bas Eigenartige and Schone barem roürbigen unb Jobbern und auch bie Zeit vor Weihnachten irgendwie festlich gestalten. Zu diesen Gebräuchen gehört das Aufhängen des Adoentkranzes . . . — An Den letzten Tagen vor Weihnachten zündet man die Kerzen an, und das gibt eine herrliche Stimmung 'zürn Plaudern, Ruhen und Geschicytenerzahlen.
iieiu yuue, uun o------■ ------- i Wenn das äußere Zeichen allein noch Stim-
ber Inschrift Jesus, Sohn von Joseph eventuell tfcn {ann, bünn muß dieses begreiflicher-
v _____r Ca^a hftb ff h r t If t IW r rr n (10= I ,, ~ .. w r •
weise „ganz merkwürdig sem.
Unsere alt-christlichen Gebrauche werden aus diese Weise ihrer Seele beraubt.
Hilfe tut Mot!
• ■ Unsere Armen sind unverschuldet in Not gekommen es fehll an Kleidungsstücken aller Art.
Helft uns das Heilandswort erfüllen „Die Nackten bekleiden" und spendet getragene Kleider, die wir gewissenhaft verwerten werden.
Mnzenzverein Fulda
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