Einzelbild herunterladen
 

t. $

oaiMIM

um

NILS

jlt 295

21. Dezember

Verlage zur Fuldaer Zeitung

et

den

Weihnachten bei berühmten Menschen

Aus Briefen und Tagebüchern zusammengestellt von Hedwig Krauskopf.

zum neuen

Dir

-W-

eine beliebige

vollen Spiel

gezogene Karte.

durch und nennt sofort die

tereinander drei Karten heraus.

he­

xt Ulten.

Viele hingen.

nzer. hatte m in d.h. mhen

flung r un< n der e sie rate ishast

ihn der Strahlenbaum zu den Versen:

Bäume leuchtend, Bäume blendend überall das Süße spendend.

In dem Glanze sich bewegend alt und junges Herz erregend.

die Dinger nicht leiden ... Die Gelder werde ich durch Fritz, den Gehalterheber, zu Neujahr erstatten.

Die Muller.

Frau Rat Goethe an den großen Dichter.

Frankfurt, Mitte Dezember 1795.

Lieber Sohn!

hnel Kö

n an

•er in

Schöner und schlichter aber hat nie ein moderner Dichter mit wenigen Versen die Stimmung geschildert die ein brennender Christbaum in uns auslöst ein Christbaum unter dem die Krippe, „der ewige Born aus dem Himmelreich" seinen Platz hat, als Richard von Schaukal, der Wiener Lyriker und seine Verse sollen

ist so verschneit, daß man den Hügel gar nicht sieht. Ich erlaube aber nicht, daß man daran rührt. Es liegt etwas wehmütig Süßes in dieser Mischung mit der großen Natur, wenn einmal der Hauch des Lebens dahin ist . . Siehst Du wohl jetzt die Pracht der Venus am Himmel? Sie steht im höchsten Glanze, den sie haben kan. Wie würde sich die gute Mutter daran freuen! So etwas fällt einem in jedem Augenblick ein und dann ist nirgends eine Antwort . . . Wird man sich nur je an dies ewige Schweigen gewöhnen können?. . . .

Äal A, »ui Har dz« 1 DO Se

an

in das Spiel und behauptet, die gedachte Karte als letzte noch in der Tasche zu haben. Der Gegner nennt be­fragt, die gedachte Karte Man zieht die letzte aus der Tasche heraus. Es stimmt.

Die Lösung:

Vor dem Experiment steckt man drei beliebige Kar­ten in die Tasche. Dann läßt man vom Gegner vier be­liebige Karten aus dem Spiel ziehen. Er wählt eine da-

Schluß meiner Zusammenstellung bilden.

Die Lichter brennen am Weihnachtsbaum.

Waldnadelduft erfüllt den Raum.

Wir lauschen der Stille. Der Friede hält weitweiße Flügel über die Welt.

Und tiefer im Herzen quillt warm und weich der ewige Born aus dem Himmelreich.

। Mo. eiben der zu s.

Der« «u> >b D. erleb mrbe, unter erst Tob Huna

Der s we. t ist. iOung r mit •eben noch Hand, r sich ester» ■ von ! Zu. r ihr i Ee. Ham« legen chlug. nafen -chöf. Peter ■ An. inföh.

fein Umjubeltfein, fein Verlöschen — fein Nadeln, und zuletzt fein Plünderfest.

3n der Literatur des vorigen Jahrhunderts haben wir gerade zwei durchaus östliche viel zu wenig bekannt oder besser gesagt gelesene Schriftsteller, die uns den Baum als von ihnen bewundert erwähnen. Bogumil Goltz er­zählt, daß er (1808) als 7jähriger Junge auf feiner Reife nach Altpreußen als etwas chm Neues einen Tannen­baum bei der Weihnachtsfeier sah, und E. Th. A. Hoff­mann sagt 1816 in seinem entzückenden Märchen vom Nußknacker und Mausekönig, das man nie versäumen sollte in den Werhnachtstagen zu lesen, daß der Tannen­baum viel goldene und silberne Aepfel trug Wie Knospen und Blüten keimten Zuckermandeln und bunte Bonbons und was es fönst noch für schönes Nafchwerk gibt, an den Aesten. Auch die Lichtlein werden erwähnt.

