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NILS'

geblich, wenn das Elternhaus versagt.

Werth.

L.

Bedenkt das, ihr Eltern!

scheint.

Schüler:

4]

Jungen

heute

das hatte

sich in den

«Fortsetzung folgt.)

Gabeln in den Tischkasten legte und anfing, die Tassen

a

das auf

allerhand gespülten

Geschichten" Löffeln und

heit des besten.

Was man verständlich.

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„Aha", sagte der Onkel, „deswegen hat der nach Raubvögeln gefragt".

Als Karl von den Feuermännern erzählte, alle an zu lachen, sogar die Mutter lachte mit.

sie am anderen Morgen suchen, Wald verlaufen."

„Ja, ja, die Jungen machen sagte die Mutter, indem sie die

Der Lehrer bemüht sich, den Kleinen klarzumachtzW daß 34-10 dreizehn, 44-10 vierzehn gibt. Karl kamt gar nicht begreifen. Schließlich glaubts der Lehrer ge> funden zu haben. Er sagt zu Karl: „Sieh mal, deine Mutter Butter nimmt und streicht sie dir aufi. Brot, was gibts denn da?" Karl: „Brei!"

auch froh, daß ich heute einmal zu den anderen kann. Geh nur du auf die Weide!"

„Aber den Pommer nehme ich mit hinauf!" netwegen", sagte Karl und dachte: „Wenn er

„Ein Loch!"

Es wird vom Hochgebirge gesprochen, von den Alme« und vom ewigen Eise, den Gleischern. Dann kommt NH Rede auf die schwierigen Wege über das Gebirge, W Pässe. Fragt die Lehrerin: „Weiß schon jemand vD euch, was ein Paß ist? Rur ein kleines Mädchen meldet sich, und stolz, daß sie allein Bescheid weiß, erklärt sie: „Ein Pah ist, wenn alle Männer tief singen".

mehr aufhellie und zuletzt lächelte, als er von der Angst sprach, die sie beide ausgestanden hatten, weil sie ihn kür den Feuermann hielten.

„Es hätte euch beiden nichts geschadet, wenn wirklich einer gekommen wäre und hätte euch gründlich verhauen. So zwei Kerle! Bleiben bis in die Nacht mit dem Vieh draußen und warten auf Feuermänner, und da­heim macht man sich die Sorgen! Die Mutter wird schön gucken, wenn sie das hörtl*

abzutrocknen. „Aber ich glaube, der Karl ist nun ge­heilt, der wartet auf keine Feuermänner mehr".

0 *

Am Sonntag danach sagte der Vater beim Essen: „Paul, heute mittag fährst du auf die Weide. Karl ist nun schon die ganze Zeit jeden Tag oben gewesen, er darf heute auch einmal mit den anderen Jungen spie­len."

Paul schaute auf seinen Teller und machte ein un­zufriedenes Gesicht, als der Bater das sagte. Er hatte sich mit seinen Freunden zum Fußballspiel verabredet für heute nachmittag und hatte sich schon darauf gefreut. Nun sollte er auf die Weide, wo er allein war!

„Fahre du doch hin!", flüsterte er nachher heimlich dem Karl zu. „Ich gebe dir auch zehn Pfennig. Dann sagst du dem Vater, du wolltest lieber auf die Weide fahren, da sagt er nichts."

„Das fällt mir ein," gab Karl leise zurück, „ich bin

Ludwig sagte kein Wort. Er hatte Angst, heimzu- kommen. Die zerrissene Hose war ihm eingefallen. Als sie im Dorfe waren, sagte er leise „Gute Nacht" und ging langsam in den elterlichen Hof.

Daheim am Hoftor stand die Mutter. „Gott sei Dank!" sagte sie, als sie den Vater mit dem Jungen sah. „Ich dachte schon, es wäre ein Unglück geschehen. Wo bleibst du denn auch nur, Karl? Komm mit herein, der Vater mag das Vieh anbinden."

