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Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 10

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild", und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Mittwoch, 14. Januar 1931.

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58. Zahrg.

Genfer Denkschrift über die Weit-Agrarkrise

wtb. Genf, 13. Jan. (Eig. Meld.) Die Berichte der Agrarsachoerständigen, die in diesen Tagen in Genf zu Beratungen zusammengetreten sind, sind wie gemeldet, vom Völkerbundssekretariat zu einer Gesamtdarstellung über die Weltagrarkrise verar­beitet worden. Darin tyirb u. a. ausgeführt:

Hauptursache der Krise sind die fortschrei­tende Mechanisierung des landwirtschaft­lichen Betriebes und die Desorganisation, die der Weltkrieg hervorgerufen hat. Es kann kein Zweifel bestehen, daß die Verbesserung der Methoden und des Produktionsproblems das Agrarproblem noch mehr kompliziert haben. Der Krieg hat die Steigerung der Produktion durch die überseeischen Länder verursacht. Nach dem Krieg setzten die Bestrebungen machiwirtschastlicher Autarkie und Protektionismus ein. Im ganzen hat die Landwirtschaft unter diesen Bestrebungen gelitten. Sie war häufig durch die Steigerung der Preise für Fertigwaren begleitet, worunter die Landwirtschaft zu leiden hatte. Die Schwankungen in der Kapitalkraft des Geldes, Inflation und De­flation haben das ihrige zur Agrarkrise beigetra­gen. Die Hauptschwierigkeiten liegen in dem Mißverhältnis zwischen Verkaufs­preis und Selbstkostenpreis.

Der größte Teil der Agrarproduktion hat n o ch nicht einmal das Vor kriegs-Preis- niveau erreicht. Seit dem Jahre 1929 find die Preise stark gefallen. Dieser Preissturz ist stärker gewesen als die Senkung der Preise im Kleinhan­del und für die Lebenskosten. Die schweren Schä­den, die für den Landwirt aus den an sich niedri­gen Verkaufspreisen entstehen werden noch ver­größert durch die ständigen Schwankungen der Preise. Diese Schwankungen sind viel stärker als vor dem Kriege. Die Preise, die der Landwirt erzielt, stehen in keinem Verhältnis zu den Pro­duktionskosten, die ständig gestiegen sind. Die Löhne stellen eine immer schwerere Belastung für den Landwirt dar, obwohl die Landarbeiterlöhne nicht das Niveau der Jndustrielöhne erreicht haben und den Arbeitern ein kärgliches Dasein ermög­lichen.

Der Anteil der Löhne aus den Produktions­kosten schwanken zwischen 40 und 50 Prozent. In Deutschland wird die Situation durch die Ver­schuldung der Landwirtschaft, die auf 12 Mil­liarden geschätzt wird, verschärft. Die Krise wird weiter charakterisiert durch ein abnormes Mißver­hältnis zwischen dem Erlös der landwirtschaftlichen Produkte und den Preisen, die der Landwirt für sein Gerät bezahlen muß. Die Landwirtschaft hat im Gegensatz zur Industrie keine Organisation zur Regelung der Produktion.

Die meisten Sachverständigen glauben, daß d:e Krise erleichtert würde, wenn für die Landwirt­schaft Organisationsformen geschaffen würden, wie bessere Verkaufsorganisationen und weitere Ausbildung des Genossenschaftswesens. Ein entscheidendes Merkmal der Krise ist das Mißver­hältnis zwischen dem Erlös, den der Landwirt er­zielt, und dem Kleinverkaufspreis. Letzterer ist manchmal doppelt so hoch als der Preis, den der Landwirt erhält. Die größte Bedeutung käme nach Ansicht der Sachverständigen einer Ratio­nalisierung des Warenabsatzes durch die Produzenten zu. Hierzu wäre die Mit­arbeit des Staates, die sich u. a. auf eine behörd­liche Preisfestsetzung erstrecken müßte, nötig. Man denkt an die Schaffung von Getreide-Depots, Ge­treidemonopolen und die internationale Ausdeh­nung solcher und ähnlicher Organisationen.

