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VeNage zur Fuldaer Zeitung
Iauuar
Nicht jeder Tag.
Son Franz Cingia.
Nicht jeder Tag trägt gold'ne Zeichen, Die holdes Glück dem Herzen bringen. Nicht immer kann ein freudig Singen Dich ganz und mühelos erreichen.
Das Leben hat auch Dunkelheiten. Die manchmal einen Weg verhüllen. Dann muß Vertrauen dich erfüllen Und mutig sollst du zielwärts schreiten.
Nicht immer können Blumen blühen. Um dir das Dasein schön zu schmücken, — Nicht jeder Tag ist ohne Regen;
Laß deine Hoffnung nie verglühen, Ein neuer Tag wird dich beglücken Und läßt dich schasfenssroh bewegen.
Krankenbesuche.
Don H. G. in E.
Diese kleine Abhandlung erscheint in dem Blatte für unsere Frauen nicht etwa aus dem Grunde, weil das Besuchen von Kranken etwa allein das Privileg der Frauen sei, auch das männliche Geschlecht muß hin und wieder den Weg ins Krankenzimmer finden. Immerhin find es dach unsere lieben Frauen, die am meisten berufen sind, Krankenbesuche auszuführen und die Leidtragenden aufzurichten und zu trösten.
Im allgemeinen ist ja Kranke besuchen nicht jeder» manns Sache. Das ist ganz in der Natur des Menschen begründet. Die meisten Menschen sind so schon von des Lebens Drangsalen und Mühen beschwert, daß sie gerne Erholung suchen in fröhlicher Gesellschaft, im Theater, im Konzert, im Kino rder in Gottes freier Natur, meiden aber geflissentlich die Zusammenkunft mit trauriggestimm- ten und kranken Menschen. Wir wollen ihnen das nicht verübeln, umsomehr, da die meisten von ihnen auch gar nicht zu Krankenbesuchen geeignet sind, weil sie durch ihr Verhalten und ihr nutz- und taktloses Gespräch die Kranken nur ausregen. Das sind die besten und geeignetsten Krankenbesucher, die den Geplagten und Betrübten aus eigenem Antriebe gerne ein Stündchen widmen, um ihnen eine Freude zu bereiten und Trost zu spenden, nicht diejenigen, die „anstandshalber" ober aus Neugier kommen Die Kranken selber haben ein gar seines Gefühl dafür, wer es gut mit ihnen und ehrlich mit seinem Besuche meint, und sie verlangen nicht selten nach ihnen, wenn sie sich körperlich ober geistig besonbers bedrückt fühlen.
Wer Kranke besuchen will, bringe also in erster Linie ein gutes Herz mit, in zweiter Linie aber auch den nötigen Takt. Was oft in dieser Beziehung geleistet wird, davon wissen die Aerzte und Krankenpflegerinnen ein Liedchen zu fingen. Wie rücksichtlos und wenig taktvoll ist es, wenn jemand mit brennender Zigarre oder Pfeife ins Krankenzimmer tritt und dort die Luft verpestet, die selbst einem Gesunden zuwider ist. Der Besucher gehört in die Kneipe, aber nicht in ein Krankenzimmer. Gleich rücksichtslos ist es, wenn jemand mit Poltern und unangebrachten Witzen tvielleicht. um den Kranken zu erheitern) ins Zimmer tritt. Das Zimmer des Kranken ist ein Heiligtum. in dem manch selijcher und körperlicher Schmerz überwunden werden muß, und dort verhält man sich recht zurückhaltend im Interesse des Kranken. Damit ist nicht gesagt, daß man nun den Kopfhänger spielt und nicht wagt, ein sreundliches Wort zu reden ober eine freunb- liche Miene zu machen. Das wäre ganz verkehrt und nur geeignet, den Kranken noch verzagter zu machen, als er es so schon ist. Auch in den schwersten Fällen lasse man den Patienten nicht merken, wie es um ihn steht. Ein freundliches Gesicht und ein ausmunterndes Wort sind gute Mittel, den leicht zum Verzagen geneigten Kranken mit neuer Hoffmng für feine Gesundheit zu beseelen Zweifellos gibt es auch sehr viele Kranke, die die Hoffnung auf Genesung bis zum letzten Augenblicke haben Unverständige Besucher aber nehmen ihnen diese, wenn sie dem Patienten sagen ober anbeuten, baß er recht bleich aussehe, wohl oft im Gewicht abgenommen habe usw Solche „Schmeicheleien" unterlasse man in allen Fällen Der Kranke ist zu leicht geneigt, sich Gedanken darüber zu machen und feinen Zustand für viel bedenklicher zu halten. als er in Wirklichkeit ist. Das fall und darf er aber nicht.
