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Äugustinischen Jubiläumsjahres werden.

des

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’-rrüttet und sittlich verroht

war, die erste größere

Werbearbeit zu leisten.

Hier habe ich mein Gesellen-

mer weiter faßten. Auch die tüchtigsten Mistionare. die

und kein

solgedessen an idealere Freunde an und kam so Ordensberuf viel näher.

Im Orden habe ich eigentlich erst, um das schriftliche Leben hochzuhalten — eine damals

UNd fast alte im-

gemein- bei uns

üück gemacht. Der Pfarrer, Küster und ich sind nach den Dorträgen in der Kirche von Tür zu Tür durch den Schnee gestapft und haben von 500 Erwachsenen über 100 für die Abstinenz gewonnen.

Und das Resultat: 50 Trinker sind bis heute geret­tet, 12 Ortsgruppen wurden von hier aus gegründet, die sonst üblichen Schlägereien am Sonntagabend hör­ten ganz auf, die früher so bettelarme Gemeinde ist die wohlhabendste in der ganzen Gegend, der Kommu- nioncmpfang der Männerwelt hat sich mehr als ver­doppelt, die sonst so schmutzigen Häuser und Kinder ha­ben jetzt em sauberes, freundliches Gesicht, 12 junge

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der ihnen folgte, der Fels aber war Christus); doch hatte Gott an den meisten von ihnen Wohlgefallen.

diesem Jahre ein neues an: das der 1500jäh­rigen Wiederkehr des Todestages des h. Augustinus, des größten Kirchenvaters. Er starb nach einem wandlungsreichen Leben als Bi­schof von Hippo am 28. August 430. Die gesamte abend- und morgenländische Welt, deren Kultur­leben bis in die Gegenwart hinein an dem Erbe des Äugustinischen Werkes zehrt, hat darum besten An­laß, sich aufs Neue der umfasseirden Bedeutung dieses genialen Menschen, Denkers und Heiligen be­wußt zu werden. Johannes Salisbury nennt Au­gustinus: „Doctor eeclesiae ille, cujus nemo saiis mcmor esse potest, — jenen Lehrer der Kirche, des­sen man nie genug gedenken kann."

Die weltbeherrschende Zentralstel- lu n g Augustinus ist darin zu suchen, daß er am Grabe der griechisch- römischen Kultur stehend deren beste und unvergängliche Schätze in die neu aufsteigende germanisch-romanische Kultur hinüber gerettet hat. Selbst durch die Nacht des Irrtums und der Gottferne gegangen, ist Augustinus als Theolog wie als Philosoph zum wegweisenden Leuchtturm der Wahrheit für die gesamte Mensch­heit, und darum zu einer weltgeschichtlichen Per­sönlichkeit ersten Ranges geworden. In dem Men­schen Augustinus lebte jene faustische, heldische Na­tur, die ehrgeizig und leidenschaftlich genug, letzten und höchsten Zielen zustrebte, deren Sehnen, Wol­len und Kraft aber erst das Gnadengeschenk der Damaskusstunde im Garten zu Mailand die ivah- ren Wege vollkommener Geistesentfaltung gewie­sen hat. Augustinus wurde so die gottaesandte Füh­rerpersönlichkeit, die dem mit Häresien allerArt rin­genden jungen Christentum zur Verteidigung und Sicherstellung seines Glaubens erstehen mußte, die aber auch nach dein Plane der Vorsehung das wi'- fenschastlicke Erbe antiken Geisteslebens, vor al­lem den Platonismus, in sich einen, klären und an die Zukunft überliefern sollte. Trotzdem aber bleibt das Wissen und Denken Augustinus auf theo­logischem wie philosophischem Gebiete ursprüngliche Genialität. Schuf er auch kein reines und metho­disch restlos gesichtetes Snstem, so legte er doch überall die Grundlage zu jener großartigen Syste­matik der mittelalterlichen Summen, ©eine zahl­