In der Küche saßen sie gerade beim Nachtessen und schauten alle auf, als Karl mit der Mutter hereinkam. „Da ist er ja, der Nachtstrolcher", sagte der Knecht. „Gerade wollte ich mich zurecht machen und dir das Nachtessen hinaufbringen: wir meinten alle, du wolltest Über Nacht draußen bleiben", spottete der Onkel, und Karl stand da und lächelte verlegen, weil sie ihn alle so anschauten.

„Nun setze dich und iß erst einmal, du mußt Hunger haben." Die Mutter schenkte ihm eine Tasse Milch ein und strich ein tüchtiges Stück Butterbrot. Mit vollen Backen kauend, fing Karl an zu erzählen. Mit dem Raubvogelnest fing er an.

bist mal «in dummer Bub", sagte sie. „Es gibt doch gar keine, das erzählen sich die alten Leute nur so!"

Der Vater war inzwischen dazugekommen und meinte, als Karl fertig war: „An der ganzen Geschichte ist ja nur der Ludwig schuld, der Nichtsnutz. Karl allein wäre nie auf solche Gedanken gekommen. Eigent­lich müßte er aber doch noch Hiebe bekommen. Wenn dem Vieh etwas zugestoßen wäre!"

„Der Junge hat Angst genug ausgestanden, er mag nun ins Bett gehen", sagte die Mutter. Karl trank seine Milch aus, sagte „Gute Nacht" und ging. „Mache ja die Türe gut zu heute nacht, daß dich kein Feuer­mann holt!" rief ihm der Knecht nach.

„Was doch so Jungen auf wunderliche Gedanken kommen!" sagte die Mutter und begann, das Geschirr zusammenzuräumen, „bleibt die Gesellschaft bis in die Nacht draußen!"

„Das ist schon mehr vorgekommen", begann Onkel Wigbert. „Dor ein paar Jahren, da kamen Dolkharts Jungen abends auch nicht nach Hause. Es wurde zehn, es wurde elf und sie waren immer noch nicht da. Die Frau bekam Angst und hatte nicht eher Ruhe, bis der Mann hinaus ging. Der rief und bekam keine Antwort. Da wurde es ihm doch anders. Wo sollten denn die beiden Jungen fein! Schließlich fand er sie — sie la­gen auf dem Kleeacker und schliefen. Das Vieh mußten

Erziehung zur Wahrhaftigkeit.

Zum Wesen einer sittlichen Persönlichkeit gehört mit an erster Stelle die Liebe und Pflege der Wahrhaftigkeit, wirtschaftlichen und politischen Lebens gerade in der letz- witrschaftlichen und politischen Lebens gerade in der letz­ten Zeit immer wieder in den Spalten unserer Tages­blätter berichtet werden mußte, dann ist man versucht, die Ueberzeugung zu gewinnen, daß Treu und Glaube, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit dem gegenwärtigen Ge­schlecht abhanden gekommen sei. Unwahr sind wir mehr oder minder sogar in der Kleidung geworden, die mit ihrem Flitter und Tand nichts als eitler Schein ist. Bei­nahe Tag für Tag beschäftigen sich die Gerichte mit der Aburteilung Meineidiger — und so dürfte die Notwen­digkeit erwiesen fein, einmal die Erziehung zur Wahr­haftigkeit in den Spalten dieser Beilage zu streifen:

