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Als Zimper, Flieger unh Zöger in Siid-Amerlka.

Von Bernhard Schroeder-Wiborg.

Copyright by Fischer Verlag, Berlin.

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Das hatte geholfen! Ein Inder, der mir ebenfalls in betrunkenem Zustande oft lästig wurde, ließ mich seitdem auch in Ruhe. Ja, der Koch wurde später so­gar mein Freund, besonders imponierte ihm mein Pilo­tenzeugnis.

Die Erholung nach der harten Tagesarbeit bildete der Abend, wenn wir alle am Feuer faßen. Der Salta- Kreole spielte die Gitarre und trug in hohem Kopftone seine seltsamen Lieder vor. Die Grundmelodie dieser Gesänge war ein hoher Anklang, der in schmerzlicher Klage immer wieder abbrach und sich dann allmählich vertiefte, bis er in einem unnachahmlichen, langgezoge­nen, hallenden Tone erstarb.

Dann erzählten die Russen und Inder Spukgeschich­ten aus ihrer Heimat, worauf die Kreolen mit Jndianer- märchen und ihren eigenen Volkssagen aufwarteten.

So erzählte der Koch: „Als ich vor Jahren auf ei­ner Eftanzia in Bolivien war, fiel es dort auf daß eine Kuh des Morgens und des Abends keine Milch gab, obgleich sie vor kurzem gekalb hatte. Eines Tages war die Kuh verschwunden und wurde erst nach einer Woche wiedergefunden. Sie wurde zur Enstanzia ge­bracht und in einen Korral gesperrt. In der Nacht wur­den wir dann durch das Brüllen der Kuh geweckt. Wir eilten hinaus und erblickten eine fünfzehn Meter lange, seltsam behaarte Schlange mit einem Hundskopf mit langen Ohren. Als sie sich über die Einfassung des Kor- rals wand, schwieg die Kuh plötzlich. Es schien, als ob sie die Schlange gerufen hätte, denn sie verhielt sich ganz ruhig, als sie sich ihrem Euter näherte um ihr die Milch abzusaugen. Nach einiger Zeit war die Schla Schlange gesättigt und trat den Rückweg an Wie sie den Kops über die Einfassung streckte, um sich weiter

sortzuschlängeln, krachte ein Schuß aus unserer Mttte. Wir hörten einen Aufschlag wie auf Eisen, und die Schlange glitt unbekümmert weiter.

Wir waren wie erstarrt, trotzdem wir alle Büchsen in der Hand hatten, wagte keiner mehr zu schießen.

Den nächsten Tag aber war die Kuh verschwunden. Offenbar war sie der Schlange gefolgt, denn sie wurde trotz allen Suchens in dem Urwald nicht mehr gefun­den."

„Nun will ich auch etwas erzählen", hob darauf ein anderer Arbeiter an, ebenfalls ein Kreole. „Vor Jahresfrist übernachtete ich mit einem Freunde im Walde. So müde ich eigentlich war, wollte es mir doch nicht gelingen, einzuschlafen.

Die Nacht war sehr schwül. Mein Freund lag nur wenig von mir entfernt auf dem Waldboden und schlief ganz fest. Der Mond schien hell, und in seinem Lichte schwebte ein geflügeltes Insekt von der Größe eines Vo­gels dicht über dem Haupte meines Freudes. Dann senkte es sich tiefer und ließ sich plötzlich auf feiner Brüll nieder, von welcher die Jacke zurückgefallen war Es laugte sich an der Haut fest und schwirrte dabei bestän­dig mit den Flügeln. Die hierdurch verursachte Koh­lung schien meinen Freund noch fester in den Schlaf zu lullen, so daß er den Stich des Insektes überhaupt nicht zu spüren schien. Ich sah. wie der Leib des Tieres straffer und straffer wurde, wie es sich dann erhob und davonflog.

Mein Freund schlief ruhig weiter. Am anderen Mor­gen aber fühlte er sich schwach und benommen."

„Ach, der Märchenvogel!" riefen einige der Kreolen durcheinander und lachten.

Leider habe ich während meines Wanderlebens kein Tagebuch geführt, sonst hätte ich noch manche von die­sen Erzählungen festgehalten.