am Schluß: „Ihr Trinker, keinen Tropfen mehr!" mit der Mahnung: „Ihr anderen seid mäßig", nichts erreicht wurde, weil dis Trinker sich fast mäßig hielten und die Mäßigen ihre „Mäßigtest"

reichen Schriften, zum Teil hervorgegangen aus dem Kamrffe Mit Skeptizismus und Irrlehre, sind zu Fundamenten der Wahrheit und Marksteine wis­senschaftlicher Orientierung geworden. In ihnen ruht die Klarstellung letzter Fragen, die immer wieder das menschliche Denken beschäftigen, über Gott und Welt, die wahre Religion, das glückselige Leben, Unsterblichkeit der Seele, Willensfreiheit u. a. m. Die so überaus offen und demütig ge­schriebenen „B e k en n tn i sf e" geben das fast typisierte theatralische Schauspiel menschl. Seelen­schicksals. Das Euchiridium ad Laurentium: „de trinitate: „Ueber die Dreifaltigkeit" ist eine syste­matische Darstellung katholischen Dogmas. Als be­deutendstes Werk aber bleibt die Apologie: „De civitate Dei", „Dom G ottesstaat", eine glanz­volle Geschichtsphilosophie in 22 Büchern. — In Augustinus hat die patnstische Periode ihren Höhe­punkt erreicht.

Als Philosoph wie Theologe ist er auch in spä­teren Zeiten eine der meist zitierten Autoritäten. Besonders die mittelalterliche Scholastik erkannte seinen hohen Wert und feine volle Bedeutung. Bei ihrer anfänglichen Alleinwertung der platonischen Philosophie mußte sie Augustinus danken, ihr die­selbe im christlichen Sinne gestaltet und bewegt zu haben. Der Aelteren Franziskanerschule gereicht es zur Ehre, daß sie den platonisch-augustinischen Jdeenkreis erschlossen und für die Entwicklung von Philosophie und Theologie nutzbar gemacht hat. Die Jdealgestalt Augustinus wirkte besonders auf Hugo v. St. Viktor und Bonaventura ein. Jener zwei­armige Strom, das christlichrationale Denken und die liebeglühende, christusinnige Mystik des symbo­lisch-allegorischen Weltbildes des Mittelalters, hat in Augustinus feine schönste Quelle.

Die Persönlichkeit Augustinus mit dem unend­lichen Wahrheitssehnen, dem unwiderstehlichen Zug

Augustmus-Iubiläum

430—1930.

noch herrschende Anschauung — gegen meinen Geschmack regelmäßig, wenn auch nach moralischen Begriffen tnä’ ßig, Bier getrunken, bis mir eines Tages die flottgc- fchriebene Broichüre „König Alkohol" von Direktor Haw in die Hände fiel. Schon war mir bei verschiede­nen Missionen die Erkenntnis gedämmert, daß mir un­serer Predigt von der Mäßigkeit und mit dem Donnern

Unter dieser Ueberschrcft bringt die „Westfälische Landeszeitung" (Nr. 37 rom 6. Februar 1930) einen sensationell aufgemachten Artikel, der die Veröffentlichung der Originaldokumente der Me- chelner Religionsgespräche durch Lord Halifax ankündigt. Die bevorstehende Veröffentlichung, aus der die bezeichnendsten Stücke zum voraus durch die „Sundy Times" vom 2. Februar bekannt ge­geben feien, habe „in der ganzen englischen Bevöl­kerung wie eine Bombe gewirkt" und „eine gewal­tige Sensation erregt, deren Wellen auch die ent- fernteften Grenzen der Christenheit jeder Konfes- sicn erreichen werden". Zugleich wird bemerkt, daß die Mechelner Religionsgespräche „heute zum erstenmal im Mittelpunkt der öffentlichen Diskus­sion ständen und die öffentliche Meinung Englands bereits entschieden Stellung nehme." Immerhin wird nicht verschwiegen, daß „man in den beteilig­ten Kreisen der anglikanischen und kath. Hierarchie eine ruhigere, abwartende Stellung einnehme".