Trotz dieser Einzelerwähnungen hat der Tannenbaum mnge Zeit gebraucht, sich im Osten und überall ganz einzubürgern Erst um 1870 herum ist er wohl richtig heimisch geworden. In Altbayern war er 1855 noch gänzlich unbekannt Am Niederrhein, dies weiß ich aus Erfahrung, hatten vor einigen Jahrzehnten nur verein­zelte Familien einen Lichterbaum. Es mag in dielen waldarmen Gegenden auch die schwere Beschaffungsmöa- Uchkeit hindernd mitsprechen. Doch in kleinen Orten Kärntens und der Steiermark soll die Sitte trotz der grünen Wälder bis heutigen Tages vollkommen unbe­kannt sein.

Die erste bildliche Darstellung, die wir der literari­schen im Wercher gegenüberstellen wollen verdanken wir wieder einem Ostelbier, dem zu seiner Zeit als Ra­dierer und Buchillustrator weidlich berühmten Danziger Daniel Chodowicki (1776) etwa. Seither haben sich viele

Die Braut

Paula Modersohn an Otto Modersohn, Bremen, 24. Dezember 1900.

Du, es ist noch Weihnachtsabend oder schon Weih­nachtsmorgen Cs riecht nach Tannen und Kerzenbraich and vor mir stehen leere grüne Römer. Auf meinem Weihnachtstisch ist mein fünfarmiger Leuchter saft nie­dergebrannt. Sein flackerndes Licht fleugt noch über tausend liebliche Dinge. Viele drollige Sachen für unser Heim, einen wunderbaren alten Spiegel . . . Du? Ob wir wohl selbander gehen eines schönen Tages über Den Berg nach dem Kirchlein? —Ich war heute sehr bei D>r, Lieber. Am Nachmittag drückte mir mein Vater schwei­gend Deinen Brief in die Hand. Dann ging ich unter Glockengeläute durch die dämmernde Stadt Ist es nicht komisch? Ich hatte gerade am Morgen an M erzählt, was Du mir nachmittags schreibst . . . Weißt Du wohl, wir beiden haben es so sehr gut. Ich habe die ganze Zeit solch ein großes stilles Dankgefühl in meinem Her­zen ... Ich bin bei Dir mit meiner ganzen Siebe und umgebe Dich damit. Fühlst Du es wohl? ... Ob wir das nächste Weihnachten schon bei uns feiern? Lieber, ich mag an dieses Glück noch gar nicht denken. Und Du?

Der Bräutigam.

Friedrich Hebbel. Tagebuch.

Paris zum 24. Dezember 1843.

Heut ist Weihnachtsabend, heute morgen wußte ich es noch nickt, erst als mein Wäscher tarn und von den vie­len Geschenken sprach die an diesem Tage in Alle- magne . . . gemacht würden, erfuhr ich es. Da habe ich denn ordentlich zu Mittag gegessen und mir abends im Palais royal einen Goethe zu 30 Gulden gekauft Ov ich recht getan? . . . Bis 10 Uhr war ich im Cafe oe Paris, dann ging ich zu Haufe, taufte mir aber zuvor da ich den Weihnachtsabend dock auszeichnen mußte, für 3 Sous Galette, eine Art Blätterbackwerk, das (ich schreibe dies deinetwegen nieder, teure Elise) ungefähr so schmeckt wie ein gut bereiteter deutscher Pfannkuchen . . . Nun verfügte ich mich mit meinem Abendessen auf mein Zimmer, nahm Elisens Brief aus meiner Brust- tasche hervor, küßte ihn noch einmal, erbrach ihn und fing an zu lesen, während ich aß . . .

Der Galle.

Bismarck an feine Schwester.

Frankfurt, den 19. Dezember 1857.

Dein treues Schwesterherz hat sich zu Weihnachts- befnrgungen so freundlich angeboten, daß . . . ich Dich um folgende Weihnachtseinkäufe für Johanna (Bs..

Jahr die Zimmer mit grünen Waldzweigen zu schmücken, die den Segen für das kommende Jahr sichern sollten. In den alten Stadtrechnungen von Straßburg vom Jahr 1521 findet man den Vermerk, der das eigenmäch­tige Hauen von Bäumen aus den städtischen Forsten verbietet und daß man den Wald trotzdem vom Tho- mastage (21. Dez.) an bewachte.

