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bekennen, machen mir das In der Tat sind jene für das Kreuz geschlagen, die Gottes makellos im Leben

ie Zeitungs Reklame

ist von allen Reklamen dl« wirkungsvollste und wird es infolge ihrer Villigkelk und <kia- fachheil auch bleiben.

heiligen drei Personen Zeichen des Kreuzes, ihr ganzes Leben an

Ausschank der beliebten hiesigen Unionbiere, Löwenbräu und Dortmunder

zeichnet mit dem Heiligen Zeichen des Baters, des Sohnes und des Geistes.

Friedrich Muckermann 5.1.

Sprengstoff, Zündschnur und Sprengkapseln für Ftt’i’a und Umgebung liefert nur gegen Sprengstofferlaubnisschein

Wenn der Herr das Haus nicht baut...

Von Kardinal Faulhaber*)

Wenn der Herr das Haus nicht baut, plagen sich die Bauleute vergebens. ' Wenn der Herr dis Stadt nicht bemacht, wachet ihr Wächter vergebens.

Das Merkliedchen mit den zwei volkstümlichen Beispielen aus dem täglichen Leben ist eine dich­terische Umschreibung des Sprichwortes: „An Got­tes Segen ist alles gelegen", oder des Pauluswor- tes (1 Cor. 3, 7): „Weder der Pflanzende noch der Begießende ist etwas, sondern Gott, der das Ge­deihen gibt", oder wie es in einem alten Kirchen­lied übersetzt wird: „Umsonst ist aller Manschen Müh' im Pflanzen und Begießen, wenn nicht durch Dich, o Herr, aus sie des Segens Ströme fließen." Die äußeren Handlangerdienste werden freilich von

Die Sonntage nach Pfingsten.

Von G o e r g e.

Die Sonntage nach Pfingsten bilden im Gefüge des Kirchenjahres eine besondere Gruppe. Sie sind kein eigener Festkreis, man kann sie eher ansprechen als Ausklang des Osterfestkreises. Zu Ostern war das göttliche Leben den Christen in Taufe und Tauferneuerung gegeben worden und dieses Leben sollten sie im Laufe des Jahres, besonders an den Sonntagen durch die hl. Eucharistie nähren und zur Reife bringen. Das stand den ersten Christen immer als großes Geheimnis des Kirchenjahres vor Augen, daß Christsein nicht bloß Gabe, sondern auch Aufgabe ist. Der Sommer ist in der Natur und im Kirchenjahr somit die Zeit ruhigen Wachs­tums und froher gesegneter Arbeit. Die Sonntage als die Herrentage mit ihrem Höhepunkt, dem ge­meinsamen Gottesdienst, wollten immer wieder den Gläubigen, die eine Woche lang im Weltgetriebe sich selbst überlassen waren und vom Weltgeist nicht ganz unberührt geblieben waren, im Geiste der Kirche erneuern und ihr inneres Leben steigern und fördern.

Mit diesem Naturmotiv klingt der Christusge- danke harmonisch zusammen. Der irdische Lebens­wandel des Heilandes ist abgeschlossen, aber er lebt fort im Himmel, und vom Himmel herab läßt er Ströme von Gnade herniedertauen aus die Kirche, seine von ihm erlöste und mit seinem Geiste betraute Braut. Daraus ergeben sich die Teil­motive, daß die Kirche danksagend zurückblickt auf Oftern, den Tag der Erlösung, Verfolgung und Weltgeist will die Kirche und ihre Kinder von ihrem Bräutigam trennen, in Demut blickt darum die Kirche auf und erwartet voll Sehnsucht die Vereinigung mit ihm.

Wir heutigen Menschen, die gern alles in System bringen, möchten in die Liturgie der 24 Sonntage nach Pfingsten eine Einheit und einen Gedankenfortschritt bringen. Von allen möglichen Seiten ist man da herangegangen,liturgiegeschichtlich und vom Aufbau der Orationen und Lesungen her. Die Frage ist liturgiegeschichtlich schwer zu lösen, da die Geschichte der Meßformulare der Sonntage nach Pfingsten eine sehr verwickelte ist. Der ge­dankliche Ausbau in den Lesungen spricht wohl

Das Heilige in der Sensalionspreffe.

Von Joseph Peters.