Jean Paul hat einmal so schön geschrieben: „In den ersten fünf Jahren sagen unsere Kinder kein wahres Wort und kein lügendes: sie reden nur. Ihr Reden ist ein lautes Denken; da aber oft die Hälfte des Gedankens ein Ja, die andere ein Nein ist und ihnen (gleich uns) beide entfahren, so scheinen sie zu lügen, indem sie bloß mit sich reden. Sie spielen oft mit der ihnen neuen Tunst der Rede und sprechen oft Unsinn, nur um ihrer eigenen Sprachkunde zuzuhören. „Damit hat der be­kannte pädagogische Schriftsteller die Vorherrschaft der Lüge im ersten Kindesalter treffend gekennzeichnet. Sie füllt den leeren Becher, aus dem das Kind beim Spiel irinft, der Stock wird zum Pferd, ein mit Lappen um­kleideter Holzklotz zur Puppe und der Klaoierfesfel wurde meinem vierjährigen Buben zum Steuer feines Autos. Der Philosoph Erhard berichtet von sich, daß er bis in 'ein fünftes Jahr feine Träume als Erinnerungen an wirkliche Begebenheiten betrachtete und oft mit feinen Eltern in Streit geriet, indem er behauptete, daß Be­kannte zu Besuch dagewesen seien und gewisse Dinge vorgefallen seien, von denen er in Wirklichkeit nur ge­träumt hatte. In all diesen Fällen haben wir es mit Unwahrhaftigkeiten zu tun, die lediglich der Phantasie entsprungen sind, und die wir wohl am besten als Phan­tasielüge bezeichnen. Hier machen viele Eltern oft den entscheidenden Fehler, daß sie mit Onkels und Tanten das kleine Menschlein bewundern; sie preisen das Spiel der Phantasie als etwas Besonderes. Andererseits wäre es grundoerkehrt, die vom Kinde behaupteten Unwahr­heiten als Böswilligkeit zu betrachten. Auch bann, wenn lebhafte Kinder alles übertreiben, vergrößern und verschönern, dürste in den meisten Fällen eine absichts­lose Verschiebung der Tatsachen, ein Irrtum ober eine Verwechselung vorliegen. ENIAT^t ENJAT EN05 Verwechselung vorliegen.

Aus mancherlei Konflikten bes Kindeslebens, na- menllich bes schulpflichtigen Alters, entspringt die andere Gattung der Unwahrhaftigkeit, die als Angstlüge zu bezeichnen ist. Das Kind, bas wegen feiner ungenü- genbcn Arbeit zu Hause einen Entrüstungssturm erwar­tet, wirb bemüht sein, bie ihm unangenehme Tatsache zu verheimlichen. Lieblose Behanblung, übergroße Strenge erzeugen Verlegenheit, Angst unb unwahrhaften Gedankenausdruck. Muß ein Kinb Strafe wegen einer zerbrochenen Talle ober einer eingeworfenen Fenster­scheibe erwarten, bann wirb es bemüht sein, bie Täter­schaft abzuleugnen. Ich erinnere mich eines Knaben, der regelmäßig zu spät zum Unterricht erschien und das seiner Mutter gegenüber, der ich hiervon Kenntnis ge­

bleibt!" Paul hatte den Hund nämlich schon mehrmals mitgenommen, aber immer war der durchgebrannt, er mochte nicht bei Paul bleiben. Das wußte Karl. —

So fuhr denn Paul nach dem Kaffeetrinken mit dem Vieh fort, und Karl schlenderte gemütlich zum Hof hinaus. Heute mittag konnte er machen, was er wollte, und er wußte noch nicht recht, wie er den schönen Sonn­tagnachmittag zubringen sollte. Vorerst pfiff er sich eins und blieb im Obstgarten am Pflaumenbaum ste­hen. Schade, die Pflaumen waren alle! Aber bie Frühbirnen, die mußten doch nun auch beinahe reif sein! Mit beiden Händen packte Karl den Stamm und schüt­telte, aber nicht, eine einzige fiel. Er versuchte es noch einmal, es fiel wieder nichts.

Sollte er hinaufklettern? Aber mit den neuen Klei­bern ging das nicht, da gab es grüne Flecken, vielleicht sogar Löcher in den Anzug. Also mußte er es schon einmal mit Werfen versuchen.

Er nahm ein Stuck Holz, zielte oben nach der Spitze, wo die Birnen am dichtesten hingen und warf. Aber das Holz flog vorbei und blieb hoch in einem anderen Baurn hängen. „Noch einmal!" dachte Karl und sucht« ein an­deres Stück Holz. Der Wurf war bester. Vier, fünf Birnen plumpsten herab. Karl las sie auf und steckte sie in die Tasche. Die eine aß er. Sie war ja noch ein bißchen hart, schmeckte aber schon schön süß. Die nächste Woche mußte er öfter hierher gehen.