An den Sonntagen waren fast alle Arbeiter betrun­ken. Der Capataz hätte nämlich eine Kantione und machte gute Geschäfte. Dieser Mann war immer freund­lich zu mir und lieh mir sogar am Sonntage seine Flinte zur Jagd.

Nach einigen Wochen war unsere Arbeit in dieser Gegend zu Ende, und wir wurden nach der Provinz

Ein

arm

Größe

Einen, Ueber-

Alle diejenigen, die sich für den Windthorstbund inte­ressieren, mögen sich an die Gauleitung des Gaues Fulda, Fulda, Harmonie, wenden.

Not noch königlichen Volkes, das in den Brunnentiefen feines Wesens die Kraft, das Gesetz, die Vorherbestim­mung neuen Ausstiegs, neuer aus Leid geborener Große trügt.

Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr oec« vubl Jolevb Sauer- Fulda

„mächtigen Hauben" der Frauenkirche in München, trotziges, stolzes, deutsches: „Und dennoch!"

Sie haben uns zertreten, geknebelt, zerstückelt, und klein gemacht.

Und dennoch!

Auf Grund des Beschlusses des Reichsvorstandes und der Landes- und Provinzvorsitzenden der Deutschen Windthorstbunde, die im November in Köln zusammen­kamen. ist in der Leitung der Windthorstbunde ein Wech­sel vollzogen. An Stelle des bisherigen Bundesführes Josef Joos, M. d. R., übernimmt Dr. Heinrich Krone, M. d. R., vorerst bis zur nächsten Reichstagung den Vorsitz des Reichsverbandes der Deutschen Windthörst- bunde. Gleichzeitig schied Dr. Krone aus seinem bis­herigen Amte als Reichsgeschäftsführer aus. Die Ge­schäftsführung wird in Zukunft von Gerhard Ziganke, Dr. Else Peerenboom, M. d. R., und August Winkler, M. d. R., ausgeübt.

auf der Isar-Insel, sind alle Zwerge, an deiner gemessen.

Du dominierst, du Haus und Gleichnis des einzigen Großen. Du Spott und Gericht der

Vom Deutschen Windthorstbund.

Reges politisches Interesse in der katholischen Tugend. — Die katholische Tugend seht sich mit ihrer ganzen Kraft für den Volksstaat ein. — Sie wird einem Putsch der Radikalen nicht tatenlos zusehen. — Rasches Anwachsen der windthorstbunde. — Zur Frage der Uniformierung.

Bei den Wahlen am 14. September hat man zum ersten Male den kraftvollen Vorstoß der organisierten katholischen Jugend auf das Gebiet der Politik erlebt. Mit einer fühlbaren Begeisterung setzte sie sich für den politi­schen Führer Brüning ein. Die Agitation der Natio­nalsozialisten mit ihrem sichtbaren Erfolg bei den politisch ungeschulten Massen ließ alle instinktiv fühlen, daß in der nationalsozialistischen Bewegung dem katholischen Volk und dem deutschen Volksstaat ein Gegner erwächst, der solange gefährlich bleibt, als das deutsche Volk durch die Not verbittert ist. Man ist daran gegangen, die „junge Volksfront" zu bilden, die stark genug ist, Angriffe der Radikalen auf der Linken und auf der Rechten ab­zuwehren und sich mtt aller Macht für die Beseiti­gung der Mißbräuche einzusetzen, die sich in unser gesellschaftliches, soziales und politisches Leben eingeschlichen haben. Man weiß, daß in der jetzigen Notzeit die notwendigen Reformen leichter gegen die Widerstände, die gegen jedes Neue auf­treten, durchgedrückt werden können.

Die große Gefahr ist im Augenblick, daß das Volk die Nerven verliert und resigniert oder verzweifelt duldet, daß die Radikalen ihre Herrschaft aufrichten. Deshalb muß bis in das kleinste Dorf die politische Aufklärung hinausgetragen werden, damit jeder einzelne die Wirk­lichkeit erkennt, damit alle überzeugt werden, daß nicht Versprechungen und undurchführbare Forderungen aus der furchtbaren Krise der kapitalistischen Wirtschaft herausfühen können. Wenn Parteien das Volk dadurch für sich zu gewinnen suchen, daß sie die Zukunft in rosigstem Lichte malen — „Drittes Reich" usw. — dann versündigen sie sich an dem Volke, weil das Volk zur Verzweiflung kommen muß, wenn es erkennt, iaß es nach dem Zusammenbruch eines nattonal-soziali- üischen oder kommunistischen Experimentes schmählich be- rogen worden ist.