Wir sind längst gewöhnt, daß Religion und Kirche von der sozialistischen und kommunistischen Presse in der Karikatur verhöhnt werden. Jeder kennt den Geldsackpfaffen aus den Titelbildern des „Wahren Jakob", wie sie schon vor dem Kriege er­schienen. Während die sozialistische Karikatur die Religion und ihre Diener als Büttel des Kapitalis­mus verspottet, zeigt die kommunistische uns die Kirche als „Opium für das Volk". Unter neuem Titel die alte Sache! Und doch ist ein Unterschied da. Der russische Kommunismus hat die Dämo­nie, den Satanismus in die Karikatur gegen die Kirche hineingebracht. Der Durchschnittssozialist haßte die Religion als Ausbeutungsinstru- ment der herrschenden Klasse, der russisch« Edelkommunist hat sich allmählich zum rein weltanschaulichen Kämpfer gegen die Religion entwickelt. Beide Karikaturmethoden tun uns weh, die letztere mehr als die erstere. Wir erkennen sie aber sofort in ihrem religionsfeindlichien Kampf­charakter.

Es gibt eine andere Art von Presse, die sich bisweilen der Religion bemächtigt: die sinnlich mondäne und die Spottpresse. Die „Ju­gend" hatte den sinnlich-mondänen Typ vor dem Kriege zuerst besonders raffiniert entwickelt. Wir wunderten uns nicht, wenn unter den Bildern ge­schminkter Lebedamen auch einmal eine ekstatisch verzückte Nonne am Betpult dargestellt wurde. Hätte man damals schon die Lehre Freuds ge­kannt, daß man den sexuellen Urtrieb des Men­schen religiös „sublimieren" kann, wir hätten zwei­fellos der „Jugend" geraten, ihre religiösen Ty­pen zu Freud zwecks Belehrung in die Sprechstunde zu schicken. Wir empfanden solche Karikaturen als pervers und erkannten ihren Kampfcharakter.

Wenn der „Simplizisiimus" in rein zerfetzender Kritik, die weder an Gott noch an den Menschen etwas Gutes ließ, gelegentlich den saudummen Vierpfarrer Loisl mit dem Seidel darstellte, viel­leicht sogar in väteAicher Nähe von Dirnen, so spuckte man innerlich aus vor diesen Gemeinheiten. Man erkannte den Kampfcharakter gegen Religion und Kirche. Durch alle diese Kampfmethoden wurde die Religion nicht kompromittiert, weil der Gegner seinen Abstand von der Religion deutlich markierte und sich höchstens selbst kompromittierte.

Heute etckeben wir etwas Neues. Unisere Il­lustrierten vor allem suchen auch religiöse Stoffe und Erzeugnisse in den Bereich ihrer Scnsa- tionsmache hineinzuziehen. Sie tun dies aus rein geschäftlichen Interessen. Denn man beobachtet,

Gasthof „Zum Karpfen“

das Bild des Heiligen bewahren. Dieses Bild im menschlichen Ebenbild abzubilden ist Kern und Stern aller Erziehungs­arbeiten. Schwer ist es, aus dem harten irdischen Stoff ein solches Kunstwerk zu bilden. Dieses Bild wie eine heilige Fahne durch die Stürme der Zeiten zu tragen, ist hartes Kriegerwerk. So aber sollte es fein: Immerfort sollte man es dem Christen ansehen, welch ein heiliges Zeichen seine Seele prägt. Man sollte es sehen, nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Welt, in der Familie, im Be­ruf, an der Kleidung, an der Haltung im stillen Heim und auf dem lauten Markt, ja selbst im Theater, in der Börte und im Strandbad. Ist das wirklich der Fall? An diesem hochfestlichen Sonn­tage wollen wir darüber nachdenken, ob wir wirk­lich das heilige, das hohepriesterliche Geschlecht sind, das wir nach den Worten des Apostels sein wol­len. Ein Geschlecht, das sich nicht nur äußerlich

Sonntag Trinitatis

Eingangslied: Tob. 12, 6.

Benedicta sit sancta Trinitas . . .

Gepriesen sei die heilige Dreifaltigkeit und un­geteilte Einheit. Laßt sie uns preisen, weil sie ihre Barmherzigkeit an uns erwiesen hat. (Ps. 8,2.) Herr, du unser Herr, wie wunderbar zeigt sich dein Name auf der ganzen Erde!

Evangelium: Matth. 28, 18—20.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, lehret alle Wiker, tau­fet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles hal­ten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch, alle Tage bis ans Ende der Welt.

„Heilige Zeichen-.