Also hat man schon früh Immergrünes aus dem verschneiten Wald in die von Blumen kahlen Stuben ge­holt, so geht aus diesem alten Dokument hervor und noch ein zweites, was uns interessieren dürfte, daß 'm stsaß deutsche Sitte und Art herrschte, denn grabe vor Straßburg ist uns vom Jahr 1604 auch die erste Weih- nachtstanne erwähnt. Sie hatte noch keine Lich'er war iber mit Zuckerwerk behängt und mit Aepfeln und Pa- pierrofen geziert. Da b:e Sitte der Weihnachtsgaben und des Baumes aber germanischen Ursprungs sind so bezeugen solche bestimmte Nachrichten aus dem Elsaß, boß dort deutsche Sitte und Art gepflegt wurde denn in den romanischen Landern beschenkt man sich wie noch heute zu Neujahr, nicht am heiligen Abend.

Der ganz richtige Lichterbaum, wie er uns jetzt in Augen und Herz strahlt, wird erstmalig von Liselotte von der Pfalz erwähnt. Sie schreibt an ihre Tochter anb erinnert sich ihrer hannöverschen Kindheit (1659 bis ”)• Don Weihnachtstischen erzählt sie, aus die man ouchsbäumchen stellte, und an den Zweigen hotte man Serben befestigt und die Aestchen mit silbernen Bändern behängt.

Frau) bitte: 1. Eme Bijouterie: sie wünscht sich ein Opalherz, wie Du es hast, und des Menschen Wille ist sein Himmelreich: ich will etwa 200 Thlr. dafür aus­geben. Kann man für den Preis zwei Ohrringe, jeder aus einem möglichst klar gefaßten Brillanten haben, fo fände ich das geschmackvoller. 2. Ein Kleid zu etwa 100 Thlr., nicht mehr; sie wünscht sich „sehr licht weiß" a deux paffes, morie antique, oder so etmas; 10 Stab (etwa 20 Ellen) gebraucht sie. 3. Findest Du sehr preis­würdig und hübsch einen vergoldeten Fächer, der sehr rasselt, so kaufe ihn auch, höchstens 10 Thlr., ich kann

Kartenkunststücke.

Von Io Hanns Rösler.

Kartenkunststücke machen viel Freude wenn man sie selbst ausübt. Sie aber lediglich zu sehen und vom Kartenkünstler nicht zu erfahren, wie es gemach« wird, ärgert uns immer Darum waren wir sehr dankbar, daß uns einer der besten Kartenkünstler des Kabaretts, Fred Ronner, der in Wien auftrat einige feiner be­währten Tricks verriet Es sind Kartenkunststücke die ohne große Fingerfertigkeit von jedem Laien auszu­führen sind und gerade durch ihre Einfachheit befondcis verblüffend wirken.

Erraten einer Karle.

Das Experiment:

Man läßt eine beliebige Karte ziehen. Bedeckt da, Spiel mit einem Tuch oder einer Decke Dann h’ttet man den Mann, der die Karte gezogen hat, sie irgend­wohin in das Spiel zu geben Aber unter dem Tuch, das nicht aufgehoben werden darf. Er kann dann b:e Karten unter dem Tuch milchen und abheben so viel er will. Ist das geschehen, nimmt man das Spiel hervo* und nennt sofort die gezogene Karte.

Die Lösung:

Wenn die Karte gezogen ist. legt man da- Spiel unter das Tuch. Aber unauffällig so daß die K'r'en- rücken nach unten, die Bildseiten nach oben kommen. Wenn jetzt der Gegner die Karte unter dem Tuck in bas Spiel steckt, wird er sie selbstverständlich mit dem Rücken nach oben hineinlegen damit Sie die Bildseite nicht erkennen können. Cs ist dann für den Karten­künstler leicht die umgekehrte Karte aus dem Spiel herauszufinden. Das Experiment kann erweitert wer­den, indem man zwei Karten auf dieselbe Weise ziehen läßt, und herausfindet. Ferner kann man was bei allen Kunststücken zu verwenden ist, die gedachte oder gezogene Karte (auf dieselbe Weise die Karten wählen lallen) aus dem Spiel herausfallen lallen. Nachdem man das