Bringt der Patient dem Besuche alle die vielen Klagen und Beschwerden vor, die er ja in vielen Fällen auch hat.
bann werbe man ja nicht ungedulbig, fonbem höre chn I ruhig an unb zerstreue bann bie vielen Siebenten und Be- | fürdjtungen. Man erzähle ihm wahrheitsgemäß von anderen Kranken, die ein ähnliches Leiden gehabt und wieder gesundet find. Das hört er gar gerne. Unverantwortlich leichisinnig und taktlos ist es, wenn jemand im Beisein der Kranken erzählt, daß Leute mit ähnlicher ober gleicher Krankheit gestorben sind, denn sofort ist der Patient geneigt, sich nunmehr ebenfalls als unheilbar krank zu betrachten. Dieser Gedanke aber führt zweifellos zu einer Verschlimmerung der Krankheit, und es bedarf der ganzen Redekunst des Arztes und der Anverwandten, neue Hoffnung zu entfachen.
Von weitschweifenden Erzählungen und Berichten seiner eigenen Krankheit, feiner Beschwerden und Kümmernissen verschone man möglichst die Kranken, die begreiflicher Weise dafür z. Zt. kein Verständnis haben. Ebenso verschone man sie mit der Wiedergabe leichtsinnigen, dummen Dorfklatsches. Er ist meistens für die Kranken ohne Interesse, oder doch geeignet, sie unnötig aufzuregen. Auch unangenehme Vorkommnisse in der Verwandtschaft, Freundschaft und Nachbarschaft müssen die Kranken nicht wissen. Sie sind der gesundheitlichen Förderung nicht günstig.
Wie lange du den Kranken besuchen sollst und kannst, das hängt ganz von dem Gesundheitszustand des Patienten ab. In der Regel bedarf der Kranke der Ruhe, um wieder zu gesunden. Deshalb halte man sich nicht zu lange im Krankenzimmer auf. Der persönliche Takt sagt dir am besten, wann es Zeit ist, den Erholungsbedürftigen wieder allein zu 'affen. Doch darf das Bestreben, den Kranken zu fchonen, nicht dazu führen, schon nach wenigen Minuten unter Angabe eines nichtigen Grundes wieder zu verschwinden. Der Kranke ist bann gar zu leicht geneigt, anzunehmen, daß ber Besuch keine Zeit für ihn habe unb am liebsten gar nicht gekommen wäre, wenn er nicht der Anstandspflicht hätte genügen wollen. Das ist ein niederdrückendes Gefühl für den Patienten das ebenfalls nicht geeignet ist, wohltuend auf feinen Gesundheitszustand einzuwirken.
Endlich noch ein Wort an die, die unter allen Umständen erzwingen wollen, bei dem Kranken oorgelafsen zu werden. Ist der Gefundheitszustand fo, daß Besuche unerwünscht sind ober hat sogar ber Arzt verboten, Besuch vorzulassen, so quäle man nicht bie Anverwandten, „nur einen Augenblick" eingelassen zu werden. Das ist ebenfalls taktlos und zeugt von geringem Verständnis für bie Forderung, die eine gewissenhafte Krankenpflege an bie Verwandten ober Pfleger stellt. Wer sich also zum Krankenbesuche anschickt, ber tue es aus mitleidvollem Herzen unb lasse den nötigen Takt nicht zu Hause. Sein Besuch ist bann immer ein gern gesehener, der auch nicht selten dazu beiträgt, baß der Kranke wieber neue Hoffnung bekommt unb damit der Gesundung näher gebracht worden ist.
ein junges Mädchen findet Vsifall.
Von Robert Felgens.