Zur Frage der Schulden-Reduzierung.

wtb. Newyork, 13. Jan. (Eig. Meldg.). Die hiesigen Bankkreise kommentieren b e i f ä l l ig den Vorschlag zu einer Schuldenreduzierung, die der Präsident der Governing Board der Chase Na- tionalbanc, Wiggins, gemacht hat, obwohl vielfach der zeitweilige Ausweg eines Moratoriums an Stelle einer endgültigen Herabsetzung empfoh­len wird. Von eilter Seite wurde bemerkt, daß eine Herabsetzung der Schulden eine Unbilligkeit gegen die Inhaber der amerikanischen Bundes- Änleihen sei, da deren Amortisation zum wesent­lichen Teile auf Zahlungen der Alliierten beruhe. Von anderer Seite wird geltend gemacht, daß die Schulden der Alliierten wie andere internationale Schulden voll beglichen werden sollen. Newyork Times bemerkt auf Grund ihrer Informationen aus Walstreet, daß manche führende Bankiers zwar gleichfalls von den wirtschaftlichen Vorteilen einer Schuldenreduktion überzeugt seien, indessen sich ungern zu dieser Neberzeugung bekenn­ten, da ihnen häufig aus politischen Kreisen der Vorwurf gemacht werde, daß sie um das Wohl Europas mehr besorgt seien als um das der Ver­einigten Staaten. Wiggins Aeußerungen werden daher allgemein als ein sebr mutiges Be­kenntnis angesehen. Auch der Präsident der Co- lumbia-UnioersiLät, Butler, ein führender Republi­kaner, bezeichnet Wiggins Darlegungen als eine heilsame Erklärung.

Während die republikanische Herald Tribüne vorläufig die Vorschläge Wiggins mit Schweigen übergeht, äußert sich die Newyork Times in einem Leitartikel durchaus zustimmend und bemerkt dazu, Wiggins könne eine Bekräftigung feiner Anschau­ungen in dem früheren Jahresbericht Mellons fin­den, der ein wirtschaftlich gesundes Europa als von größerem Wert für die Vereinigten Staaten be­zeichnet habe als jede Eintreibung von Schulden. Allerdings, fährt Newnork Times fort, darf man nicht erwarten, daß dieses Problem dem Kongreß oder der Washingtoner Regierung einleuchtend er­scheint. Die Schulden-Reduktion ist gegenwärtig noch nicht reif für eine Erörterung, obwohl diese Erörterung zweifellos im Laufe der nächsten Zeit kommen wird. Auch Wiggings selbst schlägt kein- praktischen Schritte vor, aber die in seinem Jahresbericht niedergelegten Grundsätze sind stich­

haltig, auch wenn sie im gegenwärtigen Augen­blick der breiten Masse und der Regierung nicht annehmbar erscheinen. Sie sind aber in Worte der Wahrheit und Nüchternheit gekleidet, die schließlich zur Geltung kommen müssen, wenn die Herrschaft der Vernunft gesichert ist.

World führt in einem Leitartikel aus, Wig­gings als Leiter der größten Dank in den Ver­einigten Staaten sprechen offenbar im Namen einer großen Gruppe wirtschaftlich führender Persönlich­keiten in den Vereinigten Staaten. Allerdings wichen seine durchdachten Absichten stark von der politischen Einstellung Washingtons ab. Sein Bericht sei eine schwere Anklage gegen das Dunkel­männertum, das den Amerikanern den Hawley- Smoot-Tarif und die Farmerhilfe gegeben habe und das sich weigere, das Schuldenproblem in ir­gendeiner anderen Form als einer streng gesetz­mäßigen zu betrachten. Aber der Lauf der Ereig­nisse zeuge für die Richtigkeit der Wiggins- schen Auffassung.

Newyork Times berichtet aus Washington von dem großen Interesse für Wiggins Vorschlag in politischen Kreisen. Offiziell werde jedoch der Standpunkt eingenommen, daß eine Schulden­reduzierung auf die Wirtschaftslage vonwesent- lichem Einfluß sei.

Mr Brüning.

Reichskagung des Christlich-Sozialen Volksdienstes in Kassel.