Diese Ueberlegungen innerhalb der katholischen Jung­mannschaft haben dazu geführt, daß sich immer neue Kräfte in die junge Volksfront einordnen und zum Kampf für den Volksstaat, für grundlegende Reformen, für langsamen Umbau der kapitalistischen Wirtschaft antreten.

An allen Orten entstehen Windthorstbundgruppen, die unter den Kameraden für den Eintritt in die Volksfront, werben. Man arbeitet in der Stille und wehrt sich ge­gen groß aufgemachte Zeitungsartikel über die in den einzelnen Gegenden erzielten Erfolge.

Auch im Fuldaer Land haben sich an einzelnen Orten schon kleine Gruppen gebildet, die die politischen Ziele der jungen Volksfront verfolgen. Auch hier wächst dje Zahl der Windthorstbunde.

In einzelnen Gegenden ist man dazu übergegangen, eine einheitliche B u n d e s k l e i d u n g einzuführen. Den

Anfang hat der Windthorstbund Gmund in Württem­berg gemacht. Natürlich lehnt man eine Uniformierung im Sinne der Wehrverbände ab. In Berlin fand kürz­lich eine Sitzung des Reichsvorstandes und der Landes­und Provinzialoorsitzenden der Deutschen Windthorst­bunde statt, die sich u. a. mit der Frage der Uniformie­rung beschäftigte. Nach eingehender Aussprache wurde der folgende Beschluß gefaßt:

„Der Reichsverband der Deutschen Wndthorstbunde lehnt eine Uniformierung seiner Mitglieder im Sinne der Wehrverbände ab. Er sieht in einer einheitlichen Bundeskleidung einzelner Mitgliedergruppen keine Uniformierung, sondern den Ausdruck eines ge­schlossenen politischen Willens im Sinne der Deutschen Zentrumspartei."

Wenn ich euch anschaue, ihr germanischen Recken­fäuste an Münchens grauem Winterhimmel, freue ich mich und frohlocke, ich Tröpflein im Ozean deutschen Leids.

Aus den Niederungen, völkischer Armut und Ohn­macht hebt mich die Erkenntnis:

Nicht die Großen, die Mächtigen, stolz Triumphie­renden haben euch gebaut, sondern die Kleinen, die Dulder, die hart und mühsam Schaffenden, die am Am­boß stehen, geschlagen, zertreten selber Amboß sind.

Aus dem Scherflein ihres Schweißes und ihrer Tränen bist du geworden, Frauendom, du deutsches Wunder.

Aus den Gaffen und Gäßlein, die noch den Namen dieser mittelatterlichen Handwerker und Dombauer tragen, steigst du auf, Schöpfung deutscher Kraft und Gediegeicheit, deutjchen Fleißes und Gemütes und deu:- scher, unvergänglicher Größe.

In gotischem Cdelwuchs strebst du sieghaft aus Enge und Niedrigkeit empor. Ueber Ruß und Kot und Lärm der Großstadt, in der einkreisenden Not unserer Tage, in der tastenden Unsicherheit, im Hader der Par­teien, in den düsteren Begleiterscheinungen der Nach­kriegszeit, mitten im harten Kampf ums Dasein, im lauten Jahrmarkt des Lebens stehst du, groß und ernst und still.

Die reichen Kaufläden, die Kasernen, die dem Gelde, dem Vergnügen, dem Bürokratismus und dem Elende erbaut sind; die Paläste der Reichen und Mächtigen von gestern, von heute, von morgen; die reichen Samm­lungen eines Jahrtausends deutscher Kunst und Kultur; selbst die Hochburg deutscher Intelligenz und Energie

„And dennoch ♦..!"

Von Maria Veronika R u b a t s ch e r.

Zwei gewaltige Fäuste ragen sie zum Himmel, die

Iimgbauer und Oftsiedlung.