Die letzte Wandlung, bie neue Einstellung hat uns wieder das junge Mädchen beschert, jenes junge Mädchen, auf das wir so lange verzichten mußten. O nein! bitte keinen Protest, ... der Backfisch mit himmelblauer Vergitzmeinnichtpoeste ist weder gemeint, noch soll er aus ber Versenkung ouffteigen. Das tüchtige, vorwärts ftrebenbe junge Mäbchen unserer Zeit ist es, das uns allen einst im Traumbild vorgeschwebt hatte. Aber es ist noch nicht lange her, als bie jungen Mädchen uns nicht gefielen. Die Zeitspanne näher zu bezeichnen, wäre ungalant. Wir alle erinnern uns recht gut an die übermäßig kurzen Röcke, bie bubenhaft geschnittenen Haare, genau nach bem Stil ber Eton-Knaben. Unb bamit war scheinbar eine gewisse Kühnheit bes Benehmens, bes Auftretens, der gefellschaftlichen Umgangs» formen, verbunden. Die oielbefprothenen alten Damen schüttelten die Köpfe: „In unserer Jugend". . . . sagten sie. ■*
Das hat sich nun mit einem Schlage gewandelt. Das junge Mädchen ber Gegenwart ist wohl fleißig, tätig, doch mädchenhaft, ohne die snobistische Art unb ohne das Geltungsbedürfnis, das mit feiner neuen Frauenarbeit prahlt, bis alle Welt davon spricht. Es zeigen sich wieder die Eigenschaften, die mit keinem anderen Wort fo treffend zu bezeichnen sind, als mit dem Ausdruck „hold". Die Bewegungen, der Gang, sind anmutiger geworden, und trotz ber fportgeübten Schritte, | ist ber Rhythmus weicher, bas Auftreten bescheidener.
Da bie übertriebene Schlankheit im neuen Modebild I keinen Platz mehr hat, find nicht nur bie Figuren rei- | zenber, sondern uie jungen Mäbchen haben auch einen mehr geistigen Gesprächsstoss bekommen. „Was wiegen Sie?" ober „Ich esse keinen Kuchen, ich lebe genau nud) Kalorien, auch mache ich jeben Morgen zuerst einmal meine gymnastischen Uebungen, unb wenn ich aus bem Geschäft nach Hause komme, gehe ich sofort zum Turnen!" so begannen fast alle Unterhaltungen unb sie blieben in biesem Stabium stecken. Mit bem, was man ah, ober richtiger gesagt, mit den Dingen, auf bie man verzichten mutzte, beschäftigten sich bie Mäbchen in ihren Freistunben unb ahnten nicht, wie sehr sie babei an Anmut bes Körpers unb bes Geiste^ einbühten. Sicherlich war es bie Enk vicklung. burch bie bas junge Mäbchen gehen mutzte, um Beifall zu finben. Für das junge Mädchen von heute ist Beruf strenge Pflichterfüllung. Es kennt den Wert ber Arbeit, bas Glück, auf eigenen Füßen zu stehen. Doch daneben bleiut es Weib, Tochter, sofern es im Elternhause lebt. Es vergißt den zukünftigen Frauenberuf nicht mehr und hat erkannt, daß es sich für ihn vorbereiten muß. Nicht nur ber Wunsch, einmal jrau. Hausfrau zu werben, ist allein ausschlaggebenb, forbern die Ueberzeugung, oaß diese Tätigkeit genau so gut ge» leiftrt werden soll, wie der Brotberuf.
Das junge Mädchen von heute hat sogar den ästhetischen Sinn der Handarbeit erkannt, unb die Tatsache, daß Handarbeiten wieder hoch im Kurs sind, kommt nicht zufällig ins Bild ber Gegenwart. Das junge Mäbchen brüstet sich nicht mehr mit der kühlen Sachlichkeit, — an die ohnedies kein wahres Mädchen glaubte, — sondern es gesteht Herz und Gemüt zu. Es hat wieder Respekt vor älteren Leuten unb steht durchschnittlich vor einem grauen Haupte auf. Ein junges Mäbchen neuesten Datums, beherrscht unb aufrichtig, tatenfroh und anmutig, gehört zu den angenehmsten Erscheinungen unserer Zeit. Unb ba wir in einer ungewöhnlichen Epoche leben, sollte biefe Ausnahme nicht vergessen werden, die darin besteht, daß ein junges Mädchen auch den alten Damen gefällt und überall Beifall findet.
