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Der Garten im Januar.

Herrschen Schnee und Frost, so hat der Gor- fenfreunb nicht viel im Freien zu tun und daher 3eit, Arbeiten zu erledigen, die sonst nur zu oft liegen bleiben, z. B. Geräteausbesserungen, Keim­proben u. a. Im Garten selbst nehme man sich ein­mal den Komposthaufen gründlich vor und setze ihn vorschriftsmäßig um, daß das Innere nachaußen und das Aeußere nach innen kommt. An frost- freien Tagen können Edelreiser geschnitten und die Baumkronen ausgelichtet werden, wobei alle kranken, überflüssigen Aeste abzusägen und die Stümpfe mit kaltflüssigem Baumwachs zu überstrei­chen sind. Die Ungezieferbekämpfung darf auch nicht vergessen werden. Hierbei sind die Bäume von Moos und Flechten zu reinigen, abgestorbene Rindenteile abzukratzen und zu verbrennen und Stamm und Krone mit 10-prozentigem Obstbaum- karbolineum nebelartig zu bespritzen. Dann wird man im Sommer bedeutend weniger madiges Obst als sonst haben. Bei Schnee und Eis vergesse man die Vögel nicht, die sich durch die Winterfütterung an die Gärten gewöhnen und sich im Frühjahr durch die Vertilgung des schädlichen Ungeziefers nützlich machen. Man gebe keine geräucherten oder sonst scharfe Sachen und sorge für Trinkgelegen­heit. Im Hause sind die Ueberwinterungsräume zu lüften und die Gemüsevorräte und Obstlager regelmäßig durchzusehen, außerdem sind die Be­stellungen zu erledigen, damit es an nichts fehlt, wenn es gebraucht wird.

Der Zimmsrgarkcn.

Die Dezemberschwierigkeiten setzen sich in er­höhtem Maße fort. Es wird daher oft notwendig sein, die Zimmer, worin die wärmebedürftigcn Pflanzen stehen, am Abend erneut oder weiter zu heizen. Zum Schutz vor Frostschäden sind die Blu- men nachts vom Fensterbrett wegzunehmen und in die Mitte des Zimmers zu bringen, ebenso sind die zwischen dem Doppelfenster stehenden des Nachts besser im Zimmer ausgehoben. An milden Tagen ist zu lüsten, währenddessen die ganz zarten Pslan- zen in ein zugfreies Nebenzimmer gebracht werden. Schwierigkeiten macht auch das Gießen. Die ru­henden Pflanzen, also alle mit Ausnahme der ge­triebenen, find mehr trocken als feucht zu hallen, weshalb nur selten mit stubenwarmem Wasser zu gießen ist; es hat dann aber gründlichst zu gesche­hen, damit die Wurzelballen auch wirklich vom Wasser durchzogen werden. Weiter sind dürre Zweige und vertrocknete Blätter stets zu entfernen, Ungeziefer und St>aub durch Abwaschen zu bekämp­fen usw. Die harten Pflanzen sind jederzeit, also auch bei Frost, zu lüften. Mit dem allgemeinen Blumentreiben kann jetzt begonnen werden.

Mehr Heckenpflanzungen.

Infolge der auf äußerste Raumbeschränkung zu­geschnittenen Baustellen und der notwendigen Er­richtung eines schnell sichernden Grenzschutzes durch Drahtzäune, Mauern usw. verschwinden die leben­den Hecken im Stadtbilde immer mehr. Leider werden auch auf dem flachen Lande, wo doch wirk­lich nicht so peinlich mit dem Quadratmeter gerech­

net werden muß, die Grenzhecken und wilden Hek- ken unverständlicherweise immer mehr ein Opfer der Axt und des Feuers, obwohl sie doch das Bild der Heimatflur ganz wesentlich verschönern u. unse­ren heimischen Singvögeln Wohn- und Nistgele­genheiten bieten. Wie sehr die Hecken als Unter­schlupf benutzt werden, beweist nach der Notiz einer Jagdzeitung der Umstand, daß auf einer Thürin­ger Bahnstrecke in einer zirka 1000 Meter langen Weißdornhecke 132 bewohnte Nester von Singvö­geln aufgefunden wurden. Was aber die Erhal­tung der Singvögel für die Ungeziefervertilgung an Obstbäumen ausmacht, weiß wohl jeder Obst­züchter zur Genüge.