Ein junger Landwirt aus dem Fuldaer Land, der seil vielen Monaten auf Siedlungsgütern tätig ist, berichtet über seine Eindrücke über die Siedlungs­möglichkeiten in Schlesien.

Ueber Siedlungen ist schon viel geschrieben worden; von allen Seiten wurde versucht, das Interesse der Be­völkerung für die Ostsiedlung zu steigern, leider bisher ohne großen Erfolg. Auch bei uns im Westen hat der Siedlungsgedanke noch nicht die gebührende Beachtung gesunden. Die Bewohner der Provinzen Westfalen und Rheinland nehmen bis jetzt unter den Ansiedlern im Osten, die aus dem Westen tarnen, die erste Stelle ein. Dagegen stehen andere Gegenden, vor allem unsere Pro­vinz Hessen-Nassau, noch weit im Hintergrund. Es soll damit den verantwortlichen Stellen aber kein Vorwurf gemacht werden, sondern der Grund für die geringe Siedlungstätigkeit der hessischen Landwirte ist wohl in der allgemeinen Notlage der Landwirtschaft und der Geldknapphett der Interessenten zu suchen.

Die von der Schlesischen Landgesellschaft zum Zwecke der Ansiedlung käuflich übernommenen Rit­tergüter werden zum größten Teil in 60 bis 70 Morgen ($ o 11 b a u e r n ft e 11 e n), zum Teil in 30 Morgen große Güter (sogenannte Halbbauern st eklen) auf- geteilt. Außerdem werden noch Kleinsiedlungen mit dazu gehörigen drei Morgen Land geschaffen, die mei­stenteils für Arbeiter und Handwerker gedacht sind. Auch werden die Siedlungsgüter gleich nach der Uebernahme parzelliert (Gr. der Parz. 6—7 Morgen) und von der betreffenden Gutsverwaltung kleinwirtschaftlich bearbei­tet. Hierdurch wird erreicht, daß der Siedler eine modern eingerichtete Fruchtfolge und eine intensiv bearbeitete Stelle erhält, die Gewähr für die Lebensfähigkeit und das Durchkommen eines jeden jungen Siedler bietet. Wenn der Siedler sparsam und energisch zu wirtschaften versteht, ist es ihm, wie ich aus genügend Beispielen selbst gesehen habe, auch immer möglich, nicht nur die jährlich abzuzahlende Rente herauszuwirtschaften, son­dern er wird auch, nachdem er die ersten Uebergangsjafjre überstanden hat, in der Lage sein, einen Notpfennig zu­rücklegen zu können.

Die Gebäude sind bei den einzelnen Siedlungen sehr voneinander verschieden. Zum Teil hat man die zu den früheren Rittergütern gehörigen Gebäude umgebaut, zum Teil vollständig neue Gebäude geschaffen. Im all­gemeinen sind die neuen Wohnungen, Ställe und Scheu­nen recht geräumig und ausreichend für einen Betrieb von 60 Morgen. Jeder praktische Landwirt wird aber lieber einen aus den älteren Gebäuden geschaffenen Hof zu erwerben trachten, weil diese Gebäude im allgemei­nen etwas stabiler gebaut sind als die Neusiedlungen. Andererseits haben letztere wieder den Vorteil, daß sie isoliert gelegen sind, und der Besitzer mit dem Nachbar nicht in Berührung kommt. Selbstverständlich hat man die aus dem früheren Gutshof entstandenen Siedlungen auch durch eine vollkommene Umzäunung voneinander getrennt. Auch find die Stellen mit nicht gleichwertigen Gebäuden durch Zuteilung des nächstliegenden Ackers hinlänglich entschädigt. Die Gebäude werden schlüssel­fertig übergeben. Scheune sowie Maschinen und Kunst- düngerschuppen liegen etwas von dem Wohnhaus ent­fernt, infoledeffen sind also Möglichkeiten für spätere Er­weiterungsbauten zu jeder Zeit gegeben.