Die Frühlmgsmode ist auf dem Marsche.
Von Norma Segantini, Leipzig.
Noch deckt überall Schnee unb Eis die Lande und keiner Frau wird es einsallen, jetzt schon an bie Früh- jahrsmode zu denken. Man hat ja kaum die Wintersachen gekauft unb bezahlt oder auch am Jahreswechsel die Rechnung ber Hausschneiderin beglichen. Von Früh- jahrsmobe keine Spur! Fehlgeschossen, verehrte Damen, bie Frühjahrsmode ist schon im Anmarsch unb bie großen Konfektionshäuser in Paris unb Wien, sowie bie großen Berliner Ateliers, benn diese sprechen in den letzten Jahren bei ber Mobe ein gewichtiges Wörtlem mit, hoben ihre Kollektionen für bas Frühjahr längst fertiggeftettt unb warten der Käufer unb Käuferinnen, die all die Herrlichkeiten ber Damenwelt anpreisen sollen. Man hat bei den diesjährigen Frühjahrskollektio» neu allenthalben, auch im Ausland, auf bie wirtschaftlichen Schwierigkeiten Rücksicht genommen und für Alltagskleider vielfach Stoffe verarbeitet, bie auch einem weniger gut bestellten Geldbeutel noch erschwinglich sind. Durch Schaden werden nämlich auch die Modekünstl-r klug, es sind Ihnen im Herbst und Winter recht große Ueberftänbe verblieben, die selbst weit unter bem normalen Preis nur schwer an . . . bie Frau zu bringen sind.
Aufsälltzes Kennzeichen ber kommenden Frühjahrsmode ist ihre geringe Wandlung gegenüber ber Herbst- unb Wintermode. Man hat die Schnitte nur in kleineren Zutaten verändert, bas Gesamtbild bleibt. Die Taille wird weiterhin ziemlich hoch getragen, bie absolute Herrschaft des langen Rockes bei Abendkleidern scheint noch vorzuhalten, jedoch wird ber Rock des Straßenkleibes im allgemeinen wieder etwas kürzer. Man wird auch im kommenden Frühjahr noch viel Jackenkleider tragen Besätze. Knöpfe, so reichlich wie nur möglich unb ber unvermeidliche Bolero sind Zierraten, bie man immer und immer wieder findet.
Die neue Frühjahrsmode hat bie Herrschaft bes Tweed unter den von den Fabrikanten bereitgestellten Stoffen ohne weiteres anerkannt. Es gibt kaum ein Kleidungsstück ber Frau, das man nicht aus ihm zu arbeiten wüßte. Iroeebmäntel sind ebenso große Mode, wie Ko- stüme, lang und halblang, aus dem gleichen Material, man arbeitet aber auch Nachmittagskleider und bessere
wachsen unb das eigene Volk unb noch weiter bie Menschheit umfassen in dem Bestreben, das eine Gut zu erhalten das die Grundlage für alle übrige ist den Frie- den. Jede katholische Frau kann unb muß ihre Kraft für dieses Ziel einsetzen Die Frauen der Nachkriegs zeit müssen aus ihrer Mütterlichkeit heraus aber auch als Verwalterinnen des Testamentes ber Gefallenen des letzten Krieges die als Preis ihrer Opfer eine Zeit freieren, einsichtigeren Geistes erhofften, stets Stellung nehmen gegen jeden ungerechtfertigten Krieg und ins- besondere gegen den Gaskrieg. Dieser Krieg mit seinen oft machen- unb monatelangen Selben und bem immer maßlos qualvollen Tode geht nicht nur gegen die Soldaten. sondern auch gegen die Massen der Zivstbevol- kerung, insbesondere gegen die Kinder da biefe bie zartesten Hautgewebe haben." (Mars, bie katholische Frau) Es genügt aber nicht allein b'e Stellungnahme gegen ben Krieg, bie Bejahung unb Mithilfe zu jeder auf den Frieden gerichteten Bestrebung muß dazu kommen. Dahin gehört die UnterstützunL des Friedens- bundes deutscher Katholiken mit dem Sitz in Berlin ) Je mehr Mitglieder die Friedensbewegung stützen, umso wirkungsvoller kann ihre Arbeit fein
Von ausschlaggebender Bedeutung aber ist bie Erziehung zum Frieden in ber Familie Bevor ber politische Friedenswille reifen kann, müssen die Kinder m'itz die Heranwachsende Jugend in ihrem persönlichen Leben lernen, daß die Religion des neuen Testamentes nicht „Äug' um Äug' und Zahn um Zahn" heißt sondern liebet eure Feinde", das heißt Ueberwindung des Bösen durch das Gute. Wer wäre zu solcher Erziehung geeigneter als die Mutter wenn sie In ihrem ganzen Sein m ihrem Reden unb Tun selbst von diesem Frieden erfüllt ist. Leicht kann die häusliche Erziehung durck fremde Einflüsse geschädigt werden, wenn nicht verständnisvolles Mitqehen mit der Jugend und sorgsame Wachsamkeit die Entwicklung des jungen Menschen begleiten
=) Monatsschrift: „Der Friedenskämpfer" Verlag des F. D. K. Frankfurt a. M., Liebfrauenberg 37.