Hinter dem Garten auf den Wiesen waren die gro­ßen Jungen schon am Fußballspielen Sie rennen und lchreien und der Ball fliegt. Karl blieb stehen unb schaute zu. Ei, ba machte er auch gerne mit. Aber es finb schon so viele, unb bie großen Jungen lasten ihn doch nicht mitfpielen, da braucht er gar nicht erst zu fragen.

Zwei Schulkameraden kommen noch dazu unb stehen bei Karl. Mit sehnsüchtigen Augen blicken die drei San­gen nach dem Spiel. Schließlich sagt der «ine: „Wenn

geben hatte, damit begründete, baß ihn ein größerer Schuljunge auf dem Wege aufgehalten habe. Schließ­lich stellte sich heraus, daß der kleine Nachzügler den Größeren regelmäßig anspuckte. Beiden wurde das ver­werfliche chres Tuns gezeigt und die Folge war, daß die Reibereien auf dem Schulwege aufhörten und keiner mehr zu spät kam. So sollte man sich eigentlich immer der kindlichen Angstlüge gegenüber verhalten. Mit ern­sten, eindringlichen Worten soll man den kleinen Sün­der zurechtweisen und durch ruhiges Zureden immer wieder den Weg zur Wahrheit freimachen. Frau Re­gel Amrain in Gottfried Kellers Roman, die ihr Fritz- chen, wenn es eine derbe Lüge über die Lippen brachte, groß ansah und derb-wahr meinte: „Was soll denn das heißen? Warum lügst du solche Dummheiten? Glaubst du bie großen Leute zum Narren halten zu können? Sei bu froh, wenn dich niemand anlügt und laß dergleichen dumme Spässe!" Immer wieder den Mut zur Wahrhaftigkeit stählen; Selbstänbigkeit unb Selbstvertrauen werben geweckt, wenn man dem lügen­haften Kinde zeigt, daß die Lüge das Schlimme nicht ungeschehen macht unb daß es entschieden ehrend ist, das Begangene ruhig einzugestehen, Lügenhaftigkeit wird dagegen geradezu dem Kinde anerzogen, wenn der ge­ständige liebettäter mehr ober minber streng bestraft wirb, nachdem er unumwunben bie Wahrheit gesagt hat.

Aus der Religiousstuude.

Wir finb am achten Gebot und sprechen von der Lüge, nun schon die zweite Stunde. Gerade besprechen wir die Frage: Warum lügen die Kinder?

Verschiedene Gründe sind schon genannt: Sie wollen sich großtun, sie haben Angst vor der Strafe — ba steht einer auf und sagt:

„Eigentlich ist das Lügen manchmal ganz schön. Wenn ich in bie Schule komme und keine Aufgaben gemacht habe, so sage ich einfach, ich hätte so lange arbeiten müs­sen, daß ich keine Zeit gehabt hätte. Dann ist die Sache erledigt. Hätte ich die Wahrheit gesagt, daß ich zu faul gewesen wäre, fo hätte ich sicher Strafe bekommen".

Der Junge sprach damit eine landläufige Meinung aus. Ich war gespannt, was die anderen Kinder dazu sa­gen würden.

Ein Mädchen meinte, das wäre eine Sünde unb würde vom lieben Gott bestraft. Er müßte es auch beichten.

Das wäre nicht so schlimm wie eine Strafarbeit oder Nachsitzen, meint gleichmütig der Junge.

Ein anderer Junge steht auf: „Dann bist du ein Feig­ling, weil du dich vor der Strafe fürchtest. Die hast du doch verdient, weil du die Aufgaben nicht gemacht hattest." (In der vorigen Stunde war die Rede davon, daß die Lüge eine Feigheit ist.)

Auch das macht keinen Eindruck. Es handelte sich allerdings auch um einen, der ein weites Gewissen hat.

Schließlich fragte ich selbst: „Glaubst du denn wirk­lich, daß die Lüge so eine einfache Sache märe, um die man sich gar keine Gedanken zu machen brauche?" Ein wenig verlegen und trotzig kommt die Antwort: „Die Anderen lügen ja auch!"