Diese „ruhigere, abwartende Stellung" dürfte sich auch anderen Kreisen empfehlen, bis die ange­kündigte Herausgabe der Dokumente wirklich er­schienen ist und sich auch die katholischen Teilnehmer der Mechelner Gespräche (soweit sie noch leben) dazu geäußert haben. Es ist durchaus nicht richtig, daß diese Gespräche heute zum erstenmal im Mit­telpunkt der öffentlichen Diskussion stehen. Bereits im Jahre 1923 war darüber in der Presse ein hef­tiger Streit entbrannt, der sowohl den anglikani­schen Erzbischof Davidson von Canterbury als auch Kardinal Mercier zu einer öffentlichen Kundgebung veranlaßte. Auch in Büchern und Zeitschriften ist wiederholt über die Mechelner Gespräche gehan­delt worden. Aus dem deutschen Schrifttum seien u. a. genannt: Batiffol, „Hochland", Dezember 1927: Simon, „Theologie und Glaube" 1924,

25 Iahre „Wasser-Apostel".

p. Llpidius erzählt: „Wie ich abstinent geworden bin."

Dem bekannten Franziskanermissionar P. Elpi- dms wurde vom Preuß. Wohlfahrtsministerium aus Anlaß feiner 25jährigen opferreichen Arbeit im Dienste des Bolkswohles die Ehrenurkunde ver­liehen. In der Festschrift zu seinem 25jährigen Abstinenzjubiläum (erschienen im Hoheneckverlag, Berlin SW. 48, Puttkamerstraße 19-1 1.50 Mark) erzählt er in seiner frohen Art, wie er abstinent geworden. Diese Festschrift gibt einen äußerst in- eressanten Querschnitt durch 25 Jahre Missionsar­beit. Essays, Reiseberichte, Anekdoten sind zusam­mengereiht in einem lustig glitzernden Mosaikbild .25 Jahre Wasserapostel". Das Buch liest der „Nasse" so interessiert wie der „Trockene".

„Nun sag mir doch mal, wie kommst du eigentlich auf diese Idee, du, der Sohn eines Restaurateurs und ein so fideler kölscher Jung'?" Mehr als einmal wurde mir diese Frage von meinen früheren Mitschülern vor­gelegt.

Nun, das Geschäft meines Vaters hat nicht hemmend ruf meinen Entschluß zur Abstinenz eingewirkt. Im Gegenteil, schon ganz früh hat mir mein Vater große Abneigung gegen den Wirtshausbetricb eingeflößt, aber auch zugleich Mitleid mit dem armen Trinker. Er selbst war sich seiner Verantwortung als Wirt vollauf be­wußt. Niemals hat er einem Betrunkenem noch alko­holische Getränke verabreicht. Es war für meinen Bruder und mich stets ein Hauptspaß, wenn ein Betrun­kener quer über die Straße schob und in unserem Haus verschwand: denn dann wußten wir, daß in wenigen Minuten der Vater uns zurief: „Jimgens. holt mal schnell eine Droschke", und dann dursten wir beide vom Heumarkt bis zur Malzmühle ganz umsonst fahren und zusehen, wie der Bctient verladen wurde. Wie oft habe ich von meinem Vater gehört: „Junge, du kannst alles werden, nur sang keine Wirtschaft an, denn es ist schwer für einen Wirt, in den Himmel zu kommen."

Meine „Fidelität" war auch kein Hindernis der Abstinenz. Gewiß, von den lustigen kölschen Jungens mar ich damals einer der lustigsten. Noch jüngst sagte mir ein Schulfreund „Du hast es garnicht gemerkt, wie die Herren Professoren, ihre Brötchen essend, lachend