Die Reichsparteileitung, die Reichstagsfraktion, sowie die Landtagsabgeordneten aus den Ländern Preußen, Württemberg, Sachsen und Baden des Christlich-Sozialen Volksdienstes behandelten auf einer in Kassel abgehaltenen Reichstagung die ge­genwärtige politische Sage. Nach eingehender Aus­sprache wurde der einmütigen Auffassung Ausdruck gegeben, daß der besondere Wert der ge­genwärtigen Regierung darin beruhe, daß sie sich frei von parteilichen und fraktionel­len Bindungen halte. Der Christlich-Soziale Volksdienst erwarte, daß die Regierung Brüning diese Haltung nicht durch Beteiligung an irgend welcher Parteiengruppe aufgibt. Mit starker Be­tonung wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit allen Kräften eine Umstellung der Außenpoli­tik im Sinne einer aktiven Revisions­politik zu erstreben. Der Reichstagsfraktion wurde einmütig das vollste Vertrauen ausgespro­chen und ihr -für die zukünftige Arbeit im Reichs­tage volle Handlungsfreiheit gegeben.

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CNB. Berlin, 13. Jan. (Eig. Meld.) Der Füh­rer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeord­neter D i n g e l d e y, hat sich gestern einer Kie - fern-Operation unterziehen müssen. Wie wir erfahren, wird er jedoch in wenigen Tagen wieder hergestellt sein.

Eine sachliche Stimme.

Die Berichterstattung der Hugenberg-Presse über die Ostland-Reise des Kanzlers Brü­ning ist hier schon gebührend gekennzeichnet wor­den. Daß die Kennzeichnung berechtigt war, geht deutlich aus der Tatsache hervor, daß die „D eutsche Tageszeikun g", die auch zum deutschnationalen Lager gehört, von sich aus die hier gerügte Tonart aufs entschiedenste verurteilt, wobei ihr vor allem Aeußerungen der „Deutschen Zeitung" vorgeschwebt haben dürften, die für die Informations-Reise Ueberschriften anwandte, wie „Die Fahrt im S a lo n,-W a g e n". Die „Deutsche Tageszeitung" bringt folgende Stim­me aus Ostpreußen:

„Der Besuch des Kanzlers, auf leider nur wenige Stunden zusammengedrängt, aber bis zur letzten Minute mit Vorträgen und Orientierun­gen ausgefüllt, wird in der gesamten hinterpom- merschen Landwirtschaft mit großer Dank- b a r k e i t begrüßt. So bedauerlich es war, daß der Kanzler insbesondere für die Darlegung der Verhältnisse der Stadt Stettin und für Vorpom­mern keine Zeit gefunden hat, so erscheint es als bedeutsames und entscheidendes Symbol, daß der erste Beamte des Reiches in einer Reihe von Ta­gen gewissermaßen die Ostfront abgefah­ren hat. Es handelte sich zur Hauptsache darum, Eindrücke zu erhalten und unmittelbare Fühlung mit Persönlichkeiten zu bekommen, um zweifellos im großen Rahmen feststehende Pläne zu vertiefen und zu gliedern. Gerade in den Kreisen der Land­wirtschaft mit großer Genugtuung erkannt wurde das außerordentliche Sachverständnis, mit dem der Kanzler Kernfragen der Agrar­politik bis in ihre Einzelheiten kannte und sich ihre sachlichen Beurteilungs­merkmale zu eigen gemacht hatte. Besonders in den Besprechungen der Referate im Eisenbahnwagen des Kanzlers selbst bot sich Gelegenheit zur Fest­stellung, daß auch die Spezialisten ein­zelner agrarischer Teilgebiete mit ihren ganzen Kenntnissen aufwarten konnten, ohneaufman- gelndes Verständnis zu stoßen. Das liegt zweifellos zum guten Teil daran, daß der Reichs­kanzler immer wieder Gelegenheit genommen hat, die P r o b l e m e des deutschen Ostens in ihrer ganzen Schwere zu durchdenken und zu be­sprechen. Wenn ihm heute von bestimmter poli­tischer Seite der Vorwurf gemacht wird, es habe sich um „Informationen am laufenden Band" ge­handelt, so kann dazu gesagt werden, daß sich für die politische Richtung der genannten Kritik Ge­legenheit genug geboten hätte, r ech t z e itig Fühlung mit dem Kanzler zu suchen.' Denn das scheint uns im Augenblick im Vordergrund der Ost­fragen zu stehen: Eine weitgehende Ver­

sachlichung positiver Agrarpolitik, die genau wie Wehrhaftigkeit eine Vor­aussetzung nationalen Lebens i st. Die rein parteipolitische Behandlung die­ser Frage verrät eine Einstellung, der es weniger auf wirkliche Hilfe, als auf parteiegoi« stische Tendenzen ankommt."