Hir kommt bas gewöhnliche bon bon — unten in der Schachtel — liegt Infanterie und Cavaleri vor den klei­nen Augst (Goethes Sohn) — Er kan bey ben langen Winter aberoben sich damit amusiren — in der Entfer­nung und dem seltenen Briefwechsel kan ich ohnmögUh wißen was dem Kind etwa Freude machen mögte — auch sind größere Spielwerke wegen des Transports zu kost­spielig — nehmt also mit dem vorlieb .... Gott! Segne dich im Neuen Jahr — Er laße seine Lieb und Güt um — bey und mit dir gehn was aber ängstet und betrübt gantz ferne von dir stehn Amen.

Der Baler.

Friedrich Hebbel. Tagebuch.

Wien, zum 25. Dezember 1849.

Gestern wurde ich am Weihnachtsabend durch ein allerliebstes BUd Überafcht Wie ich in das erleuchtete Zimmer zu dem prachtvollen Tannenbaum gerufen werde, trappte mir mein Töchterlein in der Gestalt eines Braunschweiger Bauernmädchens, wie sie dort auf den Markt gehen, entgegen . . eine geflochtene Kiepe auf dem Rücken, angefüllt mit Nüssen und Kuchen für mich Das alles hatte meine liebe Frau an den Abenden gemacht, wenn ich nicht zu Haufe und sie nicht auf der der Bühne beschäftigt war; ich hatte nicht das geringste davon gemerkt ....

Der Bereinfamfe.

Wilhelm v. Humboldt an feine Tochter.

Tegel, den 26. Dezember 1829.

Wir leben mitten in Schnee und Eis, liebe Gabriele. Das Grab der lieben Mutter,- zu dem ich alle Tage gehe,

Maler, ich erinnere nur an den von Ludwig Richter gemalten schwebenden Lichterbaum an das Thema ge­macht. Von den Dichtern muß ich als Gegenstück die Verse des Volksdichters Hebel erwähnen, die aber so oft zitiert werden, daß ich sie als bekannt voraussetze Viel weniger bekannt dürften die schönen Verse des Mün­chener Lyrikers Martin Greif fein, dessen Empfinden in solchen Stimmungen dem Talent besonders seine Proben des Könnens abnötigte (1878).

Als einst ich in der Kindheit Traum hinaus geblick, zum Weihnachtsbaum, da schien jed Lichtlein mir so fern, wie in der Höh ein golbner Stern.

Und da ich jüngst in ober Nacht an jenen Traum zurückgedacht, da flimmerte voll Herrlichkeit mein Christbaum wirklich fternenmeit.

nicht.

Aste deutsche Sitte war es allerdings,

Dichter haben seither den Weihnachtsbaum Sein Dasein, sein Schmücken, sein Anzünden

die am feuchten Finger hängen blieben, feite, auf den Tisch

welche Karle fehlt?

Das Experiment:

Man läßt aus einem .

Karte ziehen, blättert dann das Spiel einmal, zweimal

Einiges über den Tannenbaum.

Von Margaret Hohmann.

Wenn man in den Tagen vor Weihnachten durch die -traßen und Marktplätze der Städte wandert und an jen Verkaufsständen das Handeln um die Christbäume beobachtet. Wenn man die riesigen Fuhren von kleinen und großen Tannen betrachtet, manchmal vielleicht weh- nütig betrachtet, die ihr stilles grünes Waldleben taffen muffen, um für kurze Zeit nur ein mit Füttern besteck­ter Lichterbaum zu werden. Wenn man in die glückli­chen vorfreudigen Augen der Käufer sieht und den Da­voneilenden nachblickt, wie sie schnell ihren Schatz sich mühen in Sicherheit zu bringen. Wenn man die Selbstverständlichkeit überlegt und im Nichtfalle die Em- üufchung auskostet, die um den Christbaum spielt kommt einem kaum mehr der Gedanke, daß diese Sitte, jen Tannenbaum über die Krippe strahlen zu lassen zu den jüngsten Bräuchen des Vaterlandes gehört.