am Konferenzzimmer standen, während du in der Ecke darunter die neuesten „Kölschen Krätzgen" erzähltest und Reden an dein Volk hieltest." Jetzt verstehe ich auch die Bemerkung eines Professors, als ich in der Machematik versagte: „Ja, nun stehst du da und weißt nichts, aber während der Schulpause in einer Ecke stehen und „Kölsche Witze" machen, daß die anderen ein Jndianer- geheul anstimmen, das kannst du." Ich wurde deshalb auch einstimmig dazu auserkoren, beim Einjährigenkom- nnr? die Ble<^"auke zu halten, und wurde zum Chef­redakteur der Bierzeitung ernannt, die, um einem drin­genden Bedürfnis abzuhelfen, nach dem Einjährigen­kommers weitergeführt wurde, mit dem edlen Zweck, van den Abonnements ein Faß aufzulegen. Aber nicht der Durst, sondern der Drang nach „Betrieb" reiz.'e uns. Hätte es damals einen Quickborn gegeben, mit Begeisterung hätten wir auch da mitgetan. Meine Blechpauke bei dem Redaktionsfaß über das Them-7 . Die Liebe und der Suff die reiben den Menschen uff. Vernünftig liebe, vernünftig suff, dann wirst du auch nicht aufgerufft", worin ich sehr deutlich wurde und deshalb von dem Sohn unseres Ordinarius ein Kom­mersbuch an den Kopf bekam, soll eine Kapuzinade ge­wesen sein: sie hat es aber doch nicht verhindern können daß eine Reihe der Festteilnehmer am selben Abend in einer Weinkneipe mit Damenbedienung großen Unfug getrieben haben, was mir. dem verantwortlichen Chef­redakteur, schwer auf die Seele fiel. Ich schloß mich in-

Meine Mitteilungen.

Der Katholizismus in Schottland.

Das „Catholic Directory" für Schottland, das soeben erschienen ist, zeigt in fast allen Rubriken eine Zunahme. Die Gesamtzahl der Katholiken in Schottland beträgt 600 000. Die Zahl der Taufen im letzten Jahr betrug 18 592 gegen 18 210 im Vorjahr; die Zahl der Eheschließungen 4131 gegen 4140; die Gesamtzahl der Priester ist von 647 auf 662 gestiegen, die der Missionen aus 268,_bie der Schulen auf 227. Die Zahl der Kirchen und Ka­pellen ist die gleiche geblieben: 455. Die Zahl der Firmungen betrug 9578. Im Vorjahre hatte sie die ungewöhnliche Höhe von 30 230 erreicht! In jenem Jahre hatte der Erzbischof von Glasgow, Msgr. Mackintosh, in sämtlichen Pfarreien feiner Diözese die Firmung selbst vollzogen.

leisten würde, wenn diese wirklich eine Union mit Rom verabredeten. Die Erfahrungen bei den Kämp­fen um das Prayer Book sprechen hierin eine deist-

Nachdem in den vorausgehenden Jahren Jubiläum sich an das andere reihte, schließt sich in

Sonntag Septnagesima

Eingangslied: Pf. 17, 5, 6 und 7.

Mich umringten Seufzer des Todes; Qualen der Hölle umringten mich. In meiner Not rief ich zum Herrn, und er hörte auf mein Rufen von fei­nem heiligen Tempel aus. (Pf. ebd. 2—3). Ich Hebe dich, Herr, meine Kraft. Der Herr ist mein Fels, mein Hort, mein Heil.

Epistel: 1 fior. 9, 24—27 und 10, 1—5.

Brüder! Wißt ihr nicht, daß in der Rennbahn zwar alle laufen, aber nur einer den Preis er­langt? Laufet, so, daß ihr ihn erlanget. Jeder, der sich am Wettkampf beteiligt, übt in allem Enthaltsamkeit, und das, um einen ver­gänglichen Kranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich laufe nun, aber nicht blind­lings; ich kämpfe, aber nicht wie einer, der Luft- hiebe ausführt, sondern ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in Dienstbarkeit, damit ich nicht selbst verwotfen werde, nachdem ich anderen ge­predigt habe. Ich will euch nicht in Unkenntnis darüber lassen, daß unsere Väter alle im Schutze der Wolke waren, und alle durch das Meer zogen, nna alle unter Moses in der Wolke und im Meere getauft wurden, und daß alle dieselbe geistige Speise aßen und denselben geistigen Trank schlürf­ten (sie tranken nämlich aus dem geistigen Felsen,