Leider werden die Betroffenen diesen Tadel nicht verstehen und erst recht werden die bedau­ernswerten Leser dieser radikalen Blätter die sach­liche Bewertung der Bemühungen des Kanzlers nicht zu Gesicht bekommen.

Die polnische Hofe

zur deutschen Beschwerde in der Minderheitenfrage.

wtb. Warschau, 13. Januar. (Eig. Meld.) lieber die an das Sekretariat des. Völkerbundes über­sandte polnische Note, welche die polnische Antwort auf die deutsche Beschwerde in der Minderheiten­frage darstellt und aus vier Teilen und zehn Anlagen besteht, wird heute.von der Agentur Iskra eine Inhaltsangabe veröffentlicht.

Danach behandelt der erste Teil der Note die grundsätzliche Rechtslage. Er bemüht sich, den Nachweis zu führen, daß der deutsche Schritt den Rahmen der Minderheitsfrage verläßt und unmittelbaren politischen Charakter trage. Diese Haltung habe sich in dem von der deutschen öffent­lichen Meinung geführten Pressefeldzug noch ver­schärft, der sich angeblich auf irrige Tatsachen und Vorurteile stütze.

Im zweiten Teil werden die deutschen Klagen wegen Erschwerung deutscher Wahlbe­teiligung in Ostoberschlesien der Reihe nach untersucht. Diese Ausführungen sollen dazu be­stimmt fein, die deutschen Klagen auf Grund an­geblicher tatsächlicher zuverlässiger Unterlagen zu widerlegen. Die polnische Behauptung wird dabei wiederholt, daß die während der Wahlzeit einge­tretene Erregung der Gemüter in Ostoberschlesien nur die Rückwirkung gewesen sei, welche der angeb­liche Terror gegenüber der durch Minderheitsver­träge ungeschützten polnischen Minderheit in Deutsch­land auf die polnische öffentliche Meinung aus­geübt habe. Ebenso habe die von Deutschland aus betriebene Bewegung gegen die Unantastbarkeit des polnischen Staates int polnischen Volke Unruhe hervorgerufen und dem Treuverhältnis der pol­nischen Minderheit zu dem polnischen Staat ge­schadet.

Im dritten Teil versucht man den Nachweis zu führen, daß die Streitfälle während der Wahl­zeit den Charakter gewöhnlicher Wahl- zwischenfälle gehabt hätten, die nicht mit den Wahlzwischenfällen in einigen Ländern, zum Bei­spiel in Deutschland, verglichen werden könnten, wo die Erregung der Parteileidenschaften sehr ernste Formen angenommen und eine Reihe von Opfern gefordert habe.

In bet Zusammenfassung im Schlußteil werden alle diejenigen polnischen Maßnahmen bekannt ge-

Am Montag hat im R e i ch s a r b e i i s m i n i­st e r i u m die bereits anaekündigte Besprechung zwischen den Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen stattge­funden, die die Frage der Einführung einer Arbeitsdienstpflicht zum Gegenstände hatte. Nach der in der Oesfentlichkeit bereits be­kannt gewordenen Stimmung war es nicht zu ver­wundern, daß sich auch bei dieser Konferenz durch­weg eine ablehnende Haltung gegenüber den dem Reichstage vorliegenden Anträgen verschiede­ner Parteien auf Einführung der Arbeitsdienst­pflicht gelten!) machte.

Es ergab sich nach der Aufstellung des Reichs­arbeitsministeriums, daß etwa eine halbe Million Jugendlicher (ohne Frauen und Mädchen) der Arbeitsdienstpflicht unterliegen würde, wenn nur ein einziger Jahrgang herangezogen werden sollte. W o sollten diese Dienstpflichtigen

geben, welche von den örtlichen und zentralen Ver­waltungsstellen im Zusammenhang mit den Vor­fällen erlassen worden sind. ,

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Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite: Der von polnischer Seite unternommene Ver­such, den deutschen Beschwerden einen politi­schen Anstrich zu geben, dient nur der Verschleie­rung der wirklichen Sachlage und ist gleichzeitig eine Anerkenntnis der Schwäche des polnischen Standpunktes. Die deutschen Beschwerden sind nicht Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck, um dec deutschen Minderheit den Schutz zu gewährleisten den sie auf Grund der von "den Polen über­nommenen Verpflichtungen eigentlich haben mußten, aber .tatsächlich nicht haben.