Der Ausdruck „Heilige Zeichen" stammt Titel eines Buches, das seiner Zeit Guardini uns geschenkt hat. Eines der wichtigsten dieser Heiligen Zeichen ist das Kreuzzeichen. Heilig ist es, weil es uns an das Höchste und Heiligste erinnert, das es gibt, an den Drei-Persönlichen Gott. Es sagt aber dieses Zeichen, daß wir auf den Namen des Dreieinigen getauft sind. Es sagt, daß wir ihm restlos zugehören. Esl sagt, daß das Leben des Dreieinigen auch unser innerstes Leben ist. In Wirklichkeit haben alle drei Personen Wohnung ge­nommen in der Se--le^deS Gerechten. Darum ist

*)Wir entnehmen den obigen Abschnitt dem Werke: .Die Vesperpsalmen der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen erklärt". (8'\ 342 Seiten. Ganzleinen 8.50 Mark. Verlag Kasel u. Pustet. München). Der auf höchster Warte stehende Kirchenfürst erschließt in detn Buche oie Wahrheit und Schönheit der Psalmen in einer Form- die die ewig gültigen Werte der Psalmen wirklich fruchte bar macht.

Ans den Missionen.

Weihe eines neuen Bischofs der Eismission.

Aus Ottava (Kanada) wird gemeldet: Der Ap. Delegat von Kanada weihte am 1. Mai in Ottava Msgr. Joses Guy O. M. I., den Nachfolger des greifen Erzbischofs Grouard des Indianerapostels und Eskimomissionars im hohen Norden, zum schos. Vier Erzbischöfe wohnten der Feier bei. Bei dem von der Universität Ottava gegebenen Festmahl erinnerte Kardinal Rouleau von Quebec an die schönen Erinnerungen eines langen Herois­mus, den die Oblatenmissionare in der Evangelisation der Nomadenstämme de? Nord- westens zeigten Die Oblaten hätten allein das Missionswerk in die eisigen Polarländer getragen, in d i e schwierigsten Missionen der ganzen Welt. Der neue Bischof kennt fein Ar­beitsfeld genau. Er kommt aber in eine Zeit des Ueberganges, wo es gilt, nach Möglichkeit auch bte weiße Bevölkerung, die der Fortschritt des Land­baus und der Industrie in den Hohen Norden führt, kirchlich zu organisieren.

von den Grundzügen des christlichen tätigen Glau­benslebens, von dem Leben in Christus durch die Pflege der drei göttlichen Tugenden. Jedoch ist dieses nicht recht die Art der alten Kirche. Sie stellt vielmehr Sonntag um Sonntag in bunter Folge die Mysterien der Erlösung vor Augen, meist Tauferneuerung und Parusienwertung. Also öfter« motiv, Wiederkunftgedanke und Leid- und Kampf­motiv leuchtet hervor. Und in ihrem anspruchs­losen Gewände bergen die Sonntage nach Psing- ften einen außerordentlichen Reichtum an Schönheit und Leben, an Geist u. Gemüt. Die ganze liebende sehnende Seele der Kirche tritt hervor und will dem betrachtenden Gemüt diese Gedanken tief ein« pflanzen, denn Kirche heißt Erzieherin zu einem anderen Christus. Diese Gedanken über die ßiturgte der Sonntage nach Pfingsten wollen nur andeuten, was das Christenherz alles aus den Sonntagen der Nachpfingstzeit für sich herausentnehmen kann. Man hat feit Jahren eine liturgische Bewegung, und diese Bewegung heißt nichts anderes als hin zu den Quellen der Liturgie. Und litur­gische Bewegung ist nichts wesentlich Neues. Denn in früheren Zeiten ließ man die Kinder, weil auch die Familie in den Kreis des Kirchenjahres etnge- fpannt war, sich naturgemäß einleben in das reli­giöse Leben und somit in die Liturgie, dann kam aber von feiten der Pädagogik her der absichtliche planmäßige Unterricht. Doch Gottesdienst will keine Moralpredigt sein, er soll ja Gottesdienst sein, und Kott brauchen wir keine sittlichen Betrachtungen vorzutragen. Die Liturgie will uns in einem höheren zweckfreien Leben des Glaubens, der Hoff­nung und der Liebe aufatmen und froh werden lassen. Sittliche Anregungen geben sie ja in Fülle, die ungezählten liturgischen Gebete schlagen Brücken vom Gottesdienst zum Leben, flehen um Gnade, das hier erhalten« Gnadengut im Leben zu be­wahren und das Leben danach und damit zu ge­stalten. Dieise indirekten 2tnregimgen zum Selbst­suchen und Selbstfinden sind durchaus wertvoll, weil Selbsttätigkeit im Menschen Freude bewirkt. Mit dem kleinen Meßbuch in der Hand wird der katholische Christ und auch schon das Kind Begreifen der Liturgie und Leben mit der Kirche fast von selber lernen. Und in der Nachpfingstzeit nimmt bann jeder das, was er erworben hat in der Reihe der kirchlichen Hochfeste, von der Höhe der Som­merzeit herab zum neuen Advent, und mit diesem hl. Erbgut beginnt er dann die neue Entwicklung. Von Jahr zu Jahr wächst er so seinem ewigen Urbild Christus entgegen und höher hinauf.