daß sich dieses Problem im praktischen hierarchi­schen Leben am reibungslosesten würde lösen las­sen." Diese Aeußerungen geben offenbar angli­kanische Ansichten und Wünsche wieder. Es ist aber ausgeschlossen, daß die katholischen Partner der Mechelner Gespräche auf diese Plattform getreten seien. Dagegen spricht außer der kirchlichen Treue der beteiligten Theologen das Wort des Kardinals Mercier in feinem Brief an feinen Klerus (18. 1. 1924): „Man denke nicht, daß bei den wesentlichen Fragen — z. B. der des päpstlichen Primates, mie er durch das Vatikanisch^ Konzil definiert ist — meine Freunde ober ich auch nur einen Augenblick daran gedacht hätten, einen unsinnigen Wunsch nach unbedingter Union zuliebe einen einzigen Ar­tikel des katholischen Credos zu opfern." Es ist sicher, daß Kardinal Mercier und seine Freunde auch in den Besprechungen vom 19. und 20. Mai 1925 nicht von dieser Richtschnur abgewichen sind.

Soviel zu den neuen „sensationellen" Veröf­fentlichungen. Cs sei aber zur Frage einer etwai­gen Union zwischen der anglikanischen und katho­lischen Kirche noch bemerkt, daß Rom die angli­kanische Hierarchie als solche gar nicht anerkennt- denn Leo XIII. hat am 13. September 1896 di« anglikanischen Weihen für ungültig erklärt. Auch ist es mehr als fraglich, ob die Masse der Gläu­bigen den anglikanischen Bischöfen überhaupt Folg«

Leute studieren, nachdem man feit unvordenklichen Zei­ten unter diesem Bölkchen kein Student mehr gekannt.

„Was vier Missionen nicht fertiggebracht, hat bei einzige Tag in meiner Gemeinde erreicht," schrieb bei eifrige abstinente Pfarrer.

Da wurde mir erft klar, was es heißt, die soziale Frage zu lösen, und daß viele andere, so berühmte Be­strebungen große Schritte seien außerhalb des Weges. Da fuhr mir Offensivgeist in die Seele. Seitdem mühe ich mich nicht nur ab, nur platonische Liebe für den Abstinenzgedanken zu erwecken und möglichst viele zu gewinnen, die uns sympathisch „gegenüberstehen, son­dern seitdem mache ich gleich Nägel mit Köpfen und halte keine Rede über Abstinenz, ohne Gelegenheit zur Anmeldung zu geben.

Gewiß, von den mehr als 150 000 Abstinenten, dir ich in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz gewon­nen, sind wohl zwei Drittel nicht mehr in unseren Ver­einen. Aber wie viele haben bei uns einen gründlichen Kursus in der Alkoholsrage mitgemacht und trinken viel weniger als früher, oder tast garnichts! Sie haben es nur nicht begriffen, sich selbst zu binden, um andere freizumachen. In vielen, auch akademischen Kreisen, die früher Hochschulen des Alkoholismus waren, finden wir eine ideale Mäßigkeit infolge der stillen Aufklärung einer Handvoll Abstinenten. Fürwahr, ein Erfolg, den man in bezug auf sittliche Hebung und Aufwärtsbewe­gung garnicht genug schätzen kann.

Drei Dinge haben meinen Optimismus immer wie­der belebt: „Oeftere Kommunion, geschloffene Exerzi­tien und Abstinsnzbewegung". Und eigenartig, in vie­len Stücken muß ich mich bemühen, meinen Eifer im­mer wieder zu erneuern, aber je mehr ich die Wirkun­gen der „sogenannten" Mäßigkeit aus das wissenschaft­liche, religiöse und sittliche Leben und Streben beo­bachte. desto mehr wächst mein Eifer für die Abstinenz von Tag zu Tag. Und wenn auch Tausende und aber Tausende den Abstinenzgedanken vorläufig nicht begrei­fen und uns verlassen, aber schon wächst ein neues Ge­schlecht heran, dem die Liebe zur Abstinenz von Kindheit an da- Herz schon warmgemacht, daß nicht erst liebge­wordene Gewohnheiten mühsam sprengen muß.