Es gibt keinen Terror gegen die polnische Minderheit in Deutschland, und in den wenigen Fällen geringfügiger Natur und lokaler Bedeutung, die gegen die polnische Minderheit als solche ge­richtet gewesen sind, hat die deutsche Polizei stets rücksichtslos durchgegriffen, sofort Untersuchungen eingeleitet und die Schuldigen der Bestrafung zugesührt.

Umgekehrt hat in Polnisch-Oberschlesien sich der Terror nicht nur unter Duldung, sondern teilweise sogar unter aktiver Begünstigung der pol­nischen Polizei abgespielt. Ein Vergleich zwischen den beiderseitigen Formen der Minderheitenbehand­lung kann also nur zu Ungunsten Polens ausfallen und ist nicht geeignet, um stimmungsgemäß die unerhörten Vorgänge in Polnisch-Oberschlesien zu erklären.

Die deutschen Minderheiten in Polen würden glücklich sein, wenn sie der Behandlung teilhaftig würden, die die polnische Minderheit in Deutsch­land genießt.

Die polnische Regierung hat durch ihre Gesandt­schaft in Berlin wegen Ueberfliegung deutschen Gebietes durch polnische Militärflieger der Reichs­regierung ihr Bedauern ausgesprochen.

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wtb. Genf, 13. Jan. (Eig. Meld.) Der stän­dige Delegierte Polens beim Völkerbund, Sokalhat heute vormittag dem stellvertretenden Generalsekre­tär Avenol die angekündigte Note der polnischen Regierung überreicht. Die Note, die 30—40 Schreib- maschinen-Seiten umfassen soll, wird erst an einem der nächsten Tage im Wortlaut veröffentlicht wer­den.

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wtb. Gens, 13. Jan. (Eig. Meld.) Wie verlau­tet, soll die Petition des Deutschen Volks­bundes über d i e Unterdrückung der deutschen Minderheit in polnisch Ober­schlesien vom Völkerbundssekretariat, dem Antrag des Volksbundes entsprechend, als dringlich er­klärt worden sein. Das würde bedeuten, daß die Petition ebenso wie die Beschwerden der deut­

beschäftigt werden? Und womit? Wie sollte ihre Verteilung erfolgen? Wie sollte ihre A u s r ü ft u n g mit Arbeitsgerät und Arbeitsklei­dung durchgeführt werden? Schon in dieser orga­nisatorischen Frage ergaben sich ungewöhnliche Schwierigkeiten. Die wichtigsten Bedenken wur­den gegen die Produktivität dieser Arbeits­dienstpflicht geltend gemacht. Es wurde berechnet, daß die Organisation allein mindestens das Vierfache des Betrages erfordern würde, den man bei der Arbeitslosenversicherung eventl. ein- sparen könnte, wenn man überhaupt die Möglichkeit hätte, einen wesentlichen Bruchteil des arbeits­dienstpflichtigen Jahrganges wirklich produktiv zu beschäftigen.

Die Reichsregierung, die aus ihren Zwei­feln von Anfang an kein Hehl gemacht hat, wird, wie verlautet, zu den Ergebnissen der Enquete in nächster Zeit Stellung nehmen und auf Grund der ablehnenden Gutachten erklären, daß sie keine Ver­anlassung sehe, sich mit den Vmichlägen einer Ar» beitsdienstpflicht weiter zu befassen.

Der Ruhrschiedsspruch verbindlich.

Die Schlichlerkommisston.

Von links-nach rechts: LandesarbeitspräsidentDr. Link-Hannover, Prof. Dr. Brahn-Dortmund und Oberbürgermeister Dr. Bracht-Essen. Die Schlichter im Ruhrkonflikt haben den durch Not­verordnung erlassenen 6prozentigen Lohnabbau für verbindlich erklärt.