Wie stehl die katholische Iran zum Pazifismus?
Don Dipl, tzandelslehrerin Käthe Schwarz.
Max Wundt sagt in feiner Staatsphilosophie: ..Kr'eg und Revolution machen die Volker hellsichtig" Das wahre Wesen der Wirklichkeit die dauernde Ordnung :n ihren Zuständen und Verhältnissen wird ihnen bewußt." Zu den Einsichten, die ber Weltkrieg den Völkern gebracht hat, gehört die von der Notwendigkeit der Bereitung des Friedens. — Pazifismus heißt nichts anderes als Friedensbereitung — wenn Europa vor seinem Untergang bewahrt bleiben soll Freilich wird am grünen Tisch der Völkerbundstagungen unb Abrüstungskonferenzen nicht immer nach dieser Einsicht gehanbrtt aber im Volke hat ber Friedenswille seit 1918 ftänbiq an Anhängern gewonnen und muß weiter wachsen Io» das Unheil eines von neuem drohenden Weltkrieq-s. der an Furchtbarkeit ben erlebten bei weitem in Schatten stellen wird abgeroenbet werben Zukünftige Kr'eoe werden vom Vo'kswillen abhängig sein denn in ben parlamentarisch reg'erten Ländern Europas liegt die Zustimmung zu einer Kriegserklärung beim Parlament Es gilt darum, das Volk wach zu machen für die Aufgabe sich und seinen Kindern unb Kindeskinbern ben Frieben zu erhalten Die Erinnerung an das wahre Gesicht des Krieges darf nicht verloschen auch nickst bei ber Heranwachsenden Generation Der Krieg must stets als das erschetnen, was er ist, als Zerstörer von Millionen wirtschaftlicher Werte von abermals Millionen Menschenleben. Er vernichtet Familienglück unb macht gesunde und arbeitswillige Menschen zu Krüppeln die von der menschlichen Gesellschaft erhalten werden müssen. Der letzte Grund aber, ber uns zu Pazifisten — zu Friedensbereitern — machen muß. wollen wir wahrhaft katholische Christen sein, ist Gottes Gebot: Du sollst nicht töten Für b;e Nationen ist fein anderes gegeben als für den Einzelmenschen. „Für die Regierungen und die Volke: ist es heilige Pflicht, in ihrem
politischen Leben nach innen und außen der Lehre Chnstt als Wegweiser zu folgen." (Papst Pius XI.) Das ist keine neue Anschauung der Kirche Sie ift nur durch nationalistische Strömungen In den Volkern über- wucher worden Schon ber heilige Thomas von Aquin lehrt: „Der Krieg kann nur ber letzte Ausweg fein, nachdem alle anderen Mittel erschöpft sind: immer ist er ein Bebel und immer darf er nur dem Frieden bienen." Man fragte sich, welcher moderne Krieg nur bem Frieden bient, oder nicht vielmehr Machtge'üsten unb dadurch schon wieder ben Keim zu neuem Blutverg-e- ßen in sich trägt. Darum erwartete Leo XIII schon vor ben Lehren die uns der Weltkrieg gegeben hat daß über bas Recht der Gewalt wieder die „Gewalt des Rechtes" triumphieren müsse. Katholisch denken und handeln verlangt also von uns in llebereinftimmung mit den Erklärungen der Päpste eine ganz entschiedene Friedensgesinnung?)