Aus Liebe getan! — Mit Liebe voran!

der früheren Patriarchate des Orients, englische Sprache in der Liturgie, Priesterehe und Auflösung der seit 1851 neu gegrün­deten römisch-katholischen Diözesen. Ob ein solches Angebot wirklich gemacht worden ist, darüber können authenisch nur diejenigen Aus­kunft geben, die an den Besprechungen teilgenom­men haben. Keines dieser Zugeständ­nisse, so überraschend sie auf den ersten Blick erscheinen, würde das dogmatische Gebiet berühren und in sich für Rom eine Unmöglich­keit bedeuten. Ob aber so weitgehende Zuge­ständnisse je für eine etwaige Union der anglika­nischen Kirche mit Rom zu machen oder tragbar seien, das hat einzig die höchste kirchliche Autorität zu entscheiden, die dabei auch die Weiterwirkung solcher Zugeständnsse auf die Gesamtkirche zu be­rücksichtigen hätte.

Anders dagegen steht es mit der Frage derIu - risdiktion des Papstes über die Kirche. Das war der Punkt, an dem sich auch in Mecheln d i e G e i st e r schieden. In der „Westfälischen Landeszeitung" wird hierzu von einem „Ausgleich in der Suprematsfrage gesprochen, indem die Anglikaner sich bereit erklärten, eine Suprematie des Papstes anzuerkennen, doch sollte diese Supre­matie nach Umfang und Form nicht näher definiert werden. Man hoffte, in typisch englischer Art,

die Bekämpfung der Trunksucht allerdings nur beim Volke zu ihrer Hauptlebensaufgabe gemacht und sich den Titel „Schnapspater" in jahrzehntelangem Kampfe redlich verdient haben, gaben die Hoffnung auf, hier etwas dauerndes zu erreichen; denn das dem Schnaps entwöhnte Volk lernte, von den Gebildeten immer mehr den noblen „Suff" in Bier und Wein.

In dieser Zeit rief mich Pfarrer Maas zu Männer- exerziticn nach Hamm. Er ließ mich in der Woche t-efe Blicke tun in die wunderbaren Wirkungen der Absti­nenz. Ihn selbst hatte die Erfahrung mit den abstinen­ten Jünglingen in einer anderen Gemeinde zur Absti­nenz „bekehrt".

Für eines bin ich ihm überaus dankbar. Er hat mir von vornherein klare Grundsätze beigebracht. Die Lehre der Abstinenz faßte er kurz zusammen in die Warte: „Wir wollen die Trinker retten und die Trunk- lucht energisch bekämpfen, und das wirksamste Mittel dazu ist die Abstinenz." Das war es, was ich suchte. Seit dieser Zeit (1904) bin ich grundsätzlich Abstinent.

Ich fing an zu werben, erst ganz bescheiden, gar zu bescheiden. Ob nicht der Gedanke dabei mitspielte: „Als Fanatiker willst Du nicht gelten", ein Gedanke, der schon viel gutes in unserer Bewegung verhindert hat.

Äer Erfolg war denn auch dementsprechend sehr be­scheiden. Ich glaubte noch nicht an den Idealismus und Opfersinn unseres Volkes in diesem Punkte.

Da hatte ich Gelegenheit, in einer Gemeinde West­falens, die der Trunksucht ganz verfallen, wirtschaftlich

ins Metaphysische und der ganz theozentrischen Po- laritiit ist nicht bloß dem Mittelalter Weg zur Klarheit und Wahrheit gewesen, sondern sie erhebt sich mit dieser ihrer Wesensartung zugleich über­zeitlich und gibt in ihrem Letzten die typische Struk­tur der Menschenseele allgemein. Der moderne Mensch findet in Augustin viel Verwandtes. Das beweisen einmal die zahlreichen Forschungen über ihn gerade in der letzten Zeit, dann aber auch das rege Interesse, das durch die Popularisierung des Lebens und der Werke für Augustin im Volke erwacht ist.