die Seele des Christen' das Zelt des dreimal Hei- wir aber uns zu diesen

daß in der Masse wie zu allen Zeiten wenigstens ein verschwommenes Bedürfnis "ach Religion ff zustellen ist. Wir sprechen hier selbstverstandr.ch nur von jenen Massen, die sich vomKirchentum und der positiven Religion überhaupt bewußt oder unbewußt losgelöst haben. Jede Grundtatsache des Menschenlebens berucksichttgt die Sensationspresse, um ihren Absatz zu stei­gern, also auch die Religion. Und sie tut dies mit einem gewissen Wohlwollen und -mer gewoll­ten „Objektivität". Der "Weltspiegel des Ver­lages Rudolf Moste bringt am 18. Mar 193C) auf der ersten Seite ein Titelbild von Kaplan Fahle . In Sutane und Zingulurn bearbeitet „der bekannte junge Geistliche" einen Trainmgs-Boxball. Ein Glück, daß er noch nicht Pfarrer ist! Pfarrer klingt zu gesetzt und ernst. Für einen „jungen ne­benbei nicht mehr so ganz jungeni — "Kaplan schwärmt man in Berlin mehr. Man dreht die Illustrierte um und zuckt zusammen. Auf der letz­ten Seite ist ein widerlicher „Harem nackterSchau- fenfterfiguren" dargestelt. Armer Kaplan Fahlel■ Wußten Sie, daß man die Bilder aus Ihrer Wirk­samkeit, die vielleicht einer Ihrer jungen Freunde ohne Ihr Wissen zum Weltspiegel trug, m solcher Umrahmung bieten würde? Es sind noch mehrer Bilder von Ihnen in der Illustrierten. Warum haben Sie sich überhaupt in solch sensationellem „Sportdreß" photographieren lassen? Die Sutane wirkt als Sportkleidung weder ästhetisch schon noch sportlich überzeugend. Wer immer die Schuld an dieser bedauerlichen Reklame tragt: sie kompro­mittiert die Religion, weil sie unter dem Sch-m des Wohlwollens, nicht des Hasses auftritt. Stei? Art religiösen Wohlwollens breitet sich immer mehr in der Zeitschriftenpresse aus. Man hat of. den Eindruck, als ob die Redakteure der Illustrier­ten solche Bilder aus einem rein psychologischen In­teresse brächten oder aus einem eigenen Gefühl des Unaenügens an der bisherigen seichten Kost, die sie dem Publikum boten. Ein religiös fememp- finbenber Mensch empfindet solche Bilder, umrahmt von Albernheiten und Nuditäten, als eine Pro­stituierung des Religiösen. Ist es nicht widerlich, wenn der Papst auf'dem Thronsessel oder bie;seg« nung eines Flugzeuges durch einen italienischen Bischof neben weitausgeschnittenen Filmdivas bat= gestellt werden? Es gibt heute Boulevardblätter, die einer ganz seichten Lebenskultur das Wort re­den und doch ohne Wimperzucken ernsthafte Ar­tikel über Konnersreuth neben Bilderbogen ihres Sportmädel-Wettbewerbs bringen. Ob sich die Her­ren Redakteure dieser Blätter bewußt sind, daß sie dem Kulturbolschewismus ein Stück Arbeit abneh- men? Zwar arbeiten sie nicht mit dem roten Farbtopf der Kommunisten. Aber ihre Art von Religionspropaganda ist ein Giftgas, das gerade auf die geistigen Lungen jener Masten, in denen noch ein Funke vom Göttlichen lebt, zersetzend wirkt. Die Religion wird nicht tompromittiert, wenn eine rote Sprengbombe an einer Kirchtür platzt, wohl aber, wenn unter dem Schein der Objektivität ihre Hoheit und Heiligkeit zur Sensa­tionserzeugung und zum Geldmachen mißbraucht wird.