Schon lange gab es den Knecht Ruprecht mit Sack und Rute, als Begleiter und Strasoollstrecker des guten Nikolaus. Es gab Weihnachtsfpiele, Schoppchenträger (Schuppen-Stall-Hütte), es gab das vorweihnächtliche Sterlingen, hauptsächlich im südlichsten Masuren, es gab nachweihnachtliche Bräuche, allerlei luftige Bräuche in den heiligen zwölf Nächsten, es gab bas Spiel der heiligen drei Könige, aber einen Lichterbaum gab es

Die Lösung:

Ein Kartenspiel von 32 Blatt ergibt die Wertsumme von 216. Die Berechnung ist folgt): Aß aibt 11 Vmikte, König 4, Dome 3. Bube 2. Zehn 10 Neun 9 Acht 8, Sieben 7 Das sind zusammen 54 Punkte. Bei vier Farben also 216. Wenn jetzt eine Karte gezogen wird, addiert man schnell beim Durchblättern die restlichen Kar­ten, und wenn ietzt beifvielsweise die Addition 207 er­gibt. fehlt eine Neun. Beim zweiten Durchblättern sucht man, welche Neun fehlt.

Erraten einer gedachten, nicht berührten Karte.

Das Experiment:

Trotz dieses brieflich bezeugten Weihnachtstisches war »m die Mitte des 18. Jahrhunderts der Baum in Deutschland noch sehr vereinzelt. 1737 wird er für wachsen, 1750 für Nassau bezeugt. Die erste literari­sche Erwähnung des Lichterbaumes verdanken wir Goethe m seinem Werther (1774). Er hat ihn entweder 1765 ™ Leipzig oder später, was noch wahrscheinlicher ist, in Strafjburg kennen gelernt. In Weimar fand er die fl)one ihm liebe Sitte wieder, und noch als alter Mann begeistert " ' -

Sie legen vier Karten auf den Tisch. Eine davon denkt sich der Gegner. Dann nimmt man die vier Kar­ten und steckt sie in die Tasche. Davon zieht man hin­besieht sie sich, fteef* sie

Spiel genommen hat und die betreffenden zwei Korden erkannte, legt man sie oben ober unten auf bas Sp’el feuchtet leicht die Finger an und wirft jetzt mit einem kurzen Ruck die Karten auf den Tiich. Durch eine dre­hende Handbewegung fallen die beiden seitlichen Karten, mit der Bild-

Weihnachlsahnen.

Nun steht die Nacht so anders vor dem Haus — und alles Bittere will stille werden — bas ist: fdjon gehn des Himmels Boten aus — Weihnacht soll kommen über diese Erden.

Unb von den Herzen löst sich wie ein seliger Tau jas Ahnen hochgeweihter Nächte — als ob uns schon des Himmels heilige Frau das Christkindleln entgegenbrächte.

Marie Theres Buhl-Baur.

i!6et$ ähre»

nirch» Dust

Jänfe*

' F«'

( daß ünste, Woh! i'jnie* st d>e )t oit wenn zuni paar über«

nur« atür« eben, a«3e' ffirft

ieber.

>wii e»?re , bte , Test P so­daß nie»

ntlich ö'i'ig s

kön> udrN- ik. j

Um das Mysterium des Kindes,

lälenlese vom Baume der Poesie unb der Bolksweisheik.

Von H R ö 11 g e r s.

®s ist ein rechtes weihnachtliches Wort, das vom „ Mnum des Kindes". Geprägt zunächst auf das » niaje Kind, aber dann auch mit Fug und Recht er= ber e • au^ &os überhaupt. Von dem Kinde in Sinh Ppe strahlt jener tiefe, heilige Glanz aus der das e. ® ur,h das Kindfein seitdem verklärt, es zu einem beto an s'ch wacht es in die Sphäre der Uebernatur er­ber Der^It sich mit dem Kinde ähnlich wie mit im t5rau: erst das Christentum hat ihm feinen vollen ffirn Erteilt indem es den Primat der Seele lehrte:

Pcrlnfje Hilflosigkeit und Schwäche bedingen kein h)t auf Unterdrückung unb Mißachtung Man spricht der! h'nem "Jahrhundert des Kindes". Das „Jahrhun- Lbn ® Kindes" begann er an der Krippe zu Bethlehem niö^eihlehem wäre bas Wort Heinrich Lhotzkys nicht «ich gewesen: „Wenn man in der Welt barüber L .ob es ein Reich Gottes gibt ober nicht, — bu “aheim, hast's in ber Seele beines Kinbe."