„Wer sind die Anderen? Gehören deine Eltern auch dazu?"

„Ja. Mein Vater hat neulich . . ." „Laß es gut |e;n bas wollen wir nicht hören", unterbreche ich den 3un und fahre mit den anderen Kindern fort.

Hier sind wir an der Grenze dessen angelangt, was Schule zu leisten vermag. Was nutzen Belehrungen Ermahnungen, wenn das Beisp:el von daheim fehlt! Fj^ den Unterricht und seine Erfolge ist in erster Linie Nt Schule verantwortlich, für bie Erziehung aber bas Elter«, haus. Gewiß kann und will die Schule auch dabei na» Kräften mithelfen, aber ihre Bemühungen sind meist

Wurden in den vorstehenden Ausführungen bereits einige Erziehungsmaßnahmen im einzelnen gekennzeich­net, so seien abschließend noch einige allgemeinerer Art genannt. Vor allem tut ein gutes Beispiel not, das in der kleinen Welt der Familie besonders lebendig wirkt, wenn bas ganze Haus von ber reinen Luft der Wahrheit erfüllt ist. Wenn die Mutter immer nur mit ber Lebensart „Daß es aber ber Vater ja nicht erfährt!" dann wird für die Lügen der beste Boden bereitet. Dann braucht man sich wirklich nicht zu wundern, wenn über kurz oder lang jedes der Kinder feine eigenen Wege geht und den Eltern alles Mögliche weis macht. Auch die Verleugnung ber Anwesenheit bes Vaters ober ber Mut­ter führt auf den Weg der Lüge, ba hier tatsächlich eine Lüge vom Kinde verlangt wird. Doch nicht nur auf Vorbeugung wird sich der gewissenhafte Erzieher be­schränken, er wird gegebenenfalls auch die richtige Strafe anzuwenden wissen. Freiheitsbeschränkungen, Entziehung von Vergünstigungen und in schlimmeren Fällen auch körperliche Strafe seien nur angedeutet.

Treue und Wahrhaftigkeit seien bas hohe Ziel, zu dessen Erreichung im Vorstehenden einige Winke gege­ben werden sollten. Oberstes Gesetz für jeden Erzieher aber muß fein: Strenges Halten eines gegebenen Ver­sprechens, leere Drohungen zu vermeiden und in keiner Handlung von ber Wahrhaftigkeit abweichen. Zewe.

Lustiges aus der Schule

Es ist kurz nach Ostern. G->rabe schlägt es halbzwäls. Da fängt einer der ABC-Schützen seelenruhig an, fehttJ Bücher zusammenzupacken. „Nun, Heinrich", fragt btt- erstaunte Lehrer, „wo willst bu denn hin? Es ist d«M noch zu früh zum Heimgehen!" Der aber schnallte erst' seinen Ranzen zu und sagte bann zum Lehrer: „Weißt du, unsere Mutter backt heute mittag Pfannekuchen, und wenn ich da erst um zwölf komme, kriege ich keine mehr'. (Die anderen Geschwister hatten nämlich schon früher Schule aus). Sprachs und ging vergnügt von bannen, unb ber Lehrer ließ ihn ruhig ziehen.

In der Schul« erhalten die Schüler Belehrungen i die Gefahren ber Straße. Jedes Kind muß immer Augen offenhalten, stets rechts gehen unb darf nicht an Wagen unb Autos hängen. Dadurch w schon viele Unglücke vermieden. Der Lehrer e noch, daß festgestellt fei, baß jeder 8. durch einen W fall heutzutage ums Leben käme.

Lehrer: „Fritz, wie willst du dich also von sitzt auf ber Straße verhalten?"

Fritz: „Ich Passe auf, daß ich nicht bet 8. bin!"

Jetzt ist Schlachtzeit, und da ist in der Schule ein mal vom Schwein die Rede. Der Lehrer sagt unter derem den Kleinen: „Wenn ein Schwein sich fühlt, bann hat es em geringeltes Schwänzchen."