In jedem größeren Ziergarten, Park, Vieh­weide usw., wo genügend Raum ist, daß der Nach­bar nicht durch allzu große Nähe der Hecke an der Grenze belästigt wird, sollte also wieder eine Hek- kenpflanzung, die anspruchslos ist und wenig Mühe und Pflege erfordert, angebracht werden.

Als Heckenpflanzen für höhere Hecken eignen sich besonders Acer camprestre, Carpinus betulus, Erataegus monogynv, Forsythia, Liguster, Philo- delphus oronarius, Picea excelsa Papulus pyra- midalis, Rosa rubignosa, Spiraea arguta und Bu- malda, Symphoricarpus racemosus (auch für Schat­ten), Syringa vulgaris, Taxus und Thuya.

Zur Bepflanzung von Drahtzäunen, Grenzgit­tern usw. eignen sich Aristolochin sipho, Brombee­ren, Clematis, Efeu, Jasmin nudiflorum, Lathyrus latifolius, Lonicera (schlingende Arten) sowie die schönen Schlingrosenarten. as.

as. Die Hügelbepflanzung wird auf sehr kalten schweren Böden mit hohem Grundwasserstand an­gewendet und erfolgt am besten nach gründlicher Vorbereitung des Bodens im Winter erst im zeiti­gen Frühjahr. Die Auflockerung des Bod 15 auf zirka 50 Zentimeter Tiefe und Vermischung mit zerriebenem entsäuertem Gärtnertorfmull spielt hierbei eine wichtige Rolle. Durch eine Gabe von etwa 400 Gr. Branntweinkalk pro Quadratmeter wird eine Verbesserung und schnellere Durchlüftung, also die notwendige Bodenlockerung, erreicht.

Schädlingsbekämpfung im Januar.

Im Obstgarten sind die Baumkronen auszu­lichten, Raupennester des Goldafters, Eigelege des Ringelspinners und Schwammspinners, Monilia- Fruchtmumien zu entfernen, krebskranke Stellen auszuschneiden und dann mit Baumwachs zu ver­schmieren. Gleichzeitig müssen Stamm und Aeste gründlich von Flechten und Moos gereinigt wei­den. Zweckmäßig bedeckt man hierbei die Baum­scheiben mit Tüchern, Säcken oder Papier, um den Abfall, welcher wegen der darin enthaltenen Jn- fekiionskeime und Eier vieler Schädlinge sofort zu verbrennen ist, restlos aufzufangen.

An regen- und frostfreien Tagen kann jetzt schon mit 3prozentiger Solbar-Lösung (1 Kg. Sol- bar in 3033 Liter Wasser lösen) zwecks Vernich­tung der Erreger (Sporen) von Mehltau, Schorf, (Fusicladium), Polsterschimmel (Monilia) und Ab­tötung der Schild- und Kommaläuse und Eiablagen der Blattläuse gespritzt werden. Auch Johannis­und Stachelbeersträucher, wegen des gefürchteten

amerikanischen Stachelbeermehltaues, sind auszu­lichten und gleichfalls mit 3 prozentiger Solbar- Lösung gründlichst zu vernebeln. Obstbaumkar- bolineum ist nur mit Vorsicht zu gebrauchen; auch dringt die klare Solbar-Lösung viel gründlicher in die kleinen Ritzen ein.

Blutlausherde werden mit lOprozentiger Aphi- don-Lösung (1 Teil Aphidon auf 10 Teile Wasser) gepinselt. Zur Vernichtung der an den Wurzeln überwinterden Mutter-Blutläuse ist der Wurzel­hals freizulegen und das Wurzelwerk mit einer 10- prozentigen Aphidon-Löfung einzusprengen. An­schließend stellt man die Baumscheibe wieder ord­nungsgemäß her. Die Leimringe sind auf Fängig- keit zu prüfen, evtl, mit Raupenleim nachzulelmen.