Dtcse Notwendigkeit wird von ber Frauenseele aus ihrer Naturbestimmung zur Mütterlichkeit heraus eher u leichter eingesehen als vom Mann. Im Wesen der Frau möchte die Menschheit ein Bild der Offenbarung göttlicher Liebe sehen. Groß unb unersetzlich hat sie diele Liebe im Laufe der Jahrhunderte gezeigt in ber Kultur der Familie, in der Gestaltung des Heims. Die Bedeutung dieses ihres ureigensten Wirkungskreises, dessen Einfluß so weit reicht soll ihr ,u tiefst bewußt fern und die Erziehung zum Frieden muß hier ihren Anfang nehmen, wie wir noch sehen werden Neue Zeiten bringen neue Aufgaben. Heute muß die Liebe der Frau umfassender werden, über ben Kreis ber Familie hinaus
') Vergleiche darüber das grundlegende Werk von P. Franziskus Stratmann 0. P. ,Mellkirche und Weltfrieden."
Wanberkleiber aus diesem schmiegsamen, abwechselungsreichen unb vielfarbigen Stoff. Zu Frühjahrs- und Sommermänteln wird weiterhin auch viel Georgette verarbeitet. Schwarz ift ba wieber ausgesprochene Modefarbe. Als Ausputz zu Georgettemanteln wird Lamm- sell getragen, auch weitzer Krimmer hat von feiner besonderen Beliebtheit bei der Damenwelt nichts etngebußt.
Eine besondere Ueberraschung wird für manche Frau der modische Frühjahrshut sein. Man sieht die phantastischsten Formen, und wer geglaubt hat. bi» kleine Toque oder die Kappe werben ihren Siegeszug fortsetzen, ber irrt sich Die Hüte für ben Frühling unb vor ollem für ben Hochiommer werben |o groß wie nur irgend möglich getragen, wobei als Material Stroh, Liiere, Tüll usw gleich beliebt sind. Für bie Uebergangs» zeit scheint sich ber leichte, ziemlich schmucklose Hut durch» zusetzen, während die eigentlichen Sommerhüte sich in einer Fülle von Garniermaterial, vor allem aber Seidenband mit Riesenfchleisen in grotesken Bindungen ge= allen.
vesrlarlsche Keteple fite Die Malerszm.
Blindhuhn.
Einen Suppenteller weiße Bohnen setzt man mit Wasser an unb läßt sie weichkochen. Inzwischen werben grüne Bohnen (Konserven), Mohrrüben. Kartoffeln, Aep- fel und einige Birnen vorgerichtet. Die Bohnen werben falls man nicht gleich Schnittbohnen verwendet, fein geschnippelt, die Mohrrüben werden geschrappt und in kleine Stücke geschnitten, die Kartoffeln geschält und in einige feine Scheiben zerteilt, ebenso bie Aepfel unb Birnen. Man kocht die Gemüse in Wasser unter Butter- beigabe gar, mischt die weißen Bohnen dazwischen und gibt bas suppige Gemüse als Hauptmahlzeit auf ben Tisch. Etwas gehackte Petersilie, wenn man hat, wird vor dem Anrichten darüber gestreut.
Schwarzwurzeln mit Käse.
Will man die Schwarzwurzeln recht hübsch weih haben, so mutz man sie sofort nach bem Schälen in Essig- wasser werfen, bem man etwas Mehl beigesetzt hat. Sie werben in Wasser weich gekocht. Inzwischen reibt man hartgewordenen Schweizerkäse ober Parmesankäse, nimmt bie Schwarzwurzeln aus bem Wasser, streut etwas weißen klaren Pfeffer darüber, schwenkt ein Stück guter Butter bis zum Zergehen darüber unb richtet dos Gemüse gleich an.
Gefüllter Weißkohl.