Staunen und Bewunderung erfüllt uns vor der Heldengröße dieses Geistesmannes. Aber uns auch zu beugen in Demut, wodurch Augustin ein Heiliger wurde, das sollte eine der schönsten Früchte

liche Sprache. Vier Jahrhunderte protestantischer Geisteshaltung haben in der evangelischen Kirck-e tiefe Spuren hinterlassen, die auch durch die bloß« Sehnsucht nach Einigung aller Christen in einer Kirche nicht verwischt werden können. So erklärt cs sich leicht, warum auch die Mechelner Bespre­chungen wegen der unversöhnlichen Gegensätze über die Natur des päpstlichen Primates als aussichtslos abgebrochen wurden, Mäst einmal die Anglo- katholiken, geschweige denn die Masse der Angli­kaner, sind für eine Union mit Rom reif.

Es wäre überhaupt zu wünschen, daß die noch zarten Bemühungen der neueren Zeit, unter den christlichen Kirchen und Konfessionen eine Verstän­digung oder Annäherung herbeizuführen, nicht d ü r ch „S e n s a t i o n e n" und ausschwei­fende Phantasien gestört würden. Die Einigung der Christen ist ein hohes, aber sehr fer­nes Ziel, das hienieden vielleicht nie erreicht wird. Um sich ihm zu nähern — wie es die Pflicht aller Christen ist —, sind außer beharrlichem Gebete viele Vorarbeiten notwendig, die nicht nur von den „andern", sondern auch von den Katholiken zu lei­sten sind

291 ff.; Pribilla, Um kirchliche Einheit 1929, 20 f. Auch erschien über sie schon Ende 1927 ein knapper „Official Report", so daß die Oeffentlichkeit über den wesentlichen Inhalt der Gespräche schon längst unterrichtet ist. Es genügt also jetzt, auf die Punkte einzugehen, die im neuen, angeblich vollständigen Bericht besonders hervorgehoben werden.

Zur Auffrischung des Gedächtnisses sei gesagt, daß in den Jahren 1921, 1923 und 1925 in Me- cheln auf Anregung des Lord Halifax unter dem Vorsitz des Kardinals Mercier Religions­gespräche zwischen einigen angesehenen katho­lischen Theologen und einigen hervor- ragendenAnglikanern stattsanden, um zu untersuchen, ob eine Annäherung ober gar Ver­einigung der katholischen und angli­kanischen Kirche möglich sei. Diese Bespre­chungen wurden von Anfang an auf beiden weiten als durchaus vertrauliche und private Verhand­lungen ohne jeden offiziellen Charakter ausdrück­lich' bezeichnet, wenn auch der Vatikan und der Erzbischof von Canterbury über sie unterrichtet wurden. Der Erzbischof von Canterbury gab umso lieber seine Zustimmung, als die anglikanischen Bischöfe noch 1920 auf ihrer Lambethkonferenz ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen mit Rom ausgesprochen hatten. Die Besprechungen 'elbst. die im Geiste brüderlicher Liebe geführt wurden, hatten vor allem die S t e l l u n g d e s P a p st e s, aber auch Fragen der kirchlichen Verwal­tung zum Gegenstand.

Nach der neuen Veröffentlichung soll nun Kar­dinal Mercier „in den yockdramatischcn Sitzungen am 19. und 20. Mai 1925 folgende zwar vom Va­tikan nicht ausdrücklich bewilligte, dem Vatikan aber offensichtlich bekannte Angebote" gemacht ha­ben: ein englisches Patriarchat nach Art

Die Mechelner ReltzionsgesprSche

Zu neueren sensationellen Pressestimmen.