Die Anzahlung für eine Voll- oder Halbbauern­stelle richtet sich nach der Größe und Bodenbeschaffen- heit. Bei einer bäuerlichen Normalstelle von 60 Mor­gen sind zum Beispiel 6 bis 8000 Mark Anzahlung erforderlich. Der Gesamtpreis beträgt 40 000 Mark. Außerdem muß der Siedler, wenn er kein lebendes und totes Inventar aus der Heimat mitbringt, noch ein Betriebskapital zur Jnventarbefchaffung nach- nachweisen können. Der Siedler erhält ein Rentenfrei­jahr und ist 5 Jahre befreit von der staatlichen Grund- vermögensteuer. Einen wesentlichen Vorteil bedeutet es noch für den Siedler, daß er beim Kauf weder Stempel­gebühren noch Gerichtsgebiihren zu zahlen hat. Auch wird das Restkaufgeld als eine unkündbare Staatshypo­thek eingetragen, sodaß er niemals eine Kündigung zu befürchten hat. Die Güter werden dem Siedler fertig übergeben, und er erhalt 70 Prozent der gesamten Ernte. Der Zinsfuß für das Restkapital beträgt 3% Prozent.

Die Absatzverhältnisse sind hier in Schlesien sehr günstig. Sollte sich hier und da eine Gegend vorfinden,

An der Schwelle eines neuen Zahres.

Bringt es die Wendung zum Aufstieg?

4 Millionen Arbeitslose blicken am Sil­vesterabend voll banger Sorge in die Zukunft. Vor weiteren Hunderttausenden steht die Angst vor Entlas­sung aus der Arbeit wie ein Schreckgespenst. Das Jahr 1930 brachte dem deutschen Volk wenig Gutes. Durch die Not ist der politische Kampf ausgeartet und er­schwert das einmütige Zusammenstehen aller vater­landsliebenden Deutschen im Kampfe gegen die Folgen der wirtschaftlichen Krise in der Welt. Wie so oft in der deutschen Geschichte wird die Volksnot im Gegenteil wieder für Sonder- oder Parteünteressen ausgenutzt. Zum Glück hat aber im schwierigsten Augenblick ein Mann das Staatsruder ergriffen, der unbeirrbar das tut, was die Leitung des deutschen Staates in einer Zeit allgemeiner Krise tun kann und muß: Möge dem Reichskanzler Brüning Gott die Kraft geben, im neuen Jahre 1931 fein Reformwerk weiterzuführen; möge Gott aber auch allen Deutschen die Einsicht schenken, daß aus der Not kein plötzlicher Aufstieg möglich ist und daß Unruhen und erbilterte> nnPtn*- Kämpfe die Lage nur verschlimmern. Die Wirtschaftsführer mögen erkennen, daß die Unordnung in der Weltwirtschaft nur durch einen planvollen Neubau der Wirtschaft beseitigt werden kann. Das geht nicht von heute auf morgen, das geht nicht mit Hilfe eines „Fünf-Jahr- Planes", sondern braucht Jahrzehnte langes mühsames Suchen und Ringen.

Unser Volk trifft die Krise doppelt schwer, weil es außer den sonstigen Kriegslasten vorläufig noch die Re­parationszahlungen zu fragen hat. Umso mehr müßten sich die Anstrengungen aller vereinigen. Aber immer noch leben viele in den Tag hinein und maulen daß es ihnen schlechter geht als früher. Und gerade diejenigen, denen es noch verhältnismäßig gut geht, jammern am meisten. Sie fühlen die Not der breiten Massen nicht mit, erkennen nicht die furchtbare Gefahr der Lage. Für diese Kreise wird es einmal ein schreckliches Er­wachen geben.

Am Siloestertage herrscht in Deutschland keine freu­dige Stimmung. Doch wäre es sinnlos, deshalb den Kopf hängen zu lassen. Wir brauchen den Glauben an die sittliche Kraft unseres Volkes nicht zu verlieren. Wir kommen wieder nach oben, wenn die­jenigen, die noch gesunde Nerven und unver« d rossen en Aufstiegswillen haben, treu zu­sammen stehen. Mögen sich diese Kräfte im neuen Jahre besser finden als bisher.