Gut verschnittener, sauber gewaschener Kohl wird in einem Sieb in kochendem Wasser weich gedämpft. Dann hebt man bas Sieb mit d-rn Kohl heraus, höhlt den Kohl aus unb füllt ihn mit folg.-nber Mischung: Das aus bem Kohl herausgeschnittene Teil wirb fein zerhackt, besgleichen gekochte Möhren, Blumenkohl. Kohlrabi, dann srischgekichtes ober übrig gebliebenes Erbsenmus «Erbsenbrei) unb gehackte Petersilie beigemischt, sowie ein Stückchen Butter, ein Ei unb eine Semmel. Nachdem man ben Kohl hiermit gestillt hat, paniert man ihn und bratet ihn in Butter rund herum braun.
Erbsen, und Graupensuppe.
Ein halbes Pfund Erbsen wird in Wasser mit einem Stich Butter weichgekocht. Das gleiche geschieht mit einem Viertelpfund Mittelgraupen und zwei gehäuften Tellern kleinwürfelig geschnittenen Kartoffeln. Die durch ein Sieb getriebenen Erbsen werben mit ben Graupen unb ben Kartoffeln vermengt, mit Salz abgeschmeckt, gehackte Petersilie beigegeben usw Man rührt die fertige Suppe mit einigen Eidottern ab und schneidet einige Semmelwürfel daran.
Von der Ehe.
Ein Volksspruch aus dem 16. Jahrhundert.
Eine gescheite Frau läßt den Mann wohl wüten.
Aber davor soll sie sich hüten.
Daß sie ihn nicht lasse maulen, Sondern ben Munb ber faulen Durch ein holdselig Gespräch Beizeiten ihm aufbrech
hugenbbünbe aller weltanschaulichen unb polWchen Richtungen ziehen die Jugend in ihren Bann und Eirtt stutz Die Mutter mutz es verstehen zu verhüten, daß der Sohn, bie Tochter, in einen Bund eintritt, in bem das Recht der Faust, die Instinkte bes Hasses unb ber Rache propagiert werben unter ber Maske eines (fa ich verstandenen) Heldentums Nur wo das ed)te He'den- tum eines nach christlichen Grundsätzen gestalteten Lebens das auch die Oeffentlichkeit - Innen- und Außenpolitik — bestimmt, als Ziel aufgerichtet w'rd. da ist katholische Jugend gut aufgehoben. Dann brau» dien wir um Europas Zukunft nicht zu bangen. Doch nicht nur bie Mutter soll aufgerufen werben zum ^ampf für ben Fneden unter den Völkern Jede Frau hat einen Bereich auf ben ihre Gesinnung ausstrahlen kann: Das Parlament die Schule, bas Büro bas Krankenzimmer den Freundeskreis So verschieben auch ihre Arbeit sein mag. In einer finben sich alle Frauen zulammen. Alles wahrhafte Frauenwir'en wo immer es sich vollzieht muß von bem Gedanken durch- glühl fein, daß feine Aufgabe für die menschliche Gesellschaft darin besteht, das von Kott gegebene Leben zu hüten und zu schützen die reügiöfen. sittlichen unb geistigen Werte zu erhalten und gegen jede Bedrohung ’it verteidigen Diele Aufgabe ist in der Losung- „Nie wieder Krieg" Inbegriffen Sie reicht über bie Grenzen ber Nationen hinaus In ihr müssen sich bie Frauen der Erde die Hände reichen unb eine Kette bilden bie kein Kriegswille durchbrechen kann. Den katholischen Frauen sollte das leichter und naheliegender fein al» anderen da sie alle Töchter einer Mutter, der Kirche. rtnb zum Frieden berufen. Den Kindern ber Kirche gilt ja in besonderer Meise das hobepri^erliche Gebet des Herrn- „Heiliger Vater' bewahre sie m beinern Namen bie du mir gegeben hast, damit sie eins seien, so wie auch wir " Wer diese Einheit durch einen Kr'eg zerschlägt, begeht Brudermord wer ihn geschehen lätzt, macht sich mitschuldig. Mögen wir uns darum so verhalten, daß fflntt itnb dis Nachmett uns nicht IdMlIh'l sprechen.