°ch neben biefem „Mysterium bes Kinbes", wie es on ber Uebernatur aus gesehen barstellt gibt es sz.. e'.ns anberer Art: ein natürliches, durch weiches fe» . Natur dafür oorgeforgt hat. daß in den Gro- ne ?ewiffe Ehrfurcht unb Anbacht gegenüber bem ""d die Liebe zu chm geweckt wirb An- '~Un^ volkstümlich drückt dies ein altes schweize- Sünh , Sprichwort aus: „Jeberes Chinb bringt sie fo®. eh 8‘rtt mit ut d' Wäll." Unb ähnlich Karl Gutz- gleü ^ebes Kind bas zur Welt kommt, predigt fo- fjej? ,&as Evangelium ber Liebe". Unb schön sagt efle " -.Kinder sind Rätsel von Gott, und schwerer als ber bezwj j« a6er &er ^ebe gelingt'?, wenn sie sich fel-- itnb^,, ®?rum das Kind uns so warm werden läßt ■tarn • &e Zwingt, das drückt wohl am schönsten werikanische Dichter Longsellow aus, dessen Dichtun­

gen ja beweisen, daß er sich selber zeitlebens eine Kin­derseele bewahrt hat:

Was, von Himmelslicht umflossen Und gewiegt von lauem Wind, Einem Wald die jungen Sprossen Und der Schmuck der Blätter sind, Das seid ihr ber Welt, o Kinder! Ihr empfangt ber Sonne Kuß, Wiegt euch noch in Himmelslüften, die ber Mann entbehren muß.

Die eigenen schönen Kinberjahre kehren in bem Kinde wieder. „Geh fleißig um mit deinen Kindern! Habe sie Tag unb Nacht um dich und liebe sie und laß dich lieben einzig schöne Jahre", sagt Leopold Schefer Und Seibel mahnt hinsichtlich des Alters: „Altern heißt ein­sam wandern unb, die du liebst, begraben; wohl dir. wenn dir ein Kind hold das Verlorene ersetzt."

In dem Kinde schlummern ja wie Knospen noch alle Hoffnungen, die man vielleicht für sich selbst schon begraben hat. Ja, gerade bas macht einen wesentli­chen Teil bes Geheimnisses aus. bas um bas Kinb liegt: baß alle Entfaltunasmöolichkeiten noch vorbanben sind Unter ben Dichtern hat sich nebst Hebbel kaum ei­ner so um bas Mysterium bes Kinbes bemüht wie Goe­the. Eine große Anzahl seiner Aussprüche beschäftigen sich mit bem Kinbe, barunter findet sich auch dieser: .Wenn man von einem Kinde spricht, spricht man nie ben Gegenstand, immer nur feine Hoffnungen aus." Aber resigniert sagt er auch ein andermal: „Wüchsen die Kin­der in der Art fort, wie sie sich anbeuten, so hätten wir lauter Genies."

Das kann wohl nicht fein, hoch kann man mit Recht darauf Hinweisen, daß umgekehrt in jedem Genie etwas von Kinderart und Kindersinn erhalten zu fein pflegt. Selbst Schopenhauer, ber Philosoph ber Tragik unb der Verneinung, erkennt dies an: „Wer nicht zeitlebens ge­wissermaßen ein großes Kind bleibt, sondern ein ernst­hafter, nüchterner, durchweg gesetzter unb vernünftiger Mann wirb, kann ein sehr nützlicher unb tüchtiger Bür­ger dieser Welt fein, nur nimmermehr ein Genie." Und

noch weiter geht Schiller, wenn er sagt: „Der Mensch ist nur bann ganz Mensch, wenn er spielt."

Die oben genannte resignierte Erkenntnis Goethes ist ben Eltern freilich oft nicht eigen. Sie sehen in ihrem Kinbe wohl bas Wunderkind unb knüpfen verschwende- rische Hoffnungen an es. Dem gibt ber Volksmunb in einem alten Sprichwort brastischen Ausbruck:

Es meint jebe Frau, Ihr Kind fei ein Pfau.