Um sich zu überzeugen, ob alle dieses verstände haben, fragt der Lehrer:

„Was hat also ein gesundes Schwein hinten?" .|

Eine Zehnjährige schreibt im Aussatz:

. . . Dann sagte meine Mutter zu mir: „Rosa, wenn bu heute schön daheim bleibst, kriegst du auch was von mir." Ich blieb auch schön daheim. Als es Abend wurde, fragte ich sie. Sie sagte: „Ich hab dich was weis ge­macht". Da fing ich an zu meinen.

So weit das Kind.

Wieviel Enttäuschung liegt in diesen dürren Worten! Wenn diese Mutter dem Kinde wieder etwas verspricht, wird es bas Versprechen auch wieder so gutgläubig auf­nehmen? Ich glaube nicht.

Wäre es nicht eine Kleinigkeit gewesen, das Kind durch einen Apfel ober etwas Aehnliches zufrieben zu stellen?

Die Mutter hat es sicher nicht böse gemeint, sie war wohl beschäftigt unb hat noch mehr Kinder. Und es war ja nur eine Kleinigkeit.

Aber Kleinigkeiten spielen — besonders in der Er­ziehung — eine große Rolle. Eine Anzahl solcher Ent­täuschungen, und man wird von einem solchen Kinde nie­mals erwarten dürfen, daß es irgend ein Versprechen noch ernst nimmt.

Ob es seine eigenen Versprechungen noch halten wird?

Kleine Ursachen — große Wirkungen. Hier ist eine solche kleine Ursache, deren Wirkung vielleicht durch bas ganze Leben reicht.

ich mal Geld habe, kaufe ich mir auch einen Fußball. | Da brauche ich nicht mehr nach den großen Jungen I fragen."

„Uns läßt du bann aber auch mitfpielen, Konrad. ■ Da dürfen überhaupt bloß Jungen von unserer Klassk I mit deinem Ball spielen, von den Großen darf feiner dabei, die sind immer so eklig unb lassen uns auch nicht I dazu."

„Ja, Karl, bas wirb gemacht. Du und der ®ecrg, ihr dürst am ersten dabei sein. Aber guck doch mal hort, kommt dort nicht der Pommer?"

„Wo denn?" Karl schaut überrascht auf — wirklich dort kommt der Pommer, die Nase dich am Bode». I „Pommer, Pommer!" ruft Karl, so laut er kann.

Der stutzt, wie er den Ruf hört, blickt mit gespitzt« i Ohren und rennt dann wie toll auf Karl los, springt j an ihm empor und will ihm das Gesicht lecken, fo stew | er sich.

„Nun sei doch mal zufrieden, du machst mich ja schmutzig!" „Karl wehrt den Hund ab, ber dann w'»' 1 selnd vor Freude umherspringt. „Wißt ihr was? ®11' ■ gehen jetzt zusammen hinauf an die Linde, ba ftet)«* I Zigeunerwagen. Wir wollen einmal sehen, was Mj Zigeuner treiben. Vielleicht braten sie Igel."

Die beiden sind es zufrieden, unb bie kleine schäft geht über bie Wiese ben Feldweg hinauf, der 3^ j Linde führt. Bellend rennt der Pommer um die I gen und jagt zum Spaß den Hühnern nach, daß “1 flatternd unb kreischend davon stieben.

Wie sie so den Weg hinaufschlendern, bie Hände 111 bett Taschen, fängt Georg auf einmal an: „Warum «M Zigeuner nur Igel essen? Ich möchte keinen, ppW Teufel!"

„Aber mir hat mal ein Zigeuner gesagt, die 58e* I schmeckten sehr gut, unb Igelbraten wäre gesund Daof» fl würden auch bie Zigeuner so alt. Ich würde schon c<»' mal ein Stück versuchen."

„Ich möchte auch keinen", meint Konrad. „Die geuner sind auch schuld, daß es so wenig Igel gibt, fangen sie alle. Deshalb laufen sie auch immer an Hecken herum. An unterer Gartenhecke war neu"** I auch mal fo ein ganz kleiner Zigeunerjunge mit eine i Hunde und wollte da Igel suchen. Den habe ich gejagt."