Für die Wühlmausbekämpfung ist jetzt die beste Zeit. Die flach unter der Erdoberfläche verlaufen­den Gänge werden vorsichtig geöffnet und an je­der Seite mit einer besonders präparierten Selle­rieknolle oder einem Möhrenstück beschickt. Die Kö­der zunächst halbieren, mit etwas Zeliopaste in den ausgehöhlten Teilen versehen und dann die Stücke mittels durchgesteckter Holzspähne wieder zusam­menstecken. Die freigelegten Stellen sind durch Ueberbrückung mit einem Holzbrett oder ähnlichem und Erdbewurf wieder sorgsam zu schließen.

Die Mistbeete können schon jetzt vorbereitet wer­den. Zu diesem Zweck sind die Holzteile mit einer 0,25prozentigen Ilf"ulun-LLsung (50 Gr. Uspulun in 20 Liter Wasser) abzuwaschen. Zur Abtötung des Vermehrunosvilzes und des Erregers der Koh'. Hernie ist. die Erde mit einer 0,5prozentigen Uipu- lun-Lösung (pro Quadratmeter Oberfläche genügen zirka 10 Liter) in Zwischenräumen zu überbraustn. Auch eine Mischung der Erde mit Uspulunpulver (zirka 75. Gr pro Quadratmeter Erdoberfläche) hat sich bewährt. Die Desinfektion muß mindestens drei Wochen vor der Benutzung der Beete durchge­führt sein. as.

Der Meinkierhof im Januar.

Die Arbeiten gleichen denen des Dezembers. Das Geflügel muß durch warmen Stall und wär­mendes Futter vor der Kälte geschützt werden. Für die Hühner ist der Scharraum noch besonders wich­tig, denn das Faulenzen und Herumlungern in den Stallecken ist ihnen unbedingt schädlich. Sie müssen deshalb durch Einstreuen von Körnern in den Sand oder in die Spreu des Scharraums zur Be­wegung und Tätigkeit gezwungen werden. Was­ser und Weichfutter sind überschlagen zu geben, keinesfalls heiß. Grünfutter, Kalk und Grit, vor allem dieser, dürfen nicht fehlen. Bei hohen Kälte­graden soll das Geflügel täglich nur kurze Zeit ins Freie gelassen werden. Da das Wasser-Geflügel gegen feuchte Kälte zieml. empfindlich ist, muß ihm eine starke, trockene und wärmende Streu gegeben werden. Es soll jetzt auch an die Zusammenstel­lung der Zuchtstämme und Zuchtpaare gedacht werden, weil sich manche Tiere erst aneinander ge­wöhnen müssen und daher die Vereinigung nicht zu spät erfolgen darf. Die Kaninchen sind gegen nasse Kälte sehr empfindlich, während sie trockene sehr gut aushalten, ja diese sogar zu einem guten Winterpelz notwendig ist. Deshalb genügt jeder Stall mit trockener Streu. Neben gutem Heu

NILS

reiche man angewärmtes Weichfutter in kleinen Mengen, damit es bald weggefressen wird und nichr gefriert. Die Ziegen verlangen dagegen einen warmen Stall, weil sie gegen Kälte sehr empfind­lich sind; neben Rauhfutter gebe man auch Körner

Die Leistungssteigerung der Hühner.