die durch keine staatliche Eisenbahn erschlossen ist, f0 J meistenteils doch eine private Kleinbahn für den Fracht-M verkehr gebaut worden. Auch ist den Laadorten 3y3s Verwertung ihrer Erzeugnisse noch eine andere Möglich, kett geboten, nämlich durch die Brennereien und Ka--^ iosfelflockenfabriken sowie Zuckerrübenfabrikm, a,j5 ; denen sie die Abfallprodukte wie Schlempe, Rilben- schnitzeln, wieder in die eigene Wirtschaft zurückerhalt?» H Ueber die Siedlungsgüter, wo ich tätig war.

ich folgendes zu sagen Das 600 Morgen große Sied- lungsgut „Frauenwaldau" (Kr. Trebnitz), wo ich no;j Mitte April 1929 bis März 1930 tätig war, liegt der Eisenbahnlinie der Strecke Oels-Militsch, und ift nach folgendem Plane aufgeteUt: In 8 Vollbauern­stellen von 68 bis 72 Morgen und 2 Halbbauernstellen von 38 bis 40 Morgen. Zum Verkauf tarnen bis jetjf 4 Vollbauernstellen und 2 Halbbauernstellen, alle übtz,W gen stehen noch frei. Die Siedlungen liegen meist DD der Hauptstraße. die gleichmäßig bis zum Bahnhsj führt, sodaß jeder Absatz nach dort, selbst bei größeren' Lasten, leicht und schnell von statten gehen kann. Das- Dors Frauenwaldau hat 1800 Einwohner, die z u rr>. größten Teil katholisch sind. Der Boden ist l; meist humoser lehmiger Sand und teils bumoser schwach- - lehmiger Sand. Auch ist der Boden feinen Erträgen 3 nach, die wir im Vorjahre auf pro Morgen feststellen ; konnten, sehr ertragreich.

Das 2400 große Siedlungsgut Boguslawitz, ' Kr Groß-Wartenberg, wo ich von Anfang März bis j Mitte Juli d. I. tätig war. besteht aus 33 Vollbauern- 1 stellen und einem Restgut von 300 Morgen. Der Bo- 1 den ist meist humoser sandiger Lehm und sehr ertrag» 1 reich. Das Siedlungsgut wurde diesen Sommer von 1 Interessenten aus den Kreisen Hersurt und Paderborn fi (Wests) bereits aufgekauft

Das Siedlungsgut Hertwigswalde wurde gleich nach g dem Kriege aufgeteilt. Von den Siedlern, die sich in 1 der Zwischenzeit erheblich verbessert haben, kann ich 3 auch nur gutes berichten. Joseph Kräh.

mutigen und Satten. Du Trost der Kleinen und Hungernden, Fingerzeig in der großen deutschen Passion, steingewordenes „Sursum Corda".

Ueber das Dunkel des Raumes, darein die mystische Helle und strahlende Buntheit ragender Fenster bricht; über das Blau des Gewölbehimmels und das Gold feiner Sterne weisest du, wachsest du ins Licht.

Wie strahlt das Licht! Wie lockt das Licht! Sehn­sucht und Ziel der lichchungrigen deutschen Seele.

Im Lichte irisieren die Kuppeln, . . . Grün der Hoffnung .... an die Wolke ragendes „und den­noch!", . . . Ausdruck und Gleichnis eines in feiner

Die Welle

Empor schlug die Welle, die Wogen der Wahrheit erfassen die Menschen, erobern das Reich.

ete sind aus den Tiefen des Lebens gestiegen, sie brausen zusammen, gewaltig gestaut.

Es wanken die Sessel, es brechen die Säulen, die Schläfer erwachen, die Müden stehn auf.

Nun gilt es zu bauen ein starkes Gebäude, nun gilt es zu binden ein stattliches Werk.

60 schlagt mit dem Hammer,

So haut mit dem Meißel, Mit Kühnheit besonnen errichtet den Bau!

Daß wett allem Volke die Wohnstatt sich wölbe, auf freierem Grunde gerechter erhöht. Karl Henkell.

Jujuy verschickt. Hier blieb ich aber nur ein paar Tage. Ich wollte einmal wieder unter gleichgesinnte Menschen! Meine beiden Kreolenfreunde versuchten alle Ueberre- bungstünfte, um mich dazubehalten.