Am 21. Mvi erschien die zweite Nummer einer neuen Bilderzeitschrist des Frei-Werkverlags, Ber­lin. Die erste soll aar nicht ganz in die Oeffent- lichkeit gelangt sein. Auf der ersten Seite nun bringt dieses neue Blatt, das sich „Die Bunde Illu­strierte" nennt, das Bild eines Gepäckträgers von Oberammergau, der ein etwas bigott aussehendes Fräulein zum Quartier bringt. Innen findet sich ein recht objektiver Bericht über das Festspiel. Eine gewisse Kulturkritik kann man der Zeitschrift nicht verübeln. Oberammergau ist durch die äußeren Umstände (Sensationsmache der amerikanischen Reisebüros und kapitalistische Wirtschaftsorganisa­tion) jedenfalls teilweise auch ein katholisches Kül- turproblem geworden. Aber die Zeichnungen des Passionsspieles in der neuen Illustrierten wirken absolut erkältend. Die Religion ist hier zur Dirne der Sensation herabgewürdigt. Und wenige Sei­ten später findet man eine große ausführliche Schmutzanzeige von vornographischer Literatur. So behandelt die Sensationspresse das Heilige, scheinbar freundlich und objektiv. Aber diese Art von Religionsfreundlichkeit tut uns mehr wxh, als der Haß der Gegner. Jene besudeln das Heilig­tum der Religion von außen, diese von innen.

Menschenhand geleistet, der innere verdienstlich« Wert der Arbeit aber und der Segen als Bürg­schaft einer langen glücklichen Zukunft ist eine Zu­gabe aus der Hand des Herrn, eine Gnade des Himmels.

,W«nn der Herr das Haus nicht baut, plagen sich di« Bauleute ver­gebens." Sie mögen mit dem ganzen Aufge­bot menschlicher Technik Stein auf Stein setzen, der Herr kann mit spielender Hand auch einen Turm­bau von Babel oder einen Quaderbau von Sa« maria (Js. 9, 10) wie ein Kartenhaus über den Haufen werfen. Anderseits mag ein Bau wie der nachexilische Tempel von Menschen mit wenig Bau­material und wenigen Bauleuten begonnen wer­den, er wird doch glücklich vollendet, wenn der Herr als unsichtbarer Baumeister die Bautätigkeit leitet und segnet. So spricht der Psalmist einen Zimmermannsspruch über jedes neue Haus.

In der Sprache der Bibel bedeutet die Redens- art „ein Haus bauen" soviel wie „einen eigenen Herd, eine Familie gründen" (vgl. 2 Sam. 7, 11). Auch da müssen alle Berechnungen und Bemühun­gen ohne den Segen des Herrn fehsichlagen. Auch wenn aus lebendigen Bausteinen das Heiligtum der Ehe aufgerichtet werden foll, wird auf Sand ge­baut, wenn nicht der Herr das Glück des Hauses grundlegt und ausbaut. So spricht der Psalmist einen Haussegen über jede Familie.

„Wenn d e r H e r r d ie St ab t nicht b c- wachet ihrWächter vergebens. Wenn ,der Wächter Israels, der nicht schlummert und nicht schläft" (Ps. 120, 4), am Stadttor sein wach cmes Auge abwendet und seinen schützenden Arm zurückzieht, ist alle Mühe des Türmers vergebens. Die Gründung eines eigenen Hauies und Herdes ist die höchste Sorge für den einzelnen Menschen, die Bewacbung der Stadt die höchste Sorge einer Gemeinde von Menschen. Der Psalm will also ja- gen: Es mag sich um private oder um öffentliche Unternehmungen, um die kleinen Sorgen des häus­lichen Lebens oder um die großen Fragen des öffentlichen Lebens handeln, immer und überall gibt es ohne den Segen Gottes kein glückliches Ge-W deihen.

Sollen nun, wenn der Herr das Haus bauen und die Stadt bewachen muß, die Menschen alle Bautätigkeit einstellen, alle Wachtposten einziehen? Sollen die Maurer und Wächter sich schlafen legen, indes der Herr durch seine Engel wie durch himm- lische Heinzelmännchen über Nacht den schlafenden Menschen die Häuser baut und alle Arbeit tut? Der heilige Text sagt nicht, Gott wolle ohne den Men­schen arbeiten. Er sagt nur, der Mensch solle nicht ohne Gott arbeiten. Die Mahnung: „Ihr soA nicht ohne Gottes Segen arbeiten", bedeutet doch nicht: „Ihr sollt nichts arbeiten."! Der Segen Gottes will die menschliche Tätigkeit nicht lahm- legen. Das wäre kein Segen für die Menschen. Gott gibt seinen Segen zur Arbeit! Je mehr Got­tesfegen, desto mehr Menschenarbeit! Der Segen besteht gerade in der Erweiterung des Arbeitsge­bietes, in der Erhöhung der Arbeitskräfte, in der Vertiefung der Arbeitsziele. Der Herr baut das Haus, aber durch Menschenhände. Der Herr be­wacht die Stadt, aber durch Menschenaugen.

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