Tag für Tag geht 1 Million Goldmark an das Ausland nur für die Einfuhr von Eiern. Können wir uns diesen Luxus auf die Dauer erlauben? In Eiern umgerechnet find dies täglich etwa 10 Millionen Eier oder auf das Jahr gerechnet 3'4 Milliarde Eier. Die deutsche Landwirtschaft allein, außer den berufsmäßigen Geflügelfarmen, hat ei» nen Hühnerbestand von etwa 60 Millionen Stück. Die Durchschnittslegeleistung der in der Landwirt- schäft gehaltenen Hühner beläuft sich auf etwa 70 bis 80 Eier je Huhn und Jahr; wer anderer An­sicht ist, mag die Legeleistungen seiner Tiere nach- prüsen und sich nicht durch die hohen Leistungen im Frühjahr blüffen lassen. Die Durchschnittslei­stung der in den berufsmäßigen Geflügelfarmen gehaltenen Tiere beläuft sich auf etwa 140 bis 160 Eier je Huhn und Jahr. Die deutsche Laudwin- chaft wäre also tatsächlich in der Lage, die Eierein- ühr voll und ganz zu decken, wenn sie die durch- chnittliche Legeleistung je Huhn und Jahr um etwa 60 Stück heben würde. Dies ist tatsächlich mühelos durch eine richtige zweckentsprechende Fütterung (durchaus nicht teurere) und durch Einstellung so- genannter Eierhähne zu erreichen. Merkblätter über richtige zweckentsprechende Fütterung versen- det unentgeltlich der Reichsoerband Deutscher Nutz- geslügelzüchter, Berlin S. W. 11.

Die Maul- und Klauenseuche kann auch die Stallungen des Kleintierzüchters heimsuchen. Es fei deshalb auf ein altes Mittel, das anscheinend vergessen ist, hingewiesen, und zwar auf eine Lö­sung von Thymian, mit der man das Maul der Tiere wäscht und die Hufe badet. Der Thymian wird in Wasser gekocht. Die erhaltene Lösung halt sich längere Zeit, so daß man sie auf Vorrat ko­chen kann. Dieser Thymiansud wird mit Wasser verdünnt, und diese Verdünnung gilt gleichzeitig als Heil- und Vorbeugungsmittel. Gartenbesitzer können den Thymian in ihren Gärten ziehen. >

I Eukerfehler bei der Ziege werden sehr leicht für Anzeichen der Tuberkulose gehalten, da bei d-eler Verhärtungen, Knotenbildungen und ähnliche Er­scheinungen auftreten. Am besten ist es dann, e-ne Milchprobe bakteriologisch untersuchen zu lassen. Rühren die Fehler von Eutertuberkulose her, so werden sich Tuberkelbazillen in der Milch finden, und das Tier muß schleunigst geschlachtet werden. Ist das Tier dagegen gesund, so liegen nur Fehler vor, die durch Stoß- und Schlagverletzungen oder durch nicht reines Ausmelken, Druck usw. entstan­den sind. Man muß dann das Euter einfetten und durchmassieren und durch recht vorsichtige Behand­lung beim Melken die Schäden wegzubringen ver­suchen. 3

Das männliche Zuchlkaninchen soll kräftig und muskulös fein, eine kräftige, gut entwickelte, volle und breite Brust besitzen, überhaupt in feinem gan­zen Aeußeren Kraft und Stärke verraten. M

Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer M M und Kriegerhinterbliebenen (Ortsgruppe Fulda) | u«. WeHmacMsfeter I iS findet am Sonntag, den 12. Januar 1930, D8

HM im Restaurant H o h e n z o 11 e rn statt. M

Nachmittags 2.30 Uhr: Kinderfeier, Theater und Bescherung.

Abends 7 Uhr: Theater, Tanz und Verlosung. M

E Kassenöffnung 6 Uhr. Kassenöffnung 6 Uhr.

Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder und deren' Angehörigen sowie Freunde und Gönner zu dieser Veranstaltung herzlichst ein

Der Vorstand. L.

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Belm Lampenlicht

merkt man es zuerst, daß das Sehvermögen nachläßt. Das längere Lesen fällt schwer und Müdigkeit überfällt die Augen. Man hält die Zeitung oder das Buch weiter weg, aber dieses hilft nur vorüber­gehend. Statt eine Erholung zu sein, wird das Lesen zur Anstrengung und schädigt so das Auge. Gehen Sie an dieser Erscheinung nicht achtlos vorüber, zu langes Warten rächt sich später. Sie erweisen Ihren Augen durch das Tragen eines gut angepaßten Augenglase

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