„Alle Zigeuner müßten fortgejagt werden, W arbeiten doch nichts und stehlen unb betteln, und kleinen Äinber rauchen schon. In bie Schule gehen auch nicht", erklärt Georg.

Nun sind sie schon fast oben angelangt Zwei gen stehen neben an ber Straße, einige Pferde weu> z im Straßengraben. Unter der Linde brennt ein FeU , I Frauen sitzen daran und schälen Kartoffeln. Im ten liegen ein paar Männer im Grase rrb scheinbar.

Ludwig merkt, wie verzagt Karl ist. Ihm selber st «s unheimlich hier oben, flüsternd sagt er: „Wenn sie nicht bald kommen, bann fahren wir doch nach Hause. Vielleicht fürchten sich bie Feuermänner vor uns; ober sie haben Angst vor dem Pommer. Wir warten noch, bis es halbneun schlägt."

Karl gibt keine Antwort. Es muß ja bald Halbneun fein, dann geht es heim. Die Feuermänner hat er schon vergessen, die kommen doch nicht.

Da packt er Ludwig am Arm, springt auf und deutet nach vorn: „Dort ... ein Feuermann ... er kommt sierher!"

Auch Ludwig ist aufgesprungen unb knurrt brohenb, indes die beiden Jungen fast vergehen vor bebender Angst. Wie gelähmt starren sie der Erscheinung ent­gegen, die immer näher kommt und ab und zu unver­ständliche Laute ausstößt.

Die Gestalt bleibt stehen: „Karl! Karl!" klingt es iuf einmal.

„Vater, Vater!" ruft der und rennt auf bie Gestalt los. Alle Angst ist im Nu vergessen. Es ist wirklich ber Vater, ber mit einer Laterne heraufgekommen ist, um nach seinem Jungen zu sehen, der gar nicht heim- ’am.

„Aber zum Kuckuck, was treibst du denn hier oben so iange? Warum kommst du nicht nach Hause, wenn es Zeit ist? Was soll denn das bedeuten?" Seine Stimme klingt böse". „Nun aber mal schnell das Vieh zusammen unb nichts wie heim!"

Karl springt mit Pommer davon. Jetzt sieht ber Bater auch den Ludwig, der verlegen bei der Bank üe- hen geblieben ist. Er leuchtet ihm ins Gesicht: „Ach, Kellers Ludwig. Was machst du denn noch hier?"

Der stottert etwas von Feuermännern und ist froh,

Schlimmer als die bereits gekennzeichneten Lügen sind die sogenannten Verstandes-, Trotz- und Ge­wohnheitslügen, durch die sich das Kind als Held zei­gen oder irgendwelche Vorteile erringen will. Nament­lich in den Flegeljahren zeigt sich dieses Laster; denn bann sind Verbote unb Vorschriften dem in der Ent­wicklung befindlichen jungen Menschen besonders hinder­lich, weil fein Selbständigkeitsgefühl ständig zu wachsen scheint. Beim Hinwegfetzen über die Gebote wird dann die Lüge zu Hilfe genommen, von der manchmal geradezu meisterhafter Gebrauch gemacht wird. Klug- Erziehers und ernste Strafen helfen hier rm

als Karls Vater sagt: „Nun los unb geholfen, daß Vieh zusammen kommt, das Andere könnt ihr mir dem Heimweg erzählen."

*

„Nun erzähle einmal, was da eigentlich heute war", sagte der Vater, als sie hinter dem Vieh heimwärts gingen. „Der Ludwig hat da etwas 'Hwatzt von Feuermännern, wie war denn bas?"

Nun erzählt Karl dem Vater alles. Wäre es gewesen, so hätte Karl sehen können, wie sich bes ters ernstes Gesicht während seiner Erzählung mehr

Werkspruch

selbst versteht, ist noch nicht immer selbst J

Dorsbuben,

I. Herbert.