Wir tranken, da der Tag meiner Abreise ein Sonn­tag war, noch Wein zusammen und tauten Koka. Ich machte eben alles mit und habe mich gut dabei gestan-- den Koka ist das getrocknete Blatt der Kokapllanze und schwach kokainhaltig. Gleichzeitig mit diesen Blät­tern kauten wir ein Gemisch von Holzasche und gekochten, zerriebenen Kartoffeln, welches einen salmiakartigen Geschmack hatte.

Noch heute sehe ich meine beiden Freunde das Weinglas in der Hand, dazu die Zigarette mit Mais­blatt gedreht, rauchend und Koka kauend! Sie waren auf dem Gipfel der Zufriedenheit, nur — daß ich fort* wollte, das war das Nebel!

Der stumme Ko<b m^fr mir durch lebhafte Gelten verständlich, daß ich nun bald wieder ein eleganter Herr mit hohem Kragen fein würde, der in die Lüfte flog!

Ich mußte herzlich lachen. Dann nahm ich Abschied und dabei rannen meinen braunen Freunden die Trä­nen über die Backen.

Nach zweitägiger Wanderung wurde ich in der Nähe einer Eftanzia von einem berittenen Caballero (vorneh­mer Herr), angehalten. Er war der Majordomo der Besitzung und stellte einige freundliche Fragen an mich. Dann lud er mich auf einen Tag ein.

Hierüber war ich sehr erfreut und folgte dem Herrn gern in feine Behausung. Hier setzte mir ein braunes Mädchen, auf Geheiß des Majordornos, einen beson­ders gut zubereiteten Spießbraten vor, wie ich ihn lange, lange nicht mehr gegessen hatte.

Dazu kredenzte mir der Gastgeber einen auserlese­nen Wein. Unsere Unterhaltung war nicht so lebhaft, wie sie hätte sein können, da ich nur mangelhaft spanisch sprach und der Herr, von Geburt ein Franzose, kein Wort deutsch konnte.

Trotzdem verlebte ich einen herrlichen Tag der mir lange in (Erinnerung blieb, und nach herzlichem Danke

begab ich mich am nächsten Morgen wieder auf die Wanderschaft.

Auf der nächsten Statino wartete ich einen aus- fahrenden Güterzug ab, sprang auf einen Wagen der mtt Baumstämmen beladen war, und machte es mir hier bequem.

Wir fuhren noch durch das Hochgebirge, als ich gegen Nachmittag unfreiwillig aufgehalten wurde. Der Zug lief auf einer Station ein und wurde dann auf ein Nebengleis geschoben, um hier entladen zu werden. Zur rechten Zeit war ich gerade noch abgesprungen und sch mich nun nach einer anderen Gelegenheit um, als Jum­per weiterzufahren. Aber erst nach Mttternacht passierte ein anderer von Norden kommender Güterzug die Sta­tion. Da er aber nur geschlossene Wagen führte, fprang ich auf den Puffer des letzten Wagens.

Es war so dunkel, daß ich erst nach einer Weile be­merkte, daß auch der andere Puffer von einem Mann besetzt war.

Nun versuchte ich ein Gespräch, indem ich meinen Reffegefährten auf spanisch anredete.

„Woher kommen Sie denn?" erkundigte ich mich.

„Fragen Sie den Wind, der sich durch schwarze, sau­gende Wolken quält," war die Antwort.

Da ich nicht recht wußte, was ich von diesen Worten halten sollte, so forschte ich weiter.

„Wohin fahren Sie denn?"

„Fragen Sie den grauen Reiher der zieht und immer wieder mit dem schweren, wehmütigen Flügelschlaz ziehen muß und dabei den gräßlichen Schrei ausstößt."

Aus der Aussprache hörte ich, daß der Mann kein Argentinier war. Seine Worte erschütterten mich, und ich habe sie nie vergessen.

In der Finsternis war es mir nicht möglich mehr als die Umriffe des Mannes zu erkennen. In seiner Stimme lag etwas von dem ergreifenden, schwermütigen Ton der kleinen heimlichen Bergtaube. Ich mochte nicht mehr fragen.

Die Nacht war schwül---

Nun verminderte der Zug feine Geschwindigkeit. Wir passierten eine lange, hohe Brücke, die über einen Fluß führte. (Forts, folgt.)