Unb Wilhelm Müller, ber Verfasser ber „Müllerlieber", äußert sich womöglich noch drastischer:

Gibt's eine Sui’ auf dieser Welt, Die nicht für schön ihr Junges hält?

Kinder sind Gottesgeschenke, auch wenn sie zahlreich sind unb für die Eltern Sorge und Not mit sich bringen. Gott hat sie gesandt, Gott wird helfen. Das ist eine Ueberjeugung, die in der Volksweisheit immer wieder­kehrt. Zwar gibt es auch einen alten Spruch ..Keine Kinder, keine Hinderer", aber viel zahlreicher sind die Sprüche, die den Kinderreichtum preisen unb zum Gott­oertrauen mahnen. „Gibt Gott Kinder, fo gibt er auch Rinder", tautet fo ein alter norddeutscher Spruch Und im Jnntal sagt man ebenso anschaulich, aber gemütvol­ler: „Schickt Gott ’s Hast, so schickt er auch ’s Grast". Das einzige Kind ist nicht gern gesehen. Viele Sprüche gibt es, die die Gefahren bes einzigen Kindes für die Eltern sowohl wie für bas Kinb selber schildern unb bie alle auf den bekannten dänischen Spruch gemünzt sind: „Enebarn, Sorgebarn" (einzig Kind, Sorgenkind!), der in fast alle Volksweistümer Eingang gefunden hat. Auch für den Bestand ber Che finb die Kinder von Be­deutung. Ein arabisches Sprichwort drückt dies anschiu- üch aus: „Kinder sind die Knopflöcher der Eintracht für die Gatten". Und Peter Sirius formt denselben Ge­danken: „Kinder sind das Gold jeder glücklichen, unb der Kitt mancher unglücklichen Ehe."

Nun sind die Kinder für die Eltern aber auch eine Aufgabe unb ein Prüfstein ihrer selbst. „Das Kinb ist ein Buch, in bem wir lefen sollen", sagt Rosegger, aber

er fügt auch hinzu: unb in dem wir schreiben sol­

len". Es ist schwer das Wesen eines Kindes zu erfas­sen und ihm gerecht zu werben. Zunächst müssen bie Eltern bedenken, daß Kind Kind ist unb daß man es nicht an den Maßstäben eines Erwachsenen messen kann. In dieser Beziehung hat Rousseau recht, wenn er sagt: .Die Natur will, daß die Kinder Kinder sein sollen ehe sie Männer werden." Und auch yverbeck hat in gew'-ster Weise mit feiner Zuspitzung recht, die in seinem Buch „Fritzchens Lieder" zu finden ist:

Wir Kinder sind Narren, Und das ist wohl schön; Ein Kind ohne Sparren Ist kläglich zu seh'n.

Die Eltern müssen also Verständnis für die Welt des Kindes haben Sie sollen ihm vor allem seinen Kinder- Himmel, von dem Lonsellow so schön zelnrochen hat, nicht trüben. „Einen traurigen Mann erduld' ich aber kein trauriges Kind", bemerkt Jean Paul. Und noch packender äußert er sich: „Schasst die Tränen ber Kin­der fort; bas viele Regnen in die Blüten ist gefährlich". Und unter Hinblick auf dft heutige trübe Zeit mahnt Paul Georg Münch: „Nehmt ihr euer Kind auf den Schoß, ihr Mütter mit der Sorgenftirn. dann werst zu­nächst euer Päckchen Gram in den Winkel Im Kinder- tanb muß blauer Himmel fein' Darum zwingt euch zur Freude, ihr Mühseligen und Beladenen dieser Zeit unb ihr werdet für euch selbst reichen Lohn hoben denn die Freude wird euch nachfolgen in eure Werkstatt" Auch für das Kind wird ja nicht immer blauer Himmel blei­ben, dann hat es v-elleicht die Sonne, die ihm im Kin- berlanb einmal geschienen hat, bitter nötig.

Deck dein Kind mit Blüten zu! Was du ihm an Glück gegeben, Wiegt vielleicht einmal in Ruh Ihm den herbsten Schmerz im Leben.

(Viktor Blüthgen.)

Wir betonen heutzutage stark die Freude im kind­lichen Leben. Die alte Zeit betonte sie weniger stark,